Mitteilungen der Gesellschaft
für Kieler Stadtgeschichte
Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte
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für Kieler Stadtgeschichte
Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte
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VW
......
......
IN COMMEMORATION OF THE VISIT OF
HIS ROYAL HIGHNESS
PRINCE HENRY OF PRUSSIA
MARCH SIXTfi,1902
ON HE HAU OF HIS MAJESTY
THE GERMAN EMPEROR
HÖH
y Google
-!— !
bcr
0e(jElir4aft für biete ptMiiiiiljtc.
Biel, 1898.
311 eomntiffion uon ft. Gefärbte Verlaß.
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in kr Stallt fiel.
©in ^Beitrag ^ur ©rmittelung ber @renjen
ährifäen ben ®eltimg£gebteten beS 2übfdf)en Stentes
unb be£ @ad)fenft)iegete.
Hedjtsampalt Dr. OMo IDolff
in Slltona.
9Jtit brei harten toon
5öon
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$e-e, 37./
HARVARD COUEfiE LIBRARY
OCT TS ijOo
^te borliegenbe Sirbett berbanft if)re ©ntftefjung einer
bor mehreren 3ft*)ren gegebenen Anregung beö #errn
9tecf)t£antoalt3 Dr. X^omfen in $iel, ber in einem be*
ftimmten 9ted)tsfaUe feftgeftellt roiffen moüte, ob Sübfefje*
dtecfyt ober ber tSacfjfenftriegel $ur Slnroenbnng fomme. s 5ei
näherer Betrachtung ber in 3 ur tf* ens un0 Saienfreifen biel*
fac^ erörterten grage: too gilt in .ftiel £übfa}e£ Siecht imb
roo ber Sadjfenf Riegel, ergab fidj, ba& eigentliche groeifel
über bie örtlichen ©renken ber beiben 9tedjt£gebiete famn
beftefjen, unb bafe bie ^tnftdc)tlt(f) biefer J^rage in ben be*
teiligten Reifen f)errfd)enbe Unfict)crr)eit barnnf gurücf*
aufüfjren ift, ba& einerfeitä bie Gericfjtäberfaffung, meiere
bi3 jum £JaI)re 18*57 in ben Herzogtümern beftanben fjat,
in SBergeffenljeit geraten ift, unb baß ferner infolge be£ fo
überaus bebeutenben unb raffen 2öacf)£tumä ber «Stabt
Äiel bie alten ©renken fic3t> mehr unb mehr oermifrfjt haben
unb fo bem Gebächtniä ber älteren Generation entfcf)tounben,
ber jüngeren Generation aber unb ben $ugeroanberten un=
befannt geblieben finb. galt bafjer nur, bie Äenntnte
ber 9flecf)tögrenäen ben „alten Vielem" in* Gebädjtniä
5urütf$urufen unb ber jüngeren unb fommenben Generation
$u übermitteln, mit anbem SBorten, e£ mar gemiff ermaßen
nur eine Beweisaufnahme $am eroigen Gebächtnte $u er*
§eben. tiefem t>raftifchen Bebürfniffe fuct)t bie borliegenbe
Sirbett buref) gufammenfteUung beä borhanbenen Sttateriate
unb 9faml)aftmarf)Uttg ber Quellen $u genügen. SBenn babei
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hiftorifdje unb juriftiftf)e (Streitfragen geftreift roorben finb,
fo gefchafj e£ nur, um auf btefelöen htn^uroeifen, nirfjt, um
fie grünblid) ju erörtern unb enbgültig $u entfcfjeiben.
mürbe bem SBerfaffer $ur greube gereichen, roenn eä ifjm
gelungen fein fottte, jur Slnfteüung weiterer Ermittelungen
nad) ben genannten s Jterf)tegrenaen eine fleine Anregung
gegeben $u haben.
3ugleitf) möchte ber SSerfaffer bie Gelegenheit n\d)t
vorübergehen laffen, allen benen, bie if)n bei Slbfaffung ber
öorliegenben 9lrbeit mit 9tat unb %f)at auf baö Siebend
roürbigfte unterftüfct fm&en, inabefonbere ben Herren s #ro=
feffor Dr. Dtobenberg, fliechtöantoalt Dr. Ztyomien, gelb*
infyeftor 3af)n in Äiel unb Oberlehrer Dr. s Jteutcr in
©tralfunb aud) an biefer ©teile feinen tiefgefühlten 3)anf
auszubrechen.
Altona, im 3)ecember 1 8«. » 7 .
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JnhaitBangabc.
6eitf
$a$ Sttbfc^e JRedjt in bcr 3tabt Ittel, «on fflecfjtöcnitualt Dr. Otto
Söolff in Altona 1
«erity be$ »orftanbe« 43
ttaffenberidit . .48
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9Bie ben meiften (Stäbten £oIftein* ift audj ber Stobt
$iel bei ifjrer ®rünbung ba£ ftecr)t ber (Stabt Sübecf, ba3
£übfcr)e SRecfyt, berüerjen roorben, womit jum 5liwbrucf ge*
bradijt War, ba§ bie SHecr)t3t)erf)äItniffe ber Sßerfonen, bie
ficr) in ber neuen (Stabt anfiebelten, nad) 2übfcr)em s Jterf)te
beurteilt Werben foltten. 3)ie s -8eWot)ner ber (Stobt Würben
baburcr) in erfter Sinie als Bürger boflfreie Seute, Wenn
fie audj nidjt auf eigenem (&runb unb SBoben fa&en, Wäfjrenb
auf bem Sanbe nur biejenigen oottfrei waren, bie einen oon
niemanbem abhängigen ©runbbefifc ifjr eigen nannten. 3)a
ba3 £übfd)e 9ted)t eine ©jemtion oon bem fjolfteinifdjen
£anbretf)te in ficr) fcfylofj, fo fonnte e£ nur burcr) ein Ianbe£=
fjerrlid)e£ SßrioUeg erworben werben, baä nad) Weit oer*
breiterer mittelalterlicrjer 2lnfcr)auung nur für ben berlcifjenben
£anbe3r)errn binbenb mar unb beärmlb bon jebem neuen
£anbe£r)errn Wiberrufen Werben fonnte. 1 ) Sffteifrens r)at jebocr)
ber nadjfolgenbe £onbcSr)err bie bon feinem Vorgänger ber*
üer)enen Sßribüegien ber (Stobt $iel beftätigt, unb jebenfattä
finb fie nie beftritten Worben. <So beWarjrt bie (Stobt $iel
noct) r)eute ir)r &übfd)e3 9ted)t. $>aäfclbe gilt in berjenigen
gaffung, Welche e£ burd) bie bon bem Dtate ber (Stobt ^überf
im 3or)re 1 58H vorgenommene 9tebifion erhalten r)ar. 2 )
') 3t» ©eflenfafcc hierzu bcbuufte e£ 311111 Qlcbraudjc botf 3ad)fcii
fpicflelö eine«* befoubercn ^tiüilcfliums nidjt SJßl. ftalrf, ftaitbbudj boä
3d)lesiu.opolft. $ribatr. «b. 1 3. 407.
*) «fll. 3(&Ie$it>..$>olit. «nj. 184« 3. (iti f. ftalcf n. n. C § 27.
faulten. 3d)lc*iu.%$olft. ^ribatr. 1. Mufl. 3. 1.
•2
3) ie (Stabt Kiel ift im 3>afjre 1242 Dom trafen 3ofjann I.
mit bem ^übfdjen $Red)te benribmet roorben. :i ) 4 ) tiefes
$riDüeg rourbe in ber 2Mö e mefjrfad) au£brürfli<fj beftätigt, 5 )
^unäc^ft in ben Don bem trafen ©erwarb unb ^nnfer $ennefe
einerfeitö unb bem ©rafen ^o^ann unb ber <Stabt Kiel
anbererfeitö gefcf)loffenen griebensoerrrägen. 6 ) 7 ) 2Beitere
^Betätigungen finb enthalten in ben Urfunben Dom 1. 9fo-
Dember 1315/) 1. Sluguft 1317, J ) 11. SRoDember 1318/°)
ben beiben Urfunben au£ bem %afyxe 1390, u ) fotote in
ber Konfirmation ber fämtücfjen Kieler Sßritoüegien buret)
(Sf)riftian I. Dom 2. 9ttärs 1401 12 ) "nb ber Konfirmation
ber Kieler ^riDilegien Dom 29. Dftober 1661. ") gerner
rourbe Don König Sodann I. bei SBegrünbung be3 SBier*
H ) Xic oon $Beftpt)alen juerft abgebrurfte, üom 3°^ rc 1232 batierte
Utfunbe ift offenbar falfd). «gl. £>afje, 3djlcsro. .sjolft.'iiauenb. SHegefteu
unb Urfunben 1886 «b. I s Jtr. 505. 9Beftpf)alen, Monum. inedita IV
pag. 3203.
4 ) «gl. .^affe a. a. 0. Kr. 627; Urfunbenfamml. b. 3d)le$io..§olft.>
^aueub. ©efellfd). Kadjträge §u Söb. 1 3. 476 unb bie bafelbft angeführte
üitteratur. ferner tftaüit, „Über ba$ Biter ber Stabt ®iel" in ben 3af>rb.
b. üaubeäfunbe II 3. 215 ff., 93ur$arbi eod. 58b. XII 3. 317 ff. unb
bie oon biefen citierten 3rf)riftfteller. Saufen, „$ie Stabt Stiel unb ifjr
SBcitfbtlb im «Dhmbe ber «orseit" im 8. £eft ber Mitteilungen ber ©ef.
f. ftielcr 3tabtgcfcf)id)te. Widjelfen, $er eljem. Dberljof 511 Sübetf, 3. 51.
6 ) ^n ber eine allgemeine «eftätigung ber Vieler 93rioilegien ent=
ljalteubcu Urfunbe 00m 12. Npril 1286 ift be* Sübfdjeu 9ted)tc$ nidjt
befouber* gebarfjt. «gl. .fmffe a. a. 0. 93b. II Kr. 695. Urfunbenfamml.
a. a. 0. 3. 471» ff. «urdjarbi a. a. 0. 8. 323.
°; «gl. #affe a. a. 0. 93b. III Kr. 319. llrfunbenf. Kaajtr. in
«b. II 3. 143.
7 ) «gl. Jpaffc a. a. 0- «b. III Kr. 370.
H ) «gl. ^»affc a. a. 0. 93b. III Kr. 323; Urfunbenf. 93b. I 3. 482.
«urdmrbi a. a. 0.
v ) «gl. fcaffe a. a. D. 93b. III Kr. 351; Urfunbenf. 93b. I 8. 483.
,rt ) «gl. &afie a. a. 0. «b. III Kr. 375; Urfunbenf. 93b. I 3. 485.
«gl. Urfunbenf. «b. I 3. 491, 492; <8nrd)arbi a. a. 0. 3. 331.
■ 2 ) «gl. Urfunbenf. 95b. IV 3. (50 ff.
In ) Vlbgebrurft bei 8d)iuarje, „(#efammelte Kad)rid)ten oon ber 3tabt
.stiel," Ijerauägeg. oon ftcljfe, Flensburg 1775, 3. 191 ff.
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ftäbtegerichte im Qa^rc fomie burcf) ^rtoilegium bev
©täbte be£ gürftentumä ^olftein Oom $afjre 1*>68 8 14
(Sanbgerichteorbnung IV 6) bcr allgemeine ©ebraud) be*
£übfrf)en 9tecf)teS in ben holftetnifchen ©täbten anerfannt. 14 )
$>a ba$ Mieler ©tabtgebtet im Saufe ber 3afjrf)unberte
mehrfache nicht unerhebliche SSeränberungen erfahren hat, fo
ift ^u unterfudt)en, in welchen Seilen be* heutigen Vieler
©tabtgebtete^ ba£ £übfdt)e 9tccr)t gilt.
$)a£ Äieler ©tabtgebiet, hrie e£ in ber llrfunbe Don
1242 beschrieben ift, lägt brei t>on einanber oerfcfn'ebene
Söeftanbteile erfennen: 1. bie eigentliche ©tabt, bereu ©renken
infolge ber topograjrfjifchen SBerfjältniffe näherer 5lngabe unb
Söefchreibung nicr)t beburften; 2. bie Sänbereien, meiere außer»
halb ber <5tabt lagen unb 511m 2Seicf)bilbe l ) gehörten, ba
fie eine tocfentlidje ©nmblage für bie ©rjftenafäfjigfeit ber
jum großen Xeile noch ausschließlich 00m betriebe ber
Sanbroirtfdt)aft lebenben ftäbtifrfjen Bürger bilbeten; 3. bie
fogen. pascua. meiere bem gleichen 3^ecfe bienten unb an
benen bie Bürger ber ©tabt lebiglid) getoiffe 9iufcung>
rechte Ratten.
I. 2Ba6 bie eigentliche <Btabt, bie Civitas Holsatorum,
betrifft, fo ift bereu Sage fynveicfyexib befannt; fie lag
fammen mit ber 58urg auf ber uom Mieler £afen unb bem
Meinen Miel gebilbeten £albinfel. 3>ic öffentlichen fechte
ber SBürgerfcfjaft roaren anfangt recht gering; inSbefonbere
M ) %l. iVatcf a. a. C. #b. I 3. 893; Scfouarse a. a. 0. 2. 201 ff.
l ) s 28ort bebeutetc urfprünfltid) 3tabtred)t, fobann nurf) bas
um bic Stabt liegenbe Webict, metc^cS bcr ftcrrfdwft be$ Stabtrccfit^
unterworfen mar, l)ter alfo ba£ (Gebiet, wo iJübfdjeö >Ked>t flilt. ityl.
fteutgen, llnterfudjuiiflen über ben Urfpr. ber beutfdjeu Stabtuerf. Hi5 ff.
1"
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4
hatte fie noch feine eigene ©erichtsbarfeit. 2)iefe erhielt fie
erft im %af)te 1318. Stuch mar bie (Stabt Äiel bamalä fo
roenig nrie jemals tyäter böUig Rettin im eigenen $aufe.
Vielmehr gab eS, auch natybem bie (Stabt Äiel eigene ®e*
ricfjtSbarfeit erlangt fmtte, $u alten $eiten zahlreiche ®runb*
ftüde unb Sßerfonen, welche bon biefer ®ericht£barfeit er/
imirt toaren. SBietoett im %af)te 1242 innerhalb be3 ^ier
fraglichen ©ebieteö bie $ur SBurg gehörigen ©runbftücfe fid)
nac^ ber <Stabt $u erftredten, barüber fehlen fixere *ftaa>
richten.
©3 genügt, f)iet feftauftetfen, bafj bie oben bejeicfjnete
$albinfel im allgemeinen Vieler <&tabtQehkt mar unb ftetä
geblieben tft. 'Sie fpäter angelegten ©tabtmauern liefen um
bie «Jpalbinfef herum, unb ba£ ©chlofj ober bie SBurg bilbete
einen Seil ber ©tabtbefeftigung.
II. $)ie ©renken beä Vieler 9ßetcr)bilbeö pnben ficf) nur
in ber Urfunbe bon 1242, unb groar toie folgt angegeben:
Denominamus vero in praesenti scripto terminos
civitatis Holsatorum, qui dicuntur VVicbeled: Totum
stagnum Kyl usquo Boz et ab eodem usque Uppandel-
bech, et ab eodem usque in Neverseh, usque ad pontem
Bolbruch, et ita usque in Kyl, sicut rivus descendit.
3)iefe ©renjbefrimmung mag im <$af)it 1242 fjwläng*
lid) flar getoefen fein, unb ber SBerfaffer ber Urfunbe mochte
\vo$l berechtigt fein, ju glauben, bnxd) obige Sßorte feinen
Sweet „ne suboriri in posterum possit dubietas" erreicht
311 haben, dennoch finb bie SSorte ftreitig unb bunfel.
toirb mohl faum jemals gelingen, bie ®renälinie be3 SSeich*
bilbe£ genau $u beftimmen. Äug, SKabit, SBurdjarbi unb
^anfen, bie eä bisher berf udjt hoben, gelangen $u berfrfjie*
benen ©rgebniffen. 2 ) @S tft übrigen^ faum noch ein praf*
tifdje£ SBebürfnte bafür borhanben, bie genauen ©renken
be£ 3ßeitf;bUbeS feftgufteöcn. 9hir einige fünfte mögen
herborgehoben merben.
*) ftnß in ftaltfä 9i. (StaatSbürfl. ättaga^in »b. 0 6. 680 ff., 33b. 8
®. 1«>8 ff. SKauit a. a. C. $urd)arbi n. <t. C. 3<mfen 0. a. O. 3. 15—39.
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©3 tft Ijeute unbeftritten, bafi ber in ber Urhinbc ge*
nannte Ujujanbelbecf) ibentifrf) tft mit bem faäteren 6pelunfen*
graben, roeldjer, jefct übermauert, bei ber Söergftrafie in ben
kleinen Äiel fließt unb in feinem unteren Sauf toon Alters
f)er baä Vieler t>on bem SBrunsroiefer ©ebiet fd)ieb.
gerner gehörte ber kleine Äiel narf) ber Urfunbe t>on
1242 meber ^ur civitas nod) aum 9Beirf)bilbe; berfelbe märe
fonft fict)crlicr) befonberst ermähnt roorben. * tt > 'Stafj biefeä
©eroäffer aber ate fluvius Kyl foUte begeicfjnet morben fein,
f)alte \d) für auägefdjloffen.
©nMirf) ift es unzweifelhaft unb attfeitig auerfannt,.
bafj ber ganje Vieler $afen biä *8otf)fanb ($80$), felbftöer=
ftänblid) nur foroeit er gur ©raffrfjaft ^olftein gehörte unb
fomit ber $i££ofition beä trafen ^ofjann unterftanb (alfo
auöfc^Itegücr) be* ftf)lesmigftf)en Anteile*), «eftanbteil bes
Vieler SBeicfjbilbeö mar. ©ine anberc Deutung laffen bie Söorte
Totum stagnum Kyl usque Boz frf)Ierf)terbtng$ nirfjt gu. s )
8 ») $ic in ttnm. 2 ettierten £d)riftftefler fiitb ber Meinung, bafe
ber kleine .ttiel innerhalb beä 3Bcirf)btIbe4 gelegen l)obe. ftebt aber
feft, ba& berfelbe erft im 3af>re 1055 on bie Stabt Äiel gelangt tft. %l.
unten «nm. 17.
*) $er Umftanb, bafe am Sdjlufc ber Urfunbe Don 1242 ben ^Bürgern
ber ©tobt tfiel bie ftifctyerei befouberä üerlietjeu tuirb, fteljt bem uic^t
entgegen. $gl. barüber ^urdjarbi a. a. C. S. .'J20 «um. 1, ber bie* p
treffenb au* ber Damals berrfetjenben Megalitätäü)eorie erflart s >lud)
mar eä burd)au$ nidjtä Ungemöfmlid)eö, ©tobten Meente an Tvlüffcn, Seceu,
2Keere$teilen p oerleifjeu unb biefelbeu gerabeau al* Seile be* ^Beirf»
bilbeS p be*eid)nen. «gl. 3Raurer a. a. C. 93b. II ^r. 175 u. 3. IM ff.
S$gl. feruer Arnoldus Lubecensis I,iber II Cap. 21; ftalcf a. a. C. s #b. 11
S. 49. (Sio^orn, $eutfd)e fflea}t$gefcf)id>te $b. II 6. 21H. Stobbe a. a. C.
3. 5CK). 5ögl. meiter ben Freibrief be$ ÄaiferS ftriebrief) ©arbaroffa für
«übeef bom $af)re 1188 (.»paffe a. a. €. üBb. I Wr. 15«) unb foboim bie
bei $affe a. a. C. !8b. I Wr. 1«2 abgebruefte Urfunbe uon 1189, worin
©raf Slbolf bem 5Birab Don ©oi^enburg eine föeilje uon ©erectjtfamen
$ur löcfiebelung bon Hamburg berleil)t: Wiradum de Boyceneburg urbem
Hamburg iuxta Alstriam sitam et terram proximam urbi libere in-
colendam sub iure fori usque ad medium rivi Alstriae. 3$fll.
feruer bie ©eftätiguug ber ^rioilegien uon s Jicucn (Irempe (DJeuftabt i.
Jpaffe a. a. 0. ©b. II $h. 826), morin e^ Reifet: Annuimus etiam, ut
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3) 0* Vieler Sßeichbilb war alfo, foroeit e* au£ Sanb
beftanb, bom ©^elunfengraben, bcm Meinen Äiel nnb bem
Vieler £afen begrenzt. %m übrigen ftiefe e£ an bie fyäter
$u erroähnenbcn pascua; einer geftftetfung ber 2Beicf>bilb*
grenzen nach biefer Dichtung Bebarf es nicht, ©obiel fann
jebenfatte al£ feftftefjenb gelten, bafc ba3 2öeid)6ilb bon 1242
erheblich fleiner mar, aB ba£ jetzige Vieler ©tabtfelb (fetbft=
bcrftänblicf) btefeä lo£getöft bon ben ehemaligen 93runstoiefer
nnb SBtefer Sänbereien gebaut).
$n welcher Sßeife bie Sänbereien be£ 2Seichbilbc3 bon
ben Vieler bürgern ber älteften $eit benufyt mürben, ob
ftc aufgeteilt ober (Gemeingut waren, barüber fehlen fidlere
Nachrichten. (Sä wirb ntrfjt anberä al£ in anberen ©täbten
gewefen fein, wo ein Seil aufgeteilt, 4 ) baä Übrige in un*
geteilter ©emeinfehaft berbtieben War. 3)af} etwa bie ©tabt
Mel alsi folcfje Eigentümerin ber ^um SBeidjbitbe gehörigen
Sänbereien geh)efen fei, ift nicht anzunehmen, ba bem älteren
beutfdjen Oiedjte eine bon ber Gtefamtheit ber ^Bürger ber«
frfjiebene juriftifche Sßerfönlichfeit ber ©tabtgemeinben un*
befannt mar. 3)a3 jefcige Eigentum ber ©tabt ®iel an ben
©tabtlänbereien §at ftch bielmehr erft altmählich au£ bem
®efamteigentum ber ftäbtifchen Bürger entwicfelt.
SBie bem auch f e ™ möge, fobiet fteht {ebenfalls feft,
ba(3 ba3 2Seichbilb allezeit unter ber ©eridjtäbarfeit ber
<&tabt .tiet geftanben h a */ uachbem biefe einmal eigene
£$uri£biftion erlangt hotte. 3)ie3 gilt inäbefonbere auch bon
bem Vieler £>afen, ber bon ber ©tabt $iel bi& in bie 3ttitte
biefeS ^ahrhunbertä ftetS aU fttftanbteil be£ Vieler StabU
aqua Maris sit etiam libera inter villam Rockentin et Hollm et
nihilominus aqua inter distinetiones supernas nominatas sit eisdem
appropriata.
4 ) $>aft im 14. ^atyrlnrnbert ein großer Xeil bes 3Betd)bilbc3 auf=
geteilt war, ergiebt fid) aus äafjlreirfjen, bnrtf) ba$ ältefte itieler SRentebnrf)
nacfygcroiefenen «eräitfjernngen bon im Söcicfybilbe gelegenen ftopfenpfen.
«gl. Acuter im 9. £eft ber Witt b. $cf. f. tiefer ©tabtgefd). Map. IV.
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7
gebiete* betrachtet hmrbe. ') <8o mar auch in bem Don ber
(Schleimig *#olfteinifchen Otegierung auf ©runb ber Allge-
meinen ©täbteorbnung für Schleimig *#olftein bom 18. Of $
tober 1848 erlaffenen Sofalftatut für bie 6tabt fttel Dom
lt>. gebrnar 1850 im § 2 unter 9cr. 7 ate Beftanbteil ber
&tabt Äiel aufgeführt: „Qct Metex .ftafen in bem Umfange
unb mit ben ^Rechten, momit f elbiger ber 2>tabt burch bie
lanbe*herrlichen Sßribilegien oerliehen morben."
3)af$ ber Meier £>afen im Eigentum ber Btabt Miel
ftehe, wie biefe bon jer)er prätenbirte, *') mar bamit aller*
bingS nic^t bireft ausgebrochen, allein bie probiforifche
Regierung fcheint bodj geneigt getoefen ju fein, bie£ an*
^uerfennen. $)ie roieberhergeftellte Regierung be£ ^er^og*
tumS £olftein frfu'en bagegen bon fo roeitgehenben 2lnfprüchen
ber (Btabt Met auf ben Vieler £afen nichts roiffen $u motten;
fie fyat bie öorerroä'hnten, bon ber probiforifchen Regierung
erlaffenen ©efefce nicht anerfannt, bielmehr unter bem b*. Wax^
1854 ihrerfeits eine Sittgemeine (Stäbteorbnung für bas
.&crgo0tum $olftein erlaffen, in beren § 2 bie Bezeichnung
ber örtlichen Begrenzung ber (Btabt mit ben etmanigen Bor*
ftäbten unb ber ftäbtifchen ftelbmarf ben £ofalftaruten bor*
behalten blieb. 3" &em barauf ergangenen Sofalftatut für
6 ) »gl. bic m. (S. in biefer S -Be$iet»mß burdpauä ^utreffenben 9lit$
fü^ruitflen ^urcfyarbi's o. o. C. unb 3 an fc n '* °- O- ©• 21 ff. $afj
inäbefonberc Äönig ßfyrifrtan I. ben Mieter $afen <*lä flfcrtinena oon Miel
angefeljcn Ijat, ergiebt fid), abgefeljen Don ber Urfunbe cut$ bem 3atyre
1461, auri) aus ber oon il)m über bie »erpfänbnng Miels nebft ^er-
rinenjen an l'überf a ungeteilten $fanböerfd)reibung oom 8. Cftober 146H
(Urfunbenf. IV 8. 162): unse stad unde slot tom Kiile myt den dorperen
unde moelen dartobeliorende unde allen anderen tobehoringen . . . .
myt allen wateren diiken unde seen myt allen tovloten unde affvloten
myt de vischerye, mit der havene der Kylre vorde genomet,
myt deme strande etc. . . . »gl. ferner 8d)iff, »erfud) eines? »er^eiaV
ntffeS ber oerfdjiebenen ©eriditfiibarfeitcn be$ ^craogtuinö £>olftein, Miel
1831, @. 26 Wr. 72. »olbeljr in ^>eft 3 u. 4 b. 2Kitt. b. (Mcf. f. Mieter
©tabtgefd}. ©. 50 ff.
") »fll. »urdjarbi a. a. 0. @. 326.
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s
bie <Btabt Mel toom U>. 3uni 1 856 § 2 blieb jebocf) bie
5öe$cicf)nung ber örtlichen Söegren^ung bcr <5tabt felbft unb
ifjreä 2Beicf)bUbe6 nrieberum bor behalten. ß& fyatte offenbar
bie ^Regierung bie (Sigentumäanfprücfje ber ©tabt .^iel
auf ben Vieler £afen nirf)t anerfennen, unb bie (Stabt ®iel
biefe 9Xni>rücf)e nirfjt aufgeben motten. $)ie uorbefjaltene
SBejeicfjnung ber örtlichen s 43egren^ung ift fyäter nicfyt erfolgt,
bie 3rrage, ob ber Meier £afen ber &tabt $iel eigen*
t umlief) gehöre, bafjer bi£ fjeute ntctjt autf)entifd) entfrfn'eben. 7 )
3)ie beiben citirten ©täbteorbnungen Ratten übrigen«
ber (Stabt ®iel bie bon it)r nadj Obigem über ben Vieler
£afen ausgeübte ©eridjtäbarfeit belaffen. 8 )
III. 2Sa£ enblidj bie pascua, an benen, mie bemerft,
ber ^Btabt Met nur SftufcungSrecfjte pftanben, anlangt, fo
finb biefelben in ber Urfunbe bon 1242 mie folgt befcf)rieben :
7 ) $ie ftrage bürfte 311 oerneinen fei«. SJfll. be^üglid) bei' für bie
oorliegenbe ftragc in $etrad)t fommeuben Privilegien öon 1334, 1390
nnb lG<il Üöurdjarbi 0. a. £>. 3« ber Urfitnbe Don 14(>1 beftimmt
Eljriftian I.: „vortmer gevc wii cn undc eren nakomelingen de Kiiler
vorde vrii to ewigen tiiden mid allcme genete wente in de apembaren
zee beide siiden mit deme vorstrande alse sc de van oldinges in be-
sittinge unde brukinge gehad unde beseten hebben, doch so verne
dat id uns unsen erven unde landen nicht to vorfange sii." $>afi ba
mit bcr Stabt .Stiel ba* Eigentum am ganzen Mieter £>afen follte Oer
lieljeu werben, erfdjeint fmim glaublich,; geve vrii fnnn tuobj faitm
meljr Ijeiften al* freigeben, überfaffen pr freien ^enufcuug, mit alten Er-
trägen (genete offenbar = geneste = ©eniefj, ÜWufcung, Ertrag), Sind)
tuoüte ftönig Efjriftian mit jenen äBorten offenbar ber Stabt ftiel nid)t
mein* SRedjtc beriefen, al* fic bereit* befafj, mtb ob fie Eigentümerin
be* ganzen Stieler .$afeu* Damals* getoefen, ift, mie mit 93urdmrbi an-
Annehmen ift, redjt jmeifelljait. Sollte aber and) ber (Stabt Miel ba*
Eigentum jugeftanben Ijabeu, fo loürbeu firf) bod) au* bem oon ttöuig
El)riftiau beigefügten ^orbeljalt fotoic an* $lrt. 53 b. !Keid)*ucrf. b.
U». Wpril 1871, b. 9t. betr. bie )HVicf)*frieg*f)äfen 0. 19. $uui 1883
,9t.. W.. 581. 3. 105) u. b. 9ieid)*rationgef. 0. 21. £e,v 1871 bebeutenbe
^cfdjränfungeu biefe* Eigentum* ergeben.
*) $ie Stäbteorbnung 00m 18. Oftober 1818 fdjrieb im $ 105, bie
Dom <>. s JDtärj 1854 im S 109 oor, baß e* bei ben in Wufefyuug ber
3nfti^ in jeber 3tabt befteljenbeu Einrichtungen fein 23emeubeu baben folle.
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Paseua civitatis Holsutorum similiter Scripte» praesente de-
signantur: a bocse usque ad Marekoccoze, ad primum
terminum, qui pertin^it ad civitatem , et deinde usque in
Wolqnensehe, deinde in Munhagene.
Qkvnad) bie C^renaen ber paseua beftimmen, ift
unmöglich 9Ille bisherigen $erfu<f)e mißlangen, toeil bie
angegebenen Ortöbe^etrfjnnngen sunt großen Seile fd)on frül)
gänjlitf) berftf)lt>unben nnb bie ©renken aud) nnr in ganj
allgemeinen Ilmriffen angegeben finb.
2)urd) lanbe*fürftlitf)e (Bedeutungen auö ben 3faf) ren
1259 ,J ) unb 128<> 10 ) hntrben große Seile ber paseua ber
<Btabt $iel bejto. beren bürgern übereignet. u ) $)urdj biefe
ber Stabt gefrfjenften Sänbereien, meiere außerhalb beä
sub II ermähnten 2Seict)biIbeö lagen, aber motjl in gleicher
Kultur toie biefe geftanben fjaben, rtmrbe bas SBeidjbilb felbft
erweitert, ofyne baß fie inbe£ felbft al£ 2Seicf)bilb be^eidmet
tourben; fie unterlagen ber $i£pofition ber (Stabt be^ro.
iljrer Bürger ebenfo hne ba£ SBeirfjbilb felbft. Unb ate bie
Stabt Äiel im Safere 1318 bie ^urisbiftion erlangte, er*
ftrerfte biefe auf ba£ 28eirf)btlb felbft unb auf außerhalb
beäfelben liegenbe ©ebiete, felbftberftänblicf) aber nur fotoeit
biefe ber Stabt ÄHel be^o. ifjren bürgern gehörten (iuris-
dictionem infra et extra terminos civitatis , qui wikbild
dicuntur). ^)aß bie ^urisbiftion fidj aud) auf Denjenigen
(in ben Sauren 1259 unb 128U nidjt gef teuften) Seil ber
paseua, an melden bie (Btabt naef) roie oor lebiglid)
,J ) ftaffe a. a. 0. v £b. II Wr. I7(». Urfunbenf. I S. «0. 33urrf)arbi
o. a. 0. S. 823.
10 ) .^afK a. a. C. »b. II Nr. M5. Urfunbeui. $b. I Waditr. 6. 17!».
5öurd)arbi o. a. C
u ) So finb \vo\)l bic Starte inier paseua $u uerfteljcn. l£s< wirb ber
Stabt Stiel alles £aub innerhalb be$ s 2Beibea.ebiet$ etfleutümlidi
übertragen, nnb ba^u geljören in erfter ütnie natürlid) bie paseua felbft,
ba, lote bemerft, an biefen ber Stabt nnr 9hiftuna, Kredite bi* bafyiu
iHugeftanbcn Ijaben. ftrciltri) finb moI)l aud) anbere ©runbftütfe, an meldjeu
bie Stabt Miel bis« bal)in feine ttted)te hatte, burd) jene Scnenfunncn ber
Stabt kiel übertragen luorben.
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10
SKujjungörecfjte fjatte, erftredt E)abe, fcmn nicfyt angenommen
werben. 12 )
©inen $iemlid) genauen Überblid über bie bamaltgen
©renken beä Bieter (StabtgebieteS (b. f). alfo beä urfprüng*
Itd)en 2ßeid)bilbe<3 unb be3 ber <&tabt Äiel überlaffenen
Seilet ber pascua Rammen) gemährt bie, fefjr ausführliche
©rengbefttmmungen entfjaltenbe, Urfunbe toon 1271, toorin
bte ©renken 5hrifd>en ben Gebieten bon Äiel einerfeite unb
ftoppttpatyl, ©ron^^agen, ^affelbief^bamm u. f. ro. anberer*
feite betrieben toerben. 13 ) 3)a jebod) totele ber in biefer
Urfunbe bezeichneten ^ren^marfen toom ©rbboben böllig
berfd)rounben finb unb ifjrcr &age nad) nicr)t me^r genau
beftimmt werben fönnen, ba ferner fdjon roenige Safjre
ftmter bie ®rengen öurd) ben ©rroerb bes $)orfe$ ^o^er*
pafyl fettend be£ Vieler £ftate£ eine abermalige SBerfdjiebung
erfuhren, li ) fo ift aud) f)iexnaä) eine feft äufammenfjängenbe
n ) Sic s Uleinmtg ^onfen'ö o. a. £>. ©. 34, ba& int 3a^e 1461 ber
OJeftungöbcreid} bc3 fiübfdjcn Stabtrerf)te3 big an bie lantwere, b. f). biö
an bie üebenäau au$gebefmt morbeu fei, beruht auf einem SßiBberftänbnte ;
unter lantwere ift nid)t etwa eine «efeftigung JpoffteiuS gegenüber %üt-
lanb, bie bamaB feinen $roed mel)r tyatte, fonbern bie Segeidmung ber
©renjen be$ 3Seirf)bÜbe3 ju bcrftefjen. «gl. SKaurer a. a. O. 58b. II
©. 168—170.
13 ) «a,l. $affe a. a. £. 58b. II Wr. 418. Sie in «etrad)t fommenben
Sorte lauten: de copelpare vi us((ue ad rivum qui est inter .Tohannem
de Brema et Marquard Heleu et lunc snut rivus qui ascendit usque
ad tres montes lapidum in wetherberg. de wetherberg per paludem
qui dirigitur in viam croneshagen ubi monticulus lapidum positus est
in distinetionem. ab illo loco per paludem usque in fossatum. de
fossatu usque in antiquam viam croneshagen ubi duo monticuli
lapidum positi sunt, ab ülo usque ad piscinam Hassendorpe. A pis-
cina usque ad fossatum. de fossato sicut palus transit usque Bol-
brucke. de Bo) brücken rivulum sursum usque vi quod est inter Hertse
et Hassendorpe. «gl. bievju bie fel)r grüitblid)e Interpretation 3<mfen'ä
a. a. D. 3. 19 unb 25 ff.
14 ) «gl. ."paffe a. a. 0. Wr. 901, Urfunbe uom 1. September 1297:
. . . . lilii Domini Johannis de Bremen militis, villam Kopelpare,
quam a nobis iure feodali habuerunt cum omni iure et attinentiis
eiusdem villae libere resignarunt. Eandcm vero villam Kopelpare
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II
genaue (^rengbeftimmung ber Sage ber pascua nidjjt &u
erreichen.
©3 wirb ben nunmehr burrf) bic ©efellfdjaft für Bieter
(Stabtgefct)icr)te ftjftemarifcf) betriebenen $Bemüf)ungen um ©r*
forfd)ung ber Vieler Stabtgefd)trf)te öorausfidjtlicf) in nicfjt
allgu femer $eit gelingen, eine genaue Xopograjjfue ber
Vieler Stabtlftnbereien auf gefdncf)tlid)er ©runblage gu be*
fdjaffen. ®egenroärtig mufc man fid) bamit begnügen, ala
baS burd) bie teilroeife Überlaffung ber pascua an bie
©tabt Äiel fcergrö&erte 28eid)bilb Dasjenige (Gebiet angufef)en,
toeld)es burd) ben Sauf ber ^afjrlmnbertc f)inburd) uurjer*
änbert gu $iel gehört fjat unb als Stabtfelb begeidjnct
hrirb. SBäfjrenb nämlid) eine gange ülcirje öon Sänbereien,
Gütern unb Dörfern, meiere früher ber 2>tabt .fttel unb
einzelnen in ftiel bomicilirten geiftlirfjen Stiftern unb milben
(Stiftungen teil* al* £ef)cn, teils eigentümlict) gehört unb
nod) im fedjsgefjnten Sa^r^unbert ber Verwaltung unb
^urisbiftion bes Vieler üWagiftratö unterftanben fjaben,
toon ber <5tabt Mel mit Slusnabme beä .fcofeö Jammer an
bie Sanbesfürften abgetreten roerben mußten, lf> ) ift bas
Vieler Stabtfelb immer bei .ftiel verblieben. 3We jene
tyäter tum ber Stabt $iel roieber abgetretenen Gebiete unb
ber £of Jammer waren burd) mit Privatleuten abgcfdjloffene
SRccr)tögefcr)äftc ober burd) private Sdjenfungen in ben s 43eft(s
ber Stabt Äiel gelangt, ^aö SSeidjbilb unb bie mefjr*
ermähnten, ber <Btabt $iel eigentümlid) übertragenen Seile
ber pascua bagegen finb burd) lanbesfjerrlidje Sdjenfungen
betft). Slbtretungen an bie Stabt Stiel gekommen. 3t)re SBe*
ftimmung mar es, gum 2Bof)le ber Stabtgemeinbe unb ifjrer
^Bürger gu bienen, roäfjrenb bie (Erträge jener vom 3Wagiftrat
nertoalteten ®üter gu gang beftimmten ©ingelgroeden toer=
Consules civitatis Kilenses ad utilitatem et usum domus saneti Spi-
ritus in eodem Kiel emerunt.
I6 ) Söflt. betö 9?äf>ere bei JCoIbe^r in ben 3af)rbüd)ern ber üanbe^
hmbe 93b. XIV @. 315 ff-, fotuic „3Me Bieter Stabtbörfer" in ben SHirt.
bcr ®ef. f. Vieler ©tabtflefer). $b. II.
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12
toanbt toerben mußten. 9Ü£ nun bem Vieler 2Jiagiftrat mit
Otücfftcfjt auf beffcn tabelnätoerte unb etgennüfcig unrebliche
SBertoaltung jene (Gebiete entzogen tourben, fonnten ihm
natürlich Diejenigen Sänbereien, an benen er nicht lebiglich
SBertoaltungäbefugniffe ^atte, bie bielmehr burcf) Ianbe&
herrliche Serfügungen ber <5tabt Mel felbft unb ihren
" bürgern zugetoicfen toorben toaren, nicht gleichfalls ab*
genommen toerben. Unb fo fann man toohl mit ziemlicher
(Sicherheit in ben nach jener großen ©ebietöabtretung ber
Stabt ®iel berbltebenen Sänbereien (mit SluSnafjme be£
$ofeS Jammer) ba£ 3Beicf)bilb unb ben burd) foätere
©a^enfungen in baä (Eigentum ber (Stabt 5tiel bejto. ihrer
^Bürger gelangten Xeil ber paseua ber Urfunbe bon 1242
toiebererfennen. lß )
3)ie ältefte genaue £unbe ber Vieler (Stabtlänbereien
getoähren, fotoeit befannt, bie harten %t)k*fcn% toelcher
im Auftrage ber ©tabt ®iel gelegentlich ber in ben fieberiger
Sahren be£ achtzehnten ^ahrhunberts borgenommenen ©in*
fojtyelung bie Vieler <5tabtlänbereien bermeffen unb auf*
gezeichnet §at. 1<5 ) £>iefe eingaben, toelrfje btcltetcf)t burch bie
Zukünftige gorfchung in mancherlei £inficf)t SÜcobiftfationen
erleiben toerben, finb baher einfttoeilen bei fteftftellung ber
(Frenzen be£ (StabtfelbeS ^u ®runbe zu legen.
IV. ^ie im SBorftehenben sab I— III aufgeführten
Räubereien finb allezeit SBeftanbteile beä Vieler Stabtgebiete«
getoefen. 3)a6felbe fyat jebotf) im Raufe ber Seit mancherlei
©rtoeiterungen erfahren.
1 . 9?ad) öer hier betretenen Slnficht ift ber Meine Mel
nicht Söeftanbteil beö Vieler 9ßetct)bilbeö getoefen. $amit
ftimmt überein, bafj berfelbe zuberläffigen Nachrichten zufolge
erft in ber 2ftitte be£ 17. 3 a h r h unoer ^ oer ©tabt Mel
abgetreten toorben ift. (£a6perfcn n ) berichtet, bafj ber Meine
,0 ) aud) Vitien ä- 0.
17 } „Skrfud) einer iöefdjreibnna, be£ Gimtes toter in ben Sdjleäiu.«
•S^olft. s $roöntflialbcr. uon 1798 S. 18. SBgl. and) Sdiröber'S £ovoa,rapf)ie
itiel). 3<mfcn ö- o- 3. 33. Bibeln* a. a. 0. ©. 55 ff.
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18
$iel in ben $af)ren 1654 unb 1655 bon bem kirnte fäicl
ber ©tabt $tel fduflic^ überlaffen roorben fei. $)erfelbe tft
baburef) in baä ©igentum ber (Stobt $iel gefommen unb
barin bte je&t berbiieben; er rourbe Seftanbteil beä Vieler
2Beirf)bilbe* unb ber ftäbrtfcfjen ®erid)tsbarfeit unterworfen. IK )
3n bem Sofalftatut für bie ©tobt ftlel bom 16. frebruor
1850 ift ber kleine Äiel aU S3eftonbteiI ber gelbmarf auf*
gefüfjrt, unb in bem 3 nüen * ar > wela^eö bem Sofalftatut für
bie ©tabt ®iel bom 16. $uni 1856 angehängt ift, ift er
als ein im Eigentum ber ©tabt Stiel befinblirfje* ©runbftürf
ber$eid)net. ls *)
2. 3 m 3ö^re 1444 fcfjenfte Otto $ogroifri) ein in ber
93run3toief belegenem ©tücf Sanb ber ©tobt $icl, roeldje
beffen (Srträge heften ber Sinnen ^u berroenben ber*
tyraef). 20 ) 3)ie übertoiegenbe Meinung nimmt an, bafj biefes
©türf Sanb ber fogen. Sange ©egen ober 28ila?ensf)of fei,
unb, toie mir frfjeint, mit 9ted)t; bie gegenteilige 2lnfid)t
SReuter'3, baß ber Sange ©egen ber bon ber ©tobt $ie(
im %af)ie 1350 jur ®rünbung ber ©ertrubenf apeüe an»
getaufte $lafc fei, 21 ) ift toenigftenS nad) bem bisher bafür
^Beigebrachten unhaltbar. $)ie 5 ra Ö c tonn f)ier unentfdjieben
bleiben, ©obiel ftefyt {ebenfalls feft, ba§ ber Sange ©egen
bis; ^ur Bereinigung ber SBrunsroief mit ber ©tabt Äiel
18 ) (£3 folgt bieä m. @. mit ©id)erf)eit barauä, ba& in ber Mou=
firmation oon 1H61 ber ft leine Miel nidjt befonberä erwähnt wirb; barau$
ift frfjliefjen, bafj fomoljl ber Üanbe3f)crr, ber ja <> 3al)re borljer beu
Alleinelt Miel erft an bie Stabt Miel abgetreten tyatte, als and) ber Mieler
Wagtftrat felbft ber 3lnfid)t tvareu, bau bem Aleinen Miel bie gleiche
Stellung pfomme, roic ben übrigen teilen be£ $£eidibilDeä.
19 ) W\ä SBeftanbteil be$ ftäbtifdjen ©ebieteet tonnte er in biefent
Sofalftatut ttient be$eid)net roerben, weil ja, mic bemerft, bie fteftfetumg
beä Stabtgebietefit oorbeljalten toorben mar.
™) Westphalen, Monum. ined. pag. 3:U)7, &i<>8.
Sl ) Deuter a. a. C <5. 76. $gl. Srfiröber'fii Topographie, ^olbeln*,
Beiträge gur Topographie ber Stabt Miel im *{. unb 4. fteft ber Witt,
ber ©ef. f. Mieler Stabtgefdj. £. 79.
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14
Söeftanbteil beä Vieler (Stabtgebietä **) unb unter ber $uri£*
biftion ber ©tabt $iel geroefen ift. - ;t )
3. 3)er #of Jammer ift, toie bereits Ijerborgefjoben,
burd^ ein £ribate£ 9tedt)t3gefcf)äft in ben SBefifc ber 6tabt
$iel gelangt unb jaf)rfjunberrelang ber Surtebiftion be£
Vieler SCRagtftratö unterworfen geroefen. al )
4. ©in j$toifcr)en £oren|3enbamm, Söergftra&e unb $ßf)ilo=
fo^fjenroeg eingefcfjloffener Sanbftreifen, im roefentlicfjen bie
®tunbftü<fe Sorenfcenbamm %h. 16—26, roelcrjer außerhalb
beS SBeicpilbeS bon 1242 liegt, fct)etnt im borigen %af)t*
ljunbert bem Gebiete ber Stabt ®tel einberleibt roorben $u
fein. 3« oem ©rbbud)e $ur Äarte be£ 3)orfe£ 93run3toief
bon 1769 ift biefer Scmbftreifen atö jur 23run£ftnefer fjclb*
marf geprig bezeichnet, ^n bem „Sßrotofollum bon ber
£anb Slttaafce be£ im Slmte ®iel belegenen glecfen SBraun*
fdfjroeig" au3 ber gleiten Seit finbet fid) unter bem Sitel
„^aftoratlänbereien" unter pag. 11 *Hr. 131 bie 9cotiä, bafe
ber fragliche Sanbftreifen an ben ^ßicefan^ler 9ttufjliuS ber*
fauft roorben fei. tiefer, melier bamals 93efifcer ber be*
nactjbarten $am£erf)of<Slänbereien mar, fdjeint ifjn mit biefen
tyäter in ben Söeftfc ber ©tobt ®iel gelangten £änbereien
bereinigt ju haben, igebenfatte fyat biefer Äanbftreifen in
biefem igaljrhunbert ^um Vieler (BtabtQehiet geprt. @r ift
in ben Slbregbütfjern bon 1865, 1867, 1869 ate jur ©tobt
®iel gehörig bezeichnet, gleict)rote er aud) in bem ©tabt
Vieler ©djulb* unb $fanb£rotofoll aufgeführt ift. 3Me an
biefen Sanbftreifen im Horben gren^enbe fogen. Kirchen*
toppel (etroa bie ©ruubftücfe £oren£enbamm 9ir. 15—14)
unb ba£ 2trdf)ibiafonat (&orenfcenbamm 9?r. 12) f feinen feit
**) TO foldjer ift er aud) im Sofalftatut toom 1(5. Februar 1850
aufgeführt, gleidjnue iu beu ftbreubudjern ber 6tabt ftiel aud ber 3^it
toor 1869, bie idj einfefjeu fonnte.
23 ) %1. Sd)tff a. a. 0. 8. 26 (Wr. 72); Dörfer, lopogra^ic M
$er£OQtfjum£ £olfteiu 4. 9tufl. 3d)le*nng 1824, 3. 71;SReutcr a. a. 0.
24 ) (£r ift aud) im Üofalftatut öom 16. Jebruar 1850 als Söeftanb«
teil bcü fttelcr Stabtgebietes* aufgeführt.
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• ii ■ ■
15
längerer Seit $u Äiel gehört $u f)aben. ©s ift jebodj nicfjt
befannt, mann biefe beiben i*anbftürfe S -Beftanbteile bcs
Vieler ©tabtgebietes geworben ftnb.
©£ ift im Sorftefjenben berfud)t korben, auf f)iftorifcf)em
SSege bie «eftanbteile bes .tieler etabtaebtetes feft^ufteUen.
£)ie gefunbenen ©rgebniffe tonnen naturgemäß namentlich
bezüglich beä SBeicfjbilbeö unb ber pasnm nur ungenau unb
unboffftänbig fein. ÜJlan tvixb fid) im allgemeinen bamit
begnügen müffen, feftpfteltcn, roaö in biefem 3öt)r^unbert
Vieler ©tabtgebtet gemefen ift. hierüber gemährt eine flare
Überfielt ba$ me^rermä^nte *Sofalftatut für bie <Btabt Ätel
Dom 16. JJebruar 1*50, beffen § 2 folgenbermaßen lautet:
„%\e ©tabt Äiel fyat folgenbe 93eftanbteile:
1. bie <Stabr.
2. bie $orftabt, meiere außer ber SBorftabtftraße ben
gleetfjörn, großen unb fleinen ftufjberg, £angereif)e,
SBalferbamm, Sßrüljne, Stteueftraße, töiinfe unb (Sofien*
blatt begreift.
3. bie ftäbtifcfje gfelbmarf mit einem ®efamtareal bon
1559 Xonnen, 1 (Steffel 44 □ Stuten 1 D Suß, $u
240 DOhiten, roobon 1074 Sonnen 1 Steffel 53 Hauten
im (Eigentum ber <5tabt, 342 Sonnen 2 Steffel
29 □ Ohiten ba$ ©igentum ber beiben Äirdjen, bon
öffentlichen (Stiftungen unb Slnftalten unb bon $ri*
baten finb. — ©inen Seil ber ftelbmarf bilbet ber
fogen. kleine Ätel.
(Stabt, ißorftabt unb JJelbmarf werben begrenzt
im Often bom Vieler £afen, im Horben bon bem
(Scf)loßgrunbe unb bem jum 5lmte Stiel gef)örenben
Rieden S3run£toi)f, im SBeften unb ©üben bon ben
Ämtern ©ron^^agen unb $tel, foroie bom Vieler £afen.
dlod) gehören $u Ätel:
4. ber ©rbpacfjtsljof Jammer, groß^321 Sonnen 1 (Steffel
(>2 n ^uten 5 □ guß, füblirfj bon $iel an ber ©iber,
5toifcf)en biefer unb ben Slmtern ©ronöljagen unb Ätel
belegen.
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5. bte ©rfymcrjtsftelle ©reberfathe, jefct Bieter £of ge*
nannt, groß 122 Xonnen 37 □ Stuten 7 nSruß, nörb-
licr) bor ber ©tabt an bcr ftäbtifchen gelbmarf befinblitf).
6. Sttuf bem 23runsrot|fer gelbe: ber £ange ©eegen, ber
^rdhibietfonatsgarten unb ein ber ©t. 9itfolaiftr<f)e
gehörige« Sanbftürf am kleinen Äiel.
7. 3)er Vieler £afen, in bem Umfange unb mit ben
Stedten, roomit fclbiger ber ©tabt burdj bie lanbe&
herrlichen Sßribilegien berlieljen toorben.
$)ie ©tabt ift in 4 Quartiere geteilt, bon melden
bie «orftabt mit ben auf ber ftäbtiföen gelbmarf
befinblict)en Käufern unb bem #ofe Jammer ba* erfte,
bie ©tabt mit ben übrigen ^ertinen^en bas zweite,
britte unb bierte bilbet.
3)ie S3efifcer ber ©rbpadjtäftellen Jammer unb
Meier ^of gahlen an bie ©tabt einen Äanon nad)
Xonnensafjl. 5lucf) fte^t biefer bei bereu Veräußerung
bas Vorfaufarecht an benfelben ^u."
$n bem Sofalftatut bom lti. Z$uni 185G mar, roie
bereite mehrfach Ijerborge^oben, bie Bezeichnung ber ort*
liefen 5öegren5ung be* ©tabtgebtete* Vorbehalten. £$ n &em
biefem ©tatut beigefügten ^nbentarium finb nur bie ber
©tabt Stiel eigentümlich gehörigen Sänbereien aufgeführt.
§ 3.
fragt fich nun, ob in ben im § 2 als «eftanbteile
ber ©tabt Äiel aufgeführten Gebieten noch heute Sübfcfjes
JRecrjt gilt. 3)te3 ift m. ©. nicht zweifelhaft.
'Sie <Btabt $iel f)at bis ^um 1. September isr»7 eigene
®ericr)t£barfeit gehabt unb biefe buref) ben 9ftagiftrat aus*
geübt. 2>er SKogiftrat mar bas Bericht erfter Snftanj. Von
ihm reffortirte bas Sttiebergericfjt, welches aus bem jioeiten
gelehrten unb bem ^weiten faufmätmtfrf)en Ratsherrn beftanb;
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17
baöfelbe mar in (£toilfarf)en uorbefjäitlirf) ber ^ßrobofation
an bcn Sttagiftrat auftänbig, fofern ber SBcrt bes Streitgegen*
franbeS 50 8ttf)lr. nitf)t überftieg, unb führte in ftriminaliadjen
bie Unterfudmng. daneben beftanb ein aus bcm älteften ge«
lehrten unb bem älteften faufmännifrfjen SRatööerroanbten be=
ftef)enbe* SBrütfen geriet, ba* in (Sdn'fffafjrte* unb4?anbels*
fachen bie ftreitige unb bie frettoiüige ©erirfjtsbarfeit ausübte.
(Snblid) tourbe bie polizeiliche <Strafgerid)tebarfeit burd) ein
^oliaeigerfa^t ausgeübt. Sßon ber ©erirfjtßbarfeit ber ©tabt
SHel waren aaf)lreirf)e Sßerfonen, Saasen unb (&runbftütfe
erimirt, beren Slufeä^lung fn'er 51t roeit führen mürbe. SBon
bem Vieler 9Kagifrrat ging ber ^uftangenaug an bas Ober*
bifafterium $u GHürfftabt unb t>on biefem an ba* Dber*
appettationsgertdjt $u Ätel. l )
3>m ©egenfafce ^ur (stabt Stiel tuurbc in bem bas .Siteler
(Stabtgebiet ring£ umfrfjlie&enben Slmte Miel bie ©eriaitebar*
feit burd) bie lanbesfjerr liefen Beamten (Amtmann) unb ba*
alte S8olfögericf)t ausgeübt.
3m Qdfyxe 1ki;7 tourbe ber ©tabt Miel bie felbftänbige
Surtebifrion entzogen unb auö ben Gebieten ber Stabt Miel
unb be3 2lmteä $tel ein Slmt^geri^töbe^irf &iel gebilbet.
%md) biefe Bereinigung ift jebod) ba* in ben früher ge*
trennt getoefenen Segirfen geltenbe s 4$riüatrerf)t nirf)t berührt
roorben. JJn biefer $3eatefmng ift üiclmebr bie ehemalige
^renje ber t>erfa)iebenen ®erid)töbeairfe nod) fjeute öon
Söebeutung. @£ barf behauptet werben, baft biefe $ugleirf) bie
©ren^e ^toifa^en ben ®ebieten bes iiübfrfjen unb bes (Saufen»
rechtes bübet, unb biefe *8el)aiu;rung mirb buref) bie fotgenben
(Erwägungen beftätigt.
3)a£ Äübfrfje SRed)t ergebt ben Slnfprud), in bem ganzen
©ebiet ber mit ifmt betoibmeten Stäbte ^u gelten. 3 n & em
l ) 58gl. über bie frühere Qtericbteüerfafjmifl inSbeicnbere ftalcf, öanb
bud) 93b. III 5lbt. 1 S. 154-KW; 3. 230 — 2.%; 3. 249 — 254, foiuie
„bie fteftfdjrift für bie l£röffnunfl be$ neuen rberlanbetffleridjtMMebäubes
in ftiel am 18. Oftober 1894" 3. 12 ff. ( ferner lyraucfe, £er flent. »•
3cf)lc$n>.*£olft. Gibilproceß. 2. flnfi. Miel 1844, «b. I 3. 99-102.
2
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18
SBormort <$um rebibirten (Statut bon 1 5S(> Reifet e£ au3=
brüdlid): „$)aö lübiftfje 9ted)t erftrecft fidf) in unfercr ©tobt
unb in bcn ©tabten, bo lübifid) Otedfjt gebraust roirb, fo*
fern aU unfer unb iljr 2Beid)bilb, gelbmarf u *t° Äanbroefjr
reibet." tiefer (Safe mar ein SBeftanbteil beS £übfd£)en
fftec^tö unb Ijatte batjer in $iel Geltung erlangt. £ierau£
folgt, ba&, folange er nidjt burd) entgegengefefcte ffted)t&
grunbfäfce außer Äraft gefegt Horben ift, ba£ Sübfdje SRec^t
nid^t nur in bem urfyrünglict) jur ©tabt $tel* gehörigen
Gebiete gegolten, fonbern aud) ipso iure alle tyäter ber
©tabt Ätcl einberleibten Gebietsteile getoiff ermaßen erfaßt
f)at unb auf ifmen ^ur Geltung gelangt ift. *)
3)aS £übfd)e Stecht entplt ferner feine SBeftunmungen
barüber, roeld)e£ Stecht bei ÄolltfionSf allen anjutoenben fei,
fefct bielmel)r borauS, baß ber lübfdje Stifter in allen
gälten nacf) feinem Sfted)te entfdjjeibe; bafjer Ijatte aud)
ber «Vieler 9ttagiftrat über bie feiner 3 u ^^oiftion unter*
roorfenen Grunbftüde unb Sßerfonen nad) £üb fasern 9ted)te
ju richten. 2ßa£ alfo bie Grunbftüde anlangt, fo bedt fid)
baä Gebiet, in toeldEjem ba£ Sübfdje 9ted)t gilt, mit bem*
jenigen 93egirfe, melier ehemals ber SuriSbiftion beS Vieler
9#agiftrate£ unterworfen mar, roeil eben für bie Grunbftüde
biefeS SBe^irfeS ba£ Sübfdje 9tect)t lex rei sitae mar.
3)tes folgt aud) aus allgemeinen Grunbfä&en. ©3 mar
früher allgemein anerfannter unb in ©d)leSmig*$oIftetn bis
in bie 3ttitte biefeS J3af)rf>unbert£ bon Sljeorte unb $rari£
s ) tiefer ©ajj entfpricbt ber mobernen 9ied)t3anfd)auung itidjt mefyr
unb juirb ie&t nidjt mcljr beadjtet. (£3 ift fyeute bielmefjr allgemein an«
erfannter 9ffed)t*grunbfafc, ba& burd) bie abminiftratioe Bereinigung jtoeier
^öe^irfe baö in jebem berfelben geltcnbc VßriuatLcdjt nidjt berührt roirb.
«gl. 5. 2. 6euff. 9lrdi. XIX 209, XXI 1. SBgf. aber aud) bie abtocictyenbe
©ntfdieibung be$ p .fmmburg in ©euff. Slrcf). fr XII 182.
SBäre e$ möglid), ben ^citpunft genau anzugeben, bi3 311 toeldjem ber
fraglidje ©runbiatj beS öübfdien tfieditä alö SRcd)tögrunbfa& gegolten Ijar,
fo mürbe biefer ßeitpunft für bie $eantioortung ber 2r ra 9 c » o° e ' n De '
ftimmter Seil be3 «Vieler Stabtgebietes* bem Sübfdjen 9ied)te ober bem
8ad)feufpiegcl unterworfen fei, entftfjeibenb fein.
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Hl
ftetä feftgehalrener 9ted)tegrunbfa(j, bajj ber 9tid)ter in ben
öon tfjm 5U entfd)eibenben >Hec^ töftr ei ti q fei ten regelmä&ig
baS SRedjt feinet (Sprengel*, bie lex fori, $ur Slnmenbung
bringen fyahe.*) ^emgemäö fyatte ber Vieler 9Jcagtftrat
nad) Sübfdjem Steckte $u richten, roährenb baa 9lmt &iel
nad) <5acf)fenred)t urteilte. $)a nun bie Trennung ber &e-
ridjtsbeäirfe 3>ahrhunberte hiuburd) beftanb, fo ift ber (5d)luf3
gerechtfertigt, bafc in bent Vieler (Stabtgebtete, Wie es bor
ber Bereinigung mit bem Stmte $iel fid) barftellte, £übfd)e*
9tedf)t, unb bafj in bem SSe^irfe beö ehemaligen Slmtes .tiel
(Sadjfenredjt ({ebenfalls infolge bauernber Übung) gelte,
hiernach finb bie ©renken ber beiben 9ted)tsgcbietc leicht
ju ermitteln.
3ft es nach SBorftefjenbem einfach, biefe ©renken geo*
graJjfjiW feftauftellen, fo mirb bies noch erleichtert burd)
folgenbe ©rroägung. 93tö jum $ahre 1HW mar bas Vieler
©tabtgebiet in bier Quartiere eingeteilt, welche, nach bem
bisher ®efagten, baS (Gebiet bes Sübfdjen #ted)tes bilben.
Sm 3afjre 1869 (i. Styril) mürbe bas ehemalige $orf
SBrunsltuef ate fünfte« Quartier bem Vieler (StabtQehiete
einverleibt. 4 ) $ie &ten^en ätoifdjen bem fünften Quartiere
einerfeits unb ben übrigen bier Quartieren anbererfeitö, fo
toie fie fid) im 3 a *> re barftellten (in^mifchen finb bie
alten Quartiergrenjen oielf ad) oerroif d)t roorben), trennen
auch fyeute noch bie oerfchiebenen 9ted)tsgebiete. hiermit
ftimmen auch <5eeftern* s #ault)'s Angaben übereilt/')
Stus ben bisherigen Ausführungen ergiebt fich, 1. ba&
3 ) %l. Stobbe, $eutfd)e$ ^riontr. I S. 175, ^aulfen, Sdjlesüu.'
«yolft. ^riöatr. 2. «uff. 6. 17; ftalcf, £nnbbud) «b. I ®. 147.
*) 9lcflulatit) oom 16. 3amtar 1800, beftätiflt burd) Ellert). Crbrc
toom 24. m&ti 1869 (föeaicrunfläamtöbt. <S. 110).
5 ) Sögt. Seeftern « $autn, $runbbud)red)t für bie s 45rouiug
grimmig,-. fcoiftein, ftiel 1874, S. 1D1 Wote 20: „$Baö bic ©tabt Stiel
betrifft, fo gilt ba$ £übfd)e SRerf)t im 1., 2., 3. unb 4. Quartier, im
5. Onartier (bem früheren Rieden $ruiK(tuief, ber uor meniflen ^afireu
mit ber Stabt .Stiel vereinigt murbc N ajlt ber 3ad)fettfpiea.el."
•2*
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bie ©renaftme ährifdjen ben (Gebieten be£ Sübfdjen 9ted)te£
unb beä <Sadjfenftriegel£ folgenben Verlauf nimmt:
(Sie beginnt am £afen nörblid) beä (Sd)loffe£ an ber
(Stelle, roo früher ein 3)urd)ftich ben Meinen Mel mit bem
$afen berfcanb, folgt biefem $)urd)fdjnitt bie $äniftf)e
(Strafte fdjneibenb bis jnm Xretyjengange,
folgt biefem biö $u ben ehemaligen (^ren^en be3 Meinen
Mete,
läuft biefen ®ren$en folgenb burdjj bie Anlagen ju bem
®runbftürfe Sorenfcenbamm 9£r. 12,
geht um bie ®runbftürfe Borenfcenbamm Sttr. 12 unb
3)ahlmannftraf$e %lx. 1 unb um bas (Sdjulgrunbftütf ^erum
unb an ben Hinteren (Seiten ber ®runbftürfe Sorenfcenbamm
Sflr. 17—24 entlang,
folgt fobann bem £aufe beö ehemaligen (Spelunfen*
grabend aufwärts an ben fiteren <Seiten ber ©runbftütfe
«ergftra&e 9lx. K, 14 unb 9ttuf)liu<5ftra&e Wx. 31 entlang,
fdmeibet bie 9JhihltuSftraf3e aroifdjen ben ®runbftürfen
mx. 31 unb 29, 32 unb 30,
folgt ber Oftfette ber ©runbftürfe 9Kuf)liu£frraj3e 9lx. 32
unb ©ergftrafje *ftr. 26, fdmeibet bie 93ergftraf$e sroifdjen
ben Käufern $lx. 2G unb 28, 17 unb Sßilhelminenf trage
mx. 11,
läuft fobann etwa ^araEel ber SBilhelminenftra&e an
ber hinteren (Seite beS ®runbftüd$ SStlhelminenftrajje Stfr. 11,
beS Mthler'fdjen ®artenä entlang, burdjfdjneibet baä &anb'fd)e
©runöftücf oon Often nad) 2öeften ettoa in ber Sftttte füblict)
beS 2öohnhaufe£, burd;fd)neibet fobann bie ^ähfffrö&e, Ö c ^
mitten burd) baS ®runbftüd gährftrafje 9lr. 27 fyinbuxd),
um bie ©runbftüde gährftra&e 9^r. 29, 31 herum,
folgt bann weiter ber grährftrafce auftoärtS, burcf)*
fchneibet in bereu Verlängerung ben Mtoojjerroeg, geht um
bie (Sdjlüter'fche Goppel tjerum, trifft ben Mtoopertoeg
roieber, folgt biefem fobann in nörblidjer SRidjtung ettoa
100 m roeit, oerläftt fobann ben Mtoopertoeg unb läuft um
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bie alten ©tabtlänbereien einfrfjliefelirf) be* Vieler £ofe*,
biefe umfaffenb, fjerum bi« ^um $afen.
^nnerfjalb biefeä fo umfdjriebenen (Gebiete* gilt Sübfdjes
Siecht, aufjerl)alb bcr ©atfjfenftriegel.
2. $)afc im Sangen (Segen (nirfjt $u öerWedjfeln mit
ber (Straße gleiten tarnen«) unb bem £ofe Jammer
MbfcfjeS SRedjt gilt.
3. Dafj ber Vieler $afen bis SBülrf auf ber einen unb
SBifd) auf ber anberen ©eite bem Sübfcfjen SRedjte unter«
toorfen ift.
2ßa£ für ben #afen felbft gilt, muß aud) für bie burcf)
Stuffc^üttungen au* bem $afen gewonnenen ©runbftürfc
zutreffen. 511« foldje fommen im wefentlidjen in 93etrad)t:
a. bie in ber ^weiten Hälfte biefeä 3 a § r § u Nberte mi
inneren #afen burcfj 2luffcf)ütrungen gewonnenen, jefct %ux
©emeinbe ©aarben gehörigen ©runbftürfe;
b. biejenigen ©runbftütfe, toelrfje burcf) bie feiten^ ber
^aiferlidjen $analfommiffion Vorgenommenen 8luffrf)üttungen
bei 2ßif, Holtenau unb grriebridjäort bem £afen abge*
Wonnen finb.
c. inwieweit enblid) Xeile ber $u ben an ber SBaffer*
feite 3)üfternbroofö gelegenen ©arten burrfj $urürfbrängen
be£ ^afenbette^ gewonnen finb, baa intereffirt fn'er nid)t
weiter. mufj bieä im ^ttjetfelefaüe besügltd) jebeä ein*
feinen ber in JJrage fommenben ©runbftürfe befonber« er*
mittelt Werben.
§ 4.
3n bem (Gebiete, Welcfjeö nacf) bem 3>HÖöfte öcr bis*
ijerigen 2lu£füf)rungen bem &übfd)en Otecf)te unterworfen ift,
fommt biefe£ nirfjt auäftfjliefjlid) $ur 5lnWcnbung. «ßwar
muj$ aU Siegel gelten, ba& bie in biefem Vöe^irfe liegenben
©runbftücfc unb bie ba^elb^t Wofjnenben ^Serfonen bem
£übfdjen Sftedjte unterliegen; allein bie (Geltung beweiben
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erleibet ©infdjränfungen foroof)l be^üglirf) gereifter ®runb*
ftücfe alz autfj rücfftcfjrlidj genriffer Sßerfonen.
2Bie Bereite fjeroorgeljoben, mar für bie J^rage, roekfjeö
Olecr)t im einzelnen galle $ur Slnroenbung fommen foHe, ber
®ericf)täftanb ber $erfonen ma&gebenb; roer ber ftäbtifcfjen
®ertcf)täbarfeit unterworfen mar, rourbe naä) &übfc£)em Sftedfjte
beurteilt, roer unmittelbar unter ben Pieren, bem ganzen
£anbe borgefefcten ®ericf)ten ftanb, für ben galt ber (Sadjfen*
Riegel, unb bie ber afabemifdjen ®eridf)t3barfeit ber Vieler
Unioerfität toie bie ber geiftlitfjen Surisbifrion unterworfenen
^erfonen lebten nadj) 9tömifd)em unb fanonifdjem Siechte. 1 )
^nSbefonbere unterlagen bie ©runbftütfe bem forum rei
sitae unb ber lex rei sitae.
(§& märe offenbar baä einfatfjfte unb natürlitfjfte ge*
roefen, roenn jebeS ®ericf)t innerhalb feineä (Styrengete bie
©ericf)t£barfeit auäfcfjlieftficf) ausgeübt f)ätte. 3)ie£ mar jebo<f)
n\d)t ber galt. ©3 gab oielmefyr bte gum 1. ©e^tember 1867
eine gan^e 9teif)e bon fogen. t)rit>ilegirten ®erid£jtäftänben
für beftimmte ®runbftütfe unb für geroiffe $erfonen. 2 )
I. 2ßa£ $unärf)ft bie ©runbftürfe betrifft, fo gab e£ in
®iet, roie aucf) in anberen fdjleäroig^olfteinifdfjen (Stäbten,
m'er Maffen ^rtoilegirter ©runbfrürfe. 3 )
1. $>ie im (Eigentum ber SanbeSregierung beftnblidjen
') «gl. ^ralcf o. a. 0. I S. 147 ff. ^oulfeu a. a. C. ©. 14 ff.
nuudj, «ürgerl. ?Recf)t, (Sinfeitung. Stobbe a. a. £. I 3. 175, 193.
l ) daneben gab e3 nod) priöüegirte ©eridjtsftänbe für gemifle Birten
uon föed)t$jad)cn , bie In'er jebod) außer 5öetrad)t bleiben föunen. $Bg(.
ftald a. a. C. ©. 288—2%, 180—184, 205 ff., 207—210. brande a. a.b.
S. 1«« ff.
3 ) «gl. ftald a. a. 0- $b. I S- 29, $b. III ?lbt. 1 6. 311 ff.
Jvt'onrfe a. a. O. @. 168 ff. <Srf)tff a. a. 0. 3. 72, 51. $ie (Exemtion
bei* fraglidjen ®rnnbftüde mar urfprünglid) f^olfle eines perfönlidjen ÜJSriui'
legiumJ ber Eigentümer; man naljm an, bafi bie rürffidjtlid) be£ ÖJeririitö^
ftanbeö priöüegirte $erfon biefe$ perfönlidjc ^rittilegium auf ityren ©runb<
befi& übertrage. Später, unb nameutlid) in Metern Sötyrijunbert, mar cö
auerfannter SRedjtegrunbfafc, bafe css ^um Übergänge einest (^runbftüd^
unter ein anberen forum eines befonberen Privilegium fundi bebürfe.
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i i ! w :
©runbftürfe Waren bem fjöfjeren ©ericf)tsftanbe unb fomit
bcm ©adjfenftnegel unterworfen; $ur s -8egrünbung be* f)ö()eren
forum bejüglid) bcr oon ber ^Regierung neu erworbenen,
bis ba^in biefem forum nicrjt unterworfenen ©runbftürfe
beburfte eä ftete erft einer förmlichen Übertragung ber
^uriäbiftion an baa Dbergericf)t. *) ')
2. 3)ie firrfjüdjen ©runbftürfe unterlagen, jebodj bloß
rüctficfjtlicfj ber biefe ®runbftürfe betreffenben Oteafflagen,
ber getftlicrjen 3 ur isbiftion ; in jeber anberen SBe^ieljung
Waren biefe ®runbftütfe ber ftäbtifcf)en (&eri<f)tabarfeit unb
bem Sübfdjen 9tect)te unterworfen . Slucf) t)ier beburfte e«
$ur SBegrünbung be* Pieren ®erirf)teftanbe6 rürffidjtlid) ber
oon ben $ird)en unb fircfjlidjen S«frituten neu erworbenen
©runbftücfe befonberer Verfügung. 6 )
3. 5)ie ber llniberfität Miel gehörigen ©runbftürfe waren
ber afabemtfdjen (Sterirfjtebarfeit unterworfen, "') Wobei eß
bezüglich ber in neuerer Seit erworbenen ©runbftürfe gfetcf)*
falte befonberer Verfügung beburfte. 8 )
4 ) «gl. ftalrf a. a. £. «b. III flbt. 1 8. 312.
Ä ) Jpierbci mag ermähnt werben, baft uadj bem ttanflleipatent uom
5. ^suni 1813 ade auf bem 6d)ledroiß<$o(fteimitf)en .Hanal, ben man tuol)(
als .ttammergut anfal), öorfallcnbcn 3treitfad)en ber ^uri«>biftion be*
Sd)lc$u>igfct}en €bcrgcrid)t$ (fpäter beä 9lmte$ Kütten) unterworfen, mit«
tjin nad) ^tttifdjent Horn beurteilen waren, «gl. ftald a. a. £. brande
a. a. C. S. 170. ©temann, Sdjle$w. >Ked)ttfge!"rf}irf)tc «b. II S. 322.
«gl. aud) unten 9Jote 2«.
«) «gl. ftald a. a. £. 8. 313, 315, 275. brande a. a. 0. @. KW.
7 ) «gl. ftald a. a. £. 3. 315. brande a. a. C. 6. 170.
*) «gl. bic «Patente oom 12. 3)tai 1802 unb 13. 2)ccember 1811.
Itfittelä be$ erfteren würbe baä 511 Anfang biefeö 3af>rfjunbertä erbaute
ftxanfenljauä uebft allem ^ubeljör gum afabemifdjcn (#runbftüd erhoben
unb in feinem ganzen Umfange ber afabemifdjen (#end)tebarfeit ber Uni
üerfttät unterworfen. 35urd) ba$ lefctere patent mürben bie ,<pebammen=
anftalt unb ein fernere* ftranfeufyauä ber afabemifdjen (#crid)tsbarfcit
unterlegt mit ber SWafjgabe, ba& biefe erft $lafe greifen fülle, fobalb bic
qu. Käufer bon if)ren «eftfeern an bie aFabemifd)en ^nftitute geridjtlid)
üerlaffen feien. — Seit bem 3alu*e 1811 ift einzelnen ©ruubftüden in
ber Stabt Stiel ein forum superius m. uid)t mef)r oerliefjeu morben.
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4. 3)ie fogen. fanaleifäffigen ®runbftücfe Waten bem
^olfteinifchen Dbergericht unmittelbar unterteilt unb im
obergericf)tlichen (Sdmlb* unb $fanb£rotofott bezeichnet. 9 )
$ür bic im SBorftehenben aufgeführten pribilegirten, bon
ber ftäbtifchen Surtöbtftion erjmirten ®runbftürfe bilbeten
bie beseiteten (Berichte ba3 forum rei sitae unb baä bon
biefen Berichten anauroenbenbe 9ted£)t mar für jene ©runb*
ftücfe lex rei sitae.
^)ie 3 ur t3biftion ü° er oa 3 pribilegirte ©runbftütf in*
bolbirte zugleich bie (&ericht£barfeit über bie auf bemfelben
toohnenben Sßerfonen, mit Slusfchlufc jeboef) ber $ienftboten,
meldte ber ftäbtifchen ©ericfjtsibarfeit unterworfen blieben. lü )
$>ie ©remtionen ber unter 1 — 3 ermähnten ©runbftürfe
hatten ihren inneren ©mnb in ber äufl^örigfeit biefer
($runbftücfe ^um Vermögen be£ Staates, ber Kirchen, ber
Uniberfität. Verlor ba3 pribilegirte ©runbftütf biefe recht*
Ii<f)e ©igenfdjaft, fo mar ein ®runb für bie gSribilegirung
nicht mehr borhanben. ^nbeffen beburfte e£ mit Ütütfficfjt
auf bie öffentlich rechtliche Statur ber Sßribilegirung $ur
Stufhebung ber Sßrtbilegien unb $ur Unterorbnung be3
®runbftücfg unter bie ftäbtifche ©ericht&barfeit eineä befon*
bereu Sittel beä ©efe^geberö, gerabe fo roie 5. 93. auch ^ cu ^ e
nur auf gefefcmäfeigem Sßege ein ®runbftücf au3 bem 93e*
jirfe eineä 2lmtegerichte3 au£gelöft unb bem (sprenget eineö
anberen zugelegt roerben fann. $atte ein pribüegtrteä ®runb*
ftütf biefe ©igenfehaft bertoren unb mar e£ fo roieber unter
ftäbtifche dterichtäbarfeit gelangt, fo fam e3 auch roieber
unter bie £>errfchaft be* Sübfchen Rechtes. lütt )
3)urch bie preufjifche ®efefcgebung finb bie pribilegirten
"äJton ivolite ben ja^Irctrijeu berettet t>or Rubelten (Sgemtiotten nidjt neue
ljiit^ufüfleit. 9$fll. and) t>a# Äattäleipntettt Dom 25. Wpril 182G, fotoic
unten «Rote 11»).
u ; ftalcf a. <t. 0. S. 314. ftranrte n. a. C. <S. 170.
10 ) «gl. ftaltf a. a. ß. S. 315 ff. patente 00m 8. Februar 1805
unb 31. $ecentbcr 1807.
10 a) %f. Ä . ü). bemiid) be* »itdnüfllbt'id)en fcofe« unten Wote 39 u. 40.
2;~>
(&erid)t3ftänbe allgemein aufgehoben roorben. u ) $ie efje*
mal£ £ribilegirten (^runbftütfe nehmen nur infofern nod)
eine befonbere (Stellung ein, alz fie bemfelben SHerfjte unter*
roorfen finb, roeldjem fie bor Sluffjebung ber pribilegirten
©eric^teftänbe unterlagen. 3)iefe SBefonberffeit ^at aber, roie
herborgeljoben, bezüglich ber oben unter 1 — 3 ermähnten
©runbftürfe ihren alleinigen ©runb barin, baft biefelben bem
<&taate, ben Mrrfjen, ber Uniberfität gehörten. #ört biefe
rechtliche ©igenfdjaft auf, fo ift für ba£ JJortbeftehen ber
gebadeten SBefonberfjeit fein ®runb mehr borhanben. 2ttan
roirb ba^er für bie ®egenroart behaupten bürfen, bafc burd)
bie SBeräufjerung eines ber f)ier fraglichen (unter 1—3 er*
toä^nten) ®runbftücfe feitenä bes (Staates, ber Äirdje, ber
Uniberfität an Sßribate aud) jene SBefonberhett toegfällt unb
bon ba an baö Sübfd)e 9ted)t auf fie Slnroenbung finbet. lla)
@£ finb baljer bon ben unter 1—3 aufgeführten ehemals
pribilegirten ®runbftücfen nur nod) Diejenigen bon ber
4>errfd)aft bes £übfcr)en ftetfjtes erjmirt, roeldje noch heut*
^utage im ©igentum be£ (Staates, ber Kirchen, ber Uni*
toerfität fid) beftnben.
II. ^)ie (juriftifdjen unb p^fifc^en) Sßerfonen, welche
einen pribilegtrten ©erichtsftanb hatten unb ber ^urtsbiftion
ber (Stabt ®iel baher nicht unterlagen, roaren folgenbe:
1. 3)er (anbeö^rrüdje fttefus, beffen JKechtenachfoIger
ber Sßreufjifche (Staat geroorben ift, hatte feinen (Berichte*
ftanb bor bem $olfteinifrt)en Obergericht. l55 )
u ) $gl. unten Mute 25.
n a) 3>iefe3 s ßrincip ift bereits? in bem Üan$leipatent uom 25. Wpril
1826 enthalten, meldjeä ^loedö SBerfyütuug ber SJcrbielfältigung ber in ben
Stäbten ber Herzogtümer Sdileäroig unb Holftein borl)anbenen prim*
legirten ©runbftücfe beftimmte, bajj bei fterftücfelung eine* folctyen (Srunb*
ftücfö ba$ mit beffen 93efife oerbunbene ^ribtlegium nur für ben Haupt«
beftanbteil, beffen Seaeidmung föniglidjer Genehmigung unterlag, fort*
bauern follte.
") «gt. ftalcf a. a. C. 3. 296. ftrauefe a. a. 0. 3. IC», «erorbn.
to. 9. ^uli 1B40 §§ 2, 5. 2)er fttefuS ftel)t in Holftein unter bem 3arf)fen«
fpieget.
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26
2. $>ie TOlitärperfonen Ratten ifjren eigenen ®erid)t&
ftanb unb lebten natf) bänifcfjem Stecht. 13 ) $)ie auf bie
9ttilitärperfonen bezüglichen Söeftimmungen beö früheren
9tecf)tä finb burcf) ben ^tterfjöcfjften ©rlajj bom 1. 2tyril
1867 u ) aufgehoben, fotoeit fie mit biefem ©rlafc in 2ßiber*
fprurf) ftefjen.
3. $ie ® eifrigen, Äirdjen- unb ©cfjulbebienten unb
bie $anbibaten ber Xfjeologie Ratten in allen (Sachen, meiere
2lmr, Äefyre, £eben unb Sßanbel betrafen, ifyren ®ericf)t&
("tanb bor ben Äonfiftorien. 15 ) 3« weltlichen Angelegen*
Reiten toaren bie genannten Sßerfonen jebod) ber ©erid)t3-
barfeit ber ©tabt 5tM unterworfen.
4. $ie Prälaten, SJcitglieber ber ©cf)le£ro. s £olft. bitter«
fct)aft unb bie S3eft^er abeliger (Mter foroie beren grauen
unb $inber Ratten ihren ®erichtsftanb bor ben abeligen
£aubgericf)ten, gleid)biel roo fie wohnten. n )
5. $)ie lanbeäfjerrücfjett ©ibilbeamten, ber £anbe£abel
unb biejenigen, Welche in ben brei erften s Jtangflaffen Ämter
befleibeten ober bef leibet Ratten, unb beren Äinber, bie
Ober* unb &anbgericf)t£abbofaten unb bie in Kopenhagen
unb $tel promobirten $)oftoren, mit 2lu£f<f)luj3 ber in Äiel
promobirtcn 2)oftoren ber Sßfjilofopfne, Ratten ihren ®ericht£*
ftanb bor bem Dbergericf)t; 1H ) bie ftäbtifc^en 58ürger jeboch,
meiere einen 9tang Ratten, waren mit SBe^ug auf alle
ftäbtifcfjen Ämter* unb ©teuerberpflichtungen fonrie in
©Bulben*, ^panbelS* unb ©etoerbefacfjen ber ftäbtifchen (&e*
ridjtebarfeit unterworfen.
ls ) Jößl. ftald a. a. £. 3. 298—301. brande a. a. 0. 8. HU» u. 1K7.
'••) ©cf..8. e. 519.
15 ) $a$ mtyxc f. bei ftalrf a. a. C. 8. 301 30<j. ftrande a. a. D. 3. U»5 ff.
«flf. ftatd a. a. C. 3. 303. brande n. a. £. 8. 1««.
I7 ) 3?ßl. ftnld a. a. 0. 8. 306 ff. brande a. a. 0. 3. 304. Srfjraber,
«eljrbudj bc$ Sd)le$n).<$olft. ^Srtoatr. 3. 145. Jöql. oud) unten ^ote 20.
,8 ) Wäfjere f. b. ftalrf a. a. C. 8. 308 ff. Fronde a. o. C. 3. 163 ff.
ȧl. oud) unten Wote 20
,v ! patent Dom 17. flöril 1782. *ßl. brande a. a. C. 8b. I 8. 1«4,
8b. II 8. 468. ^aulfeu a. a. C. 3. 16. ftnld o. n. 0. 8. 309.
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27
(3. 2)ie cives acudi>mici unb bie Unioerfitäteoerroanbten,
s #rofefforen, bercn SBittroen unb .ftinber, * ü ) Sßrifcarboccnten,
(Stubenten unb bie bei ber Unioerfität angeftellten Dfftcianten
unterftanben ber afabemtfdjen ®erirf)tebarfeit; nur in geift*
liefen Sachen Ratten fie ben ©eridjtöftanb toor ben $on*
fiftorien. il ) $ie afabemifrfje ©eritfjtebarfeit mürbe in ge<
ringfügigen Sachen toon bent SReftor, fünft öon bem aus
bem Sieftor, bem für bas folgenbe 3 a ^ r befignirten iHeftor
(falte biefer nicr)t 3«nft mar, einem ^rofeffor iuris) unb
ben bier Stefanen beftefjenben consistorium aretius ausgeübt.
$ür midjtige $isctylinar* unb .triminalfacfjen mar bas au«
fämtlicfjen orbentlidjen ^rofefforen gebilbete consistorium
plenum ^uftänbig. ") 3)ie llniberfität unb bie Uniberfitäts*
berroanbten lebten nad) römtfdjem unb fanonifdjem 9tect)t. * H )
9lus ben im Sßorfteljenben gegebenen furzen SLnbeutungen
ergiebt fid) frfjon, roie fetjr bie ©cfylesroig*#oIfteinifcf)e (&e*
ridjtsberfaffung unb bie Sefjre bon ben ©eridjtsftänben ber
nortoenbigen (£inf>eitlitf)feit unb Überfirfjtürftfeit ermangelten.
9camentlitf) liefj bie grojje $afyl oer SßrioUegien bas <&efüf)l
toon SRedjtsftdjertyeit ntct)t auffommen; bie ®erirf)tsberfaffung
enttyrad) in feiner SBeife ber gorberung ber neuen #eit,
baß atte (Staatsbürger bor bem ®efefce gletd) feien, 3)ie
SBefeitigung biefer ©erid)tSbcrfaffung mar benn aud) ein
allfeitig tief entyfunbencS, bringenbes SBcbürfms. ©rft
20 ) Über bic ftraa,e, inwieweit bie s Äna,el)öriflen ber ^riüilcßirteu au
bem prtaifeflirteu ®cridjteftanbe teilnahmen, \)q\. patent bom 5. Wlävs
1808, fowic ftranefe a. a. C. 3. 174-177.
21 ) %t. ftalcf a. a. 0. S. MO; 203 ff. ftranefe a. a. C. $b. 1 8. 1<V7.
v 4$autfen a. a. C.
S2 ) «fll. Sftft. Samml. ber «erorbn. $b. IV 8. 3tV2 ff. ftalcf a. a. C.
8. 203 ff. ftraurfe a. C. 8. 104. *Umlid)c s tel)ältniffe beftanben für
bie ©eleljrtenfcfmle p Altona.
2S ) ®fjl. ^aulfen a. a. C. £ie$ iit aud) heutzutage iioct) Weckten*.
SJgl. aud) unten Wote 26».
s4 ) ^nsbefonbere Ijat bie promforifdje ^Regierung bie föeformbebüiftig«
feit be$ ^uftiswefend boll anerfannt. 3'm StaatSgrunbgeicfc für bie
.fteraogtümer Sct)lc3mia/£olftcin bom 15. September 1848 mar bie böüige
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28
5er preu&ifchen ®efefcgebung mar es jeboch vorbehalten,
^ier 28anbel fchaffen.
^uret) bie §§ 3 unb 9 ber SBerorbnung bom 20. ^uni
1867, in ®raft getreten am 1. (September 1867, 2r> ) ftmrben
bie ftäbttftfje unb bie ^atrimonialgerichtsbarfeit jeber Strt
fohrie bie afabemifche ©erichtabarfeit aufgehoben, ferner
ftmrbe buret) § 5 cit. ber erimirte unb pribilegirte Berichts*
ftanb für Sßerfonen unb ©runbftücfe, ber ®ericf)t$ftanb für
befonbere Strten bon <3adf)en fohrie ber Jmtoilegirte (Bericht**
ftanb bes 3rtefus allgemein aufgehoben.
3)amit mar in öejug auf ben ©erichtaftanb bie @Hei<fy
heit aller Staatsbürger bor bem (Stefefce herbeigeführt. $eut*
jutage finb l)inficr)tlicr) ber Sehre bom ©erichtöftanbe lebig*
lieh bie SBeftimmungen be£ ©erichtsberfaffungsgefefces unb
ber ©itoityroaefcorbnung mafigebenb.
3)er frühere 9techt^uftanb ift jeboch nicht ohne blei*
benbe materiellrechtliche folgen geblieben. %m § 6 ber
genannten SBerorbnung (bom 2(>. iguni 1867) ift beftimmt:
Trennung bei' ^Mtifl uon ber SBermaltung in 9lit^ftd)t genommen unb im
§ l(j beftimmt, bafe olle bevorrechteten (öeridjtäftänbe ber ^erfoueu unb
©runbftücfe foUten aufgehoben werben. — ferner hatte bie roieber h er '
geftellte ^Regierung beä .freraogtumS Jpolftein im ^a^re 1855 einen (£nt<
tourf eineö Q)erid)t$&erfaffuitgäfleiebe3 bei ben Stauben eingebracht, ber
jeboch infolge be$ 58iberftanbe$ ber (enteren feine $efettestfraft erlaugte.
s )cad) biefem (Smttuurfe foflten fämtliche beoorrediteteu GJerichtSftänbe für
^erfoneu unb Sadjen, fomie bie *ßatrimonialgerid)t3barfeit ber 8täbte,
ftlöfter, abetigeu unb fonftigen priüilegirteu ©runbftücfe aufgehoben merben.
Wut fjinficf)t(ict) ber Stäbte ftiel, Altona, Dttenfen mar bie ftuSnahme«
beftimmung oorgefeheu, bafj bie bortigeu ©eridjte bi£ auf meitcreS in
ihrer bisherigen SBirffamfeit bleiben follteu, jeboch mit ber s JJlafjgabe,
bafj bie Aufhebung aUer beoorrechteteu ©erichtSftänbe für s 4$erfoneu unb
Sadjen aud) bort in Straft treten füllte. Seflüglid) ber afabcmifrf)en (&e=
ridjtsübarfeit ber Stieler Uniuerfität follten bie beftehenben Seftimmuugen
aufrecht erhalten bleiben. 5l*a,l. ^olftein. Stänbe^eitung 1855/56 @. 21,
531 ff., 508, 573, 575; 93eilagenf)eft I ©. 134—156; Seilagenheft II
8. 149—171. $gl. insbefonbere über bie Un^mecfmäfeigfcit ber früheren
fora privilegiata bie 9Jcotioe im s -öcilagenheft I ©. 148 ff.
2V J 3. 1073.
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29
„Die in ben Herzogtümern beftefjenben befonberen fta*
tutarifchen Steckte, roeld)e auf bie nad) ben seitherigen 33c*
ftimmungen bom orbentlidjen ©eridjtöftanb erjmirten Sßerfonen
unb (Sachen nidjt Slnroenbung gefunben haben, finb, un*
geartet ber im § f> angeorbneten allgemeinen Aufhebung
be£ erjmirten ©eridjteftanbe*, auf foldje ^erfonen unb Sachen
aud) femer nict)t an^uroenben."
Hierauf ergeben fid) r)iuftc^t£tdr) ber ©elrung beä £übfd)en
$Red)te3 in ber <Btabt Äiel bie mistigen Säfce:
1. bafc biefe* innerhalb feinet oben im § 8 angegebenen
©eltungabeairfeä aud) je&t nur für Diejenigen ®rnnbftürfe
unb ©utroolmer jur Antoenbung fommt, welche nad) ben
früheren SBeftimmungen nid)t bon ber 3 ur iöbirrton ber
(Btabt $iel erjmtrt waren; farner 2. ba§ eä bezüglich ber*
jenigen ®runbftürfe unb Sßerfonen, Welche nur in gegriffen
^Beziehungen ber ftäbtifchen ©erid)tebarfeit unterworfen waren,
nur infoWeit AnWenbung pnbet, alä biefe ®runbftütfe unb
Sßerfonen früher ber ftäbtifdjen ^urtebiftion unterworfen
toaren; enblid) ä. bafj e£ für biejenigen ©runbftürfe unb
Sßerfonen au£gefd)loffen bleibt, meiere bon ber ftäbtifdjen
©erichtäbarfeit erjmirt Wären, wenn ber erjmirte ®erid)te=
ftanb noch beftänbe.
3u ber legten Kategorie gehören bie oben sub 1 1, 3, 4
aufgeführten ©runbftüde unb bie sub II 1, 4 G aufgeführten
Sßerfonen, * 6 ) fowie aud) bie Stewohner ber erhnirten ®runb*
ftüde nach Maßgabe be£ oben (5. 24 Aufgeführten. SBe^üg*
S8 ) «eafigtid) ber oben in Wote 5 erwähnten $efonberf)eit ift $u be-
werfen, bafe e$ an einer befonberen gefetjlictjen Skftimmung Darüber,
roeldje$ Siecht l)infirf)tlid) ber anf bem neu eröffneten ftaifer 2öiU)elnv
Stanal fid) ereignenben Vorfälle anfluiuenben fei, fefylt. $a$ oben er
mahnte patent oom 5. $um ISV) mar im .ftinblirf baranf erlaffen, baß
ber Sd)Ie$n)ifl'$>olftcimfd)e ftanal größtenteils bie ©ren^e ^lotfdjen ben
Herzogtümern ,<polftein unb 8rf)(eött>ig bübete. $iefe SSorauSfefcung trifft
tjinfidjtlid) be<J itaifer UöilJjelut' Hanois nur nod) für gan^ fur^e Strerfeu
5U. ^niomeit ift baä fraglidjc patent nod) Ijeittc oon $tebeutung.
übrigen ift nad) allgemeinen fflcrfjtägnmbfälicn 31t entfdjeibeit , welche?
SHecfjt anauwenben fei.
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30
lief) ber unter II 5 aufgeführten $erfonen ift jebod) $u
bemerfen, baf? nur biejenigen bem £übfd)en 9ted)re nid)t
unterworfen finb, Welche bor bem 1. September 18(57 einen
Slang ober Xitel erworben fyabexx, mit bem ba3 forum
superius berbunben mar; ba£ feurige 9terf)t fennt 9tang*
flaffen in bem früheren (Sinne ntdt)t. — dagegen muß für
bie Uniberfität unb bie UniberfitätSberWanbten aud) heute
noef) ber 2lu3fd)lufi be3 Sübfdjen unb ©adjfenrechtö unb bie
fortbauernbe ©elrung lebtgltdt) be£ römifchen unb fanonifd)en
9ted)te3 Behauptet werben, ba ba3 barauf bezügliche, mehr*
fach betätigte Sßribilegtum nicht aufgehoben Worben unb bie
SlnWenbbarfeit be£ römifd)en ic. 9ted)ts fyev lebiglicf) burd)
bie 3ugehörigfeit einer $erfon $ur Uniberfität bebingt ift. 26a)
8u ber ^Weiten «Kategorie gehören bie oben unter 1 2
unb 113 aufgeführten ®runbftücfe unb Sßerfonen.
Sitte unter biefen beiben JÜategorieen nicht mitbegrtffenen
©nmbftücfe unb Sßerfonen unterliegen bagegen bem £übftf)en
fechte.
ähnliche SBerhältniffe Wie in Äiel beftehen auch in ben
übrigen h 0 *fteinifd)en ©täbten, welche fid) be£ £übfd)en
Dtedjteä bebienen, foWie in ben mit Sübfchem fechte beWib*
meten ©täbten in ber *ßrobina Bommern. 27 )
fragt fid) nun, welche einzelnen innerhalb be£
<5£rengel£ beS Sübfd)en Siechte belegenen ©runbftücfe noch
heutzutage bom £übfcr)en Stechte ejimirt finb.
1. Qu ben oben unter 1 1 aufgeführten klaffen bon
erjmirten ®runbftürfen gehören
a. ba£ «Schiefe nebft bem ©chlo&grunb, * 8 )
36 a) %l. oben Kote 23. 3d)le$U).=£olft. 91ns. 187G im legten 91b-
frijititt ber Wbfyanbluitg über baö efjeltdje (Mterredjt.
u. SSilmotuSfi, üübifctyeö >Hed)t in Bommern, «erlitt 18(>7,
S. 28 ff.
,8 ) %I. baä oben in $ 1 9iote 7 ermähnte ftriebeitsinftrutnettt.
ferner 9tatartatöinftrunicnt über einen §d)ieb£ffpru$ auö bem ^atyre
1854, llrtunbenf. 9iact)tt*. s -8b. II 8. 4<J5 ff., roo ed tieifet: Acta et facta
haec ante Castrum oppidi Kyle extra iurisdictionem Lud.
iuduii. ferner CSaepcrfeti it. a. C; Sfceinfjolb in beu ^aOt'b. b.
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b. 5er ©cfjrebenteid) * 9 ) nebft einigen umliegenben, burrf)
©inbämmnng besfelbcn in ben Jetziger 3^6^» biefe« 3af)r*
rjunbertä gewonnenen ®runbfrücfen.
$lujjerbem befanben fieft früher unb befinben fid) nod)
im (Eigentum ber ^Regierung bie (&runbftütfe SBall 9hr. 4t>
(^ottge6äube) unb {Jrriebridrfrra&e 9fr. 2 ((Bteuerfaffe). 30 )
Sßeitere $u biefer Kategorie gehörige, prioilegirte ®mnb*
[rüde fyat e£ ^ur 3 e *t & cr Sluffjebung ber £rit>ilegirten ®e*
rirf)tsftänbe m. SB. nidjt gegeben.
2. ©runbftücfe ber oben sub 1 2 ermähnten Kategorie finb
a. bie ^)etIigegeift*Äirc^e,
b. bie 9ftfo(ai*$ird)e,
c. bie (St. 3ürgen6* Capelle,
d. ba£ Slrd)ibtafonat am Sorenftenbamm (9tr. 12). SBgl.
unten <3. 37.
SanbeSf. IX 3. 31. »olbcfr iit $eft 3 u. 4 b. Witt. b. GH f. äieler
Stabtgefd). 6. — 42. ftalcf a. a. €. 3. 312. 3d)iff o. a. 0. — $0'
lelbft gilt aud) heutzutage ber Sadjfenfpiegel.
sv ) Eerfelbe ift ftetS im «cfifce ber üanbe^errtöaft gewefeu unb erft
im Saljre 1862 Don biefer ber Stobt Miel überladen worben. «gl.
<£a$perfen a. a. C. 3. 24. 3d)röber a. a. £. Saufen a. a. C. 3. 33— 34.
93i$ gum Safu-e 1862 mar ber 3d)rcoeuteid) alfo unzweifelhaft ber $en>
fchaft be3 3ad>fenfpiegel$ unterworfen, unb bie* mirb aud) f)eute uod)
anzunehmen fein.
@$ ift bicS aber nid)t ganz unzweifelhaft. Könnte naebgewiefeu
werben, bafe ber 3tabt kiel im 3ahre 18(52 aud) bie 3uri*biltiou über
ben 3d)reöenteid) übertragen morben fei — wae id) nicr)t ermitteln
tonnte — unb ließe fid) ferner unzweifelhaft feftftettcn, baß Z" tiefer
Bett ber oben auf 3. 18 bei Note 2 erwähnte Öfcunbfafr be$ Sübfäen
iRec^tss nod) allgemein anerfaunt unb angewenbet ift, fo lönntc behauptet
werben, bafc auf bem Schreventeich unb auf ben burd) beffen teilweife
Xrotfenleguug gewonnenen fiänbereieu ih'ibfchee* föecht gelte.
(Sine gerid)tlid>e ©ntfdjeibung ber ftrage, welches 9iecr)t auf bem
©djrebenteid) gelte, ejiftirt m. SB. nicht.
so ) $a$ erftere ift nach Stoibehr, S3ettr. z- Sopogr. i. £>cft 3 u. 4 b.
SKitt. b. ®ef. f. Vieler Stabtgefd). 3. 177 im ^aljre 1851) auf meieren
ton ^rioatleuten erworbenen (yrunbftüden erbaut. — ^Öe^üfllicr) beiber
oben genannten GJrnnbftürfe ift m. SB. nid)t nachweisbar, baft fie bem forum
superius unterworfen waren. (*3 gilt be*ha(b auf beiben tfnbfcnc* Wecbt.
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32
3. Sßritrilegirte afabemtfdje ®runbftüde finb:
a. bie ber Uniuerfität nocf) fjeute gehörigen, auf früherem
©rf)lo&grunb erbauten ©ebäube in ber ^attenftra&e. 31 )
b. $a£ in ber ^üterftrage belegene tujtyfialiftfje Qnftitut
ift bem £übfcf)en 9tetf)te unterworfen. 8 *)
c. 2lfabemifd)e ®runbftütfe Waren früher aud) ba£ afa*
bemifdf)e $ranfenfjau£ unb ber botaniftfje ©arten in ber
$rüne, baS ®ebäube phnifrfje ©trage *ttr. 29 unb bie
frühere .ipebammenleJjranftalt in ber gleetfjorn. 33 ) 3)iefe
©runbftürfe fjaben bie ©igenfdjaft afabemifdjer ®runbftütfe
oerloren unb ftnb in bie $änbe ^ribater übergegangen,
©ie finb jefct toieber bem Sübftfjen Sftecfjte unterworfen. 34 )
4. Slm Slnfang biefeä igafjrfjunbert* gab e£ nocf) brei
fan^Ieifäffige ©runbftütfe in Ätel: w )
a. $)a£ ehemalige oon ©albern'fcfje £au3 in ber $lä*
mifcfjen ©trage 9tr. 31, weldjeS 1834 com $t£fu£ erworben
unb in Welkem ficf) ba£ ©c^le3wig*£olftein*£auenburgifcfye
OberlanbeSgerirfjt unb fobann baS $reuf$ifcf)e Oberlanbeä*
geriet 6t* Oftober 1894 befanb. $a£felbe ift jefct in ein
©eemannäfjeim umgetoanbelt Worben. 3,; ) 3S )
b. 3)a£ borntalige gräfticf) Derfc'fdje, nacfjfjer Sörorfborff*
£Hetfam£'frf)e, aud} SSarleberger £of genannte £>au3 3)önifrf)e
") »gl. Aber bie Oefötgte biefer (M>änbe «olbe^r o. o. 0. 3. 119.
Sie Ännflljalle (»olbeljr a. a. ©. 123) gehört mdjt ba^u.
fl8 ) »gl. über bie öefdjid&te biefet örunbftütfä »olbeljr a. a. O.
5. 123, 151. @$ ift nid)t nad)tuei$bar, bafj basfelbe ber afabemifdjen
<i)erid)t$barfeit unterworfen unb oon ber ftäbtifdjen ©eridjtäbarfeit ejrimirt
morben. »gl. oben Motc 8.
88 ) «gl. »olbcf>r o. a. C. 3. 123 unb oben Note 8.
34 ) «gl. oben bie tofüfjrnngen 5. 24 ff.
85 ) »gl. Staatsbürger!. s .Waga ( $in »b. II 3. 102.
S6 ) »gl. über bie ©e|"d)id)te biefet OJnmbftürfö bie mefyrfadj citirte
fteftfrijrift 3. 1 ff-; »olbelu* a. a. C. 3. 1(58 ff., foiuie beöfelben «er
faffcrö 91nffa&: „Sie fieler abeligen ftrciljäufer" in £eft 1 ber Witt. b.
©ef. f. .Stiel. 3tabtgefd). 3. 211—37.
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i
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itized b
yl Google
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"V
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N
Wilkens Hof oder Langer Segen,
gez von H. B.Jahn.
Maarsstab 1: 2000.
fOO 90 SO TO SO SO *0 30 MO fO O 'OO
U ' ' ' ' ' ' I ' ' ' '
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'M)
ltd) ber unter II 5 aufgeführten Sßerfonen ift jebod) $u
bemerfen, bafc nur biejenigen bem &übfd)en 9lect)te nicht
unterworfen finb, Welche oor bem 1. (September 18(37 einen
Otang ober Xitel erworben fyaben, mit bem baä forum
superius oerbunben mar; ba£ feurige 9ted)t fennt Sftang*
Haffen in bem früheren (Sinne nicht. — dagegen mufi für
bie Unioerfttät unb bie UnioerfitätöberWanbten auch fyeute
noch ber Sluöf^Iuß be£ Sübfchen unb ©adjfenrechtö unb bie
fortbauernbe Geltung lebiglid) be3 römiftfjen unb fanonifdhen
Rechtes behauptet Werben, ba ba£ barauf bezügliche, mehr*
fac^ beftätigte Sßribilegium nicht aufgehoben Worben unb bie
SlnWenbbarfeit be£ römifchen k. 9flect)tö hier lebiglid) burdf)
bie 3ugeljörigf eit einer Sßerfon $ur Uniberfität bebingt ift. 26 a >
3u ber ^Weiten Kategorie gehören bie oben unter 1 2
unb II 3 aufgeführten ©runbftücfe unb Sßerfonen.
Sitte unter biefen beiben Äategorieen nicht mitbegriffenen
©runbftütfe unb ^erfonen unterliegen bagegen bem Sübfcfjen
Otecfjte.
Sh n ^^ e SBerhältniffe wie in ÄHel beftehen auch in ben
übrigen h^tewiftf)^ ©täbten, Welche fich beä £übfdhen
SRedfjteS bebienen, foWie in ben mit Sübfchem fechte beWib*
meten «Stäbten in ber ^ßrobinj Bommern. 27 )
©3 fragt fich nun / Welche einzelnen innerhalb be3
<Sty>rengel£ be£ Sübfdjen Olccl)t^ belegenen ©runbftücfe noch
heutzutage toom Sübfdhen fechte ermtirt finb.
1. Qn ben ooen unter 1 1 aufgeführten klaffen oon
erjmirten ®runbftücfen gehören
a. baä ©chlofj nebft bem Scfjlofjgrunb, 28 )
26 a) 58 fl i. oben «Rote 23. S$le*w..$olft. 5(115. 1^7« im legten 9tb>
frfpiitt ber 9lbt)cmblung über ba£ e^elidje (öüterredjt.
* 7 ) Sgl. d. »Umoiodit, üübifdjeö fted)t in Bommern, «erlin 18(57,
3. 28 ff.
* 8 ) baö oben in § 1 s Jiotc 7 erwähnte ^ricbensinftritment.
ferner s J?otariatsim"rrnment über einen SdnebSfpmd) auä bem ^a^re
1354, Urfunbenf. Wacfitr. $b. II 8. 4(>5 ff., tuo cö beifit: Acta et facta
haec ante Castrum oppidi Kylc extra iurisdictionem Lub.
iudiiii. ferner Snäperfcii 0. n. *>einl)olb in ben ^obvb. b.
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Hl
h. ber ©djretoenteicf) >9 ) nebft einigen umltegenben, burd)
©inbämmung bcsfelben in ben [ewiger 3af>ren biefes 3af)r*
f)unbert£ gewonnenen ®runbftücfen.
Hugerbem befanben ftcf) früher unb befinben fiefj noef)
im Eigentum ber Regierung bic ©runbftürfc SBott 9k. 4H
(^ottgebäube) unb 5riebricf)ftraf3e Üttr. 2 (Steuerfaffe). 3U )
2Beitere biefer Kategorie gehörige, pribüegirte ®runb=
ftücfc fjat e$ pr 3eit °e r 2luff)ebung ber ^rtoilegirten Q6c*
ricfjtöftänbe m. SB. ntd^t gegeben.
2. ©runbftürfe ber oben sub 1 2 ermähnten Kategorie ftnb
a. bie £etligegeift*3lird)e,
b. bte mitotaumxfy,
c bte 6t. 3ürgen$*$at)eIIe,
d. ba$ $lTd)\biatonat am &orenfcenbamm (9?r. 12). SBgl.
unten <5. 37.
öanbeöf. IX 3. 31. Solbetyr in $eft 3 u. 4 b. Witt. b. @ei. f. Hielcr
Stabtgefch- 3. I» — 42. ftalcf a. a. £. 3. 312. Schiff a. q. C. — $a-
felbft ßilt auch heutzutage ber Sac^fcnfpießel.
,w ) 2>erfelbe ift ftet« im ttefi&e ber «anbMfjcrrfdjaft gewefen uub erft
im 3af)re 1862 oon biefer ber 3tabt Miel flbcrlafffit worben. ««1.
(SaSperfen a. a. C. 3. 24. 3cf)röber a. a. C. Saufen a. a. C 3. 33—34.
$Bt$ jum ^afpre 184J2 mar ber Schreventeich atfo unzweifelhaft ber #err-
fchaft beö Sachfenfpiegelä unterworfen, unb bied wirb auch Ijeute nod)
anzunehmen fein.
tft bieö ober nicht ganz unzweifelhaft. Könnte nachgewiesen
werben, baft ber Stobt Stiel im 3«h« 18(12 aud) bie 3uri*bifrion über
ben Sdjreoenteidj ubertragen worben fei — wa* id) nicht ermitteln
fonnte — , unb ließe fief> ferner unzweifelhaft feftfteflcu, baß ju biefer
ßeit ber obeu auf 3. 18 bei 9lotc 2 erwähnte Örunbfafc be$ i?übfd)en
Stecht* noch allgemein anerfannt unb angewenbet ift, fo fönnte behauptet
werben, baß auf bem Sdn-eoeuteich unb auf ben burd) beffen teilweise
Irocfenleguug gewonnenen Räubereien i'übfcheS 8tecf>t gelte.
(5ine gerichtliche (£ntfd)eibnng ber ftrage, welche* Stecht auf bem
3d)reoenteich gelte, ejiftirt m. nicht.
90 ) TaS erftere ift nach ^olbefjr, 93eirr. z- Jooogr. i. -tieft 3 u. 4 b.
Witt b. ®ef. f. ÜVieler 3tabtgefd). 3. 177 im 3al)re 1851» auf mehreren
Don ^riuatlcuten erworbenen (Mrunbftücfeu erbaut. — bezüglich beiber
oben genannten (yrunbftiirfe ift in. 31*. nicht nachweisbar, baft fie bem forum
superius unterworfen waren. (Ss gilt be*nalb auf beiben ihibfcne« 5Red)t.
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3. Sßribilegirte afabetmfdjje (&runbftü<fe finb:
a. bie ber Uniberfität nod) Ijeute gehörigen, auf früherem
6c£)lof$grunb erbauten ®ebäube in ber ^attenftra&e. 81 )
b. $a£ in ber ^üterftrajje belegene £fj^fialifd)e ^nftito*
ift bem Sübfdjen JRecr)te unterworfen. 8S )
c. 2(fabemifcf)e ©runbftütfe toaren früher auef) baS afa*
bemifcfje $ranfenf)auä unb ber botanifdje ©arten in ber
<ßrüne, ba3 ®ebäube glämifefje Strafe *Kr. 21) unb bie
frühere £ebammenlefjranftalt in ber $leeti)'öxn. 88 ) $)iefe
©runbftürfe t)aben bie (Sigenfrfjaft afabemifcfjer ©runbftücfe
berloren unb finb in bie $änbe Sßribater übergegangen.
Sie finb jefct lieber bem &übf<f)en $ftetf)te unterworfen. 84 )
4. 3lm Anfang biefeä Safjrfjunberta gab e£ nod) brei
fan^Ieif äffige ©runbftürfe in Äiel: 8r> )
a. <3)a£ ehemalige bon Salbern'fcfje $au£ in ber 3rlä*
mtfcfjen (Strafte 3tr. 31, h?elcr)eö 1834 bom Steht* erworben
unb in toeldjem firf) ba£ 6t^Ie§lr-ig*|)olftein*Äauenburgif(^e
£)berlanbe£gertd)f unb fobann ba£ s 4$reufjifrf)e Dberlanbeä*
geriet bte Dftober 18 ( J4 befanb. $)a§fe(be ift jefct in ein
(Seemannäfjeim umgetoanbelt toorben. 30 ) 3H )
b. $a3 bormalige gräflich Derfc'fcfje, nadf)f)er SBrotfborff*
Metfam£'fcr)e, and) SBarleberger £of genannte £au3 $>ämfd)e
!tl ) %l. über bic ©efäid)te biefer ©ebäube ütfolbefyr a. a. D. 3. 119.
$ie ftunftljaHe (iöolbe^r n. a. S. 123) gehört uid)t baju.
s2 ) $gl. über bie (tfeidjidjtc biefeö (iJrunbftütfä Sfolueljr a. a. 0.
3. 123, 151. @$ tft nidjt ttadjtueitfbar, bafj basfelbe ber afabemifdjcn
(öeridfrebarfeit unterworfen unb oon ber ftäbtifdjen ©eridjtsbarfeit ernnirt
luorben. %!. oben töote 8.
35 ) «gl. $olbef)r a. a. 0. 8. 123 unb oben Wote 8.
H4 ) $*gl. oben bie 21u3füf)rungen 8. 24 ff.
85 ) %f. Staatsbürger!. «Magazin $b. II 3. 102.
36 ) $gl. über bie ©efri)id)te biefeä WruubftüdS bic meljrfad) citirte
ftcftfdjrift 8. 1 ff.; Stolbefyr a. a. 0. 3. 1G8 ff., fotoie bcäfelbeu $er=
fafferS 5luffofe: „Tie fieler abeligen ftreiljäufer" in $>eft 1 ber SKitt. b.
©ef. f. Miel. 3tabtgefd). 3. 2!» — 37.
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I
J
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N
/
Wilkens Hof oder Langer Segen.
gez von H. B.Jahn.
Maafsstab 1: 2000.
fOO 90 SC 70 60 SO *0 30 iO >0 0 to °
I' 1 ' I I 1 1 ' 1 ' 1 '
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©trage 9lx. 19, roeld&eS fett bem $af)re 1839 bcr Vieler
llniberfität gehört. 87 ) 38 )
c. 3)er fogen. 93udjroalbffd)e ober ©dmiooler £of in
ber 3)änifcf)en ©trage, jefct bie bafelbft belegenen ®runb*
frücfc 9fr. 21—43.^) tiefer £of gelangte im 3al)rc 1H29,
nadjbem auf befonberen Slntrag ber ©tabt bie s 4$rit)ilegten
beäfelben bon ber Ütegierung aufgehoben roorben maren,
unter bie ftäbtifdje 3>urtebiftton unb bamit unter bie £>err*
fäaft bes Sübfäen Ote^tes. 40 )
§ 5-
®af$ bie im SBorfteljenben gefunbenen ©rgebniffe ridjtig
finb, ergiebt fid) au$ folgenben ©rroägungen unb Mady-
toeifungen :
mar, toie bereite mefjrfarf) fjerborgeljoben, bon jef)er
unb ift nocf) fjeute allgemeiner SRerfjtägrunbfafc, bafj t)infid)t*
lid) ber 9tet$t3berf)ältniffe an Immobilien, fomeit fie als
einzelne ^ermögenaftürfe unb nirf)t 93. als; 23eftanbteilc
einer (£rbfcf)aft in SBetradjt fommen, bie lex rei sitae auä*
frfjliefclicfj mafjgebeub ift. ') gNäMonbere richten fief) uad)
ber lex rei sitae bie 3räl)igfeit einer $erfon, (Eigentum an
bem ©runbftüd $u erwerben unb $u beräu&ern, bie gönnen
ber ©igentumäübertragung, baS s #fanbred)t u. f. ro. l )
SBenn alfo ein ©runbftücf im Gebiet be£ &übftf)en s Jted)te*
ST ) Sgl. über bie ©cfätdjte biete* Saufe* Stoiber 0. a. C, $>eft 1
3. 20—29; ipeft 3 u. 4 3. 122, 160. Galerien a. a. 0.
3tt ) $)iefe beiben ©runbftürfe fabelt burd) ben Ubergang au beu
Staat be^tt). bie Unioerfität bie Irigcufdjaft „fan^lcif affiner ©runbftürfc"
nidjt üerloren. 93eibe unterliegen nodj Ijcute bem Sadjfenfpicgcl.
") »gl. über bie (^efrf)ict»te biefeä .fcofe* «olbctjr a. a. C. fteft 1
3. 7—20; #eft 3 u. 4 3. 161. gaöperfcu a. a. 0. 3. 17 ff.
I0 ) «gl. aud) unten § 5 3. 37.
l ) »gl. 3tobbe, $eutfcf)e* ^rioatr. »b. 1 3. 175, 193 ff. ^aulfen
cod. ©. 17. ftald eod. SBb. I 3. 148, «b. III «bt. 1 3. 270 ff. brande
a. a. C. 3. 141—145.
3
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belegen ift, femn baä (Stgentum bavan nur nad) 5en im
£übfd)en $fted)te für ben ©igentumäerroerb geltenben S3e*
ftimmungen übertragen unb erworben, ein s #fanbred)t baran
nur nad) ben hierfür geltenben Regeln be£ Äübfdjen 9tec^t^
begrünbet werben. £ierau3 folgt mit 9tottoenbigfeit, baß
ba, roo nad)toei3bar bie Übertragung beä ©igentumä öon
®runbftüden unb bie SBer^fänbung foIct)cr nad) ben formen
be3 Sübfdjen 9ted)te§ bofl$ogen roorben ift, biefeä gegolten
(jaben muß, ober {ebenfalls, baß bie bei ber ©igentumä*
Übertragung zc. beteiligten Sßerfonen unb 53ef)örben ber
Meinung getoefen finb, baß ba£ £übfd)e 9ted)t gelte. 3)aS
®leid)e gilt natürlid) r)inft(^tltct) berjenigen ®runbftüde, bereu
Eigentum nad) (Sadjfenredjt übertragen rourbe.
SBor ©infü^rung ber J)reußifcf)en ®runbbud)gefefce in
ber s -Probin5 (5djle3roig*£olftein unb Anlegung ber neuen
©runbbüdjer, meld; lefctere im Hmtögeridjtäbcairf ®iel in
ben ^afyren 1884 unb 1885 eingerichtet roorben finb, mürben
in ben Herzogtümern oon ben ®erid)ten bie fogen. (Sdjulb*
unb Sßfanbprorofotle, in meiere bie $er£fänbungen ber
®runbftütfe eingetragen mürben, geführt. 2 ) Sftunmeljr tooH*
äiefjt fid) in ben früher getrennt geroefenen Birten ber
6tabt unb beä 2lmte£ $iel ber Smmobiliaroerfefjr einfjeit*
lief) nad) ben ©runbfäfcen ber :preußifd)en ©runbbucfjgefe^e.
23i3 $ur Anlegung ber ®runbbücf)er fjatte ber bor 18(57
beftefjenbe 9ted)t£5ufranb fortgebauert.
demgemäß finb bie <Sd)uIb= unb SßfanbprotofoHe, roeldje
bezüglich ber in bem guriöbiftionöbe^irf ber ©tabt ®iel
belegenen ©runbftüde in ®emäßf)eit ber $ßerorbnung oom
2. (September 1768, 3 ) unb f>infid)tlid) ber im SSejirfe bes
2 ) ißflt. toaei Wäfjere bei Seeftern^ault) a. a. ©. S. 231—349. $ie
bem Staate, ben Stäbten, (#emeinbeu u. f. iu. gehörigen ©runbftütfe
tuitvbeu iu ben 3cf)iilb= unb ^fanbprotofollen nid)t üet^eietmet.
:i ) 3ctmlb< unb s 4$fanbprotofollorbmina, für bie Stäbte ftiel, Dlben«
burfl unb Weuftabt; im § 1 fyetfot es*, bafj alle iu einer jebcu Stabt unb
bereu ^in-ftcibteu. aml) aufjcrftalb berfelbeu unter ber Stabtiurtöbiftion
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Slmteä $iel gelegenen ©runbftütfe gemöfi ber SBerorbnung
üom 3. $)ecember 1833 eingerichtet unb bis 1807 Don ben
öerfcrjiebenen dtericfjtebehörben ber (Stobt imb be* Slmteö
Äiel geführt Horben roaren, feit bem %al)xe 18(57 oon bem
9lmt3geri(f)te in Mel getrennt fortgeführt toorben. £terau*
ergiebt ftd), baß biejemgen (&runbftücfe, welche früher in
bem (Stabt Vieler <Scr)ulb* nnb ^fanbprotofoll Bezeichnet
roaren, nnter ber ©erichtöbarfeit ber 6tabt $iel, bog ba*
gegen bie im Slmte Vieler (5cf)ulb= imb $fanbt>rotofoll ber-
5etcf)neten ©runbftücfe unter ber gurtebiftton oc * Slmted
$tel geftanben ^aben. 3)a nun im Slmte $iel (Bachfenrecht
gegolten fyat unb fomit in ben jenigen (Gebieten, welche bt3
jum Z$af)xe 1867 ba$ 5lmt $iel gebilbet fyaben, noch gilt,
fo tft ber (Scr)htg ohne weiterem gerechtfertigt, ba& alte bie-
jenigen ©runbftücfe, meiere in bem 2lmtö Vieler ©drnlb;
unb Sßfanbprotofoll bezeichnet roaren, bem Sachfenrecrjt
unterworfen finb, unb bafj umgefehrt biejenigen ®runbftürfe,
meiere im ©tobt Vieler (Scfjulb* unb ^fonb^rotofoß auf*
geführt geroefen finb, bem £übfd)eu 9terf)tsgebiet angehören. 4 )
93t£ 5ur Anlegung ber ©runbbücher mußten ferner bie
Übertragungen be£ (Stgentumä an förunbftücfen in bem ehemals
$um QuTriöbiftionöbe^irfe ber Stabt Stiel gehörigen (Gebiete
nacr) Sübfcrjem, in bem ©ebiete beä früheren 9lmte3 Miel naci)
<Sachfenrecf)t borgenommen roerben. %n bem Slmte &tcl mar
belegenen ftäufer, SBofynungen, ©arten nnb ßänbcreieu oljnc Unterfdiieb
ber ^erfonen anfgefefaieben unb in ba$ Srfmlb* nnb ^fanbbrotofoll ein<
gewidmet werben füllten.
4 ) 3ö)0» bie bloße Jljatfadje, baft ein (A>runbfh'tcf im Stobt Mieler
Sdjulb* unb ^fanbbrotofoU ber^eicljuet war, ergiebt, bafj biefeS ©runbftücf
ber ftäbtifd)en ^uriöbiftion unterworfen gewefen fein mufc. «gl. Wote 3.
93ejüglid) berfenigeu ©runbftütfe , Innfi^tlirn bereu ein anberweitiger
WadjweiS bafür, baß unb wann fie unter bie ftäbtifaV ®erirf)t$barfcit
gelangt finb (bieö gilt namentlid) oom i'augeniegen unb ben oben S. 14
erwähnten, awifdjen i'orenfccnbamm unb ^f)ilofopl)euweg belegenen ©runb
ftäcfeu) nidjt erbradjt werben fanu, ift baburd) unrtjgemiefcu, bafj fie mit
Einwilligung ber yaube$l)errid)aft unter bie oitriöbiftion ber Stnbt Miel
gelaugt finb.
3*
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früher #um (Shrroerbe be£ @igentum§ eine« ©runbftücte burdj
>Rerf)tdc;efc^äft unter Siebenten nur bie Srabition bes ©runb*
friicfs unb ($rrid)tung eines frfjriftlidjen Stontraftö erforberlid).
3n ber Stabt .ftiet mußte $u öiefen beiben (Srforbemiffen, bem
«übfd)en )Hed)te gemafj, bie Sluflaffung bes ®runbftürfö bor
bem ÜJcagiftrat, feit 1867 öor bem Slmtsgeridjt, Einzutreten.
$)iefe Sluflaffung r)tc6 in &iel „SSerlaffung." 5 ) ^)inficr)tüct)
ber jenigen ©runbftücfe alfo, bie nadjroeislid) „oerlaffen"
roorbeu finb, ift ber ftrifte Söeroei* erbracht, baß fie r>on
bem 9Jcagiftrat betfv. ben ®erid)t£bef)örben al* bem Sübfdjen
)Ked)te unterroorfen angefefjen unb befjanbelt roorben finb.
$)er weitere ©rfjlufj, bafj auf benfelben Sübftfje* 9ted)t gilt,
ergiebt fid) f)iernadj oon felbft.
($ö ergiebt ftd) alfo, ba&, roo 3 ro ^f e ^ über bie 3 Us
gef)örigfeit eine* ©runbftücte jum Gebiete bes Äübfcfyen
ober bea Sachenrechts auftauchen fottten, biefe meift fefjr
Ieirf)t baburct) gehoben roerben fönnen, ba§ unterfudjt roirb,
ob bas qu. ®runbftücf in bem früheren (Sdjulb* unb Sßfanb*
protofoll ber Statt äiel ober bes 2lmtes Äiel bezeichnet
mar. ©s fonnte felbftberftönbltcr) nicf)t Aufgabe bes 33er*
faffers fein, bezüglich jebes einzelnen Vieler ®runbftücfs bie
©cfjitlb* unb $fanb£rotofotfe nadföufehen. ©s fonnten nur
(3tid#roben genommen roerben. 3)er SSerfaffer glaubte ficf)
bal)cr barauf befd)ränfen $u bürfen, f)infid)tlicf) einer Steide
ber narf) ben obigen Ausführungen innerhalb bes Sübfcfjen
flted)tsgebiets unb an ben (^ren^en bes Sächfifchen 9ted)t&=
gcbiets liegenbcn ®runbftücfe burdj) (Sinfichtnahme ber ©runb=
aften bes $öniglid)en 2lmtsgerid)ts 511 .tiet feft^uftetten, bajj
fie tfjatfärfjlirf) im (Stabt Metex Sdjulb* unb $fanfy)rotofoU
bezeichnet roaren unb aud), forocit ©igcntumsübertragungcn
burd) s Jted)tsgefd)äfte unter Sebenben aus ben ©runbaften
nadjgemiefen roerben fönnen, „berlaffen" roorben finb.
$ie (Srgebuiffe biefer ©rmtttelungcn merben im $oU
gruben luicbergegeben :
s i*fll. über bie bei ber $crlaffuiiß beobadjtcreit formen Seeftcrn»
%ta\\h) a. a. C. 3. 330 331.
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Die Einteilung ber Sdjnlb* unb ^fanbvrotofoüc cnt*
fprad) bcr Einteilung ber &tabt Miel in 4 Quartiere.
Der oben (5. 33 erwähnte ehemalige abelige Sdjmooler
£of, jefct Dänifdje Straße 9h. 21 48 einfajlte&lid), toar
im Stabt Bieter Sdjulb* unb s #fanfy)rotofotl ucr^eidjnct unb
^mar al£ ^um britten Quartier gehörig.
Die ®mnbftürfe *Jorenfcenbamm 9fr. 14- 2r> einfd)licfc
lid) waren ebenba als ^um erften Quartier ßcr)örtß Der»
^eidjnet; bie ©runbftütfe Sorenfcenbamm fflx. 14 Hi finb
SB. nodj am 30. Oftober 1884 „öerlaffen" worben.
Die ®runbftürfc be* Sorcnfcenbamm, oom (Sdjlofjgarten
an bis; 9fr. 10 eiufdjliefjlid), waren bagegen im Slmte Mieler
(Sd)ulb* unb $fanb£rotofoll eingetragen unb gehörten $um
fünften Quartier; SBerlaffungen berfelben finb nidjt nad)*
meßbar.
Das <&runbftütf &orenfcenbamm 9fr. 12 (2lrd)ibiafonat)
gehörte jum britten Quartier. SBgl. oben <£. 31.
Die ©runbftürfe «ergftra&e 9fr. 2, <>, 8, 14, 22, 24, 2<i
Waren im ©tabt Mieler ©d)ulb* unb s ^fanbprotofoll Der*
^eidjnet; fie gehörten ^um erften Quartier. 3n ben fieberiger
unb adliger ^aljren finb fie mieberfyolt oerlaffen worben.
Die ®runbftürfe SBergftra&e 9fr. 27, 28 unb mtyeU
minenftrafje 9fr. i», SBiltyelminenftra&c 9fr. 1 , 3, 5, 7 waren
bagegen im 2lmts Mieter ©djulb* unb s #fanb$)rotofotl oer-
^eidmet, gehörten ^um fünften Quartier, üßerlaffungen fjabcn
n\ct)t ftattgefunben, oielmef)r finb fie berfdjiebentlid) nad)
ben %oxmen bes (5ad)fenredjts öeräujjert worben.
Da* ©runbfrüd s Bil$elminenftra&e 9fr. 21) liegt au*
wetsltd) ber ®runbaften teife im Gebiet bes £übfd)en, teil*
in bem bes 6ad)fenred)ts.
Die ®runbftürfe 9ttuf)liusftraf3e 9fr. 2t« unb 30 waren
im Slmts Mieler (Sdmlb* unb ^fanb^rotofoll Der^eia^net unb
gehörten sunt fünften Quartier, Sterlaffungen fjaben nidjt
ftattgefunben, oielmefjr finb fie 1871) unb 1881 nad) ben
formen bes <5ad)fenred)ts berängert worben.
Das ©runbftürf Sttuljliusftra&e 9fr. 32 war im Stabt
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Vieler Scfjulb* unb Sßfanbprotüfoll bezeichnet; eä gehörte
^um erftcn Quartier unb ift am 28. Januar 1875 berlaffen
roorben.
$)ie ber &tabt Stiel noch jcfet eigentümlich gehörigen
©runbftücfe, barunter auch baS ©runbftüct OJcuhiiuSftrafje
9cr. 31 fonrie bie ehemaligen pascua, fotoeit fie nicht oer*
äußert finb, unb bie fonjtigen ©tabtlänbereien im Umfange
bon ettoa* über 453 ha finb im ©runbbuche bon Stiel
33anb LVII ^ölatt 2842 bezeichnet. (Sie toaren in ben
©djulb* unb Sßfanbprotofotten nicht aufgeführt. 3)ie <Btabt
Stiel ift auf ®runb ir)re^ unborbenflichen SBeftfceä alz ©igen*
tümerin aller biefer ©runbftücfe im ©runbbucf) eingetragen,
©igentumäübertragungen, inSbefonbere SSerlaffungen fönnen
an biefem au£ bem ©runbbuche nicht nachgehriefen werben,
ebenforocnig wie bezüglich bes kleinen Stiel, beö ©chloffeä,
(Sdjrebenteiches, beS Stieler $afen$, roelche auch in ben
©rfjulb- unb ^fanbprotofollen nict)t aufgeführt finb.
$)er oben ermähnte &ange (Segen ober 2Bilrfen£hof
bilbet eine Dom ©ebiet beö Sachenrecht« ringS umfchloffene
©nflabe bea Sübföen 9tec$tö/') 9caaj Safjn'ä Starte bilben
benfelben bie ©runbfrücfe Stolbingftrajje 9tr. la, 1, 3, 5, 7, 9,
11, 13, 15, 1 7, 2, 4, <>, 8, 10, 12, 14, 18, 22, ber ätoifchen biefen
©runbftürfen liegen be Xeil ber Stolbingftrafee fonrie ber
SBreitetoeg mit ben ®runbftücfcn 9cr. 1, 3, 5, 7, 4. üBon ben
aufgeführten ©ruubfrürfen Stolbingftra&e <Kr. 2, 4, «, 8, 10, 12
unb Söreiterrocg 9cr. 4 gehören jeborf) bie hinteren £ofräunte
roieberum bem ©cbiete beä ©achfenrechte an.
Mit biefen Angaben ftimmt ber Inhalt ber ©runbaften
überein, abgcfehcn bon ben Käufern ÄolMngftra&e 9tr. 2,
10 unb 12.
fya* ©rmtbftürf Stolbingftrafje 9cr. la ift im Stabt
Vieler (Schulb* unb ^fanb^rotofoll bezeichnet getoefen, ^um
erften Quartier gerechnet unb roieberholt (27. 2tyril 1865,
27. fcccember 1883, 24. Styril 1884, 30. Oftober 1884)
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berlaffen roorben; ein fleiner Xeil btcfeö ®runbftürfö Qua*
bratmeter) mar im Slmtö Vieler ©djulb* unb s 4$fanbJ)rotofoll
öergeit^net unb gehört bemgemäfj bem (Gebiete beö ©adjfen*
redete an.
$)ie ®runbftürfe ^olbingftrafce 3, 7, 9, 11, 13, 17
roaren fämtlid) im ©tobt Vieler ©dmlb* unb s #fanbprotofoll
ber^eidjnet; fie gehörten $um erften Quartier. ©s finb
toiebcrfjolte SBerlaffungen berfelben nacfyroeiöbar.
SMe ©runbftüde «run&mfer ©trafee 9fr. 44 unb Äol«
bingftraße 9fr. 2 liegen bagegen im (Gebiete bes ©adjfen*
re<f)t£. ©ie toaren im Stmts Vieler ©d)ulb* unb $fanb=
pxototoü ber^eidjnet unb finb, foroeit nad^uroeifen, nicr)t
berlaffen, bielmef)r im ^afjre 1874 nad) ben formen be*
©acfjfenrerf)te an ben s Jted)töborgänger ber jejugen SBeftfeerin
beräu&ert roorben.
©ie ®runbftürfe &olbingftra&e 9fr. 4, <>, 8 gehören
teils bem Gebiete be$ Sübföen, teil« bem be* ©ad)fenred)ts
an. (Sie roaren ^um Seil im ©tabt Vieler ©djulb* unb
Sßfanb^rotofoll beraeidjnet, gehörten inforoeit ^urn erften
Quartier, unb finb inforoeit berfdn'ebentlid) berlaffen. Xeile
biefer ®runbftücfe roaren aber aud) im tote Vieler ©djulb*
unb SßfanbJjrotofoU ber^eidmet unb finb infotocit nad) ben
Jormen be£ ©ad)fenred)te beräu&ert.
3>tc ©runbftücfe tolbingftra&e 9er. 10, 12, 14, 18, 22
unb 93reiterroeg 9fr. 1, 3, f>, 7 fallen bagegen roieber gan^
in baä £üofd)e 9lect)tögebiet. ©ie roaren im ©tabt Vieler
©($ulb* unb ^fanbprotofoK beraeidjnet unb gehörten aum
erften Quartier, ©£ finb berfrfjiebene SBerlaffungcn nad)*
roeiä&ar.
3)a3 ©runbftürf s 43retterroeg 9fr. 4 umfaßte früher bie
gan^e füblia^e ©eite ber genannten ©trafec. gehörte faft
gan^ $um erften Quartier, mar inforoeit im ©tabt Vieler
©djulb* unb ^fanb^rotofoll berjeidjnet unb ift nadjroeteltd)
berfd)iebentlid) berlaffen roorben. 9hir bie ^ar^elle 150 be«
$artenblatte 17 {©tffjauS £angerfegen unb 93reiterroeg^ mar
im Slmtö Äieler ©dmlb* unb ^fanbprotofoll ber$eid)net unb
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ift, fomcit erfuf)tltif), nacf) ben gönnen beS <5acf)fenr ed)t*
oeräu&crt.
^er $of Jammer fjat 6td $um Qaljre 1877 ber <3tabt
Miel geljört. @r mar im ©tabt Vieler ©ifmlb* unb Sßfanb*
protofoll alz 511m erften Quartier gehörig t>ergetd&net. Slm
28. $um 1877 ift er an einen ^orbefifcer be3 jefcigen ©igen«
titmerö unb ftmter nodmtate oerlaffen morben. 3)er £of
Jammer ift alfo bem £übfd)en 9tect)te unterworfen, iftur
ein Xeil beöfelben, bie fogen. $ammermiefe, mar im 2lmte
Vieler <5rf)ulb* unb $fanb£rotofoIl oeraeicfjnet. 5luf biefer
gilt <5acf)fenrecf)t.
$er #of Vieler $of, ein Xeü ber pascua, mar im
©tabt Vieler (Srfjulb* unb ^fanbjrcotofoll ate jum erften
Quartier gehörig öer^eidmet. ®r ift am 25. (September 1873
an ben je^igen ^Befi^er oerlaffen morben. 9hir ein Xeil,
bie fogen. ffiaffltoppel, toar * m 5lmtö Vieler ©dfjulb* unb
^Pfanb^rotofott oer^eia^net; ber jefcige SBefifcer fjat biefelbe
im Styril 1875 natf} ben formen be£ (Sadf)fenred)t£ er*
morben.
gaffen mir baä ©rgebnte ber oorfteljenben 2lu3füf)rungen
jufammen, fo finben mir:
1. ba& £übftf)e£ SRecfjt gilt
a. auf bem Vieler «£>afen unb ben 5luffd)üttungen bei
ftriebricfjsort, Holtenau unb ©aarben;
b. auf bem fogen. Sangen (Segen ober Söilrfenstfjof,
melier bie ©runbftüde
^olbingftra&e 9lr. 1 a (nicr)t gan^), 3, 5, 7, 9, 11,
13, 15, 17, 4 (nirf)t gan^), (nidjt gan^), 8 (nidjt
gan$), 10, 12, 14, 18, 22, Söreiterhieg 9ßr. 1, 3, 5,
7, 4 (niäjt gana)
umfafjt;
(•. auf bem £>ofe Jammer mit 2luänaf)mc ber Jammer*
miefe;
d. in bem oben ©. 20 nä^er umfdjricbcnen Gebiete
ber <5tabt, be* StabtfelbeS unb bes Vieler £afenä
mit Sluönafyme ber ^ßfa^ifoppel.
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2. $)n& bie ®eltung beä 8übfd)en 9tecf)t£ in ben foebcn
sub 1 aufgeführten (Gebieten bie oben im § 4 heroor*
gehobenen ©infrfjränfungen etleibet.
$)ie 3ftage, ob üübfrfjed s Jterf)t ober ber (Satfrfenftnegel
in erfter Sinie an einem Orte gilt, fjat heutzutage im
roef entluden nur norf) für ba£ 6ert>itutenrecf)t, bas er)eltcr)c
®üterred)t unb bas ©rbrecf)t praftifrfje s -8ebeutung. 9tacf)
©infüfjrung be£ ^Bürgerlichen Gtefefcbudjes wirb and) biefc
s 3ebeutung allmäpd) oerfc^minben. 3™merl)in roirb es
aber aurf) bann nodj oon ^ntereffe fein, bie ehemaligen
©renken atoifdjen ben ©ebieten beä £übfd)en Diecfjtö unb
be£ ©achfenfoiegel* in ber 6tabt $iel fennen $u lernen.
2>retsel)ttter berief) t
über
Die ^Ijätiaffit Der ©efcüfrftaft für «ticler etabtgcfditditc.
erftattet
in ber Safjreäoerfammlung am 4. Styril 181)8.
■
^cr ^orftanb ift nitfjt in ber Sage geroefen, im legten
^afjre ein $eft fjerau£j$ugeben, aber bie Arbeiten unterer
©efellfdjaft finb fräftig nnb erfolgreich geförbert roorben.
SBon ben toorgef ebenen $ubltcationen ift bie Slbtyanblung
beä #errn 9terf>töanroalt Dr. Söolff in Altona „Über bas
lübifctye s Md)t in Äiel" ferrig gebrueft. 3)er 5öerfaffer f)at
barin für bie ©trafen nnb Käufer ber ©tabt unb für bie
Jelbmarf feft^ufteKen gefugt too lübifrf)e£ unb roo ©ad)fem
recf)t gilt, unb fyat bamit im gufammenfjang aurf) bie
fonftigen Siechte be^anbelt, bie in ber (Stabt früher ^ur Sin*
toenbung gefommen finb unb norf) fommen. ^err 3a ^n
fjat bie ©rgebniffe ber Untersuchung auf brei farbigen
^Blättern fartograpf)if(f) $ur $)arfteUung gebracht, bie bem
£efte beigegeben werben. 3)iefelben finb nod) in Slrbeit, aber
6ereit£ corrigirt, fo ba& baö £eft in 23älbe erfdjeinen roirb.
wirb hoffentlich and) au&erfjalb unferer ®efellfcf)aft, bei
ber ©tabtbertoaltung unb bei ben Berichten ^ntereffe er*
regen.
£err Dr. (Stern f)at, nrie ©ie (Sief) erinnern toerben,
brei Aufgaben übernommen, bie Verausgabe ber Wremer*
fd)en (Sfjronif, eines Urfunbenbucf)es oon Äiel unb einer
üuellenfunbe unferer ©tabt. 3)a bie brei Sirbetten in innerem
Sufammenfjang mit einanber ftefjen unb jtcf) ergänzen, werben
fie toon il>m neben einanber erlebigt. Unt ben ftrengen Sln=
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forbcrungcn, Une fie bie 28iffenftf)aft jefct ftetlt, genügen &\x
tonnen, fyat firf) $err Dr. ©tetn bemüht, aUeö Material,
ba£ für ifyri überhaupt in gfrage fommen fann, fcnncn
lernen. £iu bem g^ecfe f>at er baä auf bem 58oben beä
alten 9latf)f)aufeö unb im ©tabtljaufe bepnblit^e Vieler
<Stabtarcf)ib fo oollftänbig burdjgearbeitet, roie e£ anfrfjeinenb
^um erften OJlale gefcfyetjen ift; unb er fjat babei fo biete
unbefannte unb berlegte, für bie ®efdjicf)te fjöcfjft toertlibolle
Urfunben entbetft, ba& nidjt nur unfere <&efeHftf)aft, fonbem
aurf) bie (Stabroerroaltung tfrni für feine 2ttüf)e fefjr banfbar
fein mufe. Seiber fyat er aber and) feftgeftetft, ba& nirfjt
wenige einft oorljanbene 9lrcf)ibalien mct)t mefyr erjjftiren
unb anbere ftd) in einem rerfjt bebenflicf)en 3 u ftonbe be=
finben. (Sine (Sammlung, Drbnung unb toürbtge Unter«
bringung be£ norf) Sßor^anbenen toirb 511 einer bringenben
s $flid)t, roenn nicr)t nod) mefyr SBerlufte eintreten follen. $)ie
s 43enufcung be£ 2lrcf)iDS wirb, roenn erft bie Queöenfunbe
erftfjienen fein toirb, toefentlid) erleichtert toerben.
ferner fjat £>err Dr. (Stern bie $urcf)forfd)ung ber
älteren Söeftänbe bes> $ircf)enarcr)iü£, bie fiel) ebenfalls un«
georbnet in einem l)öcf)ft ungeeigneten s Jtaume beö Sttifolai»
fircf)tf)urmS unb in einem wenig angemeffenen .ßuftanbe be*
finben, fortgefefct unb beenbet. ©r tjat aud) t)ier über*
rafdjenbe %unbe gemacht, bie nirf)t nur für bie ©efdjidjte
$iel3, fonbern and) für bie bon (Scfjleätoig * ^olftein über«
fjaupt bon 2öid)tigfett finb. 9Beiter ^at er eine 28ocf)e im
©taatSardn'b $u Sd)le3nrig, ^mei Sage im ©tabtarrfjib unb
in ber ©tabtbibliotfjef jju £überf, $toei Xage im Slrct)it) ber
jurifrtfcfyen gafultät ber Uniberfität iKoftotf gearbeitet, um
Material fammeln unb Spuren bon Urfunben naefföu»
gef)en, bie fidt) anberstoo gezeigt Ratten, £ier ift ebenfo
bie SluSbeute eine reiche getoefen. 3)ie ®rofje ^öniglidje
93ibIiotf)ef unb bie Uniberfitätöbibliotfjef $u $o£enf)agen fjaben
ifmt je eine £anbfcf)rift getieft, ©ine Dleife borten jur
Unterfutfjung ber fdjIeäroigsl)olfteinifd)cn 53eftänbc be£ $gl.
(&cf)eimarcf)to£ toirb nod) nötfyig fein. 3)a£ <&efammtergebni&
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bicfer fhftematifch unb mit (Sachfunbe betriebenen 9cad)*
forfdmngen ift getoefen, baß ftcf) bie Quellen für bie ©e*
fchirfjre unferer (Stabt in einer Söeife, roie man baa biö bor
^ur^em noch nicht fyattc ahnen fönnen, bermehrt haben;
unb manches bürfte noch ^in^ufommen.
Um fo mehr müffen mir es bebauern, ba& £err Dr.
(Stern unfere (Stabt am 1. Mai berläfjt, um ein neues
Amt in gürth anzutreten. 3)otf) wirb baburd) bie Sßeenbi*
gung ber bon ihm übernommeneu Arbeiten ntd&t gefäbrbet,
nur ettoaS ber^ögert. SSon ber 58remer'fd)en (£f)ronif finb
bis jefct 10 93ogen gebrudt. $)ie Ausgabe ift nach ben
mobern en ®runbfä£en toiffenfd)aftlicher Sßublicationen bear*
beitet unb mit einem ausführlichen Kommentar berfehen,
ber baburef) einen felbfränbigen 2Serth erhält, baß für ilm
nic^t nur gej>rudteS, fonbern and) archibalifcheS Material
bertoenbet toorben ift, fo baß er eine in jeber 4?inficf)t
münfcf)te Ergänzung $ur &fywn\t felbft bietet. SMS ©nbe
biefeS Jahres muß ber 3)rud ausgefegt merben; £err Dr.
(Stern berfpricht ben Abfchlufj auf ben Sommer, ffäteftenS
auf ben October 1 HDV».
gür bie QueEenfunbe ift baS Sftaterial bollftänbig ge*
fammelt, unb es bleibt nur noch bie Aufarbeitung übrig.
3)er 'Srud fotl unmittelbar nach oer J?ertigftellung ber
93reiner'fchen ©h^ntf beginnen unb nrirb nach b& 93ered) s
nung beS £errn Dr. (Stern Oftern 1900 beenbet fein.
gür baS Urfunbenbuch finb ade bereits anbermeitig
gebrudten (Stüde abgefchrieben; fie müffen noch mit ben
Originalen, reff, mit ben anberen Vorlagen, auf bie fie
^urücfgehen, berglichen werben. *3)ie ungebrueften (Stücfe finb
theils bezeichnet, theils bereits aus ben archibalifchen &or*
lagen abgefchrieben, bis auf baS, roaS Kopenhagen norf)
bringen wirb. 2)er erfte 5öanb foll bis £ur SBerpfänbung
Kiels an Sübed 14(39 gehen, ber jroette bis erroa 1571).
$>aS ättanufeript für ben erften 93anb benft £err Dr. (Stern
bis @nbe 1899 liefern $u fönnen.
ißtenn biefe brei Arbeiten borliegen, werben mir einen
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großen ©djrttt borroärtä getfjan 5 a & en > oenn oann ^ anlt
an eine roiffenfcfyaftltdje StarfteHung ber Gbe\d)id)te Mete ge=
batf)t werben, ba toofjlgeorbneteä unb fritifd) geftd^tete^
Material in güKe oorljanben tft.
^)ie Verausgabe be£ SBarbud)e£ ift in Meiern ;gaf)re
leibet wenig geförbert toorben, bod) arbeitet £err cand. phil.
$Bong*©d)mibt, ber fie übernommen fyat, jefct baran, nnb
fjat oertyrodjen, in ^ur^em ben Xejct briteffertig einzureiben.
Um ben ^nljalt be£ intereffanten s 43ud)es unfern 9ttitgliebem
näfjer ju bringen, ift £err Dr. iur. 2uppe gewonnen, bamit
er eine gemeinoerftänblidje, jebod) it»iffenfct)aftlicf)c $)arftellung
beä SÖarredjteä in $iel ber Ausgabe hinzufügt. (5r erfcfyeint
für biefe Aufgabe befonberä befähigt, ba er einen oerwanbten
®egenftanb au£ ber lübifct)en s Jted)tegefd)id)te bereite be*
fyanbelt Jjat. ©eine Arbeit ift ftfjon äiemlid) fortgef abritten,
fo ba& auf eine 93eenbigung be3 (Standen nun wof)l in ab*
fefjbarer Seit 5 U hoffen ift.
$>ie ©efd)id)te ber Harmonie, für beren ^Bearbeitung
unb 3)rurflegung un£ bie ®efellfdjaft Harmonie oor if)rer
Sluflofung 800 9ttarf ausgefegt f)at, ift oon £errn $aftor
90* au übernommen worben, ber meint, ba£ 9ttanufcrtyt bte
©übe btefeä ^afjreä berforedjen $u fönnen.
Wlit unferer SBibliotljef ift eine erfreuliche Neuerung
im SBerfe. 3)er $err SanbeSbirerror (jat un3 ben SBorfdjlag
gemalt, unfere SBibliotfjef mit ber be£ &anbe£bireftorium£
gu oereinigen. $)er SBorftanb fjat befd)loffen, barauf ein^u*
ge^en, unb e3 ift eine Slbhmft folgenben ^ntyaltö getroffen.
Unfere ganje 93ibliotf>ef ge^t in bie Verwaltung be3 £anbe£*
bireftorium£ über, ba£ alle biejenigen oon unfern Söüdjem
unb ©djriften, bie e£ in feiner SBibliotfjef nidjt fyat, in beren
58eftanb einreibt unb bie übrigen, in Giften oer^arft, in Ster*
Wahrung nimmt. Unfer (§igentf)um$red)t bleibt bollftänbig
gewahrt, unb «$um SRacfyweifc beäfelben Wirb ber oor^anbene
gettelfatalog, ber in unfern £änben oerbleibt, weitergeführt,
fo ba§ alfo, falte unfere ®efcHfrf)aft fiel) einmal auflöft,
Womit unfere s lUbliotl)ef an bie <Stabt fallen Würbe, biefe
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nacf) bem Kataloge bie SBftdjer ^urürfforbern fann, toenn fic
totH. $)iefe 2lbfunft tyat bcn SBortfjeil, bafc mir aller (Sorgen
für bie SBerroaltung unb aller Soften, mit 9lusnaf)me ber
für bie Fortführung beä ^ettelfatalogS, überhoben finb, unb
baß für unfere Sttitglteber unb ba3 wettere Sßublifum baS,
toa£ unfere 93ibliott)ef bietet, fo leidjt augänglirf) gemacht
nrirb, toie h?ir e3 mit unfern Mitteln niemals mürben er«
reichen fönnen.
©nbltcr) ift ju ermähnen, bafj am 3. September Dortgen
3a$re$ 2Kitglteber unferer ®efellfcf)aft unb ©äfte ba£ 9Jtufeum
oaterlänbifif)er Slltertfjümer befid)tigt fjaben. $>er Ütunb*
gang burd) bte (Säle unter ber Sprung bon Fräulein
9#e3torf bot toiel be£ 93elef)renben unb Slnregenben. Sin
30 Sßerfonen, barunter eine 2ln$al)l tarnen, toaren an*
toefenb.
s #rof. <£. SHobcnbcrg,
,V 8- SJorfifofitber.
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Uekrftcfit
ber ötinnahuun unb Ansgabtn ber ©cftllfdtaft für
Vieler Stabtgtfdnchtt für 1896 unb 1897.
1896:
1897:
ff Cm * — A — — ff- * ■ » -
IS t n n a t) m c :
u
tili.
Söettrage bon ben UJatgltebern. . . .
4o6, —
405, —
lMAtK*AA S^V f*C^\ 4"/*% Sf ^AiiA
oUU, —
oUU, —
^Mt»tfv(*trt f^£»r* OAc*$ r» ffi <*fin t'f fvr»tViit ff Trtf»v* S)fr*-
-oeinuy uet wi]iU|uju|i itcinuuiijct ziv*
m«>rtfVr»mihp
$00
-oiuiuij uti v^i|iu|uju|i ryuiuiunu
OUU, —
Q4tttV»tt
14.7 10
^Vlljtll UUIU tl|vllltll -<Jl|lvUlU ....
14. 70
14. 70
2017,80
1244,22
9lu3gabe:
Honorar für Jöettrage
380,—
Jüorurüeucu jur urrunucnoucij ic.
#öf)ne
49,40
54,97
001,15
>
24,00
20,87
Breuer uerfidjerung für bte Söibltot^ef . .
2,25
Slatalogtfmmg ber Jötbltotfief ....
181,55
*:() )<S
2 * ,90
M.
1180,08
494,04
4233,35
5071,07
2017,80
1244,22
JVL
0251,15
6315,29
SluSgabe
1 180,08
494,64
93ef)a{t am 3afyreöfrf)lujj M
5071,07
5820,05
©ifcrtter 23eftanb au£ ben ^Beiträgen
ftnitbigcr s JJtftgIteber, untoeränbcrt .At
420,—
420,-
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i
eUfri^aft fiir feider |tniitgEfdiiit)tE.
Ftiel, 180».
Verlaß oon üipfiuS & Jifdjer.
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Steter SBar&ud)
(1405—1540).
c r a u ä o c fl c b c n
Dr. iur. ^ermann Cuppe
in Jiicl.
mißt, 1899.
3>rucf uon 91. ft. 3*«fcn-
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^Inhalts -Beqeichnte.
Sfite
A. mnltituna 1
I. Die $<tnbfd|rtft 1
§ 1. Außere s $efd)affenl)eit ber .^panbfdjrift 1
§ 2. Die Sdjretber 2
§ 3. $)euuftiutß ber .ftaubfdjrtfi burdi Wremer . 4
II. Der %nl)aU bcS »arbudjeS <>
§ 4. %m WUgemeinctt t>
A. Das Strafredjt 7
§ 5. Die Strafen 7
§ <>. Die SSterbredjcn 1>
I. Diebftabl unb üertuaubtc ^erbrerficu . ... 10
II. Dotfrijlaa, unb oertvanbte Herbredjcn ... 13
III. Sonftige SJerbredjen H>
§ 7. Mflgemeine ©runbfäfcc 18
§ 8. 93ea,nabia,una, unb (2üfmc 20
B. Da* Strafverfahren 24
§ 9. Die ©erirf)t«öerfaffuna. 24
§ 10. SJorberfaf)i*en tmb .ftaitpt&crfyanblunß .... 31
§11. ißarredjt unb ^erfeftuug 38
III. Der Bwecf M «arbuifcö 45
IV. OHitrititung ber HuSßabe 48
B. ^<id ftieler Warburf) (1465 — 1546) 51
C. Gegiftet 105
I. SReßifter ber $erfoneiinameu 107
II. 9?eßifter ber Ortsnamen 114
III. Sßtort- unb Sa^regifter 110
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Jlbkürjnngen kr -ritierten f ittcmtur.
ftad) = .£md), $acf alte Sübifdje Wcdjt, 1830; bie römifdjen 8a^ e «
ßcben bie (Sobiceö, bie arabifdjen ftiffern bie Wrtifel berfelben an.
Urttmbcnfammfitnß = Urfunbenfammluna, ber §d)(eän>tß « .^olftein-
«auenburflifäcn ©efetlfcbaft für öaterlänbifd)C (i5efri)i$te, f> «bc.
Weine Wbljanbluua, = fiuppe, $eiträa.c 311m $otftf)laa,3re4>te Sübecfä
im Mittelalter, 3naua. Effert. 1800.
ftrciteiborff , (Sinlcituna, = ^rendborff , ©nleitimß frim (Stralfunbcr
$erfeftuna.äbud), 5öb. 1 ber £anfifd)en @efd)id)täqueflen, 1875.
ftalrfä Wrd)ib = ftalrf, Slrdjiö für ©efd)id)te :c. ber §frfti)fltütner
3djledroifl, $olfteiu imb Wallenburg, 3<rfpfl<uifl V, 1847.
Iretjer, Einleitung = Fretter, ©inlcitnna, ^ur Äcuntniä ber tum
i'übecf auSa,ea,ana,encn allgemeinen SBerorbnungen, 17(59.
.S>affe = /paffe, 8d)leöroifl '/polftcin 'öaueuburflifdje Urfunben uub
ffiegeften, 3 $bc.
u. Wette - 0. Welle, ©rünblictjc Hadjridjten öou Hübecf, 1787.
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(Einleitung.
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I.
®tc #anbfd)rtft
§ 1. «cufecvc ^efdioffenljcit Der S>niiDjd)rift.
$>a£ Vieler Sßaxhud) ift un3 in einer Pergament*
Jjanbfdjrift in Dftaoformat überliefert. 2)ie £>anbfd)rift
ift ©igcntum be£ Vieler 9ttagiftrat3 nnb tt>irb stammen
mit ber 2ftef>raaE)l ber Vieler @tabtbütf)er auf bcr Möuig*
liefen Unioerfitätöbibliotfjef Äiel aufberoaf)rt.
$er Sßcrgamentumfdjlag, in meinem bie Blätter (aßen
mit toei&em ^arm befeftigt finb, ift breiteif.tg ; er beberft
außer ber Otütf feite bie SBorberfeite Don recfjtö unb linfe.
Sluf ber oorberen S nncn f e ^ e ©inbanbeä ftetjt
Magistrat der Stadt Kiel, Invent. K 4, baneben beftnbet
fid) ba3 (5tabtfiegel, ba£ aud) auf bie erfte Xejtfeite
gefefct ift. Stuf bem mittleren Seite ber gnnenfeite fte^t,
unb jtoar offenbar oon berfelben £anb, roelcfye bie erften
fcorfjanbenen Eintragungen gefdjrieben tjat: 14(58, deine
guden heren santc salvester. Sluf ber oorberen Slu&en*
feite be3 Umfcf)Iage3 ftefjt oon jüngerer £anba) oben:
A° 1461° biss 1547 unb unten Diebsregister. £>er ©in*
banb f>at eine breite oon 1(5 unb eine &öf)e oon 227« cm.
a) Wad) Angabe öon Dr. Stent ift Wremers .ftanb.
1
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2
$a« fttelcr 9Sarfcucf> 1466—1546.
3)te einzelnen Sölätter ^aben eine SBreite bon 14 — 15
unb eine £öf)e bon 21 — 22 cm. (Sie finb bon jüngerer
£anb mit SBleiftift burcfylaufenb nummerirt, eS fehlen
SBlatt 1 unb 10. $ie £anbftf)rift befteljt aus 4 Sagen $u je
5 Söogen = 10 flattern, bo<f) fe^lt bon ber erften Sage
ber äußere 93ogen, roeufjer SBlatt 1 unb 10 umfaßt.
3>te Sage 1 umfaßt bie Safjre 1465—1488, Sage 2—4
bie Saljre 1515 — 1546. die (Sd^reiber ber (Einbanb*
überfdfyrtft unb ber SSIatt^a^Ien müffen ben fe^Ienben
SBogcn noef) bor fid; gehabt haben. Sölatt 1 mirb
banadfj bie Qatyre 1461 — 1464 umfaßt fyaben unb
SBlatt 10 1488 ff. $a ferner bie ^afjre 1488—1514
boUftäubig fehlen, liegt bie 5lnna^me naf)e, baß außerbem
eine gan^e Sage atoifrfjen Sage 1 unb 2 berloren gegangen
ift. 3Me lefcte (Eintragung auf S3latt 9 ift ofjne ©c^luß,
bie erfte (Eintragung auf SBlatt 11 ofjne Slnfang, ber
fonadfj entmeber auf 93latt 10 ober auf ber legten (Seite
ber feljlenben Sage geftanben haben muß. ©benfo fd&eint
aurf) mit ber bierten Sage bie £anbfcf)rift nicht ju (Enbe
geroefen ^u fein, ba bie lefcte (Eintragung auf SBlatt 40
in ber Seilte abbricht.
die &pxad)e ift ausnahmslos bie nieberbeutfehe, unb
3toar frf)on bon 1465 an, roäfjrenb biefc in ben anberen
(Stabtbücfjem erft bon 1472 an allgemein gebraucht mirb.
§ 2. $ic ©Treiber.
die £anbfcf)rift ift sunt großen Seil ferner lesbar,
ba ab(]efef)en oon jtoci größeren $lerfen, bie meiften
(Schreiber, wenn auch faft ofme Slbfur^ungen, fo borf) fchr
unbeutlidf) unb fcf)lect)t gefdjrieben haben, die gahl ber
(Schreiber läßt ftcf) bafjer and) mit bölliger SBeftimmt^eit
md)t feftfteüen. Sftacf* meinem dafürhalten finb folgenbe
3u unterfc^eiben :
©Treiber 1. 9tr. 1—7 (1465—1468), er nennt fiel)
fclbft in 9tr. 6 unb 7 Cyriakus, de rycht scriver.
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Sie ftanbfärift be£ 9>arbud)eS.
3
II. 9tr. 7a (1469), biefe Eintragung ift oerfehentlidE)
in baf SBarburfj geraten unb bann burchftrichen.
III. ftr. 8 (1470).'
IV. *ttr. 9 -21 (1475—1482).
V. 9?r. 22—26 (1487 (?)— 1488).
VI. 9cr. 27—31 (1515).
VII. 9tr. 32 (1521), bie Eintragung ift an bietet
©teile nachträglich eingefügt unb ftimmt inhaltlich mit
Mx. 37 faft wörtlich überein.
VIII. 9cr. 33—52 (1516—1536).
IX. 9cr. 53, 57 (1536, 1538).
X. Stfr. 54—56, 58 (1541—1543), er nennt fid) fcbft
in 9cr. 55 mester Hans, stat recht scriver.
XI. 9tr. 59-65 (1543—1545).
XII. 9h. 66 (1546).
3)a bie ftolge ber Eintragungen fich mehrfach nicht
mit berjenigen ber ^ahref^ahlen becft, ift anzunehmen,
ba& berfchiebentltch Sßlafc frei gelaffen roorben unb erft
tyäter aufgefüllt ift, toie auch jefct noch mehrfach halbe
©eiten unb mehr unbcfchrieben finb.
$)ie ©tfjreiber finb, toie bie Eintragungen 9?r. 6,
7, 55 ergeben, nicht bie ©tabtfchreiber, 9cotarii, fonbern
befonbere ©erichtffchreiber ber ©tabt; ef ift jebocf) an^u*
nehmen, ba& m'ele ©Treiber enttoeber nach einanber ober
mohl auch gleichzeitig beibe gunftionen aufgeübt haben,
©o ift zum SBeifyiel bie ©chreiberhanb VI berjenigen
bef ©eorgiuf Sufcenbord) fehr ähnlich, oon bem ©in*
tragungen im 9tentebuch auf ben fahren 1496 1515
unb in ben SßrotofoHen bef SBierftäbtegerichtf auf ben
Sahren 1497—1512 in großer ftafyl borhanbcn finb.
SBor allem pnben fich «oer bie ©chreiberhänbe III unb IV
in bem bifher noch nicht hcraufgegebenen $)encfelboct
ber ©tabt Stiel (1460—1588) unzweifelhaft toiebcr, unb
ätoar ftimmt III mit ber fol. 19 ff. befinblichen Eojrie
einef ^rioilegienbriefef Don 1461 unb IV mit ben Ein*
l*
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4
Da« Vieler 9*arbu<f> 1466—1646.
tragungen fol. 27, 28 unb befonberS mit einem fol. 221
befinblidjen (Schreiben 5er &tabt bom $af)xe 1472 an
bie ^errfdmft toegen eines $)eid)es überein.
§ 3. ©fnuftung Der ©nnDi^rift Durdj Wremer.
3)aS Söarbud) fdjeint bisher in ber Sitteratur böttig
unbefannt unbuubenufct 51t fein, felbft gelegentliche $intoeife
auf baffelbe finb mir nietjt ju ©efic^t gefommen. SBenufet
f)at e3 nur ber frühere Vieler Söürgermeifter SlSmuS Wremer,
ber in feinem, im Einfang beS 18. QaljrliunbertS berfafjten
Chronicon Kiliense tragicum für bie ältere $eit faft nur
5lu^üge aus bem SBarbucfte bietet, a) Wremer fjat faft
fämtlic^e ©intragungen beS SSarbudjeS abgefdjrieben ober
ausgesogen, eS fcfyeint faft, als ob er lebiglidj einige
fdjroieriger lesbare (Stetten nicfjt Ijat entziffern fönnen unb
beSfwlb übergangen f)at. SKeldje bon ben fefjlenben
Seiten beS SBarbudjeS Wremer noef) borgelegen tyaben,
ift nicf)t gan^ ^ ar erficf)tlicf), ba er jegliche Eingabe über
feine Quelle unterlaffen fjat. S8on ber $eit bor 1 4Hf> fjat
er ©intragungen aus ben 3<*f)ren 1432—1453 unb ferner
je eine aus 1462 unb 14fi3, toeldje lefctere bermutlid)
auf bem fefjlenbcn Sölatt 1 beS Starbucks geftanben Ijaben.
2luS ber «Seit, toeldje bie Sücfe umfaßt, ift nur eine
Urfunbe aus 1514 borfjanben. 93remer fdjeint auef) ben
Slnfang ber ©intragung %lt. 27 gehabt $u fjaben. danach
fjat jeben falls bie Sage bon 1488 —1514 fd)on $u SBremerS
3eiten gefefjlt, roäfjrenb er bie Urfunbe bon 1514 unb
ben Anfang bon 9tr. 27 roof)l aus anberen Quellen
gefd)ö>ft §at, toie and) berftfjiebene anbere feiner ©in*
tragungen, bie aus ber £eit beS Starbucks ftammen unb
a) fpcvT Dr. Stent, ber baffelbe im Wuftraßc ber ($efellidjaft für
Mieter Stabtflefdjidjte fjerauskjiebt, Ijat mir bie biäfjer gebruetten üBoßen
feinet Wanuffrtptä in frcunblidjfter Seife jnr ^erfüfliutfl flefteflt unb
mir aud) fouft mandje wertvolle Witäfunft erteilt.
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$er 3nf)all be* «arbuaV*.
inf>altltrf) in baffclbe gehören, ftcf) in bemfelben ntc^t
finben. Sluä ber Seit nad) bem @nbe be3 5Barbucf)eä
tyat ^Bremer ben ©ifjlufj ber (Eintragung 9fr. H6 unb
bann erft (Eintragungen bon 1558 an, bie bieHeicf)t einer
verloren gegangenen fünften Sage be£ 3krbucf)ea ent*
ftammen. *>)
b) <Radj Angabe öon Dr. Stern Ijot Anfang ber 7()er %a1)TC beä
16. 3at)rlnmbert$ eine Wenberung ber ©erid)tfiiorganifation boju gefüllt,
baft üon ber #eit an au$fül)r(id)e Wiebergerid)t*protoforie angelegt finb,
bte auf lofe ^apierblätter gefdjrieben nntrben. $ana$ f)ättc bie
fünfte Siage be$ $arbu$eä bi$ 1568 gereift unb Wremer itoc^ wt>
gelegen; bte berntutltd) aud) t>on Wremer ftammenbe s ?luffrf)rift be$
Umfd)lag$ lautet aflerbingä nur „1461—1547", aud) l)at »reiner au*
ber #eit öon 1546-15(58 nur 6 Eintragungen, uon beueu jcbcnfallä
biejeuige Don 1562 fauin aus* bem 2$arbitd)e ftaintnt.
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IL
2>er Snfjcitt bcö Sarbudjc*.
§ 4. 3m SUlflcmetncit.
©rftfjetnt e£ fdEjon auf ©runb ber £f)atfadfjen, bag
Wremer bad Söarbucf) als Quelle benufct I)ar, bog an
mehreren Stellen ber 6<f)reiber fidf) fetbft als ©tabt*
fcf>rei6cr begeidtjuet, unb baß mehrere ber ©djretber aud£)
ifjrer .<panbfcf)rift nadfy aU folcije fid) refognoScieren laffen,
alä int f)örf)ften ®rabe roa§rf<f)einltd), baß unfer Söarbud)
audj ein officielleS (Stabtbutf) a) getoefen ift, fo toirb biefe
Slnna^me burcf) ben Qnfjalt ber «£>anbfcf)rift nod? unumftöfc
lirfjer. ©ine 3)arfteÖung ifjreS ^nl&alteS nrirb uns and)
Söcfen unb Qtved be£ SudfjeS flarlegen.
9Jät unferer Hnnafjme ftimmt junäd^ft überein, baß
eine (Eintragung (Stfr. 7 a), bie toofjl in eines ber anberen
<S>tabthüd)et gefdjrieben werben follte, offenbar berfe^entliit)
in bie £anof<f)rift beä SBarbutfjeS geraten ift. ©ie ent*
f)ält ein gemeinfrf)aftIidf)eS Seftament eines ©JjeJjaareS
bor beut Ütat. 3)ie Urfunbe pnbet pdf) jtoar in feinem
ber anberen ©tabtbücfjer roieber, ba fic aber gerabe fo
getilgt, baä Ijei&t, nad) ifjrer ©rlebigung burdjftridjen ift,
hrie e£ fonft bei ©tabtbudfjeintragungen ju gefdjefjen
pflegt, fo ift anäunefjmen, baß man bie ©intragung rufjig
im £Barbud)e fjat ftetjen laffen, bis fie erlebigt mar unb
a) Faun ollerbingS bei genauerer Betrachtung feinem tfweifel
unterliegen, bafj unfer SBarbudj ein ©tabtbud) ift ; ba e$ aber fo lange
üerfrfjollcu gewefen ift, fo foll int folgenben trojjbem ber W ad} weis
geführt werben, bafe wir ein 8tabtbutf) oor un$ Ijaben, bamtt bem
$arbud)e gleid) bie richtige Stellung angewiefen unb bie ©leid)bcred)tiguHg
mit unferen anberen ©tabtbüdjern nid;t beftritten werben fann.
7
getilgt werben Fonnte. Denn bei ber geringen 3af)l ber
©tabtbücher unb ber jährlichen Eintragungen in ftiel
toirb ein SBieberouffinben ber an unrichtiger Stelle
erfolgten Eintragung feine ©chtoierigfeiten gemacht haben.
9IHe übrigen Eintragungen fyaben ftrafrecr)tücr>en
Snhalt, unb ^mar finb eS meift Angaben über oerurteilte
Verbrecher. Der größte Xtjctl enthält eine Angabe über
ben Verurteilten, feine Xfyat, fein ©eftänbniß ober bie
fonftigen VetoeiSmittel unb über bie JHichter unb fcfjließt
regelmäßig mit ber Slonftatierung ber Xfyatfadje, baß bie
©träfe an bem Delinquenten oollftrecft ift. Da^n treten
Vegnabigungen, Xlrfef)ben, ausführliche $eugenauSfagen,
eingaben über bie Ergebniffe ber höheren ^nftan^en unb
auch Srcifprccfjunflen f ^riebloSlegungen unb ©üf)ne>
vergleiche. 2llS Vefonberheit erf feinten blich bas fogenanntc
Vorrecht, unb #oar Icbiglid) in bem legten Viertel ber
£anbfchrift, baS fich wesentlich mit 9Jcorb unb £otfd)lag
befdjäftigt, wäfjrenb in ben früheren teilen ber Dieb
ftahl burrhauS überwiegt. Der 3 n 0 al t oeö Vorbuche*
ift, wie fchon biefer Ueberbltcf ergiebt, fo reichhaltig unb
mannigfaltig, baß es uns ein ziemlich flares unb ooll*
ftänbtgcS Vilb oon bem ©trafrecht unb ©trafoerfahren
Miels am SluSgang bes Mittelalters gewährt.
A. Bas Strafrecht.
§ 5. £ie Strafen.
2tlle Veftrafungen, über Welche baö Varbucf) berichtet,
finb peinliche, baö ^eigt förderliche, unb ^War ausnahmslos
SobeSftrafen. Das Mittelalter hat befanntlicf) in raffinierter
SBeife eine große 3ahl oerfchiebener Birten, einen Ver-
brecher aus ber Söelt ^u fchaffen, auSgebilbet, bie eine
Älaffipcierung ber Verbrechen nach Eljrlofigfeit u,t0 ©ch^ere
enthielten. Die Wefentlichften Slrten ber XobeSftrafe weift
auch oaS Varbucf) auf, unb $War finb es in auffteigenber
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8
3>a3 SHeler «arbucfc 1465-1646.
Steifjenfolge Einrichtung mit bem ©chtoerte, an bett ®algen
Rängen, t>on oben herunter Stäbern (Str. 50) ober auf£
Stab Segen ober gleiten, bon unten herauf Stöbern ober
aufs Stab ©tojjen; f)kt$\x treten noch für bie fronen an
©teile beä £öngen£ Sebenbig begraben (Str. 25) a) unb
an ©teCte be£ StäbernS Verbrennen (Str 14, 47, 48) b),
toöhrenb ©trafen, tote Vierteilen, (Bieben u. f. to. im
$arbucr)c ni(f)t borfommen. 3)ie Stangorbnung ändert
fidt) barin, baß bon ber fcfjtoereren %u ber leichteren
©träfe begnabigt werben fonnte, fo namentlich oom
Rängen unb Stöbern $u ber am toenigften graufamen
Einrichtung mit bem ©cr)toerte; bie in Str. 50 angegebene
SBegnabigung oom auf£ Stab ©tofeen jum auf£ Stab
Segen fjat ben ©inn, ba& bei bem Sedieren, bem Stäbern
Don oben herunter, ber Delinquent $uerft ben ©nabenfto&
auf bie 93ruft erhielt, ber ifm toenigften^ fofort erlöfte.
2ln ^toei ©teilen (Str. 4, 29) finben toir auch noct) bie
fonberbare ©inricf;tung, an einem Verbrecher mehrere
Slrten ber SobeSftrafe gu ooH^iehen, toenn er fidt) mehrerer
berfchieben ftrafbarer Delifte fdjulbig gemalt hatte, unb
5toar beibe SJtale Stöbern unb Rängen ^ufammen. Ob
e$ ftetS fo gehalten tourbe, ift allerbingä fraglich; benn
in hierher gehörigen gätten bezeichnet baS SBarbucr) ent*
toeber bie ©träfe nicf)t genauer ober giebt nur eine
Xobeäart an (5. 33. Str. 6), toaS noer) feinen gang ficfjeren
Stücffcf)lu& geftattet. %n $iet beftanb fogar bie ®etoofjn=
heit, Sttiffethöter, bie bei einem SNorb* ober Staubanfall
bon ben Slngegriffenen getöbtet toaren, noch nachträglich
^u enthaltene); fo ift jum Veifpicl in bem gälte ber
a) $iefc Strafe tritt, tüte bie üübeefer Statuten ($ac$ U 247)
befagen, bei grauen au SteHe be3 .ftängeuS dor wiflike cre.
b) $«4 II 247, Cod. U.
c) ein beäiuegen gegen bie Stabt angeftrengter langwieriger
^ro^eß auö bem Saljre 1578 ift in »remerS Gfjrouif (23. 97, 6. 56 ff.)
auSfüljrlid) bargefteflt unb bie fragliche ©en>of)nf)eit bamalss als %u
Stecht beftefyenb anerfannt.
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Ter Sntinlt beS »arbucfieS.
0
9tr. 52, knie btc 93remerfd)e ©fjronif (93. 60) angiebt,
bcm toten ©efcHen 93artolmeu£ nadjträglid) vor dem
Dänischen Thor auf ein Schoof Strohes das Haubt
abgeschlagen.
§ 6. £ic «crbrcdjen.
'Stafj ba£ fSaxbnd) Don allen geringeren ©trafen,
toie ^>anb* unb DEjramjauen, ^anbeSberroeifung, ©tauten,
an ben Oranger ©teilen, ®efängni*, ®elbftrafe u. f. ro.,
nicr)t£ enthält, f)at feinen ©runb barin, bafj e£ fief) nur
mit ben peinltrf)en $alza,evid)ten, b. f). mit ben fdjtoereren
SBerbretfjen , auf benen Sobeäftrafe ftanb , befajäftigt.
darüber, auf meiere $)elifte Xobeäftrafe gefegt mar,
geben unä bie and) in $iel mafigebenben Sübedter ©tarnten
mit einer 2lu3na§me feine Sttusfunft. Unter bcm Iübifdjen
fRedjt, baö ber ©tabt $iel 1242 bom ©rafen Sodann 1.
bedienen a) unb f^täter bon ben £anbe3f)errn beftättgt
ift, waren aber nidjt nur bie Sübetfer ©taruten, fonbern
and) bie in Süberf beftefjenben 9ted)tagetoof)nl)eitcn $u
berftefyen. 3n biefem ®eh)ofjn!jeitereif)t , ba£ feine ©nt*
fte^ung einer geit berbanft, in ber nod) ba£ gan^e $o!f
an ber 9ted)tfpred)ung beteiligt mar, ift benn and) bie
Quelle be3 ^>cinlicr)en ©trafrecf)t3 &n fefyen. ®an% ab*
gefe^en babon, bafj ber 9tat, meinem bie gefammte
©ert(f)t£barfeit bom Sanbe^errn übertragen mar, i>) boße
ftreifjeit fjatte, bic ©trafen im ©inaelfaHe milber au be=
meffen, bringt fdjon biefe ©ntfte^ung be3 ©trafrerfjte
au£ bem ^erfommen unb ber allgemeinen 5$oIf£anfd)auung
mit firf), baß in ber 93eftrafung beffelben $8crbrerf)en£ je
nad) ben Umftänben eine grofje 9ttannid)faltigfeit bor-
I)errfcf)te unb ba& gan$ fefte formen unb ©runbfäfcc
für Slbgrenjung ber ^elifte unb 2lrt unb ^ö^e ber
©träfe nicf)t beftanben. $)ieä totrb and) burd; baä SBar*
bud) in bielen Steuerungen beftätigt.
a) Urfnnbenfammtung I Wr. 627.
b) Siefjc ba3 «Rädere unten Seite 24 ff.
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10
Äteler »arbudj 1466—1546.
I. Slm häufigften fommt in imferem SBarbudje ber
$)iebftahl bor, ber 511 allen $eiten neben ^örperberle^ungen
unb SBeleibigungen (bie fn' er auSfcheiben, ba fie gu ben
leichteren Gelitten gehören) ben ^au^tgegenftanb ber
©trafgerichtäbarfeit gebilbet fyat 9lack) ben Sübecfer
(Staruten (£acf) II 83) gab e3 einen ferneren unb einen
leichten 3)iebftal)l, je nacr)bem ba3 Dbjcct en virdunc, b. h-
Vi Sftarf überftieg ober nicht, gm erfteren galle mar
Rängen bie ©träfe, im unteren ©eueren, metft berbunben
mit ©tauten unb Sluäroeifung, auch mar 2lblöfung burch
(Mbftrafe möglich- 9113 fcfjroerftcr $>iebftahl ift berjenige
unter (Erbrechen einer Kirche hinzufügen ; auf biefem
mirb mof)! auch in &übecf bon jeher bie ©träfe be£ s JtabeS
geftanben fyahen, tote e£ ba£ im 15. Qahrhunbert mit
bem ^übeefer berbunbene Hamburger 3tecf)t «0 au£brücflich
beftimmtb). 3)iefelbe (Einteilung ftnben mir in unferem
58arbucf)e roieber; jcbenfaHä liegt in all ben gälten, roo
bie Dtabftrafe borfommt, ^irchencinbruef) bor unb bie
$iebftahl3objeftc überfteigen, fomeit ber Söert angegeben
ift, ftetä 7* s JJtarf. 3)a& fonftige 9Jterfmale, 5. 58. offener
unb heimlicher "$)iebftahl, (Einbruch, ^acht^eit, DtürffaH,
auf bie Söeftrafung Einfluß gehabt höbe«, läfjt fich nicht
nachtoeifen. Sind) ber ^iebftahl unter Slnmcnbung bon
bemalt gegen ^erfonen, ber Dtaub, fcheint nicht anberS
behanbelt ju fein, roöhrenb ba£ Hamburger stecht benfelben
mit (Enthauptung bebrohte. Sn unferen Urfunbcn ift in
mehreren gätlen °ie ©träfe beS Staubet nicht genau
angegeben, in s Jcr. 4, roo ju einem Staube noch anbere
©tebftöhlc unb SDtorbe hinzutreten, ift bie ©träfe ftäbern
unb Rängen unb in 9er. 2f> mirb eine grau wegen s JtaubeS
lebenbig begraben, eine ©träfe, bie, mic oben bemerft,
a) .fradj III 3J>0, wo a(ä ©renje für leisten Diebftaljt 8 ScbMiufl
feftoefe^t ift.
b) liniere fjeutiße (fiuteiluna, ift n"«S berwanbt, nämlid) 3)hmb-
raub, einfacher unb frfnoerer ((5inbrud)$» it.) $iebftat)I, bie mit &aft
ober ©etbftrafe, ©cfäitflui« unb äudjttyauö bebroljt ftnb.
$er Stroit beS «orbndjrS.
11
bei ben SSeibern an ©tette be£ Röttgens trat. $>a3
SBerbrennen einer grau, ba£ bie ©teile beä Sftäbernä
bertritt, fommt nur einmal (dir. 12) unb ^war wegen
Äircfjeneinbrurfjä bor.
$er regelmäßige 2Ut3brmf für ben $)iebftaf)I ift
stelen, wäf>renb nemen meift bie geWaltfame 2Begnaljme,
ben Üiaub, bebeutet, häufig finb @inbrüd£)e in eine
Äircfje, Capelle ober ein anbereä ©ebäube, ©rbredjen a)
bon Giften, Ctyferblöcfen u. f. ro. SBielfacf) Jjanbelt e£ fid)
um S3anbenbiebftat)l, Wo bann oon ber selschop ober
benkumppanen beäSlngef tagten gefprodjen wirb, ©inüiaub*
anfatt gefd)ief)t ^ur Stfad^eit, inbem eine grau eine
anbere überwältigt, ityr ein ©tücf $ol% in ben £ate
ftetft unb einen Änebel barauf binbet (*ttr. 25). Qu einem
anberen $atte (*ttr. 41) Ijat fid) eine Söanbe in einem
$aufe unter bem SBorWanbe eingeniftet, baß fie ©elb
finben fönnc, unb bann in 5lbWefentjeit beä «§au$f)crrn
aüeö Weggcfcftfetyrt. ©in anbereä SÜZal f)ören mir, bafj
ein Räuber einen 9)tann unter einen ftüfenforb fefet,
Oermutlid), bamit fein ®um£an Wälpcenbbeffen bem
ättanne ungeftört ba£ ©eine nehmen fonnte (9tr. 5). 93e*
fonberä fjäufig fommt and) baö Slbfdjneiben ber lebernen
©elbbcutel bor, Weldje bie £eute um^ufjängen pflegten
fo. Zlv. 19, 26). Eigenartig ift auef) ber gaU, ba&
jemanb einem anberen auflauert, tfjm ba3 Sßferb weg*
nimmt unb ifjn bafür auf ba£ feinige fefct (%lx. 49), ober
baß eine SBanbe ein s #aar neuer ©djul)e auf ben 2öeg
legt, lauert, bis einer bie ©d)utje aufnimmt, unb ifyn
bann überfällt unb beraubt (9?r. 53).
3n einzelnen fallen finb fefjr genaue eingaben über
bie SBornafjme be3 $iebftaf)l£ , bie 9tfittl)äter u. f. W.
gemalt (5. *8. 9h. 29, 41); meift befcfjränft fid) ba$ $ar*
bud) aber auf Angabe be3 23eftof)leuen, be£ gefrorenen
a) .«pierfnr wirb meift ber ftuäbriuf breken üertuaiibt, bod)
fommt aud) basf in feiner iöebeutnng nidjt 90115 tlare op dyryken toi.
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12
$a3 Vieler Watbüd) 1466-1516.
©egenftanbeS unb fetneä SBerteS unb fügt bann meift
Ejtnju, roa£ bcr $)ieb mit bcm ©eftoljlenen getljan, in&
befonbere an toen unb 51t meinem Sßreife er baffelbe
berfaufta) f)at. Unter bcn $>iebftaIjl£objeften ftrielt eine
große SftoHe ba£ ©elb, öfter finb bie $irdjenblöde, bie
augenfdjemlid) im ©rbboben feftgemad)t waren, erbrochen
toorben. gerner finb $u nennen ®egenftänbe, bie beim
®otte£bienfte gebraust mürben, ©ctjmudfadjen aller 9lrt,
roie ©efdEmteibe, £al3bänber unb Stofenfrönje, $leibung&
ftücfe unb ®ebraudj£artifel, toie 3ttäntel, Rode, Seinroanb
unb Safen, ®erätfd)aften, Sßaffen unb anbereS mefjr,
enblicr) Sebenämittel, alle Slrten toon tgauätitven,
namentlich üßferbe. 5öefonber£ 5U ermähnen ift Ijier nod)
bie SBegna^me toon ©Riffen, bie (seeräuberei, bie in
9fr. 46 borfommt.
Qum Diebftafjl mürben bei ber weniger fcfjarfen 23egriff£*
abgrenjung beä Mittelalter^ nod) einige öertoanbte Delifte
gerechnet, bor allem Unterfdjlagung. ^Merljer gehört ein
2raH bon gunbunterfd)Iagung (9fr. 39) unb 9fr. 57, wo
ein ^ned^t ®elb unb $ferb erhält, um für feinen £errn
au3 Sübed einen £amif$ abholen, unb mit häbttn
auf unb baoon gel)t.
Unter ben begriff be3 3)iebftal)l£ fiel weiter £efjlerei
(3. 9fr. 39, 41, 43, 53). Um £ef)lerei wirb es fiel)
wof)l autfj in 9fr. 6 Ijanbeln, wo ber Delinquent, obgleich
bon Horben unb $irtf)eneinbrücf)en bie Siebe ift, nur
gepngt mirb, ba er ficlj in biefen grüßen rool)l nur ben
Staub mit ben roirflicfjen Xfjätern geteilt fjaben mirb.
Slucl) Söetrug galt als $)iebftaf)l; hierher gehört 9Zr. 44,
wo eine 33anbe burd) bie Söorfyiegelung, fie fönnte (Seelen
crlöfen unb ©elb finben, ben beuten ©elb ab^ufd&minbeln
berfudjt fjat, ferner 9fr. 53 ber SSerfauf ber angeblich
Wunberfräftigen Sllraunwuraeln.
a) S)er regelmöfeiße SluSbracf bafüt ift vorkofft ober geven for.
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3)er Snfjalt be8 SSarbuajeS.
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II. Sftäcfjft bcm &iebfta!jl nehmen im SBarbudje ben
größten SRaum 2ttorb unb Xotfcfjlag ein. 3)iefe beiben
Stelifte, über beren SBeftrafung bie Sübecfer ©tarnten
nidfjts befagen, finb offenbar $u ber f)iex in Srrage ftefjen*
ben gett in Sübecf toöUig gleidt) befjanbelt unb beibe mit
ber ©träfe be$ CfabeS bebrofjt geroefen.a) $)affelbe 9te*
fultat ergiebt unfer Sßarbudj für Äiel. Stoar werben nirgenbä
bie SluSbrücfe für ättorb unb Xotfdjlag burdjetnanber
al£ gleicfjbebeutenb gebraust; e3 ift aber auef) in alten
Tratten, in benen nur Don £otf<f>Iag bie Otebe ift unb e£
fiefj um 2#orb nidf)t fjanbeln fann, ausnahmslos auf bie
SRabftrafe erfannt. b) (Sin Unterfcfn'eb in ber 5öeftrafung
bon SWorb unb £otfdf)fag §at fonad) in ber fraglichen
3eit auc§ in Äiel nicf>t ftattgefunben. 3)ie£ fcfjliejjt md)t
a) SBergleidje hierüber meine 9lbf)anblung, Beiträge 511m $ot«
fd)lag$red)te ÜüberfS im Mittelalter, Seite 21 ff. UebrigenS ftefyt
ftrenSborff'ö beljauütung über bie oerfdnebene bcfjanblung oon 9Korb
unb $otfd)lag (Einleitung )nm Stralfunber berfeftungSbud),
Seite LXXVI f.) aud) bcflüglid) beS Hamburger Sicdjteä auf feljr
fdjtoadjen ftüßeu. Merbingö ift in &ad) III 399 bei ber töabftrafe
nur oon Sttörbern bie s Jiebe. Aber ber Don ilun angebogene ^Irt. III 395
befaßt Feine^tocgS, bafj auf Xotfdjlag Enthauptung ftel)e, fonberu oiel,
me^r nur, bafe ieber, ber bei einem $otfd)lage irgenbioie beteiligt
ift, bic$ mit bem öeibe büfjen mufe (alle de dar mede syn, Scholen
dal beteren mit ereme lyve), toaljrenb megeu einer SBerrounbung
immer nur einer ücrurteilt werben fann. $er s Ktt III 395 fpridjt
alfo bon ber juriftifd)en beljaublung ber Rötung im SRauftaubel
(ftcf»e unten Seite 13), oon ber Strafbarfeit ber beteiligten unb
nidjt oon bem Strafmaße, benn mit dem Leibe bessern ift ber
allgemeine 9lu$brucf für alle Sei bestrafen, ioäf)renb bie Enthauptung
burd) mit dem Halse bessern bejeidmet toirb (Oergl. 5. b. Wrtifel III
384, 390). Eanad) finbet fid) alfo eine Angabe über bie Strafe beö
$otfä)lage3 in ben Hamburger Statuten meineä Eradjtenö über»
fjaupt nidjt.
b) Eine fdjeinbare s ilu£nal)me bilbet 9ir. 3, too Einer, ber einen
Anbeten totgeftodjen r)at, mit bem Sdjtoerte Eingerichtet loirb. $>icö
gefdnefjt aber van bede wegen be$ £>er$ogsi (&)erf>arb, unb bafj biefeö
eine begnabigung auf bitten beffelben bebeutet, Darüber f. § 8. 92ad)
ber Vluäbrucfätoetfe tyanbelt cö fid) um Xotfcfylag in 9fr. 31, 38, 50,
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$aö ftielfr S3orbud) 1465— 1640.
au£, bog trofcbem ber alte Unterfdjieb 5toifd)en beiben
Gelitten in bcr 9lnfd)auung ber Sftidjter imb be£ SBolfeS
fortlebte*), g-ür äftorb ftnbet fid^ im SSarbudje ein
anberer 8lu3brud al3 morden m'rfjt. 93tö auf bereinjelte
ftälle ($. 93. *ttr. 45) Rubelt e3 fid) beim Sttorbe um
SKaubmorbe burd) SRäuberbanben auf freiem JJelbe ober
auf ber Sanbftrafje. $>er ü£otfcf)lag roirb entroeber
burd) dotslagen ober dotsteken bezeichnet ober ber all*
gemeine 2luSbrud oom Seben ^um £obe bringen (ober
fommen) gebraucht; ober e$ rairb bie £ötung£art ge*
nauer befchrieben, fo einen Sjnej3 in ben Seib Stoßen
(9£r. 52), SBerfen mit einem SBedjer (9cr. 55) ober mit
einem Steine (üttr. 64), fo baß ber Xob eintritt. SBon
einem Ueberfaß jur See burd) Seeräuber Reifet e3:
5 mans worden over bart gehoven, b. h- über SBorb
geroorfen (*ftr. 46).
3)em Xotfdjläger böttig gleich befjanbelt mürbe ber*
jenige, toeldjer in vlock unde vore getoefen mar, roie ber
tedjnifdje SluSbrutf beS Sübifc^en 9ted)te3 lautet b), ba§
Ijeifet, jeber, ber fich an einer «Schlägerei aftio beteiligt
^atte, bei ber einer erf ablagen mar. So roirb e£ in
Sftr. 24 oom Sübeder 9tat befiniert, roäfjrenb baö Vieler
©ericht e3 ungenauer al£ ^Beteiligung mit Otat unb
X^at roiebergiebt c). 5öie Strafe ift gleich bcr be3 Xot*
fd)lageä ba£ 9tab, unb aroar 1)ei$t eS in *ttr. 24 au&
brüdlid) na utwisynghe Äübifchen Sfted)te3. $)a in bem
narf) bem ^n^altc gan$ unjtoeifelljnft in 9lr. 24; beim s 3eteilifluna
an einer 3d)Iäa,erei, bei roetdjer ein 9Rcnfdj umfommt, fann unmöglich
aU s 3Jiorb qnalificiert werben. Xrojjbem ift auf Stabftrafe erfannt
unb nod) ba$u na utwisynghe Sftbifrfjeu 9ied)tc3.
a) %m bem S -Barbntf)e läfjt fid) dlcrbina/3 uid)t entnehmen, ob
bie Ueberfeßiinß ober bie .£>eimlid)feit ober etmaö Ruberes baS
Kriterium für beu 9Jlorb bilbete.
b) Sietje barüber meine Vlb()anblung 6. 30 unb bie bort citirten
©djrtfteu.
c) Sictjc anrf) oben 3. 12 s >lum. a über baS .ftamburaer SKed)t.
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angebogenen föafLe nid)t nacfjgehriefeu luer ben fonnte, toer
ben tätlichen (Strctcf) geführt fjatte, tourben alle 93etcittgtcn
al3 ^itfcfmlbige angefefyen. »)
Von faljrläffiger Xötung Ijanbeln <Hr. 52, 56, 58.
3n allen 3 gällen finb dtefetten ober Sefjrlinge ber*
unglücft, unb e£ fragt firf), ob ben 2fteifter eine (Scfjulb
baran trifft. $)a in allen gäffen greifpredjung erfolgt,
ergiebt fidt) über baä fjerfömmlicfje Strafmaß n\d)fö.
Slucf) in <Rr. 55 liegt toof)l fa^rläffige Xötung bor,
bocf) fommt e3 l)ier ^ur (Sülme, über beren SBefen unten
(Seite 21 $u Dergleichen ift. £iert)er $u rechnen ift aber
\vof)l aucf) SRr. 66, nao ber SBüttel angeflagt ift, toie bie
gortfefcung ber (Eintragung bei 93remer ($8. 73) ergiebt,
Jürgen bon Slfjlefelb burcf) feine fünfte unb 9ttittel $u
Xobe furiert $u ljaben, narf)bem er ^ubor beranla&t fjatte,
bag eine grau als fdjulb an jener Äranffjett gefoltert
toorben toar. Qn biefem $aUe ift auf ©ntfjauptung
erfannt, borfj toirb biefe ©träfe toofjl nur bei grober
gatyrläffigfeit eingetreten fein. (Straflos toar bie Xötung
in 9cottoef)r. 3n 9lt. 52 f)at jemanb einen anberen
erftodf)en unb läßt nun über biefen ate einen wddener,
als ben Singreifer, ©eritfjt galten, bamit er burd) beffen
Verurteilung toegen beS Angriffes felbft als fdjulb* unb
ftrafloS erfdjeint. 3)aS ®erirf)t fyält aber bie -Jcotroefjr
nidfjt für erliefen, b) obgleich Kläger Saugen bafür be*
nennt, bafc er, um bie 9cottoef)r $u conftatieren, fofort
jodutc over walt unde wolt gerufen Ijabe. c)
@ng bertoanbt bem Xotfcf)lag ift ber griebebrud),
ber berein^elt im Sßarbua^e borfommt. @S ift bas jeber
a) $ero,l. § 227 unfercS Straffle)efobnrf)$.
b) 3tad) Wremer ift in ^weiter Snftanj allcrbinad Wotroeljr für
öorlicflcnb erachtet loorbeu.
c) 3>a3 alte SBort Jodute, bei* SBaffcnntf bei offener $f)at, I)at
bie benfbar toerfdjiebenften (5rfläruna,en erfahren, tjerajeictye ,v s £. $)teier,
De iudicio bannitorio, Bremen 1C>7.% ferner ^Pmnner, $entfd)e 9ied}t$'
gcfrf)id)te, Stonb II, § 110, (ber e$ tojod ute, freist auä, erflärt).
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$a3 Vieler Storbud) 1465—1646.
borfäfclidfje Angriff auf Sßerfonen ober ©üter unter 93er*
lefcung be£ gefefclidfjen ober be£ atoifdfjen ben beteiligten
befteEjenben befonberen griebenS. 2)er tecfjnifdfje 2lu3bru<f
bafür ift gewalt (9?r. 52). gn 9h. 25 unb 52 Imnbelt
e£ fi<f) um brucf) be$ ^pau^friebenS, inäbefonbere be£
nädfjtlicijen, um ein Einbringen in SBofmräume bei
nachtslapender tid. Jgn üftr. 13 !jat ftd^ jemanb mit
einem anberen, ben er überfallen f)at, ba^in mieber auä*
geföfynt, megen btefer ©acf)e feine greinbfcfjaft mefjr ju
liegen, überfällt ifm aber tro& biefer grriebenSoereinbarung
bei 9lad)t jum ^weiten SÄale. 2)ie ©träfe für gfrtebe*
brudfj toirb rooljl ©nt^au^tung geroefen feina); menigftenä
ift in 9lx. 52 nacf) Söremer (93. 60) ber griebebre^er natf)*
träglid) entfjaulrtet, unb in 9h. 13 tritt 93egnabigung be£
Verurteilten ^um Mrd^of ein, bie bei Otabftrafe olme
gleid^eitige 93egnabigung jum ©d(jroerte nid&t benfbar
märe, fo bafc alfo bie erfannte ©träfe an fidj fdfjon baä
©d^mert geroefen fein mu&.
III. 93ranbftiftung, unb aroar bie Sln^ünbung eines
ganzen örteä, ift in 9lx. 40 ermähnt. $ie ©träfe roirb rootjl
ba£ s Jtab gemefen fein, in 9lt. 40 fönnten aHerbingä audEj
bie fltaubmorbe ben ©runb für bie 9tabftrafe bilben.
©ine ©traffeftfefcung *>) feJjlt roie im Hamburger Otedjt fo
audj in ben Sübeder ©tatuten für 93ranbftiftung forooljl
mie für bie meiften anberen $)elifte, 5. 93. für bie 9ftünj*
berbredEjen. (Sin foId&eS ftnbet ficf) in 9lx. 34, roo jemanb
ficf) einen SOlün^ftem^el gemacht Ijat, bie Anfertigung bon
SO^ünjen ifjm aber mißlang; bie f)ier erfannte ©träfe be3
£ängen£ ift aber ofjne Sroeifel <* u f bie bon bem Xf)äter
ferner begangenen ^>iebftät)Ic jurü^ufü^ren.
Von ©ittlicfjfeitSberbrecfjen fommt bie ©obomiterei
als; Un^uc^t smifcfjen Männern in 9lx. 34 unb 35 bor,
a) «erfll. ■•päd) III 390 -392 übet vorsate.
b) 3>ie (Sarolina, bie 3teid)#rafgerid)t$orbmma, ftarlS V. bon
1532, fefct auf Söranbftifhma. unb SWüitfttocrbredjcn bie Strafe be$
brennend.
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$er Snljalt be« «arfcudjf*.
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bie ©träfe mar (5mtf)au})tung. $)ie ©träfe beö £ängen£
in 9k. 34 ift belegen auf bie $iebftä^le aurücfyufü&ren.
gerner ift ermähnt SRotyudjt an einer 3unflf™u, unb
5toar in ibealer Äonfurren^ mit ßljebrud), ba£ ^eigt bon
©eiten etneä verheirateten 3Jtonne$a); bie (Strafe lägt
fid) aus 9er. 49 niefct feftfteHen 3u &en religiöfen
3)eliften wirb bie in 9er. 40 erwähnte ©djänbung einer
9Jconftran$ $u rennen fein, t>or allem aber Zauberei unb
£e£erei. $ie ©träfe für biefe lefcteren Verbredjen mar
ber Jeuertob (.§ad) III 400), bie beiben im Varbud)e oor*
fommenben gaße (9er. 47, 48) betreffen grauen. *3)er
regelmäßige Sluäbrurf für Räuberei ift duv^lschu kunste
bruken unb e£ toirb t)tn$ugefefct „bie gegen ©Ott unb
ben djriftlicfjen ©tauben gel)en" ober „bie man toor
frommen Seuten nidjt nennen barf." 9Jtctft finb eä
©alben, mit benen jemaub beftridjen ober bie in feine
28ofmung geworfen werben, bamit er in ßtranffieit,
Unglücf ober fd)led)ten JHuf fommen foll. 2ßenn eä bann
regelmäßig fcetftt, baß aud) ber geroünfdjte (Erfolg ein*
getreten ift, fo beruht baö pm Xcil auf Aberglauben,
be^üglid) ber 3tranff)eiten ift aber ofme Zweifel aud)
manche Vergiftung bon OJeenfdjeu unb Viel) burd) bie
©alben, Xränfe k. anzunehmen. 3 m übrigen lag aber
jebenfalte bei ben #eren bie Abfielt bor, mit jenen Mitteln
eine ©cf)äbigung herbeizuführen, alfo ein fog. Verfug mit
untauglichen Mitteln, ©otoeit eä fid) um Räubereien
fjanbelt, bie anberen Vorteil bringen follen, tyjielt aud)
ba£ Moment be£ Vetrugeä hinein, wenn ber geroünfdjte
©rfolg nid)t eingetreten ift unb man ber fingen fixem
ba£ ©elb umfonft gegeben hat. ©o ^eißt e3 benn aud)
in 9er. 48, baß jemanb Diele Seute mit feineu teuflifdjen
a) $ieä ift tvoljl ber 3iun ber SBorte undo harle eno frowe,
wenn nirfit etwa ein Utfort feljlt.
b) flad) £ad) III 384 eutyauptunfl.
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$aö Kieler Sarbud) 1465—1646
fünften Betrogen Ijata). @m erfjeblicfjer Xeil ber £eren*
pro^effe t)at fid) aber ofjne.Stoeifel aud) gegen $erfonen
amdjtet, roeld)e SIbtreibung, SBerf)inberung ber Äonjejjtion
unb bergleidjen getoerbämäfjig beforgten t>). ©o lieft man
aud) in 48, bafj eine grau einen äftann d uveische
kunste gelehrt fjat, dey hey solde bruken tusschen sick
unde siner ffrawenmit bemüblirfjen unbbielfagenben3ufa$e,
dey nicht stat fFor fromen luden to seggen. $)ajj aller*
bingä aud) mancher Unfcfjulbige ber $fta<f)fud)t ober
2)ummf)eit feiner 90litmenfd)en jum D^fer gefallen ift,
jeigt un£ 9lr. 66, too eine grau gefoltert wirb, toeil fie
nad} Eingabe eineä „toetfen 9ftanne£" an ber ^ranf^eit be3
Q&üttyevm fdjulb fein fotfte. 2Ba3 ba3 Sterfaufen bon
rottenkrut in 9ft\ 63 für eine Söebeutung l)at, ob 93er*
giftung ober SBeipIfe ba£u, ob, toie beim Sllraunberfauf,
Zauberei ober betrug fid) bafjtnter oerbergen, mufc baf)in=
geftettt bleiben. 3ebenfaH§ liegt ein fdjtoerereS 5)elift
bor, ba 5Berf)aftung ber Xfjäter ftattgefunben fjat; fonft
märe eine Eintragung in ba3 SBarbud) rooJjI and) nid)t
erfolgt.
3u ermähnen ift fdjlte&Iid) nod) ein £otitif(f)eS fcelift,
ba£ Söcrben oon £anb£fneef)ten für einen auswärtigen
gürften unb (Spionage für benfelben. %lad) %lv. 57 mufc
©raf %l)omaä oon Dlbenburg einen organifierten (Spionage*
bienft gehabt tyaben, um fid) für einen ^rieg^ug über
£anb unb Seutc, ifn*e $erteibigung3mittel unb Äampf*
bereitfdjaft $u orientieren.
§ 7. ungemeine (Srunbfäfee.
lieber bie allgemeinen ©runbfäfce be£ ©trafred)te£
ift au£ unferem $arbud)e, inte au£ ben meiften Urfunben*
büd)ern, nid)t oiel ^u entnehmen. $m ©trafred)t galt
a) SBerfll. ferner oben S. 12 baS über M Wlraunüerfaufcu
ÖJefafltc unb 9?r. 41 unb 44, tuo 3)iebftä()le crmöfllidjt werben buret)
bie Storfaieflctunfl, ftfluberfüuftc 511 bcrfteljeit.
b) »crßi. $ad) 11 247, Cod. U.
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{ebenfalls nict)t baS alte SßerfonalitätSprincty, ba& jeber
nact) bem 9tect)te beS SanbeS ober bcr ©tabt, bcr er
angehörte, gerichtet toerben mußte. 28er in $iel ab*
geurteilt mürbe*), rourbe es oielmehr nad) Vieler Stecht,
unb ein Vieler 93ürger, ber auStoärtS verurteilt ruurbe,
rourbe es nach bortigem 9ted)t. 3)aS Sarbud) befagt
roenigftenS nichts Gegenteiliges. $afür, baß bie im
3al)re 1532 oeröffentlichte Carolina, bie fteidjSftrafgcrichtS*
orbnung ß?arls V., bis 154(5 fict) in ftiel irgenbmie ©in*
gang t>erfct)afft fyättc, erhellt gleichfalls nichts.
2BaS fict) über bie ftrafrecf)tlidje 23et)anblung ber
Former unb ber 2rat)rläffigteit aus bem SBarbudjc ergiebt,
ift fdjon oben beim Xotfd)lag ermähnt, ©in gaff ber
fogenannten aberratio ictus, baS h ei & r beS f5ei)lgel)euS
eines SöurfeS, roirb in 9?r. f>f> ertoäfjnt, mo jemanb
nac^ einer $erfon mit einem Lecher wirft unb einen
anberen trifft. £>af3 ber gaff eine befonbere juriftifdje
SBeljanblung erfahren hätte, ift nirf)t erfidjtlid). ^er SBer*
fud) toirb mehrfach als befonbercS Moment hervorgehoben.
^5a§ ber gewollte ©rfolg nicht eingetreten ift, roirb meift
burd) beu ^ufafc auSgebrüctt, baß eS bem Später nicht
geglüdt fei, ober bafc er nichts befommen §abc, aber es
genommen haben mürbe, roenn er etroaS befommen härte;
einmal Reifet eS, ber Später fei afehejaget (9er. 2). (Srroätjnt
roirb ber $Berfud) beim $iebftahl (9*r. 2, 44, 4(>, <if>)b),
bei ber S3ranbfriftung (9er. 40) unb beim 9JMui5üerbrechen
(9er. 34). £)b ber SBerfucf) milber beftraft rourbe, als baS
Verbrechen felbft, läßt ficf> nicht erfennen, ba er im 2>ar*
birche ftets mit bolleubcten Gelitten jitfammentrifft; baß
er in all biefen gälten frrafbar roar, geht aus ber 3luf= •
nähme in baS SSarbuct) fyetvov. lieber SeUuatnne
mehrerer an einem 2)elifte ift oben baS SBcfentliche
mitgeteilt, alle 9Jetttl)äter mürben bem ^au^tthäter, bem
a) SS er in Stiel abgeurteilt mürbe, barüber fiefje unten £ 8.
h) €b in 9ir. 41 *crfud) ober StoUeubunß üorlicflt, bleibt bintfel.
2*
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fiHeler Sorfmd) 1466—1646.
hovctman (!ftr. 53) gleicfjbetjanbelt. 5lnfttftung ^um
$iebftaf)t fommt in SRr. 20, jum golterntaffen in GH
bor, bod) ift fte in beiben gälten nidjt baä 28efenttid)e,
fo bafc über if>re 93eftrafung nidjtä erhellt. 23eifjütfe
fommt im S8arbud)e nid)t bor, ba gälte toie *ttr. 29, 41,
too bie 93anbe aufyafjt unb ba£ ©eftofjtene in ©m^fang
nimmt, als 3ttittfjäterfd)aft aufeufaffen finb. 2tudj
iöegünftigung unb #et)Ierei finb fd)on oben betjanbelt.
Sßenn Qemnnb mehrere mit berfdjiebenen ©trafen
bebrotjte $erbred)en begangen tjatte, fo mürbe, roie mir
fafjen, entmeber nur bie fdjmerfte (Strafe bertjängt ober
and), roenigftenä in ber älteren Seit, mehrere neben
einanber. @in gatt ber ^beatfonturrenj ift oben ©ette 1 7
ermäfmt, bod) lagt ficr) über bie juriftifd&e »e^anbtung
bcrfetben au£ ber fraglichen Eintragung nichts entnehmen.
3lucr) über SBerjä£)rung ergiebt baS SBarbud) nidjtö, ba
ber 3 e ity im ft/ wann bie Gelitte begangen finb, nie ange*
geben ift a). $)em tübtfdjen ©trafrecfyte fdjeint bie 93er*
jätyrung übertjau^t fremb gemefen $u fein.
§ 8. $C(inaMgung. unb Süljnc.
SLUe fefjon angebeutet, mar im roeiteften Umfange
eine iöegnabigung bon ber ernannten ©träfe autäffig, fie
ftanb, mie mir unten fefjen merben, bem 9iat ber ©tabt
Miel $u. $m SBarbudje fyanbett e£ fid) meift um eine
$tegnabigung $u einer mitberen Xobcäart, fo bom Rängen
pm ©djmert (Wr. 14, 2(5, 28), bom SRab jum ©d)mert
(dir. ä), bon ber fdjmeren jur leisten s Jiabftrafe (Stfr. i>0,
* fiefje aud) oben ©. 8) unb ferner 511 einem cf)rlid)en
s -8egräbniffe be3 £eid)namä auf bem $ird)f)ofe, ba£ bcn
Eingerichteten an ftct) nid)t 51t Xeit werben burfte.
©rmäfmt mirb aber aud) SBegnabigung bon ber bertoirften
^ebenaftrafe überhaupt, fo in *ftr. 48, mo e3 tjeijjt dat
a) 311 Mt. ;>5 tjei&t es, bafe bie lötuug in vortiden ge|*d)el)ett ift.
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21
se los qwam unrlo bvhvM «lat levent. $)te ^egnabigung
gefdjah regelmäßig nur auf befonbere bitten (bv<\v.) ber
9lngehÖrigen be$ Xptcrd ober befreunbeter Vürger, in
^mei fräßen auf Vitten beä £er$ogä (9er. 3, 28), einmal
aud) be3 glenSburger föateä $u fünften bon 2 glcnö*
burner Vürgcrn (9er. <>3). £attc ber s Jtat bic Vcgnabigung
bewilligt, fo liefe er fid) atö ©ntgelt ber Sicherheit falber
bon f amtlichen Vittftellern ober einem bon ihnen für
fämtlicfje anberen mit eine fog. Urfehbc fdjroören,
roomit fie jeber freinbfrfjaft gegen bic (Stabt megen biefer
Einrichtung entfagten (Sic erfannten an, baß ber
Verurteilte bie ©träfe, bie erfannt mar, bon iHed)tSrocgen
„berbient" ^atte (9er. 2<>, 2S), unb fie berichteten fid),
megen ber Einrichtung feine Slntyrüchc gegen bie (Stabt
$u machen (9er. 14). (§& mar nämlid) anerfannter 9ted)t&
fafc, baß bie ©tobt für eine unrechtmäßige Einrichtung
aufeufommen fyattc. $>enn an fid) unterlag jebc $>in=
ridjtung ben ©runbfäfcen ber Vlutradje unb beä SBer*
gelbem (f. u.) gerabe fo roie jeber anbere Xotfdjlag unb
lourbe i^nen nur burch ben 9cad)roete ber 9techrmäßigfeit
entzogen b). $aß auch megen erfolgter Verhaftung im
galle ber greilaffung Urfehbc geleiftct nmrbe, ^eigt um
9er. (53, mo ber 9tat bon frleneburg ^mei feiner Bürger
lo£bittet unb bafür megen ber Verhaftung bem Slieler
9iate Urfehbc leiften muß.
Völlig au fdheiben bon ber Vegnabigung burch ben
ftat ift ber frortfall ber (Strafe im ÜBege ber 6ül)ne. 3)ieö
ift ein Ueberbleibfel ber alten |)ribatred)tlichen Sluffaffung
ber Verbrechen, nach melcher biefe ^unächft unb mefentlidj
eine Verlegung be£ burch f* e ®efd)äbigten unb feiner
Singehörigen finb, unb erft in Reiter Äinie Verlegung
ber ftaatlichen ©efefce unb Orbnung. Vi£ pm ©nbc beö
a) <Bkf)e and) unten 6. 23.
b) (5ief)e borüber meine Wbfynnblunfl S. 31, bod) ergiebt [tri)
s Jir. 28, bafe bie Urfefybe aud) bei Jpinridjtuitfl üon bürgern ber|elbcn
Stabt gefchah-
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$a£ fticter Sarfcudj H66-154R.
Mittelalters Jat bicfe 5Iuffnffung tfdf> beim Xotfcfjlag
erhalten, toäfjrenb bie übrigen Gelitte fd)on früher bcn
prtbarrecfjtltcf) en ©harafter im tüefentltd^ett abgestreift Ratten,
^eber Xotfrf)lag berechtigte bie SBIutöoerroanbteu beä
Xoten, feine Sippe, an bem £otfcf)täger bie Blutrache
$u ootl^iehen unb au£ biefem Xötungärecht ^at firf) erft
bie ftaatlicfje Sobeöftrafc für $otfcf)lag enttoicfelt, inbem
ber &taat an Stelle ber Sippe baS Vorliegen be$ 9tecf)te£
feftftellte unb bie SöoUftrecfung übernahm a). SBon Hilter*
^er tonnte fid) bie Sippe aber ihr SBlutracherecht ablaufen
laffen burrf) ßafjlung beä 2Bergelbe§, getoifferma&en be£
^reifes ber Xoten als ©rfafc für ben S8erluft. Slnberer*
feit£ toaren aber bie Singehörigen «$ur Annahme be£
(Selbes nicht verpflichtet; fie tonnten auf Sluöübung bes
$3lutracherechte3, be^to. in ber fpäteren Reit auf SSoU*
ftrechtng be3 Sobesftrafe beftehen. Sunt (Mag ber Xobe&
ftrafe bei Xotfcfjlag mar fonach au&cr ber ©inroitligung
be$ 9tateö, alö beö Inhabers; ber richterlichen ©ewalt,
ftetö bie 3ufttmmung ber oerlefcten Sippe erforberlicf).
(§& trat bann eine fog. Xotfchlagäfühne ein, bie im
rocfentlichen in gahlung einer ®elbfumme ober ähnlichen
Stiftungen feitenä be£ XfyatexZ unb in einem ^Ber^icht
auf irgenbroelchc toeitere Slnfprüefjc fettend ber ^erlefcten
beftanb. Jöcftimmte 28ergelbtar.en h fl ben in Äübecf unb
$iel nicht emittiert, ©ine folrfje Sühne tonnte in älterer
3eit ohne 9ftitnMrfung be£ (Berichtes gefcfjehen, feitbem
jebod) ba£ Bericht auch ^uf feinen Strafanfprud) oer=
pichten mufjte, nur unter feiner 9ftitroirhmg.
Unfer SBarburf) enthält 2 folche Sühnen. 3n 9fr. 50
nrirb bie Sühne ein vordrach genannt. toirb beutlich
auägebrücft, baß c£ fich um eine gütliche ©inigung hcwbelt,
nact)bem junächft ber Sßater bes Xoten unb fein nächfter
Sölutöberroanbter gegen ben Sfjäter bie tlagc borgebracht
haben. 2)ic Parteien haben fich bor Bericht barüber
a) 3iclje bctä Sichere in meiner WbljanMnng §§ 1, 5 ff.
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$er Stnfalt be* $arbud)f$. 23
geeinigt, baß ber Später bem SBater bes Xoten 20 mark lub.
äatjlen foÜ unb fyaben biefen SBergleid) fobann bor bem
fRate $u SßrototoU gegeben. Die SBertcfcten quittieren
barin über ben ©ntyfang beä (Mbe£ unb erflären, baß
pe auf alle SInfyrürfje gegen ben Später beraten. Die
Formel ift hierbei ä^nltc^, roie bei ben llrfefjbcn a); c3
toirb ftetä im tarnen ber ganzen &ippc geboren
undc ungeboren beratet, unb erfTärt, bag man auf
feiner lei SSeife, toeber bor weltlichem nod) gciftlidjcm
©eridjte, je flagenb bürgeren unb ben (nun mieber fjer*
gefteKten) ^rieben o^ne Slrglift ftetig unb feft galten
tooEe. $u biefen ©rflärungen werben, gleirf)fall£ roie bei
ben Urfefjbcn, Qeugcn in befrimmter, regelmäßig in geraber
Qal)l fun^ugesogeu *>). 3n bem s $rotofotle werben bann
bie fämtlidjen $erfoncn, meiere ben SBer^irfjt auäfpredjen,
unb bie $eugen mit Tanten aufgeführt. (Solche (Sühnen
fanben übrigen^ gerabefo bei ^ermunbungen ftatt, auf
benen bie ©träfe beä ^anbabljauenS ftanb. (Sin foldjer
%aU pnbet fid) in *flr. 13, roo jemaub einen auberen
auf offener ©traße überfallen fjat, unb bie Parteien nun
bom ®erid)t unter 3Jiittoirfung bon 2 bürgern ate
beugen baju gebraut roerben, fid) 511 engen unb au
vorwilkoren, roegen beä Ueberfatfeä nid)t meljr to donde
efte to hatende. Der Xfjäter fann freilid) fein fjeiße*
93lut nidjt £äf)men, läßt ftc^ nodjmalä $u bem glcidjen
lleberfatl berleiten unb wirb nun als gricbebrcd)cr
beftraft (f. 0. ©. 16).
Diefc 9lnfdjauung führte ^u ber (Sonfequen$, baß bei
einer Söegnabiguug feitens be£ iKatcä $u einer milberen
©träfe, aud) bie Slngcfjörigen bei? Getöteten £ufrimmen
mußten. <&o Ijeißt e3 in 9fr. 50, baß bie greunbe, wie
a) @. 0. ©. 21. Söet ber Urfefybc fo. 9?r. <>3) tuirb nuf olle
Angriffe gegen bie Stobt, il)re Witgeljörigeu ober iljr £>ob nub (öut
oeraic^tet. «ergl. oud) ftolcfä Slrdjiü, s 3b. 5, S. 359.
b) 3n S^r. 35 finb eä 4, in 9io. 13 nur 2.
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24
£a§ SHeler SBarbud) 1466—1640.
bie (Bippc regelmäßig genannt toirb, auf Sitten ber
Herren, b. f). be£ (Berichtes, unb oieler frommer Bürger
geftattet (gegunt) ^aben, baß ber Delinquent oon ber
fdjroereren $ur leichteren iRabftrafe bcgnabigt ift.
B. Bas Strafverfahren.
§ 9. £ie @crid)t$bcrfaffunfl.
Äiel Umr eine Ianbe£f)errlici)e <Stabta), boch ^at fie
ftfjon gleich bei ober nad) ber ©rünbung, bie gewöhnlich
ätoifrfjen 1233 unb 1242 angefefct hrirb, ziemliche (Selb*
ftänbigfeit erhalten. 3>m 3oh rc 1242 öerKer) ©raf Johann I
ber (Stabt ba3 Sübifche 3lect)t. Damit empfing 3ttel bie
£üotfdje OtatSöerfaffung, nad) melier ber 9tat bei
2tu3übung ber bem ©rafen ^uftehenben ©erichtäbarfeit
mit£uroirfen hatte; benn in ben Sübecfer Statuten (tgad) 1 00)
Ijicfe e£, bafc ber lanbeäfjerrliche ©erid)tsbeamte, ber SBogt,
nur (Bericht galten bürfe, toenn 2 Normannen neben
ihm fäfcen, um $u fyöten unb gu fefjen, ba& feinem 2lrmen
ober SReidjen Unrecht gefchelje. (5d)ou 1317 fyat aber
©raf Sofwmt U« $iel ba£ fftedjt oerliefjcn, ben SBogt
nad; freiem ©rmeffen ein* unb ab^ufe^en, unb 1318 auch
bem s Jiat bie gefamte ©erichtä barfett, fotueit ba3 ©tabt*
recht reifte, abgetreten. Die nottoenbige golge mar,
äumal bei ber roadjfenbcn politifchen ©elbftänbigfeit ®iel3,
baß ber SBogt allmählich an 2lnfe(jen unb ©influjj hinter
bie beiben Dtatäfjerren äurütftrat, ja, baß biefe beiben
nicht nur de facto bie 9töcf)ter tourben, fonbern felbft
ben Xitel Richtevoghede ober Richteheren erhielten.
Der SBogt tourbe fchliepd) auf bie gunftionen beä
öffentlichen 3lnfläger£ unb be£ Snfjaberä ber SBerfeftuttgä*
gemalt befcfjränft. $n lefcterer ©igenfdjaft oertrat er
a) $erßl. 31t bem ftolgenben über bic urfunblidjen Gteunblagen
töobcnberg, 9Hittfjeilungeu ber ©cfellfdjaft, Jpcft 12.
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Ter 3nf>alt t>H WarbüM.
2f>
aud) ben £anbe£l)errn, 5er ba£ Medjt, ilm ernennen,
ber (5tabt Äiel 14i>l auäbrürflicf) beftatigt Jjat. $f)at*
färf)ltrf) rourbe jebotf) ber Vogt fo gut tote gan$ ein
ftäbtifcfjer Beamter.
(So entroidelte ftcf> ber $Hcrf)t£$uftanb, tute ifm uns
ba£ Varbudj ^eigt. ®er SRat tft alleiniger 3 n fJ aoer oer
®erid)tägetoalt, ifjm ftefjt nidjt mir bie Verurteilung,
fonbem aud) bie Vegnabigung ^u. %\e erfte 3 ,l ffcm5
btlbete dat nedderste recht, ba£ *ttiebergerid)t, ba£ mit
2 Statmannen, ben fog. riehtevogheden, befefct mar. $)iefe*
9tiebergerid)t fjarte roie in Sübetf") in allen 6traf*
facfjen bie oofle ©om^eten^, unb ^mar nict)t nur für ba£
Vorverfahren, fonbem aud) für bie @ntf Reibung felbft.
■Ser JHat fmtte aU ^n\)abct ber ©eridjtegetoalt aud)
ba£ SRedjt, eine ©adje in erfter ^nftan^ an fid) $u ^ic^en »).
Otegelma'fjig entfdjteb er aber in feiner @tefamtl)eit als
Vürgermeifter unb föatmannen nur über bie Berufungen
gegen Urteile be£ *ftiebergerid)tö (Stfr. 24, r>2). 3Me britte
Snftans bilbete biö 149« ber Süberfer ?Kat (3fct. 24) ;
$iel Ijatte ein uthgande lubesoh rocht, b. f). feinen
s Jterf)t^ug nad) auswärts. 3n britter 3nftan£ fanb aber
nur eine SReoifion, eine <ttad)|)rüfung ber Mcdjtsfragen
ftatt. C£rft 149b* emanzipierte e$ fidj mit Otenbäburg,
Dlbesloe unb Qfcefjoe bon &übed, inbem buref) ben
Sanbeäfjerrn aU britte 3 n fta n ft oa * faß- Vierftäbtegcrid)t
gegrünbet mürbe. $)er Vogt finbet fiel) nur bei bem
9tiebergerid)t; er flagt anc), unb er oerfeftet im Tanten
beS SRateä unb be$ £onbeSl)errn (9?r. T>1).
a) 33erql. Fretter, ©inleihtnfl, 3.
b) 2>a3 Sönrburf) enthalt f nft ausKf)tteK(ict) $erf)aub(una,en t>or
beut yjiebergeric^tc nur v Jh\ f>5 unb <vi »erben fliatauerljonblunflen
enthalten, faum 9lx. 47.
c) ÜWr. 31 van der konychlyken walt wegen, b. I). im Warnen
be$ £anbc$l>erra, weil ber ©ctötete feine ftreunbe Ijatte.
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2G
frieler Sarbu$ 14f 5-1540.
SBei ber Sefefcung be£ 9ftebergerid)te* toerben anberc
$erfonen aujjer bcn beiben Otatmannen, bcm SBogt nnb
©eridjtsfrfjreiber ($ac^ II 21. r >) nirfjt ermähnt, unb e£
entftefjt bic Steige, ob bie beiben SRatmannen and) bie
Urteile fällten ober nur bie 5öerfmnblung leiteten, mit
anberen 28orten, ob eine UrteilSfinbung buref) $ing*
leute ober (Schöffen ftattfanb, ma£ befanntlid? in ber
beurfcfyen (&erirf)tsüerfaffung ber älteren 3^it burdjauS bie
Siegel mar. 5)iefe grage barf beftimmt berneint toerben.
gür eine 9J?ittoirhmg ber SBürgergemeinbe bei ber Urteile
finbung faricfjt in ber Ueberliefemng nirf)t£; unb bie
fyiftorifcfje ©nttoirflung f^ricf>t bagegen. Äicl em^fiug bei
feiner ®rünbung mit bem £übifcf)en 9tecf)te bie Sübifdfje
fttats* unb ®erirf)töoerfaffung. ^)er Diät, ber ein
gröfcereä ftänbigeä Kollegium bilbete, toar ber Bürger*
fcfjaft gegenüber in allen fingen felbftänbig unb regierte
olme jebe SWtttoirhmg berfelben. (5o mar benn aud) baä
*fttebergerid)t nid)t eine $ortbilbung be$ alten SBolfö*
gerieftes, fonbern lebiglid) ein Organ bcS SRate3 ^ur
9lu6übung ber tljm felbft ^ufteljenben 9Jlad)tbefugniffe.
2lurf) in ben anberen ©täbten mit Sübifdjem Üiedjt l)at
es nie ©tröffen ober fonftige Urtcilpnber gegeben, fonbern
bic beiben 9iat£f)erren entfcf;ieben felbftänbig unb allein
ate md)tex a). 3n Sübect felbft ift e£ urtyrünglicf) gleia>
falls nidjt anberä gemefen; bie eigentümliche Urteile
finbung buret) ^rocuratoren ift erft tyäteren 3)atum£
unb au£ lofalen Söerfjältniffen $u erflärenb). ^udt; ba£
SBarbucf) liefert fein anberen 9tef ultat ; e£ fommt nidjtä
barin bor, toa$ fict) auf Urteilfinbcr am ber Bürger*
gemeinbe be^iefjen ließe. 9Jcogltcf) märe allerbing£, ba§
a) SBergt. ftrenSborff, ©ml. ©. XLV ff.
b) 3h Sübcrf waren allcrbina,3 im 17. nnb 18. ^afjrfjunbcrr,
uielleid)t and) fd)on früher beim s JJiebergerirf)t 4 be^w. 6 ^rocuratoren,
meiere ba$ Urteil 51t fällen Ijatten, fie waren aber gleid^eitig Partei«
Vertreter. %t)v älterer Warne mar SBorfprafen (Dergl. "söefcler , $eit=
)d)rift für 9ka)t£gefdnd)te, Söb. 9, 6. 254, 2tiO unb grenSborff, @inl.
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$?r Siifjnli bf# Starburfies.
27
in bcr älteften #eit bie bei ben Verhanblungen anroefenbc
23ürgerfd)aft, bcr fog. ttmftanbc), einen (Sinfluß auf bie
>Kecf)tfyrecf)ung gehabt fyat, bte Vermutlich fehr balb bie
beififcenben fliarmannen an feiner Stelle bie alleinige
Urteitöftnbung übernahmen. gm SBarbucfje fommt bcr
Umftanb jebenfatfs nicht mehr bor, eine ättitroirfung ber
$8ürgerfcf)aft ftnbet oielmehr lebiglich infofem ftatt, aU
regelmäßig einzelne SBürger als ©eric^t^eugen fungieren.
Sehr ^öufig ift bon beseien bürgeren, angefeffenen
bürgern, bie 9iebe. Sie toerben bei ben ©eftänbniffen
ber SSerbrec^er ate geugen äuge^ogen, femer bei SBer*
feftungen, Urfehben unb Vergleichen. (S£ h a ^belt fiel)
S. L 9lnm. 3), unb bie* beutet fd)ou barauf fjin, baß fie aitct ben
Oon ?Uter3 l)er überfommenen iBorfprafen. ^arteif ürfpred)crn , Ijeroor-
gegangen finb, unb nid)t umgefet)rt, was einfad) abfurb märe, lote
«cfelcr ricfjtig fagt.
3n ben älteren i'übcrfer Statuten werben bie SJorfprafcn aud)
fdjon erwähnt, aber nie at* Urteilfiuber, foubern nur als« Partei*
oertreter. ift aud) ausbrüdlid) beftimmt, baft fte in ben 3ad)eu,
in welchen fic Vertreter finb, nidjt als! Heugen fungieren fönnen
(.ftaen II <>8). Nation, bafe fie oon ber Urteilsfinbung auögefdjloffen
wären, ftel)t nirfjtö gefd)riebeu, wäl)rcnb umgefetjrt ben fllatmaunen,
bie irgenbwie befangen finb, in foldjen Sachen bas Stimmrecht in
ber ^weiten 3nftang int SKat ausbrürflid) entzogen ift (ftad) III 1 <*>:>).
flud) fonft finbet ftd) in ben Statuten nirgenbs ein 9lul)alt$punft
bafür, ban bie SSorfprafen etwa in älterer #eit Urteilfiuber gemefen
finb, wie benn aud) Breuer, Ifinl., S. 337 ff. ben beweis für bie ISrjftcnj
befonberer Urteilfiuber ober 3d)öffen in Gilbert uöllig fdjttlbig bleibt.
Selbft öad) II 59, ber etn^ifle Wrtifel, ber bafür in «erratet fommen
tonnte, wo e$ tjeifjt, jeber, ber ein fatjdjeä Urteil finbe, muffe bafi'tr
©ewette $al)len, eö fei benn, baß er befdjwört, %u jener $e\t nid)t
beffer gewitfjt &i t)aben, beweift bei näherer Betrachtung aud) nid)t$
bafür. £enn, wenn es an ftd) fdjon unwaljrfctjeinlid) ift, baß Sdwffeu
für ftinbung eines uuridjtigcn Urteile beftraft worbeu fein folltcn, fo
beweift bie ^orm bes 9lrtifel$ im Codex IL, ber oon cleghere, ber
etwas ftalfdjes oorbringt, fpridjt, bafj biefe Urteil£finbuug lebiglid)
ber ftlagautrag, ber Antrag auf (Srlnfi eines Urteils ift, feineswegs
baä, wa$ fonft al$ Urteilsfiubung bezeichnet wirb.
c) So Ijeifet e$ s JJr. 47 vor allem sweme unb s Jir. <>5 vor
jedermann.
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28
$aS Äieler #arbud> 1465-1646.
bafcei a6cr eben nur um 3eußttt&, ba£ fjei&r, um ©idjerung
bes $8eroeife£ für eine pro^effuale Xfjatfadje »), um eine
Äontrole bcr Urteilsfinbung, nie um bicfe felbft.
3)a3 für bic 9tetf)ttyrecf)ung burd) ©rfjöffen t^pifc^e
SBort finden toirb $toar im SBarbudje meljrfadj gebraucht,
uub ber jenige, melier ba3 Urteil finbet, wirb ber
n?chtd«lnr am Sftiebergeridjt genannt. Slber e£ toirb ftets
nur üon bem rechtdeler gefarodjen, unb bte£ toirb ber
*ftame beäjenigen t>on ben beiben $u ©erid)t fifcenben
föatmannen getoefen fein, ber ba£ Urteil $u berfünben
fjatte b) c). ^)enn eä Reifet in 9fr. f>0, baß ber rechtdeler
ben Slngeflagten gefragt f)at, toa$ er auf bie Auflage ^u
ertoibern f)abe, toaS nie <Sacf>e etneä Schöffen ober
(5cf)öffentoortfüf)rers gemefen fein fann, fonbern (Sadje
beä borfifcenben SRid)ter£, toie e£ benu and) 511m Söeiftnel
9fr. 2i) fjeifct wy rechlevnghedc hebben ghevraghet d).
a) SJcrgl. j. 50. bas Beugmfe ber beiben Bürger in 9ir. 24 unb
ftrenSborff. ©. XXII.
b) £l)atfäd)lid) wirb cS ftctS bcr (#criri)t*fdu-cibcr oerlcfeu fyabcn,
ber ja fclbft SRedjtSfunbiger unb mof)l bei ber UrtcilSfättung wefeutlid)
beteiligt mar.
c) 3n ben «übeefer Statuten ($ad) 11 58, <i2) Reifet cS, bafe bcr
JM 0 1 m a n n bas Urteil utghevet ober utsendet, waS fid> nnr auf baS
Wiebergeridjt be^ie^cn fann; benn .'päd) II <>2 befaßt im Codex U,
baft gegen foldje Urteile ber Kläger ober ber Wugeflagte Berufung
au ben 9ftat einlegen fann, unb glcirfjgeftetlt werben biefen Urteilen
bie auswärtigen Urteile, welche gerietet worden vor rechte edder vor
rade, alfo bic erft« unb arocitinftan$li(f)en Urteile, fomeit ein Oicdjt^ug
nad) üiiberf beftefjt.
d) Unfere 93e^auptung wirb audj burd) baS fonft öortjanbene
urfunbltdje Material über bie Äicler ®erid)tSoerfaffung beftätigt. 3"
bem alten Vieler $arrcd)tS<ftormular (ftalcfs 9lrd)iü, 93b. 5, 3. 335)
werben bic üerfrfjiebcnen ftunftioneu bes SogteS bon Unterbeamten,
ben fog. ©eridjtsbieueru uerfeljeu, was wof)l fdwu jur $eit beS $$ar>
bunjeS bcr ^oll gewefeu fein wirb ; einer ift ber Auflager ober ftiScal,
ein auberer, bcr als ^nfjnber Der SerfcftungSgewalt mit im ©eridjtc
fifct, fütyrt aud) norf) ben $itcl Sogt. 3)aS ©ericfyt wirb angerebet
(Slnrbare, 2Bof>l weife, ®rofjgnnftige Herren, ber $erid)tsfd)reiber »er-
lieft baS Urteil unb bcr Sogt legt ben Angenagten im Warnen beS
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$er $nija!t be* 8nrbud)e8.
29
28ir fommen bemnad) $u bcm Otefultat, bafe jeben*
falXö in $iel ntc^t burcf) ©tröffen, fonbern buref) bie
beiben s Jiatmannen ba$ Urteil gebrochen tourbe. Sie
führen im 5öarbucf)e, toie fdjon gefaßt, ben Xitel vogede,
richtevogede, richteheren ; ob fie jebeä Qafjr neu getoäfjlt
tourben, ift mcr)t erfichtlidj, jebenfallä ^aben manche längere
Qafjre ba3 2lmt inne gehabt »). ;$m Sötte ber 58er*
fjinberung trat ein anberer s Jtatmann an ihre (Stelle
(9er. 5«, 58). Steift Reifet e3, „im 3af)re £ toaren ber
unb ber richtevoghedc l \ ober auch nur, bafj bor ben
richtevogheden ba£ ®eftänbni£ abgelegt ift, ober e£ toirb
ftatt ®ericht3bögte toofjl and) einfach (Bericht gefagt.
3$on ben fonftigen ©erichtöperfonen ift über ben SBogt
fdjon oben gefprodjen; ber <$ericf)t£f Treiber toirb 3 mal
ertoäfjnt (9er. 6, 7, 55), aber nur als 8euge für ein
®eftänbni£ ober einen Vergleich. %zx Scharfrichter toirb
garniert genannt, tooljl aber ein ®ericht£biener in 9er. 52
(der stat doner) unb 9er. (50 (bodel). @te ift anzunehmen,
baß ber in 9er. 51 unb biclleicht auch 9er. 45 oorfommenbc
vorspreke, ber bon ben ehemaligen Ämtern be* SBogte*
ba£ be£ 2lnfläger£ übernommen fyatte, unb fonft des
rades vorspreke ober ffiäcal genannt toirb, ebenfalls ein
©ericfjtäbiener toar (oergl. (S. 28 Slnm. d). 3)teangefeffenen
(beseten) Bürger toerben, toie oben gefagt, ftetS nur al£
3eugen ertoähnt, e£ r)etgt bon ihnen tughe, tughe hir to
ober in bywesen, an unde over gewesen, bei ©eftänb*
niffen ber Slngeflagten regelmäßig mit bem 3 u fafe e dat
he bekant heft ober de hebben dat gehored, dat he
bekant heft. $)tefe Bürger tourben $u jeber folgen
SiimigS unb bc3 «atd fricbloä. 2>a$felbe befagen bic bei ftalcf, S. 359 ff.
tuiebergegebenen ^rotofotte au$ beut 17. 3at)rt)unbert, wo ebenfalls
bon (Schöffen ober fonfttgen Urteil finbern feine tftebe ift. 2>ie «er»
fjanbdtnfl ©. 357 ff. gefdjie^t üor bem SRate unb f)icr tjat ber ältere
©ericf)t$t)ogt baä Wmt be$ WnflägerS, ber aubere ba$ Wmt be3 SBogtcö.
a) ©iefje bic nctfjeren Daten unten am ©ajluft beä ^erfonen»
regifterS.
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30
fiieler Waibud) 1466—1646.
Sättigung befonberä geloben, geeschet, toie ber tetfjnifcfje
^Lmbxnd lautet. $)ie regelmäßige Safjl rnaren 2, bodj
finben ftd^ Bei ben betben ^ejen^roaeffen, welche in $iel
wie in (Schleimig *#olftein bie erften geroefen 511 fein
fdjemen, 4, 9 unb 32 Vürger aufgeführt, offenbar a) megen
beä bis ba^in böfltg Unbefannten unb Unerhörten biefcä
3)eltfte£. SBürger^eugntffe fommen ferner bei Qftei*
tyrechungen, bei Verzichten auf Weitere Slnfyrüche, bei
Urfehben unb Verfeftungen b) bor, §kt ift bie &a$l aber
unregelmäßig, and) fctyeint bie 5lufforberung (geesehet
unde gebeden) l)iev bielfach bon ben ^Beteiligten au&
gegangen $u fein (5. 33. 9^r. 51).
Urfprünglid^ hatte ber Vieler diat gemäß ber 95er*
leihungMIrfunbe ®raf Johanns II. bon 1318 c) {ebenfalls
nur bie ®ertcf)tSbarfcit für bie ftrafbaren ^anbtungen,
bie im Geltungsbereiche beS ©tabtrechteS gefchahen. (Sine
SluSbehnung erfuhr bie 3uftänbigfcit aber fcfjon balb
burch bie £anfereceffe be£ 14. gfahrhunbertS unb
anbere Verträge jmifchen ben <5täbten mit Sübifcfjem
Stecht d). danach leifteten fid) biefelben infofern $led)t&
hülfe, als; fie fiel) oerpflichteten, ihre Verfeftungen, griebloS*
legungen bon Verbrechern e), gegenfeitig auäuerfennen. (53
fanben bemgemäß aud) auf ®runb auswärtiger Ver*
feftungen unb bamit wegen ber ausmärte begangenen
$)elifte in &iel Verhaftungen unb Verurteilungen ftatt.
<Bo finben mir benn auch im Vorbuche als Xfjatorte für
bie in $iel beftraften Verbrechen außer £otftein, ins*
befonbere Dftholftein, namentlich Sttedtlcnburg, Bommern
unb bie Süneburger ®egenb. 3» einzelnen gälten finb
bie auswärtigen Verbrechen nur zugleich mit abgeurteilt
a) $ie* nimmt Dr. Stern in [einer Wnmerfnnfl *u Wremers
Gf)ronif moljl mit 9ied)t an.
b) SBergl. ftreussborff, Ginl. ©. XXII 9lnm. 3.
c) $affe, III 6. 202.
d) »etfll. bnriiber ftrenSborrf, ©inl. @. XXV.
e) Jöergl. § II unten.
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31
bei Verurteilung toegen etncä in $iel begangenen $)elifte£,
meift hanbelt e£ fich aber lebiglid) um auSroärtS begangene
3)elifte, beren Shinbe nur auf ©runb ber Verfeftungen
na<f) $iel gebrungen fein fann. $)er Ort ber (Ergreifung
tft nur oerein^elt angegeben. ©3 tft aber flar, baß bte£
nur Vieler ©ebiet geroefen fein fann (5. 93. 3lx. 26, 38)
unb außerbem noch bie näehftc Umgebung, bis in welche
ftd) bie fafriföe 2Jta<f)t beS Vieler State unb feiner ^oli^et*
organe erftrecfte (£.58. ^r.40^toifc^enÄieIunb^eitmünfter);
benn baß s $ribatleute, 93. bie Verlebten, ben Xpter
bem Vieler ©cricht zugeführt fyaben, roie fie auf ©runb
ber Verfeftung e£ an fiel) burften, toirb feiten genug bor*
gefommen fein.
§ 10. SJoiucrfaljrcit unb $aut>tt>crt)(iiiDIuitß.
S3ei ben ^ter in S8etrad)t fommenben peinlidjen Vcr*
brechen bilbetc naturgemäß bie Verhaftung bcö Verbrecher^
bie Olegel, ba toegen ber <5rf)mere ber ©träfe ber ^lud)t*
oerbatf)t ftd) oon felbft rechtfertigte. $)ie Verhaftung
fanb einmal ftetö ftatt bei l)ant()after Xfyat, b. f). menn
ber Später auf offener %fyat ertappt rourbc, ferner auf
©runb einer Verfeftung, bie im Mittelalter unferen
Haftbefehl erfefcte. ^J)aö erftere roirb im Starbuck bezeichnet
als gegrepen ober besingen op sehyner dat ober beherilet.
Sm lederen gatte toirb regelmäßig toeber bie ©rgreifung
nod) bie Dorhergefjenbe auswärtige Verfeftung ermähnt;
nur in 9tr. 28 Ijeißt e3 gegrepen. 3)cr Verhaftete mürbe
bann in bie hechte, hrie bas (Gefängnis l;ieß, gefegt a).
2Mft mürbe er auch fotfast gemacht (9er. (5(>), b. h- an
ben güßen gefeffelt ober bie güße in einen Vlod gefteeft.
5lubernfatt£ toirb gefagt, ber Verbrecher fei up vrien voten
ober ledieh unde los, toas toof)l in ber Verhanblung ftetS
ber gall mar. $)er brüte gatt ber Verhaftung mar ber
a) 3n Nv. 44 fjeiftt eä öon einem G5eiftlic&en geworpen in den
keyser; bic SJebeutung beS ©orte* ift bunfcl.
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$a* Vieler >8arbU($ 1465-1646.
auf Antrag be$ Älägerä. 2Bar bcr Veftfjulbigte ein
Bürger, fo gefchaf) fie nur, roenn ber Kläger Vürgen
ftettte (-Jtr. 47), toeil eine grunblo£ beranlaßte geftnahme
ü)n haftbar mad)te ($adj II 186). 2)ie£ mar eine
Veftimmung be£ Sübifdjen 9terf)t3 (alse lubes recht inhelf,
mt. 47). «Bei 9ttdhtbürgern ftfjeint bie Vürgenftellung
nicht notroenbig getoefen ju fein, menigftenä befagen
9er. 60 unb 66 nict)t^ barüber. $er regelmäßige 3lu£*
brurf ift let gripen ober let in dey hechte setten. ^aft*
entlaffung gefchah gleichfalls gegen Vürgenftellung. £$n
9er. 57 ift jemanb fencklick nomen unb fifct 10 2Bod)en
in £aft; er wirb bann uthgeborget buref) 4 Vürgen,
läßt biefe jeborf) fifcen, offenbar inbem er fid£) 51t ber Ver*
hanblung nicht ftettte. ©ine Vefdhlagnafjme bon gefto^lenen
©egenftänben unb freigäbe berfclben nad) ber Verurteilung
be* XpterS burd) ben 3iat finbet fidj in 9er. 30 a).
©efängniffe, binnen dey hechte, mürbe ber
Verhaftete bann bernommen, unb jtoar bon ben ©erichtö*
bögten in ©egenroart bon 2 ober mehr Vürgern (3. 93.
9tr. 46, 50); bielfach werben aüerbingS nur bie beiben
Bürger ermähnt. Sur ©r$toingung eines ©eftänbniffeS
ift bie golter auch ™ W r pwftg benufct; ermähnt
mirb fie im Var buche ^uerft 1526, boch ift fie ficher fchon
früher angeiuanbt morben. 5)er regelmäßige SluSbrucf
ift pinygen, unb bon bem Verbrecher h^ifet e£, er fyabc
befannt genodiget unde ungenodiget, b. fj- auf ber golter
unb nachher.
3)ie £au£tberhanblung gegen ben Slngeflagten fonnte
regelmäßig fet)r balb ftattfinben, ba baS Vorberfahren
nicht biel Seit beantyrudjte, fo ift in 9er. 50 bie Xfyat
am yjlittivoä) gefchehen unb am grettag finbet bereite
bie Verurteilung ^tatt Jgm übrigen fcheinen für peinliche
a) ^ermutlirf) Ijattc ber $ieb bie Stürfc bei bem Sd)ulmiad)er
in ber S -Bnm$itnf oerfouft ober öerfaufeu mollen unb finb fie bort
befdjtaßnaljmt.
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33
(Badjen einige beftimmte ©erid)t£tage (uthgetekend 9cr. 24)
beftanben «^u fjabeu. Slber, ba int 5öarbud)e aufjer *D?ontag
alle Xage ber 2ßod)e of)ne llnterfdneb oorfommen, ift
an^une^men, bafe ba* ©eridjt aud) fonft im SBebarföfalle
fofort aufammentrat.
3m Dermin erfdjienen bann bie Parteien, .Siläger
unb Slngeflagter, allein ober mit iljren tftedjtöbeiftäuben.
3n ber uns befd)äftigenben $e\t fonnte nad) £übifdjem
9ted)t (&ad) III 31H>) jeber wegen fdjroeren ^erbredjen*
9lngeflagte einen Fürsprechen forbern. @r fonnte aber
awf) ane vare fid) felbft Oerteibigen, b. i). ber alte
gormaliämuä, bei bem jebe* falfrfjc 28ort unb jcbc*
Sterfpredjen bem Slngcflagten fd)abete, unb ber bie
Fürsprechen, bie beäaoouiert toerben tonnten, nottoenbig
gemacht Ijatte, galt nidjt mcfjr. s -ßielme^r nmrbe in
Oiebe unb ©egenrebc lebiglid) ber Sinn ber SBorte beadjter,
rote überhaupt ba£ SBerfaljren feinearoegä befonber*
„mittelaltcrlid)" erftfjeint. 3 m s *ttarbud)e ift benn aud) oon
ben vorspraken toenig $i finben; in 9fr. 4f> faun bamit
aud) ber vorsprake beö Wate* gemeint fein (f. oben 8. 2 ( .>)
unb in s J?r. f>2 faun eä aud) ber guuame einer ^erfou
fein, bie mit einer anberen ^ufammen alö vorhider sines
rechtes auftritt. 9htr in 9?r. (><> ift ber vorsprake
miätoeifcüjaft ein ^arteioertreter, aber l)ier für einen
Slustoärrigen, ber rooljl faum felbft anloefenb mar. ^ie
Parteien fonnten fid) aud) bnrd) iöeoollmädjtigte oertreten
(äffen. $n $lv. 24 I>cißt e*, ber Mlägcr fei vuhnechlich,
er tuirb aud) deghedin^hesinan genannt»), bie Partei
felbft hovetlude. %n s 2lv. öl tritt für ben iUngcflagtcn
ein SBertoanbter auf, um ftatt feiner $u antworten, i&enn
ber Stngeflagte ausbleibt, tjei&t es ftete, bajj aud) niemanb
oon feiuetroegen erfd)ienen fei, um für ifjn ,yt antworten
a) Denhodingho ift jebe ^erfjimblinifl (Tagi jiuifri)cn 12 ober
mcljr Parteien, baljer deghedinghesman ber Vertreter einer Partei
bei einer fotdjeu.
3
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34
$a« flieler Sarbudj 1465—1546.
fo. 33. 9?r. in, (>2, <>4). ©in folget Vertreter be£ Slngeflagten
tonnte naturgemäß nur bie rec^tlidje Unhaltbarfeit ber
®lage (5. 33. Ücottoer) geltenb machen ober einen ©egen*
beweis erbringen; gelang bie£ nicht, fo frfjüfete bie Slnwefen*
heit be3 Vertreters ben abwefenben 5lngeflagten nicht
bor ber Verfeftung (5. 33. dir. 52).
3Me $erfon beS SHägerS wirb mcift nicht bezeichnet.
Ütegclmä&ig ift ed ber «erlebte felbft (9er. 30, 47), im
gälte be3 £otfchtage£ feine nächften männlichen 2$er*
Wanbtena) ober frunde, Wie bie <Bippe genannt wirb
(5. 33. 9?r. 45, 50, 55). «flicht ftagbered)tigt finb bie weib*
liefen 33erwanbten ober bie ©fycfrau, biefe fönnen fief)
nur ber öffentlichen ,tlage anfdjlie&en (9tr. 30). $>enn
Wenn ber Xote feine frunde hatte, flagte, Wie eS in
ftr. 31 Reifet, nach Äübifchem fechte b) bie fönigliche ©ewatt,
b. h- oer 3$ogt; baSfelbe Wirb ferner ftets; ber Sali
geWefcn fein, Wenn jemanb auf ©runb einer auswärtigen
33erfeftung ergriffen unb bie 3Serlefcten abtoefenb waren,
alfo namentlich in ben bieten gälten beS 3)iebftahte3,
Welche im 3Sarbucf)e borfommen, ohne baß ein Kläger
genannt wirb. 3m übrigen burfte eine öffentliche Mage
nicht erhoben werben, wenn bie Verlebten nicht flagen
wollten unb baS Bericht auch fonft nicht irgenbwie mit
ber (Sache befaßt War (5. 33. 9Zr. 52) c).
$)ic Skrfjanblung begann bamit, baß ba£ Bericht
orbnungSmäßtg gehegt (9er. 51), b. h-, oaß griebe unb
s Jiuf)e geboten würbe. 9Jceift Würbe Lust (— Sauften)
geboten unb Unlust berboten, aus bem 17. Sahrfjunbert
ift aus Äiet überliefert, baß bcr ®ericht3biener 3 mal
Unlust rief (ftalcte Slrcfjib, 33anb 5 ©. 357 ff.), darauf
brachte ber Kläger feine Älagc bor unb verlangte eine
©ntfeheibung nach Sübifchem 9iccf)te; bie 9Iu3brücfc bc£
a) ©. bariiber meine Slbtyanbtunfl ©. 33 ff.
b) SBerflf. meine HbljanMmtfl 6. 28.
c) 58crßl. baef Wäfjevc in meiner \Hbt)nnblnng S. 12.
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$er 3"f)Qtt beS SJorbucM.
35
$ßaxbüä)tö ftnb beelaghen, claghen, anclaghen, anspreken,
ber Qu\a% in sin vrighe hogheste bebeutet ben Eintrag
auf Xobeöftrafe. 3n Stfr. 50 ftellen bic Mäger Bürgen,
cren recht to folgen, b. f). bie baäfelbe rerfjtlitfje ©efcfyitf
erfahren, mit anbereu Sßorten ebenfo haftbar fein fottten,
inte bie Mager felbft; benu uad) Sübififjem SKedjte uerfiel
in (Strafe, roer mit feiner .tlage nicfjt burtf)brang, roenn
er nicfjt burdf) ©ib nad^roieä, bag er in gutem (Glauben
roar, als er $lage erfjob (f. o. <5. 27 3lnm. b).
•ftad) bem Kläger rourbe ber Slngcflagte gefragt,
roaä er auf bie Mage erroibere (9?r. 50), ober feinem
Vertreter ba$ SBort vergunt (9?r. 51). 3n ben meiften
gälten beS SBarburfjeS geftetyt ber SlngeHagte bic Xfjat
ein, roa£ aufjer ber golter roofjl bie ausroärtigen $er*
feftungen (f. unten) betoirften, bie bem (^eriifjte aud) uon
SBerbrec^en in entfernten ©egenben .ftunbc gaben unb
jeben ©egenberoetä auSfcfjloffen. ©inmal roirb ein frütycrcö
©eftänbnte beriefen, unb bie beiben 3eugen beffelben
befdjroören e£ jubem nod) t»or ©erirf)t (9?r. 24). $ie
Sluäbrütfe ftnb bekant, thoslan, bekantnis, ghudede ober
segle ja. Slufjcr bem ©eftänbniffe fommen als 53ctt)ei«=
mittel nur bie Saugen oor^X dagegen finbet firf) oon
bem alten 58etoei3t>erfafjren burd) ^arteteib unb ©ibe*-
Ijelfcr nichts mefjr bor; m'elmeljr Reifet e£ in 9?r. 24, ba&
Kläger ein früheres ©eftänbntS beroeifen unb bamit
geroinnen ober ncrlieren roill, unb ba3 ©erirfjt erfennt,
bafe, roenn tiefet ©eftänbnte erroiefen roirb, rocitcre ®itt«
roenbungen be£ Slngeflagten nidf)t gehört werben foüen
(noch achte ofte vorsprake geneten) l>). 2)er terfjnifdje
Sluäbrutf für ben geugenberoeiö ift overtughen. 3$on ben
a) 3n 9lr. 30 Ijcifjt eö de schinbaren dat was tor stedo, bod)
ift nic^t Hör, ob es; fidj babei um einen rid)terlid)en Wuflcnföcin
Rubelt; öerrnntüd) mar ber 2>ieb abgefaßt, als er bie $äntc urrfmtfen
wollte.
b) (Sbenfo 9?r. 52 wat dey tugeden, solde erno wol unde
we don.
3*
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$>ci$ Mieter »arbud) I4fiö — 164Ö.
Sengen Wirb meift gefagt, baß fie bei ber Xfjat an undc
over gewesen finb (Stfr. 1 B) ; benn alä Saugen $u Ungunften
be3 Slngeflagten gab eS nur 3 eu 9 en & cr $h<rt/ Wirflid)e
Slugenaeugen {%lx. 52), Währenb ein ignbiaienbeWeiS, ber
$ur Verurteilung beä 2lngeflagten genügt hätte, unbefannt
War. ^)ie bon bem Slngeflagren jur ©ntlafrung benannten
3eugen Werben aber bielfach auch einen 5llibibetoei£, b. fy.
einen VeWeiS, baß ber Slngeflagte $ur Qeit ber Xfjar
nirf)t am Sljatorte geWefen fei, erbracht haben (5. 33. 9lr. 51).
3)te 3 eu Q en Würben entWeber Oorgelabcn (geeschet 9er. 52)
ober oon ber Partei mitgebracht (9tr. 51). ©ertc^t^eugen,
bie entWeber eine bor (Bericht gefcf)ehene Xl;atfac^e
befunben (9er. 24) ober im Auftrage be3 ®erid)tö einen
3eugen fcernommeu ober einen Slugenfchein eingenommen
haben, fommen mehrfach bor. ©0 werben in 9er. 52
2 augefeffeue Bürger mit einem ®erid)t£biener au*gefanbt,
um befdjäbigungcn an einer Xf)ür $u fonftatieren. ferner
Werben Bürger and) ^ur Vernehmung ehteö Beugen
gefaubt, ber oorau*fid)tlid) ^ur 3ett ber Verhanblung
nidjt me^r leben Wirb; in gälten le&terer Slrt gefd)iel)t
c* ium Xeil auf Veranlaffung berjenigen beteiligten, bie
etwa einer Sdjulb an bem Xobc bc* 3e"ße" be<$irf)tigt
werben fönnten. ^Regelmäßig Werben bie 3 cll H en beeibigt,
fie fd)Woreu bei ®ott uub ben ^eiligen (9k. 52, 5(>, 5S),
unb ^War gefdjah bie$ lejjterc and) nod) nad) (Einführung
ber Deformation. Sie mußten babei einen 5lrm au**
ftreefen unb mit bem anbereu eiu fttu^ifir. ober ^eiligen*
bilb anfaffeu. grauen legten bie eine $anb auf bie
5öruft unb berührten mit ber anbeten ba$ ^eiligcnbilb. Vor
ber Vereibigung würben fie crmahnt, bie SSSahrfjeit $u
fagen (9h\ 52), ba fie bor bem ®ertd;te (Rottes fonft al£
SLKcineibige befannt fein unb aud) er recht lo dotule,
b. h- oer irbifdjen Strafe nid)t entgehen Würben. $>ic
ihrem Xobe nahen 3 cll gen, °i c außerhalb bc-S ($erid)ts
oernommen Würben, würben nur bei ihrer Seelen Seligfeit
toermaljnt uub uid)t beeibigt; ihre Antwort auf bie Ver*
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$cr Ssnljdt be$ «orbiirtjr^.
37
mafjnung ift im $arbud)e regelmäßig, bafi fic frürjlid)
auf ibr Beuante ftcrben motlcn (9fr. r>4, öfi, f>H). (Sin
^ct^irfjt einer gartet auf s -tteeibigung fommt in 9h\ r>1
unb ;~>4 oor, man will ben «Beugen fo glauben, beut £otcn
feinen ©ib narfjfcnbcn ober feine «Seele nirfjt mit @ib
befeueren.
2Bar ber 2Ingeflagtc überführt, fo rourbc er vorwonnen
mit ordel unde recht ober mit allem In besehen rechte,
iuic bas ^öarburf) Jagt, b. f). na vlitiger vorhorynj?e nnde
andaeht (9fr. 24) mürbe nad) £übifrfjem tttedjt ba* Urteil
gefällt. 2)ic 2ln§brüdc für baä Urteiltyrcdjcn finb fcf)r
Derfrfjieben vorordclen, linden, vor recht afseghen, delen,
afspreken u. f. tu. 3Mc ftreifyredmng iuirb bejeidmet
al* ledicli nnde los delen, einmal mit bem gufaftc
sine« lives vare (9fr. 24), b. f). oon ber ®cfat)r ber Xobc*;
ftrafc. 'Sie 2ßirfung ber greityredjung tft, baf$ ber
Slngeüagte nun mach gan unde stan to dem Kile uth
nnde in unb aud) in aßen anberen Orten £übifd)eu
9terf)te$, obne eine neue ftlage gewärtigen 31t muffen
(9fr. f>l). ©rfolgte eine grcifyred)ung, fo fonutc ber
Slngcflagte babei aud) Scuß™ äu^ieljcn, bie fpätcr mürben
befcfyroören tonnen, ba& er freigetyrodjen fei «i).
2ßar eine ber Parteien mit beut Urteil nirfjt aufrieben
(hadde nen benoghent). fo tonnte fic eä fdjeltcn, b. f). an
bie l)ötjere Snftaity bringen unb fid) bort eine* befferen
Urtetfö vorhopen. $ic $crt)anblung Ooll^tef)t fiel) aud)
Hör ben oberen ^nftanjen in ftorm Oon JRcbe unb ®cgcn*
rebe, bod) Jjat fid) ber in britter Jgnftana cntfrfjeibenbc
»tat Siübed {ebenfalls (f. 33. 9fr. 24 unb 9Jfid)elfcn,
^übetfer Oberljof) nur mit ben !ffted)t£fragcn befaßt unb
bie tf)arfäd)Iirfjc ©ntfdjetbuug ben Untergeridjtcn über-
Ioffcn. 3)aä gcfd)oltene Urteil tourbc enttueber by vuller-
a) etiuaö ätmlirf-e* wie eine ©inftetlunß bes »crfotjrcnö (ieflt
in 9h. t7 öor, wo jemmib ju ^rotofoll unb oor 3c«fl«i erflärt, bafc
er fleflen eine beftiinnite $erfon, bie im «erbadjt ber ßemberei
neftonbeii su Ijaben fdjeint, nict)t« 3d)tedjteö befimbeu fömic.
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38
$>o3 fficler «arbudj 1466—1546.
macht gefunben ober e£ ftmrbe ein embereä Urteil abgefegt.
9Jät bem Öübecfer Urteil erfchien bie Partei lieber bei
bem Sttiebcrgericht tmb e3 tourbe bann na sodanes rechtes
utsprakc cntfcf)ieben.
SBnrbe ber SIngeflagte verurteilt, fo mufjte er liden
dat recht is (9er. 24), er tourbe hinaufgeführt auf bie
9iicf)tftätte (stede dar he sterven solde), bort toof)l noch
einmal gefragt, ob er ber Xf)äter fei (9er. 29, 50), unb
bann geben if)m ordel unde recht feine (Strafe. Über
bie Soften beä Verfahrens* hrirb feiten ettoaä bemerft,
nur £toetmnl i^ei^t e3, ba& ber Kläger aEe unghelt ober
senden befahlt l;at. 3>n oem einen gaße (fflx. 30) ift e3
ber £>cr^og, ber einen feiner Äcute Rängen lägt, ju beffeu
Aburteilung bie ©tabt iootjX faum öerpflictjtet mar, in
bem anberen (9tr. 50) beftehen Angehörige eine£ (Getöteten
auf ber Einrichtung unb laffen fiel) nur git einer milberen
21 rt bcrfelben betoegen. 3)ie Soften werben im toefent*
liefen mofjl bie Gebühren beö ®crichtöbicner£ unb bcö
<5cr)arfncl)terö getoefen fein.
§ 11. ftancdjt unö Vrrfrftuitß.
©in befonbereö Verfahren bilbet ba$ fogenannte
Starrest. Varrecht bebeutet oermutlich ©efaf)rgericf)t a),
ein Bericht, ba£ einer Sßerfon (Gefahr, unb fltoar ©efaljr
it)rc^ &cben£ (f. oben ©. 37), bringt. $)ie£ mar an fiefj
ja in allen peinlichen ©adjen ber fjatt, e3 muß aber
bahingeftettt bleiben, ob ber 9lu*brucf fich in älterer
3cit auf alle peinlichen £>alSgerichte belogen fyatb). S"
unferem Vorbuche (9er. 45, 51, 52, 54, 56, 58, 61, (52, 54, 66)
unb ben $arrctf)t£-gormularen, bie um u. a. aus* $iel
(galcfö SlrchiO, *8b. 5 6. 354 ff.) unb Sübecf (0. 9JeeIic,
a) Stafll. Qitcl) unten § 12.
b) 3nt üübeder Üiarrcd>t*> Formular Ijeifit e$ 511 Äufanfl : Nachdem
man allhier eine Sache soll offenbaren, die an das freye
Höchste geht.
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$cr Stroit m «orbiidic^.
39
©rünblidjc Sftacfjrirfjten toon Sübecf, 6. 441 ff.) überliefert
finb, bebeutet 3tarred)t nur bic ®crirf)t*nerl)anblung, bic
über einen oor ©erid)t gebrannten &eid)nam abgehalten
rourbe. 2)nbet ergtebt fid) ber Unterfrfjieb, bafc baä
£übecfer gormular unb ba* ^ßarbud) aurf) "Salle umfaffen,
in benen feine britte Sßerfon an bent Xobe frfjulb fein
fonnte, baö Vieler gormular bagegen nur bcn offen*
fuubigen Xotftfjlag in peinlichen Totschlagssachen, wenn
man über einen Kntlcibtcn Hecht hält und spricht.
SWcrbiuga ift in Süberf Watet, im ^re 1(519, eine
SBcrorbnung erlnffen toorben, bog in 3»h"tft &ci offen-
funbin ourt ^ «Sufatl erfolgten Rötungen ein s #arrerf)t nirfjt
mefjr gehalten werben follte CBrctjcr, (Einleitung (5. 41 1>).
nmrbc bamit ein cingefdjliif)ener SDttfcbraurf) abgetan,
ber mit bem alten Tanten wenig gemein fyatte, bod) fyat
er, roie unfev 2$arburf) ergiebt, jebenfattö and) in SWel
beftanben. SluffaUenb ift, baß in unferem $arburf)e ber
5lu£brucf ein ITar (ober var) recht halten ober hegen erft
Don s Jlt. 51 (au£ bem Qaijxe 153(5) au oorfommt, roäfyrenb
er bte bal)in felbft in (Eintragungen, bic £toeifcUo4 ein
SBarredjt fd)ilbern, 5. $8. 9?r. 45, nirgenbS fid) finbet.
9ftögluf) märe, ba& erft oon biefer Seit an ber oben
gcfennaeirfjnete engere begriff mit bem Söorte iöarrerfjt
berbunben ift, boer) mu& bic£ mangels weiteren s JMaterial3
bafjingefteßt bleiben.
3)a£ 5Barrerf)t f)at in ber gorm, tote baS s I*arburf)
e£ uns bietet, ^roeierlct Aufgaben, einmal 511 fonftatieren,
06 ein ftrafbarer Xotfrf)lag borliegt, unb ferner baxan
anfrfjlic&enb ba£ Verfahren gegen ben mutmafclidjen Spter.
3)ic£ $eigt ftf)on bie Xfyatfacfye, ba& ba3 SBarrerfjt balb
über bcn Xoten, balb über ben X^äter unb anberfeitä balb
auf Antrag ber Slngefjörigen be£ £oten ober ber öffentlichen
bemalt, balb auf Eintrag beffen, ber ficr) Dom SBerbarfjt
ber Sptcrfcfjaft reinigen toill, gehalten toirb. ^Regelmäßig
tourbe ber 2exd)\\am bor ®ericf)t gebracht (9er. 45, 51),
üiclfarf) bereite im 6arge (9ir. 54, 5(5, 58); fyäter mag
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40
3>o« ffieler Sorbit* 14fi5-1546.
es nicf)t mef)r abfoluteS Erforberuiö getoefen fein (in
9?r. (><> 5. $3. ift es jicmlid) unroafyrfctyeiulirf)) ; überliefert
ift es aber ^. 33. nod) aus bem H»80 (S 0 ^^
2lrd)ib, iöb. 5 ©. -3(>0). 2)cr 3merf biefer **cid)cnfd)au
hxir bic .ftonftaticrung beS XobeS, imb ^mar beS geroalt*
famen, ben ber Slngeflagte auf biefc SBeife meift nirfjt
beftreiten tonnte.
5m #ufammcnf)ange hiermit ftefjt baS fog. Geljen
51t bem 6rf)cinc ober baS SBafjrrecfyt, bei welchem ber
mutmaßliche Xfjäter borgelabeu würbe lo dem seyne ober
bei bem Xoten to seyne to gande (5. 33. 9?r. Ol, 02),
es mar bieS ein altes Gottesurteil. 23eftritt ber 58efd)ulbigte
ben Xotfcfylag, fo mußte er auf bie 2cid)e feine ,§anb
legen unb Gott unb bie ^eiligen befdjroören, baß ber
Mörder ein 3eid)en üon geben möge, toenn er an
bem Xobe fdjulb fei (bergl. $)ret)cr, Einleitung ©. 41V ff.).
Gab bie ^eidje ein 3eid)en, fo mar apenbar seyn bor=
tjanben (9er. i>2), es mar fo gut mie fyantfjaftc Xfjat.
28ar ber Xfjäter gur $eit unbefannt ober cnttotd)en, fo
mürbe ber Seidje regelmäßig, menn bie Slnge^örigen beS
Xoten nidjt barauf berichteten (9?r. 58), eine #anb abgelbft,
bei ineld)er tyäter ber beS XotfdjIagcS 93efd)ulbigte $u
©djeine gefjen mußte (9lr. 4f>, 58), menn er ben £ot*
fdjlag beftritt. ®ie Gottesurteile, bon benen übrigens
aus Miel nur baS 23af)rred)t überliefert ift, maren eine
ätoeifdmcibige 2ßaffe, bie beim Mißlingen ofme rocitereS
^ur #reifyred)ung führte unb gegen ben Mager auSfdjlug.
tiefer mußte bafjer Bürgen ftellen, menn er baS Gefyeu
flum ©djeine Verlangte (2)ret)er, Einleitung ©. 418). 3)aS
s -8al)rred)t mirb aud) roofjl nur feiten borgefommen fein; im
SBarbudje ift fein $aß überliefert, bielmefjr umgefeljrt
mehrere, in benen es uicfyt borgenommen ift 93. SRr.öl, 52).
@S braudjt faum gefagt $u merben, baß bie Slntoefenljeit
ber #eid)c bei ber SBerfjanöhmg aud) bie SBirfung fyaben
tonnte, ben Xfjäter, ber angeftajtS ber £eid)e bie Xfjat
abfdjmören fottte, jum Geftänbniffe 511 bringen.
1
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Ter 3nt)olt t>r* Wiirbiiärtf.
41
£>atte bies 23af)rred)t ftattgefuuben, fo hmr bamit bic
©adje entfdjicben, e* lag Ijantljaftc Sfjat ober ber ®egen*
bewete bor. 'Stas weitere Verfahren be£ 3tarred)te* griff
fomit nur $lafc, wenn fein s -8af)rred)t ftattgefunben hatte.
3)a$ $arred)t boflaog fid) enttoeber gan,} in ben oben
bargcfteHten formen beä Anflageberfahrens ober e$
würben ^unädhft iöetoeife aufgenommen unb berhanbelt,
ob eine fdjulbhaftc Xötung borlag ober nirf)t. Jn ben
31t teuerer Art gehörigen ^äüen beä U$arbud)eö (Wr. r>4,
ö<>, öS) hanbelt e£ fid) ftets um Jöerunßlürfen bon ©efelleu
ober Lehrlingen, bie an ben folgen be* Unglüctefalle*
(bom s 43aum ober iöoben herabfallen) geftorben finb,
wobei feft^uftellen war, ob ben SZfteifter ober feine
Angehörigen eine (£djulb an beut Unglürfäfall traf,
finb jebeSmal borljer bom &exid)t ober im Auftrage bcö
s ifteifterä Bürger ^u bem Gerung türften gefanbt, bie ihn
barüber befragen, ob er bem 9J?eifter ober fonft jemanb
an feinem Xobe fdmlb gebe, ^iea gefdu'efjt pr Sicherung
beö s -8etoeife3, ba ber Sßerunglürfte fclbft borauäfid)tüd)
in ber 2$erf)anblung nicht mehr zugegen fein fann, unb
in legerer befunben bann bie Seugen unter (Sib ober
unter ^er^ia^t auf bie Sceibigung, ma3 ber Söerunglücftc
erflärt l)at. 3n aßen 3 gälten finb bie s 4$erfonen burrf)
eigene Unborfichtigfeit berunglürft; bie Üfteifter werben
bafter Oon allen Anftrüdjen losgebrochen, nachbem fic
ben berbienten £ol>n be* SBerunglürften auf ben 6arg gelegt
haben. SBon bem (Sarge nehmen bann bie Angehörigen
ben Lohn in ©mpfang, unb ^toar unter benfelbeu
üuittungöformalien, wie bei Auszahlung be£ 8ühnegclbcs
(f. o. ©. 23) ober, wenn Angehörige nicht anmefenb finb,
wirb er bei (Bericht betoniert ( s J?r. f>4, ;V>, f>8). Xeilweife
beraten auch noch bie Angehörigen auf jeben Anfyrud)
gegen ben bermeintüdjen 8d)ulbigeu.
3)a£ SBarredjt fdjlie&t ftete mit einem Ausfarud) beö
s Jüchtcr3, bajj ber Xotc begraben werben fülle s &. 9er. 52,
bergl. b. Spelle <S. 444). s Mxb bas Vorliegen einer
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42 Vieler «arbiid) 1466—1646.
ftrafbaren $anblung fonftatiert, fo toirb aufcerbem bcr
Xfjäter Verurteilt ober freigefrrocfyen »), über, toenn ab*
toefenb, berfeftet, unb nur toenn fein genügenber Sln^alt
für bie £rjäterfd)aft einer Sßerfon borfjanben tft, fd)liefjt
ba3 5öarred)t ergebnislos.
©in toeitereä befonbereä SBcrfafjrcn tft baS SterfeftungS*
berfafjren. 93et ber geringen 3lu3bel)nung ber meiften
unter ben ^a^Hofen beutfdjeu Territorien toar ber 2$er*
bredjer, toeldjem e£ gelang, nad) bottbrad)ter Xfjat in ein
anbereS Stabt* ober Sanbgebiet $u entfommcn, bor jeber
Söeftrafung fidjer, unb fefjrte er fyäter surürf, fo toar ber
SöetoeiS, ba f)antfjafte Xfyat xüdjt mef)r borlag, fefyr
frf)toierig. tiefem Langel, ber norij burd) 5Ifrjlrecr)te
unb burd) bie fcljr Verbreitete, in ben ©üben bielfad) $u
einer $flid)t gegen bie ©ilbemitglieber auSgebilbete
Xenbcn^, ben Mitbürgern bie gludjt 51t erleichtern, ber-
ftärft mürbe, tjalf bie SBerfeftung ab. @3 toar bie£ ein
.STontmua^ialbcrfafjren gegen ben Xfjäter, ber geweken
ober vorfluchtich geworden toar (5. 5ö. 9er. 45, 55, (31, 62).
SSar ein 3$erbretf)en, ba£ mit SeibeSftrafe bcbroljt toar,
begangen, ofjne baß bcr Später auf Ijantfjafter %fyat gefaxt
toar, fo tourbe ber Später auf Eintrag be£ Sterletten
511 brei Sftnlen (9fr. 51) bor ®erid)t gelaben (in deine
rechte geesehet). ©rfd)icn er aud) bei ber britten Sabung
nirfjt ober niemanb für ifni, fo tourbe bie $lagc gegen
ifjn borgebradjt unb baS ®erid)t berfünbete fein Urteil
balu'n, bafj ber s #ogt ben Xljätcr friebloö legen folle.
S>ieS tf;at bann ber $ogt, inbem er aufftanb unb eine
feftftefjenbe Formel tyrad), 5. 58.: So sta ick hyr van wegen
mynes genedigen heren unde des rades to deine kyle
unde lege hir ffredelos X. Y. to deine ersten mal unde
to deine anderen mal unde to deme derden mal, geynen
ft'rede to lieben in lubeschem rechte off anderem rechte,
a) 3»t 9ir. 52 wirb bcr Zote oon ber Annage ber ®en>altu)at
freißcjprotfjcu unb erfamtt, bafj ber 9(nf(äßcr, bcr ftd) nnf Wotiuer
berief, fcIDft bcr Sdjulbige fei unb beiiißcniäfe uerfolgt werben foüe.
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$rr Sntjolt be* $*arbud)e$. 43
in korken off kluscn"), in velde, in bnssehe. in broke,
in torve off twigc off normen geynen plus to hoben i>)
(9tr. 51). <&d)t\e%l\d) tourbe bie 3rrieblo«3legung naefj
£übif(f)em 9ted)t buref) häuten mit ber ©erirfjteglotfe c)
befannt gemacht (9fr. Ol, 62, 64). ®ic golße ber ftrieblo^
legung mar im altbeutfdjen Sftecfjte, baß ber 5&erbrecrjer,
mett er ber obrig!eitlicr)en Labung nietet folgte imb ftcr)
fomit au&erljalb ber s Jterf)t$gemeinfrf)aft ftellte, rerf)tlo£
unb uogelfreid) tourbe, fo baß tfm jeber ungeftraft tot-
fdjlagen burfte. %m 9fltttelalter toar bie 3folge im
allgemeinen e) nur bie , baß ben SBcrfeftcten jeber oer*
fjaften unb oor ®ericf)t 6ringen burfte. ©0 Reifst e£ amfj
in %lx. 45 ene ffolgen also morder, in Sftr. öl war liey
sey ffunde, sey moehle antasten unde er reelit to donde
unb in %lv. 64 wor ine enne besloge, mochte sey enne
an laten tasten unde recht uiyt eine to bruken. 5)ic
Weitere SBirfung ber SBerfeftung mar aber, bafc ber Xfjäter,
roie bei fyantfjafter Xf)at, 00m SHeinigungäeibe auägefrfjloffen
mürbe unb infolgebeffen bei ber großen ©cfjmtcrigfeit,
welche bie gü^rung etneä anberen ®egenbetoeifc3 machte,
in ber Siegel ber 9lad)toeis, baß bie iBerfeftung erfolgt
mar, ^nr Verurteilung genügte, tiefer 9tacfjtoei3 tonnte
urfprüngltd) nur burcr) bie bei ber SBerfeftung zugezogenen
Beugen (9fr. 51) erbracht toerbenf); ferjon balb toerben
aber bie über bie SBerfeftung aufgenommenen amtlichen
a) hiermit tft auönebrfifft , bafj baS fircf)Iirf)e ^lft)lrcd)t üor beut
iiiibifdjen SKedjt feine töraft Ijabeu imb bem 3$erbrea)er niajt 511 (Jhite
fontmeu foütc.
b) 2er SKkutlaut ber Wormeln frf>eint im i'aufe ber Reiten fcfjr
ßewedjfelt 311 tjabeu (ocra.1. j. U u. Riefle 3. 419 u. Mnm. unb ftalcfä
Nrdjit), «b. 5 2. 35«;.
c) SBic eä fd)eint 9 mal (uer^l. ftalcf 3. M2).
d) So Reifet es» in einem iitibeder Formular will ich dich hiemit
frey machen wie einen Vogel in der Luft (u. hielte S. 449).
e) «crfll. ftrenaborff, (Sinl. S. LV f.
f) »erfll. ftren*borff, (Jini. 3. XXII, XXVII. UrfprünaHd)
mußten es! ber Soflt unb Turner fein, fpoter nad) (Siiifü^rnitcj ber
amtlichen Vlufaeidmungcn werben aber aud) in üübeef 2 «ürfler flcniiflt
Ijaben, wie auaj ba$ ÜKarbud) weift nur 2 oufweift.
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44
$a$ Ätefcr farblich !4<>r> —
$rotof'olle bcn 93cmei3 burcf) bie Reuden erfefct Ijaben,
toenn biefc nid)t mefjr oorfjanben hmrena). Hur 9?ot*
roenbigfeit mürbe bie£ bei ben auswärtigen SBerfeftungen,
ba bie jebcämalige 9lntoefenl)eit ber auätoärtigen Bürger
eine unburdjfüfjrbare Saft geroefen märe. 2öic bereits
oben ©. ;30 erroäfjnt ift, leisteten fd)on feit beut 13. ^a^r«
fyunbert auf ©runb oon Verträgen bie ©täbte be£
Sübifdjen SKecr)t£ unb cbenfo auf ®ruub ber ^rnnfere^effc
bie £>aufeftöbte einanber in rocitgeljenbem Sttajjc 9ied)t3=
tjilfc, inbem fie gegenfeitig bie au£roört£ erfolgten $cr*
feftungen anerkannten unb ate 33ctoci£ ber SBerfeftung
eine frfjriftlid)c Itrfunbe be£ betr. 9tate£ aU genügenb
aufaßen »>). S n Röteren Süberfer Statuten finbet fid) btefc
Einrichtung fogar al£ flted)tefa£ anerfanut: de vortastet
is in euer stad, dat sy umnic wat myssedat id sy, de
is vorfestet in allein lubeschen rechtet) ober welcher
verfestet ist in einer Stadt, da man sich Lübisehen
Rechtes gebraucht, es sey umb wasserley missethat es
wolle, der soll vorfestet seyn an allen Orlen Lübisehen
Hechtes d). 3)emgemäj3 fanbten ftd) bie ©täbte oon aßen
erfolgten SSerfeftungen gegenfeitig ißrotofoüe ^u, toeldje
bie empfangenbe ©tabt aufbewahrte ober in ein eigene^
ilserfeftungäbucf) eintrug. SSurbe bann ein berfefteter
SJerbrctfjer ergriffen, fo genügte bie äSerlefung ber llrfunbe,
um benfelben ber barin gefenn^eii^neten Xfjaten &u über*
führen; bie SBerfeftung tjatte alfo biefelbe Söirfung, tute
fjeute ein .^paftbefet)! auf @5rnnb etneä rerrjtöfräftigen Urteile
unb bie Mitteilungen an bie anberen (Btäbte glief) einem
Qsrfudjen um SBollftredung benfelben, menn and) ba£
Urteil fid) auf gcftftellung bc* SXjatbcftanbeS befd)räuft
unb bie geftfe|mng ber ©träfe erft burrf) ba* (#erid)t ber
bamit befaßten (Btabt gefdjab.
n) $ori](. ?frcn«borff. Cinl. 3. XXVIII.
h) «erfll. Sreiisborff. Ginl. 3. XXV ff.
c) .Varl) IV <H>.
d) Statutcnauöflabc bou M»43 #ib. IV tit. 17 flr. tf).
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III.
^er ßiuerf bcö SSavlmdjes.
3>er Warne bc* Varbudje* crfd)eint in bemfelben nur
einmal (9?r. r>f>), too c£ beißt, baß ber c^rfaintc Mat eine
Süt)ue in ber Stobt Farbm-k eintragen läßt. W\c fdjou
oben erUmljnt, bebeutet far ^eibcsgefal)r, ®efabr ber
Veftrafung mit Xobcsftrafe. £>iermit ftimmt e* aud)
oötlig überein, baß ba* Varbud) fid) au*nalmi$Io$ mit
(Straftaten befaßt, auf beneu an fid) Xobesftrafe )ta\\^\
unb ^tuar finb as in ber .£>auptfad)e ^luf^eidnuingeu über
uotlftretftc Xobetfftrafeu, banebeu aber aud) Verfcftungen,
greifyredjungcn unb Sübuen. 3)ie (Eintragungen finb
9lu*äüge aus s #rotofolfeu beä Wiebergcrid)te be.^u. bc«
Mate*, unb e* fdjeint in jener $eit nur bies eine Stabt*
bud) für foldje (Eintragungen in Srraffadjcu erjftiert t yi
Oaben; bas ältefte Mieler Stabtbud) enthält uod) (Sin*
tragungen cibilred)tlid)en unb ftrafred)tlid)cn ^nljalt* ol)tte
Unterfd)ieb burdjeinanber. 2lud) in üüberf fdjeint lange tfeit
für Verurteilungen unb Verfcftuugen nur ein Mcgiftricrbud)
gefüf)rtäufcin,ba£ ben Xitel HIhm- imlk-ii, proscriptorumober
aud) sceleratorum a) Imtre. 3)er fpätere lihrr confcssionalis
condcninatormn, am bem 3)ret)er>0 eine $abl oou (Ein*
tragungen unö überliefert fyat, fdjeint nur bie Verurteilten
umfaßt &u fmben; feine (Eintragungen ftimmen inljaltlid)
unb formcU mit unferem Var6urfjc übercin; bie Süljnen
a) iöerßl. ftrcutfborff, 3. XIV.
b) Einleitung 3. 404, 4.J4, 4.55 ic.
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4f>
$a$ Kieler «arbu$ 1465—1646.
finb in Sübecf allerbingä in ba£ Sftieberftabtbuch ein*
getragen morben a). Genauere Angaben b) laffen fiel) über*
fjaupt jefct nict)t mef)r machen, ba bie ©erid^t^rotofolle
felbft größtenteils Vernichtet ober oerfchmunben finb.
(Sonberbar fönnte eä erfahrnen, baß in ber Seit oon
faft einem ^afjrlmnbert nicht mefjr fdjtoere Verbrechen
in Miel &ut Aburteilung gefommen fein füllten, baß au3
manchen ^aljrcn gar feine (Eintragungen oorfjanben finb,
baß bie Drbnung nicr)t immer chronologifth ift, baß ein*
Seine (Eintragungen unbollftänbig finb unb bergl. £>er
®runb tjierfür ift aber einzig unb allein, baß bie gütjrung
biefer «Stabtbüchcr mit frrafrechtlichem 3 n ^ a ^e in 3Üel
tote aud) anberStoo c) offenbar eine fefjr tyrungroeife unb
unregelmäßige mar. $)ie ©Treiber marcn (&erirf)t3frf)reiber
meift nur nebenbei, außerbem Ratten fie fonft noch oiele
anbere Seftfjäftigungen, namentlich audt) bt>lomatifdt)e
Dtetfend), fo baß eine fortlaufenbe unb orbnungämäßigc
Buchführung unmöglich mar.
925enn bie ©rbe* unb 9ientebü<her forgfältiger geführt
finb, fo lag baS baran, baß ifjre Eintragungen ben Söert
oon öffentlichen Urfunben fjatten, welche allein maßgebenb
roarcn für bie geftftettmig ber 9te<ht£oerr)ältmffe unter
ben bürgern. 93ei ben Aufzeichnungen im SSarbuche
fjanbelte e3 fi<h toot)l lebiglich barum, burch eine 9tegi*
ftrierunge) bie tarnen ber beteiligten unb Sengen für
alle gälte aufeubetoafjren , roenn tyäter irgenb welche
Anbrüche gegen bie ©tabt gemacht mürben. 3Me ©in*
tragungen felbft finb meift auch garnicht berart befcf)affen,
baß fie öffentlichen (Glauben oerbienten unb für bie Stecht*
mäßigfeit beS SBerfafjrenä einen 58eroei£ erbringen fönnten ;
a) 3krßl. meine Slbljanblung 3. 47.
b) SBeiterc Witflaben f. ftren^borff, 3. XIV f.
c) 3. ftrcnäborff, 3. XXXVIII.
d) $ergl. aud) 9ief}me, Sübecfer Dberftabibucf) 3. 175 f.
e) @3 ift eben ein über confessionalis condemnatorum ober
ein Diebsregister, ruie ouf bem liinbonbe fteljr.
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■
3>er 3tuecf be8 SarbudjeS.
47
ber SöetoeiS bafür toirb regelmäßig in einer et). 9luSfage
ber als Seugen äi*öe$oö cncn ^erfonen gelegen Reiben unb
nicht in bem S n ^ a ^ oer Eintragung, ber nnr für bie
3rcftftellung biefer ^erfonen wichtig mar. $>al)er heißt
es benn auch bielfad) in ben Urfunben, baß bie zugezogenen
^Bürger es gehört haben, bafj ber Delinquent geftanben
hat, unb eine Diesbezügliche öefimbung bcrfelben mürbe
ja auch genügen, um ber <Btabt alle 9Jnfyrüdjc fernzuhalten.
9cirf)t auSgefcfjloffen ift bie 9Jcöglicf)feit, baß außerbem
in jeber SBerfjanblung fcl6ft t»on bem ©crichtsfchrcibcr
auf einem befonberen blatte ein s $rotofoll aufgenommen
ift, tuie benn in ber Qcit nach bem SBarbuche lebiglid)
\old)e Sßrotofolle auf lofen Ruderblättern a) gefertigt finb.
60 finb {ebenfalls bie oon auswärts mitgeteilten $cr*
feftungen nid)t in baS SBarbud) eingetragen, fonbern im
Original aufbewahrt roorben unb ebenfo werben bie
Vieler SBerfeftungcn regelmäßig nach auswärts bireft
o^ne Eintragung ins Sparbuch mitgeteilt fein. Sicher
ift jebenfalls, baß nur eine Verhältnismäßig nicht große
3a^l bon ©trafthaten im Skrbucfjc iljre Aufzeichnung
gefunben fyat, toährenb es bezüglich bcr anberen bafu'n*
geftellt bleiben muß, ob unb Wo fie eine girjerung auf
bem Radier ober Pergament gefunben hoben.
a) 92od) Wttflabc üon Ür. 3tcrn.
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IV.
ISmrtdjtuHfl ber WuScjabc.
SBe^üglid) ber 23ef)anblung beS Xer,te3 fjabe idj mid)
im mefcntlidjen bcn (^ruubfctjjen SReuterä bei ber £>erau£*
gäbe bcä (Srbe- imb JKentebud)eö angcfd)loffen. U, v itnb w
finb ftetö nnd) ttjrem Sautroertc uuebergegeben, Derein^elt
uorfommenbc iibergefdjrtebene $ud)ftabcn finb eingefügt,
s unb sz, bie in ber .franbfdjrift famn unterfdjeibbar
finb, ftetö nur ate s micbergegcben. Manegen finb
afle MünfonantenDerbo^elungen aufgenommen, nur in
bett Megiftcrn finb fie im Anlaut ber leichteren lieber*
fidjt falber fortgelaffen. %\e römifdjen $dl)ien finb
fomrlirf) burrf) arabifdje Ziffern erfefct.
S£ie beiben größeren Surfen finb nad) 9J?ögIirfjfeit
ergänzt, baö Unleferlidje ift in ecfige klammern [ J gefefct,
cbcnfo bie Ergänzungen üon SBorten, bie im %c£t a\\&
geloffen ober abgefür^t finb. 9hmbc Mammern ( ) bebeutcn,
baß ba$ 28ort in ber #anbfcfjrtft oerfeljentlitf) bo^pelt
ftetyt, baljcr ,^u tilgen ift. 6onftige llurcgelmä&igfeiten
be* Xe;rte£ finb in Slnmerfungcn toiebergegeben. $iu$u*
gefügt finb oon mir bie 33Iattäaf)Ien ber $anbfd;rift unb
bie Sümmern ber Eintragungen, f)inter benen in Mammern
bitrd) ein 1J mit hinzugefügter 3iffer angegeben ift, unter
metdjer Kummer bie fragliaje Eintragung in ber ©tcwfrfjen
2lu*gabe ber SBremerfdjen Etjronif ganz ober im SluS*
3ugc enthalten ift. ©in Stern ( f: ) bejeid)nct ben beginn
einer neuen Seite in ber «Spaubfdjrift, bereu golio^arjl
am i/tanbe angegeben ift.
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$)te öiuri^tung ber WtiSgabe.
40
3)a3 ©cfn'IIinggeicfjen ift burd) sch v bctajenige für Üttctrf
Sübifd) burcf) ml., bctäjenige für Pfennige burd) p. toieber*
gegeben; übrigens pnben firf) im Xejt ftatt ber &e\d)e\\
tjiclfacr) Slbfür^ungen toie mrklub ic. $a<5 et-3eic^en ift
ftete burd) unde erfefet.
3lbfür$ungen ftnb fonft nur bei vorscrevenen unb
nascrevenen buxd) vorscr. unb nascr. borgenommen.
<&aä Drteregifter ift ber Ü6erfitf)tltdjfeit falber bom
^erfonenregtfter getrennt, obgleich nict)t immer un$roeifel*
r)aft ift, ob ein Sßerfonenname ober eine 23e$eicrjnung beä
®eburt3orteä borliegt (£. 93. Alberl van Brunsswick). ^m
SBortrcgifter finb ettte nidjt allgemein befannten nieber*
beutfrfjen gönnen erläutert unb bie meiften SBorte mit
fjocrjbeutfdjer Ueberfefcung berfefjen, um baS Gefeit be*
Urfunbenbud)eS jebem ermöglichen.
4
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Das Kieler Varbueh.
(1465 -1546.)
4*
Das Kieler Varbuch
(1465-1546).
1. (B. 11). * Int jar U<>5 in der arne dat syk [f. 2.
sake jegende, dat he a) wart vorwonnen myt ordel unde
myt rechte Peter Eseken sone, dat b) hedde ghebraken de
blok to Sunte Gerdrud in der klenen kapeilen unde
gruf den blok ut der erden unde wolterende so lange,
dat he dar wes ut kroch, myn ofte mer wes des was.
Item dar na gynk he noch ens ut der stad to Sunte
Jürgen unde ghynk in de karken unde stech up den
bone unde let syk dar in besluten unde ghynk to deme
blokke unde gruf ene utc der erden unde wolterede
cne ok so lange, dat he dar wes ut krech. Item so
heft he ok ghebraken des Hilgen Cruces blok unde
nam dar ut enen sch. pennige. Des heft he apenbare
bekant vor den vogenden Hinrik Gerlyes. Hans Hytram
unde beseten bürgeren Clawes Kysowe, Hans Greve
unde is darummc gherychtet myt deme rade.
2. Item jar 1465 in der arne, wo dat syk sake
jegende, dat Clawes Boytin wart vorwonnen myt ordel
unde myt rechte, dat he hadde ghestalen VVynkel, deme
he sine kysten brak unde nam dar ut enen ketelhaken
unde 2 küssen unde enen grapen. Item heft he ghestalen
enen grawen hoyken, ut der molen to Bulken 12 schepel
mels, Eynebelt enen laken, Bennenbeken ene standen,
Grete Laders ene standen unde enen grapen unde ene
a) Diese» „he" ist wohl versehentlich hinter das erste statt das
folgende „dat" geraten.
b) Hier fehlt vermutlich „he", vergl. Änm. «.
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54
Das Kieler Varbuch 1405-1546.
doken unde enen ketel, 2 küssen undc ene barden,
Tymmeke Moller tom Vrescnhagen en swyn, noch cn
swyn in der Kuterstraten, dar wart he afghejaget, Kulcn
in der Brunswyk enen grapen, ene deken unde en laken,
Eier Schule to Kaiendorpe 3 syde speckes, Detlef Staken
3 laken, Otte Stur 2 syde speckes. Ok heft he selschop
ghehat myt den, de dat lowent von der bleke stelen
unde heft dar af ghenaten allent, wes he heft ghestalen.
Des heft he bekant. dat hir af heft ghenaten Hansa)
Peters unde butendorpesche unde Otte, de den tegclwagcn
plach to dryvende. Des heft he bekant desse vorscreven
stucke vor beseten borgeren unde vor den vogenden
Hinrik Gerlyes, Hans Heytram.
3. (B. 12). * Int b) jar 67 do wort gerechtet [f. 2'.
myt deine swerde en genomet Symen van bede wege
mynes heren her Gherdes, dat he hadde dot gesteken
in deine schepe sinen schepes tymmerman.
4. (B. 13). Anno 67
do wart gerychtet Hans Westval, dat he heft bekant,
dat heft gestalen by Bukstehuden en pert unde ene
barden unde en laken unde enen grapen, en par hascn
unde 1 mark tom Grotenbrode unde 8 sch., noch enen
hoyken Dowstriyker tom Syverdeshagen c), to Luneborch
3 mark unde en pert by Godebusse, noch 8 sch., noch
4 sch., tor Mort molen 1 mark, to Lochowe 5 mark, to
Syggeneve enen lcydeschen hoeyken, 10 elen lynwendes
undc heft ghemordet ene vrowe bynnen der Wysmer,
enen nygen graven hoeyken tor Gropeleschen, enen
s warten rok to Kryvese. Item so slogen se dot enen
kopman by Odeslo unde nemen ein 5 mark, 8 sch. tom
Sysmer, to Hollenstede 1 mark, Hcrtych Raven to
Grevesmolen 24 sch. unde en bindexen, tom Hafkroge
a) „Hans" steht am Ranfte statt „Hinrik", das durchstrichen ist.
b) über dieser Eintragung in einer Zeile für sieh „anno" ohne
Jahreszahl.
c) Unter „Syverdes" xteht durchstriclien „Vrcsen".
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Bas Kieler Varbacl. 1465-154«.
55
2(5 sch., to Ghenin 12 mark dem kroger tor Buken,
ener vrowen 6 mark. Syne kumppane Hinrik Swarte,
Pauvel Munt, Clawes Wynt, Clawes Buk, Jacob Buk.
Item heft he dot geslagcn sine egen suster. Dyt lieft
he bekant vor den vogenden Hinrik Gerlyes, Wychman
Koler unde beseten borger Tymme Woge, Luteke Luders.
Desse wart gerychtet myt deine rade unde gehenget,
dat gaf em ordel und recht.
5. (B. 14). * Anno <>8 [f. 3.
do wart vorwonneii myt alleme rechte Cort Hogetop,
dat he wart gehenget, unde bekande, dat he haddc
gestalen en sardokes wamboeys to Kldas Helmych
Stroder unde enen graven rok, den nam he Hamelmanne,
unde en uprukkelese unde gordel unde kaker myt pylen,
en par scho unde enen sak und en hemde unde heft
gesettet enen man under enen kukenkorf, dar krech he
af 5 sch., unde en laken unde 2 bunt hoppen de stal
he myt sinen vader. Item heft he gestalen myt Kbelinge
karendriver 1 styge linnenwandes unde 1 hymten lyns
unde 2 mate mans unde 1 par Imsen unde enen
myssinges ketcl unde 5 stucke garnes to Alfder, unde
en spet to Hacmolen, unde l armborst unde 2 kissen
unde 1 grapen unde 1 par laken unde enen yseren hot
unde enen vrowen hoeyken den stal he sulf drudde to
Kopenbruggen. Dyt heft he bekant vor den vogenden
Hinrik Gerlies, Wychman Koler unde beseten borgeren
Hans Kystemaker unde Clawes Kysowe.
(1 (B. 15). In deine sulven jar twysken Sunte
Mychghelis a) unde Sunte Marten b) do wart ghegrepen
Henink Obstins up schinbar dat, dat he haddc ghestalen
2 perde, en graw unde en brun, dat grawe to Renseveide
by Lubjeke], den brunen tom KUerbeke (bekenne). Item
heft he ghestalen myt siner selschop 2 styghe perde.
Item myt siner selschop vor dem Stralessunde 1 styge
a) Freitag, 29. September.
b) Freitag, 11. November,
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56
Das Kieler Varbuch 1465 -1546.
perdc, de vorden se aver to Damgarden. Item to
Rosteke enen radman 20 mark. Item tom Mordeshagen
1 kelk, to Potles breken se ene kerken, dar nemen se
ut vrowen kleder unde sulver werk, noch enen pagen
by Stettin, noch 2 perde vor dem Kyle up dem Koberge,
up der Rosteker heyde morden se 5 vrowen unde
junevrowen, dene nemen se, dat se kregen malk 3 mark.
Des heft he bekant vor den vogenden Hinrik Gerlies,
Wychman Koler, Gyriacus den rycht scriver unde vor
beseten borgers Hans PJatensleger, Tymme Woge unde
wart ghehenget, dat |glaf en ordel unde recht.
7. (B. 16). * Item in deine sulven jare in den [f. 3'.
Twalften do wart ghegrepen Jacob Rulink up schinbarer
daet unde heft bekant, dat heft ghestalen up der Sege-
borger heyd 1 perd, dat was brun, dat vorkofte he tor
Arndesboke vor 4 mark. Item heft he ghestalen a;
Lawrens Stale, dat snet he los van enen wagen, dat
vorbute he to Dudendorpe myt eine Tydeke Wychmane.
Item ene pagen den stal he tor Horst, dat horde vor
Margreten Balstorpes. Item enen to Kerlubbe Hinrik
Krose. Item Stolpe 4 schape, de horde Eier Lonendorpe.
Item 4 segen to Wankendorpe. Item no[ch] 13 schape
Otte Walstorpe to Perdule. Dyt heft he bekant vor den
vogenden Hinrik Gerlies, Wychman Kolcr, Gyriacus
dem rycht scriver unde vor beseten borger Clawes
Kysowe, Tymme Trede unde wart ghehenget, dat gaf
em ordel unde recht.
7 a. (Anno*>) dm. 14(59 c) do was Dyderik Vur mit
siner husfrouwen Wiben vor deme rade tome Kyle unde
hebben bekent. dat erer en deme anderen heft vorlaten
unde upghelaten alle nalatene gudere, welker de na
blift, eft en an God vorsterve, und hebben utgesecht
a) Hier fehlt vermutlich „on perd".
b) Diese. Eintragung ist durchstrichen.
c) Unter und hinter der Jahreszahl stehen noch die Buch-
staben „are", die Zahl scheint „U9" und niclU „62" zu bedeuten.
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Das Kieler Varbuch 1465 154«.
57
4 p. unde 8 sch. to weghe unde to steghe unde 4 p.
undc 8 sch. cren neghesten erven).
8. (B. 17). Anno 70 ward behcrdet Hans Wulff,
ghebaren in der stat Bart, Hinrik Wulves s[one], dede
hadde stalen bynnen Nigenmunster 5 dossyn ghordelremen,
den Hinrik Ghlisseman heft vorwunnen mit allem rechte,
zo dat he wart ghehangen na utwisynge lubes(schen)
rechtes.
9. (B.1S). * Anno dm. 147r> so worden gerichtet (f. 4.
alzo Claves Kxse und Jaspar umme erer undaet, dede
se gedan hebben up ener vrigen herstraten twisschen
deme Kile unde der Schulen Eydder. So nemen se
enem manne in deme Hannenbusseke enen brugesken
grauwen hoiken unde 1 houvven mest unde 1 buddel,
dar weren inne f> p., unde de man hord to Vleskborch
to hus unde was 1 ossendriver. Unde so nemen se
ener frouwen enen swarten hoiken, de hord to der
Brügge to hus, unde 1 budel, dar was inne 1 sch.
unde 2 nieste, unde so nemen se 2 ghuse undera) dit
unde Lub[eke], unde do se ersten ut Lub[cke] gingen,
so nemen se enem manne 1 spet unde ene tasschen,
dar weren 2 sch. inne, unde so nemen se enem sscholer
8 p. unde geven ene 2 p. wedder unde so nam Kxse
enem kremer to Lub[eke] enen pok unde so nam Exse
synen heren ene wenneken, de man het Hans Kuttenbarch.
Dar was anne unde over Tymme Woigge unde Tymme
Trede, besetene borgere, dar se it vor bekant hebben.
10. (B. 19). Anno dm. 1477 umme trend twisschen
Pinxten b) unde Paschen <<) do ward gherichtet Hans
xMonnick umme syner undaet willen, dat he ghestalen hafft,
unde is gebaren binnen Lubeke. Int erste bekande he, dat
he to Sunte Nicolauwes ute der kerken stael enen tynnen
luchter van altaer Sunte Katrinen, noch enen luchter
a) Wahrscheinlich „under" und nicht „buder".
b) 25. Mai.
c) 6". April
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58
Das Kieler Varbnch 1465-154«.
ute der sulven kerken van her Karsten Rames altaer.
Desse beiden luchter hafft he vorsmolten und dat tyn
hefft he vorkofft den beiden glasemakers Marquard Stor
unde Peter Scharen. Noch stal he ene quarterskannen
Glauwes Luders, noch enen tynnen pud, den he stal
van Marquard Luders byslage in der Keddingkstraten.
Van dessen beiden kannen hafft he vlasschen munde
beghaten. Dat vorgescreven hafft he bekand unde stunt
ledich unde los vor besetene borgheren Ciauwes Louwe
den wandscherer unde Hans Nickels unde vor den
richteheren.
11. (B. 20). * Anno dm. 1477 do worden [f. 4'.
gherichtet desse naghescrevene twe mans alzo Merten
van der Heide unde Hinrik Vos umme erer undaet
willen, dede se deden to Presse in dem kloster myt
erer selschop. In dat erste nemen se ut der kerken
2 kisten, de droghen se in de Saghekulen, dar krech
Merten äff myt syner selschop 3 mark. Noch stal
Merten van der Heide to Sunte Servas altar neghen
stucke smydes, noch stal Merten to Prese ute dem
kloster van unser levcn frauwen bilde ene bressen unde
en bindeken. dat vorkoffte he enem gholtsmede to Plone
myt siner selschop. Nach stal Merten (1) en par laken
do ute dem kloster, dat vorkoffte he hir in der stad
eller a) smedes frouwen. Noch druch Merten to Rindes-
borch (i altaer d wellen unde vifftighe sulveme knoppe
myn vere, de vorkoffte he dar myt syner selschop.
Noch brack Merten 4 kisten mede in der kerken, wan se
breken wolden, so lct sick Merten in der kerken besluten
unde let syne selschop dar in, unde so hafft Hinrik
Vos ghekreghen van dessen kisten tho twey tyden 28 sch.,
de sume is tho hoppe 7 mark. Des hebben se bekand
vor den vogeden unde vor besetene borgheren, dar se
stunden up eren vrighen votcn, alzo nameliken Ciauwes
a) Vermutlich verschrieben für „euer".
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Das Kieler Varbuch 1465-1546.
59
Wulleff unde Laurens Visk. Dar syn ane unde over
ghewesen vor besetene borgere Ciauwes Louwe de
wandscherer und Hans Nickels. Van desser undaet
weghene, dede hir baven screven stat, syn se (ge)gherichtet
myt dem rade.
12. (B. 21). Anno dm. 1477.
Item so brack Ilinrik Vosses wif ene kisten allenen,
de horde Hinrik Tesschen dochter tho, Katrinen, de
stunt tho Presse in dem kloster, dar stal se ut 2 hoicken
unde noch brack se 4 kisten in dem sulven kloster
myt erer selschop, noch krech se 20 sch. ute der kisten,
dede in der Saghekulen braken ward, noch stal se
1 par laken ute den kisten myt erer selschop, de worden
to Prese vorkofft, noch stal se myt erer selschop 1 par
laken, de worden hir vorkofft, noch stal se myt erer
* selschop 7 slucke tyn wcrkes, dat wart to Lub[eke] (f. 5.
vorkofft, noch a) se myt erer selschop 4 hoiken unde ver
rocke, de worden vorkofft to Nighenmunster, noch
stal se mede enen frouwen rock unde hoiken, de worden
vorkofft to Luttekenborch, noch stal se myt erer selschop
3 tafflaken, de worden vorkofft to Plone, noch stal se
myt erer selschop to Prese ute dem kloster van unser
leven frouwen bilde ene bressen unde bindeken, dat
ward to Plone vorkofft. Dyt hafft se bekand vor Laurens
Vissche unde Ciauwes Wulff, de do to der tyd vogede
waren, unde vor besetene borgheren, dede dar tho
esschet syn, by namen und tho namen Ciauwes Louwe
unde Hans Nickels, unde stunt up vrighen )>') unde ward
vor desser undaet ghobrand.
13. (B. 22). Anno 147 [8 do ward] c) gerichtet
Jachym Schilt umtne Syrier undaet willen, de he [dan
a) Hier fehlt vermutlich „stal".
b) Hier fehlt vermutlich „voten".
c) In dieser Eintragung befindet sich ein grosser Fettfleck.
Die Lücke ist ergänzt, die Jahreszahl nach Bremer, der noch den
vollständigen Text gehabt zu hihen scheint.
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Das Kieler Varbucli 1465-1546.
heft. Erjsten is he vorwunnen myt allem lubesschem
rechte, dat [he slog unsen] wechter in nachtslapender
tyd up ener frien Straten [tom Kyle, de]s he sick doch
vorwilkorde unde engede lendighet, [umme sodjanne
sake nicht mer tho donde effte tho hatende, vor [den
vogenjden alzo by namen Laurens Visk unde Ciauwes
Wulleff, u[nde Hans R]oyneke unde Hinrik Scheie, dede
medebroder weren des rades (in deine] sulven jare.
Vortmer so is he gekomen up dat nighe up [ener
frigh]en herstratcn twysschen dem Kyle unde Ghettorpe
unde overvel unsen wechter unde borgher Twelken,
des he eine doch syne were berovede unde he wunnede
erae dar mede unde wolde eme syn liff dar tho alt
gerovet hebben van der sulffen vorberorden sake weghen.
Des he eme doch hoge noch overtughet halft mit besetene
borgeren alzo by namen Tymme Trede, Marquard
Rover unde Peter Kroghers knecht, dede dar an unde
over weren.
Vortmer so quam desse sulve Jachymes syn frouwe
unde hafft gebeden myt dessen naghescreven bürgeren
den rad, dat ene de rad wolde begnaden, dat de licham
mochte komen up den kerkhofl', Luder Mynrik, Hans
Schuldorp, Reymer Gyseke, Hinrik Jabeiman, Hans
Buermeister, Glauwes Konneke, meyster Hinrik, Lutteke
Stenhaghen, Ciauwes Tonnighes.
14. (B. 23). * Anno dm. 1478 do wart gerichtet [f. 5'.
Hinrik Haverber umme syner undaet willen, dat he stal
Ciauwes Moler 1 mark pennynghe ute syner kysten, de
stunt to synes broder huse. Hyr weren ane unde over.
dat he des tho stunt, Hans Nickels, Detleff Kroger a}.
Vorder mer so quemen syne frunde unde beden den
raed, dat se eme dat swerd geven umme de leve God
unde umme vele der borger willen erer bede, dede
dar mede umme beden. Unde so mosten syne frunt
a) Der folgende Teil der Eintragung ist mit anderer Tinte
geschrieben.
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1)38 Kieler Varbuch 1465-1546.
61
dat vor oerfeyden, dat se dar nummer up spreken
enwolden vor baren unde ungebaren. So stan se hir
under, dede dat vor oerfeyden, Emeke a)Det)eves wonnaftich
to der Laboden unde Scheie Ciauwes to Nigeheykendorp,
Lange Detleff, Lange Marquard wonnaftich to deme
Stene unde Luteke Henneke wonnaftich to Nigeheycken-
dorpe, Wulleff Ghossches to Wellingedorpe, Karsten
Slodickvot unde Hinrik syn sone, dede wonnen to
Nigeheyckendorpe unde Laurens ßrosye to Wellingedorpe,
Eller Hoeleck ok to Wellingedorpe. Vortmer so sind
dyt de borger, dede dar to csschet syn to tughe Hans
Buermeyster, Hans Kystenmaker , Reymer Ghyseke,
Hansb) Nickels, Maerquard Man, Hinrik Jabelman,
Glauwes Toden, Kubbeke ßloyen.
15. Anno dm. 1479 do ordel unde recht hefft
Hinrike Buremanne geven na syner eghene bekandnisse,
dat he to Plone stal ute der kerken en offer van deme
altar. Item to Lunnenborch stael he ener frouwen en
byndeken unde 2 mark, so nam he to Stetteyn ute
Sunto Jacopes kerken van unser leven frouwen bilde
en halft" lot spangen, to Brunsswick stael enem manne
1 brugghesschen grau wen hoycken, ock nara he to
Halverstad ener baghhynnen en angnus dei, ok stael to
Bremen 12 stucke kannen unde grapen. Item so
beswymede sick en borger to Hamborch, den stael en
vingeren van der band, dat was van golde, dat gaff vor
2 mark, unde c) dyt schach in synen brut avende etc. unde
der sake waes vele. * Hir weren anne unde over vor [f. 6.
besetene borger Peter Mychael unde Hans Nyckels unde
desse sulve Hinrik Bure waes gebaren to Bremen unde dyt
is gesehen by den tyden, do weren vogede Ciauwes
Wulleff unde Hans Schuldorp.
a) Uebei- dem „e" am Anfang steht ein unleserliches Zeichen.
b) Dahinter durchstrichen „Kystenmaker".
c) In der Handschrift steht ein Zeichen, das „et" bedeutet.
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62 l>as Kieler Varbuch 1465 — 1546.
16. (B. 24). Anno dm. 1481 a) do ward vorwunnen
myt allem rechte Lawrens, Arnd Myllighes swager, unde
ward gerychtet umme syner undaet willen, so brack
up den Vleskschrangen unde brack dar sulvest ene
kysten, dar stal he ut ene schynken. Noch stal ute
der Schulteschen huse 1 grapen, noch stal to der sulven
tyd 2 sulverne kruse uter kerken tor Bruge, noch stal
ene barden by Sunte Jürgen unde so stal to vor Metten
van Buck waldes huse enen ketelhacken, noch stal
2 dropten hoppen, de horden Mychel Munde, to ute
Jachym Buckwaldes huse, noch stal 2 henge to deine
Hilligen Geyste, noch stal he Lavrens Pale ene lee unde
2 keden, dar de perde by togen, noch stal he Schultesschen
enen kettelhacken, noch stal he to meyster Jacopes huse
van ener rönnen 4 punt blyges, noch stal ute deme
klostere in der have 1») lüde tyd 2 schepel moltes, noch
stal der Schultesschen 1 grapen, noch stal ute Symon
Pals huse 1 verdendel botteren, alzo det mas, noch stal
he Laurens Pale unde Ciauwes Wulleve yeslick ene
exse, noch stal vor Metten van Buckwaldes c) enen ketel
unde 1 becken unde en dorslach, noch brack enen block
vor deme Hannenbusseke unde enen vor der Lemsouw.
Dyt haft bekand vor gerychte. Hyr syn to geesschet
Hans Nyckels, Ciauwes Louwc, dat des bekand haft uppe
synnen vrigen voten unde is gerychtet myt deme rade.
17. (B. 24). * Anno dm. 1481 do ward vor- [f. 6'.
rychtet Arnd Mylligcsd) umme syner undaet willen.
Item so stal uter molen 2 sacke moltes, noch stal ute
deme klostere ene standen, noch stal to dem Holme ene
stenbyeken unde 2 ysseren schufelen, noch stal to Presse
ute deme kloster enen krallen snoer, noch stal to der
a) Die darunter stehende Zahl „80" ist verwischt und „81"
darüber geschrieben.
b) Vielleicht „hane"?
c) Hier fehlt vermutlich „huse".
d) Dahinter „vc", offenbar verschrieben und versehentlich
nicht durcMrichen.
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Das Kieler Varlmch 14f>5— 1546.
«3
Wapendsee in Swansen en sulverne kruse, noch stal
ute Jachym Buckwaldes huse myt syner selschop
2 dropten hoppen. Dyt haft bekand vor gerichte unde
stunt up synnen vryghen voten unde vor besetene borgeren
alzo Glaus Louwe unde Hans Nyckels, de hebben dyt
gehord, dat he das bekande, unde stunt up synen vrigen
voten ledich unde los.
18. (B. 25). Anno dm. 1481 do ward gerychtet
umme erer undaet willen Becke Meyghers. So stal se
ener frouwen to Ryndesborch, de hete Grete Wytemaken,
ene sulverne bressen unde 20 sulverne knoppe unde
3 stucke natelen unde 4 stucke smydes, noch stal se
Grete Wyttemaken 2 lange socke und 3 lynnen budel,
noch stal se Grete Wyttenmaken enen swarten overlyves
rock, noch stal se enen gronnen mans rock unde enen
frouwen pels. Hyr syn to tuge esschet Glaus Tonniges
unde Tymme Hynse, de hebben dyt gehored, dat se des
bekande, und stunt up eren voten ledich unde los.
19. (B. 26). Anno dm. 1482 do ward gherychtet
Marquard Kruse umme syner undaet willen. Soa) snet
to Eckelenforde enen budel äff, dar was inne 1 sch.,
so snet hyr ener frouwen äff enen budel (äff), dar was
inne 4 sch., noch snet to Plone ener frouwen äff enen
budel, dar was inne 2 sch. Hyr weren over Tymme
YVoyge, Karsten Tymme, datb) he des bekande, unde
stunt up synen vote ledich unde los.
20. (B. 27). * Anno dm. 1481 do ward gherychtet [f. 7.
Härder c) . . . . umme syner undaet willen, dat he stal
enen manne by der Arndesbucken en perd, dat vorkoffte
he Hans Luttorpe up deme Gharden, noch stael Gossick
Lunsteden en laken unde en frouwen hamde, unde so
stal Hans Buermeyster enen handketel, noch stal he
Hilke Teghelers enen frouwen kagelen unde en par
a) Dahinter durchtricJien „stal he".
b) Dahinter durchstrichen „se des".
c) Dahinter eine Lücke für den Familiennamen.
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64
Das Kieler Varbuch 1465-1516.
mans hasen. Hyr hebben anne unde over ghevvesen
vor borger Ciauwes Tonnighes unde Tymme Hinse, de
hebben dyt hord, dat he des bekande, unde stunt uppe
synnen frigghen voten ledich unde loch*).
21. (B. 27). Anno dm. 1482 do ward gerychtet
Ciauwes Schacht umme syner undaet willen, dal he
stal her Eller Wysen 5 mark unde en waemboys unde
en par hasen, noch stael myt syner selschop tho
Flughendorpe (3 mark, de hete Kaie, unde enen hoycken
unde en par hasen, noch stael enen manne by der
Swenttynnen to Clauwestorpe 14 sch. , noch stael to
Obbendorpe enen manne enen swarten hoycken, noch
stael enen manne tho Schurslorpe enen brugghesschen
grauwen hoycken. Hyr wercn over Ciauwes Kysouw,
Hans Nyckels, dat he des bekande, unde stunt up synen
frighen vothen ledich unde los.
22. (B. 28). Anno dm. b). Item Körte DetlefT [f. V.
ward vorwunnen myt allem lub[esschen) rechte dar vor.
dat he bekande, wo he haddc braken Sunte Ghardruden
block unde de kerke tom Slabbenhagen unde c) en
pcrd van dem Kobarge mit siner selschop unde der sake
vele mer etc. Dar umme he richtet ward mit deme rade,
to tughe Tytke Vaget unde d) Alberd Summegod borghere.
23. (B. 30). * Anno 87. Item Marqward Heneke
word vorwunnen mit allem lub[esschen] rechte na siner
eghenen bekantnisse, dat he haddc ghestalen Hans
Hargen sin ghelt by 10 ofle 12 mrk lub. Ok stal he
Albert Summeghot 12 sch. unde en krallen veftiche,
2 sulverne rynghe, ok stal he der pilsser amtesbussen
mit etlikem ghelde unde klenat, dat dar inne was, unde
noch vele mer, dat he bekande, etc. Dar he umme
henghet ward.
a) Verschrieben für „los".
Die Jahreszahl fehlt.
c) Hier fehlt vermutlich „stalen".
ü) In der Handschrift das „et" Zeichen.
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Das Kieler Varboch 1465-1546.
24. (B. 29). * Anno 87. Item des neghesten [f. 8.
Dinxtedaghes a) na Letare was van weghen Kersten
Greveraden vrunde unde vormunderen vulmechtich toin
Kyle gheschiekhet de bescheden Hans Sweder, borger
tom Lubeke, beclaghede vor dem neddersten rechte
enen knecht, ghenomet Marquard Techowe, unde sprack
en an in sin vrige hogheste alzo, dat he des ghenanten
Kersten Greverade, de to der Arndesboken ward dot
gheslagen, sines dodes rades unde b) dades, sines dodes
scholde schuld wesen. Dat wolde de sulvc Hans Sweder
tughen, dat Marqward Techowe erghenomet hadde bekant
unde toghestan vor unsen richtevogheden unde vor
beseten borgheren, unde dar up benomede Hans Sweder
sine tughe unde sloet sin recht, dat he mit dessen
nascreven bekantnisse unde tughen in der sake sin
recht wolde Winnen unde vorlesen. Alzo hadde doch
de ersame rad to Lubjeke] dar in ertyden ut enen
schulden ordel vor recht up afghesechl, konde de klegere
dat tughen, dat Marqwart Techowe hadde bekant unde
thogestan, dat he in vlock unde c) in vore, in rade unde
in dade mede hadde ghewesen, dat de seleghe Kersten
Greverade van deme levende to dem dode qwam, so
scholde he noch achte ofte vorsprake neten, men scholde
liden, dat recht is. Also war dar apenbar an deme
richte ghelesen ene schrift, dar inne stod gheschreven,
wes de sulve Marquart Techowe tostan unde bekant
hadde, de was ludende van worden to worden aldus:
* Item heft Marqward Techow bekant, dat he [f. 8'.
H[inrikj Kastorpes sone heft ghewunt ene wunden mit
enem rutinghe to der Arnesboken vor dem kerkhave,
unde in dem sulven vrevel unde ghesehichte ward dot
gheslagen Kersten Greverade, wo he van dem levende
to dem dode qwam, des enwet he nicht. Dit heft he
a) 27. März.
b) In der Handschrift das „et" Zeichen.
c) In der Handaehrift das „et" ZeicJien.
5
(56
Dag Kieler Varbuch 1466-1546.
bekant in jeghcnwardichet uns stat richtevoghede unde
vor twen beseten borghoron, alzo Clawes Thode unde
Hans Grawetop, de dit hebben ghetuget in dorne rychto,
dat be dit alzus bekant unde thogestan heft. Uppe
sodan bokantnisso vant des rechtes delre am neddersten
rechte den vorbenomeden Mnrqwart Techowe sines lives
vare der sake halven leddich unde loes. Des enhadde
Hans Sweder erbenomet nen benoghent, men he beschald
id van deine neddersten rechte vor unsen raed up dat
hus, dar sin deghedyngesman sprack unde sede, dat
sodan bekantnisse, alzo Marqward Techowe vor unsen
richtevogheden unde beseten borgheren ghedan unde
bekant hodde, so baven stad gheschreven, scholde tuge
ghenoeh wesen to den saken, unde scholde dar vor
liden, wes recht were. Dar wy borgheretnestere unde
ratmanne erbenomet navliteger vorhorynge unde andacht
vor recht afsedc: Nachdem de vake benomede Morqward
Techowe noch rad ofte dat mer bekande, unde men
eine ok nicht mer konde aver tughen, alzo in der
ergheschreven sedelen unde schritt bestemmet is, dat
he seleghen Kersten Greveraden sines dodes scholde
schuld wesen. so vunde wy de vorschreven sentencien
unde ordel in unsen neddersten rechte ghedelet unde
afghespraken by v ulier macht. Des en hadde de erschreven
Hans Sweder oeverst nen benoghent, men sin deghe-
i: dinghesman sprack unde*) sede, nachdeme wy [f. 9.
hyr hadden en uthgande lubesch recht, so wolde he
van siner vrundc unde hovetlude wegen sodan sentensie
unde ordel vorder in rechtes utsprake hören van deine
ersamen rad to Lubjekej, wente he sede unde mende,
dat sodanne bekantnisse, alzo Marqwart Techowe bekant
unde tostan hodde, so baven schreven steyd, scholde
tuge vullenkamen noch wesen to den saken. Sodan
schulden ordel heft de ghenente Hans Sweder vullen-
a) In der Handschrift das „et" Zeiclwn.
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Das Kieler Varbuch 1465-1546.
67
voret vor dem ersamen rad to Lub[eke] unde is hyr
wedder tor stede ghekamcn up encn ulghelekenden
recht dach mit vullcnkamcn tuchnisse unde bewise
ladende, dat de erbenomede rad to Lub[eke) vor recht
uppe dat sulve schulden ordel hadden afghesecht unde
uthgespraken : Nachdeme dat Marqwart Techowe bekant
unde tostan heft, dat he Hinrik Kastorpe ghewundet lieft
mit eneni rutynge vor deine kerkhave to der Arnesboken
unde in dem sulve wrevel unde gheschikke wart dot
gheslagen Kersten Greverade, dat is vlock unde vore,
dar umme schal he noch acht unde vorspraken nicht
gheneten unde schal dar umme liden, dat recht is.
Des ward he na sodanes rechtes utsprake mit allem
rechte vord vorwunnen unde is gherichlet mit deine
rade na utwisynghe lubeschen rechtes.
25. (B.32). *Anno88. ItemGherdrud VVostvales [f.*)'.
ward na erer eghene bekantnisse myt alleme rechte
vorordelt unde vorwunnen, dat sc vor dem have to
Smole in nacht slapender tyd to euer frouwen in erc
hus hadde gebraken unde de sulve frouwe overweldich
ward unde band er hende unde vote unde stak er en
stucke holtes in den hals unde band er dar up enen
kymmel in den munt unde stal er dre mark lub. min
4 sch. unde stal er vord 2 roke unde 2 hoyken, noch
stal se en veftich, alzo ghud alzo 1 mark, unde enne
laden myt müssen unde halsducken unde myt velen
anderen tughe, ok bekande se. to der Nighenwurdeu a)
hadde gestalen ener maget hoyken unde <> rocke unde
ander lynnen kleder. Hyr umme is se levendieh begraven.
2(>. (B. 31 J. Anno 88. Item Hans Grote Johan,
anders ghenomet Ghrotyngk, gheboren in deine kerspel
to Wappenysse, ward hyr in derstadappenbaer beglireppen,
dat he budel alT sned myt ghelde. Dar he ward umme
beklaget unde myt alleme rechte vorwonnen unde
a) Dahinter durchstrichen „stal".
5*
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US
Das Kieler Varbuch 1465-1546.
vorordelt tho deme ghallighen. Dos quam syn broder
Ciauwes Grottynck myt etliken ghuden mannen unde
Vellen borgeren vor den rad unde beden demsulven
Hans Groteninghe ghnade in synem vorordelden rechte,
alzo dat he ward gheriehtet myt deme swerde. Desse
ghnade a) baven syn vordende recht haft myt eden vor
orfigdet Ciauwes Grotynck syn broder vor sick unde vor
alle de ghennenb)
27. (B. 37) * Itemc) [f. 11.
Hans VVantscherer stalen myt Hans VVolderyck 24 sch.
Item noch stal Hans VVantscherer mvt Hans Woldervck
yn dem Nygenvelde 5 ml. Item sfal Hans VVantscherer
myt Hans VVolderyck [to] Nygensteden 24 sch. Item
stal Hans VVantscherer myt Hans VVolderyck by der
Pepcrmolen enem manne 9 mrk. Item stal Hans
Wantseherer myt Hans VVolderyck to Hlanckenese 4 ml.
Item stal Hans VVantscherer myt Hans Woldervck
10 ml. Item stal Hans Wantseherer myt HansTymmerman
vor Hamborch 4 ml. Item stal Hans Wantseherer myt
Hans Tymmerman to Hylgensteden 2 perde. Item stal
Hans Wantseherer by Ylseho 1 pert, dat gaff he vor
6 ml.
28. (B. 38). A? 15. [f. 11'.
Item anno baven schreven des Donredaghes d) vor
Georrygy wort Hynryck Krogher ghegrepen unde was
eyn borgher bynnen deme Kyle unde was bordych by
Ghustrow unde hadde dyt nascr. stalen Steffen Sellen.
Item 1 ghordel vorghuldet vorkofte he tor Wesmer
eyneme gholtscmede yn der Kremerstraten opper luchteren
a) Dahinter durchstrichen „haft".
b) Die Urkunde scludnt hier nicht zu Ende zu sein.
c) Die folgenden Eintragungen sind durch einen Fettfleck
teilicei.se verwischt, die Lücken jedoch ergänzt.
d) 1U. April.
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Das Kieler Varbuch 1465 — 1546.
syden vor 18 ml. Horn Rurowen dar selvest vorkoft
3 parlebyndeken unde 1 borstdock vor 9 ml. Van
dessen 1) marken ys vorwyset, to Hambüren to gheven
an eynen, het Hans Monneek, nnde Hynryek Krogher
heft dar men 8 seh. äff entfanhen. Item myster Clberde
dar selvest yn der Lupesken Straten vorkoft 1 krallen
voftych vor 3 ml. Item 2 ghulden rynghe vorkoft dar
selvest eyneme doften yoden yn der Monnckestraten
vor 4 ml nnde ys eyn doctor unde wantscnyder. Item
nocb deine sulven vorkoft eyn sulveren voftyeb vor
18 seb. Vor dessen sulven baven scbreven mysdeder lieft
unse gnedyghe her hertych(tyeh) Frederyck bede dan laten
doreh unses g[nedyghen^ leeren] marsehak * Pawel [f. 12.
Ransowen, umme dat swert to gheven, unde de
selve Pawel Ransow marsehalk mede ghebeden myt
sampt mer [guden] mannen, dtme so gheghunnet ys.
So heft [vor dey] orveyde ghelavet, dat deine mysjdeder)
syn reeht begnadet ys, Hans Hennynghes unde Hynryek
Runs eyn schomaker.
28 a. Anno lö. Item anno baven schrevena).
29. (B. 39). * lolö. Itemb) yn Sunte [f. 12'.
[Marg]reten c) avende wort ghehenghet unde radeb|raket!
Marquart Rype umme desser nasehreven undael wyllen.
Item stal Marquart Rype eyn perl Hynryek Sorghen to
Radendorpe, vorkofte he to Scleswyek Marten Rrughemanne
vor 3 ml. Item stal he en pert by der Nygenstat van
der weyde, dat vorkofte he to Lupke vor 4 ml. Item
stal he to Krempperstorpe 4 lammer yn deine velde,
noeh stal he dar 4 ghose. Item stal he tor Eekhorst
eyner fruwen 1 rock, 1 beddesd buren, 1 heftpolsburen
unde 1 laken. Item dyrykede de sulve op eyne sehyp-
kyste to Lupke yn Otte Kregen huse, dar nam he uth
a) Der Best der Seite int leer.
b) Dahinter durchstrichen „do".
c) Freitag IX. Juli.
d) Daztcuchen durchstrichen „polsburen, 1 p".
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70
Das Kieler Varbnch 1465 — 1546.
1 ml. Item noch stal de sulve ener fruwen to Haden-
dorpc eyn byndeken, gaff he vor 2 ml. de fruwe Klokeske.
Item brack he eynen block vor der Schonenboken, dar
nam he uth 8 seh. Alle desse stalen ghuder nam he myt
syner selschop, alse * Marquart KnaketomeStenrade, [f. 13.
Yaehchym Wyse to Monnekehaghen, Yachchym Kaphon,
baren to Hamberghe, desse dre syn sehnldych mcde der
deverye nnde heft dar oppe ghudet.
Item noch Marquart Hype brack eyne kerke tomc
Keynefeldc by deine ghasthuse, dar nam he uth myt
syner selschop yn scmyde ym ghelde so gude alse
30 ml., syne selschop, dar he op gudede, alse Hynryck
Wyse, Hynryck Kloke to Damslorpe. Hyr to de borgher
to tughe, dat he dyt bekant heft, alse Hans vam Kamppen
unde Bartelt Storni.
Item noch lieft Marquart Rype bekant, dat dar erer
vor by cm quemcn by Trente to perde unde seden em
van kork to breken unde van dyryken, oft he dar van
wyste, wente sc wysten wes to halen. So nemen se
ene mede yn den kroch to Trente unde hadden dar
mer rede myt em, so nemen se ene achter oppe
eyn perl unde reden bette yn den Hanenbusk, dar
weren se eyne tyt lanck yn der nacht, do reden
se vort yn der nacht oppe eynen kamp vor deme
statholte, dar bunden se de perde by den tun unde
loten enen by den perden, de anderen dre ghynghen
myt Marquart Hypen bette oppe Santo Gherdruten
kerkhof unde breken äff dat glase vynster, do stech
Marquart Hype yn de korken unde dyrykede de kyste
op, dar nam he uth 3 kelke, 3 patenen, 1 sulveren
kruse unde eyne klene laden, dar was ynne bescmyde
mantel unde ander klenode, unde dat scmyde scneden
* se van deme mantel unde de laden myt deme mantel (f. 13'.
unde myt den aflatesbreven scttede Marquardes selschop
under eynen tun. Alle desse klenodya langhede Marquart
syner selschop to dor dat vynster. Do se desse klenodya
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Das Kieler Varboch 1465 — 1546.
71
weghe hadden, do ghynghen se wech, er Marquart
wcdder uth der kerken quam, so wyste Marquart nyeht,
wor se bleven, inen he ghynck strackes na der stede,
dar se de perdc leten, dar quemen se wcdder tosamen,
do setteden se syck oppe de perde unde gheven Marquarde
eynen rynsschen ghulden dar äff unde se reden vordan,
dat Marquart nycht wyste, wor se bleven, unde heft sc
na der tyt nycht ghesecn. Alsus heft he se betekent,
wat sc vor perdc hadden, alse eyn brun pert, 1 swart,
1 graw, 1 wyt, unde de ene hadde eynen wyssen vylt
umrnc unde sprack grolT, underwylen sprcken sc densk
overlcndesk, dat se so de wort vorwandelden, vorder
hebbcn se sycka) ghenomet teghen Marquarde, dat se
heten Revcntaw. Forder hebbe wy cm ghevraghet,
dar he stünt oppe vrygen voten, vor 4 beseten borgheren,
oft de ghudynghe war were, so he secht hadde, dar he
ya to sede unde wolde dar synen dot op nemen. To
tughe de borgher Hans Kruse, Marquart Ofie, Lavrens
Schussel, * Marquart Klüver. Nocli hebbe wy [f. 14.
rechtevoghede den sulven Marquarde ghevraghet oppe der
stede, dar he sterven scheide, oft ydt so were, alse he vorhen
ghesecht hadde, dar he ya sede, he wolde dar op sterven.
30. (B. 35). 1515. Item ummen trent des Fryg-
daghes b) vor Andree beklaghede unse gnedyghe her
hertych Frederyck eynen van synen schypknechten van
demc groten schepc, gebeten Vyncencyus, dat de sulve
hadde synen forstlyken gnaden stalen (hadde) van deine
groten schepe 4 droghe hude, unde de sehynbaren dat
was tor stede. So leth syne forstlyke gnade den sulven
deff yn de ghalghen henghen unde syne gnade stunt
alle unghelt unde syne gnade leth de hude wcdder
halen uth der hechte by eyneme schomaker uth der
Brunswyck unde was des rades wille.
a) Dahinter durchstrichen „mimen ghc."
b) 23. November, wenn nicht ein Versehen im Wochen tage
vorliegt, da der Andreastag selbst auf Freitag fiel.
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Das Kieler Varbnch 1465-1546.
31. (B. 36). * 1515. Item dos Frygdaghesa) [f. U'
vor Sunte Kalrynen wort oppe dat rat ghelcchl Tymmeke
Krul, ghebaren uth der Prowestye tome Holme, dat he
eynen doth staek bynnen deme Kyle, de heth Tomes
Sehlaghe, unde wart anghcklaghet de mysdeder van der
konychlyken walt wegen, wente, den he staek, de hadde
nene frunde, de den (den) mysdeder anklagheden, so
klaghede de konychlyke walt na Lupeskom reehte unde
des doden fruwe klaghede mede.
32. (B. 41). *Anno 1521. Item weren r(e)iehte [f. 15.
foghede Jakob Sehroder, Peter Smel(e)inek.
Item heft siek boke(i)nt Hans Krogher, dat he heft
den bloek braken to Kalvari unde nam dar ut wat dar
in was oppe unse leven fruven daehk).
Item noch heft he bekant, dat em dede ein maghe(i)t
ein slotel to ere lade, dar scholdc he 8 sch. ut nemen,
so stal he er 1(> ml. ut der sulven laden. Dit heft he
bekant wor c) beseten borger, also mester Claves Hartschere
unde Dideriek Farwolt unde is averwonnen mit oldel d
unde richte[tj mit deme rade c).
33. Item anno 151 ti so hevet dussef) .... bekant,
dat hey brack op dat slot to Sunte Gerdrut vor deme
Kyle in der lutteken kapellen unde nam dar ut 3 marck
18 p., noch lievet hey bekant, dat hey gynck myt der
spise to ffelde unde wolde den block breeken to Kalvarie
vor d( k m Kilo unde konde enne nycht breeken, noch
hevet hey bekant, dat hey myt enem jungen hevet
geblocken g) den block vor Hadersleve, dar nemen sey
a) 23. November.
b) Sonntag 8. September.
c) Verschrieben für „vor".
d) Verschrieben für „ordcl".
e) Daneben ron anderer Hand, nach Dr. Stern von Bremer
hinzugefügt „add. fol. 17 pr."
f) Dahinter eine Lücke für den Namen.
g) Verschrieben für „gebrocken".
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Das Kieler Varbuch 1465-1546.
73
uth Osch. * Item noch hevet hey bekant,dat hey myt [f. 15'.
synor selschop brücken unser leven ffrawen block to
Hadersleve, dar nemen sey ut 2 seh., noch brack
hey myl syner selschop enen block V* myle van
Hadersleve, dar nemen sey ut 8 seh., noch brack hey
der armen lüde qwart to Sunt Jorgen vor dem Kyle,
dar ut nam hey 10 p., noch hevet hey bekant, dat hey
myt syner selsschop brack dat block to Sunt Jorgen
vo(r) Hadersleve unde nam dar ut so vaken als he wolde.
34. (B. 44). Item in deme jar unses heren dusent
522 waren richtevogedc Peter Smelinck unde Jacop
Schröder, do wart (do wart) Hermen Gosman na siner
egen bekantnysse myt allem lubesschen rechte vorwunnen,
so dat hey wart in dey galgen gehenget, umme syner
undat wyllen, dat hey mester Hinrich dem bartscherc
to ltzeho stal ut synen budel 24 sch., nocli stal hey
Jacop Raven sylveren körn unde sylveren schroden
unde ander sylver spyldynck, noch hevet hey Jacop
Raven gestollen 2 marck ut synen budel, noch hevet
hey gestollen Sunte Jürgen synen halsbant, noch hevet
hey gemaket muntiseren unde wolde dar mede munten
unde wolde eme nycht bedygen, * do sloch hey sey [f. 16.
in twe, noch hevet hey myt Pawel Steyn gebruket dey
sunde sodmyten.
35. (B. 43). Item in deinem jar 1522 waren rychte
vogede Peter Smelinck, Jacop Schröder, do ward Pawel
Sten na syner egen bekantnysse myt allen lubesschen
rechte vorwonnen, so dal emme wort dat hovet affgehoven
umme syner undat wyllen, dey hey hadde gedan myt
synen knechte Hermen Gosman umme der sunde wyllen,
dey sey brukeden ad sodomyten.
36. (B. 45). Item in dem jar 1522 waren rychte
vogede Peter Smelinck, Jacop Scroden a\ do wort Hinrich
Schröder na syner egen bekantnysse myt allem lubesschen
a) Verschrieben für „Scroder".
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74
Da» Kieler Varboeh 1465-1546.
rechte vorwunnon, so*) dat hey ummc syner undat,
dcy hey gedan hadde, wort op oyn rat gelecht. Item
so hevet hey myt syner selschop, Claves Gossekes,
Peter Gossekes sonne, Pavel Vinke, dusse hebbet gemordet
enen knecht tusschen Silverstorp unde Petersstorp unde
namen emc 3 ml. unde ich krech to mynen parte
14 sch., noch hebbe ich myt Pavel Wyncke gestollen
to der Hamen enem knechte 3 gl., noch hebbe ich
myt Pawel Wyncke gebrocken enen block op Lensaner
ffelde anno 19, dar uth genomen 3 gl., * noch [f. 16'.
hebbe ich myt Pavel Wyncke, Claves Gossekes, Gorges
Stilleganck, Jachim Scarpenberck, Hans Pctersschen,
noch was dar eyn mede, dey was rechter to der Wysmer
unde hetede Claves Boutyn, wy hebbet gebracken Sunt
Jürgens kercken vor der Nygenstat unde namen dar
enen kelck unde in deme kelck waren 7 ostien, noch
hebbe ick myt Pawel Wynck unde Claves Gossekes
braken enen block vor der Lebraden unde nemen dar
ut 2 marck, noch hebbe ich unde Pavel Wynck unde
Claves Gossekes gemordet enen knecht in dem Ploner
broke unde namen emme 3 ml. b). noch hebbe ich unde
Pavel Wyncke unde Claves Gossekes, wy hebbet gebracken
dey kapeilen vor Lensan unde breken dar inne enen
block unde nemen dar uth 4 ml. b), noch stal ich,
Hinrich Sschroder unde Pavel Wyncken eyn pert vor
Tymmendorpe unde geven dat vor 2 marck, noch stal
ich, Hinrich Schröder, op Nygenradel ffelde tw[e] plochiser,
noch hebbe ich myt Pavel Wyncken unde Claves
Gossekes, wy stelen ene kannen to Lensan, vorkolTt.
vor 7 sch., noch hebbe ich, Hinrich Schröder, gestollen
enen hoken to der Svinekulen, den gaff ich vor ene
marck.
a) Der folgende Teil der Eintragung ist mit anderer Tinte
geschrieben.
h) Die in der Handschrift stehenden undeutlichen Zeictien
bedeuten wahrscheinlich „ml."
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Das Kieler Varboch 1465 — 1546.
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37. (B.41). * Item anno 1510 wart Hans [f. 17.
Kroger na syner egen bekantnisse myt allem lubesschen
rechte vorwunnen, so dat hey na syner undat wyllen,
dcy hey gcdan hade, dat hey brack den block to
Kalvarie vor dem Kyle op unser leven ffrauffen dach a)
des avendes unde nam dar uth alle, dat dar inne was,
noch dede eine ene maget to Lubeke enen slotel to
erer laden op guden geloven unde hey solde dar 8 seh.
ut nemen, so stal hey er dar ut 10 marck b).
38. (B. 40). Item anno 1521 waren rychte vogedc
Peter Smclinck, Jacop Schröder, do wart vort gegrepen
op sehyner dat eyn smedeknecht, geheyten Jachym
Stenbruger, dey stack enen smedeknecht dot in Claves
Hertiges hnse bynnen dem Kyle unde dey dode hette
Peter Pruse, unde hey wart vort gegreppen unde hey
wort (wort) op ey[n] rat gelecht.
3i). (B. 46). * Item anno 1522 waren rychte [f. 17'.
vogede Peter Smelinck, Jacop Schröder, do wart vor-
wunnen myt allen lubesschen rechte Hans Bremer unde
wort umme syner undat wyllen in dey galgen gehenget
hyr umme, dat hey stal Temmen Schütten 1 perl van
dem Koy berge vor deme Kyle, noch stal hey eynen
tynnen stop Claves Brant to der Wysmer, noch
hevet hey gestollen siner moder suster 1 tinnen vat,
noch hevet hey gestollen 2 tinnen vate ut deme
swarten kloster to der Wysmer, vorkofft vor 3 sch.,
noch stal hey 1 pert by Perchym unde let dat wech
driven, noch hevet hey gestollen sines vaders suster
to Rosteke 2 sylveren leppel, noch hevet hey gestollen
3 eilen wandes to deme Sterneberge, dey eilen o* sch.,
noch hevet hey gestollen Badendyck to Rosteke 2 perde,
noch hevet hey gestollen Segebaden 1 pert, noch ffant
hey to deme Sunde enen budel, dar waren inne 3 gl.,
a) Freitat; S. September.
h) Daneben von anderer Hand hinzugefügt „add. fol. 15.
col 1" 8. o. S. 72, Anm. e.
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76 Das Kieler Varbach 1465-1546.
noch stal hey 7 gülden van dem fforwagen tasschen
Brunsswyck unde Hyldescm up der langen wyssk, noch
hevet hey gestollen 4 laken wandes to Dertsau unde
let dar äff niaken * hosen unde wames. Item Claves [f. 18
Segert to Worden in der Aldenmarke, dcy stal 20 marck
Sivert Brusele, dey dede hey Hans Bremer to vorwaren,
unde hey wart dar sulvest limine gerichtet, dey dat
ersten stal to deine Sunde, noch stal Hans Bremer
1 agatcn vifftidi to der Wysmer up der bleke myt
sylveren stenen, vorkofft vor 14 sch., noch stal hey to
der Wysmer op Stinte Jacops hove ene tynnen kannen,
gaff hey vor 6 sch., noch stal Hans Bremer Claves
Stenhus, Peter Grisen knechte, to der Wysmer 20 marck,
noch stal hey to Lubeke Toniges Bekop 5 marck in
deine perdestalle in encm budel.
40. (13. 47). * Item anno 1522 waren rychte (f. 18'.
vogede Peter Smelinck, Jacop Schröder, dowart vorwunnen
myt allen lubeschen rechte na syner egen bekantnysse
Hans Holste, do sulvest wart umme siner undat wyllen,
dey hey hevet gedan, hyr umme is hey op eyn rat
gelecht, hyr umme, dat hey wolde Nygemunster ansteken,
noch hevet Hans Holste gestollen 1 verendel lasses van
deme wagen, det norde to Mathias van deine Hagen,
noch hevet hey gestollen enen ffallen myt Hans Grabouwen
unde gaven den vor 2 marck, noch hevet Holste bekant,
dat hey hevet Darssow anstickede na deme unwyllen,
den he myt deme werde hadde, noch hevet Hans Holste
myt Hans Mertensen braken enen block to hope vor
Kukenssen, noch hevet Hans Holst gebraken enen block
vor Malenten myt syner selschop, noch hevet Hans
Holsten braken enen block vor Ecksen myt Claves
Oldenborch unde is to hus sumtides myt Hertich Dybbern
to Nygenmunster, noch hevet Hans Holste myt synen
vedderen Hans * Holste, wonnende toKuddeworden, [f. 11).
dusse hebbet genomet) ener ffrowen etlike ssmyde van
deme wagen, noch hevet hey myt enem Detmersschen
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Das Kieler Varbuch 1465 1546.
77
gestollen 3 pcrde unde nemen dar noch eyn port to,
vorkofTt enem , dev het Claves Arfrot noch stal hcv
enem kremer 1 Stelen bogen in deine Hoykendorper
berge, noch brack hey enen block vor Derrsow myt
Hans Holste synen vedderen, noch brack hey enen
block vor dem Hoykendorper berge, noch hevet hey
gebrocken enen block vor Keksen vor der molen myt
Hans Holst sin[en) vodjderen], noch gestollen enen graven
rock, noch gestollen ene eilen gron hagens to Lubeke
op dem wanthus, noch gestollen to Dessou 1 kordien
enen kopman, noch hevet hey myt Hans Rosenhagen
unde myt Hans Hosenhagen knechte gemordet 2 mans
unde gegraven in den myst to Slave in dem kroge,
noch hevet hey gestollen enen wetsscher myt Marqwart
Wysen bynnen Derssow, dar was inne 15 p. , noch
brack hey enen block vor Kekenisse, dar nam hey uth
6 p., noch hevet hey myt synen vedderen Hans Holsten,
wonnaftich *to Kuddewurden, enen kremergemordet Jf. UV.
in deme VVunnekenbroke unde nemen emme synen kram,
noch hevet hey gemordet myt Hans Holsten in deme
VVunnekenbroke enen mans, dey hatte by sich ene
ffrowen, dey leten sey gan(t]a), noch nam hey enen
ruter eyn harns, dat vorkoffte hey, noch hevet hey
gestolen ener ffrauwen enen bruggesschen 1>) hoken,
noch hevet hey gestollen ener ffrawen 14 sch. in dem
Sapken kroge vor Lubeke, noch hevet hey myt Hans
Holsten gestollen 2 svvine unde enen ossen to dem
Duvensee, noch hevet hey myt syner selsschop gebracken
ene kercken, dar nemen sey uth ene monstrancie unde
gotten dat sacrament op dat altar, dar was by Hans
Hermensen, syn vader wont to Mollentyn, noch hevet
hey bekant, dat emme nument halp van dey borch,
a) Da» „t" ist undeutlich.
h) Dahinter „1", wahrsclmnlieh versch ieben und nicht durch-
strichen.
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78
Das Kieler Varbuoh 1465—1540.
sunder Jacop unde Hermen hebbet dey sclottel vor-
gehen op dem kumen, unde sloL sych sulven op.
41. (B. 50). * Item anno 1526 waren rychte |f. 20.
vogede Peter Smclinck, Albert Arndes, do wort vorwunnen
myt allen lubesschen rechte na syner (igen bekantnisse
Hans Boy umme syne undat wyllen (wy)len), dey hey
hadde gedan, wort op eyn rat gelecht dar umme, dat
hey unde Jürgen Lodewich, Hennyck van Brunswick,
Hans Vorloper slogen dot Kienen Kvert, eren egen
gesellen by Westke. Noch hevel hey unde Jürgen
Lodewich, Hennyck van Brunswiek, Hans Vorloper,
dey swarte her Johan Kerckher to der groten heyde,
dusse hebbet gebrocken dey kercken to Swenekendorpe
unde hebbet dar uth genomen 3 kelcke, noch hevet
Hans Boy, Hene van Saltow, Hennick van Brunswick,
Hans Vorloper, Jürgen Lodewich, dusse hebbet gebrocken
enen block by Dalenborch int hint to Lunenboreh, noch
hevet Hans Boy gebrocken enen block tussehen Saratin
unde Wytten horch myt Jorgen a) van der Horch, Dyrich
van Lubeke, Hinrich Netgeselle, noch hevet Hans Boy
myt Claves Paris, Steffen dey Wale, Mauricius Brassche,
Jacop van Sschuse, dusse hebbet (hebet) gebrocken enen
klus tussehen der W ismer unde by der Boyekey, dar
hebben sey ut genomen 1 1 marck, noch hevet Hans
Boy myt Hans Tode, Wylleken Sundergelt, dusse hebbet
* gebrocken enen block by Harborch, dar kregen (f. 20'.
sey ut o marck, noch hevet Hans Boy gekregen 12 marck
to synem dele vor Brestede, noch hevet Hans Boy myt
Dyrich van Lubeke, Hinrich Netgeselle, Jorgen van der
Horch, dusse hebbet gebracken den block op der Levesoy,
dar ut genomen 13 marck, noch hevet Hans Boy unde
syne selschop gekomen to Suestorpe in Herlelt Fflyndes
huse unde namen b) vor, dat sey kunste wysten, dat
a) Dahinter duretotrichen „Lodewich".
b) Wohl verschrieben für „gaven".
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Das Kieler Varbuch 1465--154G.
79
sey konden gelt ffynden, so is Hans Roy gegan in dey
kameren to bedde unde dey ander is in dem huse
gebleven unde er anslach was so: waner dat gelt unde
sylver wer in der kysten, so wolde syn geselle den
wert myt enem perde int ITelt schycken, so wolde Hans
Boy dat gut nemen unde krupen dor dat fTynster, so
wolde dcy ander myt der ffrawen so lo werke gan so
lange, dat dey ander myt deine gudc eyn wege wer.
Noch hevet Hans Boy bute gekregen van twen kelcken,
dcy syn gesellen hebbet genomen to Bramstedc.
42. (B. 51). * Item anno 1520 waren richte [f. 21.
vogede Feter Smelinck, Albert Arndes, do wart vor-
wunnen myt allem lubesschen rechte Hinrich Netgeselle,
so dnt hey um nie syner undat wyllen, dey hey hadde
gedan, wart gelecht op eyn rat na syner egen bekantnisse,
dat hey hevet genomen enem Scheper '/* gl. by Atendorp,
noch hevet Hinrich Netgeselle gestollen l pert unde
2 koge enem, het Frederick Tytken, to dem Rockwinkel,
noch hevet Hinrich Netgeselle gestollen 2 koge enem
schomaker int stickt van Bremen, noch hevet hey
genomen 1 pert enem, geheyten Hermen Titcken, vor-
kofft vo[r) 3 gl., noch hevet Hans Netgeselle unde
Ffrederick Brynckman, Claves Holle, Claves Bose,
Hinrich Kolberch, dusse hebbet gebrocken ene kercken
int sticht van Bremen, dar namen ut ener kisten
5 marck, enen rock, enen hoken, noch hevet Hinrich
Netgeselle myt syner selschop hir vorgescr. gebrocken
ene kercken ene halve myle van Bremen, genomet tom
Groten Horn, dar ut genomen 10 ml., noch hevet
Hinrich Netgesel, Jorgen Lodewich, Andres Kos, dusse
hebbet genomen a).
43. (B. 52). * Item 1520 do waren rychte [f. 21'.
ffogede Peter Smelinck unde Albert Arndes, do wort
vorwunnen myt allem lubesschem rechte Andres Ros,
a) Die Handschrift bricht hier ab.
80
Das Kieler Varbnch 1465-1546.
so dät hey umme syner undat wyllen, dey hey hadde
gedan, wart gelecht op eyn rat na syner egen bekantnysse,
dat hey is mede gewest in matssehop Hans Boy 8 dage
unde is mede gewest in 2 husen, dar hebben sey nycht
gekregen, mer haden sey wat gekregen, des wolde hey
mede genotten hebben, noch hevet Andres Ros bekunt,
dat hey is mede gewest to Brestede, dar worden hunder[t]
marck genomen, dar krech hey bute van, noch hevet
Andres Ros bekant, dat hey unde Mychel van Lubeke,
Mauricius Brassche, Hinrich Moller, Lütke Moller, Vyt
van der Krempe, dusse hebbet gebrocken ene ka pelle
by Stcrgerde in gensyt Stetyn int lant to Panieren, dar
namen sey uth 10 gl., noch hevet Andres Ros unde
Melchor Konrades, Hans Vorloper, Mychel Kolbcrch,
Claves Prenslo, dusse hebbet ene kercken gebrocken in
der Nygenmarke, dar kregen sey uth 5 stendelsche
marck, noch hevet Andres Ros, Claves Prenslo, Hans
Vorloper, Mychel * Kolbereh, Melcher Konrades, [f. 22.
dusse hebbet ene kercken gebracken int laut to Barby
Marien dey Kranse»), dar kregen sey uth 20 marck,
noch hevet Andres Ros, Jorgen Lodcwyck, Jorgen van
der Horch, Hans Vorloper, Mychel Kolbcrch, Claves
Prenslo, Melcher Konrades, Hene van Brunswyck, dusse
hebbet gebrocken ene kercken by GefTort int lant to
Lunenborch, dar namen sey uth hundert gl., noch hevet
Andres Ros, Hans Vorloper, Mychel Kolberch, Claves
Prenslo, Melcher Konrades, Hene van Brunswick, dusse
hebbet gebrocken ene kapeilen by Tryposes, dar kregen
sey uth 3 gl., noch hevet Andres Ros bekant, dat hey
unde (unde) Hans Vorloper, Hene van Brunswick,
Mychel Kolberck, Melcher Konrades. Claves Prenslo,
SstelTen dey Wale, dusse hebbet gebrocken ene kercken
tusschen Rosteke unde Butssow, dar kregen sey uth
3 styge marck.
;i) \Y( ihr scheinlieh „krause' 4 und nicht,, kanse" oder „krause",
vielleicht fehlt vor „dey" „myt".
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Das Kieler Varbuch 1465-1546. gl
44. (B.53). * Item anno 152b* do waren richte [f. 22'.
vogede Peter Smelinck, Albert Arndes, do ward h[er]
Thomas Mathess(ess)en , so als hey was eyn pape, so
wart hey geworpen in den keyser umme syner undat
wyllen, dey hey hadde gedan myt syner selschop. So
hevet hey bekant dusse nagescr. stucke genodiget unde
ungenodiget op synen ffrigon voten vor twen besetten
borgeren, myt namen Dyrick Lodewick unde mester
Claves dey bartscherer, Vormunde by dengraven broderen.
So hevet hey bekant, dat hey is mede gewest in
matsschop Hans Boy achte dage unde is mede gewest
in twen hoven, dar sey wolden sele vorlosen unde
wolden gelt vinden, mer dat hevet enne nycht gelueket,
dat sey wat hebbet gekregen, mer heden sey wat
gekregen, des wolde hey mede genotten hebben, noch
hevet hey bekant, dat hey unde Jorgen Lodewick,
Melcher Konrades, Wylleken Sundergelt, dusse hebbet
gebrocken ene kapeilen in gensit Stetyn, dar namen sey
uth 30*gl„ noch hebbet hey bekant, dat hey unde (f. 23.
Jorgen Lodewick, Jorgen van der Borch, Hene van
Brunswick, Steffen dey Wale, Claves Paris, dusse hebbet
gebrocken ene kercken int lant to Halverstadt, dar kregen
sey uth 3 styge marck, noch hevet hey bekant, dat hey
unde Jorgen Lodewick braken enen block vor Hildezen,
dar kregen sey uth 30 mathier, noch hevet hey myt
syner selsschop gebrocken enen block vor Kmeke, dar
kregen sey uth 20 mathier.
45. (B. 49). Item anno lf>26 do waren richte
vogede Peter Smelinck unde Albert Arndes, do wart
eyn densman, geheyten Hans Glasewarder, dusse wart
gemordet vor dem Kyle in dem stat holte unde is to
dem Kyle vor gerichte gebracht op Ffrydacha) na der
Helmelffart Cristi unde dey vorspreke hevet angeklaget
van des doden mans wegen unde syner ffronde Detleff
a) 11. Mai.
6
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82
Das Kieler Varlmch 1466—1546.
Sommerffelt, Marten Meier sonne, * unde enen [f. 23'.
reysygen knecht, geheyten Kcrsten, to der tyt dende
myt Detleff Rotlo. So alse dusse twe worden berochtiget,
dat sey dyt solden hebben gedan, so synt sey vorffluchtich
geworden, so synt sey geesschet in dem rechte, ene
mal, ander mal unde derde mal unde nument is gewest,
dey vor sey anworden wolde, so is to rechte gevunden,
dat me sey solde ffredelos legen in lubesschcn rechte
unde in .allen anderen gerychte, dat me ene solde
ffolgen alse morder, unde deme doden is dey hant äff
geloset op eyn recht, off sey wolden dar tegen seggen,
so mochte sey gan to dem schyne.
4(>. (B. 54). * Item in dem jare unses heren [f. 24.
dusent vyf hundert unde 27 (jar) waren richte vogede
Peter Smelinck unde Albert Arndes, do wort vorwunnen
myt allem lubeschen rechte Claves Kunthovet, wort
gelecht op eyn rat umme syner undat wyllen na syner
egen bekantnysse in der hechte op sinen ffr[i)gen voten
vor den richte vogeden unde twe besetten borgeren
myt namen Dirich Lodewich unde mester Claves de
bartscherer, dat hey is mede gewest to Borneholm unde
hebet dar eyn schep genornen, dar waren oppe vyf
mans dey worden over hart gehoven. Hyr weren mede
Menert Ffrese to Tramunde, Hans van Bremen, Bartolmes
Undusche. dey junge Uegemester wonnende to Tramunde,
noch eyn knecht geheten Albert uth dat lant to Rügen.
Item noch hevct Claves Runthovet myt dusser vorgescr.
selschop hebbet genornen eyn sch[e]p vor den nygen
depe vor dem Sunde, dar waren oppe vif mans, dey
setten sey op dat lant unde sey togen myt dem schep
unde gude eyn wech. Item noch hevet Claves Runthovet
myt dusser vorgescr. selschop enem scheppe gevolget
unde dat is en entlopen, sus wolde sey dat anders ok
genomm hebben.
47. (B. 55). '•• Item in dem jar dusent T> hundert (f. 24'.
unde 30 waren richte vogede dey ersame Marqwart
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Das Kieler Varbach 1465—1546. 83
Kistemaker unde Jasp[er] Fferst, do vorklagede Peter
Bock dey smet vor dem ersamen rade Kuneken Brokers,
dat sey solde syne ffrawen betovert unde vordan hebben.
Dar Peter Bock hevet borgen gestelt alse lubes recht
inhelt unde let sey gripen op eyn recht unde let sey
setten in dey hechte unde let sey pinygen, dat sey dan
hevet bekant genodiget unde ungenodiget unde dar na
op eren ffrien voten bekant vor dusse nagescr. borgeren
alse myt namen Üirich Varenvvolt, mester Claves
Bartscer, Jorgen Kruse, Gla[v]es Hartman, dusse nagescr.
stucke, dey sey gebruket hevet. Item Kuneke Brokers
hevet bekant, dat sey hevet etlike duvelsche kunste
gebruket unde gemaket, dat vor genen luden stet to
seggen, dat hevet sey geworpen in Peter Bockes hus,
op dat eine unde syner ffrawen ungelucke unde kranck-
heit solde van komen, dat ock gescen is. Dat dede sey
dar umme, dat Peter Bock bade gesacht, dat Kunneke
Brokers eine syne dochter Leneken geven myt grinten a)
unde salt. Item noch hevet sey bekant, dat sey hevet
Laurens Kiso ock etlike duvelsche kunste gebruket unde
gemaket unde gebracht unde gegraven in Laurens Kiso
sin hus, dat ock nicht stet to segen for framen luden,
dar* um eine unde syner ffrawen kranckheit unde [f. 25.
ungelucke unde nen gut solde van sehen, dat ock
gesehen is. Dat hevet sey dar umme gedan, dat hey
er dochter uth deme huse koffte. Dusse stucke vo[r]gescr.
hevet er gelert ene ffrawe, hade eyn oge, wonede op
dem Garden unde hode dey koge unde is gestorven in
dem gasthus. Item noch hevet sey kekant b), dat sey
hevet dusse duvelsche kunste gebruket unde hevet Laurens
Kiso besmert myt erer salve, dey hevet er er moder
gelert, dat vor fframen luden nicht to seggen stet, hade
sey in ener bussen, dey haden sey unde er moder
tosamen maket, dar mede smerde sey Laurens Kiso op
a) „Grinten" ist die wahrscheinliefiste Lesart.
b) Verschrieben für „bekant".
6*
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84
Das Kieler Varbnch 1466-1540.
synen gellen rock in der Ffasten, op dat ene solde
krancheit unde ungelicke und eyn qwat gerochte krigen.
Item noch hevet sey bekant, dat sey hevet Albert Arndes
nageworpen etlike duvelsche kunste, dey nicht to segen
stet vor fframen luden, dat hey solde krancheyt unde
ungelucke und eyn qwat gerochte van krygen. Item
noch hevet sey bekant, dat sey hevet Albert Arndes
besmert myt der sulfften salven, dar sey Kiso mede
besmerde. Item noch hevet sey kekanta), dat sey is
eyn openbare toversche unde hevet dusse kunste vaken
gebruket. Item dyt hevet sey bekant in der hechte
unde vor deme rechte, dat sey dit kan unde nycht er
dochter * unde wet ock van nemande binnen off [f. 25'.
buten dem Kile, dey van solken dingen wet mer dey
ffrawc myt dem enen oge vorgescr. Dyt hevet sey so
bekant unde is dar ock op gestorven vor dussen
nagescr. borgeren in der hechte unde buten der hechte,
namelick Jochim Sculte, Hene Sculte, Asmus Tegeler,
Jorgen Frese, Andres Smet, Hinrich Swertfeger, Hans
Kiensmet, Dirich Lodcwich, Hinrich Fferst, Willem
Buntmaker, Pavel Toke, Claves Mesmaker, mester Glaves
Bartseer, Kort Neteler, Jasper Goltsmet, Hans Bulleke,
Detlef Horn, Markus Pil, Gosschalck Boye, Hans Bender,
Hinrieh Beeker, Markus Goltsmet, Hinrich Beckeman,
Hans Sconbeck, Peter Beckeman, Hans Bussenscut,
Gert Ffrissche, Pavel Gelbeck, Claves Wilde, Hans
Potinck, Peter Neve, Claves Hartman. Item ume der
sulven undat willen, dey sey hevet gebruket, alse hir
vorgescr., is sey overwunnen alse ene toversche na allen
lu besehen rechte, na erer egen bekantnisse is sey vor-
w[i]set to dem dode unde is int für geworpen unde
vorbrant alse euer tovenerschen behort.
1>) Item so hevet gestan Hans Potinck vor den
ersamen richte fogeden myt namen Marqwart Kistemaker,
a) Verschrieben für „bekant".
b) Der Best der Eintragung ist mit anderer Tinte geschrieben.
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Das Kieler Varbuch 1465- 154«',.
85
Jasper Ferst, do Laurens Kiso gestorven was, unde
hevet bekant, dat hey off sin ffrowe nycht eyn wysten
dan lef unde gut op Glaves Doberen ffrowen off er
suster Leneken dan for erlike frome ffrowen, in bywesen
unde to tuge genomen dusse nagescr. borger Hinrich
Beckeman, Peter Neve, Pavel Kroger, Hene Sculte,
Peter Kangeter, Jasper Gratop, Hinrich Kloke, Markus
Pil, Jorgen Resen.
48. (B. 55). * Item op dey selve tyt unde [f. 2<>.
op den selven dach wort ock Grete Helrniges overwunnen
myt allem lubeschen rechte unde wort myt Kunneken
Brokers int ffur geworpen unde vorbrant alse ene
openbar tovenersche bohort, nomeliken umme dusser
sake willen, dey sey hevet bekant genodiget unde
ungenodiget in der hechte unde buten der hechte op
ffrien voten unde vor deme rechte vor dussen vorgescr.
borgeren, alse Dirich Varenwolt, Claves Bartscer unde
vor allem sweme, dat sey hevet gebruket duvelsche
kunste, dey legen Got unde den cristliken geloven get.
Ock hevet sey gelert enem gebeten Eggert Daberen
etlike duvelsche kunste, dey hey solde bruken tusschen
sick unde siner ffrawen, dey nicht stat ffor fromen luden
to seggen, ock hevet sey bekant, dat sey ffele lüde
bedrogen myt eren duvelschen kunsten, dey ock nicht
to segen stat vor fromen luden, ock hevet sey etlike
duvelsche kunste gebruket in der hechte, dat dey ene
na dem anderen dale fei unde etlike kranck legen eyn
tyt lanck in den dot, noch is Grete Helmeges in vor-
tiden gesetten in der hechte, dar sey ock etlike stucke
hevet bekant, dar vor gebaden wort, dat sey los qwam
unde behelt dat levent, noch hevet sey van enem morder
eyn wames genomen unde hevet gemakct, dat hey is
eyn wech gekomen.
49. (B. 56). * Item in den jar dusent [f. 26'.
5 hundert unde 30 waren richte ffogede dey ersame
Marqwart Kistemaker under Jasper Fferst, do wort
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Sf>
Das Kieler Varbuch 1465—1546.
gegreppen Hans Stamer tusschen Nigemunster unde dem
Kile unde wort beslagen op scyner dat, dat hey hadde
vorgelegen Johan Langeberch unde ene myt gewalt van
synen perde gedrungen unde eme ock genomen unde
ene weder op dat syne gesät, dar hey over gegreppen
wort unde hey dat ock bekande genodiget. unde ungenodiget,
noch hevet hey bekant, dat hey hevet gestollen 3 swine
to Hamborch, dey eme bejegeden vor dem Damdor unde
dref sey in Peter a) Henseken hus, ut dem huse dref
hey sey op dat Hoppenmarket unde vorkoffte sey vor
3 gl., noch hevet hey bekant, dat hey hevet gestollen
int lant to Oldenborch in eyn dorp geheten Hermckstorp
uth ener spiskisten 24 gl., etlike gülden van 2 marken
unde mer, noch hevet hey gestollen op den markede
den kremeren etlike messe, noch hevet hey gestollen
al dat hey overqwam, exen, bilen, barden, tuder unde
wat hey krigen konde, noch hevet hey gestollen her
Johan Sculten eyn net unde spade uth sinen havet,
noch hevet hey gestollen enen manne van Hamborch
uth den budel in Jasper Sculten huse, noch hevet hey
Hans Smede vaken syne kome getogen unde dar uth
geno*men, wat dar inne was, noch hevet hey [f. 27.
bekant, dat hey hevet ene junckfrowe genotoget unde
hade ene frowe, noch hevet hey gestollen to Hamborch
ener ffrowen, geheten Kick in de Fficken eyn silveren
vifftich unde vorbutet vor twe perde to dem Kile op
deyn (dem) Kobe[r]ge. Dyt hevet hey bekant genodiget
unde ungenodiget op ffrien voten in bywesen dusen
nagescr. besetten borgeren Dyrich Varenwolt, mester
Claves Bartscer unde ock bekant in dem rechte.
50. (B. 59). Item in dem jar dusent 5 hundert
und 35 weren richte vogede dey ersame Marqwart
Kistemaker unde Jasp[er] Fferst, do is gesehen, dat dar
is gewest eyn trumensleger geheten Hans und is gewest
a) Dahinter „s" wahrscheinlich verschrieben nna versehentlieh
nicht tlarchati ichen.
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Dax Kieler Varbnch 1465 — 1546.
87
van Kongesberge, dey sulve Hans is to gegan op
Mytweken») vor Vastelavent unde hevet enen kremer
geheten Hermen Robertes dot gosteken im Kat[rin]en b)
Tormaus hus unde is dar over beslagen unde in dey
hechte gebracht unde des doden ffrunde hebbet over
ene geklaget und hebet lubes recht begert over den
dotsleger und hebet borgen gesettet, eren recht to ffolgen.
Dar op synt dey richte vogcde gegan in dey hechte und
den dotsleger gefraget, wat dar limine sy, und dey dot-
sleger myt namen Hans van Kongesberge, eyn trumen-
sleger, hevet togestan * op flxyen voten, dat hey [f. 27'.
dat hevet gedan unde anders nemant, vor dussen beyden
richte vogeden vorgescr. und dussen dren nabescreven
[dren] beselten borgeren, myt namen Peter Neve, Claves
Hartman, Hans Walbom und is des Frydages c) vort
int recht gebracht und van den ffrunde angeklagctd)
und hebet begert lubes recht. So hevet dey rcchtdeler
den dotsleger geffraget, wat hey dar to sege, so hevet
hey geslan op ffrien voten und hevet togestan, hey hebbe
den man dot gesteken und anders nemant. Dar op
wort gefunden vor lubes recht, me sohle em ut fToren
und op eyn rat stoten. So hebet eme dey ffrunde
gegunt dorch bede der heren unde ffel ffromer borger,
dat hey e) van boven dal wort gerichtet. Dem is so
gesehen und op ey[n] rat gelecht und dey ffronde heben
al gestan scaden, dey dar op gegen 0 is, und wol betalt.
51. * Item im jar dusent 5° unde 36 8 dage [f. 28.
vor Vastelavent g) is gebracht vort recht eyn dot knecht
geheten Ffrans Varenwolt, Dirich Varenwolt syn sonne,
a) S. Februar.
b) Der mittlere Teil den Wortes int unleserlich, vielleicht
„Katrinen".
c) 5. Februar.
d) Dahinter durchstrichen „als lubes".
e) Dahinter ein unverständlichesWort von 2 Bucfistabm („do" ?)
f) Wahrscheinlich verschrieben für „gegan".
D. h. die Tage vor und nach Sonntag Fatomihi, 26. Februar.
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88
Das Kieler Verbuch 1465—1546.
undc hade laten hegen eyn var recht unde Dirick
Varenwolt van wegen sines sones des doden hevet hey
laten esschen to rechte (rechte) Hans Sculten, Hinrich
Sculten suster sonne, unde Hans Ffos, Hinrich Sculten
dener, unde Claves a) . . . , Claves van der Wis synen
knecht unde dey forspreke hevet sey geesschet to deme
scyne. So is Hinrich Sculte vorgetreden unde hevet
begert, dat hey dar op mochte antwerden van wegen
Hans Sculten, syner suster sone, dat is erae vorgunt.
So hevet hey gesproken, hey sy myt Dyrick Varenwolt,
des doden vader, gewest vor dem ersamen rade unde
hebe dar tuge gevort, loffwerdige bosetene borger, dey
hebet geluget unde wolden dar er recht to don so hoge
alse lubes recht vormach, dat Hans Sculte, Hinrich
Sculten suster sonne, sy dar nycht mede over unde ane
gewest, do Ffrans Varenwolt wort geslagen unde sy
ock dar nycht by gewest. So synt dey seiven twe
besetten borger myt namen Pavel Toke, Frederick
Bagelman gestan vor dem rechte unde synt overbodich
gewest, den et to donde, den sey vor den rade don wolden.
So hevet * Dyrick Varenwolt, des doden vader, [f. 28'.
dar op geantwert, hey begere eren eth nycht, sunder
hey truwe en unde geve en den eth qwit, hey wyl synen
sone gene ede na senden. Dar op fant dey rechtdeler
na lubeschen rechte Hans Sculten, Hinrich Sculten suster
sonne, ledich unde ffry, also dat dey selve Hans Sculten,
Hinrich Sculten suster sonne, mach gan unde stan to
deme Kyle uth unde in unde in allem lubeschen rechte
off anderen rechte sunder genygerleie insage off nyge
funde van Dirick Varenwolt wegen off des doden Frans
Varenwolts ffrunden. Hir to to tuge geesschet unde
gebeden dorch Hinrich Sculten van wegen Hans Sculten,
syner suster sone, tuge myt namen Hertich Hene, Jochim
Sculte, Detlef Gryp, Jasp[er] Goltsmet, Hans Walbom,
a) Nach „Hans" ist jedesmal eine Lücke.
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Das Kieler Varbuch 1465-1546.
89
Markus Wolder, al lofwerdige besetene borger. Vorder
begerde Dirick Varenwolt van wegen syns sons, dey dar dot
lach, dey anderen beide alse Hans Ffos unde Claves . .
Claves van der Wis svnen dener, solde men esschen
to deine schyne to konie. Deine also gesehen is unde
synt dre mal geeschet by namen unde dar is nemant
van erent wegen gekomen tor antwerde vor dey beyden,
dey geesschet synt to * deme scyne to komen. [f. 29.
So hevet dey selve Dyrick Varenwolt van wegen syns
sons des dodena), dat me dey selven beyde wolde
ffredelos legen in dussem rechte unde in allem
lubesschen rechte unde in allen anderen rechte,
geynen frede to heben, unde war hey sey ffunden,
in wat rechte, sey mochte antasten unde er recht to
donde. Dar op ffant dey recht deler to rechte, dat dey
ffaget van wegen mynes genedigen heren solde op stan
und sey ffredelos legen van wegen mynes genedigen
heren unde des rades to dem Kyle. Deme hey also
gedan hevet unde is op gestan unde hevet gesacht: So
sta ick hyr van wegen myne(n)s genedigen heren unde
des rades to dem Kyle unde lege hir ffredelos Hans
Ffos unde Claves . . ., Claves van der Wis dener, to
dem ersten mal unde to dem anderen mal unde to dem
derden mal, geynen ffrede to heben in lubeschen rechte
off anderen rechte, in kerken off klusen, in velde, in
bussche, in broke, in torve off twige off nergen geynen
plas to heben. Hir hevet Dirick Varenwolt tuge to
geesschet und gebeden dusse vorgescr. tuge unde Hans
Rower unde Dirick Seroder.
52. (B. 60). * Item anno 153(5 waren richte [f. 29'.
vogedeb) Marqwart Kistemaker unde Jasper Fferst, do
wart gehalden eyn varrecht op den Donderdach c) na
Winnachten van wegen enes knechtes gebeten eyn
a) Es fehlt ein Wort toie „begert".
b) Dahinter durchstrichen „Hans".
c) 28. Dezember.
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IM)
Das Kieler Varbueli 1465 — 1546.
diekgrever uth lant to Meekenborch, dey dar is van
leven to dem dodo gekamen dorch Mester Egert Platen-
sleger in des Platenslegers egen hus, dat also to gegan
is, dat Hans Kower unde Ciriacus Vorspreke, dey selven
beyde als vorbider synes rechten heben geclaget den
vogeden vorgescr. over den selven knecht, dey dar doth
lach als over enen weldener, dey wor gekomen by
nachtyden in mester Egerdes hus unde wolde eme syn
lyf unde levent beroven unde hevet onegedrungen in
syn slapkamer, des hevet mester Egert geropen eyn
jodute over walt unde (unde) woll, dat syn naber boven
unde beneden hedden gehört. Ock wer dar eyn grever
knecht in dem huse, dey dar mede over und an wer
gewest, wat dey selve knecht und syn naber tugeden,
sohle eme wol und we don und soldc doch senden
etlike borger, dey vvolt tho * besichtigen. Dem [f. 30.
also gesehen is unde synt strax twe beseiten borger
hen gesant myt namen .Jorgen Kruse unde Claves
Hartman myt enem statdener als myt»; Hans Batstover
unde liebet dat besichtiget, dat dar synt 3 ffersehe hove
gehoven in dey dor vor syner slapkamer und enen stot.
IM is to rechte koinen und Hans Rower unde Ciriacus
spicken den doden als enen weldener unde dey gewalt
hede gedan I») unde beden, dat me solde dey tuge vor-
horen und begerden lubes recht aver den doden. So
is to rechte geessehet eyn dickknecht myt namen geheten
Hans Hecker unde Platenslegersehe myt erer dochter
und dey knecht solde dey warheit segen, als it gegan
und gescen were, als hey wolde bekant syn und syn
recht dar to to donde. So hevet Hans Becker getuget
in nedersten recht, dat et also gegan unde gesehen is,
dat hey hevet gesetten myt mester Egert in syner
dornsen unde heben to hope gedrunken. So is Bartolmeus,
dey dar nu dot * lieht, is gekomen to cm in dey [f. iKV.
n) „Myt" scheint verändert zn sein in „mester".
I») Dahinter »teht noch „da", aber anseheinend durchstrichen.
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Das Kieler Varbarh 1465 — 1546
91
dorns und hevet gesacht: Hans Becker, vval drinkestu?
Hans hevet geantwert: Her drinck, du kanstwol gedenken,
dat ick geynen wyn drinke, su, drinck dat negeken uth,
so vvyl wy eyncn ffrisschen laten halen. So hevet
Bartolmeus gesacht to Hans Becker: Nen, ick wyl by
dey momen gan sytten unde wyl myt er eyn kan Honi-
borger ber mede drinken. So hevet hey syck neder
gesät by dey Platenslegerschen , so is mester Egert op
gestan unde is uth der dornsen gegan unde hevet
gefloket. So hevet dey Platenslegersche gesacht: Dat
far dy selvest int lif, so hevet Bartolmeus gesacht: Wat
ffclet dy olden scorff, dey olden hanrey? So hevet mester
Egert Hans Becker geessch[et] uth der dornsen und
hevet gesacht: Hans Becker, ga to bede, ick hebe dy
eyn bede vorlent, dey geste werdet qwat. So hevet
Hans Becker gesacht: Ja, her wert, ick wil to bede
gan, und hevet syck op gemaket und is in den hoff
gegan unde is dar na weder in dey dornsen gegan und
wolde dem knechte besceden don. So is mester Egert
weder gekomen unde hevet Hans Becker weder uth
geeschet. So is * Hans Beeker weder uth gegan [f. 31.
to mester Egert, so hevet mester Egert gestan vor der
dor unde hevet enen spet in der hant gehat unde hevet
gesächt to Hans Becker: Ga to bede. So hevet Hans
gesacht: Her wert, gy solt mede to bede gan, unde
mester Egert hevet gesacht: Hans, Bartolmeus is unnutte,
ick wyl ene leren, wu hey my scelt vor enen scorff
unde enen olden hanrey. So hevet Hans Becker gesacht :
Her wert, das solle gy nycht don, gy solt myt my to
bede gan, unde hevet mester Egert gebracht in syn
slapkamer unde wolden to bede gan. So is Bartolmeus.
dey dode knecht, gekomen unde hevet eyn exe ute
kregen unde hevet to mester Egerde in dey kameren
wolt unde Hans Becker wolde en nycht dar in Steden
und hey wolde dar in. So hevet mester Egert gesproken:
Bartolmeus, blif dar buten, off ick stote dy dat spet
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92
Das Kieler Varbtich 1465 — 154«.
int liff. So hevet Hans Becker dar tusschen gestan
und wolde en nycht in laten, so hevet dey knecht dar
lick wol in gewolt, so hevet dey knecht gehoven myt
der exe 2 ojfte] 3 mal in dey dor, so hevet mester
Egert geropen unde gescregen jodute over wolt unde
wolt. * So hevet sey Hans Becker to ffreden [f. 31'.
gestelt unde Barlolmeus is ey[nj wech gegan und is in
dey dornsen weder gegan, dar mester Egert noch dey
knecht nycht äff eynwisten, unde dey stratendor stont
open, so hevet Hans Becker mester Egerde gewesen
dey stratendor open stan unde hevet gesacht: Dey knecht
is wech, so hevet sick mester Egert to ffreden gegeven.
So is dey knecht op gestan unde wolde to hus gan, so
hevet dey Platenslegerschen gesacht: Bartolmeus, blivet
hir, unde sey mede mester Egert wer to bede. So is
mester Eggert gekomen in düsteren unde hevet ene dat
spet int lif gesteken unde strax dot gleven*). Dyt hevet
Hans Becker getuget unde gesworen to Gode und den
Hiligen. So hevet dey Flatenslegersche er hant gelacht
op er borst und er dochter hevet ock er hant gelacht
op er borst unde beyde, moder unde dochter, heben
gesworen to Gode unde den Ililligen, dat et so wer to
gegan unde gescen so als Hans Becker hede getuget
unde gesacht. * Hir en ffant dey recht deler, [f. 32.
dat wer eyn ffel krech unde dey knecht hede sey to
ffreden gestalt und na dem ffrede dot gesteken. Do
fant dey recht deler, dat wer nene gewalt, men soljde] k)
den knecht begraven und tor erden . . . c) unde mester
Egert vorgolgend) myt allen lubesschen e) und ffredelos
legen. Dyt hevet Hans Kower van mester Egerdes
a) Vermutlich verschrieben für „hieven".
b) Die zweite Hälfte des Wortes ist vermischt.
c) Das in der Handschrift stellende Wort ist unleserlich,
etwa „brengen" oder „kregen".
d) Verschrieben für „vorfolgen".
e) „Rechte" ist wohl vergessen.
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Das Kieler Varbach 1465—1540.
93
wegen gesculden vor dein ersamen rat und verhopedcn
- syck enes beteren rechtes. So is dey ersame rat to
hope gekomen und Hans Rower hevet dey sake op
gedecket und hevet begert lubes recht over den weldener,
dey wer gekomen to mester Kgerde in syn hus in
nachtslapender tyt und hevet dar enen (Falschen kyf
myt eme angehaven und hevet ene gesculden vor enen
olden scorff unde enen olden hanrey, so dat dey knecht. a).
53. (B. 63). * Item im jar dusent 538 do [f. 32'.
waren richte vogede Hinrich Puck und mester Konradus
Wulf, do seten twe in der hechte als myt namen Claves
Lutteke unde Kaspier] eyn glasemaker unde hebent
bekant op eren frien foten, dat sey hebet vorkofft
1 alrun to Kappel vor 1 ml., noch hebet sey vorkofft
1 alrun in Swantzen vor 5 gl., noch hebet sey enen
alrun vorkofft tusschen Slesswik unde Flensborch vor
1 ml., noch vorkofft eyn alrun to der Wiek Jorgen
Gosscalckes vor 3 ml., noch hebet sey matscop myt
Merten Dorau, Pavel Berck, Claves Tode, noch hebet
sey in Swansen enen kremer genomen sinen kram und
Pavel Berck hevet dat tafelet, noch heben dusse genomen
in der Gerischen heide enen holten linwandes. Dusse
vorgescr. 4 Claes, Kasper, Pavel, Merten hebet 2 nyge
sco in den wech geworpen und dar is eyn gekomen
unde dey sco op nemen, dar hebet sey eme syn gelt
genomen, dar hevet Claves 2 gl. van gekregen. Noch
hevet dusse 4 vorgescr. Claves Lütke, Kasper, Pavel
Berck, Merten Honel hebet enen wagen genomen unde
1 gemordet int lant to Lunenborch, ock by enen wagen
enen gemordet, noch hebet sey genomen im Hanebussche
1 jungen syn kost unde 1 dubelden sch. Noch hebet
dusse 4 vorge(ge)scr. gemord[et] enen kopman in Swantzen
unde ene genomen 30 gl., noch hebet dusse 4 vorgescr.
in Angelen enen man gemordet, dar kregen sey by
a) Die HandschHft bricht hie)- ab.
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94
Das Kieler Varbnch 1465-1546.
40 ml., noch hebet dusse 4 vorgescr. in Sunt Johanis
market to den Kile enen kremer dat syne genomen
unde ene an enen bom gebunden unde Glaes kreeh dar
4 ml. van unde Pavel Berck is er hovetman unde wont
lor Wismar in der Papenstrate. Kasper hevet sunderlich
bekant myt Glaves Lutken, dat sey myt 4 lantzknechten
als Hans van Minden, Cristofer van Bremen, Kasper
Perlseke unde Rode Hans hebet 2 koplude gemordet
by der Sismer in dem Grubenhagen. Item lick hebet
gekregen 30 gl, noch heben sey enen buren genomen
30 gl., noch hevet hey to Fill in Letton op frier Straten
selff derde enen polacken genomen 12 silveren knop,
dar kroch hey 4 fan.
54. (B. 64). * Item im jar dusent 542 [f. 33.
waren ric[hJtefogede dey ersame Hinrich Puck unde
Gonradus Wulff op den Donderdach a) vor Sunt Johannes
Patisten, do beiden sey eyn ITar recht van wegen
Gosscalck Bogen synes knechtes halven Jacop Lobeke
genant, dey was geffaren int holt unde wolde eyn foder
holtcs halen unde is van motwillen unde synen egen
willen ungedonheten op enen bom gestegen unde wolde
dar ene telgen äff houwen sunder Gosscalck Bogen
wetten undü willen unde is dar mede dal geffallen, dat
hey dar van so ffel kroch, dat hey is gestorven in
3 dage. Do hey lach, sante Gosscalck Boge 2 besettens
borger to dem knechte, dey eine ffrageden, wu id to
gegan were, off hey ock Gosscalck Bogen ock scult
geve, off hey ock rat off dat dar to hede unde eine
ock hede beffollen off don hettcn, dat hey solde op den
bon stigen, dat hey dat nu sechte by syner seien salicheit.
Dar op antwerde dey kriecht Jacop Lobeke, hey geve
Gosscalck Bogen gein scult, hey hede eine des nycht
don heten unde dat wer ock buten sinen wetten unde
willen gesehen, mer hey hede datuth synen egen motwillen
a) 22. Juni.
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Das Kieler Varbnch 1465—1546.
95
gedan und dar hede nenicnt scult an, mer hey hcdo dat
sick selvest gedan, dar wolde hey ffrolick op sterven.
Dat heben dey beiden borger gesecht unde getuget unde
er hant to den Hiligen geboden unde er recht dar to
donde, dat et so is gegan unde gescen unde sey dat
van eme hebet gehört. So is der vader geffraget myt
namen Hinrich Lobeke, * off hey den twen [f. 33'.
bürgeren wolde truwen off eren et entffan. Dar op
antwerde Hinrich Lobeke, des doden vader, hey wolde
synes seligen sons sele nycht besweren myt dem ede
unde getruwede den beiden borgeren als myt namen
Pavel Token unde Claves Hartman, unde wolde eres
edess nycht hebben unde was dar mede gesediget unde
to ffreden unde wolde dar nycht op saken. Dar op
ffant dey recht deler äff vor lubes recht, dat Gosscalck
Boge solde legen dem sulven seligen knechte syn Ion
op dat sarck unde nie solde den doden to grave brengen,
dar mede solde Gosscalck Boge ledich und loss sin
unde dar numende mer op to antwer[djen. Dem hevet
so Gosscalck Boge gedan und hevet dat Ion gelacht op
den licham, dat hevet Hinrich Lobeke, des doden knechtes
vader, entffangen to der genochte unde is dar mede to
ffreden unde gesadiget gewest unde dar nycht mer op
to saken off jement van siner wegen, geboren off
ungeboren, dorch gestlick off wertlick off jenigerleie
hulpe, rede off argelist. Hir to geeschet tilge unde
gebeden Mychel Zub, Hans Kul, Olrick Heide, Ffrans
Kruse, Gert Ffrissche.
55. * Item im jar dusent 541 waren richte [f. 34.
ffogede Hinrich Puck, Conradus Wulf, do wart gehandelt
eyn vordrach unde eyn ffrede gemaket tussehen Claves
Bock den tunebinder unde Titcke Bockholt unde Hans
Borchgreve wonnende beyde tom Stralssunde. Düsse
beyde vorgcscr. spreken an den selven Claves Bock,
dat Claves solde in vortiden heben im seche geworpen
myt enen stope na enen unde hade myt dem worpe
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Das Kieler Varbuch 1465-1546.
gedroppen synen naturliken sonne unde Claves dar vor
wer geweken unde des Tücken sonne dar van leven
to dem dode qwam im 4[den] dach. Düsse sone unde
ffrede wort gemaket, also dat Claves Bock solde geven
Titcken Bockholt 20 m. lubess, dar mede bewilde unde
belevede Hans Borchgreve, negeste blot dar (ho. Dyt
is sus gehandelt unde gesehen unde hevet dey 20 ml.
entfangen unde synt do beide, myt namen Titcke Bock- *
holt, vader des doden und entfanger des geldes, unde
Hans Borchgreve, negeste ffrunt des doden blödes halven,
sint myt Claves Bock eyn tunebinder, borger to dem
Kyle, vor dem ersamen bysitteden stol des rades to
dem Kyle gegan und heben dat bekant, dat et so is
gehandelt und gesehen unde heben dey 20 ml. entfangen
unde heben vor sich unde al er ffronlscop geboren off
ungeboren, waterleie Standes off condiccion syn, gut
gessacht, dar numer op to saken noch dorch gestlick
off wertlick, und synt so genslich al wol * gesceden (f. 34'.
und hevet dat vorwilkort vor sick unde syn ffrontscop
stede unde ffast to holden sunder argelist. Dat hevet
dey genslike rat so heten scriven in der stat ffar bock,
tuge hir to geesschet unde gebeden unde so gehandelt
unde gemaket Peter Kolle, Michel Sube, Jorgen Lange,
Albert van Horde und ick mester Hans, stat recht
scriver, bekenne dyt offentliken, dat ick dar mede over
unde ane sy gewesen in der ffrontsco(r)p unde is so
gegan unde gescen van vorgescr.
Manu propria.
56. (B. 65). * Im jar dusent 542 op [f. 35.
Mytwekena) vor Sunt Simen unde Juden dach waren
richte vogede dey ersame Hinrich Puck unde Conradus
Wulff, in syn stede gesät dey ersame Hans Koleman,
ratman to der tit, do let Hinrich Glisman holden eyn
ffar recht van wegen synes jungen geheten Jürgen.
a) 25. Oktobm'.
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Das Kieler Varbnch 14ß5 — 1546.
97
Dey was gestegen op den bone na synem egen wilkor
unde wolde dar wat äff halen, dar Hinrich Glisman
sunderluges nycht van eyn wiste, unde is so gogan myt
unbedachtem sinne unvorwandes unde is so van dein
bonne gevallen unde so van dem leven to dein dode
gekomen in dren off 4 dagen. So hevel Hinrick Glisman
to eme gesant twe erffgessetten borger, loffwerdige,
ffrome, unberuehtigede mans, als myt namen Albert van
Sswol unde Cristoffer Heckeman, dey den selven Jorgen,
synen junge, geffraget heben by syner seien sseli(Ii)eheyt,
off hey ock Hinrich Glisman, synem heren off werde,
off syner ffrawen off siner dochter off jemant in dem
huse scult dar ane geve, dat hey wer gelTallen. Dar
op hevet hey geantwert: Ich wil dar op sterven, dat
dar nemant hevet scult ane, sunder ick hebe dat uth
my selvest gedan unde geve nemant op dussem ertrike
scult, dar wil ick ffrolick op * sterven. Oesselven [f. 8.V.
geliken hevet noch Hinrich Glisman twe erffgesetten
borger, unberuchtige, erwerdige, ffrome mans, als myt
namen Gurges Engelke unde mester Hans, der heren
hoffsmet, to sinen jungen Jürgen gesant, dey selven
hebet en ock angesproken unde geffraget, wu dat wer
lo gegan unde gesehen wer, off bey ock Hinrick Gl[i]sman,
sinen heren unde werde, off syner ffrawen off siner
dochter off jemant in dem huse scult dar ane geve,
dat solde hey segen by syner seien salicheit. Dar op
antwerde hey, hey geve Hinrich, sinem werde, off siner
ffrawen off siner dochter off numant in dem huse off
buten huse, sunder allene dat wer syn scult unde
vorsumenisse, dat hey sich sulvest vorsumede und nycht
to sach, dar wolde hey ffrolick op sterven. Dat hebet
dusse ver vorgescr. , als myt namen Albert van Swol,
Cristofer Beckeman, Gurges Engelke, mester Hans dey
smet, getuget unde war gemaket myt uthgestreckeden
armen er ffinger op dey Hiligen gelach(ch)t unde gesworen,
dat is sus is gegan unde :f: gesehen, gesworen to [f. ;30.
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Da« Kieler Varbuch UÖ5-15IG.
Gode unde den Hilligen. Dar op ffant dey recht deler,
Hinrich Glisman solde dein jungen syn Ion legen, dat
hey eine gelovet hade, op dat sarck, dat solden syn
ffrunde entffagcn, wercn sey dar, wer dar numant, dey
dat entfagen wolde, solde mc dat legen by dat recht,
dar mede solde Hinrich Glisman unde syn fruntscop,
geboren off ungeboren, ledich und loss dara) sake syn,
und nemandc mer dar na op to antwerden. Desselven
geliken is dar gewesen Markus, ey knecht, denende myt
Matias Knutzen, eyn negeste ffrunt unde blotvorwante,
in den rechte, dey ock gesacht hevet, dat hey is ok by
dem jungen gewest unde hevet ene ock geffraget, off
hey ock Hinrich Glisman off siner ffrawen off dochter
off jemant scult geve, dat solde hey segen by syner
seien salichet, dar hey op antwerde, nen, hey geve
numant scult, dar wolde hey ffrolick op sterven. Dil
bestont Markus ock vor dem rechte in bywesen dusser
4 vorgescr. borge ren.
57. * Item anno 3(J waren richte vagede [f. 36'.
Hinrich Puck unde Conradus Wulf, is gesetten myt
namen Baltzar Heyde in der hechte unde hevet bekant
genodidet b) unde ungenodiget op synen frien voten, dat
hey hevet entfagen Destel inge greve Tomas von Ollden-
borch, dar solde hey mede ten unde knechte mede an
nemcn unde solde dey brengen to Oldenborch, dey
solden op eyn scyp, dat hade greve Tomas togerustet,
dat solde tor sey gewest hebben. So is hey getogen
na Ligne, dar is hey fencklick genomen unde hevet dar
gesetten 10 wecken unde is uthgeborget dorch dusse
4 nagescr., Kort van Horn, Pavel uth der Marke, Kien
van der Hör, Menert Frese, unde hevet syne borgen
sitten laten und nycht scalos geholden, noch hevet hey
bekant, dat greve Tomas unde Jürgen Scencke, syn
a) Verschrieben für „der".
b) Verschrieben für „genodiget".
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Das Kieler Varbuch 14»i6 -1546.
99
abesaten, hebet ene togesacht dey tit sins Ievens to
Oldcnborch ffry kost unde ber unde hebet ene gedan
5 gl. in den budel to der terge, unde solde trecken int
lant to Holsten unde bcdclen und solde vorkuntscoppen
und vorspeen, wu sey sick in den Steden, unde dey
edellude, wu sey siek seiekeden, of ene ock lede wer,
of sey sick ock rusteden to der wer, dat Scencke, er
anslege wiste, went Scenckc wolde int vorjar enen toch
on dorch dey Marke int lant to Holsten unde Seeneke
lete sinea) lopen, dat nie des nycht merken solde.
Noch hevet Baltzer bekant, dat hey hevet myt Claves
van Anevelde gedent to Segarden unde Claves hevet
ene gesant na Lubeke to enen platensleger. dey ene
harns makede, unde hevet ene gedan 20 off 2f> ml.
ungeferlich unde hey hevet van sinen lantsten 1 perl
gelent unde is myt perde unde gelde eyn wech gelogen,
noch is myt eme 1 vorsper, den Jürgen Scencke hevet
ock uth gesant, de hevet 1 gellen hart lanck unde was
myt eme to dem Kile. noch hevet hey gekrcgcn to
VVitteborch van Hans Loser 10 gl., dar is hey mcde
eyn wech getogen.
f>8. (D. 66). * In jar dusent 543 op Ffridach b) [f. 37.
na Paschen weren richte vogede Conradus Wulff unde
Hans Koleman, to der tit was Conradus Wulf nycht
to hus, do wort in syn stede gesät dey ersame Jochim
Sculte, ratman tho der tit, do let dey ersame Malias
Knulzen eyn far recht holden van wegen synes knccht.es,
geheten Marqwart Holeves, dey was gestegen in synem
dessche huse op den bonne by nacht tyden na synen
egen wilkor unde wolden dar slapen off dar wat äff
halen, dar Matias Knutzen off syn ffrawe off jemant in
dem huse nument uthbesceden wat van wisten, klen
eder grot, unde is so gegan myt unbedachten mode
a) Dahinter 2 Zeichen, die wohl „lüde" wler „kuntscoppor"
bedeuten sollen (vielleicht „ke"J.
b) 30. März.
7*
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Das Kieler Varbnch 1465 — 1546
unde is so van dem bonne gefallen unde is so van
leven to dem dode gekomen in 5 off 6 dagen. So
hevet Matias Knutzen ver bcsetten borger, lotTwerdige,
ITrome, unberuchtige mans, to em gesant, dey enne
bebet geffraget by syner seien salicbeit, dat bey wolde
seggcn, off hey ock Matias Knutzen off syner ffrawen
off erer suster off jemant in dem huse, hey wer wey
bey dan wer, off jemant buten huses, numcnt to
ve,r)sconen, op dat dar nemant worde unrechferdich
mede betegen (worde), so alse hey wolde vor dem strengen
goriehte Godes bekant syn. Dar op hevet Marqwart
Koleves geantvvert unde gesacht, dat he numende, noch
Matias Knutzen off syner ffrawen off erer suster noch
numcnt in dem huse off buten huses off jemant op
dusser werlt dar scult ane geve, dar wil ick frolick op
sterven, want ick hebbe dat van my sulvest wegen * [f. 37'.
gedan uth unbedachten mode. Dat heben dusse 4 borger
vorgeser. getuget unde war gemaket myt uthgestreckeden
armen, er ffinger op dey Hilligen gelacht unde gesworen
to Ciode unde den Hilligen, dat hey dat so bekant hevet
unde is so lo gegan unde gescen. Dusse 4 borger synt
Hans Walbom, Markus Gris, Hinrich Kannegeter, Kggert
Wulff, noch dar boven wcren dar twe van sinen negesten
ffrunden vor dem rechte unde hebben dat gehört unde
gesen unde synt geffraget, off en dar ock wat an felde,
wisten sey wen to besculdigen, me solde enne helpen
so vel als recht wer, vvolden sey ock hebben, mc solde
deine doden dey hant äff losen, off noch hir namals
wen wisten to besculdigen, dat dey selffte mochte to
dem scyne gan. Dar op heben dey beiden, syne negesten
ffrunde, myt namen Renwer Simons unde Hinrich
Syrinck, geantwert, sey willen dat op syck nemen van
al der ffruntscop wegen, geborn off ungcborn, gestliek
oder wertlick, dat van des doden ffruntscop numant
snl dar op sakcn. Hir to geesschet to tuge Jorgen
Kruse, Glavrs Hartman, Jochim Hasse, Hcnolt Petersen,
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Das Kieler Varbach 1465 -1546.
101
Gert Ffritte, Ffrans Klüver, Jorgen Swartinck, Ffrans
Mester. Dar op ffant dey recht deler Matias Knutzen
myt al synem ffrunden unde al. dey hey in synem
huse hade. ledich unde los. dar numer op to antwerde,
* mer hey solde dem doden so fiel als hey eine [f. 38.
sculdich wer, syns vordenedens Ions op dat sarck legen,
dat solden svne fTrunde boren, wer dar numant, dev
dat boren woldc, solde nie dat legen int recht. Do
nemen dey beyden ffrunde vorgescr. unde leden dat
by Markus (Iiis to truwer hant. Hir mede wort Matias
Knutzen unde al sin fTruntscop, geborn off ungeborn,
ledich unde los gebunden, numer dar op to antwerden.
50. (B. 67). * Item im jar 43 waren ryeh[t|e fogede
Konradus Wulf unde Hans Koleman. do wart Merten
Sander vorwunnen myt allen lu besehen recht na siner
egen bekantnysse op frigen foten, dat hey hade gestollen
swine etlike unde hade dey vorkofft. So (jwain hey
to rechte unde bekunde, dal hey dat gedan hade, dar
umme wort hey in dey galgen gehenget na rechte.
b'O. (B. 68). Item im jar 44 waren richte fagede
dey ersame Hans Koleman unde .loch im Sculte, do let
Andres Rantzo to Salsso enen in dey hechte selten
myt namen Jorgen Hupen, dey synen mannen hade
2 perde vorkofft. Dar hey in der hechte wort umme
gefraget, do bestont hey op frien foten ungenodiget,
dat hey dey 2 perde hadde gestollen op der Hilligen-
havener felde, dar umme wort hey vorordelt unde wort
in dey galgen gehenget.
61. (B. 69). * Item anno 45 waren richte [f. 38'.
ffagede dey ersame Hans Koleman und Jochim Sculte,
do wort geholdcn eyn ffar recht over enen snydcker
knecht Hans Meger, dey selffte stack enen snideker
knecht dot, geheten syn name Pascen, denende myt
Hans Hulleke dem snydeker. Dey selve knecht vorgescr.
wort vorfluchtieh, do worl hey geeschet vor dat recht
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102
Das Kieler Varbuch 1465-1546.
unde hey blef ute unde qwam nycht unde dar was ock
nemant, dey vor eme antweren wolde. Do fifordelden
des doden f runde ume lubes recht, do wort dey selve
kneeht, dey den knecht van leven to dem dode gebracht
hade, fredelos gelacht in äussern rechte unde allern
lubeschen rechte und wort vorlut myt der klocken als
lubess recht mede bringet.
62. (B. 70). * Itcin anno 45 in dem Umslagc [f. 39.
wercn richte fagede dey ersamc Hans Kolleman unde
Jochim Sculte, do wort geholden eyn far recht over
Hans, dencr Hans van dem Berge, borger to Hamborch,
den Hinrieh tor Brügge;, borger to Swol, Hans van dem
Berge syn knecht. was, a) hevet van leven to dode
gebracht, unde Hinrieh van der Bruge is geweken unde
is geesschet by den doden to seyne to gande, so is
hey nycht gekomen to rechte off jemant van synent
wegen unde is apenbar seyn vorhanden gewest. Dar
op fant dey recht deler, dey ffaget solde op stan unde
den selven Hinrich tor Bruge fredelos legen in dussen
lubeschen recht unde in allem lubeschen recht unde
solde enne ffort vorluden myt den klocken, als lubes
reell t mede bringet.
f>3. * 45. Item anno 45 in den Pasche [f. 39'.
hilligen dagen, dat tw[ej wort gesettet in dey hechte,
dat sey gyngen van huse to huse unde vorkofften
rattenkrut, gebeten David van Glabicke und Peter Mychels
van Flensborch. Dar screven vor dey van Flensboreh,
also dat sey mosten don eyn orfede, dar numer op to
saken sey eff jement van erent wegen, gestlick eder
vertlick, geboren otT ungeborn, an dem rade van Kile,
an eren guderen, bürgeren off eren lautsten, geboren
off ungeboren, unde an allen, den sey myt rechte vor-
biden wylt. Tuge hir to geesschet Claves Hartman,
a) Die folgenden 0 Worte sind zwischen die Zeilen geschrieben
und werden wohl an dieser Stelle einzusclialten sein.
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Das Kieler Varbach 1466 — 1546.
103
Hans Resse, Andres Swartinck, Laurens Kopeken, op
Stillen Fridach a) gesehen unde nycht Paschen b).
64. (B. 71). 45. Item anno 45 im somer let
Brun Hinrich holden eyn far recht van wegen Brun
Teneken, wonende op dem Garden, over enen, geheten
Hans, hoterknecht off eyn sticker, dey seligen Brun
Teneken hade geworpen myt enen stene, dar hey van
qwam van leven to dem dode, unde wort dre mal
geessche[t] im rechte, to dem ersten mal, to den anderen
mal, to dem derden mal, unde qwam numant, dey vor
em antwerden wolde na lubeschen rechte. * Do jf. 40.
ifant dey recht deler to rechte, dat dey faget solde op
stan unde den sulven Hans vorgescr. frelos legen in dussen
lubeschen rechte unde allem lubeschen rechte, nergen
frede to heben, wor me enne besloge, mochte sey enne
an laten tasten unde recht myt eme to bruken. So is
dey faget op gestan undet hevet ene fredelos gelacht
drey mal na eyn ander unde is myt der klocken vorlut
na lubesch recht.
65. (B. 72). 45. Item im jar 45 waren richte
ffagede dey ersame Jochim Sculte unde Hans Scenckeho c),
na Mychaelis d) do wort vorwunnen myt ordel unde
rechte Hinrich Lubert na siner egen bekantnisse vor
twen besetten borgeren, als myt namen Mychcl Kruse
unde Hans Untit, unde bestont im rechte vor jedermann,
dat hey hadde gestollen 1 pert int lant to Meckenborch
under Hans Pensen, enen manne geheten Hans Wichman
to Itzeho e) 1 swa[r]t pert. Item noch hevet hey gestollen
1 gra pert Hans Moller to Lu betin op gensit der smede.
Item noch hevet hey gestollen 1 fal pert vor der
Nygenstat, vorkofft to Luneborch vo[r] 15 ml. Item
a) S. April.
b) 5. April.
c) Dahinter „do" durehstriclicn.
d) Diemtag, 29. September.
e) In der Handschrift schwer lesbar.
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104
Das Kieler Varbnch 1465-1546.
noch hevet hey gestollen 1 tom Laurens Williges a), dar
wolde hey do mede * willen 2 perde to stellen gegen [f. 40'.
to Barsbeck, mer dat wolde eme nycht kicken. Item
noch hevet hey gestollen 4 lainer int lant to Oldenborch
in enen dorpe geheten Teehelfis enen manne geheten
Luder Bose. Hir umme is hey vorordelt unde in dey
galgen gehenget.
66. (B. 73). Item in jar dusent 546 do weren
richte ffogede dey ersame Hans Koleman unde Jochim
Sculte, do let Asmus van Anevelde den bodel Hans
genomet in dey hechte setten unde let eyn ffar recht
halden over den sclven bodel unde let en ansprecken
vormydels synen vorspreken, wu dat et sich hade
begcven, dat syn selige broder Jorgen van Anevelde
hade sick angenomen eme to helpen van syner kranck-
heit, unde hevet to eme gesacht, dar sy eyn fTrave in
sinen gude wonnafftich, dey sy dey genne, dey eme
dat do, dey mote hey erst ffot (Tast maken, hey könne
eme erst nycht helpen. Op dey worde is dey ffrawe
angetastet unde dre mal ser gepiniget unde doch nycht
kondc äff fragen, so dat dey ....*>)
a) In der Handschrift schwer lesbar.
b) Hier bricht die Handschrift ab.
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Register.
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I
Kegister der Personennamen.
A.
Alberd, Albert 46, s. f. Arndes,
van Horde, Öummegod , van
Swol.
Andres, s. liantsso, Kos, Smet,
Swartinck.
van Anevelde, Asmns «6.
— Claves 57.
— Jorgen 00.
Arfrot, Claves 40.
Arnd, s. Myllige8.
Arndes, Albert 41. 42. 43. 44. 45.
46. 47.
Asmns, s van Anevelde, Tegeler.
B.
Badendyek 39.
Bagelman, Frederick 51.
Baltzar s. Heide.
Bartelt, Bertelt, s. Flyndes, Storni.
Bartolmes, Bartolmens 52, s. f.
Undusche.
Bartscer, Bartschere, Bartschercr,
de bartscherer, mester Claves
32. 44. 40. 47. 48. 49.
Batstover, Hans, statdener 52.
Becke, s. Meyghers.
Beckeman, Cristoffer 50.
— Hinrich 47.
— Peter 47.
Becker, Hinrich 47.
Bekop, Toniges 39.
Bender, Hans 47.
Bennenbeke 2.
Berck, Pavel 53.
van dem Berge, Hans 62.
Bertelt, s. Bartelt.
Bioyen, Knbbeke 14.
Bock, Claves, de tunebinder 55.
— Peter, de smet, Leneken, seine
Tochter 47.
Bock holt, Titcke 65.
Boge, s. Boye.
Boy, Hans 41. 43. 44.
Boye, Boge, Gosschahk 47. 64.
Boy tin, Claves 2.
van der Borch, Jorgen 41. 43. 44.
Borchgreve, Hans 55.
Bose, Claves 42.
— Lnder 66.
Boutyn, Claves 36.
Brant, Claves 39.
Braasche, Mauricias 41. 43.
van Bremen, Cristofer 63.
— Hans 46.
Bremer, Hans 39.
Brynckman, Frederick 42.
Brokers, Knnneke 47.
Brosye, Laurens 14.
tor Brage, van der Bruge, Hinrich 62.
Brngheman. Marten 29.
Brun, Hinrich 64.
— Teneke 64.
van Brunswick, Hene, Hennyrk 41.
43. 44.
Bmsele, Sivert 39.
Buk, Clawes 4.
— Jacob 4.
van Backwald, Jachym 16. 17.
— Mette 16.
Buermeister, Hans 13. 14. 20.
Bulleke, Hans, de syndeker 47. 61.
Buns, Hynryck 28.
Buntmaker, Willem 47.
Bure, Bureman, Hinrik 16.
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10s
Register der Personennamen.
Bnrow 28.
Bnssenscut, Hans 47.
C. K.
Kaie 21.
van Kamppen, Hans 29.
Kangeter, Kannegeter, Hinricli 5K.
— Peter 47.
Karsten, Kersten 45 s. f. Greverade,
Slodickvot, Tymme.
Kasper 63, s. f. Perlseke.
Kastorp. Hinrik 24.
Katrine, s. Tessche, Torman.
Kerckher, Johan, de swarte her 41.
Kersten s. Karsten.
Kick in de Ficken, Kuck in die
Tasclien 49.
Cyriacus, de recbtscriver, 6. 7.,
s. f. Vorspreke.
Kiso, Laurens 47.
Kysouw, Kysowe, Clawes 1 . 6. 7. 21 .
Kistemaker, Kystemaker, Kysten-
maker, Hans 5. 14.
— Marqwart 47. 49. 50. 62.
Ciauwes, Clawes, Claves, Claes, öl
s. f. van Anevelde, Artrot,
Bartscer, Bock, Boytin, Bose,
Boutyn, Braut, Buk, Kysouw,
Konneke , Doberen . Exse ,
Gosse kes. Grottynck, Hartman,
Hertig, Holle, Louwe. Luders,
Lutteke, Mesmaker. Moler,
Oldenborch , Paris , Prenslo ,
Runthovet, Schacht, Scheie,
Segert, Stenhus, Toke, Tode,
Tonniges, Wilde, Wynt, van
der Wisch, Wulff.
Kien, s. Evert, van der Bor.
Kiensmet, Hans 47.
Kloke, Hinrich 29, Klokeske, seine
Frau 29.
— Hynrik 47.
Klüver, Frans 58.
— Marqwart 29.
Knake, Marqwart 29.
Knutzen, Matias 56. 58.
Kolberch, Hinrich 42.
— Mychel 43.
Koleman, Kolleman, Hans 56. 58.
69. 60. 61. 62. Ü6.
Koler, Wychman 4. 6. 67.
Kolle, Peter 55.
van Kongesberge, Hans 50.
' Konneke, Ciauwes 13.
Konrades, Melcher 43. 44.
Conradus, s. Wulff.
Kopeken, Lanrens 63.
Cord, Kort, s. Hogetop, van Horn,
Neteler.
Körte, Detleff 22.
K regen, Otte 29.
van der Krempe, Vyt 43.
CriRtofer, s. Beckeman. van Bremen.
Kroger, Krogher, Üetleff 14.
— Hans 32. 37.
— Hinrich 28.
— Pavel 47.
— Peter, sin knecht 13.
Krose, Hinrik 7.
Kral, Tymmeke 31.
Kruse, Hans 29.
— Jorgen 47. 52. 58.
— Marquard 19.
— Mychel 65.
— Frans 54.
Kubb^ke, s. Bioyen.
Kul, Hans 54.
Kule 2.
Kunneke, s. Brokers.
D.
Üaberen, Eggert 48.
David, s. van Glabicke.
Detlef, Detleff, Detleves, s. Körte,
Kroger, Etneke, Gryp, Horn,
Lange. Rotlo , Soramerfelt,
Stake.
Dybberen, Uertich 40.
Diderith, Diderick, Dirich, Dyderick,
Dyrick , s. Lodewich , vao
Lubeke , Scroder , Varenwolt,
Vur.
Doberen, Clawes, seine Frau und
deren Schwester Leneken 47.
Dorau, Merten 53.
Dowstryker 4.
E.
Ebelinge 5.
Egert, Eggort, s. Daberen, l'lateu-
sleger, Wulff.
Ey nebelt 2.
Eier, Eller, s. Hoeleck, Lonendorp,
Schule, Wyse.
Emeke, Detleves 14.
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Register (kr Personennamen.
109
Engelke, Gurges 56.
Eseken sone, Peter 1.
Evert, Kien 41.
Exse, Claves 9.
F. s. V.
G.
Gelbeck, Pavel 47.
Gerd, Gert, Gherd, Gherdes 28.,
her, Graf v. Oldenburg 3,
s. f. Frische.
Gerdrnd, s. Westval.
Gerlies, Gerlyes, Hinrik, 1. 2. 4.
5. 0. 7.
Gherd, Gherdes, s. Gerd.
Ghlisseman, Hinrik 8.
Ghossches, s. Wulff.
Gyseke, Reimer 1». 14.
van Glabicke, David 03.
Glasewerter, Hans 45.
Glisman, Hinrich 50.
Goltsmed, Jasper 47. 51.
— Marcus 47.
Gurges, Gurges, 8. Engelke, Stille-
ganck.
Gosraan, Hermen 34. 35.
Gossohalck, s. Boye.
Goascalckes, Jorgen 53.
Gossekes, Claves 3ß.
— Peter, sein Vater 3ß.
Gossick, s. Lnnstede.
Grabouw, Hans 40.
Gratop, Grawetop, Hans 24.
— Jasper 47.
Grete, s. Helmiges, Luders, Wytte-
maken.
Greve, Hans 1.
Greverade, Kersten 24.
Gryp, Detlef 51.
Gris, Marcus 58.
— Peter 39.
Grote Johan.al.Ghrotyngk, Hans 20.
Grottynck, Claves 2ß.
Gunges, s. Gorges.
H.
van dem Hagen, Matias 40.
Hamelman 5.
Hans, s. Rodehaus.
— Diester, der rechtscriver 56.
— mester, der bereu hoffsinet 50.
Hans, dener Hans van dem Berge 02.
— hoterknecht 04.
— de bodel ßß.
s. f. Batstover, Bender, van dem
Berge, Boy, Borchgreve, van
Bremen, Bremer, Buermeister,
Bulleke , Bussenscut , van
Kamppen, Kisteniaker, Klen-
smet, Kolcmaii, vnn Konges-
berge, Krogher, Kruse, Kul.
Glasewerter, Grabouw, Gratop,
Greve, Grote Johan, Harge,
Heytram, Hennynghi*s, Her-
mensen, Holste, Loser, Luttorp,
Meger, Mert<!nsen, van Minden,
Moller . Monneck , Nickels ,
Pensen, Peters, Petersschen ,
Platensleger, l'otinck.Reyneke,
Resse, Rosenhagen, Rower,
Ruttenbarch, Scenckeho, Scone-
beck, Schuldorp, Sculte, Sniet.
Stamer, Sweder, Tyranierman,
Tode, Untit, Fos, Vorloper,
Walbom.Wantscherer, Westval,
Wichman, Wolderyek. Wulff.
Härder 20.
Harge, Hans 23.
Hartman, Claves 47. 50. 52. 54.
58. 63.
Hasse, Jochim 58.
Haverber, Hinrik 14.
Hegemester, de junge 40.
Heide, Heyde, Baltzar 57.
— Olrick 64.
van der Heide, Merten 11.
Heytram, Hytram, Hans 1. 2.
Helmych, s. Stroder.
Helmiges, Grete 48.
Hene. Hertich 58.
Hene, s. van Brunswick, van
Saltow, Sculte.
Hcnink, s. Obst ins.
l Hennynghes, Hans 28.
Heneite, Marquard 23.
Henneke, Hennyck, s. van Bruns-
wick, Luteke.
i Henseke, Peter 49.
Hermen 40, s. f. Gosman, Robertes,
Titcken.
H«rnunsen, Hans 40.
Hertig, Claves 38.
Hertich, Hertych , s. Dybberen,
Hene, Rave.
Hilke, s. Tegheler.
110
Register der Personennamen.
Hinrich, Hynryk. Hinrik, Hynrik,
Hynryck, Hinrick, raeyster 13.
mester, de bartscherer 34, 8.
f. Beckeman , Becker , tor
Bruge , Brun , Bans , Bure ,
Kangeter , Kastorp , Kloke ,
Kolberch , Krogber, Krose,
Gerlies, Ghlisseman, Glisman,
Haverber, Jabelman, Lubert,
Moller, Netgeselle, Pack, Scheie,
Scroder , Sculte , Syrinck ,
Slodickvot , Sorghe , Swarte ,
Swertfeger, Touche, Ferst.
Vos, Wyse.
Hynse, Tyninie 18. 20.
Hytram, s. Heytram.
Hoelcek, Eller 14.
Hogetop, Cord 5.
Holle, Claves 42.
Holste, Hans 40.
— — sin vedder 40.
Horn, Detlef 47.
Honel, Merten 53.
van Horde, Alberd 55.
van Horn, Kort 57.
J. Y.
Jabelman, Hinrik 13. 14.
Jachym, Yachchym, Jochim, s. van
Backwald , Hasse . Raphon ,
Scarpenberck, Schilt, Scalte,
Stenbruger, Wyse.
Jacob, Jacop 40, meyster 16, s. f.
Buk. Lobeke, Rave, Ralink,
Schröder, van Schuse.
Jaspar, Jasper 9, s. f. Goltsmet,
Gratop, Sculte, Ferst.
Johan. s. Kerckher, Langeberch,
Sculte.
Jorgen, Jürgen 50, s. f. van Ane-
velde, van der Borch, Kruse,
Gosscalckes, Lauge, Lodewich,
Resen , Rupen , Scencke ,
Swartinck, Pres«;.
K. s. C.
L.
Lange, Detlef 14.
— Jorgen 55.
— Marquard 14.
Langeberch, Johan 49.
Laurent«, Lavrens, Lawrens 10, s. f.
Brosye, Kiso, Kopeken. Pal,
Schussel. Stale, Visk, Williges.
Leneken, s. Bock, Doberen.
Lobeke, Jacop 54.
Lodewich, Dyrick 44. 40. 47.
— Jürgen 41. 43. 44.
Lonendorp. Eier 7.
Loser, Hans 57.
Louwe , Ciauwes , de wantscherer
10. 11. 12. Kl. 17.
van Lubeke, Dyrich 41.
— Mychel 43.
Lubert, Hinrich 65.
Luder, s. Bose, Mynrik.
Luders, Ciauwes 10.
— Grete 2.
— Lutcke 4.
— Marquard 10.
Lunstede, Gossick 20.
Luteke, Luttcke. Claves 53.
— Henneke 14.
Luteke, Lütke, Luttcke, s. Luders,
Moller, Stenhaghen.
Luttorp, Hans 20.
M.
Man, Marquard, 14.
Marcus, s. Goltsmed, Gris, Pil.
utb der Marke. Pavel 57.
Margrete, s. Walstorp.
Marquard, Marqwart . s. Kistemaker,
Klüver, Knake, Kruse. Heneke,
Lange, Luders, Man, Offe,
Rype, Roleves, Rover, Stor,
Techowe, Wyse, Wolder.
Marten, Merten, s. Brugheman,
Dorau, van der Heide, Honel,
Meier, Sander.
Mathessen, Thomas 44.
Matias, s. Knutzen, van dem Hagen.
Mauricius, s. Brassehe.
Meger, Hans Ol.
Meyghers, Becke 18.
Melcher. s. Konrades.
Meier, Merten 45.
Menert. s. Frese.
Merten, s. Marten.
Mertensen, Hans 40.
Mesmaker, Claves 47.
Mester, Frans 58.
Mette, s. van Buckwald.
Mychael, Peter 15.
Michel, Mychel, s. Kolberch, Kruse,
van Lubeke, Mund, Sube.
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Register der Personennamen.
111
Mychels, Peter 63.
Mylliges, Arnd IG. 17.
van Minden, Hans 53.
Mynrik, Lader 18.
Moler. Moller, Claawes 14.
— Hans 65.
— Hin rieh 43.
— Lütke 43.
— Tymmeke 2.
Monneck, Monnick, Hans 10. 11.
— Hans 28.
Mond, Munt. Mychel 16.
— Punvel 4.
N.
Neteler, Kort 47.
Netgeselle, Hinricli 41. 42.
Neve, Peter 47. -50.
Nickels, Nyckels, Haus 10. 11. 12.
14. 15. 16. 17. 21.
o.
Obstins, Henink 6.
Off(\ Marquard 29.
Oldenborch, Claves 40.
van Oldenborch, greve Tomas 57.
Olrick, s. Heide.
Otte 2., s. f. Kregen, Stur,
Walstorp.
P.
Pal, Lawrens 16.
— Symon 16.
Pascen 61.
Pavel, Pawel. Pauvel, Paawel s.
Berck, Kroger, Gelbeck, uth
der Marke, Munt, Ransow,
Sten, Toke, Wyncke.
Paris, Claves 41. 44.
Pensen, Haus 65.
Perlseke, Kasper 53.
Peter, s. Beckeman, Bock, Kan-
geter, Kolle, Krogher, Eseke,
Gossekes, Gris, Henseke ,
Mychael, Mychels, Neve, Prnse,
Schar, Smelinck.
Peters, Hans 2.
Petersen, Renolt 68.
Petersschen, Hans 36.
Pil, Marcus 47.
Platensleger, mester Egert, Platen-
slegerscho, seine Frau 52.
— Hans 6.
Potinck, Hans 47.
Prenslo, Claves 43.
Pruse, Peter 38.
Puck, Hinrich 58. 54. 55. 66. 57.
R.
Ransow, Rantzo. Andres 60.
— Pavel, marschalk Frietlrirlw [. 28.
Raphon, Yachchyiu 2t».
Rave, Hertych 4.
— Jacop 34.
Reimer, s. Gyseke.
Reyneke. Hans 18.
Renolt, s. Petersen.
Renwer, s. Simens.
Resen, Resse Hans 63.
— Jorgen 47.
Revcntaw 29.
Rypc, Marquart 29.
Robertos, Hermen 60.
Rüdehans 53.
Roleves, Marquart 68.
van der Ror, Kien 57.
Ros, Andres 42. 43.
Rosen hagen, Hans 40.
Roth», Detlef 45.
Rover, Rower, Hans 51. 52.
— Marquard 13.
Rulink, Jacob 7.
Runthovet, Claves 46.
Rapen, Jorgen 60.
Ruttenbarch, Hans 9.
s. z.
van Saltow, Henc 41.
Sander, Merten 59.
I Schacht, Ciauwes 21.
1 Schaghe, Tonies 31.
i Schar, l'eter, glasemaker 10.
Scarpenberck, Jachym 36.
Scheie, Ciauwes 14.
— Hinrich 13.
Scencke, Jürgen 57.
Scenckeho, Hans <i5.
Schilt, Jachym 13.
Sconebeck. Hans 47.
Schröder, Scroder, Dirich 51.
— Hinrich 36.
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112
Register der Personennamen.
Schröder, Jacop 32. 33. 34.
36. 38. 39. 40.
Schuldorp, Hans 13. 15.
Schule, Eier 2.
Schulte, Sculte. Hans 51.
— Hene 57.
— Hin rieh 51.
— Jasper 49.
— Jochim 47. 51. 58. 60. 61.
66. fi6.
— Johau 49.
— sehen hus 16.
van Schuse, Jacop 41.
Schussel, Lavrens 29.
Schutte, Tenune 39.
Segebade 39.
Segert, Claves 39.
Seile, Steffen 28.
Symen, Symon 3, s. f. Pal.
Simens, Renwer 58.
Syrinck, Hinrich 58.
Sivert, s. ßrusele.
Slodickvot, Karsten 14.
— Hinrik, sein Sohn 14.
Smelinek,PeterS2. 33.34. 35. 36. 38.
39. 40. 41. 42. 43. 44. 45. 46.
Siuet, Andres 47.
— Hans 49.
Sommerfelt, Detlef 45.
Sorglie, Hynryck 29.
Stake. Detlef 2.
Stale, Lawrens 7.
Stamer, Hans 49.
Steffen, dey Wale, Wilsche 41.
43. 44. s. f. Seile.
Steyn, Sten, Pavel 34. 35.
Stenbrnger. Jachym 38.
Stenhaghen, Luttcke 18.
Stenhus, Claves 39.
Stilleganck, Gorges 86.
Stor, Manjuard, glasemaker 10.
Storni, Bartelt 29.
Stroder, Helmych 5.
Stur, Otte 2.
Sube, Zub, Michel 64. 55.
Summegod , Sumnieghot , Albert
22. 23.
Sundergelt, Wylleken 41. 44.
S warte, Hinrik 4.
Swartinck, Andres 63.
— Jorgen 58.
Sweder, Hans 24.
S werf feger, Hinrich 47.
van Swol, Albert 56.
T.
Techowe, Marquard 24.
Tegeler, Tegheler, Asiuus 4'J.
— Hilke 20.
Tenime s. Timme.
Teneke, s. Brun.
Tessche, Hinrick 12.
— Katrine, seine Tochter 12.
: Tydeke, b. Titcke.
Tymme, Karsten 19.
Timme, Temme, Tymme, Tymmeke,
s. Krul, Hynse, Moller. Schatte.
Trede, Woge.
Tymmerman, Hans 27.
Titcken, Tytke, Frederick 42.
— Hermen 42.
Titcke. Tytke, Tydeke, s. Bock-
holt, Vaget, Wychman.
Tode, Thode, Claves 53.
— Clawes 24.
— Ciauwes 14.
— Hans 41.
Toke, Claves 47.
— Pavel 51. 64.
Tomas. Tomes, s. van Oldenborch.
Schaghe.
Tonniges, Tonnighes, Clawes 13.
18. 20.
! Toniges, s. Bekop.
Trede, Tymme 7. 9. 13.
Twelke, wechter 13.
u.
Undusche. Bartolmes 46.
Untit, Hans 65.
V. F.
Vaget, Tytke 22.
Varenwolt, Farwolt, Diderich 32.
47. 48. 49. 51.
— Frans, seiti Sohn 51.
Ferst, Hinrich 47.
, — Jasper 47. 49. 60. 52.
Fickon, s. Kick.
; Vyncencyus 30.
Vincke, s. Wyncke.
i Visk, Visch, 'Laurens 11. 12. 13.
Vyt, s. van der Krempe.
Flyndes, Bertelt 41.
Vorloper, Hans 41. 43.
Vorspreke, Cvriacus 52.
— Haus 51.*
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Register der Personennamen.
113
Vos, Fos, Hans 51.
— Hinrik 11.
Frans, s. Klüver, Kruse, Mestor,
Varenwolt.
Frederick , Fredervck , hertych ,
Herzog U8S—15SS 28. 30. ;
s. f. Bagelman, Bryuckman,
Tytke.
Frese, Jorgen 47.
— Menert 46. 57.
Frische, Fritte, Gert 47. 54. 58.
Vur, Dydcrick 7 a.
— Wibe, seine Frau 7 a.
w.
Walbom, Hans 50. 51. 58.
Wale, s. Steffen.
Walstorp, Margrete 7.
— Otte 7.
Wantscherer, Hans 27.
Westke (?) 41.
Westval, Gertrud 25.
— Hans 4.
Wibe, s. Vnr.
Wichman, Wychman, Hans 05.
— Tydeke 7.
Wychman, s. Koler.
' Wilde, Claves 47.
Willem, s. Buntmaker.
Wylltiken, s. Sündergelt.
Williges, Lanrens 05.
Wvucke, Wvnck, Vincke, Pavel 30.
Wynkel 2.
Wynt, Claves 4.
van der Wisch, Claves 51.
Wyse, Eller 21.
— Hynryck, 29.
— Yachchym 20.
— Marqwart 40.
Wj'tteniaken, Grete 18.
Woge , Woige , Woyge ,
Tymme 4. 0. 9. 19.
Wolder, Marqwart 61.
Woldervek, Hans 27.
Wulf, Wulft", Wullen", Ciauwes 11.
12. 13. 15. 10.
— Conradus 53. 54.
58. 59.
— Eggert 58.
— Ghossches 14.
— Hans 8.
— Hans, sein Vater 8.
Y. s. J.
Z. s. S.
Woigge,
55.
50. 67.
Medebroder des Rates.
Reyneke, Hans |
Scheie, Hinrik |
Gerichtsvögte.
Gerlies, Hinrik 1405, 1407, 1468.
Heytram, Hans 1405.
Koler, Wychman 1407, 1408.
Wulff, Claus 1477, 1478, 1479.
Visk, Laurens 1477, 1478.
Schuldorp, Hans 1479.
Smelinck, Peter 1621, 1522, 1520,
1627.
Scroder, Jacop 1621, 1522.
Arndes, Albert 1520, 1527.
Kistemaker, Marquart 1630, 1536,
1630.
Ferst, Jasper 1530, 1535, 1530.
Puck, Hinrich 1530 (V), 1538, 1541,
1542.
Wulf, Conradus 1530 (?), 1538,
1541, 1642, 1543.
Koleman, Hans 1543, 1544, 1545,
1646.
Sculte, Jochim 1544, 1545, 1640.
Scenckeho, Hans 1545.
Ferner als Vertreter von Conradus
Wulf dieRatmamienllam Kole-
man 1542, Jochim Sculte 1543.
8
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II.
Register der Ortsnamen.
A.
in der Aldenmarke, Alt mark 39.
Alfder, (?) Alferde b. Kalenberg in
Hannover 5.
Anoden, Angeln 53.
Arndrsboken, Arndesbnken, Arnes-
bo k e n , A rm «sbo k e n , .4 hrcn sböck
7. 20. 24.
Atendorp, (?) Ottendorf b. Kiel 42.
B.
Badendorp, Hadendorf b. Rein-
feld 29.
Barby , an der Elbe, Provinz
Sachsen 43.
Barsbeck, in der Probstei 65.
Bart, Barth in Pommern 8.
Blanckenese, Blankenese 27.
by der Boyckey (?) 41.
Bornebolm, Insel Bomholm 46.
Bramstede, Bramstedt 41.
Bremen 15. 42.
Brestede, Bredstedt 41. 43.
Brage, Brügge, Brügge bei Bordes-
holm 9. 16.
Branswyck, Dorf, jetzt Teil von
Kiel 2. 30.
Brunsswick, Brunsswyck, Braun-
schweig 16. 39.
Bukstehnde, Buxtehude 4.
Bulke, Biilck b. Kiel 2.
Buttsow, Bützow i. Mecklenburg 43.
C. K.
Kaiendorp, ehem. Dorf b. Kiel 2.
Kappel, Kappeln 53.
Kerlnbbe, Kalübbe b. Plön 7.
Ciauwestorp. Clausdorf an der
Schwentine 21.
Kopenbruggen (?) 6.
Krempper.storp , Krempelsdorf b.
Lübeck 29.
Kryvese, (?) Pri/vese, ehem. Dorfb.
Oldenburg i. H. 4.
Kukmssen. Kitkcnitz b. Lübeck 40.
Kuddewordeu . Kuddewörde bei
Mölln 40.
D.
Dalenborch, Dahlenburg, Kreis
Lüneburg 41.
j Danigarden , Damgarten i. Pomm.ti.
] Damstorp, Damsdorf b. Plön 29.
Darsso w, Derssow, Dartsan. Dessou,
Dassow i. Mecklenburg 39. 40.
Dudendorp, bei Brügge, jetzt ein
7 eil von Schönhagen 7.
Duven8ee, b. Ratzeburg 40.
E.
Eckelenvorde, Eckernförde 19.
Eckenis, Ekerns in Schleswig 40.
1 to derEckhorst, Ekhorst b.Lübeck29.
Eckse (?) 40.
Eydder, s. Schulen Eydder.
Eldas, (?) Eldagsen bei Wennigsen
in Hannover 5.
Ellerbeke, Ellerbeck b. Kiel 6.
Eraeke, (?) Emekendorf, Emmen-
dorf b. Kiel 44.
F. s. V.
<>p dem Gharden, Dorf Gaarden
20. 64.
| Geffort, (?) bei Lüneburg 43.
8*
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116
Register der Ortsnamen.
Ghenin, Genin b. Lübeck 4.
tierische beide (?) 53.
Ghettorp, Oettorf 13.
Godebnsse, Gadebusch i. Mecklen-
burg 4.
Grevesmole , Grevesmühlen in
Mecklenburg 4.
Gropelesche (?) 4.
Grotenbrode , Großenbrode am
Fehmarnsund 4.
Grupenhagen , Gruberhagen bei
Cismar 5 3.
Ghustrow, Güstrow i. Mecklen-
burg 28.
H.
Haemolc , ? ) Hachmühlen b. Springe
in Hannover.
Hadersleve, Hadersleben 33.
Hafk reg, Haß krag b. Neustadt 4.
Halverstad, Halberstadt 15. 4».
Hamberglie..//^N<^m/(f ft. Lübecks.
Hambüren, Hamburtj 15. 27. 28.
4'.». 02., Damdor, Dammthor
49, Hoppenmarket, Hopfen-
markt 49.
tu der Hainen. (?) Hamendorf,
Hamdorf b. Segeberg 30.
Hanenbusk,Ilannenbusk, vermutlich
ein Holz zu tschen Glausdorf
und Haisdorf, wo ein Hahn-
(tuschteich und Hahnbuschberg
noch heute sich vorfinden 9.
10. 29. 53.
llarborch, Harburg 41.
Hermekstorp, Harmsdorf b. Gülden-
stein b. Oldenburg i. Ii. 49.
liilde/.em, Hyldescm , Hildesheim
39. 44.
Hylgenstede, Holg.-nstede, Heiligen-
Stedten bei Itzehoe 4. 27.
llilligenhaven, Hciligcnhafen 00.
Hoykemlorp, Hoikendorf b. Greves-
mühlen 40.
to »lein Huhne, r'7<ew. 2>or/
Schonberg 17. 31.
Hülsten. Holstein 57.
Hurst, /rrt/ier Dorf , jetzt Meierhof
b. Depcnau b. Plön 7.
I. Y.
Itzeho, Ytseho, Itzeh 27. 34. <'5.
K. s. C.
L.
Labode, Laboe 14.
Lebrade, b. Plön 30.
Lensan, Lensahn 30.
Letten, Littauen 53.
Levesoy, Levesouw, Levensau bei
Kiel 10. 41.
Ligne, (?) Lttfwy 57.
Lochowe, Lüchow, Amt Ijünebnrgi.
Lubeke, Lupke, Lübeck 0. 9. 10.
12. 24. 29. 37. 39. 40. 57,
Wanthas, Z enghaus 40.
Labetiu, Löpt'tn b. Preetz 05.
Lnneborch, Lnnneborch, Lunen-
borch, Lüneburg 4. 15. 41.
4 •» . o3. 05.
Luttekenburch, Lütjcnburg 12.
M.
Malente, Kellersee 40.
uth der Marke, A/«rAr Branden-
burg 57.
Meckenbureh, Mecklenburg 52. 05.
Mollentyn (?) 40.
Monneekehaghen. Mönckhagcn bei
Reinfeld 24.
Mordeshagen (?) 0.
Mortmole (?) 4.
IM.
N igeheyckendorp , Neuheikendorf \ 4 .
in dem Nygenvelde, (?) Nettenf eldt b.
Ritzebüttel 27.
Nygenmarke, die Neumark 43.
Nigemnnster, Nigenmnnster, Nyge-
munster, Neu-munsterX. 40. 49.
Nygenrade, Nenenrade bei Both-
kamp 30.
Nygenstad. Neustadt i. H. 29.
30. 05.
Nygenstede , Nienstedten bei
Altona 27.
Nighenwnrden , Neuwühren bei
Preetz 25.
o.
Obbendorp, Oppendorf b. Kiel 21.
Odeslo. Oldesloe 4.
Oldenborcb, Oldenburg in Holstein
49. 05.
— Oldenburg i. Grossherzogtum 57 .
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Register der Ortsnamen.
117
• P.
Pameren, Pommern 43.
Perchym. Parchim i. Mecklen-
burg 39.
Pepermole . Pfeftermühle, jetzt
Nebenhof b. Lübeck 27.
Perdule, Perdoel b. Plön 7.
Peterstorp, Petersdorf b. Olden-
burg 36.
Plone, Plön 11. 12. 16. 19. 3«.
Potlos, Putlos b. Oldenburg 6.
Prese, Presse, Preetz 11. 12. 17.
Prowestye, die Propstei 31.
R
Reynevelde, Heinfcld b. Oldesloc29.
Rensevelde, Rensefeld b, Lübeck 6.
Rindesborcb, Ryndesboreh, Rends-
burg 11. 18.
Rockwinkel, (?) Ruhwinkel bei
Bornhöved 52.
Rosteke, Rostock 6. 43.
Rügen, /nst7 Rügen 40.
s. z.
Sagbekule, (?) Soghekulc, Sau-
kühle, Swinkuhlen 11. 22.
Salsso. Salzau bei Sehnt 60.
Sapkenkrog, w/hns in r/er A7/Ae
t'OM Lübeck gelegen haben,
noch jetzt heisst eine Strasse
in Oldesloe „Sappcnkrog" 40.
Sarat.in. Zarrentin in Mecklen-
burg 41.
Scbonenboke , Schonböken bei
Lübeck 29.
Scleswyck, Slesswick, Schleswig
29. 53.
Scbulen Eydder, r/. i. die versteckte
Kider, Ausjlnss der Eider
aus dem Schulensee 9.
Scburstorp, Schürsdorf b. Eutin 21 .
Segarden, (?) Seegaard bei Apen-
rade 57.
Segeborger beyd, Segeberger Heide
zwischen Segeberg und Bram-
stedt 7.
Sygeneve, Siggeneben b. Grube 4.
Silverstorp, (?) Sibbersdorf bei
Eutin 36.
Signier. Sysmer, Cismar 4. 68.
Syverdeshagen , Sievershagen bei
Neustadt 4.
Slabben nagen, Dänischenhagen bei
Kiel 22.
Smole, Schmool b. Lütjenburg 25.
Stave, (?) Swave , Schwabe bei
Rendsburg 40.
to deme Stene, Stein in der
Probst ei 14.
Stenrade, Steinrade b. Lübeck 29.
Stergerde, Star gar d i. Pommern 43.
Sterneberg, Sternberg in Mecklen-
burg 39.
Stettin, Stetvn, Stetteyn, Stettin
0. 15. 43. 44.
Stolpe, bei Bornhöved 7.
Stralessund, Stralsund 6. 55.
! Sucstorpe, Suchsdorf b. Kiel 41.
to deme , vor deme Sando . der
Fehmarnsund 39. 46.
Swansen, Swantzen, Sch warnen
17. 63.
Swrnekendorp, Schwinckendorf b.
Sturenhagen 41.
Swenttynne, F/uss Schwentine 21.
Swineknie, Schwienkuhl b. Len-
sahn 3i).
T.
Techellis. Techelwitz bei Olden-
burg 65.
Tymmendorp . Timmendorf bei
Travemünde 36.
Tramunde. Travemünde 46.
Tr«nt, bei Lehmkühlen bei Preetz 29.
Trypose.s. (?) Triebsees i. Po mm. 43.
V. F.
Kill, (?) tw Littauen 53.
Flensboreh. Vleskborcb, Flensburg
9. 53. 63.
Flugbendorp, Flüggendorf bei
Oppendorf 21 .
Vresenbagen , Fresenhagen bei
Dänischenhagen 2.
w.
Wankendorp , W7m/f'r>nr/ür/ fce»'
Bornhöved 7.
i Wapendsee, (?) i» Schwansen 17.
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118
Register der Ortsnamen.
Wappenysse, (?) Kirchspiel 26.
Wellingedorp, Wellinadorf bei
Kiel 14.
Westke, (?) Personenname 41.
to der Wirk, Wik bei Kiel 53.
bynnen, to, tuschen der Wysmer,
Wesmer, Wismar 4. 28. 36.
39. 41. 53. Kremerstrate,
Lupeskestrate, Moniickestrate
28, Papenstrate 53.
Witteborch, Wittcnborch, Witten-
burg i. Mecklenburg 41. 57.
Worden, (?) in der Altmark 39.
Wnnnokenbrok, Holz bei Steenrade
bei Ahrensböck 40.
Y. s. J.
Z. s. S.
Kiel.
Stadt.
Bynnen dem Kile, Kyle 28.
38. 47.
To dem, tom Kile, Kvle 7 a.
24. 45. 49. 51. 53. 57.
Tuschen dem Kile, Kyle 9. 13.
Vor dem Kile, Kyle 6. 33. 37.39.
liyr in der stat 26.
Strassen.
Keddingstrate 10.
Kuterstrate 20.
K i r e h e n.
Santo Nicolauwes, Nicolai 10.
altar Stinte Katrinen 10.
altar her Karsten Raines
81.
13.
49.
45.
block des hilgen cruces 1
to dem llilligen Geyste 16.
das Kloster 16.
Sunte Jürgen 1. 16. 33.
der armen lüde qwart 33.
Sunte Gerdrud 1. 33.
kerkhoff 29.
Block to Kalvari, Kalvarie
33. 87.
22.
10.
Häuser.
Hns, Rathaua 24.
Vleskschrangen, Fleiscltbänke 16.
Umgegend.
Statholt 29. 45.
Koberg, Kobarg. Koyberg, Kuhberg
6. 22. 39. 49.*
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III.
Wort- und Sachregister.
A.
abesate, Abgesandter 57.
achte, 8. vorsprake.
aflateabref, Ablassbrief 29.
aflosen, s. hant.
afsede, Impf. v. afseggen, ent-
scheiden 24.
agaten, aus Acliat oder aus Bern-
stein, die vielfach verwechselt
wurden 39.
alrun, Alraunwurzel 53.
als, alse, wie, da.
also, sowie, nämlich.
alsns, so.
amtesbusse, Amtsbücfise 23.
anolaghen, anklaghen 31. 45. 50,
s. f. anspreken. beclaghon,
geclaghet, insage, klaghen,
saken, sprekon, vorclaghen.
angebaven. Part. v. anheven, an-
fangen 52.
angnus dei, geweihtes Anhängsel
von Waclts mit Bild des
Lamm Gottes 15.
anne, ane unde over syn. dabei
sein, zugegen sein, teilnehmen
9. 11. 13. 14. 15. 19. 20. 21.
51. 52. 55, s. f. bywesen.
anspreken, anklagen 24. 55. 6«*».
ansticken, anzünden 40.
antasten, ergreifen 60.
apenbar, offenkundig 24. 20.
arne, Ernte 1. 2.
aver, s. over.
B.
bagghynne, Laienschwester 15.
barde, breites Beil 2. 4.
baren s. boren.
bart, Bord 40.
baven, oben, Uber 11. 20. 28. 2x a,
baven unde heneden, rechts und
links 62.
beclughen, anklagen 24. 20. 3«).
beddesbure, Bettbezug 29.
bede, Bitte um Beqnadiqunq 3.
13. 14. 20. 28. 50.
bedelen. betteln 57.
bedygen, gelingen 34.
begeten, begiesscn, lötltrn 10.
begnaden, begnadigen 13. s. f.
bede, gebaden, gnade.
begbreppen, Pa>7. r. begripen s.
gripen 26.
beberden, festnehmen 8.
bejegen, begegnen 49.
bekant iV/rf. r. bekennen, gestehen
1. 2. 4. 5. 0. 7. 9. 10. 11.
12. 16. 17. 18. 19. 20. 21.
22. 23. 24. 29. 32. 33. 43.
44. 47. 49, s. f. bekantnis, be-
sternt, bokeint, ghudet, thostan.
bekantnis, Geständnis, na sinem
egbenen bekantnisse 15. 23.
25. 34. 35. 30. 37. 40. 41.
42. 43. 46. 47. 5S. 65, s. f.
ghudynghe.
bekant sin, vor dem strengen
gerichte Godes 52. 58.
beleven , gutheissen , sich ver-
tragen 55.
beneden, s. baven.
benogbent, Gegnüqe , Zufrieden-
heit 24.
bor, Bier 52.
beroebtigen, bezichtigen 45.
bescbald, Impf. r. bearbeiten, s.
schulden 24.
120
Wort- and Sachregister.
besceden don, Bescheid trinken 52.
bescheden, verständig, weise 24.
beseten, angesessen, besetene borger
1. 2. 4. 6. 6. 7. 9. 10. 11.
12. 13. 15. 17. 24. 29. 32.
44. 46. 49. 50. 51. 52. 64.
58. 05, s. f. borger, erffgesetten.
beslagen, ertappen, antreffen 49.
50. 04.
besluten, einschliessen 1. 11.
besmeren, beschmieren 47.
besmyde, mit Geschmeide besetzt 29.
beatelinge, Auftrag, Werbung 57.
bestont, Impf. v. bestan, gestehen
50. 60. 65.
sik beswymen, ohnmächtig werden
betigen, zeihen 58. '15.
boteken, bezeichnen 29.
betovern, bezaubern 47.
bette, bis 29.
be willen, einwilligen 55.
biJ, Beil 49.
bindeken, kleine Halsbinde 11. 12.
bindexe, Bindaxt l.
hysitted, ordmingsmässig besetzt 55.
byslag, Verschlag, Nebenraum 10.
bvwesen, Gegenwart, Anwesenheit
47. 49. 50.
bleke, Bleiche 2.
blyg, Blei 16.
block, blockähnliche Kiste zur Auf-
bewahrung von Geld, Opfer-
stock 1. etc.
blot, nege.st e blot, blotvorwante,
Blutsverwandte 55. 50.
bodel, Büttel, Gerichtsdiener 00.
bokeint = bekant 32.
bolten, aufgewundenes Stück 53.
bom, 7?a«»< 63.
bon, Boden 1. etc.
bordych, gebürtig 28.
boren, erheben, abheben 58.
boren unde, ofte ungeboren, geborene
und ungeborene 14/ 54. 56.
60. 58. 03.
borge, 7*«r</e 47. 50. 57, s. f.
scalos, uthborgen.
borger, Bürger 14. 20. 22. 29.
47. 48. 50. 58.
borghermester , Bürgermeister 28.
borst, ürurf 62.
borstdock, Brusttuch 2o.
breken, erbrechen, einbrechen 1. f>.
11. 12. 10. 22. 25. 29. 32.
33. 30. 37. 40. 41. 42. 43. 44.
bresse. Brochc 11. 12.
brok, 7?ruc/t, GeAö7z 51.
braggesch, brüggesch, aus Brügge
in Holland 8. etc.
budel, buddel, Geldbeutel 9. 20.
bunt, J5m«c? 4.
busse, BüeJise 47, s. f. amte.sbasse.
bute, Beute 4 1 .
buten, dr aussen, ausser 62. 50.
butendorpeseh, row ausser Jtalb des
Dorfes, dorffremd 2.
c.
condirion, Stellung 55.
D.
dale, /ii'm, hinunter 40.
dede, r. don, </t»taw 32. 37.
dell', 7>i^ 30.
deghedyng«>sman , Vertreter vor
Gericht und bei Verhand-
lungen 24.
del, Teil 41.
denen myt , dienen bei einem Herrn
45. etc.
densk, dänisch 29.
densman, Dienstmann, Höriger 45.
dep, <Za« Fahrrinne 40.
derde, dritter 53. etc.
dessche hns, Drcschluius, Tenne 5H.
detmersch, ditmarsisch 40.
deverye, Diebstahl 29.
dickgrever , dickknecht , Deich-
gräber 82.
dyryken, drücken?, mit einem
Dietrich öffnen? 29.
dot't, getauft 28.
dornsen, Stube 52.
dorslacb, Durclischlag, Sieb 10.
dossyn. Dutzend 8.
dotslagen, totschlagen 4. 24. 41.
dotsteken, totsteclten 3. 30. 38.
60. 01.
dref, Jw/>/. r. driven. fmk?* 49.
drogh, trocken 30.
drogli, druch 7»^>/". v. dragen.
tragen 1 1 .
dropten, Dromt , ein Getreide-
maass 10.
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Wort- und
druch, s. drogh.
dubeld, doppelt 53.
duvelsch, teuflisch 47.
d welle, Handtuch, Deckchen M.
E.
eyn. en, rfiVit/ a/s Negation den
Verbums, z. B. enwolde, eu-
hadde, enwet 14. 24. 52. etc.
eyn we<h, eyn wege, hinweg.
enegedrungen, ParJ. v. endringen,
eindringen 52.
engen, *iV7i einigen , vergleichen 13,
s. f. beleven, bc willen, vor-
drach, vorwilkoren,
er, eta, in ertiden.i» frultererZeit2A.
erffgesetten , mit Erbe (Grund-
besitz) ansässig 56.
ertrik, Erdreich 56.
esschen, heischen, laden, vorladen
12. 14. 10. 18. 45. 51. 52.
54. 55. 5H. 61. 62. 03. 04.
et, etb, Eid 51. 54.
exe, ^lo-f 62.
F. s. V.
G.
ghalgen, gballigben, Galgen 20.
30. 34. 39. 59. 60. 65.
gebaden, Part. v. bidden, bitten
um Begnadigung 48.
geboden, Part v. beden. bieten,
bant to den Hilligeu beden,
sich zum Schwur erbieten 54.
gebrant, Part. v. brennen, ver-
brennen 12.
gebrnket , Part. v. bruken , ge-
brauclien 34. 35. 47.
gcclaghet, Part. v. clagben 50. 52.
gbedelet, Part. v. delen, teilen,
entscheiden, Urteil sprechen,
sprechen 24.
gegunt, Part. v. gnnnen, gönnen,
gestatten 50.
gehandelt, Part. v. handeleu, ver-
handeln 35.
geboven, Part. v. hoven, hauen 46.
geyn, gen, kein 47. 51.
ghelavet, 8. gelovet.
gelent. Part. v. lenen, leihen 51.
geloven, Glauben 37.
gelovet, ghelavet, Part. v. geloven,
geloben, versprechen 28. 56.
gelucket, Part. v. lucken.
Sachregister. 121
gen s. geyn.
gheneten, geniessen, erfüllten 2. etc.
genigerleye, jenigerleye, irgend-
welcher 51. 54.
ghenne ; jener, derjenige 26. r>6.
genochte, Genüge 54.
genodiget, Part. v. nodigen, nötigen,
foltern, genodiget unde unge-
genodiget 44. 47. 48. 49. 57.
in, op gensit, gensyt, jenseits 43.
44. 65.
gerycht, Gericht 16. 17, s. f. recht,
gerichtet , gerychtet . gerechtet,
Part. v. richten 4. 9. 10. 11.
13. 14. 16. 1K. 19. 20. 21,
mit dem rade 1. 4. 11. 10.
22. 24. 32, mit dem «werde
3. 20. 28, van boven dal 50,
s. f. vorrychten.
geruchte, Ruf 47.
gesät, Part. v. setten , setzen 49.
gescregen Part. v. seregen,
schreien 62.
gesculden, s. schulden.
I gestan, Part. v. stan, stehen 47.
gestlick of wertlick, durch geist-
liches oder weltliches Gericht
56. 5h. 63. etc.
gesworen, Part, r.sweren, schwüren,
to Gode onde den Hilligen. 52.
50. 58, s. f. et, recht, uth-
strecken, finger.
geven vor, verkaufen für 15. 27.
29. 30. 39. 40.
gevort, s. foren.
geweken, Part. v. weken. weichen,
fliehen 55. 62.
gnade, Gnade, Begnadigung 20.
gordel, Gürtel 5.
grapen, Kessel, Topf 2. etc.
grint, vielleicht Grintwort, runter
acutus, Grintwurzf 47.
gripen, begripen, ergreifen 0. 7.
20. 28. 38. 47. 49, s. f. an-
tasten, beherden.
i groß', grob 29.
gron, grün 44. etc.
ghudet, Impf. u. Part. v. gen,
gestehen 29.
ghndynghe, Geständig 29.
H.
h agen , vermutlich eine St offart 40.
hamd, Hemd 20. etc.
122 Wort- und
haut aflosen, Hand ablösen 45.
58 s. f. geboden.
harns, Harnisch 40. 57.
hasen, Hosen 5. etc.
baten , hassen, Feindschaft hegen 1 8.
havc, s. hove.
hechte , Haft, Gefängnis 30. 4«.
47. 48. 60. 63. 57. <>0. 03.
fiß, s. f. fencklick.
lief tpolshureii , Pfühlsbezug zum An-
heften? 29.
hegen, hegen, ein Gericht durch
das Friedegebot eröffnen ,
ordnungsmässig abhalten 51.
henge. Gehänge Iß.
hengen, hängen 4. 5. ß. 8. 23. 29. 30.
34. 39. 59. ßO. ßö. s. f. gbalgen.
heren, Ratslierren 56. etc.
herstrate, Heerstrasse, Landstrasse
9. 13. 5:{.
Hillige, Heilige, Heiligenbilder etc.
56.
hymten, Himten, ein Maass 6.
hode, 7m/)/. r. hoden, /trt/en 47.
hoff am et, Hufschmied 6ß.
hnge, i« hohem Muasse, sehr 13.51.
hoyken ,hoeykeii , buken ^Mantel^ctc.
to hope. zw Häuf, zusammen 24.
40. 52.
hoterknecht, Hut macJier geselle 54.
hove, /ftefte 52, houwen mest,
Hiebmesser 9.
hove, have, havet, JTo/ 25. 43.
49. etc., (?) havelude, Hof-
leute, Hörige lß.
hovet afhoven, enthaupten 35, s. f.
gerichtet, swerd ; hovetlude,
Partei., Auftraggeber, im
Gegensatz zum Vertreter 24,
hovetman, Anführer 53.
hude, Häute 30.
hulpc, Hülfe 54.
J. Y.
sik jegen, geschehen, sich zutragen
1. 2. "
jenygerleye, s. genygerleye.
yeslick, Jeder lß.
inhalten, enthalten 47.
insage, Klage 51.
yode, Jff/e 28.
jodute, r/er Hülferuf zur Konsta-
tierung eines Verbrechens 52.
item, ferner.
Sachregister.
i kagelen. Frauenhut 20.
! kaker, Köcher 4.
1 karap. i*Wf/ 29.
keyser, kaiserliclies Vogteigefäng-
n is ^ 44.
kerkhoff, Kirchhof 13. 19.
kyf, Zank, Streit 52.
kymmel, Knebel 25.
klughen, klagen 31.
kleghere, Kläger 24.
klenat, klenodia. Kleinod 23.
klos, A7ote 41.
kluse, Klause 61 .
, knecht, Geselle, Diener.
koge, Kühe 42.
kom, kum, BeMlter für Geld 40. 49.
kordien. Umhang, entstanden am
courtine f 40.
körn, Körnehen oder Gran, ein
Gewicht 34.
krallen, kor allen 17.
krech, »S7m£, Zw;i*f 52.
krech, //«p/. t>. kreghen, kriegen,
bekommen 1 1 . etc.
! krogh, Krug, Wirtschaft 29.
i krupen, kriechen 41.
kruse, AVu#, Trinkkanne lß. 29.
j kukenkorf, Kükenkorb f 4.
kum, s. kom.
kumppane, Genossen. 4.
! küssen, Kissen 2.
lade, Lade, Schrein, Kiste 29.
32. 37.
lantste, Landsasse, freier Pächter
57. ß3.
lass, Lachs? 40.
lede, bange, ängstlich 57.
ledich nnd los, ledich und fry 10. 17.
18. 20. 21. 24. 51. 64. 56. 58,
s. f. fri.
lee, grössere Sense lß.
lef unde god, Liebes und Gutes 47.
legen op eyn rat, rädern 81. 30.
38. 40. 41. 42. 43. 46. 60,
by den rad legen, beim Rat
deponieren 56. 58.
leydesch, aus Legden in Holland 4.
lendighet, völlig 13.
leppel, Löffel 39.
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Wort- nnd
leth, Impf. r. laten, lassen 30.
leven(t), Leben, van dem lcven to
dem dode koinen 24. 52. 55.
58. 64, bringen 61. 02, s. f.
dotsteken, dotslagen, morden.
levendich bcgravon 25.
licham, Leichnam 13. 54.
lick. gleich 52.
liff, Leib, Leben 13. 52.
lyn, lynwent, lowent. Leinen, Lein-
wand 2. 4. 5.
lofFwerdig, ehrenwert, zuverlässig
51. 58.
lubcs recht, Lübisches Recht 8. 13.
22. 23. 24. 31. 34. 35. 36. 37.
39. 10. 41. 42. 43. 45.46.47.
48. 50. 51. 52. 5». 59. 61. 62.
64.
luchter, link 28.
lucken, glücken 43. 44. 65.
M.
maghc(i)t, Magd 32.
nialk, man täglich, jeder 6.
man. Mohn 5.
manu propria, eigenhändig 55.
mathier, Matthiasgroschen * 44.
matschop, Gesellschaft 13. 44. 53.
medebroder des rades. Mitbruder
des Rats, Ratsverwandter 13.
men, aber.
mest, Messer 9.
rayn, weniger 11, myn ofte mer,
mehr oder weniger 1.
myt s. denen.
mole. Mühle 4.
molt, Mehl 16.
mome, Muhme, Muttern 52.
monstrancie, Monstranz 10.
morden, ermorden 4. 6. 36. 40. 45.
53.
muntiseren , Münzeisen , Präge-
stempel 34.
müsse, Mütze 25.
N.
na, nach.
naber, Nachbar 52.
bv nach ty den , in nachtslapender
tyt, hei Nacht 13. 25. 52. 58.
natele, Nadel 18.
Sachregister. 1 23
nedderste recht, Niedergericht 24.
52.
negeken, kleine Neige 52.
nemen, wegnehmen, rauben 9. 11.
15.
; nen, A«'n 47.
nen, wm« 52.
! nergen, nirgends 51. 04.
net, xYcfo 49.
I notogen, notzüchtigen 40.
j nument, nemant, niemand 40. etc.
o.
oerfeiden, oerfigdeu (myt eden), Ur-
fehde schwören 14. 20. 2s. 03.
offer, Opfer 15.
ofte, orfcr, o/>.
ordel unde recht geven , TrfdJ
Äcr/i/ setzen fest, er-
kennen zu 4. 6. 7. 15,
ostie, Hostie 30.
over, wfo?r.
overbodich, erbotig, bereit 51 .
overkonuMi, antreffen 49.
overlendesk, oberländisch 21».
overtughen, m«7 Zeiu/m überführen
13. 24.
overweldich werden, überwältigen
25.
overwinnen, überführen 47. 48.
P.
page, Pferd, Gaul 0. etc.
pape, Pfaffe 44.
parlebindeken, Perlenhalsband 28.
part, 7«7 30.
patene , Oblatenteller, zugleich
Kelchdeckel 29.
pilsser, Pelzmacher 23.
pinygen, foltern 47. 06, s. f. ge-
nodiget.
plach, Impf. v. plegen , pßegen 2.
plas, P/ate, Zvjlucht 81.
platensleger, Yerfertiger von Leder-
harnischen 57.
plochiser. Pßug eisen 30.
pok, Dolch 9.
piul. %>/ 10.
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124
Wort- und Sachregister.
Q.
qnarterskanne, '/* Kanne 10.
qwart der armen lüde, Armen-
block ? 33.
qwat, schlecht, ■unangenehm 47. 52.
qwit geven, verzichten 51.
R.
rad , raed (tum Kyle) . Äar r/er
Ärar// Kiel 7. 9. 13. 14. 24.
26. 47. 51. 5*2. 55. »'»3.
radebraken, rädern 29.
rades unde dades. mit Hat und
That 24. 54.
rat, Rad, s. gerichtet, legen, rade-
braken, atoten.
ratnianne, Ratmannen 24. 56. 58.
Ta.tic\\kr\\t,R(tt fenkraut ,A rsenikSo.
recht, rieht, r.vcht. Recht, Gericht,
sin recht don, nein Recht thitn,
einen Kid leinten 51. 52. 54.
rechtdach, Gerichtstag 24.
rechtdelcr , delre , Urteilsprecher
24. 50. 51. 52. 54. 56. 58. 62.
64.
rechteheren s. reehtevogede.
rechter, Richter 36.
reehtevogede, rechteheren. Gerichts-
vögfe 10. 24. 29. 32. 34. 35. 30.
38. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45.
4«. 47. 49. 50. 52. 53. 54. 55.
50.67 . 58. 59. 60. Ol . 62. 65. 66.
rechtseriver f Gerichtsschreiber 6.
7. 55.
rede, Beredung, Verabredung 54.
reysyg, beritten 45.
ry nsch, rheinisch 29.
rönne, Rinne 16.
ruter, Heiter 40.
rutingh, langes .\ fesser, Dolch 21.
s. z.
sake, Rechtssache, Prozcss 1. 2.
18, saken. klagen 04. 56. 58.
63.
salicheit, selicheyt, Seligkeit 54.
56. 58.
sardokes, saartucheu, von Barchent
4.
scaden sinn, für Schaden und Kosten
aufkommen 50. s. f. ungelt.
scalos holden, schadlos halfen 57.
schach, Impf. v. sehen, geschehen
15. 47.
sehyn. seyn. Augenschein 62, to
sehyne gan, zur Leichenschau
gehen, Leichenprobe, bestehen
46. 51. 58. 02.
sehinbar, sehyne dat, offne That
6. 7. 30. 36. 40.
schroden, abgeschnittene Stücke 34 .
schnfel, Schaufel 17.
schulden . Par/. v. schelten , «w-
f echten 24. 52.
sclottel, slotel, Schlüssel 32. 37. 40.
scmyde, s. smyde.
senedeu, s. snet.
sco, Schuh 53.
scorff, schofeliger Kerl 52.
seeh, Zecherei 55.
sedele, Zettel 24.
sege, seghe, Ziege 7.
sey, 57.
selicheyt, s. salicheit.
selsehop, GeselfscJuift, Bande 2. 6.
1 1. 12. 17. 21. 29. 33. 36. 40.
41. 42. 44. 46, s. f. matschop.
senteneie, Spruch, Urteil 24.
slotel s. sclottel.
sniet. Schmied 11. 47, smede.
Schmiede 65.
smyde. Geschmeide 11. 29.
snet , 7w/>/. i\ sneden , schneiden
9. 26. 29.
snydeker. Schnitt eher, Tischler 61.
socke, Filzschuh 18.
snnde ad sodomyten, Sodomiterei,
widernatürliche Unzucht 34.
35.
sone, Sühne 55.
spade, Spaten 49.
spet. Spiess 5. etc.
spyldynck, HVrA-zeu??, Spielzeug?
34.
spise, Speise 33.
spreken np, ansprechen, klagen 14.
st an to seggen , gesagt werden
dürfen 47.
stände, Stellfass 2.
stede, ÄYrtYr«?, Sfe/fe 29. 56. 58.
Steden, gestatten, lassen 62.
stelen, stählern 10.
Stelen, stehlen 1. 2. 4. 5. 6. 7. 8.
10. 12. 14. 15. 16. 17. 18. 20.
21. 23. 25. 27. 28. 29. 32. 34.
36. 37. 39. 40. 40. 42. 49. 59.
60. 65, s. 1. breken, deverye,
dyryken, nemeu.
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Wort- und Sachregister.
125
stenbycke, Steinhacke, Spitzaxt 17.
stendelsch, stendalsch 43.
sticker, Drechsler? 64.
stickt, Stift 42.
styghe, Stück <>. etc.
stol des rädca. Ratsstuhl, Ratssitzüb.
stop, Becher 39. 55.
stot. Stos8 52, stoten op eyn rat,
rädern 50.
stunt, hnpf. v. stan, stehen.
su, sic/i so 52.
sulff, seltf, sulve, sehe, derselbe
12. etc.
sulver, S«76rr 6.
samtides, bisweilen 40.
sunde, Sünde 34. 35.
sunder, sonder, ohne 54.
sunderlich, einzeln, speciell 53.
sunderluges, oäwc z?< ////ym , un-
gelogcn 56.
sus, »o, soriÄf 4«'». 54. etc.
aller swer, jedweder 47.
dat swerd geven, zw Enthauptung
begnadigt n 14, s. f. gerichtet,
hovet.
T.
tafelet, Kanten der Tafelet krä vier
53.
tafflaken, Tischtuch 12.
tasten, antasten, anfassen, fest-
nehmen K4. 66.
teghen, gegen 29.
telge. Zweig, Ast 54.
terge Zehrung 57.
tynnen, zinnen 10.
toch, Zm// 57.
togen, 7m/j/'. *?. ten, ziehen 4*;.
tom, Zaum i)5.
torf. Scholle, in torve off twig«,
«•w/ Scholle oder Zweig, auf
oder über der Kr de 51.
ttiostan, zugestehen 14. 24. 50.
toversche, tovenersche, Zauberin
47. 48.
trecken, ziehen 57.
trumensleger, Trommler 5<>.
truwen, trauen 51. 54, to truwer
hand, ^rewf» Händen 58.
tuder, SfricA 49.
taglie, /Sei/r/ 25.
tughe, Zeuge 14. 1*. 22. 29. 47.
51. 55. 58. 68, tnglu'n . be-
zeugen 24. 51. 52. 54. 56. 58. |
tun, Zaun 29.
tunebinder, Tonnenbinder, Böttcher
55.
tuschen, zwischen.
in den twalften, in tf<*n i2 Tagen
von Weihnachten bis zu den
Heil. 3 Königen.
twig s. torf.
u.
nmnietrend, um herum, ungefähr
an 10. 30.
in dem umslage, zu Umschlag, die
S Tage nach den Heiligen
H Königen 62.
unheruchtiged, unbescholten 5«. 58.
undaot, l'nthat, Verbrechen 9. 10.
11. 12. 13. 14. 16. 17. 18. 19.
20. 21. 29. 35. 36. 37. 39. 40.
41. 42. 43. 44. 17.
underwylen, bisweilen 29.
nngedonheten, ohne beauftragt zu
sein 54.
ungeferlich, ungefähr 57.
unghelt stan, für die Kosten auf-
kommen 30.
ungenodiget s. genodiget.
unrechtferdich , ungerechtfertigt,
ohne Grund 58.
unvorwandes, unversehens 56.
unwyllen, Streit 40.
uplaten, auflassen 7 a.
uprukkelese, Hucksack 9 4.
uthbesceden, ausgenommen 58.
uthborgen. durch Bürgenstellen aus
der Haft befreien 57.
uthgandes recht, ein Recht, das
seinen Oberhof auswärts hat
24.
uthgetekend, ausgezeichnet, fest-
gesetzt 24.
uthseghen, geloben, versprechen 7a.
arme ut hstrecken , Arme zum Schwur
erheben 56. 58.
utwisynge, Ausweis 8. 24.
V. F.
taget, vaget, fogede, vogedc, Ge-
richts cogt 1. 2. 4. 5. 7. 11.
12. 13." 15. 51. 62. 64, s. f.
rechtevogede, rechteheren.
vake, vaken, oft 24. 33.
fal, falb, Ml 55.
126
Wort- uni Sachregister.
fallen, Fohle», Füllen 40.
van, denn, wie 55.
fant, vant, s. vinden.
farbock, Varbuch 55.
vare(sines live«), Gefahr des Lebern,
der Todesstrafe 24.
farrecht, varrecht, Vorgericht 61.
52. 54. 66. 58. 01. 62. 64. 66.
vat, Fem 39.
fei, falsch, schlecht 52.
fehle, Impf. v. fehlen, fehlen 58.
fencklick nemen, gefangen nehmen
67.
verdendel, verendel, Viertel 16.40.
fersch. frisch 52.
viftich , vyftich , veftich , vofticli,
Rosenkranz , aus 50 Perlen
oderSteinchen beste hend 23. etc.
vvlt, Filz 21».
finden, vinden, Urteil ßnden, ver-
künden, entscheiden 24. 45.
50. 61. 52. 54. 56. 58. 62. 64,
3. f. at'sede, ghedelet.
finger op dey Hilligen legen , zum
Schwüre 56. 58.
vingeren, Fingerring 18.
vlock unde vore, technischer Aus-
druck für Beteiligung an einer
Schlägerei, bei welcher jemand
umgebracht wird 24.
Hoken. fluchen 52.
foder, Fuder 63.
fogede. s. vaget.
folgen, verfolgen- 45, eren rocht
folgen, ihrem Recht folgen,
dasselbe rechtliche Schicksal
teilen 50.
vorbiden, vorladen, anklagen 03,
vorbider, Antragsteller, Pro-
zessvertreter 62.
vorbrennen, verbrennen 47. 48, s.
f. fnr, gebrant.
vorbuten, vertauschen 7.
vorclagen, anklagen 57.
fordelden, Impf. v. fordein, fordern
61.
vorder, fürder 24.
vordon, verhexen 47.
vordrach, Vertrag 55.
foren, voren, führen 10. 60. 51.
vorfluehtich, flüchtig 46. 61.
vorguiiuen. vergönnen 51.
vorkuntscoppen , auskundschaften
57.
vortaten, verlassen, auflassen 7a.
vorlenen, /«7ie>j 52.
vorlesen, verlieren 24.
vorligen, auflauern 49.
vorloseu, erlösen 44.
vorluden mit der klocken, «m-
läuten, durch JMuten bekannt-
machen 61. 62. 64.
vormydels, vermittelst, durch 66.
vormundere, Verwalter, Vorstefier
44, des doden. nächster Ver-
wandter, der die Klage für
den Toten erlwbt 24.
vorordelen, verurteilen 25. 26. O0.
65.
vorrychten, Hebten 17.
vorspeen, erspähen 57.
vorsprake, achte of vorsprake ge-
neten, Beachtung oder Für-
sprache geniessen, rechtliches
Gelüir erhalten 24.
vorspreke . Fürsprech , Prozess-
vertreter 43. 5! . 66.
vorsumenisse. Nachlässigkeit 5f>.
vortnier, ferner 13. etc.
in vortvden, in fräJierer Zeit 48.
55
forwagen , Fuhnvagen , Fracht-
wagen 39.
vorwilkoren, vereinbaren 13. 55.
vorwinnen, überführen, mit ordel
unde recht 1.2. 33. 65, mit allem
(lubesehen) rechte 5. 6. 8. 13.
16. 22. 23. 24. 26. 20. 34. 35.
36. 37. 39. 40. 41. 42. 43. 46.
59. s.f.overtughen.overwinnen.
vorwisen , vorwysen. überweisen.
überantworten 28. 47.
fot fast nmken, fussfest marfien,
festsetzen 66.
fram, froni, fromm 4 7. etc.
frawe, frauwe, fraufe, frauve, frowe,
fronwe, Frau 2. etc.
frede, Frieden 51. 65.
fredelos legen, friedlos legen 45.
51. 52. 61. .62. 64.
fri, frig, fry, fryg, vri, vrig, vrigb.
vryg, frei, np vrien voten.
auf freiem Fusse 11. 12. 1<",.
17. *18. 1'.». 20. 21. 20. 44.
46. 47. 49. 50. 53. 57. 68.
60, vrige hughe.ste, freie
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Wort- und Sachrtigister.
127
Höchte, Leib und Leben,
Todesstrafe 24.
frolick, fröhlich 54. 5r,. 58.
from s. fram.
fronde, frunde, vronde , vrande.
Freunde , Verwandtschaft ,
Sippe 14. 24. 31. 46. 50. 51.
55. 5<1. 58. s. f. blot.
frowe, frouwe 8. frawe.
vullenkomen, vollkommen 24.
vullenvoren, ausführen 24.
vulmechtieh. bevollmächtigt 24.
vonde, Entscheidung, Urteil 51.
viniilcn , Part. v. vind»;n.
int fnr werpen, verbrennen 47. 48.
w.
walt, wolt, Gewalt 52. konych-
lyk.; walt, königliche Gewalt
31.
wamboeys, wanies, Wamms 4. 21.
39. 48.
wand, Zettl? 40, wanthus , Zeug-
haus 40. wantscherer . Tuch-
bereiter 10. etc., wantsenyder,
Tnchhändler 28.
waner, M^nn 41 .
war inaken, eidlich eriuirten 5i>. 58.
waterleie, welcherlei 55.
wecke, HWie 57.
W(?ch, wejre. M*e<7, /or/.
weldener, Gewaltthäter 52.
wenneko, Kittel 9.
wente. rfenn *29. etc.
werd, Wirf, Hausherr 40. 5C». et« .
were, HVi/fi? 13.
werlt. Welt 58.
weten. wissen 47.
wetscher. Mantelsack, Beutel 40.
wilkor, Wi/M'wr 56. 58.
winnen nnde vorlesen , gewinnen
und verlieren 24.
wyssk, Wiese 39.
wol unde we don, wohl und weh
thun, d. h. entscheiden über
Gewinucn und Verlieren des
Prozesses 52.
wolteren, wälzen 1.
wu, wo, wie.
Y. 8. J.
Z. s. S.
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$iersef)nter 23ertcf)t
über
öirUhätigkcit ber Sefellfchaft für Vieler Stabtgcfduchte
erftottet
in ber 3ahreS0erfammtung am 2. 3ttai 1809.
3)er SBorftanb f)at über bie gortfehritte ber publica»
tionen unferer ©efellfchaft feit ber öortgen ©eneraloerfamm*
fang golgenbeS $u berichten. S)ie 3lbhanblung be£ £errn
9tecf)t$antoalt Dr. SBolff in Slltona „Über baS Sttbif^e Stecht
in Äiel" ift in^mif^en erschienen unb in %f)ie £änbe ge*
fomnten. SBenn es fcf)on öon Qjntereffe für bie ®efcf)icf)te
ber <Stabt $iel ift, bag bte ©renken be£ £übifcf)en nnb be$
£acf)fenrechte£ in berfelben authentifch feftgeftellt finb, fo ift
es boppelt erfreulich, baß auch bie jurtftifche Sßrartö baä
£eft günftig aufgenommen r)at unb benufct. toirb an*
erfannt, ba& bie beigegebenen harten be$ oerftorbenen .£>errn
5afm eine fdmeHe Orientirung roefentlirf) erleichtern.
2Bie fdjon im vorigen Berichte angefünbigt roorben ift,
mußte bie Fortführung ber Aufgaben, bie £err Dr. ©tern
übernommen ^arte, nämlich bie Verausgabe ber 93remer'fchen
(Strömt, eineä llrfunbenbucheS oon .^iel unb einer Quellen*
hmbe unferer ©tabt, buref) feinen gortgang toon ^ cr lln ^
ben eintritt eines neuen 5lmteS eine Verzögerung erleiben.
@r §at 5U bem Xermin, ben er fief) gefegt hatte, nämlich
im Januar biefeä %af)teü, feine Arbeiten für unS roieber
aufgenommen unb fie fo geförbert, baß ihre Vottenbung fich
nur roenig oerfpäten toirb. $ie 93remer'fcf)e ©fjrontf, Oon
ber 10 Sogen gebruett finb, foK bte Oftern 1900 fertig fein.
<£a ba£ ohnehin umfangreiche Söerf noch burd) Beilagen
erweitert werben foll, toirb e£ ein Doppelheft bilben. ©o
130
bürfen mir (joffen, bicfe bielcitirte, aber nie gebrucfte einzige
(£f)ronif unferer ©tabt, bie beutfct) getrieben aurf) Weitere
Greife intereffiren hrirb, in abfefjbarer $eit unfern 3ttit*
gliebern borlegen $u fönnen.
gür bie Verausgabe bes 5üeler SBarbudjes fjatte jgexx
cand. phil. 93ong*(5<f)mibt bie ^erftettung bes Xerteä, $err
Dr. &ujtye eine roiffenfdjaftlicfje $)arftetfung bes Vieler 5Bar=
recfjtes übernommen. 3)a £err 5öong*©cf)mibt feinen Slnt^eü
abzugeben roünfrf)te, §at biefen £>err Dr. %nppe ebenfalls
übernommen. Sßtr fyaben erfterem feine 2lbfd)rift abgefauft,
rooburcf) £err Dr. £uty)e eine ernriinfdjtc ©ontrote bei ber
(Entzifferung ber überaus ferner lesbaren £anbfcf)rift erhalten
fyat. £err Dr. üuppc fyat feine 2lrbeit ooUenbet; baä gefammte
9Jianufcript für biefe Sßublifation ift in ^änben beä SBor*
ftanbes unb roirb bemnärfjft zum 3)rutfe beförbert werben.
£err ^aftor s JJtou ift in^mifc^en für bie ®efcf)icf)te ber
Harmonie weiter tfyärig gemefen. %lad) 3)urd)mufterung be3
SJrdu'üö berfelben, bas uns oermacfjt ift, fyat er bie Über*
Zeugung geroonnen, baß bie urfunblidjen 2lufzeid)nungen,
bie noef) bor^anben finb, nirfjt ausreißen, um eine genügenbe
^)arftettung oon ber eigentümlichen Sebeutung biefer ©e*
feHfct)aft für bie ®efcf)tcf)te unferer <Btabt in biefem Satyr-
fmnbert ^u geben, fonbern bafür bie 3 eirun 9 en 5 U ^tfye
gebogen werben müffen, toaS eine ^eitraubenbe Slrbeit ift.
Qa er anberfeits buref) feinen SBorfifc in ber ©efellfdjaft
freiwilliger 2lrmenfreunbe eine exfy'öfyte 2lrbeitslaft auf fict)
genommen fyat, fieljt er fid£) augcnblicflicf) 51t feinem SBebauern
au&er ©tanbe, einen beftimmten Xermin für bie 2rertig*
ftellung feines 9ftanufcrtytes anzugeben.
SSie 3^ ncn befannt, ift unfere 5ötbüot^ef in bie ä$er«
maltung ber $robinzialöibliotf)ef übergegangen. 2)ie Seitung
bcrfelben fyat ben Sßunfrf) geäußert, gegen eine ßurücfforbe'
rung feitens unferer ®efe£(f<f)aft ober beren ebentueüe Otedtjts*
nacfjfolgerin, bie (Btabt Äiel, beffer gefdjüfct zu fein, als bas
naefy beut früheren Slbfommen ber $aü ift. ©te erflärte,
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131
baß wenn fie erft burdj %af)te f)\n bie Slnfcijaffung bon
getotffen SBüdEjern be$t)alb unteriaffen fjabe, Weil fic fid) in
unfern SSeftänben borfänben ober bon unferer (Seite burcf)
<5ct)riftenaustaufcf) mit anbern ©efettfcfjaften geliefert Würben,
eine fyätere Verausgabe unferer ^öibliotr)ef in bie ^robin^ial*
bibliotfjef £üden reißen müßte, bie nicfjt leicrjt auszufüllen
feien, gan$ abgefeljen bon ben Soften, bie inaWifdjen für
©üdjereinbänbe aufgewenbet feien. $)er Söorftanb fonnte fid)
ntcr)t berfjefjlen, baß ein SBerfjältniß , Wie wir e£ mit ber
^robin^ialbibliot^ef eingegangen finb, notf)Wenbig ein bau*
ernbeä fein müffe, unb fyat barum befdjloffen, berfelben bie
folgenbe 3ufi(f)erung W geben, bie narf)f)er 3# rer *8efd)luß*
faffung unterbreitet Werben Wirb: „baß fid) nämlicf) unfere
©efettfcrjaft bert>flid)tet, ifjre SBibliotfjef, unter SBaFjrung ifjre*
©igentfjumäredjteä, ber s $robin5iaIbibliotf)ef bauernb &u über*
(äffen unb fie nur bann ^urürf^uforbern, wenn u) irjre öffenr*
lidje SBenufcung in ber ^robinjialbibliot^ef unmöglich gcmarfjt
werben fottte, ober b) bie ^rodin^ialbibliot^ef bon $iel ber*
legt Werben fottte; baß ferner, falte unfere 93ibIiotf)ef jurürt*
geforbert werben fottte, unfere ©efettfdjaft ober beren s Jicd)tö*
nacrjfolger bie bon ber ^robin^ialbibüot^ef aufgeWenbeten
Söucfjbinberfoften ju erfefcen fyaben; unb baß enblid) bon ber
©tabtberWaltung bie ©rflärung eingeholt werben fotte, baß
fie gegen biefe£ $lbfommen nidjte ein^uwenben fjabe." 3)er
SBorftanb ift ber Slnfidjt, baß eS gleichgültig ift, wer unfere
SBibliotfjef berwaltet, wofern fie nur ber Öffentlidjfeit $u=
gänglid) bleibt; unb e£ ift genügenb borgeforgt, baß fie ifjrer
urfjminglidjen SBeftimmung nicrjt entfrembet Wirb.
Sdjließlid) ift ^u erwähnen, baß am 16. 5Iuguft borigen
SafjreS 3JiitgIieber unferer ®efettfcf)aft unb ©äfte unter ber
güfjrung bon $erm Dr. 20. 2lf)lmann unb £errn 3)ireftor
Stofenfranj °* e fjiftorifdje Sanbeöfjatte befidjtigt fyaben. ©egen
20 Sßerfonen Waren anWefenb.
s #rof. G. Oiobcnbcrg,
5. 3- SJorfifcenber.
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132
Ueöerficfyt
ber (Einnahmen unb Ausgaben ber ©cfellfthaft
für Uteler Stabtgcfdttchte für 1898.
©tnna^me:
Beiträge bon ben 9ttttgliebern X 486,—
Beitrag 5er ©tabtfaffe „ 300,—
Beitrag 6er ®efeC(ftf). freito. SIrmenfreunbe „ 300,—
-Sinfen „ Uu,15
3tnfen toom eifertten Seftanb „ 14,70
M. 1268,45
2lu£gabe:
Honorar für Beiträge A 400,—
£öt)ne an SBoten 2c „ 34,75
SfcuÄoften „891,55
feigen „ 23,65
geuerberftrfjerung für bte 93t6Itot^ef . . . „ 2,25
^atalogtftrung ber SöiMtotfjef „ 144,80
$er|rf)iebene3 n 2\,~
M, 1518,—
Söefjalt aus bem SBorjafjre Ä 5820,65
©mnafjme n 1268,45
Ä 7089,10
S^gabe „1518 —
»e$alt am 3af)reöfcf)Iu& . . . *H. 5571,10
©tferner SBeftanb au$ ben Beiträgen ftänbtger
9ftttgtieber, unüeränbert \{. 420,—
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ber
fkWtyifi für Meier $tnMfie|il)iil)te.
Biel, 1901,
Per laut von Sipftus & Üifdjer.
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Chronicon Kilicosc tragicum - curiosum
1432—1717.
Die
Ofromf bes 2lsmus Bremer,
Bürgermetfters von £iel.
>t Auftrage t>er (SefcIIfd?aft für Kieler Sta&tgcfdjidjte
herausgegeben
Ittorift Stent»
Kiel |90|.
Prutf iHMt 17. ,fie tiefe.
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Dorbcmcrhmg.
$ie Einleitung $u biefer s J$ubIifation wirb erft mit ber
6crjluf$liefcrunfl au*i]eßeben. .£)ier folgen einige «emerfungen ,yir
oorläufigen Crientiernng.
3m Xeyte gelangt bic (Sfjronif bes Mieler «ürgermeiftcr£
2t*mu$ Wremer (ejeft. 1720) nad) ber Criginal()anbjd)rift be*
Mieler 8tübtard)io* A) $um Wbbrurt. Ta biefer Gobcr. nid)t
bie lefcte 9tebaftion barfteüt, )o würben uod) aur ^crglcidjunn.
nnb (£n)än£im() oerwertet: 1) ein uon mir im Mieler 3tabtardjiu
aufgefunbene* 33rud)ftücf ber (iljrontf (— a), bns uon Wremer*
£mnb fyerrityrt nnb mit Guelleuongaben oerjebeu ift, 2) eine in
ber Mgl. SBibliotljef *u Mooenljagen anfbemal)rte Wbfdjrift ber
C£l)ronif (—-•)>), bie bi^ jnm 3al)re 1717 reidjt, mät)renb ber
Xeyt in A mit bem 3«l)re 1712 abfdjliefit. £ie Wbfdjriftcn ber
(Stjrouif in ber Mgl. Uniiierfität*bibliotl)cf ^u Miel famen für bie
©bition nidjt in $etrad)t.
3n ben Wnmerfnngen finb bie l)nnbfd)riftlid)en iöeftänbe
beö Mieler 8tabtard)iu*, be* Mieler Mird)euard)ii>* ( yi St. 9cifolai,
berMieler Unioerfität*bibliotl)ef, be* Sdjle*wiger 8taat*ard)iu*, be*
iiübeder Staate ardjiu* nnb be* Woftorfer llniueriität*ürd)iu* bennfct.
2)a* „garbud)", ba* Wremer al* üuelle biente (3. (5
9lnm. 2), ift injmifd)en im ,<peft 17 ber Mitteilungen ber iSk*
fellfdjaft für Mieler 6tabtgefd)idjte ueröffeutlidjt würben.
«erlin, 1. «pril UK)l.
St.
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I.
CHKONICOX KILTENSE TRAGICUM.
i
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I, i-3]
1432— 1435
•/. / *Anno 1432. Hans Tiedtvordrivcs wief (irctke, <le helft 1
vororvcidct vor sick und vor crc kindcr, gebaren und unge-
baren, und hofft bckant, wcs er gesehen iß, dat is er mit
recht gesehen, do se mit crem manne in de hechte 1 quam
5 und gesett word um devery willen, dat he Schirhorsten ge-
stalcn hadde, alsc 4 stige witlingcs und enen fruwenrok,
schwärt und grön, 4 schlaplaken, ein f'ruenhcmd und ein
schwerd, dar he ummc gerichtet ward tot 2 galgen.
Do liulderne Hcnnckc'* sick sülven hengede und de vo- 2
,0 gedc darto halet worden, do nemen se medc Liidcke Schröder 4 ,
Arend Oklenborg\ de dat gut mede besegen, wes de vögede
dar funden. Item do men over en richtedc, do weren darby
Schiphorst Husman, I'eter Hundcrtmark'' 1 und Arend ( )ldcnborg,
de dat bchürden, dat den vögeden tu funden ward van der
15 konigliken wald 7 wegen, lhildernc Henneken gut mit allem rechte
vorfaren* gut.
Anno 1435 m < ' em «ivende 11 unser leven fruwen visita- 3
' Gefängnis. * Angabe der Todesstrafe, l'erkürzter .SV//; (vgl.
Schluss von §2) oder von Eremer verlesen für to d em) zum Gilgen?
7C , 3 Ein llcnneke Hullcr //// Kieler Erbebuch ed. Reuter nr. 22 z. f. /.///.
4 Identisch mit I.udckc (I -udolphus, Ludokinus) Schröder Scroder)
und Ludekc Hlomcnstccn condictus Scroder Lütke liloinensu-eti ander to-
genontet Schröder ), der 1437 in der Ilolstenstrasse ein Grundstück mit /hott
Gerechtigkeit kauft und 1443 — 4^ als l'ormund und Treuhänder fungiert:
j 5 Kieler Erbebuch ed. Reuter nr. 3/0, 117g, 662, My; Ältestes Kieler Rente-
buch ed. Reuter nr. 173t), II nr. 40, II nr. 3724.
5 Arnd van Oldenborch in der Dänischen Strasse : Ältestes Kieler
Rentebuch nr. 169/ z. J. 1442; vgl. Kieler Erbebuch nr. f>3/.
fl l'on 1421 bis 1434 hat er ein Grundstück in der Dänischen Strasse :
30 Kieler Erbebuch nr. 263, 7S4 ; Ältestes Kieler Rentebuch nr. 13S4.
7 Gmuilt. (%'r den Regriß der «Königlichen Geioalt . s. die Einleitung.
8 verwirkt. 9 Juli /.
I*
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4 1435 — 1 45° P* 3 * 5
tionis, do was Marquard Sager dot vor dem gerichte bracht,
dar ding und recht und ordel ward over geholden und ok
over ging, also, alse he in sinem levende beklagcde und
openbarde, wo Matthies de bödel 1 em scholde wracht 2 hcbben
de wunden und de schlege, dar *he den dot af kreg. In 5
demsülven rechte ward Matthies vorbenömt to recht fordert, ^
dat he sick up dem doden und up sinen wunden des mit
rechte entleddigen scholde, dem de van stunden an so dedc,
und ward leddig und loss delet, dat he des doden unschuldig
was. Ok gaf em ordel und recht, dat men dem doden *o
scholde de hand afleden; cfft men weme Vreschen efftc fragen
konde, de sines dodes schuldig were, dar men dem mit rechte
folgen mochte.
4 Anno 1448 des andern frydagcs 8 na paschen, do let
Hartig Splict 4 hengen Detlef Borchsteden, de hadde em stöhlen 15
6 drommt havcrn.
u Anno 1450. Ein Schreiben von Bürgermeister und Raht
aus Wismar an den Raht zu Kiel wegen eines Erschlagenen,
vide infra pag. 214 sq. 5
10. cm: ein .7. 13-14. Randglosse in A: huc rcfW- Qualer Brutlacht 20
[,\r] Chron. M. S. Lub. p. 71, id. Addit. hic p. 15. An der citierten
Stelle der Additamenia befindet sich der Bericht über den Unglücksfall
im Dorfe Quaal und als Randglosse . gehört ad. p. 213. Siehe den Be-
richt im zweiten Teile der Chronik z. J. 144J.
1 Der Mittel. Veltheim im Staatsbürger!. Magazin IV, 120 macht 25
daraus einen adligen Beinamen.
* bewirkt, zugefügt: inftv. werken. H April 3.
4 Der Knappe Hnrtich Split siegelt die C'rk. 1447 Nov. 10: West-
phalen III,jg2-g4 nr. iS. Ein Hartig Splete kauft 147s drei Buden in der
Kitterstrasse, von denen er zwei bis 1491 besitzt: Kieler ErMuch nr. uttf, 30
1403, 1404 ; Ältestes Kieler Rentebuch nr. 2043. Da letzterer nicht nur
14S1, sondern auch noch /jo/ als Vormund fungiert (Erbebuch nr. J274,
f4<p6), ist seine Identität mit dem oben Encähuten fraglich.
6 Das Schreibet! des Wismarer Rats d. d. /4J0 Pßngslabend (Mai 23)
ist aus dem zweiten Teile unserer Chronik, auf den oben venoiesen ist, im 3 s
Xencn Staatsbürgerl. Magazin VII, /oS-/og nr. 30 gedruckt. Des bei Wismar
begangenen Totschlages -cird ein medekinnpan des Kieler Rats beschuldigt.
Der Brief nennt diesen nur mit dem Vornamen Hartwig. Falck, a. a. O.
S. S3, erkennt am Vornamen mit Recht den 144S gewählten Ratsherrn Hartwig
Kröger, der nach Bremer bis J471 im Rate verblieb. 4°
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I, 6-9]
145 1 ---146 2
Anno 145 1 des mandages 1 in dem fastlavende do ward 6
gerichtet Claus Bare van Titke Stormcs wegen, den he ver-
mordet hadde, und <|iiam in de hecht und ward mit allem
Lübeschen rechte verwunnen*, dat men cm schulde uppet radt
5 hebben Iccht, doch so vormiddclt der klegcr bede, und um
vele bedderver borger willen, imune veler erliken fruwen willen,
so gaf em de raht van dem Kyle dat schwerd.
1453 des negesten dingsdages 3 na dem nyenjahrsdage 7
do ward Hinrich Valkenbcrg, Peter Tönnics 4 knecht, dot vor
«° dat gerichtc bracht und de dode klagedc *over Werncken
s Berndes, dat he eme vam levende tom dode bracht hadde
in nachtschlapender tyd; offt dißc vorl)cnomede YVerneke
dar neen to seggen wolde, so hefft he dat bekant, dat he id em
gedan hadde. Des dingsdages 5 vor s. Antonius dage do ward
15 dißc Warnekc richtet und ward up dat radt geflochten.
Eodem des mandages 6 na der hyUt'gat 3 konige dage do 8
was Klauß Pomereink 7 vor gerichtc mit dem doden Clement,
den he vermordet hadde in nachtschlapender tyd, dar gaf
Clause ordel und recht, dat hc dat rat vor de undat liden
20 muste, und em ward sin recht gedan.
Anno 1462 do ward verwunnen mit ordel und mit recht 9
Lüdeke Weßelhövct van dotschlandes 8 wegen Detlef Möller, dat
he ward verwunnen mit rechte, dat men cm schulde stöten up
en radt. Vormiddelst bede des ganzen amtes der Schmede
25 und der gemenen börger und fruwen van des doden manncs
fründe tolatinge, so hefft cm de raht gegeven dat schwerd
und den karkhoff.
Ij. dat he: dct hc .-/.
1 März S. ' überführt. 9 Jan. 2.
30 4 Peter Tonnyycs (Tonniges, Tunniges, Tunnighes) erhält 1424 als
Mitgift ein Grundstück prope novuin inuruin und kauft dort 1441 \ wie in
der Hassstrasse 14A7, weitere Grundstücke dazu, h'icler Erbebuch nr. j/o,
601, roog ; als Vormund uml Verkäufer einer Rente erscheint er /4J6 bzw.
1444: Erbebuch nr. 496, Ältestes Rentebuch nr. 1712.
35 5 7 an - '6- 6 7 <m - 7 Veltheim S. 224 irrig: l'nul Pomerinck.
8 Totschlages.
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1463— 1465
fl, IO-U
10 Im nechstfolgenden Jahr 1 ist auch einer, Nahmens Gerke
van Schorlen, wegen begangenen Todtschlages an Hinrich
Doppeken vcrurtheilet worden, daß er auf ein Radt solte gc-
loget werden. Ks ist ihm aber auf vieler Leute Vorbitte das
Sehwerd und der Kirchhoff gegönnet worden. 5
11 **i4Ö5 in der ahme hefft Toter Kscken sönc 3 gebraken */• 4
den block to sünte Clerdrut in der klonen Capellen unde gruf
den block uth der erden und wolterde cn so lange, dat he
dar wes uth kreg, min efftc mer, wes des was. Item darnach
ging he noch ens uth der Stadt to sunte Jürgen und ging in i«
de karkon und steg up den böhn und let sick darin beschluten
und ging to dem blocke und gruf en uth der erde und wol-
terde on ok so lange, dat ho dar wes uth kreg. Item so hefft
he ock gebraken des hilligen criiees block 1 und nam daruth enen
.i penninge. Des hefft he openbar bekant vor den vögeden «>
Hinrich (lerliges, Hans Heytram etc. 5 und iß darum gerichtet
mit dem rade.
1 . tlso 14^3, nicht in demselben Jahr 14(12, loic Veltheim S. 223 einriebt.
■Kieler Earbueh /./6j— /$.//> (Manuscr. Deposit, der Stadt Kiel nr. 4
im Staatsarchiv Sehlesioig, Jetzt in der Kieler l 'niversitätsbibliothek), f. 2r. 20
3 Es sind nielit mehrere 7'hä/er ( Veltheim S. 2ij), sondern nur Einer ;
söne ist Singular in der plattdeutschen Sehreibung Jiremers für das mittel-
niederdeutsche snnc des Farhuches.
4 Her hl. Kreuzblock befand sich in der hl. Kreuzkapelle der Nicolai-
kirche : Attestes Kieler A'eutebuch nr. 1706, 1774 z. J. 1443-1 449- 25
& I Itiirik (Jerlyes. ll:ms llytnun umlc beseien borjjeren Ciawcs
Ky*owe, Haus (ireve. Hinrich (icriiges ist nach Bremer 1 4^0 1 47S Mit-
glied des A'ats, zuletzt als Bürgermeister. E>och ist er im Kieler Erbebuch
nr. ujt} ')o noch 14S0 als Bürgermeister bezeichnet Hinrie ( Iherligcs ;, seine
(,'ruudstücke in der //olsteustrasse und Eanlstrasse gingen damals in fremden 30
Besitz über. Bald darauf 14S1 erhält sein Sohn Hans — also 700hl mich
dem Voile des Vaters die (imndstücke in der Einmischen und Kitterstrasse :
ibid. 111 . 1277-78. 1474 erscheint er im ältesten A'eutebuch nr. 20/4 bereits
als Bürgermeister, 1471 noch als consul : ibid. nr. tt/>S, iyS/- - //aus
llevtram, nach Bremer A'atsmitglied /-/.,' j /•//•/• Im Erbebneh und ältesten 35
Kentebtieh begegnet er uns, in der Buigstrasse ansässig. 1443—1470 stets
ohne Be.eio'iuuiig seines Amtes: Johannes ,!lans / IJevlrain Meilrain;, nur
1464 ist seinem Kamen tlas Epitheton honornhilis hinzugefügt : Ältestes A'ente-
bu h m. tSSS.
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l 12-151 1467— 1468 7
'1467 do ward gerichtet mit dem schwerde encr, gcnömet 12
Siemen, van bede wegen mines heren hrr (lerdes-, dat he haddc
dot gesteken in dem schepe sincn schepestimmerman s .
'1467 ward gerichtet Hans W'cstphal, dat he hadde gfc- U
5 stolen en perd, en laken, en grapen\ en par hascn' 5 , noch encn
hoyken 7 und hefft gemordet ene fruwe binnen der Wißmer.
Item so schlogen se H dot enen kopman by Oldeslo und nemen
em 5 -^8 3. Item hefft he dotgeschlagen sine egene süster.
Dit hefft he bekant vor den vögeden Hinrich (lerliges und
>r> Wichmann ^Köler". Diße ward gerichtet mit dem rade und
*' gehanget, dat gaff em ordcl und recht.
"Wnno 1468 do ward verwunnen mit allem rechte Cord 14
Hogetop, dat he ward gehenget. He bekande 11 , dat he hadde
gestolen en sardoks 12 wams und enen grauen rock und en köker
mit pilen, en par schon und en sack und en heimle und hefft
gesettet enen man under enen kükenkorff ,s , dar kreg he af 5 3
und en laken und 2 bund ho|)pen, de stall he mit sinem vader.
H Kodemanno twischensunteMichclis'-'und s. Merten 1 ' 5 ward 15
gegrepen Henning Obstius 17 up schinbar dat, dat he hadde gc-
yc, 1 1. ein : ein . /.
1 Kieler Kar hielt /Als. f. >•'.
2 Graf Gerhard von Oldenhurir, A'ruder des Königs Christian I.
Sehiß'szimmermann. 4 Kieler Farhuch /Als. f. 2''.
Topf, Kessel. " Hosen.
^ 7 Mantel.
* H'estphat und seine Genossen Ilinrik Swarle, l'auvel Munt. ("laues
YYynt, Clawes Jbik, Jacob J.uk.
B Ilinrik ( lerlyes, Wychman Koler unde beseten borger Tymme
Woge, Lüteke Luders. Wich mann Koler, nach A'remer A'atsmitislied //1>J —
1497. zuletzt Bürgermeister. />as älteste A'enlehueh enoiihnt ihn zuerst /./fr-
ais consul Cur. li)2i>), 147s borgermestere (nr. 2032); 1500 spricht
das F.rhehueh von ihm als einen loten (nr. 1 fSSj.
Kieler Farhuch /Als. f j' .
11 vor den vogenden Ilinrik (ierlies, Wychman Koler unde beseten
bürgeren Hans Kyslemaker unde ("lawes Kysowe. 12 saartuchencs.
115 Kiikenhorh, / fühnerkorh.
u Kieler Farhuch /Id. f. 3 > .
1:1 .SV//. 2(). l *.Y,n: 11.
,; Oh Obstius oder Obstins //// Farhuch zu lesen ist, hleihl zweifelhaft.
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8 1468— 1475 P» 1518
stalen 2 perde, en grau und en bruhn, dat grau bi Lübeck,
den brunen tom Ellerbeck. Item hefft he gestalen mit siner
selschop vor dem Stralesunde en stige perde, de Vörden sc
over to dem Garden 1 . Item to Rostock enem radman 20 -}£.
Item tom Mordeshagen enen kelck. To Potloß 2 breken se ene 5
kerken, dar nemen se uth fruwenkleder und sülverwerk. Noch
2 perde vor dem Kyle up dem Kohberge. Up der Rosteker
heyde morden se 5 fruwen und jungfruwen, den nemen se, dat
se kregen malch 8 3 Des hefft he bekant vor den vögeden 4
und ward gehenget. Dat gaf em ordel und recht. 1°
IG 5 Eodem anno 6 ward gegrepen Jacob Rüling up schinbar
dat und hefft bekant 7 , dat he hefft gestahlen *up der Segeberger 6
heyde en perd, dat was brun, dat vorkoffte he to Arnsböke
vor 4 ^. Item enen pagen 8 , den stall he tor Horste 9 , dat'hörde
vor Margreten Wahlstörpes. Item 4 schape, 2 zegen 10 , noch 2 15
schape 11 Otto Wahlstörpen to Perdöhle 12 . He ward gehanget.
17 18 1470 ward beherdet 14 Hans Wulf, gebaren in der Stadt
Bahrt 15 , dehadde stalen binnen Nyemünster 5 dosyn 16 gördelremen,
den Hinrick Glißman 17 hefft verwunnen mit allem rechte, so dat
he ward gehangen noch uthwisinge Lübischen rechten. 2Q
18 * l8 Anno 1475 worden gerichtet 19 Klaus Exe und Jasper um */. 10
/o. em: ein A.
1 Farbuch : to Damgarden, Damgarten im Rgbz. Stralsund, Kreis
Franzburg. * Gut Put los im holst. Kreis Oldenburg. * männiglich, jeder.
4 Hinr/£ Gerlies, Wychman Koler, Cyriacus den rychtscriver unde 35
vor beseten borgers Hans Platensleger, Tyinme Woge.
5 Kieler Farbuch Hds. f. j*>.
0 in den twalften (Jan. 6). 7 vor den vogenden Hinr/£ Gerlies,
Wychman Koler, Cyriacus dem rychtscriver unde vor beseien borger Clawes
Kysowe, Tymme Trede. 8 Pferd, Gaul. 9 Horst im Kreis Steinburg 3«
oder in Dithmarsdun. 10 Farbuch: 4 segen (Ziegen). 11 Forbuch : 12
schape. 18 Gut Perdoel im Kreis Plön.
18 Kieler Farbuch Hds. f. j*\
14 ergriffen, festgenommen. 15 Barth, Rgbz. Stralsund. ,Ä Dutzend.
17 Kein Raismitglied. 35
18 Kieler Farbuch Hds. /. 4 r.
l * Schuldbekenntnis vor Tymine Woigge unde Tymme Trede, bese-
tene borgere.
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1475 — M77
erer undat, de se gedan hebben up cner fryen heerstraten
twischen dem Kyle und der Schulcneider. So nemen sc enem
manne in dem Hainershusche 1 enen Bniggesken grauen hoyken
und enen büdel, dar weren inne 6 penninge, und de man
5 hört to Sieswik 2 to huß und was ein oßendriver. Und so nemen
se ener fruwen enen schwarten hoyken, de hört to der Brügge 3
*/• u to huß, und cn büdel, *dar was in i Schilling und 2 nieste 1 .
Und so nemen se 2 göse under dit und Lübek. lind do se
ersten uth Lübek gingen, so nemen se enem manne en speet
10 und en tischen, dar weren 2 ß inne. Und so nemen se enem
schöler 8 penninge und geven em 2 wedder. Und so nam
Exe enem kremer to Lübeck enen pook. Und so nam Kxe
sinem heren ene wenneken 5 ; de man hete Hans Ruttcnbarg.
6 Anno 1477 umtrent twischen pingsten 7 und paschen 8 do |9
15 ward gerichtet 9 Hans Morink 10 um siner undat willen, dat he
gestalen hefft, und is gebaren binnen Lübeck. Int erste bc-
kande he, dat he to sunte Nicolaus uth der kerken stall enen
tinnen lüchter vam altar s. Catrincn 11 , noch enen liichter uth
dersülven kerken van her Christen Kamcs altar 1 -; deße beden
*> lüchter hefft he vorschmolten und dat tinnen hefft he vorkofft
den beiden glasemakers Marquard Stören 13 und Feter Scharen 11 .
1 Farbuch : Ilannenbusseke. * Farbuch : to Vlefsborch (Fiesborg,
Kreis Tandem J. * im Kreis Kiel. 4 Messer. s Kittel.
0 Kieler Farbuch Iltis, f. 4 >\
*5 " Mai 25. " April 6.
9 Schuldbekenntnis ledich unde los vor besetene borgheren Clnuwr«
\x>\ixve den wandscherer unde Hans Nickels unde vor den richteheren.
10 Farbuch : Monninck. 11 ll'esiphaleu, Monumenta inedita I V, jjtg.
18 Cber den der hl. Margarethe gneeihfen und für die Hoch messe des
:t° Priesterkalands bestimmten Altar des Presbyters Christian (Karsten, Ker>len
Rain siehe Reuter, Ältestes Kieler Rentebuch S.38A s. v. Rain und S. 41s;
Erbebuch S. jji.
18 Farbuch: Stor, im Kieler Erheblich nr. 110/ . Stoer. Gerade Star
verkauft 1472 und 1477 aus seinen Huden in der Dänischen Strasse eine
35 Rente von 2 bzn>. 1 Mark an Kasten Rani to s. Margareten altare to der
homissen der presterkalande t Ältestes Kieler Rentebuch nr. /gS6, 2077.
14 Peter Schar (Schaer) 1471 — 1481 in der Ritterstrasse: Kieler Erbe
buch nr. 1089, 1262.
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11)
1477 — 1478
[I, IQ 22
Noch stal he ene quarterskannc ("laus Lüders 1 . Noch enen
tinnen ])ott, den he stall van Manj//f//v/ I .Uders 2 bischlage in
der Kedingstratc etc.
20 'Kodein sind noch 2 andere, Nahmens Merten van der Hcyde
und Hinrich Yoß, weil sie hin und wieder Kirchen und sonsten s
Leute bestohlcn 1 , gerädert worden.
21 'Im seihen Jahr ist auch dieses vorgenanten Hinr/V// Voßen
Kheweib, weil sie an verschiedenen Orten Kisten aufgebrochen, *A
auch viele Dicbereven begangen' 5 , verbrand worden.
22 'Anno i478 : ' hat einer, Nahmens Jochim Sehildt, vorerst IO
einen Kilischen Stadtwächter auf frever Straßen bei nachtschlaffen-
der Zeit wieder seine schon vorhin öffentlich 9 getahne Zusage,
dergleichen nicht mehr zu thun, mit vielen Schlägen übel zu-
gerichtet. Nachmals hat er denselben Wächter zwischen Kiel
und (iettörp auf freyer Heerstraßen überfallen, sein (lewehr *s
abgenommen und ihn damit schwerlich verwundet. Dieser
1 t'lawes Luders: Ältestes A'ieler Rentebuch nr. 2126 z. yahre 14S1.
- Manpiard Luders besass :a'<v Grundstücke in der A'ehdensfrasse , von
denen eines 1471 an seinen Sohn Fyiiiuio überging: Kieler F.rbehuch nr. S62.
101/1, ioj<). ;> A'ie/er Farblich llds. /'. 4"'. 20
' Schuldbekenntnis vor den vngeden undc vor besetene borgheren,
dar se stunden up eren vrighen voten. alzo nameliken (lauwes Wullen* unde
Laiirens Yi.sk ('lauwes I ,ou\\ e de wandscherer unde Mans Nickels.
•"' A'ie/er Farblich llds. f. 4'' S r -
"Schuldbekenntnis auf freien Füssen vor Laurens Visschc unde
("lauwes Wulff, de do lo der tyd vogede weren, unde vor besetene bor-
gheren, de de dar tho esschel syn, by namen unde tho iiamen Ciauwes Louwe
unde Hans Nickels.
' A'ielcr Farlnich JAis. f. j'\
s /// der Handschrift des Farbliches sind hier die Finer durch einen 3 r
/■'/ecken verdeckt 11 ml daher unkenntlich , sodass die Lesart 1477 oder 147S nicht
mit Sicherheit festgestellt 7, 'erden kann. Da bereits in den ig- 21 drei
l-iille ans dem yalirc 1 47 J berichtet toerden, so ist es wahrscheinlich , dass unser
Fall schon dem 'fahre /47S angehört und Urem er sich nicht die yahreszahf
hinzudachte , sonilern in der Handschrift noch deutlich sichtbar vorfand. 35
Schreiberhand und 'Finte sind nicht entscheidend, da sie 1477 und im Anfang
der Fintragung 147S (§ 2J) dieselben sind.
" l'or den l'ogten Laurens Yisk, (.'lauwes WullelT und den Bürgern
, . . Reyneke unde llinrik Scheie, de de inedebroder weren des rades.
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I, 22-25]
1478— 14^1
U
Thäter 1 ist um solcher Untaht willen gerichtet, auf seiner Ehe-
frauen und andrer Freunde"- Vorbitte aber der Leichnam aufm
Kirchhofe begraben worden.
3 Kodem ist einer, mit Nahmen Hinrich Haverbier, welcher 23
5 verschiedene Diebereyen 1 verübet hatte, auf seiner Frauen und
andrer Leute Vorbitte 5 nur mit dem Schwerte gerichtet worden.
"Anno 1481 ist einer, Nahmens Laurent/ Arend Miliig 7 , 21
wegen begangener verschiedenen Kirchen- und andren Diebereyen
gerädert worden.
IO 8 Eodem ist noch ein Weib, Bcke Meyers 11 genant, wegen 2.'»
verübter vieler Diebereyen hingerichtet 10 worden.
1 Die '/'hat wurde bezeugt myt besetene bürgeren alz.« by nainen
Tymme Trcde, Marquard Rover unde I'eter Kroghcrs knecht.
* Luder Mynrik, Hans Schuldorp, Reymer Cyseke, Hinrik Jabelman,
15 Hans liucrtncistcr, Ciauwes Konneke, meyster Hinrik Lutteke, Sien Haghcn.
Ciauwes Tonnighcs.
* Kieler Farbuch /Ids. f. jr.
4 //// Farbuch ist nur von Einem Diebstahl die Rede: I Mark Ffg.
dem Ciauwes Molcr (in der Dänischenstrasse /47J—14S9: Kieler Erbebuch
20 //;•. ni6, 1389) aus einer Ä'iste, die im / lause von Claus' firmier stand.
Schuldbekenntnis vor Hans Nickels, DetlefT Kroger.
6 Die Freunde des zum Schwerte fiegnadigten mussten für ihn l 'tfhede
schwören dal se dar numtner up spreken cn wolden : Kmcke Detleven wonn-
attich lo der Laboden unde Scheie Clnuwes to Nigeheykcndorp, Lange
a 5 DetlelT, Lange Marquard wonnafTtich to deine Stene undc Luleke Henneke
wonnafTtich to Nigeheykendorpe, WullelTt Ihossches to Wcllingedorpe, Karsten
Slodickvot unde Hinrik syn sone, dede wonnen to Nigeheyckendorpe, item
Lutteke DetlefT to Nigeheyckendorpe unde Laurens Hrosye to Wellingedorpe,
Klier Hoeleck ok to Wellingedorpe. . Iis Zeugen der l'rphcde fungieren:
3° Hans liuenneyster, Hans Kystenmaker, Keyiner Chyseke, Hans Nickels,
Marquard Man, Hinrik Jabelman, Clauwcs Teilen, Kubbeke JJIoyen.
9 Kieler Farbuch /Ids. f. 6>~\
1 firemer hat hier zwei Fälle confuudiert. Das Farbuch hat zum
fahre 14S1 zwei fierichte, einen über I.aurens Arnd, Myllighes swager //////
35 einen andern über Arnd Myllighes, die beide -wegen verschiedener Diebstähle
gerichtet wurden. Das Schuldbekenntnis legten sie ab :or den zum Gericht
hinzugezogenen fiürgern Hans Nyckels und Ciauwes Claus Louwc.
8 Kieler Farbuch /Ids. f. te>.
s Farbuch : Meyghers. 10 Schuldbekenntnis vor Claus Tonuiges unde
40 Tymme Hynsc.
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12 .
1482 — 1487
[I, 26-29
26 ^nno 1482 do ward gerichtet 2 Marquard Brüse um siner
undat willen. He sehnet to Eckernförde enen büdel af, dar
waß inne 1 ß. He sehnet hir encr fruwen enen büdel af, dar
was inne 4 ß. Noch sehnet he to Plöne ener fruen enen büdel
af, dar was inne 2 ß. 5
27 'Ködern ward gerichtet 4 Klaus Schacht um siner undat
willen, dat he stall her Eier Wisen 5 5 und ein wams und ein
paar *hascn. Noch stall he mit siner selschop to Flüggcndörp 0 */• 'J
6 y und enen hoyken und ein par hasen. Noch stall he enem
manne by der Swcntyn to Klaustörp 7 14 ß. Noch stall he to 10
Obbendorp 8 enem manne enen schwarten hoyken etc."
28 ,0 Anno 1484 11 . Körte Detlef ward verwunnen mit allem
rechte, darvor dat he bekande, wo he hadde braken sünte
Gerdruten block und de karken tom Schlabbenhagen. Item
he hadde gestalen en perd van dem Koberge und der saken vele 15
mehr etc. etc., darum he richtet ward mit dem rade 1 *.
29 ,s Anno 1487 ist einer, Nahmens Marquard Techau, welcher
einen andern, riinrich Kastörp geheißen, zu der Arendsböke
vor dem Kirchhofe todt geschlagen hatte, gerädert worden 14 .
I Kieler Farbuch Iltis, f. to>. »°
5 Schuldbekenntnis vor Tyminc Woyge, Karsten Tymme.
8 Kieler Farbuch f/tls. f. jr.
* Schuldbekenntnis vor Ciauwes Kysouw, Hans Xyckels.
* Der Presbyter Eier Wysen war bis 14S0 im Besitz eines Grund-
stückes circa plancas, by der nigen muren : .-fitestes Kieler Rentebuch nr. 25
/Q77, Kieler Erbebuch nr. I2JJ- 6 Flüggendorf, Kreis Kiel. 7 Klausdorf,
Kreis Plön. 8 Oppendorf, Kreis Kiel.
9 Farbuch : noch stael enen manne tho Schurstorpc (Schürsdorf im
oldcnb. Fstt. Lübeck, Amt Schwartau) enen P.rugghesschen grauwen hoycke.
10 Kieler Farbuch l/ds. f. y\ 3 o
II Die Jahrcsangabe Bremers ist falsch. Das Farbuch hat nur Anno
dotnini und dann leeren Kaum; zu ergänzen ist dort LXXXYTI _-. 1487,
da Schreiberhand und Tinte von der vorhergehenden Eintragung des Jahres
14S2 differieren, wohl aber sich bei den folgenden Eintragungen des Jahres
14S7 finden. 3 5
" Farbuch : lo tughe Tijtke Vages unde Alberd Summegod borghere.
18 Kieler Farbuch Ilds. f. Sry.
14 Der Knecht Techowe war nicht nur des Totschlages au Hinrik
Castorpe angeklagt, sondern auch des gleichen Verbrechens an dem bei der-
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I. 30-32] 1487— 1488 13
l Eodem ist noch einer, Marquard Heneke genant, wegen 30
seiner verübten Dicbcreyen gehencket worden.
*Anno 1488. Hans Grotejohan, anders genömet Groting, 31
gebaren in dem karspei to der VVapeniße, ward hir in der
5 Stadt apenbar begrepen, dat he büdel afschnct mit gelde, dar
he ward umme beklaget und mit allem rechte vorwunncn unde
verordclet to dem galgen. Des quam sin broder Klaus Groting
mit etliken goden mannen und velen borgern vor dem raht
und beden demsülven Hans Grotinge gnade in sinem verordeldem
10 rechte, also dat he ward gerichtet mit dem schwert 8 .
4 Eodem anno ward Gerdrut Westphals na erer egenen 32
*/• 14 bekcntniße mit allem rechte verordelet und verwunnen, *dat
se vor dem have to Schmolc 5 in nachtschlapender tyd to cner
selbe» Schlägerei umgekommenen Kersten (»reveraden (( Jreveroden). Während
i 5 Techow die erste Thal einräumte in jeghenwardicheit unser stat richtevoghedc
unde vor twen beseien borghere, alzo Clawes Thode unde Hans Grawetop,
läugnete er seine Schuld beim zweiten Totschlage. Infolge des fehlenden Be
kenntnisses sprach ihn des rechtes deler am neddersten rechte von der zweiten
Anklage frei. Dieses Cr teil » schalt*, der Kieler Bürger Hans S weder, der
20 im Namen der Venvandten des Greveradc die Klage erhoben hatte, und
brachte das Urteil vor den Kieler Rat. Dort wies der deghedyngesman des
Sweder darauf hin, dass Techau* wenigstens eingestanden habe, an der Schlägerei
beteiligt gewesen zu sein. Doch gaben Bürgermeister und Rat der Anklage
nicht statt, sondern fanden de vorschreven sentencien unde ordel in unsen
25 neddersten rechte ghedelet unde aflghesprakcn by vullennacht. Hiergegen
erhob der Deghedinghesman Widerspruch und erklärte, dass Hans Sweder das
gescholtene L'rteil vor den Lübecker Rat bringen werde. Infolge der Ent-
scheidung des Lübischen Überhofs (siehe Michelsen, Der ehemalige Oberhof zu
Lübeck, S. 26g- 2jo nr. ig6 und Wetzet, Die Lübecker Briefe des Kieler
30 Stadtarchivs nr. ijj), der bereits früher mit dem Eall zu thun gehabt hatte
(Wetzelnr. 14g, 151), wurde der IVozess vom Kieler Rat wieder aufgenommen
und darauf Techmv mit dem Rade hingerichtet na utwisynghe Lubeschen
rechtes. Am 20. Januar sass der Angeklagte bereits im Kieler Gefängnis
(Wetzel nr. 14g), die Hinrichtung erfolgte erst nach dem j. Juli, von welchem
35 Tage der letzte Lübecker Brief datiert ist (Wetzel nr. /jj).
1 Kieler Earbuch Hds. f. jv.
» Kieler Earbuch Hds. f. 9".
3 Urphede des Clauwcs ( Jrotynck vor sik unde vor alle de ghemene.
4 Kieler Earbuch Hds. f. g'<>.
40 6 Schmoel, Kreis Plön.
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14 1488— 1494 [I» 32-33
fruen in er huß hadde gebraken undc dcsülve frue overweldig
ward und band er hende unde fötc und Stack er cn stück
holtes in den halß und band er darup cnen krümmel 1 in den
mund und stall er 3 $ Lübsch min 4 ß und stall er vorder 2
rocke und 2 hoyken und veel ander tüch etc. Hirum iß se 5
levendig begraven.
33 Anno 1494. Copia Notificationschreibens ad Senatum
KWoniensem wegen eines im Kiel erschlagenen Knechtes etc.
Wy Frederik 2 van Godcs gnaden ervgenome to Norwegen,
hertog to Slesw/VX% ok to Holsten, Stormarn und der Dithma rsr/irn, i D
grevc to Oldcnbwy und Delmenhorst etc. bekennen und betügen
openbar mit deßem unsem openen breve vor alsweme : dat vor
uns syn ersehenen de düchtigen unse raht und leven getrüen
Hans Rantzow, Jord Nielß, Claus von Alcfeldc und Hinrick
Broktörp, hebben openbar vor uns getiiget, by eren waren 15
worden gesecht und thon hylligen geholden, wo dat ein knecht,
Hans Dannow genömet, in erer jegenwordicheit mit fryen willen
unbedwungen togestan und openbar bekent hefft, dat he den
knecht, alse de binnen dem Kyle in dem rahtkcllcr geschlagen
ward, vam levende tom dode gebracht hefft und he alleinc sincs ™
dodes, rades und dades schuldig iß, wowoll dat darum ock
medc beschuldiget werd de düchtige Hinrik Rantzow, Schackcn
sönc, de ok dercnthalvcn unse stat tom Kyle hefft moten
miden. *\Vo dem sy angescen de gemelte Hinrik Ranzow */>. /j
deßer saken halven dorch den rechten handdadigen van des 35
doden wegen also iß worden entschuldiget, bidden und begeren
wy van allen unsen leven getrüen undersaten, de mit deßem
unsem breve besocht werden, undc sünderges van juw ersamen
unsen leven getrüen borgermestern, rahtmannen und gemein heit
unser Stadt Kyl, gy dem upgenömten Hinrick Rantzow solcker ^
siner Unschuld laten geneten, cne af und tho der genanten unsen
stat Kyle riden, fahren, wancken 8 , ene ok darbinnen ungehindert
gan, stan, hanteren und derna alse vor gebruken to latende geliek
Af. A'"wr hit-r hat Hrrmfr undc ausgeschrieben t sonst abgekürzt u.
1 / V« Bremer verlesen für kyinmel des Farhuehes : Knehel. 3 -
* Herzog Friedrich 1. fjSs 'JSS- 3 reise».
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I, 33-37]
1494—
i5!5
15
anderen guden mannen und fromen lüden, de dar to schickende
hebben. Willen wy um juw samtlik und besundern günstigen
stedes erkennen. Datum to Gottorp am dage Silvcstri 1 anno
1494 under unsem angehangden signet.
5 *Anno 15 14 umme krützwiginge* uth do ward gestupet 34
F ' Simen Scheie schapherde by dem kake, darüm dat he wat
hadde stalen uth der Capellen Calvarie.
3 Anno 15 15 umme trent des frydages 4 vor Andree 35
beklagede unse gnedige here hertog Frederick enen van sinen
10 schipknechten van dem groten schepc, geheten Vincentius, dat
*/• 19 desülve hadde sinen furstl. *gnaden stalen van dem groten
schepe 4 dröge hüde, und de schinbar dat was tor stede, so
let sine fürstl. gnaden densülven def in de galgen hengen, und
sine gnaden stund alle ungelt. Und sine gnade let de hüde
'5 wedder halen ut der hechte by enem schomaker uth der Bruns wyk,
unde was des rades wille.
Ä Eodem anno des frydages 6 vor süntc Catrinen word up 3tt
dat rat gelecht Timmekc Knill, gebaren uth der Provesty tom
Holme 7 , dat he enen dot Stack binnen dem Kyle, de het Tomes
20 Schagge, und word angeklaget de mißededer van der königl.
wald wegen, wente den he Stack, de hadde nene fründc, de den
mißededer anklageden, so klagede de königl. wald na Lübeschem
rechte unde des doden fruw klagede mede.
8 Anno 15 15 Mitwochens vor Gregori ward Hanß Wand- 37
a s schcrer, ein Bürger von Itzehoe, wegen seiner verübten Diebercyen
alhir an den Galgen gehenket. Deßen getreuer Hülfsmann Hans
Wolderik ist wegen dergleichen Unthat schon vorhin zu Itzehoe
aufgeknüpft gewesen.
1 Dez. ji. * Richtig: krutwiginge, Krauhocihe, Aug. /j.
30 , 8 Kieler Farbuch Hds. f. 14*.
4 N<nr. 2J. Der Andreastag fiel damals selbst auf Freitag. Irrtum
in der Datumangabe des Farbiuhes ? §jö nennt denselben Vag: frygdagh
vor sunte Katrynen (Farbuch).
8 Kieler Farbuch Hds. f. 14".
35 e Ntn>. 23. 7 Hohn in der Probstei, Kreis Plön. * Kieler Far-
buch Hds. f. nr, doch ist dort nur der Sch/uss der Eintragung erhalten,
da /. 10 fehlt.
16
15*5
[I, 38-39
] Anno 1515 des donnerdages 2 vor Gregori* ward Hinrich
Kröger gegrepen. De was ein börger binnen dem Kyle unde
was bördig by Güstrow und hadde veel dinges gestalen. Vor
deßen siilven bavenschreven mißdeder hefft unsc gnedige her
hertog Frederick bede don *laten dorch unsen gönstigen heren 5
Paul Rantzowcn 4 umme dat schwert to geven, und desülve ^
Paul Rantzowe marschalck hefft mede gebeden mitsamt mer
guden mannen, so iß it em gegönnet. So hefft vor de or-
pheide gelovet, dat dem mißdeder sin recht begnadet iß, Hans
Henninges und Hinrik Bruhn 5 . iü
n Anno 1 5 1 5 hefft Maiquard Ripe bekant 7 , dat he ene
kerke tom Reinfelde 8 by dem gasthusc gebroken und darut gc-
nomen mit siner selschop" ein schmide 10 an gclde so gut als
30 !Jf. Noch hefft he bekant 11 , dat dar crer 4 by em quemen 12
by Trente 13 to perde und seden 14 em van kerken to breken und «s
van diriken 1 \ offt he darvan wiste, wente sc wisten wes to halen;
so nemen se ene mede in den krog to Trente unde hadden
dar mer rede mit cm. So nemen se cm achter up ein perd
und reden bet up den Hamerbusch 1 ' 5 , dar weren se ene tyd lang
1 Kieler Farbuch Hds. f. in -rsr. *°
2 Marz S. 8 Das Farbuch hat Georrygy, also nicht, wie Bremer
verstand, den Gregorstag, sondern den Georgstag. Donnerstag vor Georg fiel
damals auf den ig. April.
4 Hof mar schall König Friedrichs I., gest. 1J21, begraben in Itzehoe:
Genea/ogia Kauzoviana ed. /jSj, Bl. j>~. Angelus, Holsteinische Chronica 25
(Leipzig /J97) I, 147. ij ij Amtmann in Kiel: v. Stemann, Geschichte d.
öffentl. u. Privat-Fechts d. Herzogthums Schleswig JJ1 , IJQ.
6 Von Bremer verlesen für Buns. Hinrik Huntzs kauft ijii ein
Grundstück in der Hassstrasse : Kieler Frbebuch nr. 1JS2; identisch mit
dem 149J als Käufer in der Küterstrasse erscheinenden Ilinric Bunsz(en)?: 30
Kieler Frbebuch nr. 12J7. 6 Kieler Farbuch Hds. f. I2 v -/4 r .
7 Zeugen dieses Bekenntnisses : Hans van Kairippen unde Bartelt Storn.
8 Reinfeld, Kreis Stormarn. 9 Hynryck Wyse, Hynryck Kloke to
Damstorpe. 10 Geschmeide, Schmuck. 11 vor 4 beseten borgheren: Hans
Kruse, Marquarl Oflc, Laurens Schüssel, Marquart Klüver. 35
l * A'ipe erklärte, die l'ier hätten sich ihm gegenüber Rcventow genannt.
13 'Prent, A'reis Plön. 14 sagten. lb mit Dietrich öffnen. 16 Far-
buch: Hannenbusk.
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I 39 4i]
1515—
1521
17
in der nacht, do reden se fort in der nacht up enen kamp
vor dem statholte, dar blinden sc de perde by dem thun und
leten enen by den perden. De andern dre gingen mit Marquard
Ripcn bet up suntc (ierdrut kerkhof und breken af dat glase-
5 finster. Do steg Marquard Ripe in de kerken und dirkede
de kiste up, dar nam he uth 3 kelkc, 3 patinen 1 , en sülvern
kruse 2 und ene klene laden, dar was innc beschmide mantel
und andre klenodien, und dat schmide schneden se van dem
mantel und de laden mit dem mantel und mit den aflaten 3
10 breven 4 settedc Marquards selschop under enen tun. Alle diße
V 21 *klcnodie langedc Marquard sincr selschop to dör dat fenster.
Do se deße klenodie wege hadden, do gingen se weg, ehr
Marquard wedder uth de karken quam. So wistc Marquard
nicht, wor se blevcn, men he ging stracks na der stede, dar
15 se de perde leten. Dar quemen se wedder tosamen, do setteden
sc sick up de perde und geven em enen Rinschcn gülden daraf
und se reden darvan, dat Marquard nicht wiste, wor se hieven,
und heflft se na der tyd nicht gesehen. Diße Marquard Ripe
is um solckcr und andrer mer undat und devery willen am
?o sunte Margreten avende 5 geradebraket und gehenget 8 worden.
7 Anno 1521 ward gegrepen up schiner dat ein Schmede- 40
knecht, geheten Jochim Stenbrügger, de Stack enen andern
schmedeknecht dot in Klaus Hartiges 8 huse binnen dem Kyle,
unde de dode hete Peter Kruse, unde he ward fort gegrepen H
a 5 und he ward fort up ein rat gelecht.
,ü Eodem hefTt Hans Kröger bekant 11 , dat he hefft den block 41
1 lat. patena, Oblate ntcller, der zugleich ah Kelcluleckel dient.
* Trinkkanne, Krug, Hechcr. * Farbuch : aflates. 4 Ablassbriefen.
U Juli 12.
30 6 Vor seiner Hinrichtung oppc der stede, dar he sterven scholde
'our de Ripe noch ein Mal von den rechtevoghede gefragt, ob sein Geständnis
der Wahrheit entspräche, 7t>as er bejahte.
7 Kieler Farbuch J/ds. f. H Farblich : Hertiges.
w rychtevogede: l'eter Smclinck, Jacop Schröder.
35 10 Kieler Farbuch Hds. f. /y.
n vor beseten borgher, alse inester Claves bartscherer unde Diderick
Farwolt.
2
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18 152 1 [1,41-42
to Calvaric vor dem Kylc gebraken und nam darut, wat darin
was, des avends 1 up unser leven fruen dag 2 . Noch hefft hc
bckant, dat cm enc magd to Lübeck gedan haddc enen schlötcl
crer lade, dar scholde he 8 ß uth ncmen, so stall he er 16
uth dersülven lade, unde he iß vcrwunnen mit ordel undc rechte 3
mit dem rade.
42 3 Als cinsmahls üms Jahr Christi 1521 4 etliche Bürger der
Stadt Kiel gegen den Abend auf die Wache ziehen sollen und
zu dem Kndc sich auf dem Markt versamlct, gehen sie vorher
in des Rahts Keller 5 , iim ^etliche Kanne Hier zu trinken. Wie 10
sie nun von dem Stadtdiener zu bestirnter Zeit auf die Wache
zu ziehen ermahnet werden, hat sich einer, Jochim Altschröder fi
geheißen, gegen diesen Diener, der ihnen zugeordnet gewesen,
mit Nahmen Marten Lütke 7 , gestreubet und mit den andern
nicht zugleich gehen, sondern noch länger trinken wollen, wo- t 5
durch der Stadtdiener geursachet, ihn mit harten Worten anzu-
greiffen, daß er seinen bürgerlichen Eyd bedenken und gleich
den andern sich gehorsamlich zur Wache einstellen solle. Als
sich aber der Altschröder deßen verwegert und sich wieder
den Diener trotzig aufgelehnet, sind sie darüber mit einander 20
in die Hare und Schläge gerahten und hat der Altschröder in
j. nmle rechte: im richte A. 7. Randglosse in a fing. I . V 7<rV das Con-
volut stib sifjno ^ Curia. 12, ig u. 21. Altschröter o.
1 Se/>t. 7, "oenn man nativitas Marine annimmt.
2 Das Farimch hat hier nur oppe unser leven fruwen dach (Sept. S : 25
nativitas,), doch findet sich dort f. ij> noch ein zweiter gleichlautender He-
rl cht über Hans Kroger zum Jahre iju) (ohne Angabe der Bestrafung) ;
dieser zweite Bericht hat das von Bremer angegebene J)atum : op unser leven
f muffen «lach des avendes.
3 Die Darstellung in dem von Bremer benutzten Cottvolut # des 3"
Kieler Stadtarchivs liegt auch dem Berichte zu Grunde, den Juli 14
der Kieler Fat an die Juristeiifacult.it zu Rostock übersandte. Die Erzählungen
Bremers und des Fates stimmen fast wörtlich überein. Siehe in Beilage II das
» / ' erzeich nis der Excmfch , Fall 2 (aus dem Schlesinger Staatsarchiv B A'/V 6
nr. 1 f. SJ' Sjrj. 35
4 Der Fatsbcricht hat ohngefchrlich für 50 Jharen, was dem Jahre
entsprechen würde. 5 unter dem Falhausc. 0 Die Schreibung Allschröter
///// t findet sich wie in der //ds. a, so auch im enoähntcn Fatsberichte.
7 Der Fatsbcricht nennt ihn Marten Lütke oder durch den Busch.
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I, 42-47 J 1521 — 1522 19
solchem Lerm in und außerhalb des Weinkellers 1 so viel und
insonderheit eine Wunde im Kopf davon gebracht, daß man
ihn, gleich als were er todt, von dannen in seine Behausung
tragen müßen, ist auch nach 2 Tagen von solchen empfangenen
5 Wunden und Schlägen gestorben, auch nach seinem Absterben
wegen seines an gedachtem Orte verübten Frevels und Wieder-
setzlichkeit vor dem Dänischen Thor auf einem Schoöf Stroh
enthaubtet worden.
*Anno 1522 ward Paul Steen na siner egen bekentnis 43
10 mit allem Lübcschen rechte vorwunnen 3 , so dat eine word dat
hovet afgehowen um siner undat willen, de he hadde gedan
mit sinem knechte Hcrman Goßman, imune der stinde willen,
de sc brukeden als sodomiten.
*A 2 J * 4 Anno 1522 ward Hcrman Goßman 5 na siner egenen 44
»5 bekentnis mit allem Uibschcn rechte verwunnen, so dat he
ward in de galgen gehenget um nie siner undat willen, dat hc
mestcr Hinrich dem bartscherer to Itzehoe stall uth sinem büdcl
24 3. Noch stall he Jacob Raven 2 |f ut sinem biidel. Noch
hefft hc gestalen sunte Jürgen sinen halsband. Noch hefft he
so gemaket müntisen und woldc darmede münten, und wolde cm
nicht gedyen, do schlog he se entwey. Noch hefft hc mit
Paul Steen gebruket de sodomitensünde.
6 Kodcm ist auch einer, Nahmens Hinrich Schröder, wegen 45
seiner begangenen Diebereyen und Mordthaten auf ein Kadt
2 5 gelegt worden.
7 Item noch einer, Hans Bremer genant, wegen verübten 46
vielfältigen Diebereyen aufgehencket worden.
*/■ 28 * K Anno 1522 hefft Hans Holste bekant, dat hc wolde 47
1 Anderer Name für den Ratskeller.
30 * Kieler Farhueh I/ds. f. /6r
3 Geriehlsrögle IJ3J wie in $ 40.
4 Kieler Farhueh Jfds. f. ij<--i6r.
5 Der Kneeht des Faul Steen : # jj.
0 Kie/er Farhueh llds. f. i6>~'.
35 7 Kieler Farhueh I/ds, f. iy~-iS>\
ö Kieler Farhueh llds. f. iS'' i<)-:-.
2*
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20
1522—1523
[I. 47-48
Dcrsow 1 und Nymünster ansteken*. Item dat he gestalen '/•* laß
van enem wagen, vele blocke upgebraken und dat geld daruth
genamen. Noch hefft hc mit Hans Rosenhagen und sinem
knechte gemordet 2 mannes und se gegraven in dem mist to
Stave 3 in dem kroge. Noch hefft he mit sinem veddern Hans 5
Holsten, wanafftig to Kuddewurden 1 , enen kremer gemordet in
dem Wunnekenbroke und cm sinen kram genamen. Noch
hefft he gemordet mit Hans Holsten sinem veddern in dem
Wunnekenbroke enen man, de hadde by sick ene fru, de leten
sc gan. Noch hefft hc mit sincr sclschop gebraken ene kerken, 10
dar nemen se uth ene monstrantie und goten dat sacrament
up dat altar. Noch hefft hc vele andre dinge mehr gestalen.
Also iß diße Hans Holste up ein rat gelccht worden.
48 ^Folgendes hat sich zwischen Anno 1.523 und 1534, da
Gerd Cordes 0 Bürgermeister im Kiel gewesen, zugetragen. Es 15
14. Randglosse in a fing. l. Wide' im selbigen Convolut Sielu die Rand-
glosse zum Beginn von f 42.
*
1 Dersau, Kreis Plön. * Die beabsichtigte Anzündung bezieht sich
nur auf Xeumünster, dagegen hat er Der sau in der Thal angesteckt ; Far-
buch: dat hey hevet Oarssow anstickedc. 3 Stazen, Mektbg.-Strelitz, Kitter- 20
schaftsa/nt Stargard. 4 Kuddewörde, //erzogt. Lauenburg, Amt Schwarzenbek.
b Siehe in Beil. II das kurze Referat des Kieler Rats, » Verzeichnis
d^r Exempeh, Fall 1 (aus dem Schleswiger Staatsarchiv B XV/ 6 nr. / f.J4 r ).
Vgl. oben S. tS Xotej. Dass dieselbe Quelle benutzt wurde, zeigt trotz der
Kurze die Bezeichnung langen Slroes, zgl. damit in /Ids. a : langen Strohs. 25
6 //// Referat des Kieler Rats ( Beil. II) fehlt jede Jahresangabe.
Bremer etweilert den Bericht durch Fixierung der Amtierungszeit des Burger-
meisters Cordes: 1323 — 1534. Zur Angabe des Endtermins 1334 veranlasste
ihn wohl die Xotiz in § 3S, muh welcher Cordes nicht lange nach 1534 ab-
gesetzt wurde. In der Ratsliste hat Bremer: 1333. Jedoch auch diese Zahl 3°
ist nicht genau, sie ist durch 1336(1337 zu ersetzen ; de mm 1336 dinxstages nha
Johannis Kapliste (Juni 27 J vertritt noch Gerd Cordes Kiel im Vier-
städtegericht: Protokolle des Vierstädtegerichts / 497— 1374 (Manuscr. deposii.
der Stadt Kiel nr. 6 im Schlesinger Staatsarchiv, jetzt in der Kieler Univer-
sitätsbibliothek), f. 47*-. 1337 dinxstages nha der oetaven corporis Christi 35
(Juni 12) ist er bereits durch Jaspar l-'ersth ersetzt: ibid. f. 47*'. Die AMgabe
des Anfangstermins 1323 entspricht dagegen den Protokollen. 1322 ist Cordes
noch Ratsmann (f. Jf), 1324 am fridage na der oclavcn cor|>oris Christi
(Juni 3) erscheint er zum ersten Male als Bürgermeister (f. j '2'); aus dem
Jahre 1323 fehlt das Protokoll. 4°
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I» 48-491 1523 — 1526 21
hat nemlich diser Gerd Cordes cinsmahls ein Schiff zur See
ausschicken wollen und zu Bespcisung deßclben unter andern
eine Tonne mit Fleisch hinunter ans Schiff bringen laßen. Dieses
Fleisch, als es etwas übel gerochen, haben die Botslcute dem
5 Bürgermeister mit Pfeiffcn und Trummcln auf einer Bahre wieder-
um vor der Thür gebracht, auch daselbst allerlei Muhtwillcn
verübet, sogar daß sie auch ins Hauß 1 gefallen und den Bürger-
V -9 meister, welchen sie vergewaltigen wollen, gesuchet. *Kr hat
sich aber in eine Kammer verschließen müßen. Als nun solch
IO Geschrei und Tumult von einem der Stadtdiener gehöret worden,
ist derselbe in des Bürgermeisters Hauß eingelauffen und hat
einen der Bohtskncchtc, Nahmens Knieschoff, erstochen. Diesem
todten Cörper ist nichts desto weniger hernach wegen verübten
Frevels der Kopf auf einem Bund Stroh abgehauen worden.
15 2 Anno 1 5 26 do ward ein densman, geheten Hans Glasewerter 1 , 19
gemordet vor dem Kyle in dem stadtholte und is to dem Kyle
vor gericht 4 gebrocht up frytag r * na der hcmmelfart Cristi. Unde
de vorsprake" hefft angeklagt van des doden manncs wegen
unde. siner fründe Detlef Somerfcld, Marten Möller 7 sön, unde
20 enen reisigen knecht Karsten 8 , de to der tyd denedc by Detlef
Ratlow 1 *. So alse diße 2 worden berüchtiget, dat sc dit sohlen
hebben gedan, so sind se vorflüchtig worden, so sind se ge-
eschet in dem rechte, cn mal, ander mal und derde mal und
nemand is gewest, de vor se antworden wolde. So iß to recht
35 gefunden, dat nie se solde fredloß leggen im Uibschen rechte
und in allen andern gcrichte, dat me ene solde folgen als
/. discr: der Bürgermeister a. 12. Nahmen* KnieschoflT: in . I rv>« Ihemer
am Rande eingefügt, in a und b befindet tieft dieser /.turnt- im Texte.
1 f. Stroh : langen Stroh* a /><ig. J. ff. Hans : HanU /> />ng. ö<>.
1 Cordts hatte als Für^ermeister (/rundstiieke in der Fisehersfrasse,
30 Kitterstrasse und am Markt: Kieler F.rhehteh nr. /?</>, 1S00, /Sj'k f$./j.
Iiier ist wohl von dem Hause am Markte twisken Mattias Tode unde Kranlz
Hollinck (nr. 1S26) die Rede.
* Kieler Farhueh Ilds. f. -
8 Farlnteh: (ilascwarder. 4 richtevny;ede: l'eter Smclinck unde
35 Albert Arndes. 5 Mai 11. 6 Fiirs/>reel/er, /'roeurator, Fiseal. ' Fat
fiueh: Muler. H Farlnteh : Kerslen. v Farlnteh : niyt DeilelT Kotlu.
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22
[I. 49-53
mördcr. Undc dem doden is de hand af gelöset up ein recht,
offtse wolden da rtegenseggen, so mochten se gahn todemschine 1 .
50 2 Eodem heflft Hans Boye bekant, dat he und Jürgen
Ludewig, Henning van Rrunswyk, Hans Vorlöpcr dotgeschlagen
hadden Clement 8 Evert eren egenen *gesellen by Wcstkc. Noch 5
hebbet diße 4 und de schwarte her Johann kerkher to der *A^°
groten Hcyde gebraken de kerken to Swinckcndorp und hebbet
dartith genamen 3 kelcke. Noch heflft diße Boje vcle blocke
gebraken und dat geld weg genamen. Uth dem block up der
Levensow heflft he genamen 13 Noch is he mit sincr sei- 10
schop 1 gekamen to Suxtörp 5 in Bartcld Klindcs huß, nemen vor,
dat se künste wüsten, dat sc künden geld finden. So iß Hans
Boy gegan in de kamern to bedde und de ander is in dem
husc gebleven. Und er anschlag was so, wan er dat geld und
sülver were in der kisten, so woldc sin geselle den wehrt mit 15
enem perde int feld schicken, so woldc Hans Boj dat gut
nemen undc krupen dür dat finster, so wolde de ander mit
der fruwen so to werke gan, so lange dat de ander mit dem
gude wege were etc. Umme solcker undat willen, de diße
Hans Boje gedan hadde, iß he up ein rat gelecht. *°
51 6 Eodem Anno ist noch einer, mit Nahmen Hinrich Neetgesell,
wegen verübten vielen Diebereycn aufs Radt gelegt worden.
52 7 Item noch ein ander, Andres Roß genant, hat auch wegen
verschiedener Kirchen- und andern Diebereyen dergleichen Straffe
empfangen. 25
53 8 Noch hefft einer, Thomas Matthießen 9 genant, bekennet 10 ,
' Iber das Gehen zum Scheine (Baarrecht) siehe die Einleitung.
2 Kieler Farbuch Hds. f. 20*-'.
3 Farbuch ; klenen ; es ist -,00hl schwerlich mit Bremer Kiemen zu
lesen. * Dyrieh van Lubeke, Hinrich Netgeselle, Jorgen van der Horch. 3°
5 Suchsdorf, Kirchspiel Kiel.
6 Kieler Farbuch Hds. f. 2jr.
7 Kieler Farbuch Hds. f. 21V-22*. 8 Kieler Farbuch Uds. f. 22t>-2jr.
9 //// Farbuch wohl verschrieben : Mathessessen.
,0 genodiget undc ungenodiget op synen frigen v»>tcn vor twen he- 35
setten borgeren myt nanien Dyrick Lodewick unde mester Claves dey bart-
scherer, Vormunde by den grawen broderen.
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h 53-54]
1526 — 1527
23
dat he sy mede gewcst in matschop 1 Hans Boyen 8 dagc und
*/>.j/ ismedegewestin twen höven, dar sc woldcn *scelcn s verlosen und
wolden geld finden, mer dat hefft eme nicht glücket, dat se
wat hebbet gekregen. Noch hefft he bekent, dat he und Jürgen
5 Lodewig, Mclchcr Conradcs, Wilm 3 Sündergeld hebten gebraken
ene Capellen in jensyt Stetyn, dar nemen se uth 3 gülden 4 .
Noch hefft he mit siner selschop* gebraken .ene kerken int
land to Halverstat", dar kregen se uth 3 stige ^. Noch hefft
he und Jürgen Lodewig gebroken enen block vor Hildeshem,
10 dar kregen se uth 30 mattir etc 7 . So als diße h/v Thomas
Matthießen was ein pape, so ward he geworpen in den keyser
umme siner undat willen, de he hadde gedan.
"Anno 1527. Claus Rundhövet hefft bekant a , dat he is 54
mede gewest to Bornholm und hefft dar ein schip genamen,
»5 dar weren up 5 mannes, de worden over bord gehowen. Hir
weren mede Minert 10 Frese to Tramünde 11 , Hans van Bremen,
Bartholomeus Undütsche 12 , de junge Hagcmcstcr 13 , wahnende to
Tramünde, noch ein knecht geheten Albert uth dat land to
Rügen, item noch hefft Klaus Rundhövet mit dißer selschop
ao genamen ein schip vor dem nyen depe 14 vor dem Sunde, dar
weren up 5 man, de setten se up dat land und se tögen mit
dem schepe undc gude weg. Noch hefft Klaus Rundhövet
mit dißer vorgeschreven selschop einem schepe gefolget, dat
is em cntlopen, süß wolden se dat anders ok genamen hebten.
»5 Klaus Rundhövet iß üm dißer undat willen up ein rat gelecht.
//. keyser: //,ts. f< puff. 49 fügt erläuternd hinzu . (c;ircer).
1 Gesellschaft. % Vgl. Überschrift tu llds. b . Priester- Aberglaube.
3 Farbuch : Wylleken. 4 Farbuch : 30 g. 5 Jorgen I.odewick,
Jorgen van der Borch, Hene van Hruit^wick, Steffen cley Wale, Claves l'aris.
3 o 0 Halberstadt. 7 noch hevet hey myt syner selschop gebroken enen
block vor Emeke, dar kregen sey uth 20 mathier.
8 Kieler Farbuch llds. f. Jj'' 24*.
9 in der hechte up sinen frigen voten vor den richtevogeden [Peter
Smelinck unde Albert Arndes] unde twe beselten borgeren myt nainen
35 Dirich Lt»de\vich unde mester Claves de bartscherer.
10 Farbuch: Menert. "Travemünde. 11 Farbuch : Undusche.
19 Farbuch : Hegemester. 14 Fluss, Kanal.
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24
i53°
5» *Anno 1530 sind zwei Weibspersonen, Kunneke Brökers 2
und Gretje Helms* genant, weil sie durch Zaubcrey*künste vielen *p. J2
Leuten an ihrer Gesundheit und sonsten großen Schaden getann,
mit Feur verbrand worden.
1 Kieler Farbuch /Als. f 241'- 36*. 5
* Kunnckc Brokers wurde von dem Schmied Peter Hock (in der Burg-
strasse: Kieler Frbebuch nr. IJQQ z. J. 1312) vor dem Kate beschuldigt, dass sie
seine Frau bezaubert hätte. Da Bock nach Lübischem Rechte Bürgen stellte,
wurde die Brokers ins Gefängnis gesetzt und gefoltert. Gerichtsvögte waren
ijjo : Marqwart Kistcmaker unde Jasper Ferst. Die Gefangene bekannte 10
genodiget unde ungenodiget unde darna op eren frien voten in Gegenwart
der Bürger Dirich Varenwolt, mester Claves bartscer, Jorgen Kruse, Claes
Hartman, dass sie eine offenbare Zauberin sei, ihre teuflischen Künste, die
vor frommen Leuten nicht genannt werden konnten, wiederholt gebraucht und
dadurch C'nglück und Krankheiten über Atutere gebracht habe. Als Opfer 15
machte sie Peter Hock, I Bürens Kiso, Albert Arndes und deren Frauen nam-
haft. Den Kiso und Arndes habe sie mit einer Salbe beschmiert, deren Zu-
bereitung sie von ihrer Mutter lernte ; im Hause des Kiso habe sie auch
gegraben, um ihm und seiner Frau Krankheit anzuzaubern. In den teuflischen
Künsten sei sie von einer einäugigen kranken Frmt in Gaarden, die im Gasthause 20
zu Kiel starb, unterrichtet worden. Sonst sei niemand der Zauberei kundig.
1 1 'egen der von ihr eingestandenen I 'erbrechen wurde Kunneke Brokers muh
Lübischem Rechte als Zauberin zum Vöde verurteilt und verbrannt alse ener
tovenerschen behort. Die Unglückliche war das erste Opfer des f/exenwahns
in Kiel, aber auch zugleich das erste in Schlesnoig- //oistein überhaupt: Jessen, 25
Zur Gesch. d. Jlexenprozessc in Schleswig und Holstein, in den Jahrbüchern
f. d. Landeskunde d. //erzogt. Schiene, //olst. Lauenb. //, 20g. Des » Radens
und Bötens», des //andwerks der «guten Fram, war die Brokers nicht be-
zichtigt worden; die Salben hat sie nicht zur //eilung, sondern im Gegenteil
zur Schädigung angewendet: darmede sinerde sey Laurens Kiso op synen 30
gellen rock in der fasten, op dat enc solde krancheit unde ungelickc und
eyn qwal gcrochte krigen. Wie neu und eigenartig das eingestandene \ 'er-
brechen war, geht daraus vor, dass die Brokers ihr Geständnis vor nicht
weniger als J2 Bürgern wiederholen musste, deren Namen sämtlich in das
offizielle Gerichtsprotokoll des Farbliches eingetragen wurden. 35
3 Richtig : (Irete Uclmiges. Sie wurde wegen ihrer Zauberei gleich-
zeitig mit Kunneke Brokers ins Feuer geworfen, /n- und ausserhalb des
Gefängnisses vor dem Gerichte bekannte sie, teuflische Künste, die gegen Gott
und den christlichen Glauben wären, gebraucht und damit viele Leute betrogen
zu Itaben. Im Besonderen führte sie an, dass sie dem Eggert Daberen etliche 40
Teufelskünste zum Gebrauch zwischen sich und seiner Frau lehrte und ein
anderes Mal das Wams eines Mörders nahm und dadurch dessen Flucht er-
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h 56-57]
l Eodem ist einer, Nahmens Hans Stahmcr, wegen begangenen 56
Raubes, Diebereyen, und Nohtzucht 2 aufs Rad gelegt worden.
"Johann von Ahlefeld von der Fresenburg hatte in der Stadt 57
Kiel großen Muhtwillen gegen die Bürger verübet, aber die
5 Kieler Bürger ergriffen die Waffen und erschlugen disen Ahlefeld
samt seinem Diener 4 zwischen den beiden Holstenthoren\
4. liürger: Btirgcrey n fi<tg. IJ. 6. samt seinem Diener /rA// a fing. /<V. ■
a schliffst mit Qurllruaugnbc : Kpit/?//«<r f. i, [casus] 3.
moglichte. Noch während ihrer Gefängnishaft hätte sie teuflische Künste
10 angeioendet dat dey ene na dem anderen dale fei unde etlike krnnck legen
eyn tyt lanck in den dot. Schon früher hatte die l felmiges "wegen ähnlicher
Vergehen im Gefängnis gesessen, war aber mit dein Lehen davon gekommen,
Jetzt vereinigte sie mit der Brokers derselbe Scheiterhaufen zum Flammentode.
1 Kieler Farbuch Ilds. f. 2Öv-2-jr,
»5 ! Schuldbekenntnis in bywesen : Dyrich Varenwolt, inester Claves
bartscer, unde ok bekant in dem rechte.
a Die von Bremer benutzte Quelle ist des Martin Coronaeus Schrift
»Epit.iphia nobilium Slesvico-IIolsatoruinc in der hdschr. Ausgabe des [ 'trieb
Betersen. C'ber Conmäus und die auf der Kieler ( 'niversitätsbibtiothek be-
2° findlichen Handschriften (in der Abteilung S. //.), Ausgaben und Fortsetzungen,
des Ulr. Betersen, Joh. Cas/>. Wilhelmi und J. F. Noodt siehe die Einleitung.
Die Fr schlagung des Johann v. Ahlefeld findet sich in der Fassung der Brema-
schen Hds. a verzeichnet: Coronaeus- Beiersen S. II. 146 p.j nr. 4, Coronaeus
Betersen- Wilhelmi S. II. 147 />. 3, Coronaeus- Betersen- Xoodt S. II. 14S />. 33 /
25 ////;• fasst Noodt den Schluss etwas anders: zwischen den beiden Thoren
bei der Ilollsten Brücke. In den genannten 3 Handschriften steht die Er-
zählung ohne Jahresangabe in der Sammlung von Berichten, die Coronaeus
zwischen /jSo und ijS6 eingeschoben hat. Erst die zioeitc Abschrift des
Noodt S. IL 380 A hat p. 11 das bestimmte Jahr 1380, eine irrtümliche Dc-
30 tierung, die auch die Hds. Noodt S. II. 14g C f. 6*> wiederholt. Bremer
selbst verzeichnet kein Jahr, er schiebt unseren Fall zwischen /330 und / 534
ein. Daraus hat man irrig die Angabe des Jahres 1330 entnommen. Auch
die Vossschen Exceipte im Geh. Staatsarchiv zu Appenhagen notieren ( nach
Bremer?) 1330. Letzteres Jahr für die Erschlagung vorausgesetzt, müsstc .
35 man die Fehde zwischen Bartolomäus v. Ahlefeld und der Stadl Kiel auf 10
Jahre berechnen; denn die Zwistigkeiten, die sich an den Tod des Johann
v. Ahlefeld knüpften, wurden erst 1340 (siehe reeiter § 61) beigelegt. Flinc
zehnjährige Fehde wäre aber, selbst 'wenn man die Worte eine gude tydi
(S. 2g 12) weit fasst, etwas viel.
40 * Die Notiz von der Erschlagung des Dieners fehlt bei Coronaeus,
Bremer hat sie der in § 6/ eingereihten C'rk. /440 Jan. 13 (S. *gg) entnommen.
h Bestanden um /330 bereits beide Hotstenthore, so kann das äussere
2a
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20*
1534
58 ! Anno 1 534* auf Cathedra Petri 8 ist einer, Nahmens Hinrich
Meldürp, Hinrichs Sohn, welcher einen andern, Hans Pöting 1
geheißen, todt geschlagen hatte, auf des Bürgermeisters Gerd
Cordes 5 Vorbitte und getahne Zusage, daß diser Hinrich Meldürp
sich mit des Kntlcibeten Freundschafft vertragen solte, wiederum 5
in die Stadt Kiel auf und angenommen worden.
Dieser Gerd Cordes ist nicht lange hernach 1 ' von Sinnen
kommen und biß nach Segeberg gelauffen, von dannen ihn
der Amtman 7 wieder zurück nach Kiel geschicket. Er ist bald
darauf abgesezt und Jasper Veerst 8 wieder erwehlet worden. 10
Thor nicht erst 1366 erbaut worden sein, wie man bisher mit Schwarze-
Fehse, Nachrichten von der Stadt Kiel, S. 10 angenommen hat: Volbehr,
Beiträge z. Topographie d. Stadt Kiel S. 43. Die Mitteilung Bremers (siehe
diese im zweiten Teile der Chronik z. J. 1566), auf "welcher die Angabe bei
Schwarze- Fehse beruht, spricht nur allgemein vom Hau des Holstenthois. 15
Da das äussere Thor bereits /£?o vorhanden war, kann es sich fj66 nicht
um eine völlige Neuschöpfung, sondern nur um einen Um- mler Ausbau
gehandelt haben.
■
1 Kieler Denkelbuch 1463-1388 (Stadtarchiv, Invent. K. fj, lfds.
f. 14g 1 '- 130'', Ratsprotokoll cathedra l'etri. Der Fürgermeister Cordes bittet,
dat Hinrick Meldorpes sonc, Ilinrick Meldorp, welker hedde doet geslagen
Hanns i'otinck, mochte wedder inkamen hir thomm Kyle. Dafür, dass
Meldorp die Freunde des von ihm F.rschlagenen befriedigen werde, bürgen
Cordes und die von diesem gestellten schadeborgen : Peter Huck, Johan Hille,
Bartolt Stormm, Jochim Repsleger, Clawes Arp, Kraus Kisienmaker, Andres 25
Smyt. Kommt der Vergleich mit der Freundschaft des Toten nicht zu stände,
so hat Meldorp die Stadt wieder zu "'erlassen. — Herdts vorher hatte die
Königin von wegen eres heren sones hertich AlclTs de ersthe hede gedaen,
aber die Freundschaft war nicht zufrieden gestellt worden.
2 Veltheim S. 223 irrig: 13 13. , ( 30
3 Febr. 22.
4 Identisch mit dem Kieler Bürger Hans I'otinck, einem der 32, vor
denen Kunneke Brokers ihr Geständnis wiederholte .-' Derselbe gab auch im
I/exenprozesse eine Leumuniserklärung über einige, in I erdacht der Zauberei
gekommene Frauen ab: Kieler Farbuch Iiis. f. 23?'. 35
h Siehe S. 20 Note 6. ß 1336 / 37. 1 Gosche Rantzau zu Nienhof :
Zeit sehr. d. Gesellsch. f. Schlesw. Holst. Lauenb. Gesch. /'//, 132.
8 Nach Bremer Katsmitglied seit 132g, gest. 1342. Die Protokolle
des Vierstädtegerichts f ühren ihn 132g — 1336 'ds Katsmitg/ied und / jjj als
Bürgermeister auf. Das Protokoll von 1331 hat er selbst geschrieben. Sonst 40
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I, 59-6o]
1535 — »536
27
1 Anno 1535 ist einer, Nahmens Hans . . . *, so cinTrommen- 59
schlägcr und von Königsberg gewesen, weil er einen Kramer,
Herman Robertus 3 geheißen, alhier in einem gewißen Hause
erstochen 1 , gerädert 5 worden.
5 * G Anno 1536 7 in der Lubschen Feidc, als ein Jahr und Tag 60
36 Landsknechte im Kiel gelegen, hat sichs zugetragen, daß ein
j. Rntuigtossr hl a fing. 14: Vitlc CYmvolut
wird er dort nicht wähnt, rjjS am (läge visitationis Marie (Mai S) Jim
giert Peter Smelingk als Bürgermeister (ffds. f. 4S"). Jedoch ist hie/hei
10 zu he merken, dass die Protokolle f£?S — 42 nur Einen Bürgermeister nennen;
es ist also nicht ausgeschlossen , dass Jasper Ferst der andere Bürgermeister
war. Vor rj2Q kommt Ferst in den Protokollen überhaupt nicht vor. Die
Angahe Bremers, dass Ferst IJJJ wieder Bürgermeister wurde, also schon
vorher ein Mal dieses . Iml hekleidete, lässt sich durch die genannten Protokolle
15 nicht belegen. Ein von Ferst ijj6 in der Schumacherstrasse erworbenes Haus
geht erst /J62 in den Besitz des Patmanns Laurent/ Knut 7. über: Kieler
Erbebuch nr. 17 iS, 1SS7 ; im Jahre ijj? fungiert er als Vorsteher der hl.
Geistkirche : ibid. nr. 1728.
1 Kieler Farbuch ffds. f. 27^'.
20 * Auch das Farbuch hat nur den Vornamen. 8 Farbuch : Roberte*.
4 Am Mittwoch vor Vastetabend ( Febr. j) im ratman (?) Tormans hus.
Gegen den ins Gefängnis Gebrachten erhoben die Freunde des Toten die An-
klage und stellten Bürgen. Der Thätcr räumte ohne weiteres op fryen voten
vor den im Gefängnis erscheinenden Gerichtsvögten Manjwart Kistemnker
35 unde Jasper Ferst und den Bürgern Peter Neve, Claves Hartman, Hans
Walbom das begangene Verbrechen ein. Am Freitag darauf wurde der Tot-
schläger vor das Gericht geführt, wo noch ein Mal die Freunde formell die
Anklage wiederholten und Bübisches Recht begehrten. Da Hans sich auf die
Frage des rechtdeler schuldig bekannte, wurde er zum Bade verurteilt.
30 6 Auf Bitten des Rates und frommer Bürger gönnten die Freunde,
dat hey . . . van boven dal wort gerichtet und dey frondc heben al
gestan scaden, dey dar op gegan is, und wol betalt.
0 Kieler Farbuch ffds. f. 2g"'j2 r . Doch hat Bremer, wie ffds. a
angiebt, hier den Bericht des Farbliches nicht direkt benutzt, sondern eine auf
35 diesem Berichte (■) beruhende Darstellung, aus der auch das kurze Referat
des Kieler Rats im » Verzeichnis der F.xempeh , Fall 3 (Schleswiger Staatsarchiv
B XV f 6 nr. 1 f. jj) geschöpft ist. Vgl. oben S. /$ Xote j u. weiter S. 2g /J <?r .
7 Krieg Lübecks mit Dänemark fjjj—j6. Der Ratsbericht ohne
Jahresangabe. Das Farrecht wegen des Erschlagenen -wurde nach dem Be
40 richte des Farbliches Donnerstag nach Weihnachten (Dez. 2S) abgehalten.
Vor den Gerichtsvögten Manjuart A'istemaker und Jasper Ferst erhoben
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28 1536 ^ 6o
Landsknecht, Bartolomeus 1 genant, welcher bey Meister Eggerd
Platenschläger, einem Beuteler*, seine Herberge gehabt, eines-
mahls des Abends Gäste zu sich gebeten*, des Wirts Kost und
Bier aber verachtet und gestraffet, und daß er mit dem, wovon
der Wirth mit seinen Leuten geeßen, nicht zufrieden seyn wolte, 5
auch sich auf den Wirth sonsten unnütz 4 gemacht und ihn endlich
in ^seinem eigenen Hause vergewaltigen wollen, indem er ihm */ J7
bey Nachtzeit mit einer Holtzaxten vor die Schlaf kammergekomen
und etliche Mahl in die Thür gehauen 3 und also mit Gewalt zu
ihm eindringen 15 wollen. Da hat der Wirth disen Landsknecht 10
mit einem Spieße durchstochen, daß er auf der Stelle todt
geblieben 7 . Diesem cntleibeten I .andsknecht ist vor dem Dänischen
Thor auf ein Schoof Strohes das Haubt abgeschlagen und der
Cörper von den Landsknechten auf dem Mönchacker begraben
worden. , 5
/. Kartolomeus genant in a u/m Rande eingefügt, i. einem Beuteler
fehlt u. 7-/0. itidcnt — wollen in a in ehoas anderer Fassung am
Rande eingefügt. n. Dänischen : Danischen A. 14. Mönchacker:
Mönkcn-ackcr a.
die vorbider des Platenschläger, Hans Rower unde Ciriacus vorsprekc, die 20
Anklage gegen den Toten als einen Geioaltthäter uml ersuchten um Lühi-
sches Recht und um Zeugenverhör. Als Zettgen wurden vor das Niedergericht
geladen: Hans Becker, der sich in der Nacht des Mordes als Gast bei Platen-
schläger aufhielt. Platenschltigers Frau und deren Tochter. Die beiden letz-
teren beschwuren ihre Aussage, indem sie die Hand auf ihre Brust legten. 25
1 geheten eyn dickgrever ( Deichgräber) aus Meklenburg. Nach dem
Parbuch ist er also kein Landsknecht. Auch der Ratsbericht hat: einen
G reber. Bremers Angabe von der Landsknechtschaft beruht wohl auf einem
Lesefehler.
8 Reutelmacher. 3 Davon -weiss der Bericht im Farbuch nichts, eben- 3°
smoenig von der Verachtung der Speisen und Getränke.
* Fr begann mit der l Virtin ein Techtelmechtel und nannte den l Virt
olden scorff, olden hanrey.
6 Die Beschädigungen wurde im Auftrage des Gerichtes von den Bür-
gern Jorgen Kruse und Claus Hartman myl enetn statdener als Hans 35
Hatstover festgestellt. 9 (Vorauf der Wirt »Jodute, over wolt unde wolt« rief.
7 Da nach dem Angriß' auf die Schlaf ka'nmerthür zwischen Platenschläger
u/u! Bartolo/näus Friede hergestellt worden war, urteilte der rechtdeler des
Niedergerichts, dass die darauf erfolgte Fr mordung des Barto/omäus durch
keine Geioattthätigkeil veranlasst worden sei ; der Knecht sei zu begraben uml 4°
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i,6i] I53 6 29
Weil kurtz vorhin 1 des Joh. von Ahlefeldten von Fresenburg 61
gedacht worden, so setze hirbei die Copiam 2 des erfolgten Ver-
trages, also lautende:
Ick Bartolomeüs vann Anefelde\ Hennigkenn vonn Anefelde
5 thorFresenborchsoen, bekenne hirmit öffentlich jegenn idermennig-
lichenn : Nachdeme sichk tovornn (leider) begevenn unnd toge-
dragenn, dat min broder Johann vann Anefelde alhir in der Stadt
Kyll dorch etliche borger sambt einem dener erbärmlichen vann
dem levende thom dode kamenn' 1 , derwegen ick my, wo nicht
to unbillich, mines levenn broders unnd sinen dodenn lieff to rekenenn
angenamen unnd darumme des rats unnd gemeiner Stadt Kyll eine
gude tydt her afgesechter vienth gewesenn, ock desulvenn, So-
vel my mogelichen gewesen, afbrock gedaen, unnd overst nu
derdurchluchtigestegrothmechtigc hochgebomne furste unnd here
15 here Christiann 5 tho Dennemargkcn, Norwegen, der Wendcnn unnd
Gottenn koningk, hertoch tho Sleswigk, Holstenn, Stormaren
unnd der Ditmarschenn, grave tho Oldenborch und Delmenhorst,
Platensch läger friedlos zu legen. Dieses Urteil schalt Haus A'wer und brachte
den Fall vor den Kieler A'at, wo A'ojcer von neuein die Anklage gegen
20 Bartolomäus erhob. Der Bericht des Farbuchcs bricht mitten im Satze ab.
IVie Bremer weiter angiebt, änderte der Bat das Urteil des Xiedergerichfs
und Hess den Toten nachträglich enthaupten. Ptatensch/äger scheint freige-
sprochen worden zu sein. Für dieses Plus muss die von Bremer benutzte
Darstellung neben dem Berichte des Farbliches noch eine andere Verlage ge-
25 habt haben, oder die Bremersche Quelle hat das Farbuch überhaupt nicht be-
nutzt, somiern einen selbstständigen Bericht, der vollständiger war als der vom
Farbuch gebotene.
9 Anstatt tuich der Bremerschen Abschrift (p. j8 jgj ist der folgende
30 Abdruck nach dem Originale im Kieler Stadtarchiv A II hergestellt ( Perga-
ment mit vier Finschn'tten am Buge für die angehängten Siegel; diese 7cie
die Presset fehlen, nur vom ersten Pres sei ist noch ein A'esl vorhanden.
Gleichzeitige A'otiz auf der Bückseite: Bartolomen* van Alevehle .
8 Das Geschlecht von Anefeld ist mit dem von Ahlefeld identisch.
35 Über J/enneke von Ahlefeld auf Fresenborg und dessen Söhne Bartolom aus
(gest. JJ7J) un 'l den in A'iel erschlagenen jfohann siehe ?*. Stemann in
fahrb. f. d. f.andesk. d. //erzogt. Schi. Holst, l.auenb. X, //<;.
* Siehe § jy. Der miterschlagene Knecht war aus Schwerin.
6 König Christian ///. f£?S-/JJ<?.
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30 1536 [1.6'
min gnedigester her ann huet dato dusse gebrekenn twischen denn
vam Kyll unnd my in eigener person vorgenamen unnd so wyt
gehandelt, dat sin Ko. Mat. twischenn unns beidersits mit gudem
weten und tolatenn einenn ewigen entlichen unnwedderroplichenn
frede unnd vordracht 1 upgericht, derhalvenn ick siner Ko. Mat. s
vor min person aller gehebbender moyge und vlytt underdenigenn
dangk segge etc., dat ick sollichenn upgerichteden unnd gc-
makeden frede unnd vordracht nicht allein in allermaten, wo
desulvige in sinenn worden, puneten unnd clausein in schrifften
unnder hochgemeltcr Ko. Mat. secret verfatet 2 , angenamenn unnd i°
bewilliget, sunder neme densulvenn nochmals vor my und alle
mine mithgeschreven in der bestendigstenn mathe und gestalt,
so dat ummer tho recht unnd van billicheit wegen gescheenn
kan, an, bewillige, ratificerc und becreftige densulvenn in crafft
desses breves. Unnd vorplichte my darup vor mi, min vader, 15
ervenn, broder, swagcr, frundhc unnd alle dejennenn, so disser
sakenn bether toneven my jegen de vam Kyll thoschuwe 3 edder
forderunge gedaen unnd hirnamals disser sakenn sick minent
halvenn tho undernemenn foge ader recht hebben muchten, wer
de edder der ock wehre, nemandes uthgenamenn, dat ick edder 20
desulvenn na dissem dagc nu noch nummermchr tho ewigen tyden
1 Das Original des aufgerichteten Vertrages, Pergamenturkunde t/es
A'önigs vom gleichen Vage Kill am achten dage na trium regum ////'/ an-
hangende/// Secretsieget, beßndet sich im Schlesiviger Staatsarchiv, Depon. Ur-
kunden d. Stadt Kiel nr. 421. --5
* Bedingungen des geschlossenen Friedens : Fürgermeister urui Fat der
Stadt Kiel samt den vornehmsten Fürgern, Frauen und Junfrauen, ilartho
sze ettliche vam adell midt yne sampt ehrenn Iruwenn unnd juncklrouwenn
tho bidden hebbenn, haben in Gegenwart des A'önigs, der Königin um/ des
A'önigs Sclr.ocstcr Flisabeth den Fartolomäus und seine Freundschaft fussfällig
umine eyne ewige vortyinge und vergeszinge zu bitten und als Schadenersatz
au Fartolomäus in gegenwärtigem l '///schlage lausend Mark Lübisch zu zahlen.
Dafür hat Fartolomäus für sieh und seine Freundschaft unter seinem Siegel
einen reversall brcfT auszustellen. Wegen des erschlagenen Knechtes soll i/er
Kieler Fat an dessen Freundschaft schicken und den Wert des Föten nach 35
Holsten /.a ndrecht bezahlen. Feide Parteien haben den vom A'önig zu stände
gebrachten Vertrag cot/firmiert und ratißeiert. Die Cou/irmatiottfurhundc des
Fartolomäus liegt uns im obigen Abdruck vor. 8 Hilfe, Feistand.
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I, 61-62]
«536
31
gegen burgermeister und radtt vornemlrchen und den gemeine
inwaner und borger thom Kyll, so nu sin edder kunfftig geordent,
gesetzt werdenn edder kamenn mögen, offtgemeltes mines broders
enthlifinge halvenn mit gewalt der doetth edder sust schrifftlich,
5 hemlich edder öffentlich, in wordenn edder werken doen, my
edder alle minc mitgeschreven nichts vornemen, doen edder
handien schall unnd wil in keinerley wyse edder mathe, wo dat
minschen sinne unnd vornunflft jummer erdencken konen. Wil
my tho dem ock jegenn de vam Kyll nicht alleine dcsfalls aller
io forderunge begeven und cntslaen, sonder den vam Kyll und
denn ehrenn uth rechtem gründe mines hertes alle begangenenn
unnd an minem broder geovedc daden gantz und gar vorgeven
unnd na gelatenn hebten, wo ock hirdorch geschuet, alles sunder
argelist unnd geferde. Des to orkunde hebte ick Bartolomeus
15 vann Anevelde vor my min pitzer hiran gehangen und de erbarn,
mine leven vedderen 1 Gossigk van Ancfelde tho Saxstorp amptman
tho Norborch, Claves van Anefelde tor Lcmkulen und Hinrichk
van Anefelde to Pretzc gebrodere, gel>edcn tor witlicheit mede
to segelen, wcllichs nagenanten dre also gedan bekennen.
Gegeven tom Kil am achten dagc* post trium regum anno 1540.
3 Thomas Külcr hatte einem Kiclischen Fischer aus seinem 62
4. l'ori. enlulifingc. 21. Rimdglossc in a fiog. 1 j . Xiiir LnnvoUit
Kolcr : Kcihlcr ,1.
1 Über Gosche von Ahlefeld zu Suxdorf siehe Jahrb. X, 97 ff. ; Kor-
2 5 burger Am /mann /J24 1542 : Zeit sehr. d. Ges.f Seh/. Holst, Lauenb. Gesch. I III,
jög. Cbei- Claus von Ahlefeld zu Lehmkulen : Jahrb. X, log f Über dessen
Brüder Kai und llenneke von Ahlefeld: ibid. X, /öS ff. ; Zei/schr. IV, joy.
Ist unser Heinrich v. A. zu I'retz mit dem in Zeitschr. IV, so? 'S erwähnten
vierten Bruder Heinrich v. A. zu Wittmold identisch ? * Jan. jj.
8 Aus dem Convo/ut #, der gemeinsamen Quelle für Bremer und den
Kieler Rat, dessen Ber icht im » Verzeichnis der Exempeh, Fall 4 (Schtesioiger
Staatsarchiv B XVI 6 nr. 1 f. JJ^' J^' J mit dem obigen § 62 in der Fassung
der Hds. a fast wörtlich übereinstimmt. Der /JS2 verfasste Katsbericht (siehe
Beilage) giebt das Datum unbestimmt an : für weinige Jharen. Man würde
35 demnach ca. /jSo annahmen müssen. Bremer hat keine Jahresangabe, doch
reiht er in unserer Hds. A die Begebenheit zum Jahre /jj6 oder genauer
zwischen /Jj6 und fjjS ein. Es ist hierbei zu beachten, dass Bremer die
Urkunde des Bartolomäus von Ahlefeld v. J. JJ40 ($ 6/ j an unrechter Stelle
eingeschoben hat; die Urkunde gehört nicht zwischen Fall Bartolomäus-
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32
'536— 153«
[I, 62-63
Fiseherbohte vor dem Thor am Strande etliche Mahl des Nachts
Fische gestohlen. Der Fischer lauret einmahl darauf, ihn auf
solche seine gewönliche Dicberey zu beschlagen, und trägt sichs
zu, daß der Dieb sich daselbst wieder einfindet, welchem der
Fischer ertappet. Und kommen sie bald ^darauf ins Faustgemenge, 5
worinnen der Fischer endlich die Uberhand behält und den Dieb *^ 40
mit einem Ruder schlüget, daß er über Bord ins Waßer fallt
und seinen Geist aufgiebt. Diser Köler ist hernach mit des
Henckers Schlitten vor Gericht und folgends nach dem Galgen
geführet und also todt daran gehenket worden. 10
tt3 1 Anno 1538. Thomas Lütke 3 und Casper, ein glasemaker,
hebbet im stehlen, roven und morden matschop gehat mit
Marten Dorau, Paul Berck und Claus Tode. Se s hebbet en
mal ein par schob in der landstraten dalgeschmeten. Als nun
ein wanderer se upnemen will, springen se to und nemen ein *5
sin geld und de schob ok. Noch hebbet se enen wagen be-
rovet und enen man darbei gemordet. Noch enen man in
Franzcn 1 gemordet, by dem se gefunden 30 gl. Noch enen man
gemordet, dar kregen se 40 \. Noch hebbet se in s. Johannis
markt tom Kyl enem kramer dat sine genamen und en an enen 20
/. Fischerbohte: Höhte ,i. 7. über Mord fehlt a fing, ib. S. und
seinen (Jcist aufgiebt: und stirbt ,1. Kb\cr fehlt ,t.
Pia ten Schlüter und Fall Köler, sondern znüschen Fall Lütke-Caspar /JjS (§ 63)
und Fall Lobeck is 42 (§ 64). In der llds. a ß tuten sich die beiden Fälle
Bartolom ü us Ptatcusi -klüger und Köler ungetrennt hinter einander, und zioar 25
/. 14 /t) unter den Berichten d. J. /jSo. Xeben der Erzählung In der Lübschen
Keide etc. (es fehlt der Eingang : Anno 1536J stand in a pag. 14 ursprünglich
am Rande 1559 und dazu die Xotiz: Dises cum sequenti exemplo gehört
oben ad p. 3; auf der eilierten p. j schliesst nämlich der Bericht über Fall
Knieschoff (oben §48) und beginnt Fall Jochim von Hagen (-weiter §86). ^ 0
Xachträglich ist aber die Randnotiz in a t/ucr gestrichen und über dem hori-
zontal gestrichenen 1559 die Jahreszahl 1536 gesetzt.
1 Kieler Farbuch llds. f. 3*:
- Farblich: Claves Lutteke. Die Angabe des falschen Vornamen bei
Bremer beruht auf einem Lesefehler. 3 -
8 Claes, Kasper, Pavel, Merten. Claus Tode ist an diesem und den
folgenden Verbrechen nicht mehr beteiligt.
* Richtig: Swantzen ; Sc/noansen.
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I, 6 3 -6 5 ]
I538—J542
:*4
bom gebunden. Paul Berk iß er hovetman gewesen und hefft
gewanet tor Wißmer in der papenstrate. Diße Thomas Lütcke
und Casper 1 sind wegen erer öveldat* up en rat 3 gelecht.
*/ 44 * 4 Anno 1542 ü»i Johannis 5 ist eines hiesigen Bürgers 64
5 Gotschalck Bojen 15 Knecht, Jacob Lobeck genant, mit einem
Wagen, jedoch ohne seines Herrn Wißen und aus eigenem Trieb,
ins Stadtholtz gefahren, üm ein Fuder Holtz zu holen. Als er
nun auf einen Baum gestigen und angefangen zu hauen, fällt er
herunter und stirbet innerhalb 3 Tagen.
10 * T Anno 1542. Auch ist eines hiesigen Bürgers Hinrich Gliß- 65
*/• 45 mans Junge, Jürgen genant, in seines Herrn Hause 8 aus eigenem
* Aus den Geständnissen des Lütke und des (Jasper sei noch hervor-
gehoben : dat sey myt 4 lantzknechten, als Hans van Minden, Cristofer van
Bremen, Kasper I'crlseke unde Rode Hans hebet 2 koplude gemordet by
15 der Sisinar (Cismar) in dem Grubenhagen (Gruberhagen).
1 richtevogede : Hinrich l'uck und inester Konradus Wulf.
s //// Farbuche fehlt jede Angabe über die Bestrafung ; es heisst dort
nur, dass Lütke und Casf>cr im Gefängnis ihr Bekenntnis auf freien Füssen
ablegten. 4 Kieler Farblich ILds. f. JJ™.
20 6 Das Fargericht wurde von den Gerichtsvögten I linrich l'uck und
Conradus Wulff Donnerstag vor St. Joh. Ba/>t. (funi 22) abgehalten. Dort
erklärten die Bürger l'avel Token und Claves Hartman, dass sie den Lidteck
vor dessen Vöde befragt hätten ; dieser antwortete ihnen, er habe seinen
Jod selbst herbeigeführt, Gotschalk Boye trage keine Schuld. Da der Vater
25 des Toten, Hinrich Lobeke, den beiden Bürgern auch ohne Fid glaubte, fant
dey rechtdeler äff vor Lubes recht, dat Gosscalek Boge solde legen dem
sulven seligen knechte syn Ion op dat sarck unde me solde den doden to
grave brengen, dar mede solde Gosscalek Boge ledich und loss sin unde
dar numende mer op to antweren. Den von Gotschalk Boye auf den Leich-
30 na/n gelegten Lohn nahm L Linrich Lol>eke in Fmpfang und erklärte sich für
befriedigt. Zeugen: Mychel Zub, Hans Kul, Elrick Herde, Frans Kruse,
Gert Krissche.
"Gotzick (Gotzke) Boye (Boie, Böige, Boge) in der Kehden Strasse,
Schuhmacherstrasse und by dein monneke karckhave fjoq — /J4$: Kieler
35 Erbebuch nr. /J64, 1^14, /Sog. Zum fahre 1557 wird er als verstorben
bezeichnet: ibid. nr. /S02. 1 Kieler Farbuch LLds. f. JJ r j6 r .
9 /;/ der Kehdenstrasse: Kieler Erbebuch nr. ijgS ; das L Laus in der
Schuhmacherstrasse kauft Glissman erst fjöy : ibid. nr. 1044. Er ist nicht
identisch mit dem im § tj enoähnten Gleichnamigen.
3
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34 i 5 42— 1543
[I, 65-67
Trieb auf den Boden gestigen, üm etwas herunter zu holen, fällt
aber unvorsichtig herab, daß er binnen 4 Tagen gestorben 1 .
66 2 Anno 1543 ist eines hisigen Rahtmans Matthies Knutzen 3
Knecht, Marquard Rolefs 4 , bey Nachtzeit in seines Herrn Hause 5
auf den Boden gestigen, fällt aber auch unglücklich herunter 5
und stirbt innerhalb etlichen Tagen 6 .
67 7 Eodem ist einer, Marten Sander genant, weil er etliche
' Fargericht Mittwoch vor St. Simonis und Jtuiä (Okt. 2j) auf An-
trag des Heinrich Glissman vor dem Gerichtsvogte Iiinrich Puck und dem
Katsmann Hans Koleman ; letzterem in Vertretung des Gerichtsvogtes Conrad 10
Wulff. Erklärung der Bürger Albert van Swol, Cristofer Heekeman, Gurges
Engelke, inester Hans dey smet (der heren hoffsmet), dass Jürgen keinen
beschuldigt, sondern sich seihst die Schuld zugeschrieben habe. Eidschwur der
genannten Vier myt uthgestreckeden armen, er finger op dey hiligen ge-
lecht unde gesworen to (Jode unde den hilligen. Spruch des recht- x -
deler wie betreffs des Gotschalk Boye. Wären keine Freunde da, um den
Lohn in Empfang zu nehmen, so solde nie dat legen by dat recht. Der
Erklärung der Vier schlicsst sich nachträglich noch vor dem Gerichte der
nächste Blutsverwandte des Toten an: Markus, Knecht des Marias Knutzen.
* Kieler Farbuch Ilds. f. 37 r jS r - 20
3 Nach Bremer Katsmitglied /J40—ISJ9- Den genauen Todestag,
14. Febr., giebt die von Bremer im zweiten Teile der Chronik mitgeteilte
Grabschrift (Schwarze- Feh se, Nachrichten S. 9J <?4).
* Farbuch: Marqwart Roleves.
* In der Holstenstrasse : Kieler Erbebuch nr. /7JÖ, 1802. 25
6 Fargericht auf Antrag des Marias Knutzen, richte vogede : Conradus
Wulff unde Hans Koleman ; da ersterer nicht zu Hause ist, wird der Kats-
mann Jochim Sculte an seine Stelle gesetzt. Eidliche Erklärung der Bürger
Hans Walbom, Markus Ciris, Iiinrich Kannegeter, Eggert Wulff wie § 64
Aote 3, § 6j oben Note 1. Die vor Gericht anwesenden beiden nächsten Bluts- 30
venoandten des Toten, Renwcr Simens und Iiinrich Syrinck, 'wurden gefragt,
ob sie noch jemand beschuldigten, es solle ihnen ihr Kecht werden, wolden
sey ock hebben, me solde deine doden dey hant äff losen, off noch hir
namals wen wisten to besculdigen, dat dey selpfte mochte to dem seyne
gan. In Gegenwart von S genannten Zeugen anhoorteten die Beiden, dass 35
von des Toten Venoandtschaft keine Klage erhoben werden würde. Darauf
sprach der Urteilsfinder den Knutzen frei, der verdiente lohn solle auf den
Sarg für die Venoandlschaft bereit gelegt werden, wer dar numant, dey dat
boren wolde, solde mc dat legen int recht. Das Geld nahmen die beiden
Venoandten, Hessen es aber by Markus Gris to truwer hant. 40
7 Kieler Farbuch Ilds. f. j8'\
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I, 6 7 -7i]
1543— 1545
3f>
Schweine gestohlen und solche wieder verkaufft, aufgehenckct
worden.
*Anno 1544 do let Andres Kantzow to Salsow 3 enen in 6H
de hechte* setten, mit nahmen Jürgen Rupen, de sinem manne
5 hadde 2 perde vorkoflft,de heupder Hyll/^whavener 4 felde gestalen
hadde na siner egenen bekentnis, unde he word darum in den
galgen gehenget.
5 Anno 1545 hat ein Schnitcherknecht 6 , Nahmens Hans Meyer, (>9
einen andern Schnitcherknecht, Simen Pasche 7 geheißen, erstochen.
to Der Thäter ist alsobald flüchtig und nachgehends durch ordentliches
Fahrrecht* friedeloß gelegt und durch den Frohnen ausgeleutet
worden.
9 Eodem. Hin Gleiches ist auch einem, Hinrich von der 70
Brügge genant 10 , der einen andern, Hans 11 von dem Berge, Bürger
15 zu Hamburg, vom Leben zum Tode gebracht und flüchtig worden,
wiederfahren.
*/• 46 * 12 Anno 1545 hefft Hans Höterknecht 18 enen andern, Bruhn 71
I Kieler Farbuch Hds. fjSr.
5 Satzau, k reis Plön, Kirchspiel Seien/. Ober die Besitzer des adeligen
20 Gutes Salzau (seit ijoo Andreas Rantzau) siehe Schröder- Biernatzki , Topo-
graphie Holst. I.auenb. Lüh. //. J79-S0 ; über Andreas Rantzau selbst: Neues
Staatburgerl. Magazin III, 70 und Ztschr. d. des. f. Sehlem* . Holst. I.auenb.
Gesch. //, 121.
8 richtefagede : 1 lans Koleman unde Jochim Sculte. 4 Jleiligenhafen.
*5 6 Kieler Farbuch Hds. f.j8*.
0 Tischlerknecht. ''Farbuch: syn natne Pasccn, (Jenende myt Hans
Bullek dem snydeker. Daraus hat Bremer irrtümlich den Vornamen Simen
gelesen. 8 Über das Farrecht siehe die Noten zu §§ 64-66 und die Ein-
leitung. Gerichtsvögte IJ4S wie in § 68.
30 9 Kieler Farbuch ffds. f. jgr.
"Bürger zu Swol.
II Nicht Hans von dem Berge, sondern dessen Diener Hans war er-
schlagen worden; Farbuch: Hans dener Hans van dem Herge. Fargerieht
zur Zeit des Umschlages. Da auf geschehene Vorladung, to seyne to gandc,
35 weder der Mörder noch ein Anderer für ihn erschien, fant dey rechtdeler,
dey faget solde op stan, den Hinrich friedlos legen und mit der Glocke aus-
läuten lassen.
xt Kieler Farbuch Hds. f. 39 v 40 r .
u Hutmacherknecht.
3*
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36
1545— 1546
[i, 71-73
Keneken 1 genant, up dem Garden wanhafftig, mit enem stein
geworpen, davan Bruhn Kencke vam leven tom dodc gekamen.
De deder iß fredeloß gelecht 8 und utgelüdt worden.
72 3 Im selbigen Jahre ist noch ein Pferdedieb, Hinrich Lubert
genant, alhir in den Galgen gehencket worden 4 . s
73 5 Anno 1546 hat Asmus von Ahlefeld 6 den Büttel, Hans ge-
nant, alhir zum Kiel gefänglich setzen und gerichtlich 7 belangen
laßen, weil er versprochen, seinen Bruder Jürgen von Ahlefeld 8
von seiner Krankheit zu helfen und wieder gesund zu machen, wan
nur ein gewißes Weib, so in seinem Gute 9 were und ihm dis Böse «>
angetahn hette, fest gesetzet würde. Nun hette man auf das
Wort solch Weib angetastet und 3 mahl hart gepeiniget, aber
nichts von ihr erfahren können, dazu 10 were sie durch solche
harte Peinigung ungesund geworden. Der Büttel aber hette
indeßen den Bruder Jürgen von Ahlefeld doch nicht geholfen, 15
sondern diser were durch seine gebrauchte Mittel und Künste
<?. Bruder : Brüder A.
1 Farbuch . Teneken. * Fargerieht im somer auf Antrag des Urun
Hinrich (in der Dänischen Strasse: Kieler Erbebuch nr. 1793). Nach drei-
maliger vergeblicher Vorladung des Thäters Urteil des rechldeler ivie betreffs 20
des Hinrich von der Brügge, so is dey läget oj» gestan unde hevet eine
fredelos gelacht drey mal na cynander unde sampt der klocken vorlut na
l.ubesch recht.
* Kieler Farbuch J/ds. f. 40^.
* na siner egen bekantnusse vor twen beselten borgeren als inyt 25
namen Michel Kruse unde Hans üntit.
6 Kieler Farbuch I/ds. f. 40'', Jedoch unvollständig. Der erhaltene
Teil des Farbuches bricht mit Schluss der vierten Blätterlage mitten im Satze ab.
6 Zw Noer: Neues S/aatsbg. Mag. 1/1,7/ und Jahrb. f. d. Latules-
künde X, 146. In Kiel hatte . Ismus ein //aus in der Dänischen Strasse. 30
7 Gerichtsvögte /J46 wie in § 6S. Asmus Hess ein Farrechf halten
und den Büttel anklagen vormydels synen vorspreken.
8 Zu Grönwohld: N. St. Mag. /II, 71 und Jahrb. X, 147.
9 v. Stemann teilt Jahrb. X, 146 mit, dass Jürgen v. Ahlefeld 1346
Grönwohld an seinen Bruder Asmus verkaufte. Krankheit und Tod dürften 35
daher auf dem Gute Fahrenstedt (Jahrb. X, 147) erfolgt sein.
10 / cm hier ab hat Bremer die verloren gegangene fünfte Blätterlage
des Farbuches benutzt.
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I, 73 75] 1546 -1562
37
gestorben 1 . Weil nun solches von dem Büttel geleuchnet, ist
es zum Zeugenverhör gekommen und endlich erkant worden,
daß man dem Buttel ihn seiner Untaht willen solte das Haubt
abschlagen und begraben.
5 Anno 1558 am Montage 2 in Ostern, hat ChristofTer Fex, 74
ein Dänischer Edelmann, einen Schnitcherknecht, Berend von
Lüneburg geheißen, vom Leben zum Tode gebracht. Uber den
*/• 47 Kntleibeten ist ein gewöhnliches Fahrrecht gehalten. *Als wegen
des flüchtigen Thäters niemand erschienen, ist derselbe friedeloß
10 gelegt und durch den Frohnen ausgebeutet worden.
Anno 1562, 15. Junj, an einem Montage, ist Wolf von 75
der Wische, Jürgens Sohn zu Olpenitz 3 , mit etlichen andern vom
Adel in den hiesigen Weinkeller gekommen und hat daselbst bey
seiner ersten Ankunfft ein Vaß voll Kinbekischen Biers ohne alle
1 j gegebene Ursach gewaltsamer Weise entzwei gehauen und das
Bier überall verlauffcn laßen. Sobald dieses geschehen, hat er
sich sofort nach der Frau Margret von Buchwalten, Hofemeisterin,
Hause 1 begeben, als woselbst dieFrauHovemeisterin ihremMädchen,
so einem hisigen Bürger vertrauet worden, eine Hochzeit und
20 (iastmahl angestellet hatte, und hat aldar einen Bürger, Jochim
Schmeling 5 genant, mit einem kurtzen Degen oder Book gefährlich
in den Leib verwundet und darauf den langen Degen gezogen,
sprechende: Störtestu nicht, du Bösewicht, du schalt noch ein
7. Über: ri»ci . /. 10. und - ausdientet /// A um Ramie citi^/ü^t.
25 1 Auch der Bericht des Farbuches in dem uns erhaltenen Teile nennt
den Jürgen: selig, v. Steinann konnte (Jahrb. X, 147) den Tod erst aus
<i- J- 'JJO naclnveisen.
* April it. 8 Kr. Eckernförde, Kirchspiel Sclnoansen. I ber Jürgen
v. d. Wisch (gest. /j6j) und seine Söhne Johann und Wulf: Jahrb. IX, 488 ff.
30 4 Das erste Haus auf der rechten Seite der Flämischen Strasse. So-
weit Häuser des in Kiel ansässigen Adels erwähnt -werden, bestimme ich in
den Noten die betreffenden Strassen ohne Angabe der Quellen. Letztere siehe
in der Beilage über Zahl und Häuser des Kieler Adels.
6 /// der Flämisclien Strasse: Kieler Frbebuch nr. iSjj>, 1872, 1942
35 z. J. /SJ4~~/j/>8; Hebungsregister ijöj -rjjh (Stadtarchiv. Invent. K. Sj
Hds. f. i8>- z. J. tj6j; Hausbesitzerliste /JJJ (Stadtarchiv T VI Com . 1
nr. 2 f. 14 /8, Schlesinger Staatsarchiv A XX nr. 2879: siehe den Abdruck
in der Beilage) nr. 137.
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38
1562 — 1568
[I, 75-79
mahl störten 1 « etc. Er hette auch ohne Zweiffei weiter Unglük
angerichtet, wofern er nicht von der Frau Hovemeisterin daran
were verhindert worden. Indeßen hat er seinen Dienern zu-
gerufen: Stick en dot, den Bösewicht« etc. Als sie nun nichts
weiter beschaffen können, sind sie eiligst wieder aus dem Hause 3
gangen und theils zu Waßer davon kommen, die andern zu
Pferde mit vollem Rennen und gespannten Röhren in ihren Händen
zur Stadt hinaus geeilet und haben in solchem Rennen niemands
auf der Gaßen, weder Klein noch Groß, mit ^Überrennen ver-
schonet. «>
76 Anno 1 5 63 hat ein Pötchergesell, Nahmens Hinrich Schröder,
aus Lübek bürtig, einen Schnitchergesellen, mit Nahmen Hinrich
von Cleve, erbärmlich erstochen. Dieser Handthäter hat mit
dem Rade wieder sollen abgestrafft werden, er ist aber auf der
Königin 2 zu Dannemark, Nonvegen etc. und andrer Vorbitte mit 15
dem Schwerte gerichtet worden.
77 Anno 1566 ist alhir in dem Stadtholtze einer, mit Nahmen
Klaus Fink, von einem andern, Hans Kalkhorst geheißen, Klaus
Kalkhorsten Brüdern, erschlagen und getödtet worden. Den
flüchtigen Thäter hat man durch ordentliches Fahrrecht friedeloß ao
gelegt und ausgeleutet.
78 Anno 1568 am Sontage 3 nach der Himmelfahrt Christi ist
ein Bohtsman von Ihr Fürstl. Gnaden 4 Schiff alhir in Többeke
Mansfeldes Keller 5 von einem, mit Nahmen Urban Pruse, und
seinem Gehülfen Hinrich Keding vom Leben zum Tode gebracht. 25
Die flüchtigen Handtheter sind friedeloß gelegt worden.
79 Eodem Anno am Freytage ü nach Luden ist eine Weibs-
person, Elsabe Steinbrüggers genant, mit dem Schwerte gerichtet
worden, weil sie ihren eigenen Man an S. Lucien Abend 7 er-
stochen hatte. 30
1 in Schrecken setzen. 5 Königin- Mutter Dorothea, Witwe Christians III.
3 Mai jo. * Herzog Adolf 1.
* Im Kieler Schossregister ijy6 — /jyg (Stadtarchiv), Ilds. f. fjv,
45 v > 74 v sind unter den Kellerbesitzern Xantens Man sf cid nur verzeichnet :
DethlefT Mansfelt, Hans Mansfcld und Merten Mansfeld. 35
0 Dez. jj. 7 Dez. 12.
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I, 8o-8i]
39
Anno 1 5 7 1 im Umschlage ist einer, Nahniens Thomas 80
Schnor, bey einem Kielischen Bürger Hans Hartman dienende,
bey Nachtzeit voll bezecht in der Stadt herum gangen. Als er
49 nun an der Stadtwacht gerahten und auf *deren gewönlich Zu-
5 ruffen nicht anders als mit lauter Scheit- und Schmähworten
antworten wollen, hat er an Schlägen so viel davon getragen,
daß er nicht lange darauf gestorben 1 .
*Anno 1571. Nachdem sich einer, Nahmens Claus Förste 3 , 81
alhir leider selber erhcncket und also vom Leben zum Tode
10 gebracht, sind der Kirchen S. Nicolai von deßen Erben, damit
der todte Cörper binnen der Stadt Ringmauren am Hauhofe 4
bei der Mauren möchte begraben werden, 50 \ Liib. gegeben
worden. Diese 50 \ sind zu der neuen Stundenklocke und
Uhr (als wozu dasmahl eben eine freywillige Beyhülffe durch
«5 die Stadt gesamlet ward) zugleich mit angewand worden.
J. voll : woll , /.
1 Kiefer Kirchenregister 1570 ( Kirchenarchiv St. Nicolai) J/ds. f. 45^
s. v. upboring der klockcn: Hartmans dener 2 puls: 8 $\f.j2r s . 7 .. sarck-
gcldtt: Hans Hartmans junge l sarck: 10 ß.
3t> 2 Kieler Bechen schc^h Kirchenregis/er 157 1 ( Kirchenarchiv St. Nicolai)
/Als. f. 4?' : Dewile sick Clawes Forste leider sulvest vam levende thom
dode gebracht, hefft l'awel Tocke van sinen erven, dat he hir binnen der
Stadt bi der muren begraven is, entfangen 50 ^, de he uns uth beide eines
erbarn rades tho behoflf der nigen stundeklocke und nigen seier behan-
25 digett. — Item mit bewilligung eines erbarn rades is tho der nigen stunde-
klocke van der gantzen burgerschop ahn redem gelde tho twen tiden ge-
sammelt na lüde der bivorwarden register 82 ^ n ß. Wefele des olden
gudes gewesen, so de burger dartho gegeven, is hinden in der uthgave lo
ersehende. Vgl. Kieler Kirchenregister 157 t Htis.f. Sv-gr ; *New Kirchen-
3° buch bey S. Nicolai Kirchen in Kyll Anno 1650 (/49s — 177 1 ) 11 (Kirchen-
archiv St. Nicolai) /Als. f. 5 und aus letzterem mit Benutzung von Schwarze-
Eehse, Nachrichten S. 72-73: Volbehr, Topographie S. 102. Die Einnahmen
und Ausgaben für die neue Uhr und Glocke siehe in der Beilage.
* Als Zimmermann des Bates sass er schossfrei in der Kiilerstrasse :
35 Kieler Hebungsregister 1563—1576 Hds.f. in' z. J. 1565, f. 34V z. J. 1563.
* Am Ende der Kehdenstrasse bei der Stadtmauer : Kieler Erbebuch nr.
1922, 1967, 2024. Vgl. im Kieler Schossregister 1576—1579 J/ds. f. 4*-
z - 7- '576 d' e Überschrift: De ander syde der Kedingstratc und vordan
by dem buwhove langst de muhre.
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40
1572— 1573
(I, 82-84
82 Anno 1572 hat einer, mit Nahmen Andres Pupe 1 , ein
Italiänischer Maurgesell, gebohren von Merede 2 , einen Kielischen
Einwohner, Timme Selke genant, vom Leben zum Tode ge-
bracht und erstochen. Der Thäter ist darauf ergriffen und eine
Zeit lang gefänglich gehalten, aber auf des durchleuchtigen 5
Churfürsten zu Brandenburg Herrn Joh. Georgen 3 und dero
durchleuchtigen Gemahls, dan auch der durchleuchtigen Fürsten
und Herren Johannes 4 und Adolffen r \ Krben zu Norwegen etc.,
Vorbitte wieder frey gelaßen worden.
83 *Anno 1573 den 1 6. Maj ist zwischen Herman Strohschneider *°
von Peine an einem und seel. Leneken Hildebrands nachge- ^
laßenen Erben und Blutsfreunden am andern Theil wegen deßen,
daß ermelter Herman die Hildebrandische unversehens mit
einem Pferde iibergeritten, wodurch diese Frau als eine alte
verlebte Matron gestorben* 5 , ein gewißer Vertrag und Vergleich u
aufgerichtet und geschloßen worden.
84 Eodem am Dingstage 7 in Pfingsten haben sich 2 Kielische
Einwohner und Bürger, Nahmens Michel Schumacher 8 , ein Fuhr-
man, und Hans Klever, von Frankfurt an der Oder bürtig,
alhir im Stadtholtze bey der Prühne mit einander verunwilliget, 20
da dan der Klever den Schumacher zuerst auf den Kopf ge-
schlagen und verwundet. Dieser Verwundete aber hat jenen
wiederum mit einem Pook so gefahrlich gestochen, daß er nach
Verlauf etlicher Tagen gestorben. Der Handthäter hat sich mit
des Verstorbenen nachgelassenen Witwen und Freunden ver- 25
tragen und dem Gerichte 2 Thaler Geldstraffe erleget.
2. Italiänischer: Italiänischer A.
1 Veltheim im Staatsbürgerl. Magazin IV t 225 irrig: Rape.
1 Meran in Tirol oder Meride in der Schweiz, Kanton Tessin /
8 Kurfürst Johann Georg 1571—1598. 3 o
4 Herzog Johannes der Altere 1544 — 15S0.
5 Herzog Adolf I. 1544—1586.
6 Kieler Kirchenregister 15JJ Hds. f. jfc> s. v. hevinge der klocken :
Leneke Hildcbrandes 1 puls: 4 3.
7 Mai 12. 3 5
8 /// der Faulstrasse: Kieler Schossregister 1576—1579 //ds.f.j*',
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I. 85-86]
^573
41
lodern* hat einer, Nahmens Hinrich Schiring, in der 85
Burgstraße (in dem itzigen Theebrenner-Hause) 3 wonhafft, seinen
eigenen Bruder vom Leben zum Tode gebracht. Dieser Schiring
ist nachgehends auf Fürbitte unsers gnädigsten Landsfiirsten
5 und Herrn 1 wieder in die Stadt, daraus er einige Zeit flüchtig
gewesen, aufgenommen worden. Er hat aber dabei sich ver-
pflichtet, daß aus seinem Hause 5 der Kirchen S. Nicolai jährlich
3 y Lüb. ewiger Rente solten bezahlet und aus solchem Hause
nimmer ausgelöset werden. Dem zur Gedächtnis ist geordnet
io worden, daß *täglich des Abends und Morgens" die Bet-K locke
so u e geschlagen werden.
7 Anno 1573. Jochim vom Hagen, Erbgeseßen uf Nübel 80
12. Randglosse in a fiag. J . Xide Epit. Nobil. Coronaci fol. 2, casus 1.
uf : auf a.
»5 1 Kielet- Rechenschafts- Kirchenregister /J7S. JMs> f 4 r Nachdeme
Hinrick Schirinck leider sinen broder vam levende thom dode gebracht
unnd dorch furbittc unsers g. f. und hern und ander tramer lüde mehr
vam erbarn rade wedder in de Stadt genamen und uth sunderlicher siner
gelegcnheit na bewegung jarlichs ehme tho 3 \ ewige renthe gelathen, de
ao he der kercken in sin huß tho schriven (und nicht uth tho losen) vor-
williget, deß thor dechtenisse schall de bedcklockc idertidt des morgens
und avendes geschlagen werden. Vgl. Kieler Kirchenregister /J7J. H<ls-
f. 8v-qr ; Neues Kirchenbuch etc. Heis. f. 6.
* Veltheim S. 2/8 irrig z. J. 1572. 8 Zusatz Bremers. Theebrenner
25 Joh. Hinrich //artmann in der Schlosstrasse : Kieler Schossbuch /72s Hds.p. ijj.
4 //erzog Adolf I. 6 Es war seit IJJ7 in Schirings Besitz : Kieler
Erbebuch nr. 173g, igSj.
6 Des Mittags wurde die Betglocke seit /Jig geläutet, dafür stifteten
damals Jacob Wolder umt seine Erat/ Anne vier Mark jährliche noige Rente
30 aus ihrem /lause by dem markede up der hartstraten orde belegen : Zweites
Kieler Rentebuch 1487 — ij86 (Kieler Universitätsbibliothek S. II. J2js),
//ds. f. 41?' ; Schwarze- Echse S. 74 75. Die Glocke wurde nicht erst 151g
gestiftet, wie Volbehr, Topographie S. 10 1 u. rj8, irrig annimmt,- sie -war
vor der Schenkung bereits vorhanden. IVotder und seine Erau haben nur
35 für das /Muten der Glocke zur Mittagsstunde die ewige Rente festgesetzt : tho
deme klockenslage, den inen tho XII hören daghelykes unde ewich slan
schal myt der grotesten klocken, tto balde de szegerklocke hefft XII slagen.
7 Coronaens Petersen S. II. 146 p. j nr. 1 übereinstimmend mit //ds. a.
Coronaeus Petersen- Wilhclmi S. II. 147 p. / nr. I. Cin onaeus- Petersen Xoodt
40 S. //. 148 p. j/. Ciaeden, Monumenta E/ensburgensia //, gi Anm.
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42
1573— »574
[I, 86-88
im Hertzogthum Schleswig 1 , hat am stillen Freytage 8 unter der
Predigt mit seinen Hunden am saltzen Waßer gejaget, da sic h
dan der Teuffcl in Hasengcstalt hat jagen laßen, lind wie
dieser Hase über einen großen Stein 3 , worin noch heutiges
Tages die Fußtapfen zu sehen seyn sollen, gesprungen, haben s
sich die Windhunde am selbigen Stein den Halß zerbrochen.
Nach dem hat sich der Hase wieder gewendet und ist wieder
über selbigen Stein gesprungen und, als der Junker mit seinem
Pferde ihn eifrich verfolget, hat er sich samt dem Pferde an solchem
Stein gleichergestalt den Hals zerbrochen 4 . i»
Anno 1574 in der Nacht vor dem Sonabend 5 nach Con-
versionis Pauli haben etliche vom Adel in der Stadt Kiel einen
großen Tumult angerichtet, denen Kramern ihre Wahren ver-
dorben, zerhauen und verworffen, einem fremden Man von
Lübeck viele Wunden zugefüget und unter andern eine im Rücken, »s
welche mit 9 Hefften verbunden worden. In Zielke Mahlers
Hauß sind sie mit Gewalt durch die Fenster eingestiegen und
haben im Hause allen Muhtwillen verübet.
Eodem ist einer, Nahmens Michel Berk, ein Bürger zu
Kißleben, welcher nebst etlichen andern seinen Mitgesellen im 30
Johannismarkt alhir vielen guten Leuten *mit ihrem Spielen und *p.j6
Spitzbuberei ihr Geld abgenommen und durch Betrigcrei die-
selbe um das ihrige gebracht, darüber ins Gefängnis gerahten,
aber endlich auf vieler guten Leute Vorbitte nach getahner
eydlicher Urphede wieder frey gelaßen worden. 35
4. worin : worinnen a. 7. Nach dem : Nochmahln n pag. 4. g. sol-
chem : sothanen <». 10, a schlicsst : V itie Kpitaph/Vi NiÄ« fol. mihi
a, [casus] 1.
1 Joachim von Ilagen: Neues Staatsbürgerl. Magazin 111,74; VI,
208 ; Zeitschr. d. Ges. f. d. Gesch. d. Herzogt. Sehl. Holst. Lauenb. IV, 1S4, /Qj. 30
Ober die Familie von Hagen auf Xübel im lamtkreis Flensburg siehe Clat'den,
Monumenta II, 90-9/ und Schröder, Topographie d. Herzogtums Schtencig
II,/ij. Statt Jochim haben die Noodt- Handschriften falsch: Johann.
" Charfreitag, März 20.
8 Noodt fügt hinzu: welcher hinter Hnttelundt in Angeln lieget. 35
Das »saltze Waßer«, an dem die Jagd statt fand, toar also nicht die Kieler,
sondern die Flensburger Bucht.
4 Die Frziihlung in der Hds. Wilhelm! wird zum Schluss durch eine
nicht viel spätere Hand glossiert : (vix credo). 5 Jan. jo.
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■
I>89-9o] I574 _ 157 6 43
Anno 1574 den 5ten Septembr., an einem Sontage, haben 89
etliche Beutler-, Schneider- und Gläsergesellen in einem Hause
hieselbst mit einander gezechet. Als aber einige darüber in
Zanck und Streit gerahten, ist einer unter ihnen im Scharmützel
5 so unglücklich durch den Hals gestochen, daß er in kurtzer
Zeit darauf verschieden. Man hat zwar einem Beutlergesellen,
Nahmens Wilhelm von Palborn 1 (sonsten von Paderborn genant),
diese Taht beymessen wollen, welcher auch sofort auf Anklage
Bertold Brammers 2 gefänglich eingezogen worden, und hat dieser
10 nebst den übrigen Gesellen, so in der Zeche mit gewesen, an
der Zahl 12 Personen, den 9. Septembr., als beim gehegten
Fahrrecht, einer nach dem andern die Hände auf den todten
Cörper legen müßen. Als aber keine gewiße Anzeigungen dieser
Taht halber sich mercken laßen, ist auch endlich der Gefangene
15 von Polborn nach geleisteter Urphede wieder loß gelaßen worden.
Anno 1576 im Sommer kurtz vor der Erndte hatte ein 90
Baursman, Nahmens Michel Kmeke, zu Röperstörf 3 ohnweit Laboy
*P J7 wohnhaflftig, einige seiner Nachbaren und *Bekanten gebeten,
ihm sein Holtz mit einführen zu helffen. Als solches geschehen
ao und dise Leute nun bei dem Michel Kmeken etwas getrunken,
sind etliche darüber, als Jochim Lage, Baurvogt zu Röperstörp,
und deßen Stiefsohn Jochim Puhk an einem und Jürgen Schütte
am andern Theil, wegen deßen, daß einer dem andern, so ge-
schlaffen, seinen Schnuptuch solle weggenommen haben, in Wort-
es gezanck und Streit gerahten. Sie gehen also aus dem Hause,
und zwar der Jochim Lage mit einem Stein in der einen und
bloßem Meßer in der andern Hand, auf Jürgen Schütten zu,
wirflft demselben zuerst mit dem Stein in den Nacken und will
also mit dem Meßer weiter zu ihm eindringen, er wird aber
3° von Jürgen Schütten mit einem Pook in der linken Brust ge-
stochen, daß er zur Krden gesunken. Deßen Stiefsohn Jochim
1 In der Fischerstrasse: Kieler Schossre« ister 1J76—1S79 I/ds. /. 9 7 ',
40*', bq*.
% In der Flämischen Strasse: a. a. Ü.f 4^', yiv ; Hausbesitzer-
35 liste IJ7J nr. 161.
8 Identisch mit Röbsdorf, Kirchspiel Propsteierhagen ?
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1576— 1577
[I, 90-91
Puhk, solches sehende, will den Schütten mit einem Spieße
verfolgen und erschlagen. Als aber der Schlag fehl gehet, wird
er ebenfalls von Jürgen Schütten durch den Hals dergestalt
verwundet, daß er alsobald auf der Stelle gestorben. Sein Stief-
sohn aber hat noch biß den dritten Tag gelebet. Diese bede, 5
nemlich Jochim Puhk und Jürgen Schütt, sind damahls von
einem Alter als 16 Jahren gewesen.
Nach Verlauf etwa 10 Jahren ist der Thäter in Kiel zu
gefänglicher Haft gebracht und nach Verhör der Sachen ge-
richtlich erkant worden : daß des Gefangenen ^Begehren (welches 10
war, daß er auf dem Markt hieselbst wolte enthaubtet und auf
dem heyligen Geist Kirchhofe begraben werden) abzuschlagen,
sondern der Mißthäter sein Recht der Enthaubtung auf dem
Köpken berge 1 ausstehen und sein Grab auf S. Jürgens Kirch-
hofe haben solle. 15
Anno 1577 im Umschlage sind 2 Betlerjungens wegen
verübter Diebereyen zu dem hiesigen Frohnen Hans Schlömern
in die Büttelei gebracht worden. Der jüngste, Nahmens Hinrich
Schulte, Carsten Marcke Schulten aus Hamburg Sohn, der ander,
Klaus Mürman, deßen Vater Evert und die Mutter Margreta *°
geheißen und zu Rostock gewohnet. Dieser* hat unter andern
vielen hin und wieder verübten Diebereyen und Untahten auch
bekennet, daß, wie er zunebst noch einen andern Cameraden,
Nahmens Marten, im vergangenen Sommer um die Erndtezeit
nach Bremen gehen wollen,' weren sie zwischen Stade und Förde 3 -s
an einen Kaufgesellen gerahten, welcher sie gebeten, weil er
albcreit etwas müde were, sie möchten ihm sein Zeug und Wahren
ein wenig mittragen helffen, er wolte ihnen gut Biergeld dafürgeben.
Als sie sich aber deßen gewegert, weren sie darüber in Streit
gerahten und hette sein Camerad Marten seinen Book ausgezogen 30
und den Kaufgesellen in die Herzgrube, er selbst aber, Klauß,
1 Anderer Name für den Gailenberg beim kleinen Galgenteich, Auf
dem Ilomannschen Plan mit nr. 26 vfustitz* bezeichnet. Heute siml der
grosse und der kleine Galgenteich zugeschüttet , an die frühere Localitiit er-
innert nur noch die ^Strasse am Galgenteich «. 35
* Klaus Mürman. 8 Verden a. d. Aller.
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I»9i] 1577 45
hette ihn mit seinem Meßer in die Kniewade gestochen und
*f S9 also vom I^ben zum Tode gebracht. *Sie hetten 5 Thaler
bei ihm gefunden. Den todten Leichnam hetten sie in das
Holtz geschleppet und in eine Grube mit Waßer geworffen,
5 den Mantel hette Marten mit sich genommen. Sie hetten sich
darauf vom Wege ab nach Buxtehude gewendet. Als sie nun
unterwegens eine Magd angetroffen, hetten sie dieselbe zu ihrer
Unzucht überwältigen wollen, weil sich aber das Mensch bestens
gewehret und ihnen ihr Vorhaben nicht gelingen wollen, hetten
10 sie die Magd mit ihren Strümpf bändern gebunden, darauf einen
Dornbusch geschnitten und sie dergestalt damit gesteupet, daß
ihr die Dornen in den Lenden weren stecken gebliben. Kr
hat ferner bekant, daß, ob ihm zwar offt sein kranker und un-
reiner Kopf von guter Leuten hette gereiniget werden können,
15 er dennoch nie solches nimmer zulaßen wollen, zumahl er sonst
kein Geld mehr hette betteln können.
V- 65 *Auch hat obig erwehnter Klaus Mürman sich einsmahls
bey einem Bürger zu Hamburg, Nahmens Andres Rave, auf
der Kaye 1 wohnend, in Dienst begeben. Als es sich nun
20 wehrenden Dienstes zugetragen, daß er mit seinem Bruder zu
Itzehoe, Eimeshorn und daherüm etwas Geld einzumahnen ge-
habt, ausgefahren, hat er vorhero mit einem andern Kröpel*
Severin Gramm (welcher eben itzo 3 alhir im Kiel auch gefangen)
*/• 66 abgeredet gehabt, wie sie *am besten des Geldes sich bemechtigen
25 könten. Nach genommener Abrede begibt sich der alte Kröpel
Severin nebst seinem Sohn Melchern voran auf den Weg. Als
nun Claus Mürman mit seinem Herrn und Frauen von weitem
zu fahren kommt, fällt (oder wirfft sich vielmehr) der alte Severin
im Gesichte des hintenan fahrenden Wagens auf jenseit Elmes-
30 horn von seinem Pferde und bleibt also liegen, bis der Wagen
herankommt. Andres Rave steigt vom Wagen, disem Krüppel
auf sein flehentliches Bitten wieder aufs Pferd zu helffen. Es
ergreift aber sobald des Krüppels Sohn eine Keule und will den
S. überwältigen: überwältigen A. 23. so.
35 » Quai. * Krüppel.
5 Bezieht sich nicht auf die Zeit Breiners, sondern auf
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4<i - 1577 [1,91-92
Raven damit rücklings in den Nacken schlagen. Dieses merket
des Raven Frau und rufft bey Zeiten, darüber das abgeredte
Unglück verhütet worden.
Diser Klaus Mürmann ist in Betracht seiner jugendlichen
Jahre mit dem Schwerte gerichtet, der Leichnam begraben, 5
das Haubt auf einem Pfahl genagelt, mit einem Strick an den
Galgen, so oben auf gebauet, angehenket worden Dingstages 1
nach Conversionis Pauli.
Am selbigen Tage ist auch der Kröpel Severin Gramm
von Sünderup, 4 Meil auf dißeit Ahlborg 2 bürtig, wegen deßen, 10
was Klaus Mürman von ihm ausgesaget, welches alles er selbst
nebst noch andern Übeltahten mehr zugestanden, mit dem Strange
vom Leben zum Tode gerichtet worden. *Dieser Severin hatte */• 67
auch bekant, daß er mit Fleiß von seinem Pferde herunter ge-
fallen und in dem Wege gelegen, auf daß, wan der Kaufman 15
ihm die Hand reichen würde, ihn wieder auf zu helfen, er
denselben desto füglicher erstechen und ihm das Seinige abnehmen
könte.
92 Anno 1577 zur selbigen Zeit ist noch ein ander Pracher 3
und Mißthäter, Nahmens Jochim Schwarte, aus Rostock bürtig, 20
wegen seiner verstehen Krankheiten, begangenen vielfältigen
Diebereyen und Mordthaten abgestraffet worden. Dieser hatte
unter andern Unthaten auch selbdritte Anno 1575 zwischen
Lüneburg und Öltzen 1 einen Schneidergesellen umgebracht, bey
welchem er nur einen Gülden gefunden ; 2) einem Taffeiet- 25
kramer 5 seine Wahren unterweges abgenommen und ihn nach
vielen harten Schlägen liegen laßen ; 3) ihrer fünfe zwischen
Rostock und der Ribbenitzer 6 Heyde einen Man aus Sachsen,
Curd Henrich genant, bey seinem eigenen Gürtel an einem
Baum gehenket, bey dem sie 21 ^ gefunden ; 4) er selbander 30
einen Körsner gemordet, dem sie 19 ^ abgenommen aus Ur-
sachen, weil sie keine Hände noch Füße 7 hetten eßen können;
2t. vielfältigen: vielfältigen.!.
1 Jan. 2g. * Aalborg in Jütland. 8 Bettler. 4 Uelzen, Rgbz.
Lüneburg. 6 Tabuletkriimer. 8 Ribnitz, Landgericht Rostock. 35
7 J ronische Redewendung zur Bezeichnung gänzlichen Nahrungsmangels.
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I, 92-95]
1577
47
5) er nebst andern ein Hauß binnen Ruhwolde 1 angestecket;
6) auch einen Knecht umgebracht, bey dem sie nur ein paar
•/ .68 Thaler gefunden; *7) auch einen Schuhknecht vor 2 Jahren er-
mordet, der nur i 1 /* Thaler an Oelde bei sich gehabt, dieses
5 samt seinem Mantel und Gewehr hatten sie ihm abgenommen
und den Leichnam im Holtze liegen laßen etc.
Extract der Urthel :
Dat Jochim Schwarte mit dem rade von baven dal an
allen sinen lehtmaten gestött und geradbraket, strax up en rat
io gelecht und ein galgen baven dem licham gebuwet, ok so vele
morde und brand, als he began und began helpen, so veele
knüppele an dat rat gehenget werden schall, up dat dem rechten
ein genügen geschehe und he et nicht mehr dohe, andern tom
afschu und tom exempel.
x s Anno 1577 den 26. Jan. ist gleichfals einer, Nahmens 93
Hans von Sandershusen 2 , wegen einiger Leinwand- und Gänse-
diebereyen durch Urtel und Recht zum Strange verurtheilet worden.
Kodein Anno am Donnerstage 3 nach der Himmelfahrt in 94
der Nacht üm 1 1 Uhren ist einer, mit Nahmen Peter von der
20 Osten, bei dem erbaren und ehrnvesten Jochim Blohmen 4 dienend,
von David Tohmschlägers 5 , Bürgers dieser Stadt Kiel, seinem
Knechte, Claus Witte geheißen, in dem hiesigen Rahtskeller
jämmerlich erstochen. Der Thäter ist zwar flüchtig, jedoch am
nechsten Sonabend' 5 altem Gebrauch nach friedeloß gemacht
25 worden.
*p.6g *Eodem Anno am Sontage 7 nach Luden in der Nacht 95
1 Schwerlich Ru/noalde im Kreis Osterode, Rgbz. Königsberg.
a Sandershausen, Rgbz. Kassel.
8 Mai 23.
30 4 Siehe v. Stemann, Urk. Beiträge s. Gesch. d. //erzogt. Schlerwig u.
Holstein S. 20-21.
6 /n der Holslenstrasse : Kieler Schossregister ijy6 — 7579 //ds. f. 2 r ,
33 r , 6jr. JjSy hat er auch Häuser in der Vorstadt ausserhalb des Holsten-
thors, da er mit David Postfeld edder Tomsleger identisch ist: Kieler
35 Erbebuch nr. 2003, 2013.
6 Mai 23.
' Dez. 13.
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48 1577 [1.95-96
ist einer, mit Nahmen Hans Frese 1 , ein Fischer, von einem
andern Fischer, Hans Howenstein genant, in I,afrens Wolden
Behausung gar jämmerlich erstochen und vom Leben zum Tode
gebracht worden. Und weil der Thäter sich davon gemacht,
ist derselbe am nechsten Dingstage*, wie gewöhnlich, verfestet 5
und frideloß gelegt worden.
90 3 Noch ist in demselbigen Jahr in Kiel ein großer schel-
mischer Bube 1 gewesen, der von einem zum andern gangen und
fast der Almosen gelebet. Dieweil demselben nun bekant, wie
groß Geld in der Garbekammer oder Sacristey der Kirchen zum 10
Kiel enthalten wurde (denn es hatten Herr Otto 5 Rantzow zu
Rantzow und Hans' 5 Rantzow zu Kskelsmark, Gevettere, einer
gewißen Streitigkeit 7 halber etliche Laden mit Geld dahin de-
ponirt gehabt, worinnen 4587 $ 8 ji gewesen), gehet er gen
1 Bis 1373 in der Dänischen Strasse: Kieler Hebungsregister ijöj— 15
1376 Hds. f. tjv z. J. 1363 ; Erbebuch nr. 1989. a Dez. 17.
3 Wie aus S. 30 > hervorgeht, hatte Bremer zwei Vorlagen zur Ver-
fügung. Ob und wieweit er das Kieler Kirchenregister v. J. 1377 benutzt
hat, lässt sich nicht feststellen, da gerade dieser Jahrgang im Kirchenarchive
St. Nicolai fehlt. Im vorhandenen Rechenschafts- Kirchenregister für 1377 20
findet sich nichts Einschlägiges. Einige Erläuterungen zu dem von Bremer
Erzählten bietet jedoch die Supplik, "welche 1377 Juni 17 Bürgermeister und
Rat an den //erzog . Idol/ richteten (Schlesinger Staatsarchiv A XX nr. 284g).
Die Absendung der Supplik (siehe diese in der Beilage) geschah nach Er-
greifung des Diebes, aber noch vor Einleitung des gerichtlichen Prozesses. 25
4 Namem Jacob Steinkopf: siehe weiter.
5 Sohn des //ans Rantzau : Zeitschr. d. Ges. f. d. Gesch. d. Herz.
Schi, /folst. Lauenb. //, rjj.
8 Sohn des //einrieb Rantzau. Die Supplik des Kieler Rats nennt
ihn zu SackstorrfT Erbgesessen. Escheismark hatte //ans von seinem Vater 3°
geerbt, Saxtorf erhielt er von seiner Erau Margarete, Tochter des Marquard
von Ahlefeld: Zeitschr. //, /J2. /n Kiel war Hans in der Holsten Strasse
ansässig.
1 Otto und Hans hatten Umschlag 1377 ihren Vettern, den Gebrüdern
//einrieb Rantzau zu Schmool und //ans Rantzau zu Hasselburg (über diese 35
Sohne des Jasper Rantzau siehe Zeitschr. //, 128-129), wegen aufgerichteten
Erl>vertrages betreffs des Stammgutes Neuhaus die oben genannte Summe an-
geboten und sie, da die Annahme verweigert wurde, in der Kieler Nicolai-
kirche deponiert.
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'577
49
Preetz und kauflft aldar von einem Maurer einen Hammer,
kommt wieder gen Kiel, last sich in der Kirchen beschließen,
bricht mit disem Hammer das Gewölbe durch, machet von
Stricken eine Leiter, damit er hinunter und wieder hinauf steigen
5 könte, bricht die Kasten und Laden auf, nimmt ein groß Geld,
trägt es aufs Gewölbe und verscharret es aldar im Sande, solches
*P7° über etliche Jahr nachzuholen, nimt auch ein gut Theil 1 *mit
sich hinweg und ziehet davon nach Böhmen 2 zu seinen Freunden.
Als nun diser große Diebstall kundbar worden, ist auf viele
io ehrliche Leute Argwohn gefallen, und ließ sich der Handel
eine Zeit lang wunderlich ansehen, biß man endlich erfahren,
daß diser Lediggänger den Hammer in Preetz gekauft, auch
wer ihn mit dem Geldc weg geführet hette. Darauf ist diesem
Diebe, Nahmens Jacob Steinkopf, nicht allein durch Steckbrife 3 ,
15 sondern auch durch gewiße Abgeordnete 4 fleißig und mit großen
Kosten nachgesezet worden, wie es den Gott also geschicket,
daß er sich von einer Herberge zu der andern vernehmen
laßen, wo er Nachtlager halten wolte. Dem sie also nachge-
spühret, biß sie 5 ihn am Böhmischen Walde 6 zu Landsberg an
20 der Warthe auf seiner Schwester Bette angetroffen. Da 7 haben
' Der Dieb öffnete eimn der Geldbeutel und nahm daraus, swiel er
tragen konnte, die übrigen Beutel verscharrte er an verschiedenen Stellen im
»Steingrueß« . t Siehe Note 6.
* Der A'al meldete den Diebstahl an alle benachbarten Städte, mit der
25 Bitte, dem Diebe nachzuforschen.
4 Ks wurden zwei Katsmitglieder abgeschickt, der eine in Richtung
Segeberg, der andere in Richtung Lübeck, Wismar, Rostock.
h Nach der Supplik des Rates kam nur der eine der Beiden, Tymme
Wriett, dem Diebe auf die rechte Spur. Timme Wriet (Writ, Writh, Writt,
3 o Wrydt), nach Bremer IJ7J — /6oo Ratsmitglied, war in der Schuhmacher-
Strasse ansässig: Kieler Erbebuch nr. jgoS, 6g, 75, 200g, //, /j ; Hebungs-
register fj6j—'J76 Hds. f. so* z. J. rj6j, Hausbesitzerliste 1575 nr. iSj,
Schossregister 1576— 1579 H< is - /■ * 2V > 44" > 73 r >
6 Die Supplik weiss nichts von dieser eigenartigen geographischen Be-
35 Stimmung der Lage Landsbergs. Ob die Unkenntnis der Geographie erst
Bremer zur Last zu legen ist oder schon in seinen Quellen sich fand, kann
bei dem Fehlen der letzteren nicht entschieden werden.
1 In Landsberg. Dort wurde Steinkopf ins Gefängnis gebracht und
später hingerichtet.
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50
»577—1578
[I, 96-97
sie ihn gefänglich einziehen und nach gemachten Proceß an
den Galgen hencken (alibi stehet: aufs Rad legen) lassen. Das
vorgefundene und annoch unverzehrte (leid 1 haben sie mit sich
nach Kiel genommen 2 , auch das Übrige, so er im Sande ver-
scharret gehabt, wieder herausgenommen und in Sicherheit gebracht. 5
97 * s Anno 1578 am Dings- [**Anno 1578 am Dienstage im **p. 4
*P-74 tage im Fastlabend 4 , war Fastlabend, warder 11. Febr., haben
der 11. Febr., haben et- etliche Bootsleute von Ihro Fürstl.
liehe Bohtsleute von Ihr Gnaden Schiff, welche in Marx Cordes
Fürstl. Gnaden Schi ff, nach- oder Beckers, eines Bürgers, Hause 0 *°
Colonnv rechts, llds. a : 6. Randglosse : \'itte im Convolut sub signo in
Curia.
l JJo '/'haier.
* Diese Angabc Brauers widerspricht der Darstellung in der Supplik.
Nach letzterer nahmen die Inden das Geld nicht mit, sondern dieses wurde 15
7'om Gerichte zu Landsberg in Vcnvahrung genommen. Gerade um dieses
Geld herauszubekommen , wandte sich der Kieler Rat am 17. Juni an den
Herzog Adolf um Fürbitte bei dem Kurfürsten von Brandenburg. — Zur
Wahrung der Kieler Interessen und zur Einleitung des gerichtlichen Prozesses
gegen den Dieb wurde 1377 Juni 23 Timme Writ von neuem nach Lands- 20
fo''£ geschickt. Die Kosten für die Reisezehrung und für ein Geschenk an
den Rat zu Landsberg verzeichnet das Kieler Schossregister 1376—1379 /Ms.
z - 7- '577 /■ 2**': Item dingstages nach Johannis Baptistae anno etc. 77
Timmen Writ thor therung mittgeven, nha I, anusberge dem kerckendeve
nathojagen, 12 \ \ f. 27' -. Item eth hebben ein rath thwe dröge, elfF laße «s
von Hamburg bringen lathen, desulven thor vorehrung na Lantsberg Timmen
Writh mittgedhaen, hievor gegeven 6 daler; item thor terung mittgedahen
iS \\ ibidem z. J. 1379 /• SS^ : Item bemeltem Jürgen Timinen, davor datt
he hiebevorne synen klepper nach Lübeck uthgedhaen, alß dem kercken-
deve nagejaget, gegeven 2 \. Ob der letzte Posten für die Ausleihung eines 3°
Pferdes nach Lübeck sich auf die erste oder zweite Reise bezieht, bleibt zweifel-
haft. Jurge Timme in der Schuhmacher Strasse ist nach Premer 1,573 - 1380
Mitglied des Rats, vgl. Kieler Schossregister 137h — 1379 /Ms. f. 44 v ,
7J 7 '. Kr dürfte der andere zur Erforschung des Diebes ausgesandte Rats-
mann gC7cesen sein. 35
3 Die hier von Premer benutzten Akten des Convo/uts £ sind im
Schleswiger Staatsarchiv P XVI 6 nr. 1 erhalten. Siehe die Beilagen.
4 Mit Eastelabend werden die Tage vom Donnerstag vor bis Dienstag
flach Estomihi bezeichnet. , «
•'' Auf der linken Seite der Holstenstrasse, heute nr. 7. Dort wird 4©
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1.97] 1 57 8 51
dem sie in Marx Cordes (itzo Abrah. Petersen 1 Hauß) eine
oder Herkers Hause in der Tonne Biers aufgeleget und den-
Holstenstraße eine Tonne selben Tag ausgetrunken gehabt, bey
Hier aufgelegt und ausge- spähter Abendszeit hin und wieder
5 trunken gehabt, bey spähter in den (Saßen und insonderheit auf
Abendzeit in den (iaßen dem Marckt vor Anna Telemans Thür
hin und wieder, insonder- einen großen I.erm und Tumult er-
heitaufdemMarkt vorAnna reget. Valentin Suhme, Rahtman (wel-
Telemans* Thür (wo itzo eher oben in der Flemschen Straßen,
iü Herr Michel Hinr. Scriver 3 in dem andern Hause von oben,
wohnet) einen großen I.erm gewohnet), nachdem er seinen Schwa-
Cobmnc link», Hds. A: J. Tonne />>-//< /////// ~.fid> rkolt, j. r.pahter.
Colon nr t i\/tts , Hds.a l. itzo Maut» am Randf ting/ngt. ö. Rand-
glosse : alwo itzo Michel Hinr. Scriver wohnet. «V. Randglosse . \'al.
15 Suhm in Jüigcii Uucken Hau>e in der Flein/.»« hi n Straße.
Marcus Cordes /// der Hausbesilzcrlistc /jfj nr. 4 und im Kieler Schoss-
register /J76 — 7579 Hds. f. 2 r ,js y ,^4 r aufgeführt. Sein Beiname Becker
rührt von seinem Kernte her, er war hu, leer: A'ie/er Erbebuch nr. 201t
(Mareks Cordes).
20 1 Kieler Schossbuch 1694 Hds. />. S>6.
■ Das Haus Eeke Markt und Hassstrasse, heute Markt nr. 10, früher
Jacop Wolder (siehe oben S. 41 Xotc fr) um/ Hans Vos gehörig, ging JS57
in den Besitz des Hinryk Telleman über: Kieler Erbebuch nr. 1861. Aach
'S7S Mörz 17 kaufte Hinrich Tcllcman de olde vom Rate zwei Huden am
25 Markt: Erbebuch nr. IQ87. im Laufe des Jahres 1376 starb er. /his
Kieler Schossregister IJ76—IS79> IMs. f. S r s. J. 157b, nennt noch den
alten Hinrich Tcllcman als Schosszahler, dagegen f //*' zahlt bereits Anna
Tellinans seligen Minrichs fruw den Sehoss von den Huden am Markt. Vom
Jahre IS77 ab figuriert dann Hinrich Tellcinans nagelalene wedewehe,
3° withwehe Anneke als Besitzerin des Hauses Ecke Markt und /fassstrasse :
ibidem f.jS*', 6yv. Mit der 1 'bernahme des Hauses durch die Erben scheint
auch der Neubau des mit der Jahreszahl rjyfr versehenen, durch Schnitzver-
zierung und /nschrifleu ausgezeichneten Hinterhauses ( Eront in der Hass-
strassc) in Verbindung zu stehe'/. .Vach alledem ist es unmöglich, ,lass, wie
3"> Volbehr: Topographie S. ijS augiebt. Anneke Tclcman bereits zum Ge-
dächtnis ihres verstorbene// Mannes ein grosses Gemälde, Pas /üngste Gericht« ,
in die A'icolaikirche stiftete. .Vach S, liwarze -Echse S. qi trägt überdies das
betreffende Gemälde die Jahreszahl iftoS i///d ist eine Sfi/'f://.\' des A'afsmit-
gliedes //aus Clausen, ein zToeites gleichartiges Gemälde ( Sclroarze- Echse S.
40 S7) war ohne Jahreszahl.
3 Kieler Schossbuch Hds. />. 107.
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52
157«
[I. 97
und Tumult erreget. Valen- ger Ameling von **Lengerken und ••/»•J
tin Suhm, Rahtman 1 , won- Anthunium Blankebilen Organisten,
haflftig in der Flamschen welche er eben des Abends bey sich
Straßen 2 , (wo itzo der zur Mahlzeit gehabt, durch seine beede
Barbirer Wentzel wohnet), Jungens mit Leuchten nach ihre Häuser 5
nachdemerseinenSchwager bringen laßen, und siehet, daß der
Ameling von Lengerken :l eine Jung gantz bestürtzt wieder zu
und Anthon Blankebylen Hause kömmt und nur den Ring von
Organisten" 1 , die er eben des der I suchten samt dem obersten Deckel
Abends bei sich zur Mahl- am Arme trügt. Weil die Leuchte 10
zeit gehabt, durch seine schon zerschlagen, tritt er vor der
bede Jungens nach Hause Thür und höret ein erbärmlich Ruffen
leuchtenlaßen und gesehen, und Schreyen aufm Marckt vor seiner
daß der eine Junge gantz Schwigermutter AnnaTelemans Hause,
bestürtzt wieder zu Hause woselbst Franz Nyhuß, ein Lübscher, »5
Colonne links, l/ds. A : 4-3. Die Klammern fehlen.
Colottnc rechts, Hds. n : 2. Randglosse : Blankebyl hat in des itzigen Can-
toris Wohnung in der Haßstraüc gewohnt. 6. und siehet : so.
1 Nach Bremer Mitglied des Rats 1575 — 16*4, zuletzt als Bürgermeister.
5 //// zweiten Hause auf der linken Seite der Flämischen Strasse, heute 20
///•. j: Kieler Ifebungsregister 1563—1576, ffds. f. t8 r ; ffausbesitzerliste
'575 »*'> '34,' Schossregister 1576— '579, Hds. f. 10*', 42*-, 7 f. 1694
gehörte das ff aus Jürgen Buck : Kieler Schossbuch 1694 ffds. p. IJ4 ; 1725
dem Katsbarbier Johann Philip Wentzell, der als Afitglied des XVfer Kol-
legiums schossfrei wohnte: Schossbuch 1725 ffds. p. 147. 25
a Auch Ameling von Lengerhen war damals bereits Ratsmitglied, nach
Bremer 1575 — 161 S. Sein Haus lag auf der linken Seite der ffolstenstrasse,
heute nr.j: ffausbesitzerliste 1575 nr. 2, Kieler Schossregister 1576—1579
ffds. f. 2 r , J5 r , (>4 r . Ein Schwager des Valentin Suhm war er insofern,
als Ameling wie Suhm Töchter der Anna Teleman zu, Frauen hatten. Ein 30
dritter Schwiegersohn der Teleman war 15S7 Claus Holste: Kieler Erbebuch
nr. 2014.
4 Kieler Schossregister 1576 — 157g, ffds. f. 6* z. J. 1576 s. v.
I lastrate: Sivertt Keventhlouw, bewohnet itz der organiste, f. jS*', 67^.
Vgl. Kieler Kirchenregister 1578 ffds. p. 194 s. v. Uthgave thor kercken : 35
vor Siverl Reventlouwen hus tho wachtgeUle geven, dnr Anthont Plankbil
de orginiste dinne wanet, 5 ,3. Im Erbebuch nr. 201S, 2023, 2025 erscheint
Blanckebeil (Blanckbeil) 1601 —1602 als Zeuge und Bevollmächtigter. 1723
wohnte in dem Hause der Cantor Petrus Wieghorst : Schossbuch 1725 Hds.p. ///.
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1,97] 1578 53
komt und nur den Ring der auch selben Abends in Ciriacus
von der Leuchte samt dem Harkamps Hause 1 (wo die itzige alte
obersten Deckel an dem Apothek ist) gewesen und nun wieder
«y>. 7j Arm träget, *auch das Ge- nach seiner Herberge bey Carsten Tele-
5 schrei und Tumult vor seiner man 2 gehen wollen, an diese Botsleute
SchwiegermutterHause ver- geräht, welchen er einen guten Abend
nommen, gehet er dahin wünschet. Sie aber dringen zu ihm
und siehet, daß Frantz ein und schlagen ihn zur Erden mit
Nyhuß von Lübeck mit disen Worten : Schlagt todt, schlagt
io disen Bohtsleuten in Un- todt! Das ist auch der **Schelmen **p.6
gelegenheit gerahten. Kr einer! , geben ihm etliche Streiche,
wird aber auch selber von die andern aber schreyen: Dem
ihnen mitBeilen,Schwertern Jungen ock wat, dem Jungen ock
und andern Wehren über- wat!«. Diser aber, Nahmens Klaus
15 fallen, daß er sich zurück Holste 3 , laufft darvon, und indem sie
übers Markt nach dem ihn verfolgen, wird sein Herr in
Schwybogen am Kirchhofe Anna Telemans Hauß eingelaßen,
begeben muß. Wie er daß er also größerm Übel entkommen,
nun daselbst üm Hülfe und Valentin Suhm gehet endlich aufs
so Rettung geruflfen, auch Marckt, üm zu sehen, ob auch seiner
seinen Jungen Hanß Tarn- Schwigermutter Anna Telemans und
sen, die Rahtsdiener zu den Ihrigen etwas Übels begegnete,
holen, weg gesant, muß er wird aber nicht weit von \mt\ing
sich indeß mit seinem von Lengerken seiner Buden 1 von
25 Cohnne rechts, Hds. a . 13. wo ist am Rande eingefugt. 4-5. Rand
glosse zu Telcman: Discr hat gewohnt am Markt in dem gewesenen Bulker
Haute.
1 Das dritte Haus auf der linken Seite der Holstenstrasse, heute nr. j :
Kieler Hebungsregister IJÖJ—/J76 Hds.f.fy, Hausbesitzerliste /jyj nr. j ,
30 Schossregister 157 b— 1579 Hds. f. 2 r , JS r , f*4 r . Die alte Apotheke ist dort
seit /öS J: Volbehr, Topographie S. 1 41 (mit Lesefehler Ilartnack für Harkamp).
1 Das Haus s7cischen Cristofler Clauß und Paul Hoic, heute Markt
nr. 6, kaufte Kersten Tellemann /jyj Okt. 29: Kieler Erbebuch nr. /Q77.
Vgl. Hausbesitzerliste IJ7J nr. öo und Schossregister IJ7Ö—JJ79, Hds. f.
5 Aus Kopenhagen.
4 Ausser dem Giebelhause in der* Holstenstrasse besass Ameling noch
eine Bude auf dem Markte: Kieler Hebungsregister /JÖJ—/J76 Hds. f. iqv
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54 1578 [I. 97
Spieße, den er in der etlichen Hotsleuten mit Beilen, Schwer-
Hand gehabt, defendiren, tern und andern Wehren überfallen,
so gut er kan, biß endlich welche geschrycn : Her! her! Hir
der Junge wieder zurück ist der Schelmen auch einer, den willen
kommt mit der Antwort, wy hebben ! Hau, stick, schone nie- 5
daß er nimanden von den mand ! < etc. Auf solchem Gcschrcy
Dienern antreffen können, und Zudringen ist Valentin S/////// ge-
Darauf dringen die Bohts- nötiget worden, rücklings nach den
leute noch hefftiger zu ihm Gang am Kirchhofe oder Schwibogen 1 ,
ein, daß er also in große alwo des Küsters Buchladen, zu ent- «o
Gelahrligkcit Leibes und weichen, üm sich daselbst möglichst
Lebens geräht, bis endlich zu defendiren. Als er nun daselbst
aus Anna Telemans Hause üm **Licht, Licht, Hülfe und Rettung •*/. 7
ein Gesell, Nahmens Johan geruffen, auch seinen Jungen, Hans
Cordes, ihm zu Hülfe Tamsen, die Rahtsdiener zu holen, is
kommen. Diser schlagt weggesant, wehret er sich indeßen
mit einer Fleischgabel den mit seinem Spieße, den er bey sich
einen zurErden, den andern gehabt, aufs Beste er kan. Als nun
auf den Arm, daß er das der Junge wieder zurück komt mit
Gewehr fallen läßt. Der dem Bericht, daß er keinen der Diener 20
Gesell aber, welcher wieder- antreffen können 2 , dringen die Bots-
Colonn,' links, ltds. A : 7. können.
z. J. /j/>s, Schossregister — ijyg //t/s. f. in' z. J. ijjö. Dorthin
ging Suhm, um den Ameling zur Schwiegermutter mitzunehmen, falls dieser
noch nicht zu /fette gelingt'" wäre. Ameling und Frau haben also nicht 25
im Hause der //ohtenstrasse , sondern in der Marktbude gewohnt oder min-
destens dort ihr Xachtijuartier gehabt. Steht damit im Zusammenhang, dass
das Register in den Jahren /jyA — 757 8 von dem Hause keinen Schoss bucht,
dagegen tjj6 von der Hude drei Mark verzeichnet?
1 Der Durchgang und Schwibbogen befinden sich noch heute daselbst, 30
Markt nr. 20. Das Kieler Erheblich nr. iqSj erwähnt den schwybagen
5. J. 1575- Der Kiister (der in der zweiten Kirchenhude am Xicolaikirch-
ho/ wohntej hatte 1578 im genannten Durchgang am Markt seine Bücher
zum I 'erkaufe ausgestellt.
' /is ist dies eine nicht ganz genaue Wiedergabe der Suh irischen Aus- 35
sage, nach der sein Junge ihm meldete: datt de denere nicht vorhandenn
(Schleswiger Staatsarchiv Ii XV/ 6 nr l f. i^ r , vgl. f. 21''). In Wirklich-
keit hat der Junge zwei Katsdiener in ihren Wohnungen angetroffen : CristofFex
Hoier und Hannß Tambsen. Jedoch that keiner vom beiden seine Pflicht.
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1.97] 157»
um von vieren verfolget leute noch heftiger auf ihn zu, daß
wird, muß die Flucht er also in großer (icfahrligkeit Leibes
nehmen, und kommt in- und Lebens sich noch alleine schützen
deßen Valentin Suhm auch und wehren müßen, biß endlich Anna
5 in Sicherheit. Telemans ihr (icselle ihm zu Hülfe
kommen. Dieser, Nahmens Johan
Cordes", schlägt mit einer Fleischgaflfel den einen zur Krdcn, den
andern auch auf den Arm, daß er das Gewehr fallen läßt.
Kr hat aber endlich, weil wohl 7 oder 8 Um sie bede gewesen,
10 auch die Flucht nehmen müßen. Indem er nun also von
vieren verfolget wird, komt Valentin Suhm in Sicherheit.)
Unter diser Action sind 2 von den Bohtsleuten, mit
Nahmen Fetersen (sonst Koch genant) und Klaus Reimers, er-
stochen 2 worden. Hans Fetersen, als er bey seiner Verbindung
15 gefraget worden, wer ihm den Schaden getahn, hat er *geant-
f ? 6 wortet : Der Fastlabend . Weiter gefraget, ob er ihn auch
kenne: Respondit: Nein . Item: Wolt ihr ihm auch ver-
J. ihre (jcm-IIc <t. 1214. Unter — worden: Hey dieser Action haben
zweene in derselben Nacht das Leben cingebül'.et a fing. S. Petersen :
20 Hans Petersen it. Kock a. Claus n. 14-16. Hans geantwortet :
Wie dieser Petersen von dem Barbirer Hanß WeUel [Randglosse : zwischen
dem Fischer- und Flem/ViV/cw Thor wonhafftj verbunden worden, hat ihm
ein üoldschmidgesell Borchcrd Wendepenning [Rundgtossr: alibi Winne-
penning; hat gewohnet in der Schmidstratte gegen Herrn PracWrw/V«
25 Kanzowen Hau L> über, bey Wilhelm N'orgcns HauU, nach dem Markt zuj
gefraget, wer ihm den Schaden getahn hette, darauf er geantwortet <«.
Für Markt SihrriM dir Randglosse : ^f. 17- \Xcm/rhlt <i.
Der letztere erklärte am jj. hehr. 'vor (iericht, er -oäre gern gekommen, wenn
seine Frau ihn nicht daran gehindert hatte! Hei dem dritten Katsdiener,
30 Jürgen Groper, der auch am 12. Febr. verhört -wurde, seheint der Junge nicht
gewesen zu sein. Aus eigenem Antriebe aber kam der Mann nicht, obgleich
der Lärm, der alle L'mwohner des Marktes weckte, -weifeltos auch zu ihm
nach der Kehden Strasse drang. Das Sc/wssreg ister nennt 13 jj — Hds.
f. jj r , SJ r , 8j r , ausser den drei Erwähnten noch einen vierten Katsdiener :
35 Hans Flügge. F.in fünfter, Hans von Sosih, wird als Hausdiener bezeichnet ;
er erhält jährlich nur 10 Mark, während die anderen 20 Mark bekommen.
Das war das ganze Sichcrheitsf>ersi>nal innerhalb der Stadt.
1 Aus Stade.
2 Ein dritter Footsmann, Xamens Brandt, wurde schwer venoundet,
40 blieb aber am Leben: Schlerwiger Staatsarchiv F XVI 6 nr. 1 f. i6 r ,
H r , 33 v -
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f><;
P, 97
geben?« Respondit: »Ja«. Hat darauf zwar einen Priester 1
begehret, ist aber wegen seiner übermeßigcn Trunkenheit ver-
bliben. 2
Noch ist bei diser Action ein Hoveknecht von Preetz,
Hans von Weymar, sonst Schnialehans genant, der sich selbigen 5
Abend als ein Mönch verkleidet und vermummet gehabt und
also Fastlabend gehen wollen und vor dem Rahtskeller an dise
Kohtsleute gerahten, gefährlich verwundet worden, hat aber auch
einen andern wiederum mit seiner Wehre getroffen. Ä
Valentin Suhm ist wegen getahner Nohtwehr praestito »°
/. KespondityVA// rt. einen : den a. 4. bei diser: unter solcher a.
j. HatiU von Weimar, sonst Schmalehantt <». 7. also fc/t/t n . Q. einen
andern wiederum: einen wieder n. fo. getahner : obged<»<A/7»r getnhnen
a fing. 9.
' Schlenoiger Staatsarchiv, a. a. 0., f. 7 r : den cappellan. i S
* Vgl. in den Schlerwiger Akten (f. die gerichtliche Aussage des
Coldschmiedgcsellen Horchertt Wcndepcnningk. Wie Bremer in Hds. a ver-
merkt, wohnte dieser vorn in der Schmiedestrasse nahe dem Markte und
wird auch als Winncpemiing bezeichnet. Das Schossregister IJ76 — IJ79
kennt weder die eine, noch die andere Namensform. Verbunden wurde ao
Petersen im 1 Jause des Barbiers Ilanti Weßcll, das nach Bremer zwischen
dem Fischer- und dem Flämischen 7 'höre tag. Im Schossregister findet sich
unter den schosszahlenden Bewohnern der neuerbauten Wohnungen zwischen
Fischer- und Flämischen Thitr nur ein Ilinrich Wessell (I/ds. f. io*~, 41*,
70*', vgl. Kieler Frbebuch nr. 1997) und in der Schmiedestrasse ein Jost 25
Wessell (f. S r , 40*', 6yr t - t -gt. Erbebuch nr. iqöj), dagegen in der Schuh-
macherstrasse ein M. Hans barhirer (f. 12*, 43V , 72-"). Letzterer dürfte
unser llanß WeOell sein. Fls gab IJ7S im ganzen nur zwei Barbiere. Der
andere Barbier war Marcus Crotckop, der in der Schmiedestrasse wohnte und
sich auch in der Vorstadt anbaute: Schossregister Hds. f. io r , 42*", 7i r , 7Ö r . 30
Weßell und Grotekop untersuchten als Sachverständige die Wunden der beiden
Bootsleute und erklärten, dass die Venvundung mit einer Wehre geschehen
sei: Schlesrwiger Akten f. io*". Wo aber blieb der in der Holstenstrasse an-
sässige offizielle Ratsarzt Otto I^ingemake (Frbebuch nr. 1801, 1S47 ; Haus-
besitzern ste /J7S nr. 28; Schossregister Hds. f. 2*', JS 1 ', 64*' J, der fähr lieh 2 35
Mark Gehali bezog (Schossregister Hds. f. 2J 7 ', JS 1 ', ^S")
3 Auf Antrag des Kieler Rats Hess der Preetzer Propst Benedictas
von Alefeldt 1578 Febr. /f> den Preetzer Hofknecht Hanß von Weimern
über den Kieler Vorfall eidlich verhören : Schlesioiger Akten f. 28-29. Siehe
auch die Kieler Aussagen des Barbiergesellen Michael I^angemaeche, der den 4°
Schmalenhans verband, und des Christofler Negendanck, von dem sich Schmalehans
vor seiner Rückkehr nach Preetz eine Wehre auslieh : a. a. 0., f. SS r J4 r .
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1,97] 1578 57
juramento 1 frey und loß erkant. Die Kntleibcten aber sind
auch nach ihrem Tode zum Schwere! verurtheilet worden.
Verba sententiae :
^Demnach vermiddelst der tügen utsage, im gliken gedahner
s cydcsleistung etc. erkennen wy borgermeistere und rahtmanne
der stadt Kiel gedachten Valentin Suhtn dißer saken halber
ledig und loß. Und wan dan de doden dermaten an eren
egenen live und vorderf sülvest schuldig worden und wegen
begangenen muhtwilligen daden in die hiinde des richters gefallen,
fo schölen sc morgen vor dat nedderichstc gerichte, wo gebriiklich,
vorbracht werden, to geschende, wat ferner recht syn wird.
Pronunciatum Kiel den 19. Febr. Anno 1578.
*/. 77 i:!, Kxtractus protocolli judicii inferioris:
Donnersdages 1 na invoeavit anno 1578 sind de beiden
15 doden, Hans Petersen, sonst Kock genömet, und der ander, Claus
Keimers, bohtslüde, vor dat nedderste gerichte in eren sarken
liggende gebracht worden. Und dewilc aver deselven ordcl und
sententz vermöge e. e. rades gistrigen rechtspruches erkant und
gespraken is, so sind de wegen begangener gewaltsamen undat thom
> schwerde erkant und sind alle beide up dem markede enthövet 5 und
up dein bleekhave des klosters 6 begraven worden.
7. vermittelst <». 6. saken: sacheti tt. 7. leddig <r. eren: crem rt.
o. «lalxlen n. die : de a. to. schulen se : sollen de <i. nedderigste <i.
11. wird: werd<». 12. Anno fehlt n. tj. judicii inferioris : des Xi-
J% > dergerichts a. 14. Donnerstages n. anno fehlt o. />. Hantt «/,
/' /tag. öl. Cluutt A. 10. geriehl n f>ag. to. eren : ehren n .
to. is : iL', ,1. hegangner gewaltsamer undalit <t . 20. markte n .
Randglosse in ,t zu enthövet : Xuie Swarentafel des Nidergcr/V/i/jr in fol. h.
1 //. 11. ()., f 3 J.f .
i<> "Für den hier folgenden l'rteilsspruch hat Bremer eine Vorlage be-
nutzt, deren Wertformen mehr niederdeutsch gefärbt waren, als sie uns in der
Abschrift der Schles"u<iger Akten (f. 24''') v<niiegen. Wahrscheinlich hat
Fremer bei Abfassung der Ilds. a hier nur die Schleswiger Akten des Con-
rWuts # vor sich gehabt, später aber bei Xiederschrift von A die Orthographie
unseres Passus nach den Originalprotokollen des Kieler Obergerichts verbessert.
a Schlesinger Akten, a. a. O., f. 27*' in Abschrift des Syndicus Simon
Heinrich »Extract uth dem prothocoll des neddern gerichts'. 1 Febr. 20.
"' Dafür wurden an den Frohn 2 Mark entrichtet : siehe § toi.
" Auf dem Hofe ( blek ; Raum, Platz) des seit /5J0 der Stadt ge-
10 hörenden Franziskaner- Klosters in der heutigen Falkstrasse. l'gl. S\jS , f :
Mönchacker und S. 44 jj. I ber die Lokalität siehe l olbehr, Topographie S. Sj.
4a
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I
I
f)K 1578 (1582) [L.97
Weil nun Bürgermeister und Raht wegen solcher Knthaubtung
der todten ( orper nachgehends 1 in Anspruch genommen worden, hat
man von der Juristenfacultät zu Rostock Belehrung erhalten*, welche
folgender Gestalt respondiret sub dato 26. Maj 1582:
/-y. Weil nun 158^ : I >icse nach dem Tode vorgenommene Justiticit'ung ^
hat die Juristenfacultät /u Rostock nicht allerdings approbiret per verba
responsi vom 16. Maj 1580 also lautend n . J-J. hat man erhalten:
haben sie darüber eine Helehrun« von der Kostockischcn JuristcnfacuUet
eingeholct /' />n£. ÖJ. 4. Maji /».
' Seitens der Verwandtschaft t/er Hingerichteten, weiche fünf Jahre xo
hindurch, /jjS—Sj, mit Valentin Snhm und dem Kieler Rate prozessierte.
Schon tj-jS Febr. ij /j erschien als Kläger für den erschlagenen Petersen
dessen Verwandter Hans < >hleft"ßen vor dem Kieler Rat ( Schlerwiger Akten ,
a. a. 0., f. is r , iS-\), ebenso klagten /-'ehr. jj- 19 die nach Kiel gekommenen
l 'erwandten des erschlagenen Reimers und die anderen l 'erwandten des Petersen, , 5
erstere durch ihren l 'ertretet Henneke Krambekc vorm Kcndettborch (f. Ji"'J.
Ein 7'on den Klägern Anfangs Matz ansgetoirktes /ntercessionsschreiben des
Herzogs Adolf I. an den Kieler Rat (f. jj-'j blieb ohne Wirkung. Am
/./. März erklärte Hanns Hechtt als Vertreter der Eami/ie Reimers, dass
er das L 'rtcil des Rates nicht anerkenne, vielmehr an das Drei( Vierjstättte- 2o
gerichf appellieren werde (f jtny. Ob letzteres geschehen ist, lässt sich bei
dem Pehlen der betreffenden Jahrgänge der l'icr Städtegerichtsprotokolle nicht
feststellen. Jedenfalls nahmen sich Herzog Adolf und König Friedrich ff.
der Kläger (ijSi -oaren dies 1'eter Neelsen und Hans Reymers: f. jq r ,
./o> , 44>) t hat kräftig an. Xoch im Jahre /j~S wurde seitens der Kläger 25
von der Juristen faknltät der l tiivcrsität Leipzig ein Gutachten eingeholt,
•welches gegen Snhm und den Kieler Rat ausfiel. An Zehrnngskosten für
Hot schaffen verzeichnet das R'ieler Schossregister ijjt > -/J7y c. J. /J/S, Hds.
f. J" 7 '. Anno etc. 78 den 14. 1 »ecembr., alß ein raih oder er gevolhnech-
tigter gehn (lottorp citiret in sachen, <lat I .ypzische urtheill wegen der enth- 30
liveden boeLMuden tho publiciren und tho vorlesende anthoboren, Hildebranden
Fryen inittgeven vor sick. l'aulln Token und Hermannen Sifritt thor terun^
uth der kemerie 60 \\\\ ; /. S9 r ■ hem einem baden nach (Jottorff in sachen
der boeßknechten, de gerichtet worden it|> dein marckte, 12 ji. .S7<7/t» die
folgenden Xoten, sowie in der Heitage die H riefe des Hans Langhemake an 35
Hans Mlome März 27 und an den R'ieler Rat ijS/ März jS.
■ Vgl. in der Rechnung des Syndiens Simon Heinrich von 1602 Sept. 1}
f Schleswiger Staatsarchiv A XIX prov. in. jjyj f. S> '■' I» Sachen der be-
wusten /weyer nun vor etzlichen Jahren, eh dan ich hie zum Dienste
kommen, in dieLVr Stadt erst entleibten und hernach nicht desto weiniger 40
eniheubten Boetsleute contra HurgermeUtere und Raht dieser Stadt und zu-
gleich in specie contni den ihres Mittels itzigen Hurgerineister Valentin
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i 5 78 (1582)
59
'Daß unsre hiebevorn Valentin Suhmen mitgetheilte
Rechtsbelerung 2 nur allein auf die bekante Absolution zu verstehen
und daß euch nicht gebühret habe, der entleibeten Hohtsleute
todte Cörper mit dem Schwerte richten zu laßen. Es were den, daß
5 bei euch eine beständige Gewonheit, dermaßen mit der Mißethäter
Cörper zu verfahren, fürhanden ; uf den Fall werdet ihr wegen vor-
angezogener Knthaubtung billig entschuldiget. V. R. W.
Nachdem nun Bürgermeister und Raht solche Gcwonheit
und daß es vor vielen Jahren alhir dergestalt gehalten worden,
10 j. Kcchtshelehntng <i. J. entleibten <i, />. U'.lsleulc <i, Kußleute /-.
4. den : ilan n. J. Mißethalcr : Mißethater . /, Mißth.iter <f . 6. ver-
banden /•. uf den : nf welchen fi. 7. Knthauutung t?. Nach-
dem : als ,1 />itg. 11. solche : eine -.oh he <t. Q. und daß: durch Vor-
stellung und Allegirung etlicher Kxempel /*. dergestalt: so <i.
T 5 Sühtn, so vom Gegenteil seer hoch angezogen, crnstlig getrieben, sonsten
auch fast gefehrlig außgesehen, hab ich der Sachen Nottlurfft zwei mahl
an die Juristenfaculteet zu Rostogh begriffen, umb Rechtsbelehrnng darüber
zu erlangen ; ibidem f. j<" : Wie große Beschwerung ich sonsten von der-
selben vorgemelten entleibten Koetsleute Sachen gehabt und was maßen
20 man mich derentwegen auffm Schloße alhie eininahl in den Thurmb werffen
laßen wollen, solchs ist einem von den Eltisten außen Mittel des Rahts
Val. Suhmen unvorborgenn, und ist daßelbe auch neben anderm mehr in
meiner dem E. Rahte vorhin übergebener Rechnung Kxemplar umbstend-
licher zu befinden, auch dahero hie mit mehrein anzuzeigen unnötig erachtet.
25 1 Das Roslocker Guiachten von /jSj Mai 26 ist im Berichte des
Kieler Rats an die Rostocker Juristenfakultät von /jSj Juli 14 in indirekter
Redeform wiedergegeben. Bremer hat für den Text des genannten Gutachtens
entweder das Original oder eine nicht nach Schles~wig gekommene Abschrift
des Convoluts benutzt. Oder hat Bremer, lediglich im Besitze des Berichtes
30 vom 14. Juli, aus der indirekten Wiedergabe den direkten Text hergestellt?
Bremer teilt letzteren nur im Bruchstück mit, und zwar gerade nur so weit,
als sich der Text indirekt im Berichte r. 14. Juli findet ; hierbei stehen die
Hdss. a und b hinsichtlich der Orthographie dem indirekten Texte näher als
Hds. A.
3 5 2 Bevor sieh der Rat nach Rostock wandte, hatte bereits Suhm selbst
voti divt Belehrung erbeten und erhalten. Die Roslocker Juristenfakullül
sprach Suhm von Jeder Schuld frei und bestätigte das über ihn gefällte frei-
sprechende Urteil des Kieler Rats. J)iese an Suhm mitgeteilte Rechtsbelehrung
scheint Anfangs /jSf erfolgt zu sein ; eine Abschrift derselben übersandte /jS/
40 März 27 Hans Langhemake an Hans Blome.
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60
1578 (1582)
[I, 97-9«
dargetahn 1 , hat dieselbe Juristen facultät zu Rostock *den 20. Jul. */• ?8
folgender Maßen respondiret: Daß die angezogene Gewonheit
wegen Rechtfertigung der todten Cörper durch die erzehltc Exempel
(vide supra 2 p. 22. 29. 37. 40.)gnugsain erwisen und beigebracht,
derowegen dan Bürgermeister und Raht wegen der beschehenen 5
Enthaubtung der zweyn Bohtsleute billig zu entschuldigen und
actione male judicati nicht belanget werden mögen. V. R. VV.
Ein gleiches Responsum ist von der Juristenfacultät zu
Helmstet sub dato 7. Mart. 1582, wie auch von dem Schöppenstul
zu Magdeburg eingekommen. 3
Anno 1578 in der Pfingstwochen 4 haben 4 vom Adel 5 , als
Otto Reventlow zu Stocksee 6 , Breide Rantzow von der Steinburg,
Hinrich Rantzow zu Neuendörff 7 und Andres Rantzow zum Klamp 8 ,
/. dieselbe: die a. Juristenfacultät^, Facultet a. 2. folgender Ge-
stillt respondiret und für Recht erkant a. 4. Die Ziffern 22-40 sind 15
in A mit anderer Tinte in den ursprünglich frei gelassenen Raunt hin-
eingeschrieben. beigebracht: beibracht a. 6. zweyen a. S. Re-
sponsum fehlt a. ist: ist noch vorhin a. 9. Helmstedt a. sub
dato: den a. wie auch: item a.
1 Siehe in der Beilage den Bericht an die Juristcn-Facultet zu Rostogk 20
/jSj "Juli 14 mit dem angehängten Verzeichnis der Exempel und die dar-
auf erfolgte Belehrung 1382 Juli 20, letztere aus dem Original der Schles-
Tciger Ahlen, a. a. O., f. 37.
1 Im vorliegenden Abdruck: S. 18 ig (§42), 20 21 (§48), 27-28
r§ 60), ji-j2 r§ö2j. 25
*.S7V//«r /// der Beilage die Anfragen nach Helmstedt umt Magdeburg
IJ82 Feh: 16 und die beiden von dort gekommenen Bescheide, letztere aus
den Originalen der Schlesiviger Ahlen, a. a. O., f. 4J, 66. Das Helmstedter
Gutachten trägt das Datum des 7. März; das Magdeburger Gutachten ist
undatiert, dürfte aber auch im März erfolgt sein. 30
4 Die Pßngshooche begann Sonntag, 18. Mai.
6 //;/ Verzeichnis der im J. 15S7 lebenden Kantzaus begegnen uns
Hcnricus von Rantzow, Pauli Sohn, Erbsassen zu NcwendorfT und Andreas
Rantzow, Nicolai Sohn, Krbsassen zu Klampe (Angelus, Holsteinische Chro-
nica I, iSj, 1S4), im l.andregister v. J. 158S Andreas Rantzow zum Klumpe 35
und Otto Reventlow zum Stocksehe (Zeitschr. d. Ges. f. Sehl. Holst. Laucnb.
Gesch. XXV, 227).
a Gut im Kreise Segeberg, Kirchspiel Bornhovcd. I 'her dessen Besitzer
siehe Schröder- Biernatzki, Tomographie II, 41)6.
7 Gut Neudorf im Kreise Plön, Kirchspiel I.iiljenburg : Schröder 40
Biernatzki II, 17g.
8 Gut im Kreise Plön, Kirchspiel Giekau : Schröder Biernatzki II, 2gj.
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I, 98-100]
(31
einem Bürger mit Nahmen Jürgen Loof, als die Bürger den Vogel
nach altem Gebrauch 1 geschoßen, bei nachtschlafender Zeit an
seinem Hause-, Thüren und Fenstern (alwo itzo die neue Apothek
ist) große Gewald geübet und mit Steinen ins Hauß geworfen,
5 daß auch andere ansehnliche vom Adel disen Bürger zunebst
seinen Gästen haben retten müßen, und hat sothaner Frevel fast
die gantze Nacht gewehret. Diese vom Adel haben auch offtmahls
nach der Zeit viele Gewald an seinem Hause und Fenstern ver-
übet. Kr, Jürgen l,oof, hat auf eine Zeit die holtzerne Fenster-
10 schlage aus Noht zuthun müßen, die *haben sie ihm bei hellem
79 Tage entzwei geschlagen. Einer von disen 4 vom Adel halte
einsmahls mit der bloßen Wehre durch ein Fenster gestochen
und dises Bürgers Jungen beinahe das Leben genommen.
Noch hat einer vom Adel, Breide Rantzow von der Stein- !)0
•5 bürg, in der Kirchen alhir eines Bürgers Sohn nicht weit vom
Predigstuhl mit einem Dolchen gewaltsamer Weise biß auf den
Tod verwundet.
*/• S2 *Anno 1578 sind folgende Weibspersonen, als:
1) Abelke Schluckups oder Howenstensche, Hans Howen-
20 stens, eines Kilischen Fischers, de cpio supra* p. 69 pr.,
Ehefrau.
21). de — pr. in A am Rande eingefügt.
1 Die Kieler Schützengilde, genannt I'apegoiengiMe, später grüne
Gilde, wurde 141 2 begründet. Die iiiteste Gilderolle von 1412 Juni 4 befindet
2 5 sieh in alter Abschrift im Schlesinger Staatsarchiv (Depo//, l'rkunden d.
Stadt Kiel) und daraus bei Bremer im zweiten Teile der Chronik Hds.
p. 132135, gedruckt im Xeuen Staatsbürgerl. Magazin VII, 94 95. ll 'ei
leres, insbesondere die Gildeartikel von /S>o6, siehe bei I'iek, Kleine Mittei-
lungen aus Kiels Vergangenheit S. 45 ff.. 57. /.um Schiessen erhielt die Gilde
30 vom A'at einen jährlichen Beitrag, 1577 und 157S je fünf Mark, 1579 v ' tcr
Mark: Kieler Schossregister 1576—1579 Hds. f. 23"', 55-', S5*' .' /J?^ nha
oldein gebruke 5 Thaler: Schossregister 1595 j 96 Hds. p. 5S.
* Jurge Ix>eff fLofT: Ecke Ilasssirasse und Markt, heule Markt ur. 11:
Schossregister 1576 — 1579 H^ s - f ^ }V > S9''< ^S 1 '. H' e ,tcuc <-lp<>theke wurde
35 dort 1642 begründet: Volbehr, Topographie S. 13S.
8 Der filierte Anfang von p. 69 der Bremerscheu Handschrift bejindet
sich im vorliegenden Abdruck S. 4S 2 95)-
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<>2
1578
[I, IOO-IOI
2) Anneke Bartels, Hartelt Wegeners 1 Khefrau.
3) Beke Kohberges, Hans Kohbergs 2 , auch eines hiesigen
Fischers, Khefrau.
4) Christina Poppen, Johan Poppen 3 , gleichfals eines
Fischers, Khefrau, und 5
5) Abelke Kohbergs, eine Magd, deren Kitern Detlef und
(Iretje Kohberges zum Schaddenhagcn 1 gewohnet und
deren Hruder Peter Kohberg zu solcher Zeit im Kiel
\vohnhaflft,
weil sie allesamt mit dem leidigen Satan einen Bund gemacht 10
und durch Zauberev denen Menschen und Vieh viel Schaden getahn,
mit gebührender Strafte' 1 * abgelohnet und vom Leben zum Tode
gebracht worden.
101 Kxtract einer Niedergerichtsrechnung,
so an den Scharfrichter bezahlt: 15
Hanß Schlömer dem frohnen vor 5 jähr denste
des jars 7 daler tor besoldung und ene tonne
flesch« 7° ¥
1 Ein Bertolt Weghener erwirbt ij/S Haus und Bude in der Ritter-
Strasse: Kieler Erbebuch nr. 20
2 Hans Kohberg (Koheberch. Koebercb, Koberch) in der Fischer-
strasse: Kieler Erbebuch nr. 1929, Hausbesitzerliste 1575 nr. 1/6, Sehoss-
register jjj/i—ijjg ffds. f 8' , 40V, 6q-\
5 Johan Poppe zwischen dem Fischer- und Flämischen Thor: Kieler
Erbebuch nr. iggj, Schossregister 1576 — 157g J/ds. f. io>-, 41V, 70*'. 25
* Schashagen im Kreise Oldenburg, Kirchspiel Altenkrempe .-
8 Von den l 'nkosten des Verhörs verzeichnet das Kieler Schossregister
/J76—/379 /Yds. f 6o> z. J. 1578 : Vor 6 potte Hainborger beer upt rat
huß, alß <le töverischen gesettet, gegeven 4V2 3; vor lichte I fi. Über
Zahlungen an dm Frohnen siehe § 101. Die Untersuchung nahm längere 3Q
Zeit in Anspruch. Annckc Bartels sass zwei, Abelke Kohberg vier Wochen.
Dies hing damit zusammen, dass erst die Rostocker Juristeufakultät um Be-
lehrung angegangen wurde ; siehe die Rechnung des Syndicus Simon Heinrich
von 1603 Sept. q (Schleswiger Staatsarchiv A XJX prov. nr. 4Sq), f. Jv:
etzliger wegen Zeuberei bezichtigten hie wohnhaften Bürgerinnen. 35
ft Ausser dieser festen Besoldung -wurde der Frohnc für Verhör, Be-
köstigung, Stäupung, Verweisung, Hinrichtung etc. der Gefangenen noch ein-
mal besonders bezahlt. Für die auartaliter von ihm vorzunehmende Reini-
gung des Marktes erhielt er Jedesmal 8 ß ; das Wegfahren des Dreckes vorn
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i. ioii I57 s na
Item 4 gefangene', de ein ruht heflt fangen und
richten laten, ä 8 ,i , 2 \v
Densiilven gefangenen vor 3 weken kost, vor jede
weke 18 ß 13 ,, «S S
5 Vor 8 tövenersche* to richtende 5 ,, —
V- &s : = LInd hat de magd Kohbergsche H 4 weken . . 4 S .,
De Barteische 1 hat 2 weken 5 2 4 ,,
Vor de beiden doden boßlüde' 5 to richtende 2 ,, - -
Noch dem frohnen gevende to stupende 7 . 6 ,,
iu Markte wurde von anderen he sorgt. In den Ausgaben d. J. /j?S' sind ausser-
dem f s ,3 r erzeichnet dem frohnen vor dal huüken bym Vischerdhore tho
reinigen gegeven: A'ie/er Schossregister tjjfi—tj7t/ Hds. f '>o>:
1 Beziehen sieh auf diese befangenen die folgenden . lusgabeu des
Schossregisters /jyA — zjjy llds. f. SV 7- OV^ '- l le,n ,,cn wechlers,
ü de Johanssen Schmitt bewahret und bewaket, gegeven 6 £ 6 .1 ; ibidem
f. s$ 7 ' •' l tcni einem baden gegeven ahn Haussen Hlohmen wegen der ge-
fangen, de sv nein laekeien de wehre genommen, I ]C ; ibidem f. hj r : In
suchen, Johansßen Schmitt belangende, einen baden na Schießwieg afge-
lertigt, gegeven 12 y Wofür die S i pro Mann gezahlt wurden , 'wird nicht
20 gesagt. Die Beköstigung der j. befangenen wird im nächsten Posten be
sonders berechnet, kür die Hinrichtung waren 2 Mark zu wenig gewesen.
.Vach der l.übischen Ordnung für den Püttelmeister v. f. is~S erhielt dieser
für eine Hinrichtung mit dem Schwerte 1 rheinischen dulden, für das Hängen
an den obersten Galgen gleichfalls 1 rh. Cid., für das Hängen an den nie
->5 drigsten Galgen / Mark l.üb. Illach, Das alte l.übische Ä'echt S. /J?); dem
entsprach auch die Ta xe in Kiel: vgl. im siebenten Posten die Ausgabe von
2 Mark für die Hinrichtung der beiden Bootsleute . Die ! linrichtungskosten
für die Gefangenen betrugen also 4 Mark.
- Im § 100 zählt Premer nur f ünf wegen Zauberei -verurteilte krauen
ju auf. Die Zahl S .scheint hier auf einem lese- oder Schreibfehler zu beruhen.
Mit der ersten Ziffer stimmen auch die l linrichtungskosten s Wink übe/ein.
krauen wurden entweder verbrannt oder lebendig begraben. J)a nach der
l.übischen Ordnung v. f. /S-'S (<'■ <'■ O. ) f ür das l'erbreuneu 2 Mark, für
das Lebendigbegraben 1 Mark gezahlt wurden, so entsprechen unsere s Mark
.St dem l.ebendigbegrabeu von s Pinnen.
3 Abetke h'ohberg. 4 . lu/teke Härtels .
" Die Woche Beköstigung wurde, ohne l 'ntci schied ob f ür Männer
oder krauen, mit iS 3 ( 7 ^ h) befahlt. * Siehe S. sj '•
' Stimmt mit der l.übischen Ordnung (a. a. (>.) überein, nach -welcher
•40 der Prohn f ür das Stäupen iu der Püttelei (> .{ und für das Stäupen am
A'aak S -J erhielt.
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i;4
»579-1580
fi, 102105
102 Anno 1579 im Umschlage sind etliche vom Adel in den
Weinkeller gekommen und haben 2 Tonnen mit Hamburger
Hier entzwey gehauen und das Bier auf die Knie weglauflfen
laßen, auch sonst zur andren Zeit die Kannen, Tonnen und
was des mehr seyn möchte, in Stücken geschlagen und viel
ander Muhtwillen verübet.
10!» Kodein im Augusto an einem Montage 1 ist einer, Nahmens
Minrich von Minden, von einem andern, Jochim Ryke genant,
tödtlich verwundet worden, daß er an solcher empfangenen
W unde des andern Tages gestorben. Der Handthäter ist so- 11,
fort ergriffen und seinem Verdienst nach gestrafft worden.
HM Ködern des Sontages- nach Marien Geburt (im Septembr.)
in der Nacht hat alhir binnen der Stadt Kiel einer, mit Nahmen
Johan Rahstete, sonsten von Benthum :5 geheißen, seine eigene
eheliche Hausfrau, Abelke genant, so scel. Detlef Horchers .5
Tochter, vormals uf dem Garten 1 wonhaftt, gewesen, erbärmlich
erstochen und vom Leben zum Tode gebracht. Uber dem
todten Leichnam ist am neehsten Dingstage'' das gewönliche
Fahrrecht geheget und der flüchtige Handthäter friedeloß ge-
legt und durch den Frohnen ausgeleutet worden. ;o
10.V ;i(! Anno 1580 7 haben Detlr/ Broktörf von Windcbüy* und */. S4
( hristoffer von lUichwald, der Fange genant, zum Kiel in der
Flemischen Straße 5 ' in Fuder Röbels 10 Hause mit einander gesoffen
1 Mau hat die Wahl z-.oisehen dem 10., /?., _y. und 3 1 . August.
-Sept. /,'. ;! Penthen in Meeklenhur^-Sehioerin , .///// I.iihz-
1 (iaarden. 5 .SV//. / ■>-.
" Coronueus Petersen S. II. /-/"/. 7 ///•. 4J, Coronaeus Petersen- W'ilhehui
S. II. 147 f. // nr.jo, Corowieus Petersen Xoodt S. II. 14S />. jS. Ciaeden.
Monumenta I'leushur^ensia II, uj .-In in.
' \,>te hei Xoodt : Ouidam ha tu- hisloriam referunt ad. a. 1585.
* Windehy, Kr. P.ehernförde, Kirehsp. Porhy ; Sei/roder. Topogr. I / , 434.
"Im Sehossre-ister tjrjh — IS79 Hds. f. /->•'. 44 r > Z, r be^net uns
Luder Röbel] Knbell) ////; als Hausbesitzer in der Sehuhmaeherstrasse .
utofeieh steuerte er vor d;Kt rhiimeken under dem Klehmi-a-hen dhore. Ihis
Sehossre^ister </> Iiis. f. j^. 36 führt ihn mit einem Hause in der Fiseher •,-
Strasse auf, führend in seinem Hause heim I-'l.i mis,)ien Thvr, in der Strasse
rroiseheu Sehuhmaeher- und /■/imiseheu Thor, Juirbara Rantzau -wohnt.
Xoodt S.II. 14S jalseh : l.iidcrl Kavell.v.S\//. s So . I f. ,q : Ludert Rods.
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I, io5-io6] l5 8o
65
und gespielet 1 , daß derselbe, welcher das Spiel verlieren würde,
seinen eigenen Jungen erstechen soltc. Als nun Detleff Broktorf
das Spiel verlohrcn, hat er darauf seinen Diener erstechen müßen. 2
Eodem den 12. Jul. hat ein Kielischer Bürger Hans 106
5 Pförtener 8 (welcher in der Schumacherstraßen, wo itzo der
gülden Arm aushenget, gewohnet), als er gesehen, daß vor
seines nechsten Nachbars und eigenen Schwagers Timm Wriedten
Rahtsverwandten 4 Behausung etwa des Morgens üm 10 Uhr
4. Eodem : Eodem Anno a Pag. /J. den 12. J11I. ist in a spater
10 her übergeschrieben, darauf folgt : Vide das Convolut von Sim. Henrichs
Suppliquen sub hoc Anno, item Swarentafcl des Nidergerich ts in M. h.
4-5. Hans Pförtener: Hanß Pförtner der Jüngere a, die beiden letzten
Worte sind spiiter herübergeschrieben. 5-t>. Der eingeklammerte
Zusatz fehlt in a, dafür steht dort als Randglosse su Pförtner: hat ge-
15 wohnet, wo itzo der gülden Arm ist, bei H. H. Kahl. 7. Tim
Wridtcn a, dazu Randglosse : in (Jasper I.ilicntbfi/ gewesenen Hanse.
5. etwa — Uhr: morgens zwischen to und 11 Uhr a, spater heriiberge
schrieben,
1 Coronaeus- Petersen S. II. 146 fügt hinzu: aber dabey verabredet,
20 H. 14g A p. 8 nr.jo: auch mit solcher Condilion, ebenso oder ähnlich
die übrigen //dss.
* /Wersen bemerkt hierzu : So ist die gegebene Cavaliersparole ge-
halten. C/neden a. a. O. schreibt diesen Zusatz irrtümlich A'oodt zu. Zum
Hergang igt. den Bericht des Ilmers Samuel k'iechcl über seinen Aufenthalt
35 in Kiel Umschlag J586 (Mutz, Deutsche Kulturbilder aus sieben Jahrhun-
derten I, 104): und sie achten den Menschen wie ein Vieh; wurde inirauch
gesagt, daß wohl einer einen Jungen gegen eines andern Hund vertauschte.
Bezieht sich hierauf die Mitteilung Xoodts, dass sich nach einigen der Fall
Brockdorff- Buchwald fjSj ereignete ■ Die Vertauschung des Hundes gegen
30 den Jungen fand nicht zur Zeit des Kiechelschen Aufenthaltes statt, sondern
früher, wenn sie überhäuft in Kiel vorkam. Man beachte das Potentiale
»wohl«. Das Beispiel 'war für die geringe Wertschätzung des Hörigen sprüch-
wörtlich. Schon /joo -oeigerten sich die Difhmarschen, einer Herrschaft an
zugehören, vor der ein Bauer und ein Jagdhund gleichen Marktpreis hatten
35 Dahlmann, O'esch. von Dännemark III, sgj.
8 Die Kieler Hausbesitzer/iste 1575 nr. 1S2 führt in der Schuhmacher
Strasse Hans Porlcner auf. I gt. FrM>uch nr. jSiti z. J. 1552, nr. tgoS,
igtig. Wie das Schossregisfer 1576 — 157g Hds. f. 12 7 ', 44?', 7J> zeigt,
wohnten in dem Hause, das heute die nr. S4 trägt, Hans Portenerde olde
40 und Hans Portener de junger, wohl Vater und Sohn. Xach Hds. a handelt
es sich im obigen Berichte um den Jüngeren. /72J wohnte dort Hans
Hinrich Kahl, als XV ler schossfrei: Kieler Schossbuch 172s Hds. p. 167.
4 Siehe S. 4g Xote j.
5
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66 1580 [I, io6-io7
gesteinbrücket worden, welches ihm, dem Pförtener, zu nahe
zu seyn deuchte, solches nicht leiden wollen, dahero den Stein-
brücker Hans Schrödcrn, auf den Knien im Sande wie gewönlich
sitzende, plötzlich angefallen und demselben den Dolch rückling
zwischen beiden Schultern eingestochen, daß der arme Man alsobald 5
nach solcher Verwundung sein Leben erbärmlich laßen müßen.
Nach welcher erschröklichen Tahtvolziehung der Thäter also-
bald mit gezuktem Gewehr seinem Schwägern und Nachbaren
zur nechsten Thür (wo Lilienthal 1 gewohnet) ins Hauß gelauflfen,
woselbst er vielleicht auch nicht viel Gutes würde ausgerichtet 1°
haben, wen er seinen Willen Volbringen mögen und gute Leute
es nicht gehindert hetten. Dieser Hans Pörtener hat sich darauf
aus der Stadt gemacht und nach Roest 2 zu Asmus Rumohr 8
begeben [von dannen zwar üm ein sicher Geleit angehalten, ist
aber abgeschlagen. 15
Anno 1585 im Augusto sind von Herzog Johansen 4 zu
Meklenburg etc., auch vorhin schon von verschiedenen andern
Fürstl. Personen, Interceßionalschrciben an Bürgermeister und
Ra/it üm Erhaltung eines freyen sichern Geleits vor disem
Pörtner eingekommen etc.] 20
107 * 5 Anno 1580. Oswald von der Wische von Ascheberg *P- 8 S
/. Pförtner a. j. Hans SchrÖdem : Jürgen N. a, jedoch später
gestrichen und durch Hans Schröder ersetzt. 4. demselben —
rückling : ihm seinen Dolch rücklings a. 6. solcher: empfangener
solchen«/. 7 -8, alsobald : also a. q. Der eingeklammerte Zusatz fehlt 25
in a. 12. es — hetten : nicht darzwischen kommen, die ihn daran
verhindert a f>ag. 14. Pörtner a. 14-20. Die in eckige Klammern
eingeschlossenen Worte stehen nur in a. 21. Anno fehlt a j>ag. ib.
Randglosse daselbst zu Oswald : in der HolstenstraUc wohnend. Wisch a.
'Caspar hillyenthall in dem heutigen Hause nr. 32: Kieler Schoss- 30
buch /6q4 Hds. p. 134. Timm Wriedt gehörte das Haus seit 1372: Erbe-
buch nr. 1969.
* Gut im Kreise Flensburg, Kirchspiel Kappeln, seit 1498 im Besitz
der Rumohre: Schröder, Topographie II, igj f.
8 Zeitschr. d. Ges. f. Schi. Holst. I.auenl>. Gesch. XXIV, 163 z. J. 35
/j6/; Staatsbürgerl. Magazin X, göj z. J. IJ64; Zeitschr. XXV, 223
z. J. 1388. Asmus starb /jgo : Schröder, a. a. O.
4 Johann VII. 1383—1392.
5 Coronaeus- Petersen S. II. 146 p.j nr. 2, Coronaeus Petersen- Wilhelmi
S. II. 147 p. 1-2 nr. 2, Coronaeus- Petersen- A'oodt S. II. 148 p. 33. Noodt 40
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1, io7-io8] I5 8o 67
und Philip von Ahlefeld von Seegarden 1 hatten sich einander auf
Leib und Leben entsaget. Als nun Herzog AdolrT sie nach
Gottorf beruffen, iim sie unter einander in Güte zu vertragen
und dieser Oswald 2 von der Wische wieder nach Hause reiten
s will, da begegnet ihm sein Wiederpart Philip von Ahle fr/*/ zu
ßußdörf 3 nicht weit von Gottorf. Der schießet disen Oswald
lahm, aber der Oswald schießet den Ahlfeld wieder durch sein
Eingeweide, davon er gestorben.
4 Um diese Zeit hat Detlef Sccstedc von Stendorf des BischorTen 108
io j. beruften: citirct <». 4. Wisch a. 6. Ilustorf ti. 7, der Oswald :
derselbe 11. S. gestorben: den Tod bekommen. Kp/Vn/A/Vi f.
bei Camerer, Gedanken vom Duelle (Leipzig 175h), S. S>jS>j. Seit rotier, Dar-
stellungen*'. Schlössern u. Herrenhäusern d. Herzogt. Schles>o. Holst, l.auenb.,
S. 17. Von hier ab bis § rj7 lässt Bremer innerhalb der Erzählung 7'o/u yahre
»5 rjSo eine Sammlung tragischer Falle der Adelschronik folgen , 'welche Coronaeus-
Petersen ohne jedesmalige yahresangabe z. y. fjSo in seine Epitaph ia einreihte.
Nur zwei Falle hat Bremer aus der Sammlung herausgehoben und bereits früher
gebracht: Fall y>h. v. Ahlefeld (§57) zwischen ijjo und IJJ4 und Fall
Detleff BroktörfChristoffcr Buclnvald (§ /ojj an der Spitze der Ereignisse
20 des yahre s ijSo.
1 Gut Seegaard im A'reise Apenrade, Kirchspiel A'lip/eß'.
-Sohn des Georg (yHrgeuj v. d. Wisch: yahrb. f. d. l.andesk. d.
Herzogt. Schi. Holst, l.auenb. IX, 4S2 ; /.eitschr. II', igy ; XX/]', /68. In
Kiel wohnte Oswald auf der rechten Seite der llo/stenstrasse.
35 8 Busdorf Coronaeus- Bei eisen S. II. 14g p. 4 falsch : Hastor IT, dsgl.
Xoodt bei Camerer S. 6j: Jirunstorf.
* Coronaeus- Petersen S. II. 146 p.j nr.j z. y. 15S0, Wilhelm i Ilds.
p. 2 nr.j z. y. /5S6, Xoodt S. II. /4S p.32 =■ 7- 'J77. H- '49 <-'/■ <*'
2. y. /jS/. Camerer S. 6j nr. 2. Die yahresangabe 1577 ' st "Hein richtig.
30 Siehe die Inschrift in der Eutiner Kirche nahe beim Hauptaltar : Anno 1577
den 7. Juny ist der edel- und ehrvesier Ilarbort von Holle, Haupt- oder
Ambtmann zu Utin, zu Erhaltung dieses StitTtes Gerechtigkeit auff dem
Vißauer Felde erschoßen. Den (iott gnade (mitgeteilt von Fr. Cogel im
vierten Hauptsatz seines hdschr. L'thinischen Bischofsgedächtnisses : Programm
35 des Grossh. Gymnasiums zu Eutin 1878, S. 14; aus Cogel bei Packmann,
Einleitung z. Schleswig- Holsteinischen Historie I, 627 Xote h) und das Datum *
auf dem Grabstein in der Sakristei: Anno 1577 den 7. Juny, anno aetatis 28
(gleichfalls von Cogel mitgeteilt: Programm a. a. O.J. Durch die Mittei-
lungen Cogels erledigen sich auch die falschen Angaben von Coronaeus- Petersen
40 S. II. 14g p. 4 J, 149 A p. 2 nr. 3, 14g B p. 3-4 nr.j, welche den erschossenen
Ilarbort von Holle zum Eutiner Bischof machen, u. von Coronaeus- Wilhclmi,
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68
1580
[I, io8
von Lübeck, Nahmens Eberharten 1 von Holle, Vettern Hcrbortcn
von Holle 2 vor Eutyn bey der Kisauer 8 Brücken auf der Jagd 4
erschoßen. Da dieses des Erschoßenen 5 Bruder, ein Edelman
aus dem Lande Braunschweig, mit Nahmen Cord 6 von Holle,
/. Lübck n fing. 17. 2. Kuthin a. Kihcsauer a. 3. Erschoßenen : 5
erschoßenen Bischofs a.
der nicht den Eutiner Amtmann Harbort von Holle, den Bruder des in Eutin
residierenden Lübecker Bischofs, sondern diesen, den Bischof Eberhard selbst,
erschiessen liisst. Siehe auch in Bremers Hds. a: des erschoßenen Bischofs.
Um die Venoirrung zu steigern, macht Cor.-Wilhelmi nicht den Curt von 10
Holle, sondern den Eutiner Amtmann , des erschoßenen BischofFs Bruder,
zum Köcher und lässt diesen nach geübter IViederve/geltung nach Braunschweig
reiten. Doch sei der gerechten Beurteilung halber hervorgehoben, dass bereits
IVilhelmi in einer /Randglosse auf Cogelius im 7. Hauptsatz des Uthinischen
Stadtgedächtnisses himoeisl, nach dem der Ermordete der Eutiner Amtmann, 15
des Lübecker Bischofs Bruder, gnvesen sei. Das gedruckte Uthinische Stcult-
gedächtnis (Plön /712, Lübeck 17 ij) enthält nichts über unsern Fall. Den
Bericht der Eutiner Handschrift des Bischofsgedächtnisses siehe weit er. —
Der 7'häter Detlef Sehestedt ist ein Sohn des Paul Sehestedt auf Stendorf
und Ihpenau : Zeitschr. I, 81. Stendorf, nordöstlich v. Eutin. Cor. -Petersen ao
S. IL. 14g falsch: Stcnderup.
1 Bischof des protestantischen Bistums Lübeck 1361 — ij86.
2 S. IL 14g: Ilupart von Halle, 14g A ; Harpert von Hajl, 14g B:
Ilarpart von Halle, xYoodl Hdss. : Herbert ^S*. //. 14g C: Hebert) von Holle.
Den richtigen Xamen hat die Grabschrift bei Cogel: Harbort von Holle. 25
Der Er /nordete war der Bruder des Lübecker Bischofs, nicht, toie Coronacus
bei Bremer a und in S. IL 146 angiebt, der Vetter.
8 Coronacus bei Bremer Hds. a: Kihesauer, Cor. -Petersen S. H. 146:
Kißetaver (wozu Moller noch die Variante Kißauener notiert), S. H. 14g:
Ilißaucr, 14g A: Kißauer, 14g B : Keßauer, Noodt S. IL 148: auf dem 30
Tißauer ( Camcrer : Fischauer) Felde. Richtige Namensform nur bei Wilhcl/ni :
vor der Vißauer Brücken, und bei Noodt S. IL jSo A p. 10 und 14g C:
au! dem Fissauer (Fißauer) Felde. Dorf Eissau bei Eutin ; zu/n Dorfe
gehört Fissaubrück, heute Wirtshaus an der Preetzer Landstrasse : SchrÖdcr-
Biernatzki I , jSj. Die von Noodt vorgenommene Ersetzung der Ortsbezeichnung 35
bey der Brücken durch auf dem Felde beruht auf Lackmanns Mitteilung
der Eutin er Inschrift.
4 Noodt : welcher ihm das Jagen verwehren wollen. Siehe S. 6g Note j.
5 Cor. Petersen S. II. 146 hier richtig : Da nun dieses des Bischoffs
Bruder. Eberhard, Ilarbort und Curt waren Geschwister. 4«
" ,S\ //. /■/<?: Cort von Halle, /4g A: Cordt von Hall, 14g B : Cnut (/)
von Halle. Noodt Hdss. richtig: von Holle, Camcrer falsch: von Halle.
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I, 1 08-109]
09
hürete, kam er mit etlichen Pferden in Holstein, machte es mit
einem Schäflfer 1 , der es ihm muste anzeigen, wan der Seestede
zu Felde geritten. Darauf Cord von Holle den Seesteden eben
an demselben Orte, da sein Bruder erschoßen, wiederum er-
5 schoßen hat 2 und ist darauf nach dem Lande Braunschweig
geritten. 3
4 Diederich Hoyke* stellte sich auch in der Stadt Kiel 109
6. a schliesst mit Quellenangabe Epit. f. 2, 2. 7. Dietrich a pag. iS.
Im Landregister v. J. 1361 wird Cuert von Holle als Vertreter des Lübecker
10 Bischofs mit 16 Pferden aufgeführt: Zeitschr. XXIV, ijj.
x Cor.- Petersen S. H. 146: Schützen, die übrigen Hdschr.: Schäffer
oder Schäfer.
* Nach v. Stemann in Zeit sehr. I, 82 erst /J79, a ^ so stl ' c * führe
nach dem ersten Morde. Curt von Holle übte die Blutrache ungeachtet des
15 dem Detlef Sehestedt vom Könige erteilten sicheren Geleits.
1 Cogel im hdschr. U finnischen Bischofsgedächtnis (Programm d. Grossh.
Gymnasiums zu Eutin /SjS, S. 14): Streitigkeit derer Bischöflichen und
benach bahrten Stendorffischen damahls edlen Herren von Seestede, welche
daher entstanden, daß der Scested im Stifft zu jagen nach eigenem Belieben
20 sich angeinaßet, so der Bischoff nicht gestatten wollen, drüber der zu
Stendorff erbgeseßene Seested den Bruder des Bischoffs Hellbert (Harborf
von Holle alß Bischöflichen Amblmann erschoßen, weßwegen einige Ver-
mummete demselben Seesteden im Ochsenhalß (einem sogenandten Cehöltze^
auffgepaßet und ihn vor Stendorff nahe am Walde bey denen noch stehenden
2 5 einzehlen Eichen, im Wege bey den Buhrfeldc, wiederumb erschoßen.
Daraus Lackmann, Einleitung zur Schleswig- Holsteinischen Historie I, 619,
62S A'ote i; aus Cogel- Lackmann stammt bei Xoodt die Angabe über den
Ort der IViedervergeltung : vor Stendorf nahe am Walde. Die Ermordung
des Detlef Sehestedt fand also nach Cogel nicht -»eben an demselben Orte* der
30 Ermordung des Harbort von Holle statt. Beide Lokalitäten sind eine gute
halbe Stunde von einander entfernt.
4 Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. j nr. 5, IVilhelmi Hds.p.jnr.j,
Xoodt S. II. 14S p.33. Ciaeden, Mouumenta Flensburgeusia II, 114 Anm.
Ä S. II. 146: Didcrich Hoeke, die übrigen Ildss.: Dieterich Hoeckc;
35 S. II. / 49 p. 6 falsch: Diedcrich Höcker, dsgl. Xoodt bei Ciaeden: Died.
Molk. Die Xamensformen Iloykc, Hoicke und Hoeke, Hoeckc werden für
ein und dieselbe Familie ohne Unterschied gebraucht ( vgl. z. Ii. Zeitschr.
IV, 197 mit XXIV, IJQ), dagegen ist Holk Beiname einer davon getrennt
zu haltenden Familie. Im Landregislcr v. J. /j88 wird ein Dietrich
40 Hecken zu Sundewilt aufgeführt: Zeitschr. XXV, 334; im Landregister
v. J. 1608: Diederich Höcke zu Westerbecke ( Seester n-Pauly, Beiträge
z. Kunde d. Gesch. d. Herzogt. Holstein II, 94).
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70
1580
[I, I09-HO
muhtwillig an', aber die Bürger kamen zusammen, versperreten
die beiden Landthöre 2 und wolten disen Hoykcn gefangen nehmen.
Da er nun vor die versperte Thore kam und nicht entfliehen
kontc, rennet er endlich nach dem Schumacher*thor an das */. S6
saltze Waßer 8 , sprang mit dem Pferde von der Schiffbrücken 5
und schwemmete mit demselben hinüber nach dem weißen Berge 4
und entkam also aus der Kieler Gewald.
1 1 0 ö Otto von Buchwald von Muggesfclde hat Detlef Broktörfen 6 ,
4. kam er endlich vor das Schumachcrthor a. 7. a schlüsst mit
Quellenangabe : Kpit. f. 2 f. Brnktorfen a fing. 37. 10
1 Die Conjunktion auch ist hier nach der Erzählung vom Falle
Sehestedt von Holle (§ 10S) nicht am Platze. Wohl al>cr ist sie hei Conmaeus
verständlich , wo unserem Berichte der über den t> Mutwillen* des Johann v.
Ahlefeld (§J7J vorhergeht. 1 Das Dänische um/ das Holstenthor.
* Mit Ausnahme von firemer a und S. H. 146 haben sämtliche he- 15
nutzten Coronaeus- Hdss. einen andern Schluss. S. II. 149 A p. 2-j nr. j :
uwl sagte zum (Jaul: >Mäunecken, wilt du ein Fuder Ilabern verdienen,
so hilft" mich jetz aus der Noht!« Als nun die Bürgerey mit Macht auf
ihm zu drang, da sprang er von der Schiffs-Brücke und schwemmete (149 B
p. 4 nr.j : schwimmete, S. II. 14g und Wilhelmi : schwamm, Xoodt : schwimmt ) 10
mit dem Pferde über das saltze Haff (Wilhelmi: über den saltzen Hafen,
Xoodt: über das saltze Wasser,) nach den weißen Berge (Xoodt: nach dem
Wittenberg ), schoß seine beyde Puffer (Xoodt: Pistolen^ den Kielern zur
Bravade (Xoodt Hdss.: zum Tort,» ab und zeigte den Kielern den Hinter-
spiegel (14c) Ü ': lösetc die Hoose und zeigte den Kielern das Hinterkasteel, 25
Xoodt: darnach löset er s. v. die Hosen und zeiget selbigen die postprae-
dicamenta^.
4 Wittenberg beim Selen/er See liegt von der Kieler Schiffbrücke zu
weit entfernt. Es kann sich nur um eine AnJiöhe am jenseitigen Ufer des
Kieler Hafens handeln, etwa um die heutige Wilhelminenhöhe. 30
5 Coronaeus Petersen S. H. 146 p. j nr. 22, übereinstimmend mit Hds. a.
In den übrigen Handschriften fehlt hier eine entsprechende Eintragung. In
der That gehört die Xachricht vom Morde des Otto v. Buchwald nicht hierher,
sondern in das fahr 161 8. Siehe weiter Bremer (aus Coronaeus) zum ge-
nannten Jahre, wo jedoch nicht Detlef Brockdorff, sondern Johann Ratlcnv 35
der Ermordete ist. Um zwei verschiedene Morde des Otto v. Buchwald kann
es sich nicht handeln, da es umoahrscheinlich ist, dass der Genannte /j8o
in Gottorf vor der blauen Pforte den Detlef Brockdorff und 1618 genau an
derselben Stelle den Johann Ratloiv erschossen oder erstochen haben sollte.
7 Zeitschr. XI, J44. Das dort angegebene Todesjahr 161 7 stammt 40
nicht aus den älteren Coronaeus-Handschriften, sondern aus Xoodt.
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I, UO-IIl]
71
Detlefs Sohn von Schrevenborn, zu Gottorf vor der blauen
Pforten erstochen.
dieser Otto von Buchwald war den Bauren sehr hart, 111
darüm sie wieder den Junkern sich mit einander verbunden. Als
5 er nun auf eine Zeit des Morgens früh verreisen will, da folgen
ihm die Bauren nach und überfallen ihn hinter dem Stocksee 2
und ermorden ihn samt dem Kutscher. Der Junge 8 entkörnt
3. a fügt hinzu: und ist davon gekommen. Ep. f. 4,a. J. a pag. iS
beginnt: Zu dieser Zeit hat Otto von Buchwald zu Muchsfeldc Hauß gc-
IO haken, dieser war etc.
1 Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. 4 nr. 6 übereinstimmend mit Iltis, a,
Wilhetmi Hds. p. 4 nr. 6, Noodt S. II. 148 p. 34. Die Angabe Bremers,
dass der von den flauem erschlagene Otto von Buchwald auf Muggesfelde
mit dem gleichnamigen Mörder des Detlef Brockdorff identisch sei, beruht auf
15 der irrtümlichen Datierung des Gottorfer Mordes zum Jahre 1580. Geschah
dieser erst 1618, so kann der Thäter nicht selbst schon ij8o erschlagen
worden sein. Dass aber die Ermordung durch die Bauern in die Zeit vor
ijgj fällt, ist durch Angelus bezeugt, der bereits in seiner IS97 veröffent-
lichten » Holsteinischen Chronica*. Bd. I, dessen Vorrede das Datum des jo. Aug.
20 ijgj trägt, S. 44 erzählt, dass Claus von Buchwald, Sohn des Marquard
v. Buchwald zu Borstel und Sierhagen (Zeitschr. IV, 272), von seinen eigenen
Bauern tot geschlagen wurde *wie auch sein Vetter Otto von Buchwa/dt zu
MugessfeldU. Die beiden Muggesfelder Ot tonen sind also verschiedene Per-
sonen. Die Ermordung des einen Otto durch die Bauern setzt Coronaeus um
25 1380 ; S. II. 146: 7.n dieser Zeit hat Otto von Buchwald zu Muggesfeld
Haus gehalten (ebenso Hds. a), vorhergeht der Bali Hoyke. Noodt beginnt
noch bestimmter : Anno 1 580 hat Otto von Buchwald etc. In der Buchwaldschen
Stammtafel, die v. Stemann aufgestellt hat (Zeitschr. IV, 280), ist dieser
Otto nicht verzeichnet. Die Landregister von 1343 und IJ46 (Neues Staats-
3 o bürgert. Magazin III, 72; VI, 207), s<m>ie von /jöi (Zeitschr. XXIV, 167),
nennen Detlef v. Buchwald als Besitzer von Muggesfelde. Im Landregister
von 1388 (Zeitschr. XXV, 228) erscheinen Detlefs Söhne: Hans v. Buchwald
zu Muggesfelde und Claus v. Buchwald zu Wensin. Damals ivar also Otto
v. Buchwald zu Muggesfelde schon erschlagen ; er ist als Sohn Detlefs, nach
35 dem Grossvater Otto (Zeitschr. IV, 263) benannt, dem Stammbaum einzu-
verleiben. Erst nach dem Tode Ottos (also vor /38S) ging Muggesfelde an
seinen jüngeren Bruder Hans über. Wie Schröder- fliernatzki II, 172 be-
merken, wird Otto auch 1377 als Besitzer von Muggesfelde genannt.
* Südlich des Grossen Plöner Sees. Cor. Petersen S. H. 14g B p. 3
40 falsch: Stahlsee, desgl. Noodt S. H 148: Waal See, S. H. 14g C: Maal See.
• Deutlicher Coron. -Petersen S. H 14g A p. 3 nr. 6: Des Junckers
Junge soll mit herhalten, aber der entwischet, ebenso oder ähnlich die üMgen
Hdss. mit Ausnahme von Bremer a und S. H. 146.
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72 1580 [I, "I H4
ihnen aber und bringet die Zeitung nach Muggesfelde 1 . Die
Mörder lauflfen zwar nach Lübeck in Meinung, sich zu salviren,
aber sie werden bei dem Rahte angeklaget, herausgeliefert und
zu Muggesfelde gerädert 2 .
112 3 Detlef Seestede zum Borstel 4 hat Didrich Pogwischen* von 5
Doberstörf zu Preetz üm eine geringe Ursach 6 erstochen 7 .
113 8 Claus von Damm hat sich zum Kiel in der Schumacher-
straßen am" Brantwein zu Tode gesoffen und blieb auf Hans
Pörtners 10 Bcyschlage besitzen.
114 11 Krich 1 2 Breide ward zu Sonderburg auf dem Markt todt «>
geschlagen.
/ ;/. 4. Miichsfdric a. 4. a fing. 10 sehtiesst mit Quellenangabe :
Epit. f. 3. 5. Difilerich a. 6. a seltliesst mit Quellenangabe :
Ep. f. 3. S-Q. Hanli Pörteners a. Q. a sehtiesst mit Quellen-
angäbe: Epit. f. 3. //. a Pag. 20 seliliesst mit Quellenangabe : Ep. f. 3. 15
1 //// Kreise Segeberg, Kirchspiel Schlamersdorf.
2 J/i/s. a und S. II. 146 ausgenommen, betonen alle J/dss., dass die
Bauern sämtlich gerädert wurden.
8 Coronaeus Petersen S. II. 146 p. 4 nr. 7, Wilhelmi Ilds. p. 4 nr. 7,
Xoodt S. II. 14$ p.34. Camerer S. f>s nr. j. Der Fall passierte erst töoo : 20
siehe weiter die X ach rieht Bremers (aus Coronaeus ) zum genannten Jahre.
Der Morder war nicht auf Borstel ansässig, sondern auf Pcrdoel.
* S. II. 1 46 falsch: Boßel. Gut Borstel im Kreise Segeberg, Kirch-
spiel Sülfeld ; es war niemals im Besitz der Sehestedte: Schröder- Bier natzki
I, 242. 25
5 S. H. 146 und Wilhelmi S. II. 147 : von der Wisch.
rt S. II. 14g p. 7: umb liederlicher Uhrsache willen.
7 Xoodt: erschossen.
* Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. 4 nr. 8, Wilhelmi Hds. /. 4 nr. 8,
Xoodt S. II. 14S p. J4. 30
v Die Coronaeus- Handschriften fmit Ausnahme i'on Bremer a) und
ihre Fortsetzungen haben sämtlich: im oder in. 10 Siehe S.65 A'ote S-
11 Coronaeus Petersen S. II. 146 p. 4 nr. t), Xoodt S. II. 148 p. S4-
Fehlt bei Wilhelmi (von anderer Hand nachgetragen). Ciaeden, Monumenta
Fleusburgensia II, jo Anm. Xach v. Stemann in Zeitschr. III , iqj wurde 35
Erich Breide 1577 ersehlagen, infolge dessen die Klagen der Brüder gegen
die Stadt Sonderburg längere l erhandlungen herbeif ührten. Ciaeden II, 49 50
erzählt nach dem Flensburger Gcrichtsprotokoll v. 21. Febr. 1378 von einem
Überfall, den Erich Breide gegen den Sonderburger Bürgermeister Hans
Bettken in Flensburg beabsichtigte. 4°
12 Xoodt S. H. 14g C f. 7* falsch: Hinrich.
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I, U5 H7J
73
*/• 9* * l Jakob Meinstorf 2 hatte sich im Nordstrande am 8 Brantwein 1 15
vollgesoffen und leget sich mit dem Angesicht in ein Küßen,
in welchem er ersticket und schleunig tod gebliben.
4 Baltzer Ä Broktorf hat I)etl</ von Thicnen mit 24 Wunden 116
5 zu Flensburg erstochen.
"Ebenermaßen hat auch Wulf Rantzow, Oven Sohn von 117
j. n.J. ,1 schliesst mit Quellenangabe . Kpit. f. 3.
' Coronaeus- Petersen S. II. 146 />. 4 nr. 10, Wilhelmi Ilds. p. 3 nr. 9,
Xoodt S. H. 14S p. 34.
IO 8 -V. //. 14g p. S falsch : Münstroff. Sohn des Claus Meinstorf, des
Stallers in Xordstrand 1576— ijSj : Joh. Petreus S.fl. 222 A f. 30, 97/
Heimreichs Nordfresische Chronik ed. Falck I, 284 Tabelle; II,3 2 - Uber
den Tod Jacobs hat Heinireich nur die Xotiz: Jacob, so in Illgroff ohne
Erben gestorben. Wie Xoodt S. II. 148 p. 1 03 ohne Quellenangahe bemerkt,
15 hat sich Jacob mm das fahr 1594 in I/grof Siele an Rrandhoein zu Tode
gesoffen*. Quelle hierfür ist Petreus S. IL 222 A f. /3J V z. f. /39b: wo
de ehrnveste und ehrlwr<r Clauß MeinÜdorp, [und sine] fraw Ida gestorven
und ere söhn Jacob MeinÜdorp in gebranten wein tho dode gesopen, dar-
von withloflftiger in min Annalibus. Der Ort ist im Register der genannten
20 J/ds. s. v. Clauß notiert: Clauß [MeinÜdorp] mit siner frowen Ida ge-
storven, denen er einige söhn Jacob MeinÜdorp, so sich by UgrofT Siell in
brandwein versehn, bald gefolget is. a Die Cor.-Hdss. 7oie S. 72 Xote 9.
* Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. 4 nr. //, Wilhelmi Hds. p. 3 nr. 10,
Noodt S. II. 148 p.34. Camercr S. 63 nr. 4. Ciaeden II, 53 • T)as Todes-
25 jähr 13S0 ist falsch. Xoch im Landregister v. J. 13S8 CZeitschr. XXI', 22S)
erscheinen: Detlef und Heinrich von Tinen zu Itzehoe, Otten SohnJV].
Ebenso berichtet das Flensburger Gerichtsprotokoll v. 16. Sept. 13S9 über
Ausschreitungen, die Detlev von Thien kurz 7-orher in Flensburg begangen
hat (Ciaeden II, 3031). Das richtige Dalum hat Jonas Hövers Flensburger
30 Hausprotokoll (Claedcn 1 1 , 1 22 Anm.) : Anno 1594 den 7. Apr. stach B.
Hrockdorff Dethlev von Thien in sinem eigenen hus, da nu de ambtschriver
Died. Wittmack wahnet, mit sinem eigenen dolken tho dode. Vgl. im '
Landregister v. J. 1D08 ( Seestern- Pau/v, Beiträge z. Kunde d. Gesch. d.
Herzogt. Holstein II, 9S) : Delleff und Ilinrich von Tincn zu Izeho, Ottens
35 söhne, seint erstoche.
* S. II. 146, 147, 14S : Balthasar. Ober Balthasar v. Brockdorff siehe
Zeit sehr. XI, 331.
6 Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. 4 nr. 12, Wilhelmi Hds. p. 3 nr. //,
Xoodt S. II. 148 p.3s. Camerer S. 63 nr. 3. In der citierten Xoodt- Hds.
40 ist 13S0 mit anderer Tinte in 13S1 verbessert. Beide Daten sind falsch.
Heinrich von Thicnen lebte noch 138S : siehe den in Xote 4 gedruckten
Passus des damaligen Landregisters ; ebenso 13S9: siehe Bremer z. diesem J.
5* '
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74
[I, ii7-ii8
Saltzow 1 , Henrich von Thienen zu Eckernförde erstochen 8 .
118 s Cay von Ahlefeld 4 , zu Eckernförde seßhafft, hat Hinrich 5
von Ahlefelden von Grönwohlde 0 zu Eckernförde in der langen
Brügstraßen erstochen.
/. n schliesst mit Quellenangabe: Ep. f. 3. z. Kckernfordc A. 5
j. Grün woldc a. 4- <*■ schliesst mit Quellenangabe : Ep. f. 3.
1 S. H. 146 falsch: Seestede, S. II. 148: Oven Sohn von Saltzau
(al. Sehestedt). Der Sohn des Ove von Sehestedt auf Depenau (S. 7J 4) hiess
nicht Wulf, sondern Detlef seit 1620 Propst des Preetzer Klosters, gest. i6j8:
Zeitschr, I, 82. Der Grossvater unseres Mörders war : Wulf Rantzau zu 10
Wittenberg, der Vater: Ove Rantzau, der rjj6 von Andreas Rantzau zu
Sa hau (siehe oben S. Jj Note 2) adoptiert wurde und das Gut Sa hau erhielt
(Zeitschr. II, 120 f.). Ove Rantzau wird noch im Landregister 7t. J. 1388
als Besitzer von Salza u aufgeführt (Zeitschr. XXV, 227), bald darauf hat
er das Gut an Daniel Rantzau verkauft, der als Besitzer von Sa hau dort 15
1589 Aug. /2 starb: Moller, Iiistor. Nachricht v. d. Geschlecht von Ahlefeld,
S. ijj; Zeitschr. II, nj. In Kiel, wo er zeitweise Amtmann war, hatte
Ove Rantzau ein Haus in der Schmiedestrasse. Oves Söhne waren: Andreas,
Melchior, Jasper, unser Wulf, Ivo. Ausschreitungen, die von den Söhnen
Ortes in Kiel begangen wurden, sind weiter von Bremer verzeichnet. 20
* Die Coronaeus-Hdss. S. H. 14g, 14g A, 14g B fügen hinzu: in
seinen Sünden.
3 Coronaeus- Petersen S. H. 146 p. 4 nr. 13, Wilhelmi Hds. p. j nr. /j,
Noodt S. N, 148 p. jj. Camerer S. 66 nr. 7. Ciaeden II, 180 Anm.
Der Fall gehört in das Jahr 1621. Der Mörder war nicht Gay von Ahtefeld, 25
sondern Otto Kistenmacher ; wenigstens wurde dieser des Mordes angeklagt.
Datum und Einzelheiten theilt Noodt S. II. 148 p. 7J aus dem Eckernförder
Stadtbuch oder Stadtprotokoll mit: Anno 1621 den 20. Oct. ist Hinrich von
Ahlefeld zum Grönenwolde auf der Straße zu F.ckernfoerde vom Leben zum
Tode gebracht und Otto Kistenmacker (Noodt p. jj: Kistenmacher) von 30
dessen Anverwandte und Schwager Bendix und Gosche von Ahlefeld (Je-
brüdere dieser That beschuldiget, jedoch hernach die Sache von den
Königl. und Fürstl. Commissarien Otto von der Wisch, Daniel Ranzau und
Melchior Witte in Güte vertragen worden, wie das Eckernförder Stadt-
Protokoll (Noodt p. jj : Stadtbuch ) de hoc anno etwas weitläufiger meldet. 35
* Im Landregister 1626 s. v. Eckernforde ( Seestern- Pauly II, 10g):
Ccy von Alefeldt. S. II. 14g B p. 6 nr. ij falsch : Claus.
6 Sohn des Asmus II. auf Grönwohld: Jahrbücher f. d. Landesk.
X, 147. Da Heinrich /621 ermordet wird, nennt das Landregister v. J. 1626
(See stern Pauly II, ioj): Gronewolds Hinrich von Alefeldts Erben. 40
ö Gut Grönwohld im Kreise Eckernförde, Kirchspiel Krusendorf:
Schröder, Topographie I,JJo ji.
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I, II9-I2I]
1580
75
Jürgen von Ahlefeld, Cajen Sohn, hat Herman 2 von Ahlefeld 1 (9
zur Fresenburg vor der Thür erstochen. Der Thäter und Ent-
leibeter waren zweyer Schwester Kinder.
8 Jürgen Lechau 4 war bey Ove Seesteden 5 zur Depenau zu 120
5 Gaste gewesen. Da sie nun zimlich mit einander gesoffen
und der Lechau wegreiten will, giebt ihm Ove Seestedcdas
Geleite. Wie sie nun vor dem Hove Depenau 6 mit einander
uneinig werden, sodaß sie bede die Pistohlen rücken, wird der
Lechau von dem Oven Seesteden erschoßen.
10 i:7 Theodoricus* Broktorf von Windebüy ist von einem un- 121
92 echten Detlef 9 Rantzowen zum Kleetkampf 10 Sohn im Dorfe
Selmerstörf 11 erschoßen worden.
/. Cajen : Kaycn a pag. 21. J. a schlitsst mit Quellenangabe : Kpit. f. 3.
Q. a. schliefst mit Quellenangabe : Ep. f. 3 in fine. //. Kletkampfcn a.
1 5 Selmerstörf a. n. a schlietst mit Quellenangabe: Kp. f. 4 pr.
I Coronaeus- Petersen S. II. 14b fi. 4 nr. 14, Wilhelmi Hds. p.j nr. 12,
Xoodt S. ff.jSo A p. 14 am Rande. In Cor.- Petersen S. II. 14g B und
Noodt S. H. 14S, 14g C fehlt hier die betreffende Eintragung* findet sich
aber z. J. 1627. Erst damals wurde Henneke von Ahlefeld (so ist für
20 Herman zu lesen) von seinem Vetter erstochen. Siehe weiter Bremer zum
genannten Jahre.
* S. II. 146: Henneken, die andern Ildss.: Hennecke, Hencke,
Heinicke, Heincke.
8 Coranaeus- Petersen S. II. 146 p. 4 nr. /j, Wilhelmi Hds. p. 6 nr. 14,
J5 Noodt S. H. 148 p.jj. Camerer S. 66 nr. 6.
4 Die Coronaeus- Ildss. haben die Lesarten : I^chau, Luchau, LUchau,
Lüchow, Lüchow. S. H. /49p. 9 hat sogar: Luckau.
5 Sohn des Paul Sehestedt auf Depenau ( und Stendorf) : Zeitschr. I,
8/ 82 ; XXV, 227 ; Seestern- Pauly II, 96. Oves Bruder ist Detlef, der den
3° Eutiner Amtmann /J77 erschoss: ß 108. 0 Im Kirchspiel Preetz.
7 Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. 4 nr. 16, Wilhelmi Hds. p. 6 nr. ij,
Xoodt S. H. 148 p. jj. Camerer S. 66 nr. 8.
8 Mit Ausnahme von Bremer a haben sämtliche Coronaeus- Ildss. :
Theodosius. Dieser starb erst kurz vor 1600 : Zeitschr. XI, 348.
35 9 Detlef Rantzau, Sohn des A'ai, Besitzer von Kletkamp, Gereby (heute
Carlsburg) und der Burg zu Itzehoe, Amtmann von Oldenburg und Cismar,
Rat Herzog Adolphs : Zeitschr. II, 147. Der den Theodor ius Brockdorff er-
schiessemle natürliche Sohn Detlefs ist oben nicht genann*. Ein anderer
natürlicher Sohn, Namens Paul, erhielt ijgo die Burg Itzehoe.
40 10 Gut Kletkamp im Kreise Plön, Kirchspiel Kirchnüchel.
II Selmsdorf in Mecklenburg-Strelitz, Amtsgericht Schönberg.
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76 I580 [1,122-123
122 'Otto Rantzow von Botkamp 2 , Breiden Bruder, der Dolle 1
genant, hat Clausen 8 von der Wischen von Grönholtz 4 zum Kiel
in der Haßstraßen 5 erstochen.
123 6 Wulf von Ahlefeld, Moritzen Sohn von Nordsee 7 , ist von
3. a fing. 2J sc Mi ss/ mit Quellenangabe . Kp. f. 4. 5
1 Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. 4 nr. 17, Wilhelmi Hds. />. 6 nr. 16,
Xoodt S. H. 148 p.33. Camerer S. 66 nr. q. Schröder, Darstellungen S. 21.
* Gut Bothkamp im Kreise Kiel, Kirchspiel Barkau: Schröder-Bierndtzki
I, 246. Otto, »der Tolle*, und Breide (gest. 163g) sind Söhne Pauls, des
Bruders des Statthalters Heinrich Rantzau: Zeitschr. II, 133. 10
* Das richtige Todesjahr 13S6 ist aus dem Kieler Kirchenregister
dieses Jahres s. v. hevinge der klocken ersichtlich : Dem edlen und erntfesten
Clawes van der Wischen, Detleffs [ffds.: Deleffs] söhne tho Gronholt,
nageludt, de alhie erstecken wordt, 124 puls, ider 1 puls Ii ß, is 85 £ 4 |3.
Die Einreihung unseres Falles z. y. 13 So ist schon deshalb falsch, weil 15
Bremer seihst noch §§ 137, 173-178 in den yahren 1383 — 1386 von Claus
begangene Ausschreitungen berichtet. Von Detlefs Kindern kennt Stemann
in yahrb. IX, 4Q6 nur eine Tochter Anna. Unser Claus ist nach dem
Grossvater benannt, dem Besitzer von Grünholz, Damp, Xorby und ßienebek.
Söhne dieses Claus I. sind Detlef, Melchior, Hans und Steuert. 20
4 Gut Grünholz im Kreise Flensburg, Kirchspiel Sterup.
5 Ebenso Wilhelmi und Corot/.- Petersen S.II. 14g, 14g A, 14g B;
dagegen S. II. 146 und Xoodt S. II. 14S, 14g C: in der Holstenstraße,
Xoodt S. II.380 Ap. 14: in der Haß- (al. Holsten) Straßen.
" Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. 4 nr. /S, Wilhelmi Hds.p. 6 nr. 17, 25
Xoodt S. II. 14S p. 3J. Camerer S. 66 nr. 10, Ciaeden II, 33 34 : Schröder,
Darstellungen S. 131. Der Fall gehört in das yahr 1604. Siehe die
Xachricht des yohann Peinhusen in seinen Flensburger Annale//, mitgeteilt
von Moller, Iiistor. Xachricht v. d. Geschlecht von Ahlefeldt, S. 134 An///.:
Item den 15. Aug. 1604, 5 dage nha I,aurentii, schot Marquart ( Rantzow] 30
tho dode Wulff Rantzow, wo für Wulff Rantzow zu setzen ist: Wulff van
Alevelden. Infolge Einspruchs des Flensburger Magistrats übernahm der
dortige Amtmann Balthasar von Ahlefeld die Verantwo/ tung für die Bei-
setzung des Wulff in das Familiettbegräbnis des Härtung Rantzau ( Ciaeden
II, 33 macht irrtümlich diesen zum Mörder ) in der Fleusburger yohannis- 35
kirche : Protokoll von 1604 Sept. 23 bei Ciaeden II ,33 -56; yahrbücher f. d.
Landeskunde X, gi. Ein Bruder Wulffs ist der im Protokoll etn'ähnte, aber in
der Ahlefeldsehen Stammtafel v. Stemanns (Tafel 3 j fehlende Gotische (Gosche).
7 Falsch ist die Angabe Nordtorf, die sich in S. II. /4g B p. 6 nr. 13
und S. II. 380 A p. 13 neben Nordsee findet (in S. II. 14g C f. «SV nur 40
Nordtorff). Gut Kleb/ Nordsee im Kreise Kiel, Kirchspiel Flemhude. Cber
Moritz v. Ahlefeld sie/u yahrb. X, gi.
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I, 123 126J
77
' Marquard 1 Rant/.owcn zu Saxtorf* vor Flensburg bey Bow 3 er-
schoßen worden.
*Zwene Buchwaldten, leibliche Brüder, sind mit einander 124
uneins geworden, da dan der eine Bruder den andern 0 bey der
s Mühle zum Sierhagen 6 erstochen. Wie des Kntleibeten Unter-
thanen sehen, daß ihr Junker todt, haben sie den Brudermörder
wieder erschlagen. 7
8 Paul Krumdyk von der Beeke" bey Itzehoe ist zur Neuen- 125
stadt 10 von einem Ausländerin des Bürgermeisters Hause erstochen.
io n Otto 12 Krummdyk ist vor der Beeke 18 von seinem eigenem 12«
/. Saxtörf a. 2. <i schliefst mit Quellemingabe . F.pit. f. 4. J. Buch-
waldcn a. 7. a schlirsst mit QttfUenangabe : Kp. f. 4. S. Neyenstadt a.
1 Sohn des S. 48 , 2 genannten Hans, Schwiegersohn des Blensburger
Amtmanns Balthasar v. Ahlefeld, gest. 16 jo. Moller, ///st. Xachr. v. </. Geschl.
15 Ahlefeld, S. ISJJ4; Schröder, Darstellungen S. /jo-jt ; Zeit sehr. II, ijj.
2 Gut im Kreise Eckernförde, Kirchspiel Rieseby.
* Xoodt S. II. 148 richtig: Bau, Cor. Petersen S. II. 146: Bauw,
S. //. 14g p. 10 falsch : beym Baum.
* Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. 4 nr. ig, IVilhelmi Ilds. p. 7 ///-. 18,
20 Xoodt S. II. /4S p. JJ-J6. Camerer S. M nr. 11. ft Heinrich.
"Xoodt hei Camerer falsch: Nierhagen. Sierhagen (im Kreise
Oldenburg, Kirchspiel Altenkrempe) 'war ij8o im Besitz des Jasper ?\ Buchwald :
Zeitschr. IV, 2JJ. i'nser Fall gehört in das J. ijgj : Zeitschr. XI,J4J.
7 In S. II. 146 und Xoodt 14g C f Sr, jSo A p. ij folgt das Bibel-
25 wort: Ecce quam bonuin et quam jucumlum, habitare fratres in unum.
8 Coronaeus- Petersen S. II. 14g p. 1 1, IVilhelmi Ilds. p 7 nr. ig,
Xoodt S. II. 14S p. j6. Camerer S. 66 nr. 12. S. II. 146 p. j nr. 20 Uisst
Paul von seinem Jungen Simon Pärchen erschiessen , wirft also die Xachrichten
über Paul und Otto zusammen ; demgemiiss fehlt dort unser § 126.
30 * Xoodt bei Camerer falsch: Bcrke. Gut Beke (heute Bekhofj im
Kreise Steinburg, Kirchspiel I I eiligen stedl : Schröder- Biernatzki I, 20s.
10 Neustadt im Kreise Oldenburg. Xoodt S. II. 148 und daraus
Camerer venoorren : ist bei Itzehoe zu Neustadt erstochen.
" Coronaeus-Petersen S. II. 14g /. //, IVilhelmi Ilds. p. 7 nr. 20,
35 Xoodt S. II. 14S p. j6. Siehe Xote 7. C'nser Ball gehört in das Jahr ijg4-
Siehe Angelus in seiner ijgj geschriebenen Holsteinischen Chronica I, 6j .■
dessen Bruder Otto aber ist verschienen Jahrs erschossen worden.
11 Sohn des Schocke und Bruder des Heinrich Krummendik : Archiv
f. Staats- u. Kirchengeschichte Sch/esw. Holst. I.auenb. IV,jg2.
40 18 S. H. 14g und IVilhelmi falsch : ist vor der Brücke(n), .V. //. 14g A
p. s nr. 20 : ist vor der Benckc.
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TS
[I, 126-128
Jungen, Nahmens Siemen Parchcni 1 , crschoßen worden.
127 -Josua 8 von Quahlen 4 war auf Gottorf bey dem Herzog von
Holstein zur Taffei gewesen. Als er aber trunken und wieder
hinunter vom Schloße gehen will, stürtzet er von der Zugbrücke
vor dem Hause ins Waßer und bleibt an der golden Kette, 5
die er am Halse trug, an einem Pfahl im Waßer behengen
und muste also vor aller Menschen Augen ertrenken."
128 ^Benedict 7 von Ahlcfeld zu Uphusen hat mit seiner Frauen '/-V
/ m. 7. 11 schliesst mit Quell •tn\tigab<- : Ep. f. 4. 2. Qualen a.
S. Ramigtosst in a zu Benedict: hat am Kirchhofe in der Fr<»« Landnot. 10
dröhnen Haut' gewöhnet.
1 Ebenso W/lhelmt. Die übrigen Hdss.: Pärchen, S. II. 149 falsch:
Parensen.
2 Coro//.- Petersen S. //. 146 p. 5 nr. 21, Wilhelmi Hds. p. J-S t/r. 21,
Xoodt S. lt. 14S p.jh. Ciaeden II, iho Anm. Schröder, Gesch. d. Stadt 15
Schleswig S. JS7-
8 S. lt. 14h: Julian, 14t) p. //.Jochim, 14g A p. 6 nr. 21 und Wilhelm'/:
Josiia, 14g Ii p. 7 //;% 20 : Josiiis, Xotutf : Josias ial. Johann . Einen "Johann oder
Joch in/ v. Qualen gat> es nicht. Uber Josua (Josias), der in Kiel ein Haus in der
A'ehdenstrasse hatte, siehe Xorda/bingische Studien III, 1/3. Der in Gottorf 20
Verunglückte ist der Steinburger und später e Gottorf er Amtmann Josias,
gest. /. Mai /jSt> : Xordalb. Stttd. Hl, 1/4. Unser Fall gehört also nicht
mit Coronaeus in das Jahr tjSo, auch nicht fjSf (Staatsbürgerl. Magazin
VII, 72JJ, sondern in das Jahr tjS'6. Xoodt weist auf Henr. Rantzau,
De certitud. astrolog. scient. S. iSj hin, der eine gleiche Historie von Henr. 25
Kanl/ovio Pauli fil. erzählt, . welche vielleicht eben die sein mag, die von
Josia a Qualen hier angeführt wird >.. Der betr. Bericht in Ilenrici Kanzovii
exempla, quibus astrologicae scientiae certitudo astruitur
item de annis climacterieis Coloniae 15851 lautet: Henricus Ranzovius,
Pauli filius, in aquain Inpsus fracto collo periit, cum ex convivio ducis 30
Holsatiae Adolphi discederet, anno aetatis 28. Ks handelt sich um zwei
: -erst hiedene 7 '< utesfil/e .
1 Dorf Quaal im Gute A'osetau, A'reis Oldenburg. Kirchspiel Grube.
: 'S. II 146 und d/e Xoodt Hdss. verzeichnen die Glosse Petersens:
hall.» erhänckel, halb erträncket.
Coronaeus- Petersen S. II /4t) p. f> nr. J4 in der Sammlung d. J.
ijSo, Wilhelmi Hds. /». tj nr. 43, Xoodt S. II. 14$ /. 4J. Die beiden
letzten Hdss., sowie S. II. 141) A und 14g />. reihen unser n Kall bei den
Krzühlungen aus d. J. /jSS ein. S. II. beim J. ijS'k Moller, Iiistor.
Xachricht r. d. Geschlecht von Ahlefeldt, S. jjj Anm. 40
"' Iber den I onderner Amimann Henedict von Ahlefeld auf l'phusum
(im Kreise Husum, Kirchspiel ßordclum; Schröder, Topographie H.jgSj,
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I, 128-129]
79
Metten 1 2 Kinder gezeuget 1 , davon 1 1 in der Wiegen sind
umgebracht, denn etliche mörderische Weiber den Kindern Nadeln
in die Köpfe gestochen, biß sie gestorben. Eine Tochter aber
ist erwachsen und Detlef 1 ' von Ahlcfelden zu Haseldörf verlobet
5 gewesen. Aber man hat ihr noch vor 1 der Hochzeit (liftt bey-
gebracht, daß sie gar schleunig gestorben. Die Weiber, die
der Jungfrauen den GifTt beygebracht, sind verbrand worden.
'Blasius Rantzow 5 , ein Amtman auf (iottorf, hatte den armen
7. a schliesst mit Quell •'«angäbe : fcp. f. 6. S. n pag. wiederholt
10 s« Beginn die Jahreszahl: rs8o.
gest. 24. Aug. /J79, siehe Moller, a. a. O., S. 2jj;-jb Anm. ; Jahrb. X,
/4Q-/JO; Zeit sehr. VJJ1, 157. In Kiel hatte Benedict ein Hans an der
Ecke der Schuhmacherstrasse und des Xicolaikirchhofs , heute Seht/h tnachcr-
strasse nr. 7. Zu Bremers Zeit wohnte dort die Witwe des Landgerichts-
13 notars Licentiaten Georgius Grön (Gröen, Grohn) : Jensen , Kataster 1 678 82
S. SS, Kieler Schossbuch 1694 Hds. p. 146, 1723 Hds. p. ijy.
1 Die Kinder stammen also aus Mette s erster Ehe. In zweiter Ehe
war Mette mit Hans ?.\ d. Wisch verheiratet. Das Kieler Schossregister
1595 i 159b Hds. p. J4 vermerkt bei ihrem Hause in der Schuhmachcrstrasse:
20 Mette von Alefeldt, nu Hanß von der Wischen huti.
3 Über Detlef v. .-/., Sohn des Bendix auf Haseldorf (im Kreise
Pinneberg), siehe Moller a. a. 0. S. 240, Jahrb. X, ijo ; Zeitschr. AMT, 228.
Er wurde J599 v °* seinem Vetter Marquard erschossen : siehe weiter Bremers
Bericht (aus Coronaeus) z. J. 1602.
25 3 Während die anderen Hdschr. mit obiger Zeitangabe übereinstimmen,
hat S. H. 149 p. 24: verlobet und ehelich beygeleget. Aber man hat dieser
Frau nach der Hochzeit etc.
4 Coronaeus- Fetersen S. II. /46p. 6 nr.j6, Wilhelmi Hds. p 8-9 nr. 22,
Xoodt S. H. J48 p.Jö-jy. Ciaeden II, 222 Anm. Xoodt fügt hinzu , dass fast
30 eine gleiche Historie von dem Gottorfischen Kanzler Johann von Wowern
(gest. 161 2 : Xoodt, Beitr. I,joj ff.) erzählt wird, * der auch nicht ruhig sterben
können, weil auf sein Anraten die Contribution von den Pflügen sehr gesteigert
worden und kein Klagen und Vorstellen den intert hatten helfen mögen .
5 Ein Gottorf er Amtmann Blasius Rantzau ist sonst nicht nachweisbar.
35 1577 — 1580 war Ove Rantzau zu Salzau, rjSz— 86 Josias von Qualen
Gottorf er Amtmann ; während der beiden dazwischen liegenden Jahre blieb das
Amt unbesetzt: Zeitschr. VIII, ijS. Dagegen war Blasius Rantzau, Sohn
des Benedict, Amtmann zu Oldenburg und Stallmeister des Herzogs Adolph,
der ihm die Gefälle von Xeustadt verschrieben hatte und statt deren /jj2
4« auf Lebenszeit jährlich 100 Mark ans den Gottorf er Zollgefällen zusicherte :
Zeitschr. II, 118.
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SO
i 5 8o
II, 129-130
Unterthanen viel Böses zugefiiget, die Bauren verjaget, die Häuser
niedergerißen und Meyerhöfe auf deren Stelle gebauet. Da
ihm nun solches hefftig gereuet, ist er in eine tödtliche Krankheit
gefallen, hat 1 Hertzog Adolflen gebeten, die Bauren wieder in
.vorigen Stand zu setzen, damit sein Gewißen befridiget würde. 5
Wie aber der Hertzog geantwortet, daß, wo er wieder sein
Gewißen gehandelt und den armen Leuten Unrecht getahn hette,
solches zu seiner selbst eigenen Verantwortung stünde, ist er
in Verzweifelung gefallen und auf Gottorf elendiglich gestorben.
-Beke von Ahlefeld, Henneken 3 von Bockwolde zu Nübel* 1
Witwe, hat alle Tage stark Getränk getrunken, biß sie sich endlich
zu Hadersleben gar zu Tode gesoffen.
' Die oben folgende kurze Darstellung ebenso in S. //. 146 u. 14g />
p. 7 -S nr. 21 ; die anderen J/dss. sind liier ausführlicher, S. //. 14g A p. 6.
nr. 22: und hat Hertzog Adol ff, seinen Herrn, untenhänig ersuchen laßen,
ihme doch eimnahl in seinem Kranckbettc zu besuchen, welches der löbl.
Fürst gelhan. Darauf hebt der krancke Amtmann an, also zu reden: 20
/■Gnädigster Fürst und Herr! F. F. G. wißen sich zu erinnern, daß ich
derselben zum Kesten die Hauren von diesen und jenen Dorffe verjaget
und daselbst einen Meyerhoff angerichtet. Nun düncket mich, daß ich
solches in meinen Gewißen fühle und es nicht verantworten kan, sondern
daß mich die Hauren vor Gottes Gericht darum verklagen, daß ich sie *5
von den Ihrigen verjagt. Hitte derowegen, E. F. G. wollen doch den ver-
jagten Hauren das Ihrige wiedergeben, damit mein Gewißen wieder zu-
frieden gestellet werden möge*. Darauf sagt der Fürst: »Ey, Blasi, hast
du nicht uns einen Eyd geschworen, uns und unsern Leuten treu zu seyn?
Hastu nun den armen Leuten Unrecht gethan und sie ohn unser Geheiß 3°
von den Ihrigen verjagt, so magst du es verantworten. Wir haben keine
Schuld daran!« Darauf ist dieser Amtmann in Verzweiffelung gefallen etc.
2 Coronaeus Petersen S. H. 14g p. 14, ll'ilhelmi Hds. /. g nr. 23, Xoodl
S. //. 14$ p. 37. Fehlt in S. //. 146.
* Die Hdss. haben: Hencke, Hennecke, Henning. 35
* Ebenso S. //. 14g B p. S nr. 22, ll 'ilhelmi und Xoodt. In S. II. 14g
fehlt die Gutsbezeichnung, 14g A p. 7 nr. 23 hat falsch : zu Nordtsee. Gut
Xiibbel im Kreise Hadersleben, Kirchspiel Gramm, loar in älterer Zeit mit
dem Gute Gramm vereinigt: Schröder, Topographie J ', 320. Unser Henneke
ist, nach dem Grossvater benannt, ein Sohn des Detlef 7>. Buclnoald zu 40
Pronstorf und Gramm. Xach dem Tode des Vaters erhielt Henneke l j6g
r. zugefüget : getahn n. <?. Meycrhofc .7.
mit QueiletitiHgaf>e: Kp. f. 6. 10. Bokwoldc n.
o seh t/esst titit Quellenangabe: Kp. f. 6.
(). a pog. 2J seht/esst
12. gar: gantz a.
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I, i3i »32]
1580
Hl
*P-94 *' Andreas Rantzow, Branden burgischcr Jägermeister, hatte Y\\
einen Bruder, der ward zum Kiel vor 2 Benedict von Ahlefeldten
Hause 8 (wo itzo Herr I). Opitz wohnet) von einem reisigen
Knecht erstochen 1 .
5 ^Hedwig" Rantzow, Uartram 7 Rantzowen zu Kohövet* Hauß- 132
frau, die mit 2 Kindern schwanger ging, ist von ihrer eigenen
Brautmagd und zwei andern Weibern mit GirTt umgebracht 9 .
J. Di r in A im Texte stehende Zusatz ist in a Randglosse. 4. .»
schtiesst mit Qucllenaujrafie : Kp. f. 6. J. Heylwiu Ranzow a. K.oh-
10 hüvetf/.
Gramm. Als Besitzer dieses Gutes wird er noch /jSS im Landregisler auf-
geführt: Zeit sehr. XXI', 224. Der Tot/ seiner Frau Ziehe kann daher erst
nach /jSS erfolgt sein. Xaeh Ilennekes 7'ode ging Gramm an seinen Bruder
Christoph über. v. Stemann in Zeit sehr. IV, 266 A'isst bereits ljt>Q den
15 Christoph : Gramm und dessen Ii rüder Johann: Xübbel erben , unser Ilenneke
fehlt in der Stemannschen Stammtafel.
1 Coronaeus Petersen S. II. 14g f>. 16, Wilhelm i Ilds. p. g nr. 24,
Xoodt S. II. 14S p. jj. Camerer S. M nr. ij. Fehlt in S. II. 14h.
* S. II. 14g falsch : in.
20 8 Benedict v. ./. :// Lindau (Sohn des Peter : jfahrb. X, g4 ; Zeit sehr.
XXV, 227) im ersten /lause auf der linken Seite der Flämischen Strasse,
heute nr. 1. ihS4 wohnte dort Magister Hinricus Opitius, als Professor schossfrei :
Kieler Schossbuch i(>S4 Ilds. f. ho, /6g4 p. 134. Im Schossbuch 1723 Ilds.
p. 147 -werden bereits Dr. < )pitzen Erben als Hausbesitzer aufgeführt.
25 4 Die Xoodt Ildss. verzeichnen die Variante; erschossen.
5 Coronaeus Petersen S. II. 146 p. h nr.jy, ll'ilhelmi Ilds. p. g nr. 23,
Xoodt S. II. 14S p.J7- Schröder, Darstellungen S. jj Anm. Xach Angelus
I, 17s verheiratete sich Bertram Rantzau zu Kohövede am 4. Mai ijgo mit
Heihi'ig v. Ahlefeld, Tochter des Benedict v. A. zu Lindau (siehe XotejJ.
30 Da seine erste Frau starb, verheiratete sich Bertram aufs neue 1^4 »tit
Ida v. Pogwisch. Demnach dürfte die Vergiftung der Dellwig und die Ver-
brennung der einen Thäterin in die Zeit /jg/^gj fallen.
rt Fbettso S. IL 14g p. 14, 14g A p. 7 nr. 2J. Die andern Ildss. .
Ilelwig, Hedwig, I lcdewig.
35 7 Sohn des Amtmanns Paul A\ zu Bothkamp, des Bruders Heinrich
Rantzaus : Angelus a. a. O. ; Seester// Pa/t/y, Beitrüge II, gj, 104; Zeit sehr.
II, 'SS-
* Gut Kohövede (heute Ludwigsbu/gJ im Kreise Eckernförde, Kirchspiel
IVaabs: Schröder, Topographie II, JJ f.
•40 w .V. //. 14g, 14g A umt ll'ilhelmi genauer: samt den Kindern im
Muiterlcihe (Xoodt: vor ihrer Niederkunft^ umgebracht.
6
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82
i 5 8o
[I, I32-U5
Die eine von den Weibern ist deswegen verbrand worden, die
Magd aber und das andre Weib sind davon gekommen.
133 'Diedrich* Iiiomen 7.11 Neemtc 8 Haußfrau ist auf ihrem Hofe
zu Tode gezaubert. Die 5 Weiber, welche nach ihrer eigenen
Aussage umgebracht, sind verbrand worden. 5
IM *Hans von Ahlefcld, Detlefs 5 Bruder von Hascldorff, hat
zum Kiel in der Fischerstraße" sich am Reiß zu Tode geeßen.
Man sagt, daß seine eigene Frau und Küchin 7 in den Reiß
GifTt getahn.
135 "Gosche von Ahlcfeld von Ovelgönne 9 ist in Holland von 10
_> 11. 5. a f>ag. 26 xc/iliesst mit Quellenangabe : F.p. f. (>. J. Dielerich a.
6. a 7viederholt zu lieginn die Jahreszahl: 1580. HaseMorf n.
7. Rccsscn : gefressen u. Q. a xehliexsl mit Quellenangabe : K. f. 6.
10. Ovelgönne //.
1 Ct>ronaeus- Petersen S. Ii. 146p. 6 nr.38, Wilhehni litis, p. 10 nr. 26, T5
Noodt S. II. 148 p. 37. Schröder, Darstellungen S. 86.
2 Wilhehni falsch: Friderich.
3 Gut Nehmten im Kr. Plön, Krchsp. Kasan. F.s kam erst 13S3 in dcii
Besitz der Familie /Home und zwar des 1397 verstorbenen Jasper v. Bioin e,
des Paters unseres Dietrich ; letzterer verkaufte das Cut bereits 1606 an 20
Hans v. Thienen zu Wahlstorf: Schröder Fiernatzki II, 176; v. Stemann,
l'rk. Feilt: z. Gesch. d. Herzogt. Schiene. 11. Holst., S.9; Zeitschr. XXV, 228.
Der 'Päd der Frau Dietrichs kann daher zu Nehmten nicht vor 13S3 und
nicht später als /606 erfolgt sein. Als Name der Frau ist in S. II. 148
von einer modernen, sonst zuverlässigen , Hand Eisabc angegeben. Dem liegt 25
eine J'envechsetung unseres Dietrich mit seinem gleichnamigen Oheim auf
Hornstorf, dem II erzogt. Rat, Amtmann und Preetzer Klosterpropst , zu Grunde.
Des letzteren Frau mar Flisabeth ( FIsabc) Rantzau, Oves Pachter von Salzau :
l.ackmann, Blomesche Geschlechts- Tafel, Pafel 2 und v. Stemann a. a. O.
S. /S-fti. 30
4 Corouaeus- Petersen S. II. 146 p. 6 nr. 39, Wilhehni Ilds.p. 10 nr. 27,
Noodt S. II. 14S p. 38. Moller, Iii st. Nachricht v.d. Geschlecht von Ahlefeldt,
S. 239. Fe t reff s der Zeit unseres Falles ist zu et"oägen, dass noch im J.
1604 das Kieler Frbebuch nr. 2047 das Haus des Hans von Alcfcldcn in
der Fischerstrasse enoähut ; vgl. im Kieler Schossregister 1393 96 Hds.. 35
/. 27: Hans von Alcfcldcn huß I dnller.
5 Siehe S. 79 Note 2 und Moller a. a. O.
a S. II. 14h falsch: Flcmischcn Straße. ''Köchin.
H Coronaeus- Petersen S. II. 146 p. 6 tir. 40, Wilhehni Hds. p. 11 nr. 28,
Noodt S. Ii. 14S p. 38. 40
"Gut Oevelgönnc im A'reke Oldenburg, Kirchspiel Süsel : Schröder-
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I. 135-138]
den Mauren erschlagen worden und im Felde am Zaun gestorben.
'Jochim von Ahlefeld von der Nor ist zu Gottorf auf dem 130
• Saal von einem Ausländer* erstochen worden.
*P-9S "Wulff 1 von Ahlefeld von Hasclau 5 und Gaden 6 *\volte vom 137
s Berge herunter reiten und stürtzet auf den Halß, davon er
gestorben.
Anno 1580 kurtz nach Martini 7 hat man alhir zum Kiel 138
ein Weib gehabt, Nahmens Anneke Grevers, welche bekennet,
daß, als sie noch in Schwantzen* in Hans Pogwischcn Gute 9 ,
10 und zwar in einem Dorfe, die Krackerey 10 genant, gewohnet, sie
daselbst von einem andern Weibe, Sunde Bohlen geheißen,
und von Johannes Webern, so ihr Pfaffe gewesen, die Zaubere v-
/. a sehliesst mit Quellenangabe . K. f. 7. J. a j>ag. 27 sehliesst
mit Quellenangabe : Ep. f. 7, 1. 4. Wulf a. 6. a sehliesst mit
t> Quellenangabe : Ep. f. 7. //. Hohlen: Mohlcn A.
Biernatzki II, 237. Ein Ahlefeld als Besitzer von Oevelgönne ist im 16. Jahrh.
sonst nicht bekannt. Das I.andregister nennt ijfti Detlef von Buclnoald
(Zeit sehr. XXIV, 167 j, /jSS dessen Sohn Hans v. B. (Zeitsehr. XXJ', 226)
als Besitzer. Letzterer verkaufte das Cut an Claus Pognüsch : Jahrb. IX, 464 ;
7.c Zeitsehr. II', 27s.
1 Coronaeus- Petersen S. II. 146 /. o nr. 41 , Wilhelmi Hds.p. 11 nr.31 ,
Xoodt S. II. 14$ p. jS. Canierer S. 67 nr. 14. Xoodt bemerkt : iuxta alios ad a.
15S6 refertur. Aueh dieses Datum ist falseh. Jochim, Sohn des Asmus auf
Xoer und Crömoohld (Jahrb. X, 147), erhielt noch ihoS das Cut Xoerdm
?5 Kreise Eikernforde, Kirchspiel Krusendorf) : Schröder, Topographie II, (/>.
Da Jochim dem 16/2 verstorbenen J'ater im 'Bode voranging und wegen
des Sohnes Schulden nach dessen Tode niederholt der Vater verklagt wurde,
so dürfte unser Ball in das Jahr /60g gehören.
* S. II. /./g p. //>: von einem Ausländischen von Adel.
in * Coronaeus Petersen S. II. 14c} /». 17, IVi/helmi Hds. p. 12 nr. 34,
Xoodt S. II. 14S p. S9- Behlt in S. II. 146. Moller, Ilist. Xachricht v.
d. Ceschlecht von Ahlefeldt S. 144. Auch hier bemerkt Xoodt zum Datum .
inxta alios 1586. Unser Wulf starb jedoch bereits 1372: Moller a. a. 0.
4 Sohn des E riedrieh zu Haseldorf : Jahrb. X, 12g.
35 r ' S. II. 14g nur: von Ilasscldorff. Cut I laselau im Kreise Pinneberg.
Kirchspiel Haselau: Schröder- Biernatzki I , 4SS.
rt Cut Kaden im Kreise Segeberg, Kirchspiel Kaltenkirchen : Schröder-
Biernatzki I, 2S1 . ' Xov. //. H Schwan sen.
0 Maas/eben im Kreise Eckernförde, Kirchspiel Sieseby. ( ber Hans
4<> Pogwisch, Sohn des Benedict, siehe Jahrb. IX, 466; Zeitsehr. XIII, 2S4.
,u Kraken:
6*
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84
•
1580— 1 58 1
[I, 138-141
kunst gelernet und also Gott dem Allmächtigen samt seinem
geliebten Sohn Jesu Christo und dem heyl. Geist gentzlich ab-
gesaget und vcrleuchnet, hingegen dem T. 1 , welcher sich Caiphas #
genennet, wieder geschworen hette. Dieser ihr Abgott were
allemahl in Menschengestalt (ohne daß er einen Hahnenfuß 5
gehabt, damit er ihr auch das Zeichen im Gesicht gekratzet)
zu ihr gekommen. Dieses Weib hat sowoll durch verdamlichen
bösen Gebrauch hochheyliger Dinge als sonst allerhand aber-
gläubischer Sachen vielen Menschen großen Schaden getahn,
auch solches, wen sie gcwolt, zu Zeiten wieder gebeßert. Dieses 10
Ungeheur wird zweiffelsohn die verdiente Straffe (und vcrmuhtlich
wie Sunde Bohlen, ihre Lehrmeisterin, vide s p. 153) woll em-
pfangen haben.
139 !: Anno 1581 Sonabends 3 nach Michaelis ist eine Weibs-*/ 700
person, mit Nahmen Anneke Magnußen, weil sie nicht allein »s
mit jungen Gesellen, sondern auch mit Bürgern und Ehemännern
hieselbst in Unzucht und Khebruch gelebet, auf freyem Markt
an dem Pranger zur Staupe geschlagen und darauf der Stadt
Bohtmeßigkeit auf ewig verwisen worden.
140 Ködern an einem Sonabend in der Nacht ist alhir zum 20
Kiel außer dem Holstenthor in Anthony Kökenprintzen 1 Behausung
einer, Nahmens Johan Scheving, zu Kckernförde wonhafftig,
erbärmlich erstochen, der flüchtige Thätcr aber, Hanß Köhne,
ein reisiger Knecht, am nechstfolgcnden Montage friedeloß
geleget und öffentlich ausgcleutet worden. 25
141 :, Den 1 2. 1 )ccembr. Claus" Rantzow, ein junger Hollsteinischer
26. 1581, 12. \hr. ist in a Kandgiossc.
1 Teufel. - Siehe weiter Bremer § ige. 8 Sept. jo.
4 Das Kieler Schossregister 1576 /J7Q /Als. f. 76'' z. J. 157S nennt
unter denen, die hüten dein Ilolstcndhore hauten: Anthonius I'rintz. Siehe yo
auch daselbst f. 76?' aver de Schevenbrügge.
5 Coronaeus-Petersen S. II. /. 17, Wilhelmi JIds. p. 12 nr. jj,
jVoodl S. II. 14S P-S9- Noodt z. J. ijSo (!) Dez. 12, jedoch schon mit l'er-
locisung auf Angelus, Holsteinische Chronica. A ach letzterem I, /jg, der
auch die Kasseler Grabsteininschrift mitteilt, erfolgte der Tod erst 15S3. 35
Uber die Ursache des Todes 7g! . die erste Nachrieht bei Albini, l'ipcrtus sh'c
origines A'anzor'ianae (15SS) S. 6j.
tt Sohn des Andreas Rantzau zu Grundhof, des Kieler Amtmanns
v. J. /J76: Albini, Angelus, Jahrb. II, 121.
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I, i4i H4]
1581 — 1582
8f>
Edelman, dienete vor Pagie 1 bey Landgraf Wilhelm 2 von Heßen,
der am Reinhardswalde 3 eine Schweinjagd angcstellet, da discr
Edelpage mit gewesen. Ks kommt aber ein Wildschwein aus
dem Walde und hawet diesen Rantzowcn zu Tode, darüber sich
5 der Fürst *sehr bekümmert.
Anno 1582 nach dem Umschlage ist einer, Nahmens Andres 142
Stake, binnen Gettorp zu Hause hörend, alhir in Kiel von einem
Schneidcrgcsellen, Bartholomeus Schmal genant, erstochen. Der
Handthäter ist davon gelauffen, friedeloß gelegt und durch den
10 Frohnen ausgelcutct worden.
Den . . . ' Martij, Dingstags nach Mariae Verkündigung, ist 143
Grctjc Evers, seel. Hans Evers Tochter, wegen verübter Hurcrey
und Ehebruchs öffentlich an dem Pranger zur Staupen geschlagen
und auf ewig verwisen worden.
'5 Am Sonabend 5 vor Cantate, Abends iim 4 Uhren, hat 144
Sivcrt' 5 von der Wische einen Diener alhir bey sich gehabt,
Nahmens Henrich von Bühren 7 . Dieser hat der Stadt damaligen
Spiclman Marten Stolbergen in der Stadtwohnung 8 über dem
Holstenthor durch Anleitung und Hülfe eines andern ausheimischen
20 Spiclmans, Gorgcs Warendorf genant, an seinem Tische durch
die linke Brust und hinten wieder aus mit einem Degen
j . a f>ag. ?S schliefst mit Quellenangabe : Kp. f. 7. /J. Am — Uhren
in a />ag. jo über gestrichenem ; Im Fastlabcnd, vorhergeht itie Jahres-
zahl: 1582. ib. Sivcrt von der Wische: einer vom Adel a, mit Eitt-
25 füguugam A'<i«rfV Sivert v. d. Wisch. alhir/, /*// a. iS. Stollhcrgf».
ig. und Hülfe in a herübergeschrieben. 20. Garges Wahreiulorfi*
genant in a am Ramie eingefügt. Tische : a Pag. 31 fügt hier hinzu
jämmerlich und erbärmlich. 20-21 . durch — aus in a am Knude ein-
g'/ÜC*- Degen : Schwerte rt.
3" 1 /// den CoronaeusIIdss. : vor (für) einen I'agen.
♦ a Wilhelm IV. i 5 67—is92.
8 Zweig des ll'eslcnoa/dcs, Pg/n. Kassel, A'reis Hofgeismar.
* Kremer hat den Tag nicht berechnet, er lässt für das Tagesdalum
freien Raum. Dienstag -war der 27. Marz. s Mai 12.
35 fi Auf Kicnebck, Bruder des S. 76 Xote 1 genannten Detlef: Jahrb.
IX, 49396; Zeitschr. XXV, 22 j.
7 Bühren im G rossherzogt. Oldenburg oder in der Provinz Hannov er.
* Vgl. Meter Scliossregister tS7^ — 'S79 Hds. f. iS'-: I Iolstemlhor,
bewohnet der Stad Spielltnann ; f. so r ,Sy; Scliossregister IJ9J V // '' s -
40 p. 49: vor dem binnensten Ilolsiemlohre, hefTt nu Wilm Senger.
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8f>
[i, 144-146
erbärmlich an die Wand genagelt und also vom Leben zum Tode 1
gebracht. Den einen Thätcr von Bühren haben etliche vom
Adel auf ein Pferd bringen laßen und mit gewehrter Hand
mit ihren Dienern aus dieser *Stadt und aus disem Gerichte weg- */• l0J
gefiihret und alsodenseiben seiner verdienten Straffe für dasmahl loß 5
gewirket.- Doch hat er mäßen von Gott dem gerechten Richter
seine Straffe empfinden, deren er nicht entlauffcn können. Der
ander aber, Georg Warendorf, ist am Freytage 3 nach Exaudi
alhir mit dem Schwerte gerichtet worden. 4
145 Ködern im Sommer ist einer, mit Nahmen Klaus Jarre, 10
vor der Stadt Kiel im Holtze, die Prühnc genannt, von einem,
Raleff Sceman geheißen, todt geschlagen, der flüchtiger Thäter
aber friedeloß gelegt worden.
146 In demselbigcn Jahr hat sichs zugetragen, daß an dem
Orte 5 , da vorhin das Dorf Kopperpahl gestanden, eine ermordete «5
Weibsperson, der die Kehle ausgeschnitten und die Wunde mit
einem alten Schürtzeltuch fest zugestopfft gewesen, in einem
Busche nicht weit vom \Y r ege gefunden worden. Wegen dieser
verübten Mordthat sind zwar sofort einige gesprengte Reden und
Muhtmaßungen gefallen auf den Wirth, so damahls in dem 30
/. erbärmlich fehlt hirr a. 2. einen Thäter von Bühren in a über
gestrichenem: selben prineipat Thäter. 7-9. Der ander — worden in
a am Rande eingefügt (Wahrendorf) mit dem Zusatz : X'ide Swarcn-
lofet h. Ausserdem Schlussglosse zum Text nach der Einfügung: Vidc
Convolut sub signo ~P ®, item Swarentafel des Nidergerichts sub hoc s j
Anno. 14. In demselbigcn Jahr: 1582 etwa iim diese Zeit a Pag. 2S.
Randglosse daselbst: Vidc Siin. Henrichs Suppl. sub Anno 1587.
rj. Kopperpaal a.
1 Vgl. Kieler Kirchenregister 13S2 //ds.f.jj's. t>. hevinge der kloeken :
der speleman, so erstecken wort, 2 puls. 30
" Vgl. in der Beilage aus dem Schles;oiger Staatsarchiv A Pur. iqj:
Ail'dlus appellatorius Kid contra Hei ho ig von . \h Isfeld, produziert in Speyer
1594 April 17 /Als. f. 6A, art. ro.
" Juni 1.
4 In Sacheudes hie aulTm Holstein Thore jemtnerlig erstochenen Instru- 35
mentisten und Sonderham Zinckenhlesers wandle sicli der Kieler Rat um
Rechtsheiehrung an die Rostocker Juristenfakultiit. Siehe die Rechnung des
Sy/idicns Simon Heinrich von iho2 Sept. g ( Schles;oig\r Staatsarchiv A A'/.V
prov. nr. jji)), f j-\
* /w Landkreise A'iet, an der Ecke ruf ört/cr Chaussee. 40
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I, i 4 6]
1582 (1584)
87
daselbst allein stehenden Krughause 1 gewöhnet, Nahmens Hans
Schröder, man hat aber nichts Gcwißes erfahren können.
Nach Verlauf etlicher Zeit, neinlich Anno 1584, wird
ein Mißcthäter, mit Namen Peter Oldenburg, *sonsten Hartig */• U, J
genant, seines Alters ohngefehr 24 Jahr, zu Lübeck gefänglich 5
eingezogen, welcher dan den 27. Jul. und 7. Aug. 1584 unter
andern freywillig zugestanden, daß er in seiner Jugend von
seinem Vater (der in der Wilstermarsch zu Nordtörp* gewohnet)
in aller unartigen Freyheit erzogen und bey anwachsenden
Jahren almchlig weiter zu allen strafbaren Handlungen angeführet 10
und abgerichtet worden. Denn einsmahls hette sein Vater die
Kirche zu Schönefelde 3 bestehlen wollen, zu dem Ende eine
Leiter ans Fenster gesetzet und ihn mit einem Strick Um dem
Arm gebunden durchs Fenster hinunter in die Kirche gelaßcn,
daß er inwendig die Kirchthür aufmachen solte. Kr hette solches 15
zwar versuchet, aber nicht ausrichten können. Sein Vater aber
hette sich indeßen davon gemacht und ihn sitzen laßen, wie
er dan auch für seine begangene Übelthaten die wolverdiente
Straffe albercit erlanget hette. Er aber werc unter solcher
seines Vätern und andrer gottlosen Leute Anführung so weit 20
gekommen, daß er etliche Kirchen gebrochen, vielfältige un-
menschliche Mordthatcn, Brand, Dieb- und Straßenräuberei
begangen, Jungfrauen und Frauen sehenden, auch schwangere
Weiber umbringen und aufschneiden helffen. Item daß er *zu /0 j
dreyen Mahlen mit unvernünfftigen Thiercn Sodomitische ab- 25
scheuliche Sünden begangen etc. etc.
Dieser greuliche Sünder hat zu 2 unterschiedlichen Mahlen,
als zur Trenthorst 1 , da er erst gefänglich angenommen worden,
und hernach zu Lübeck, dahin er in Hafft gebracht, ungepeiniget
unter andern auch dieses bekant und zugestanden, nemlich daß 30
er auf jenscit dem Kiele, aldar ein Krughauß, der Koppelpahl
/. Hanl' a. 5. seines — Jahr fehlt a. 6?t. dan — dal.', er fehlt a,
ü2. Hrand fehlt a. jo. unter andern seinen begangenen Mißhand-
lungen a. 31. Kile a. Krughauß: Krug a.
1 Das Wirtshaus bc/nulct sich noch heute daselbst. 35
2 Nortorf. 8 In der Prw. Brandenburg giebt es vier Orte des Namens.
4 Im Kreise Storniarn, Kirchspiel Klein- Wesenberg.
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88 1582 (1588) [I. 146-147
genant, mit dem Wirth daselbst, Hans Schröder geheißen, eines
Spielmans Frau, welche diser Wirth mit seinem eigenen Wagen
und Pferden ins Holt/, geführet, ermordet hette. Hey diser
Frauen hetten sie 24 Thaler gefunden, davon er zu seinem
Theil 10 Thaler bekommen. 5
Auf diese seine Bekentnis hat derselbe Mißthätcr den
Todt beharlich ausgestanden, indem er mit gliienden Zangen
gerißen, von unten auf gerädert und folgends ins Feur geworffen
und verbrand worden.
Wegen solcher des Mißcthäters Hekentnis hat man obbe- »°
regten Hans Schrödern nebst seiner Frauen Anna in Verhafft ge-
nommen und ihnen den Proceß gemachet. Die Frau hat anfänglich
nicht allein diese Mordthat ihres Mannes, sondern noch ein
mehrcs, nemlich von einem ermordeten Schneiderknecht, so beim
Koppcrpahler Teich im Husche eingegraben *worden, auf ihn 15
bekam, aber nachmals alles wiederruffen mit dem Vorgeben, ^
sie hette es aus Furcht der Pein gesagt etc.
Die gantze Acten sind darauf zur Belehrung versant 1 und
hat nachgehends Anno 1588 am Donnerstage 2 nach Sexa-
gesimae Hans Schröder für sich und seine Frau Anna Schrödern =«•
wegen ihrer ausgestandenen Gefängnis 3 die gewönliche Urphede
geschworen und sind darauf loßgclaßen worden.
147 Um selbige Zeit 4 haben etliche Adelspersonen alle Fenster
/. Hanl'» geheilten fehlt a. J J. Wagen und fehlt a. 10. Bc-
keiitnil'» und anderer Umstünde a />ag.jo. ton. den Hanß a. /i. Die 25
Frau Anna Schröders a. /.?. auch noch a. iS. versandt worden,
davon weiter keine Nachricht gefunden a. Pantit schliesst dort der %,
doch ist der mit davon hegiuuende Sehensatz ausgestrichen und ein Stern-
Zeichen vei~.ocist auf die Randglosse: im« vide in addendis p. 36 in fine.
Um selbige Zeit : auch a Pag. Jt. Randglosse ehenda . X'ide 30
Cewalt der Adelichen suh lit. Z fol. 8.
1 An die A'ostoeker Juristenfakultät. Vgl. Rechnung des Syndia/s
Simon Heinrich von 1^02 .SV//. 9, a. a. O., /'. s r ■ Hanseti Schröters zu
Cupperptahl (!) weiland wohnhaft.
2 Feh: 25. 3S
Ä Die Beide// hrachlen //her drei Jahre im Cefingnis zu.
4 Xiimlic// ijSj. Die F.inreihung an dieser Stelle ist ungeschickt.
Vgl. die Anknüpfung mit auch in lfds. a, rrv unser Fall dem in $ 144
erzählten unmittelbar folgt.
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I, H7-I49]
89
in des Spielmans Wohnung ohne alle Ursach gewaldsamcr Weise
ausgeschlagen und vernichtet. Die Spielleute, so auf dem Thor 1
ihren Aufenthalt und Herberge, haben von oben herab über
ein hohes Glipdach um Fristung ihres Lebens die Flucht nehmen
5 müßen.
ii2 *Einer vom Adel 2 , Nahmens Hans von Buchwald, scel. 148
Detlefs, weylandzuMüncheNeverstorf 8 und Övelgünne Erbgeseßen,
Sohn, hat einem Kaufman, weicherein Schotte gewesen und zu Marry-
büy in Laland gewohnet, alhir im Lande 4 Ochsen cigenthätig
10 abgenommen, welche er aber auf ernstlichen Königl. Befehl zunebst
einer gewißen Geldbuße hat restituiren müßen.
Anno 1582 kurtz nach dem ersten [Ks hat einer, Nah-
Advent 4 haben sich 2 leibliche Brüder mens Johan von der
Erich und Johan von der Hoye in eines Hoye, ohngefehr im
15 hisigen Bürgers Hinrich von Drcsken ioten Jahr seines
M / /JV Behausung 5 mit einander verunwilliget". Alters, seinen **leib-
Erich nimt seinen Book und wirflft seinen liehen Bruder, Erich
Bruder damit vor die Brust und gehet da- von der Hoven, in
von nach Lüder Röbels Hause 7 , erzehlet der Stadt Kiel Gerichte
20 i. vernichtet : vernichtet der Stadt zu grol'om Schimpf und Schaden a.
4. nehmen : suchen <?. 6. Randglosse in n f>ag. 32 : 15 etl. 80. 10. Ko-
nijjl. A.
Cnlonne trehts, Hds. (i : Randglosse zu den beiden ersten gestrichenen
/.eilen (Ks hat - Alters, seinen) : Sed rattonc hnius exitrts vide plura und
25 umständlicher in nddendis p. 148.
1 Holstenthor: siehe S. S3 Xote S.
s Während Bremer hier die Gcioaltlhat zum "Jahre 13S2 erzählt, giebt
er in Hds. a als Datum unbestimmt den Anfang der Soer Jahre an. L'ber
Hans v. Buch'cald siehe S. Sj i$.
30 * Gut Mönch Ud ersdorf im Kirchspiel Segeberg. 4 Dez. 2.
5 Heinrich (Hinrick) vam Dresche (Dreschen) zwischen Flämischen
und Fischerthor: A'ieler Erbebuch nr. 2004. Die beiden andern Häuser
Heinrichs ausserhalb des Holstenthores (Schossregister 137O—1379 Hds.
/• 75 r z - 7- r 57S, Erbebuch nr. 200s) und in der Flämischen Strasse zu
35 Beginn auf der linken Seite fllinrich vom Drcßkc : Schossregister 1376— -1379
Hds. f. iov, 42f, fr) kommen hier nicht in Betracht.
" Bei einer Trinkgelegenheit.
7 Beim Flämischen Thor, in der Strasse zioischen Schuhmacha - und
Flämischen Thor: S. 64 Xote 9.
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90 1582 [I, 149
daselbst, daß er mit seinem Bruder uneins entleibet und nach be-
geworden, er wolle ihm aber für dißmahl, schehener Taht sich
weil er am nerhst vorigen Sontage zum in die Flucht begeben.
Tisch des Herrn gewesen, ausweichen, Dieser Thätcr ist auf
aber auf eine andre Zeit soltc sein Bruder gnädige Interceßion s
ihm wieder eins räumen. Uber eine Hertzog Adolfs nicht
kleine Weile, wie dieser Erich bei einigen friedeloß gelcget wor-
(iesellen not h v or der Thür stehet, komt den, jedoch hat er sich
sein Bruder Johan (seines Alters im 19. der Stadt Bohtmcßig-
Jahr) und hat seinen Mantel vor sich um- keit enthalten sollen. 10
geschlagen. Erich, ohngeacht er von den Wie er aber dem zu-
andern gewarnet wird, ins Haus zu treten, wieder ohne Geleit in
bleibet stehen. Sein Bruder Johan aber der Stadt Kiel Juris-
wendet sich *vor der Thür und spricht diction und Gericht */• / '>
Siehe bistu dar«, sticht ihn darauf mit gekommen 5 , hat man 15
seinem eigenen (des Erichen) Pook 1 und ihn eine Zeit lang 6 ge-
gehet die Elemische Straße hinauf ä . Der fangen gehalten. Nach-
Verwundetc ist bald darauf verstorben 8 , gehends ist auf aber-
der Thäter aber eine Zeit lang flüchtig mahlige Fürstl. Vor-
gewesen, endlich aber auf verschiedener bitte Hertzog Philips' 20
Fürstl. etc. Interceßionen und aus andern der peinliche Proceß,
mehr Ursachen' am 23. Mart. des 1591 die Lebensstraffe be-
Jahres mit ewiger Landesverweisung gc- langende, auch einge-
strafft worden. stellet, jedoch ist dieser
Thäter in die aufge- 25
wantc Unkosten condemniret und mit ewiger Relegation und
Verweisung gestrafft worden';.
1 Der von Erich im Ifausc des Heinrich von Dresken geschleuderte
Dolch roar bei Johann zurückgeblieben. 2 Xach dem Markt zu.
* Vgl. A'ieler h'irchcnrcgistcr ijSj Ifds. f j6r s. v. hevinge <ler 3°
klocken: Krick van der Iloic 9 puls.
4 ('her die Vorgänge nach der Ermordung des Erich ist der rechts
stehende Bericht der Ifds. a ausführlicher. Vgl. hierüber wie über die Vor-
geschichte die an den Kieler Rat erteilte Rechtsheiehrung der Rostocker Ju-
ristenfakultät ijjyi Ecbr. 2^: in der Hcilage gedruckt aus den Spruchprcto- 35
kollen 1590 91 nr. 1 30 im Rostocker Cniversitätsarchiv.
: ' Anfangs /j<po. Ein ganzes Jahr.
7 Und Johann Friedrichs.
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I, 150-152]
1583—1584
91
Anno 1583 am S. Johtf/z/z/stage 1 hat Christof- Pogwische 150
einen Botsknecht von Kckernförde, Henrich Bilefeld geheißen,
gewaltsamer Weise mit bloßer Wehre gejaget 8 und geängstiget,
daß er hat vor ihm her vor dem Fischerthor ins saltze Waßer
5 lauffen müßen, um etwa aldar sein Leben zu retten; welches
ihm jedoch nicht helflen mögen, dan der Kdelman hat ihn auch
biß ins Waßer verfolget und daselbst jämmerlich erstochen. Des
Entleibetcn 2 Brüder, so eben alhir zugegen gewesen, haben den
Cörpcr begraben 4 laßen und nicht klagen wollen. Und wiewohl
10 auch der Thäter noch 2 Tage alhir in der Stadt sich aufgehalten,
hat man dennoch aus allerhand bedenklichen Ursachen die Hand
an denselben nicht legen dürfen, sondern solche That sofort
nach Hofe berichtet.
Kodcm im Septemb. an einem Montagabend 5 iim 8 151
is Uhren ist einer, mit Nahmen Hans von Bcntcn, auf freyer Straßen
discr Stadt von einem andern, Claus von Bremen genant,
1/4*0 ein Schncidergesell, erstochen worden. Der Thäter ist :5: durch
gewönliches Fahrrecht friedeloß gelegt und ausgclcutct worden.
"Anno 1584 Montags 7 nach Palmarum (als eben IhrFürstl. 152
20 >• Randglosse in a fing, jg; Vide Supplic. Sim. Hein. hic. Anno
fehlt 11. Christof Pogwische : einer vom Adel l'hristotT Pogwische ti.
/•/'<• beiden letzten Worte sind später h-:riil>ergeschriel>en. 4. vorm
Fischerthor in <i später Iteriibcrgeschrieben. 6. dan: denn <r. 7. jäm-
merlich . /. 10. der Thiitcr Christof Pogwisch <i fing. JJ. /<?. Kttnd-
25 gli'sse in n />,tg. 33: Wide Sim. Henr. Suppl. h., item S. Nicol. Kirchen-
register de Anno 1584. Ihr : Ihm tt .
1 Juni 24.
s Auf Hagen , Sohn des Bertram : Jahrb. IX, 451 ; Zeitsi.hr. XXV, 227.
8 Der l'berfall geschah nuff der Brugkcn, welcher auch ein befreyeter
30 Ordt: Schles~oiger Staatsarchiv A J nr. /gfi f. 121'' in der Vorstellung Kiels
an Herzog Johann Adolph Aug. /o. Brinkmann, Aus dem deutschen
Rechtsleben , S. 203 macht aus der A'ie/er Schiffsbrücke irrtümlich die Burg.
4 Vgl. Kieler Kirchenregister fjSs Hds. f. jy~' s. :•. hevinge «1er
klocken : ein boßnian von Kcklcnforde 3 puls. •"' .SV/»/. 12, ig, 26.
35 rt /he von Bremer a emuihntc Eintragung des Kieler Kirchenregisters
15S4 lautet Hds. f. 14g'': Dcwile Pawel Rantzouw thoin Knope den kopper-
decker in der kercken, do he up den torn na sincr arbeil ghan woMe.
schwarlichen gestecken, hebbe \vi < >ttc I .angetnaeken <larv<»r tho arstelohne
und helen geven 7 daler, is 14 £ 7 ß ; Hans YVeßel vor den ersten banl-
40 geven 4 ß. Über den h'atsarzt Langeneicke und den Barbier Wcßel siehe
S. j6 Note 2. 7 März 26.
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92
1584
Gnaden Herzog Adolf auf dero Schloß alhir zugegen gewesen)
ist ein Bleydecker und Bürger aus Hamburg, Nahmens Gerdt,
welcher den hiesigen Kirchthurm mit Blcy und Kupfer auszu-
beßcrn anhero gefodert 1 worden, nach der Mittagsmahlzcit aus
seiner Herberge 2 zur Arbeit wieder in die Kirche gangen. Wie 5
er nun v or die Thür des Wendelsteins komt, da man auf den
Thurm gehen muß, stehet eben Paul 3 Rantzow zum Knoop 1
daselbst an einem Stuhl nebst 2 Frauen und einer Jungfer vom
Adel, mit denen er etwas mag zu sprechen gehabt haben,
maßen er auch einen Brief in der Hand gehalten. Indem nun w
der Thurmdcckcr, Nahmens Gerd Rise ;> , ihn vorbei gegangen
und die Thür des Wendelsteins verschloßen gefunden, sendet
er seinen Sohn nach dem Küster, Um die Thür aufzuschließen.
Mitlcr Zeit bleibt der Thurmdecker aldar im Stuhl vor der
Thüren. Als nun Paul Rantzow vielleicht die Meinung gc- >5
schöpfet, der Thurmdcckcr thäte solches mit Vorsatz, um ihn
nur zu behorchen, spricht er zu ihm: »Warum stchstti Kerl da
und horchest: Dich soll bald die Störtensükc 6 rühren ! « Derne
jener geantwortet: > Wo soll ich hin? Ich kan ja durch die
Thür der Maur nicht kommen, ich muß hir auf den Schlüßel *>
warten etc.« Darauf Paul Rtrntzwc »Was sagestur Davor soll dich
diß und jenes rühren!-, trit hirauf zu Peter Schreibern 7 *oder •/•
/. Adolf! 2. Nahniens Gerdt fehlt a, in A am Runde eingefügt.
3. mit Kupfer fehlt a. .f. zur Arbvit fehlt a. 7. muß : will it.
/<>. maßen : weil n. 13. Thülen : Thüren und erwartet seines Sohnes 25
WiedcrkunfTt n />ag. 34. 16. der Thurmdecker : er <r. 17. zw ihm :
zu dem Hlcydeckcr <i. 20. Thür : verschloßene Thür a. 20-21. muß —
etc. : muß hir warten, biß ich den Schlüßel zur Thür bekomme und hin-
auf gehen kan a.
1 Gerdt kam mit seinem Sohne am 16. März und blieb bis zum 30
August. - Hei ChristofTer Xegendanck in der Flämischen Strasse.
* S<>hn des Tander ncr und Rendsburger Amtmanns Christoff er: Zeitschr.
II, 136 ■ XXI', 227.
4 Gut am Kaiser Wilhelms Canal, Kirchspiel Dänischenhagen.
: ' In Z. 2 steht nur der Vorname. Auch das Kirchenregister kennt 35
nur meister (ierdt. /)er von Bremer hinzugefügte Zuname Risc beruht
wohl auf Venoechslung mit Eggert Rese, der den Hleidecker mit seinem
Arbeitsmaterial Ton Hamburg nach Kiel fuhr.
" Die sturzende Seuche, Epilepsie.
7 Peter Schriver in der Hassstrasse : Kieler Schossregister — tJ7Q 4°
Hds. f. 68' z. J. 157S- Vgl. Erbebuch ur. 2022.
1 5 8 4
93
Hottichcrn, Bürgern alhir, welcher nicht weit von ihm gestanden
und des Rantzowen Gewehr unterm Arm gehalten, und fodert
sein Gewehr, welches aber der Bötcher nicht fahren laßen will.
Die adeligen Frauen treten auch herzu, ihn abzuhalten und zu
5 besänftigen, indeßen kommt des Thurmdeckers Sohn mit dem
Schlüßel und schließet die Thür auf und gehet voran hinauf.
Als nun der Vater auch folgen will, ziehet Paul Rantum' seinen
Dolchen aus und sticht den Thurmdecker in der Thür der
Wendeltreppen ein mahl in den Arm und 2 mahl ins Hein.
»° Der Sohn muß also seinen verwundeten Vater aus der Kirchen
wieder zu Hause bringen, woselbst der Alte etliche Wochen sehr
gefahrlich kranck gelegen. Kr hat jedoch nach wieder erlangter
Gesundheit die angefangene Arbeit 1 am Kirchthurm fortgesetzet.
Anno 1584 am Mitwochen 2 nach Misericord/V//// Domini 153
15 auf den Abend zwischen 7 und 8 Uhren ist einer, Nahmens
Lambert Herends aus I Othmarschen, ein Hohtsknecht, ausser
dem Holstenthor diser Stadt von einem, Jürgen Licht genant,
seel. Jürgen Lichten 3 gewesenen Hürgers und Weinschenken
hieselbst nachgelaßcnem Sohne, erstochen worden 1 . Der flüch-
2 o tige Thäter ist üblichem Gebrauch nach friedeloß gelegt und
ausgeleutet worden am Freytagc'' post Miscricord/r/w Domini.
/. Bottichcrn it. 12. welcher — gehalten in <i in runden K/uninirrii
l iugrsrhlossrn. 2. (Jewehr: Wehre a 35- 4-6- I>ie- hinauf:
Indeßen treten die Frauen herzu und bitten ihn, an sieh zu halten. Des
25 Thuroidcckcrs Sohn kommt auch mit den Schlüßel zurück und sehließet
die Thür auf, gehet liehst einem l'legsnian seines Vaters voran die Treppe
hinauf a. J. bcsanrTtigcn 7. folgen : seihst nachfolgen a. 11. zu
Hause: in seine Herberge <i. der Alte: er an solchen Wunden a.
1 Die Ausgaben für die Reparatur siehe in der Heilage. 5 .-///-// iS.
30 'Jürgen Lichte (de) wynschenckc in der Rosenstrasse hinter dem
Rathause und in der Schuhmacherstrasse : Kieler Erbebuch ur. rgoj, tfäfr ;
Hebungsregister is6j--ijj6 Hds. f. 20>\ //ausbcsitzer/isle /jjj nr. /6S,
Schossregister /Jjb—iJJQ I/ds. f. 12 '. Er ist tj/j verstorben, bei diesem
Jahre nennt das Schossregister bereits seine ll'ihoe: I/ds. f. 43V. Kurz vor
35 seinem Tode hat Jürgen Lichte noch ein neues Haus Jenseits der Scheren
brücke aufgeführt: Hds. f. 4/f.
* Igt. Kieler Kirchenregister 1384 I/ds. f. 4jr s. v. hevinge der
klocken: de boÜknecht, den Lichlschen son ersiecken, 1 puls.
5 April 20.
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1)4
1584—1585
[i, 154-156
154 Ködern Freytages 1 nach dem hcyl. Christtage ist vor dem
Holstenthor hei S. Jürgen einer, mit Nahmen Hans Kiel*, von
Hans Walbohmen, Jochims Sohn ufm Garten, item *CIaus Juns */>. jiö
und Claus Gnutzman erbärmlich vom Leben zum Tode gebracht.
Die Thäter sind friedeloß gelegt und durch den Frohnen aus- 5
geleutet worden.
155 Anno 1585 am Sontage Judica 3 Abends zwischen 10 und
1 1 Uhr ist binnen der Stadt Kiel einer, mit Nahmen Claus
Wuneke, auf jenseit Hamburg hurtig, von Jürgen Martens,
welcher binnen Lübeck das Bötchcrhandwerk gelernet, und dan «>
von einem andern, Hans N. geheißen, jämmerlich entleibet und
getödtet worden. Die Handthäter sind alsofort entflohen, des
nechsten Mitwochens 1 aber friedeloß gelegt und öffentlich aus-
geleutet worden.
15« *Anno 1585 am Donnerstage 5 in der Pfingstwochcn hat 15
einer, Nahmens . . . Arp, von Veerden bürtig, Didrich Blomen *^ 119
des Jüngern 0 Knecht, in Geselschafft etlicher andrer Hofekncchtc
als seiner MitgehülfTen hicselbst in Wilhelm von Paderborn Hause
in der Schmidestraße 7 allerhand Gcwald und Überfall verübet.
Ks ist aber derselbe Arp unter solchem Tumult von dem Bürger *o
in seinem Hause erschoßen worden. Mit dem entlcibeten Corpcr
hat man zwar diser Stadt altem Gebrauch nach verfahren wollen
(vide oben* p. 22. 29. 37. 40. 77. etc.), jedoch ist auf etlicher
Vornehmen vom Adel Interceßion die Schärfe des Rechten nach-
//. jämmerlich A. 25
1 Dez. 2S.
2 //// Kirchenregister 1584 fehlt über das Begräbnis des Hans Kiel
eine Eintragung, wohl aber findet sich dort Ilds. f. tfr s . v. hevinge der
klocken : Hans Schcnckc (!), so erstecken wordt, 2 puls. * April 7.
* April 10. 5 Juni 13. 30
" Auf Nehmten, Sohn des Jasper: S. 82 Note 3. Als der Jüngere
wird er bezeichnet zum Unterschiede von seinem gleichnamigen Oheim, der
zur Zeit unseres Vorfalls Klosterpropst zu Preetz war.
"' Wenn diese Angabe richtig ist, so muss Wilhelm von Paderborn
nach 1 37S das //aus in der Schmiedestrasse erworben haben ; bis dahin 35
wohnte er in der Fischersirasse : S. 43 A r ole /.
H Zuletzt 157S : S. 37 (§ Q7). Die früheren Fälle und die betr.
Seiten des vorliegenden Abdrucks sind S. 60 Note 2 aufgezählt.
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I, »56 i57j
95
gelaßen und also vergönnet worden, den Cörper zu begraben 1 .
Der Bürger Wilhelm von Paderborn ist wegen getahner Noht-
wehr absolviret, die bede entwichene Hofeknechtc aber sind
durch gewönliches Fahrrecht friedeloß gelegt worden.
5 Am selbigen Tage 2 haben Otto 3 Rantzow vom Botkamp, 157
Andres 1 Rantzow zum Klamp, des Kielischen Amtmans Ove
Rantzowen Sohn 5 , und Claus" von der Wische, Detlefs 7 Krbgeseßen
zu Grühnholtz Sohn, in itzt gedachten Wilhelm von Paderborns
Hause große Gewalt geübet, indem sie ihm ins Hauß gefallen,
to sein Hausgeräht, alles, was vorgefunden, hernieder und zu Stücken
geschlagen, ein verschlossen Schap aufgebrochen, darin er sein
bereites Leder und andre Dinge gehabt, das Haußgeräht sownll
*/>. 120 * a j s das Leder ausgetheilet und preißgegeben, Grapen und Keßel
aus der Thür geworffen, die Fenster eingeschlagen etc. Der
15 Wirth des Hauses ist auf seine Kammer entkommen. Als nun
sein nechster Nachbar dahin gehet, zu versuchen, ob ihm nicht
zu helffen, ist demselben ein Knecht mit bloßer Wehre begegnet
und nachgeeilet, daß er also die Flucht hat nehmen miißen,
und hette ihn derselbe Knecht vor seiner eigenen Thür beynahe
7o erstochen. Am selben Tage* wie des Morgens die That ge-
j. Randglosse in a pag. 36 : X'ide Vmiocollum judic/V///' ihique attesta-
tioncs, item Sim. Heurir/ts Suppl., item Protoc. judicialc ejusdem ibique
attestationes vom 20. Jul. 1585. Am selbigen Tage : Am Donnerstage
in der Pfingstwochcn a, unter gestri, In nern Im Anfang des Jtilij. 6. An-
25 dreas ex. 6-7. des — Sohn tu n heriihei geschrieben. 7. Wisch a.
7 S. Erbgescßcn zu Grühnholtz in a am Rande eingefügt. S-g. in
itzt — Hause : in eines hisigen Hiirgcrs Wilhelm von Paderborn eines Heu-
tclers, der in der Schmidcstraßcn gewohnet, seinem Hause a, jedoch sind
der — seinem am Rande eingefügt, 10 u. 12. Haußgeräht A. ig. hey-
30 nahe : gar nahe a.
1 Vgl. Kieler Kirchenregister ij8j Ilds. f. 4^ s. v. hevinge der
klocken : Arp, Dirick Blomen knecht, wort erschossen, I puls.
a Juni ij. 8 S. 76 Note 2. 4 S. 60 Note j.
5 Über Ove Rantzau von Sa hau siehe S. 74 A r ote 1. Die Angabe,
35 dass Andreas A\ zum Klamp sein So/in war, ist falsch ; er war sein A r eß'e :
siehe "weiter § 162. ö S. 76 Note /.
7 Zeit sehr. IV, igt; XXIV, 162; Staatsbürger!. Magaz. X, 964. Kr,
nicht Hans (wie Stern ann in Jahrb. IX, 495 angiebt), -war der älteste Sohn
und demgemäss erster Besitzer von Griinholz, ihm folgte im Besitz sein
40 Bruder Melchior.
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<><>
i 5 8 5
II, 157160
schehen, haben sie diesen Bürger Wilhelm von Paderborn in
seines Nachbars Hause gesuchet, sind auf die Boden, Häuser
und Dächer gestigen, in Meinung, denselben zu finden und zu
beschädigen.
158 Diedrich Pogwisch 1 hat einer Rahtsperson Hinrich Teleman 2 s
bey nachtschlaflfender Zeit seine Fenstern 3 nach der Straßen
werts ausgeschlagen, der Ursache daß er sich nicht hat mit
Gewald ein halb englisch Laken von seiner eigenen Person aus
seinem Hause wollen nehmen laßen.
159 Derselbe vom Adel hat einem Bürger, mit Nahmen Johan 10
Holsten, gleicher Gestalt bei Nachtzeit vor seiner Buden 1 ange-
sprenget und ohne alle Ursach mit bloßer Wehr überfallen,
nach ihm gehauen und das Schlipdach oder Schaur zu seinem Glück
getroffen. Wie das nicht hat wollen gelingen, hat er einen
Stich nach ihm getahn und im Umdrehen ihm sein Wams auf 15
dem Leibe cntzwey :i: gcstochcn. Ist also, um sein Leib und
Leben zu retten, dem Thäter in die Arme gefallen. Darauf
Didrich Pogwisch seinen Dolchen gezogen. Ks hat aber Johan
Holst denselben mit aller Macht von sich gestoßen und ist im
Pin stern davon gesprungen. 20
Kȟ Andreas Ranzow zum Klamp hat bey kalten Winterstagen
einen Spielman von seiner Wohnung dazu genötiget und gezwungen,
daß er hat inüßen aus seiner Schwachheit aufstehen und mit
einem Instrument oder Spielwerk nackend und im bloßen
Hemde vor ihm selbst, dem vom Adel, auf einem Pferde nebst ^
1 Sohn des Bertram auf Hagen und Doberstorf : Zeit sehr. XXV, 227.
I ber Dietrichs Tod siehe $ 112 und -weiter Hremer z. J. 1600. Bei
Steinann in Jahrb. IX, 4J0 und Tafel B wird unser Dietrich irrtümlich
als Detlef aufgeführt.
■ Xaeh Bremer Ratsmitglied /jS/—/J9<?. Zum Unterschiede von 30
dem S. 31 Xo/e 2 enoahnten Gleichnamigen wird er der Jüngere genannt.
s Im Hause Schuhmacherstrasse ur. //, von Teleman IJ72 enoorben:
A'ie/er Erbebuch nr. /970, Hausbesitzerliste /J7J nr. 166, Schossregister
l 579 IM*, f 4J V > 7 2V > Schossregister /jyj 96 Hds. />. 34.
Ein anderes 1370 Af>ril 4 in der Schuhmacherstrasse gekauftes Haus ( Erbe- 35
buch nr. /QJ^J hat 'Teleman nur ganz kurze Zeit besessen.
4 Auf dem Markte : Schossregister /jgj gö Hds. p. 21.
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1, 160-162] I5 8 5 1)7
seinem Diener reitende, hergehen und biß an die Schevenbrücken
(wie mans nennet), außer der Stadt belegen, spielen müßen.
Darnach hat er ihn mit einer kurtzen Büchsen, die er aus der
Holrfter gezogen, woll abgepumpet 1 und geschlagen und mit
5 sothancn erbärmlichen Drankgelde, mit Thränen übergoßen,
wiederum paßiren laßen.
Derselbe vom Adel hat zu einer andern Zeit 2 einen Bürger, 161
mit Nahmen Hinrich Schiring, in seinem eigenen Hause 3 mit
Crcutz und Knopf in sein Haubt geschlagen, daß er davon
io den Tod hat nehmen müßen, und zwar nur darüm, weil der
Bürger ihn üm sein abverdientes Lohn hat mahnen wollen.
Noch hat dieser einem Bürger, mit Nahmen Jasper Schütte 1 , 102
in der Schmiedestraße wohnend, bey Nachtzeit gewaldsamer W eise
die Fenster ausgeschlagen, und wie er, der Bürger, vermeinet,
15 an dem damaligen :;: Amtman r ' auf dem Fürstl. Hause einen
*A '^beßeren Richter zu finden, weil er sein, des Thäters, Vetter 6
gewesen, hat ers demselben geklaget, aber von dem Amtman
diese Antwort erhalten: Man solte dir Schelm die Augen dazu
ausstechen! ' . Als nun der Thäter solches erfahren, hat er dem-
20 S. Heinrich n f>ag. jg. Randglosse in a zu Schiritig: wo it/o der
Theobrenner Hartman wohnet. Hause: I.ogimcntc n. /.'. Schütten o,
iitii.u Kit litigiös*? : wo it/o Hans Fiije wohnet, do/tir fehlt dort im Texte
in der Schmied est raLie wohnend. 13. bey Nachtzeit : in nachts hhifiender
Zeit a. 11). Als — erfahren : und als der Thäter dieses erfahren, dal.'.
25 der beschädigte ]Jurj;er über ihn geklaget n p,ig. 40.
1 100hl (tüchtig) durchgebläut,
is SS ; erst damals starb Schiring und wurde für ihn mit 4 Pulsen
geläutet : Kieler Kirchenregister /jSS Ilds. f. 41-'.
8 In der Burgstrasse ( Schmiedest): ) : siehe § Sj, Ilausbesitzcrlisle
V> '575 ■ '°9> Schossregistcr iS7< r >—/579 IM*- /• S r , 40*-, 6qr.
4 Sohn des Henning, im ersten Hause (nach der Eckbude des Benedict
v. Ahle f cid zu Lindau) auf der rechten Seite der Schmiedestrasse, heute
Schlossstrasse nr. 2, in Jaspers Besitz seit /J7J Juni //: A'ie/er Erbebuch
nr. Jtyji) , Schossregister /J76— J 'J79 Ifds. f. lo>-, 42*% 7 /r ; Schossregistcr
35 '595 9^ Ilds. p. 30. /,u Bremers Zeit wohnte dort Unnsl'oye: Schossbuch
16S4 Ilds. f. 60, Schossbuch 1^4 Ilds. p. /J2.
•"' Ove Rantzau von Salzau.
" Nach Andreas' eigenen Worten (weiter S. qS 3 ) -war er der Schwester-
söhn, also A'etf'e, des Amtmanns.
7
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m
[i, 162165
selben Bürger den nechstfolgenden Tag abermahl die Fenster
ausgeschlagen und gesagt: Siehe, ich heiße Andreas Ranfzvio und
bin des N. N. sein Schwestersohn. Thue darüm, was du nicht
laßen wilt«. Über solcher verübten -Gewalttätigkeit ist des
Bürgers Frau, so schweren Leibes gegangen, so gar erschrocken, 5
daß sie eine todtc Gebührt zur Welt gebracht.
163 Als cinsmahls der gnädige Landesfiirst Herzog Adolf zum
Kiel aufm Schloß gewesen, sind bey nächtlicher Weile etliche
vom Adel herum gcrennet, haben Leimen geblasen und vor
dem Fürstl. Schloße Büchsen loß geschoßen. 1 10
164 Anno 1585 am Donnerstage 2 nach Trinitatis ist ein gantzer
Raht samt den Herren Bürgermeistern und ohngefehr 20 aus
der Bürgerschafft hinauf das Schloß zum Kiel gangen und haben
daselbst in wehrendem Landgerichtstage des Morgens eine Suppli-
cation übergeben wegen der eigenthätlichen Handlung, derer 15
sich bißweilen etzliche Junge vom Adel und ihr Gesinde bei
nächtlicher Weile und sonsten unternehmen etc.
105 *Copia Fürstl. Mandati* wegen des Tumultuirens etc. */>. J2 6
Wir von Gottes Gnaden Adolff, Erbe zu Norwegen,
Hertzog zu Schleßwigk, Holstein, Stormarn unnd der Dith- 20
/. abermahl gcwalthiitig a. 4. Uber A. J. gar : sehr a. j-10. Am
Fasse der /. 122 in A von Bremer mit anderer Tinte nachgetragen und
durch Zeichen hierher bezogen. 13. gegangen a f>ag. 40 a. 14. kum
ungefehrlich um 7 Schlügen des Morgens a. 17. a schliefst mit
Quellenangabe : Vidc Hrotoc. judic. Sim. Henr. hie. 25
1 Vgl. in der Hei läge aus dem Schlesinger Staatsarchiv A I nr. 196 :
I.ibellus appellatorius Kiel contra Gebrüder Peutz, produziert in Speyer
1394 April 17, Ilds. f. 33, ort. fj. -Juni 20.
8 Unter den mir vorliegenden Akten ist keine Originalausfertigung des
folgenden Mandats vorhanden. Dagegen finden sich an Abschriften : 1) Schles- 30
loiger Staatsarchiv A I nr. 196 f. 31-32, beglaubigt von dem Landgerichts-
notar Johann Ilintz und produziert in Speyer 1393 AW. 23 ; 2) Schlesinger
Staatsarchiv A I nr. 194 f. 146-/47, beglaubigt von dem Landgerichts notar
Rudolph Faust /600 Mai 10 Kiel ; 3) Kieler Stadtarchiv P VI Com'. /
nr. ja, auf der Rückseite mit der archivalischen Signatur ; # 1 und mit 35
zwei von der //and des Textschreibers herrührenden Notizen über geschehene
Publizierung ( siehe weiter) ; 4) Kieler Stadtarchiv P VI Conv. / nr. jaa
ohne Signatur, aber mit den beiden Publizicrungsnotizen, ist eine zweite Aus-
fertigung des Schreibers von ja ; 3) Schleswiger Staatsarchiv A I nr. 196
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I. i65]
15^5
99
marschen, Gräfe zu Oldenburgk unnd Delmenhorst, entbietenn
den ersamen unsern lieben getrewen Burgermeister unnd Rahtte,
auch samptlichen Burgerschafft unser Stadt Kiell unsere Genade
unnd hiemitt zu wißenn : wie das uns numher für glaubwirdich
anbracht unnd zu erkennen geben wordenn, welcher Gestalt
sich eine Zeit lang hero alhir in unser Stadt Kiell etzliche
friedheßige Leute de facto angemaßet unnd unterstanden,
allerhandt Muetwillen mit Schießen, Fenster außzuschlagcn,
Heuser zu stormen unnd sonsten mehr Frevels unnd Uppicheit
ihrer selbst eigenen Belustung nach zu üben unnd zu Werck
zu richten, dahero dan Mordt unnd Todtschlag, deren einestheils
sich alhir nicht weinig zugetragen, vorursachet wordenn ist.
Wan uns dan alß der hohen von Gott vorordneten Obrigkeit
mit nichte gebuehren wil, solchen eigenthetlichen, auch in
allen Godtlichen unnd weltlichen Rechten verbottenen unnd
straffwirdigen Handelungen zuzusehn, ohne das bey allen Christ-
lichenn hohen Potentaten, auch Ehrliebenden, uns an unserer
Fürstlichen wolhergebrachten Reputation vorkleinerig unnd nicht
zu geringem Vorweiß gedeilich sein wurde, wan solche muet-
willige Handell hinfuro freygelaßen und damit durch die Vinger
gesehn werden soltte, wormit wir aber keinesweges zu ge-
dulden gemeinet sein : demnach wollen wir euch hiemit gnedig
ermahnet, auch ernstlich auferlegt unnd bevohlen haben, bei
Cof>. 2. 2. liurgermeistern. J. wcllichcr. 9. zue stürmen. 10. Be
lustigxinß. iS. vorklcincrlich. 20. Händcll.
/. 8-11. als Beilage zur Vorstellung Kids an Herzog Johann Adolph 1393
Aug. 10. Die genannten fünf Abschriften sind nur orthographisch von ein
amier verschieden. Bremer hat für seinen Text in A p. 126 — 12g eine der
beiden im Auftrage des Ale/er A'als 1383 für die öffentliche Verlesung an-
gefertigten Abschriften benutzt, und zwar die mit signierte dritte Abschrift.
Vorgelegen hat ihm freilich auch die vierte Abschrift ; denn beide tragen von
seiner Hand auf der Rückseite das registrierende Datum: 1585, 26. Jim.
/;// obigen Abdruck ist nicht Bremers Abschrift wiedergegeben, auch nicht
seine Vorlage, sondern die erste beglaubigte Abschrift des Schleswigcr Staats-
archivs ( Cop. 1) ; einige l 'arianten der zioeiten beglaubigten Abschrift ( Cop. 2 j
sind in den Editionsnoten verzeichnet. Das Original war ein Patent mit
Sekretsiegel. Einen Extrakt unseres Mandats giebt Brinkmann, Aus dein
deutschen Rechtsleben, S. 202-203.
7*
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100 1585 ^ 165
solchen unnd dergleichen unzimlichen lieginnen hinfuro die
fleißige Aufsicht und Wache zu haben, do sich der ein oder
ander, er were, wer er wolle, abermals unterfangen wurde, seinen
Muhtwillen zu üben unnd euch unnd die Kurigen, an Leib unnd
Guetern mit Gewalt zu uberfharen unnd zu beschweren, das ihr 5
alsobaldt die Stormglock ziehn laßet, euch mit gewerter
Handt zusammen thun, den oder die Thetere nach Gelegenheit
der Person hand- oder füßfast machen unnd uns die Ge-
schatTenheit des Handels ferner zuschreiben unnd anmelden,
daraufT ihr, wie mit denselben Frevelern, andern zum Abschcuw ««
unnd Kxempel zu vorfahren, weiter Befehlichs von uns unver-
lengt gewertich sein sollet. Ihm Falle sich auch herrnlose
Knechte unnd Jungen finden, die lenger alß über zwene Tage
bei euch in unser Stadt beherbergen unnd aufhalten wurden,
von denselben sollet ihr euch die Gelegenheitt ihres Aufent- 15
haltens unnd Urlaubs erkundigen unnd, woferne sey keine redt-
liche erhebliche Ursachenn ihres Stilleliegendes zu bescheinen,
sie lenger nicht zu hausenn noch zu herbergen gestatten. Do
auch eures Mittels der ein oder ander sich diesem unserm
Befheliche wiederspentzstig unnd ungehorsam erzeigen unnd sol- 20
che herrn- unnd dienstlose Knechte und Jungen aufhalten,
atzen unnd drencken wurde, wieder den oder dieselben werdet
ihr euch dergestaltt ewers Ampts unnd Gerichts zu verhaltenn
wißen, das wir selbst nicht Ursach erlangen, sowol wieder
euch alß dieselben die Mitteil furzuhnemen, welche zu Sal- 25
virung dieses unsers Mandats unnd Bevehlich vonnöten. Unnd
weil euch diese Vcrordenung sampt unnd besonder zu Erhaltung
friedtsamen Standts und Wesens zum Besten gemeinet, so werdet
ihr euch umb so viell mehr aller Gebuhr hirinnen zu erzeigen
unnd hirbey unsere höchste Strafte unnd Ungenade zu vormeiden 30
wißen. Nebenst diesen wollen wir euch auch himit ernstlich ein-
gebunden haben, euch kegen jedermenniglich schiedlich unnd fried-
lich zu erzeigen unnd zu Wiederwillen unnd Unruhe selbst nicht
Ursach zu geben; dan alß wir nicht gemeinet sein, euch mit
Gewalt unnd muhtwilliger Uberfahrung beswerenn zu laßen, so 35
Ci>/>. 2: 6. Storniligtockc. S. fticl'fn^t. 16. sie. 17. Stillc-liegens.
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I, 165-166]
15^5
101
weinig kan unnd sull uns zu Gefallen gereichen, das ihr zu
Unruhe unnd Uppickeitt selbst Ursach geben solten. Das meinen
wir ernstlich, seind euch sonsten zu Gnaden unnd Guetem wol
gewogcnn. Datum auff unserm Schloß Kiell, den 26. Junij
5 Anno 8s.
AdolfT H. z. S. Holstein.
(F. S.)
1 Dises Mandantin ist publicirt und öffentlich von der Canzel
gelesen am Festtage Visitationis Mariae* und bald darauf vor
10 der gantzcn Bürgerschafft auf dem Rahthause Freytags den 9.
Jul. 1585.
3 Anno 1585 ist Melchior Rantzow von Schönweide mit ltiti
('<>/>. 2: 6. Per Y'ornam? nhgrkiirzt A statt Adolfl". 12. Anno fi hlt
f !<'.*,"• fO.
• 5 1 Vgl. »t'f der Mickseite von C<>/>. j: Publicicrtt und offentlig abge-
lesenn zum Kiell von der Cantzcll am Festläge Visitationis Mariae Ann«
ete. 85. Ködern Anno publicieret auff dem Rathhause vor der algemeinen
Burgerschafft, so vicll derer dazumahll beysamen, Freytages naeh Kilianij,
war der 9. Julij. Hierbei ist der Kilianstag von späterer Hand in den ttr
20 sprüug/ich frei gelassenen Rattm eingetragen, in Cop. 4 entbehrt der freie
Raum der späteren Eintragung. 9 Juli 2.
8 Coronaeus Petersen S. II. 146 p. S nr. jj z. J. 15S5 (S. II. 14g
p. 21 5. J. 15S4, S. II. 14g B p. ro nr. jS z. f. ijSS), Wilhcimi Hds.
A rj nr. 37 s. 7- 'S$S, Art«// .V. //. /./<? /. .// z. J. tjSS. Claeden II,
25 1 26-/27 Amn. Schröder, Darstellungen S. 142 . Inn/. Das richtige Jahr
fjSj und den historischen Hergang berichtet Angelus 1 , 136: Von diesen ist
Melchior auff eine Zeit vom Pferde auff der Brück zum Kyl ins Wasser
gefallen, daß er kaum beim Leben hat können bleiben. Doch ist er zum
andernmal vom Pferde, welchs sich im Wasser getummelt, gefallen und er-
30 soffen im tausent fünffhundert und fiinff und achtzigsten Jar, den zchenden
tag Septembris seines Allers im drey und zwantzigsten Jahr. Mit Coronaeits-
Bremer stimmt S. II. 146 übereiu, jedoch fehlt in dieser Hds. der Zusatz
woselbst — aufgepaßt sein (S. 102 f ), und das Gespräch mit dem Pferde
lautet niederdeutsch : »Männeken, du heffst hüden dag soltwater gesapen,
35 du must nun ock frisch water prüften*. Die anderen Coronaeus- Hds. sind
ausführlicher, S. II. 14g A p. g nr. 37: Anno 1585 ist Melchior Rantzau
von Schönweide mit seinem (laul zum Kiel von der Iloltzen Brücken
( Claeden falsch : von der hüchsten Brücke, richtig S. II. 14g, r/g B, IVilhelmi,
Noodt: Holsten Brücke^ in das sahze Wnßcr gesprungen, da ihm dann der
40 (laul durch seine Courage wieder zu Lande bracht. Da reitet er wieder
nach der Pferde Börne bey dem Ziegelhofc (Xoodt: mich der Pferde-Tränke,
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102
[I, 166-167
seinem Pferde zum Kiel von der Holstenbrückcn in das saltze
Waßer gesprungen, da ihn dan das Pferd wieder zu Lande
gebracht. Als er aber weiter geritten und bei dem Ziegelhove,
woselbst ihm auch mag aufgepaßt seyn, in die Pfcrdebörn auch
einen Sprung gewaget mit disen Worten : »Männekcn, du hast 5
Saltzwasser gesoffen, du must nun auch frisch Waßer sauffenl»,
so ist diser Kdelman darin ersoffen, das Pferd aber wieder zu
Lande geschwommen.
107 'Eodcm Anno zog Friedrich Rantzow, Archidiaconus zu
Schleswig, des Stathalters Henrich Rantzowen Sohn von Breiten- 10
bürg, in den Französchen Krieg, ward aber von etlichen Meuchel-
-
J. Mannken a. S. a pag;. 41 uklnsst mit QueUcnangal*: Ep. f. 8. //. so.
Mühlenteich genannt, S. IL 14g: Da nickte er bey der Pistole, tränckte
bey dem Ziegelhofe,), da die Mägde waschen, und sagt zum Pferde:
»Männecken, du hast nun heute Saltzwaßer gesoffen, du must nun auch 15
einst (S. II. 14g Ii, jSo A: eins, IVilhelmi: einmahn, frisch Waßer (S. H.
14g: stiß Waßer,) sauften !c Und dnmit springet er bey den Waschemägden
(Noodt : aus Vorsatz,) in den Mühlenteich. Da aber der Gaul in die
Miidde (S. II. 14g: in der Mode, 14g B : in der Modde, IVilhelmi: in der
Made oder Schlamm, Noodt: in dem Schlamm,) bestecken bleibet, da 20
wirfl't der Gaul ihm herunter, daß er (Noodt: vor den Augen der Leute,)
ersäufft. Das Pferd aber schwimmet wieder zu Lande und frist Reisig und
bekümmert sich wenig um seinen Junker. — Über die Familie des Melchior
Rantzau 7<m Schomoeide (im Kirchspiel Eutiner Neukirchen), Sohn des Otto,
siehe Zeitschr. II, ijj. Unser Bericht ist mit Zugrundelegung von Prahl, 25
Chronik der Stadt Kiel, S. 67 (aus Ciaeden) dichteriscJi bearbeitet von Johann
Meyer, Hochdeutsche Gedichte, j. Aufl. S. 237 — 260 und darnach von Claudius
Serpentinen in Musik gesetzt.
1 Coronaeus- Petersen S. IL 146 p.j nr. 2g, IVilhelmi I/ds.p. 15 nr. 40,
Noodt S. II. 14S p. 41. Diejenigen Hdss., welche hierbei ein Datum ver- 3°
zeichnen, haben das Jahr /jSS. Diese Angabe ist falsch, 7oie die unsere
des J. /S$S- Zur Zeil der /jSj besorgten ersten Herausgabe der Genea-
logia Ranzoviana ist Friedrich Rantzau am leben (siehe daselbst Bl. 7"-').
Auch das Verzeichnis der 15S7 lebenden Rantzaus bei Albini fuhrt ihn als
lebend auf (nr. 21); doch ist er noch 15S7 am 2g. November alten Stvls 35
(g. Dez. u. St.) ermordet -worden : Albini, Vipertus sive origines Ranzin ianae
(Wittenberg 15SS), S. 7S ; Angelus I, 164 irrtümlich z. g. Nov., 182;
Lambert Atardus bei IVcstphalcn, Monumenta inedtta 1, igj7 ; Note in den
Noodt Coronaeus Hdss. irrtümlich z. 27. Nor: ; Noodt, Beiträge /, SS Note
Ii ; Zeitschr. II, 14g. 40
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I. i6 7 -i7i] 1585 103
mördern auf der Reise ermordet 1 und liegt zu Colleure* in Frank-
reich begraben.
Eodem den 24. Octob. hat Didrich Blome der Jüngere, 168
Jasper Blomen zu Ncemtcn Krbgeseßen Sohn, am Sontag Abend
5 dem alten Herrn Joachimo Bluting 8 , Archidiacono hie*selbsten,
*/• tjo ohne alle Ursache die Fenster in seinem Hause 4 ausgeschlagen,
dahinein geschoben, auch seinem Sohn Tonnies Bluting in der
Schulter gestochen und schwerlich verwundet.
Noch hat derselbe einem Rahtsverwanten, Timm Wricdt 5 109
10 geheißen, gewaltsamer Weise viele Fenster ausgeschlagen.
Desgleichen hat er auch einem andern Rahtsverwanten, 170
mit Namen Hinrich Teleman", erwisen.
Anno 1585 am Donnerstage nach Dionysij den . . . 7 Octob. 171
auf den Abend zwischen 6 und 7 Uhren ist alhir auf dem Markt
15 ein Hovejunge 8 mit Nahmen Asmus, in Jütland binnen Arhusen 9
zu Hause hörende, von einem andern Hoveknecht, Hinrich N.
geheißen, damahls bei dem edlen und ehrnvesten Baltzer Broktörf 10
dienende, entleibet und vom Leben zum Tode gebracht. Der
1
2. a pag. 41 schliesst mit Quellenangabe : Epit. f. 5. J. Diedrich
20 Blohm a Pag. /JQ. J. Joachimo — hicsclbstcn : Joachim Hlüting a.
6. einige Fenster a. 7. Tönnies a pag. 140. S. Schlussglosse in a :
\iile Protoc. jud. Sim. Hcnr. sub Anno 1585, 25. 26. Octobr.
1 Die Coronaeus-I/dss. mit Ausnahme von Bremer a fügen hinzu:
Die Thäter sind niemals offenbar worden.
25 * Diese Notiz über das Begräbnis findet sich unter den Coron. I/dss.
nur noch in S. //. 146: Coleuvre. Vgl. Angelus (Colcure) und Alardus
(Coulevcre). Couleuvre im Dcp. Allier, Art: Moulins. Die Ermordung fand
nach Albini nicht -weil von Champeraulx ( Champroux im Arr, Moulins ■) statt.
8 Nach Bremer Diaconusin Kiel 1566—74, Archidiaconus /J74—/606.
30 * In der Hassstrasse: Kieler Erbebuch nr. 20/2 z. J. IJS7, Schoss-
register IS95I96 Hds. p. 20. Das //aus hat er 1568 für 200 Mark ge-
kauft: Eick, Kleine Mitteilungen aus Kiels Vergangenheit S. 57, 92.
5 S. 4g Note j. ft S. 96 Note 2.
1 Bremer hat für den nicht berechneten Monatstag freien Kaum ge-
35 lassen, Donnerstag "war der 14. Oktober.
8 Er ist 700hl mit der Eintragung im Kieler Kirchemegister fjSj
I/ds. f. 46V s. v. hevinge der klocken gemeint : ein hovejunge I jmls.
9 Aarhuus.
10 S. 73 Note j.
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104 1585 f 1 ' l 7i 174
Handthätcr aber, weil er flüchtig, ist durch gewönliches Fahr-
reclit fricdeloß gelegt und durch den Frohnen ausgeleutet worden.
172 Den 23. Octob. am Sonahend des Abends, als Melchior 1
Rantzow, Ovens des Amtmans Sohn, nach der Haßstraße in
der Blumischen* ihr Hauß gehen wollen, hat des alten Joachim 5
Blütings Sohn Tönnies disen Rantzowen mit einem Stein vor
die Brust geworfen, weswegen derselbe hernach in die Büttelei
zur Gefängnis gebracht worden.
173 *Anno 1585 den 16. Nov. ist der alte Herr Joachim *A 'SJ
Blüting nebst einigen seiner Freunde und Beystände vor dem 10
Raht erschienen und hat durch den Herrn Pastoren M. Detherum
Mauritium 3 vortragen laßen, wie dem Raht albercit wißend seyn
würde, daß sein Sohn Tönnies sich eine Zeit lang übel ver-
halten, allerhand Muhtwillen getriben, auch sogar gegen seine
Eltern und Geschwistern dem virten Gebote Gottes zuwieder 15
sich orTtermahls mit Fluchen, Schelten und gewaldsamen Tahten
aufgelehnet, seiner Mutter einsmahls ein Stück aus der Wangen
gestoßen, wieder seine geleistete Urphede gehandelt, seine Eltern
in der Bütteley gelästert und geschmehet, auch sonst sich der-
gestalt strafbar bezeiget, daß dieser sein ungehorsamer Sohn 20
dadurch das Leben woll verwirket etc. Er wolte also gebeten
haben, daß E. E. Raht vorerst verordnen möchte, disen seinen
ungehorsamen Sohn eine Zeit lang auf dem Haßthurm bey
geringer Kost sitzen zu laßen etc. Welches dan auch geschehen.
174 ''Ködern hat einer, mit Nahmen Christoffer Pate, von Berlin =5
bürtig, den Armenkasten alhir in der S. NicoW Kirchen *auf- */• 'S*
gebrochen und bestohlen. Dieser Dieb ist nachgehends zu
Eckern forde inhaflftiret 5 und gerädert worden.
/c. l'.cystaiulc ./.
' S- 7/ ig- 2 Anna Plome. 30
" Magister Mauritius, nach Bremer A'ector in Kiel rj>ji — -4, Dia-
contts /J74~ S6, Pastor — //>//.
* l'g/. in t/er /fei tage tiie Xotiz u/er den Die/ stahl um/ i/ie A'osten-
rechnung aus dein A'ie/er A'irehen regist er /jSj llds. f. 1 48-'-/ j<)'\
% Von detu gestoh/enen (ielde wurden hei dem Diehe nur noch j $ y $ <) 35
vorgefunden . Dagegen hatte die Kirche an l 'nkosten für die l cr/'o/gnug und
Prozessierung nicht locnigcr a's 3 Thaler und dazu 44 \ 3 |3 f> :u tragen.
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I. i75 i76] i 5 86 105
[fj#6]. Als auf eine Zeit alhir zum Kiel auf dem Markt 17f>
ein Tumult entstanden und Ihr Fiirstl. Gnaden Staller in Eyder-
stede Caspar Hoyer 1 eben bey der Herzogin- Amtschreibern
Fridrich Eminga 3 gewesen und das Volck vor der Thür gestanden
5 und dem Parlcment zugesehen, hat Claus von der Wisch, Detlefs
Sohn, mit bloßem Gewehr auf des Herrn Stallers Schreibern
zugeschlagen, daß diser ihm ausweichen und entlauffen miißen
biß in die Stuben, woselbst ein Pot mit Wein auf den Tisch
gestanden, welchen der von der Wisch genommen und ins Feitr
jo geworfen. Die Wirthin des Hauses will ihn zufriden sprechen,
es hat aber nichts helffen wollen. Wie nun der Herr Staller
gesagt: Ey, mein lieber N. N., mein Sohn, solches bin ich
bei euch nicht vermuhten «, hat dieser darauf geantwortet: Der
T. 1 ist euer Sohn und ist davon gangen. Vor der Thür aber
15 wendet er sich und stost mit bloßem Gewehr durchs Fenster
f S7 in die *Stuben, da Casjx//' Hoyer geseßen, welchen er beinahe
am Tische getroffen, wan es Gott nicht gnädig abgewendet
hette.
Derselbe vom Adel hat selbander alhir auf dem Raht- 17«
20 /. Di e Klammer ist von mir zur Erklärung hinzugefügt. Ks handelt
sich nicht mehr um das Jahr fjA'j, sondern um /jS6. Auf letzteres
bezieht sieh das in A hier stehende Ködern, insbesondere auf den vor-
hei 'gehenden und dieses Jahr eröffnenden /» rieht über Otto Rantzau,
der wegen der daneben stehenden Xofiz Wremers: [/WVs gehört
2 5 f;/;/]tc-n ad j>. 1^8 in medio • ^ erst im f /So abgedruckt ist. /nr
l'ermeidung von Irrtümern hat dann Kremer nachträglich Kod. ge-
strichen, i. am Markt a f>ag. 41. 2. Uno a. j u. ib.
(.'asper a. y. Kricderich a.
1 Stallet- in F.iderstedt 137S -1394; in den vorhergehenden fahren
30 Toirrf er als A'ieler Hausbesitzer in der Sehuhmaeherstrasse nr. S et-,,'.: /ml .
Hebungsregister jj6j — 137h Hds. f. 2/ r z. J. /3I3, F.rbebtteh nr. i<)$j
z - 7- l 574, Hausbesitzerliste 1373 nr. Jt)h, Schossregister 1370 ■ 137t) Hds.
f. ij r , 4f\ 7J-- c. J. 1J76—7S; Volbehr, Topographie S. 173.
-Herzogin Christine, geborene l.anigräfin zu //essen, erhielt nach
35 dem am I. Okt. 13S6 erfolgten 'Tode ihres Gemahls } Verzog Adolph von ihrem
Sohne //erzog Friedrieh II. (gest. 13S7 Juni 13) Sch/oss und Amt Kiel
einschliesslich der Kieler l/ospitalsgiiter als /.eibgeding versehrieben. l'nscr
Fall gehört dem letzten Quartal d. J. /jSfi an ■ bald darauf, noch vor
Teginn v. /JS7, wurde Claus v. d. ll'iseh erstochen.
40 3 Frederich Kmynga amhtschriver. Hausbesitzer in der /Knisehen
Strasse: Schossregister 1393 </> Hds. p. 23. * Teufel.
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10H i 5 86 [I, 176-179
hause in Beyseyn etlicher Rahtsverwandten gewaltsamer frevent-
licher Weise ohne alle Ursach ein Capellichen (wie es von Alters
her genennet), so von Holtz zugerichtet, darauf viele Hände oder
Finger gelegen und Eyde darauf nach altem Gebrauch dieser
Stadt geschworen, zu Verschmähung des Gerichts mit Füßen 5
getreten, ins Feur geworfen und verbrand. Und wan ihm
nicht gehindert worden, hette er die Königl. und Fiirstl. Wapen
in den Fenstern auch ausgeschlagen.
177 Auch hat derselbe vom Adel auf eine andre Zeit einem
Bürger diser Stadt, mit Nahmen Johan Kock, in seiner Kammer «o
in der Schumacherstraßen 1 gewaldsamer Weise 32 Fenster ein-
geschlagen.
178 Noch hat Claus von der Wisch und Didrich Pogwische
einer alten Bürgerin Anna Telemans, am Markt 2 vor der Haß-
straßen wohnende, mehr dan einmahl große Gewald und Frevel 15
an ihren Fenstern und in ihrem Hause verübet.
179 Anno 1586 den 25. Maj in der heyl. Pfingstwochen, da
eben am Mitwochen die Bürger in Kiel den Vogel geschoßen
und darnach ihr Gilde auf dem Rahthause gehalten, ist in der-
selben Mitwochens Nacht zwischen 1 1 und 1 2 Uhren eine große 20
Feuersbrunst in der Flemischen H: Straße in Hinrich Töken des *A '3 S
Bürgerworthalters Hause 8 entstanden. Und ob zwar von etlichen
Königl. Dänischen Schiffen, so eben damahls, um Holtz abzu-
holen, im Häven gelegen, zu Anfang des Brandes zu verschiedenen
Mahlen mit groben Geschütz geschoßen worden und man darauf 25
üm Rettung sehr bemühet gewesen 4 , so sind dennoch durch
solch Feur erstlich dieses Hinrich Töken beede Wohnungen,
34. darauf — gelegen : dar viele Finger auffgelegen a /><ig. 43. 10. Rand-
glosse in tt zu Johan Kock : in der Schumachcrstnißcn gegen den Kirch-
hof über wohnend. 13. Pogwisch a. 23. Konigl. A. 30
' Heute Schuhmacherstrasse nr. to, in Kocks Besitz seit 1374 •' Kitler
Erheblich nr. 19S3, Ilattshesitzerliste 1373 nr. 193, SchosSregister 1376 — 1379
Iltis, f. ijr, 44V, yj-' ■ Schossregister 1393 ' ! 96 Hds. />. 37.
a Markt nr. 10 : S. 31 Xote 2. a Meter Erheblich nr. 1931.
4 Vgl. Aleler Kirchenregister 1386 litis, f. 142^. noch 3 mennern 35
geven, dat se 5 nacht up dem torne gewacket, do idt in der Flemschen
stratten brendc, 2 # 1 ß.
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I, i79 i8o]
107
dan ihm zur Rechten Margreta Vetten und Christofier Negendanks
und zur Linken Marquard Broktörfen Häuser 1 , auch Hans von
Stade, eines Wandmachers in der Fischerstraße 2 wonhafft, alle
seine Gerähtschafft und Werkzeug gäntzlich abgebrand und
5 vernichtet, dabei 5 Leute unter dem Retten zu Tode und viele
andere zu Schaden kommen. Ob dieses Feur von den Maltz-
dahren, deren Hinrich Töke 2 im Hause gehabt, oder aus
andern Versehen seiner Leute entstanden sey, ist nicht eigentlich
kund worden.
10 Anno 1586 den 9. Junj hat Otto Rantzow vom Botkamp 180
einem Bürger, Wilhelm von Paderborn oder Beutler 8 genannt,
zu Mittage üm 1 1 Uhr alle seine Fenster eingeschlagen. Welches
dieser Bürger alsofort dem Raht nachdrücklich geklaget und üm
Hülfe und Sicherheit gebeten, er müstc sonsten, wan dieser Edel-
j s man noch einmahl käme, demselben also begegnen, wie vor
9. Die Randglosse in A: Xide p. 136 • weist auf unseren fiag. 136
stehenden, aber hier einzuschiebenden $ /So hin. Siehe S. /oj Z. 2j.
1 Die Häuser lagen auf der linken Seite der Flämischen Strasse in
folgender Reihenfolge: Christof er A'egendank (Hausbcsitzerliste /J7J nr. 144),
20 Margreta Veite, Witwe des Gert Veite (nr. 143 ), Hinrich Töke mit einem
Hinterhaus (nr. 146), Marquard Broktörf (Magdalena: nr. 147). Vgl.
Schossregister 1576—1379 Hds. f. iov, 42™, yjr. Drei von den > Haus-
steden, welche vor kurtzen Jahren durch (Jottes Zulaß abgebrannt« nemb-
lich Henrich Töekenn, ChristoflT Negendancks und Margreten Vetten abge-
25 brandte Steden in der Flcmeschenstraße zwischen Marquart Brocktorffs
sehligern und Henrich Schröders heusern eingelegen, ungeferlich achtzigh
schuech breidt samt dem Hause des Wandmachers Hans von Stade an
obbemelte Steden von hinden zu rurend und vorwerts nach der Kischer-
straße gehende kaufte 1596 Heinrich Blome zu Oppendorf und baute auf
30 dem Platze das nach ihm benannte Blomesche Breihaus, heute nr. 21 ( Seemanns-
haus) : Kieler Stadtarchiv F III Conv. j nr. 1 Abseht: a, Volbehr in Mit-
teilungen d. Gesellseh. f. Kieler Stadtgeschichte I, jo ; III IV, 16S (mit
Druckfehler /J69 für 1396).
! Hans Diericksen änderst genant von Staden, Hans von Stade
35 wanttmaker, Hansß Wanttmaker : Kieler Erbebuch nr. 1957, Hausbesitzer-
liste JJ7J nr. 125, Schossregister 1576— IJ79 Hds. f. S*', 4/1% 701'. Da
Hans von Stade tj8j starb (Kirchenregister ijSj Hds. f. J7 r ), wird im
Schossregister 1J9J/96 Hds. p. 29 seine Witwe Marrina de wandtmakersche
als Besitzerin des Hauses aufgeführt, von ihr hat es Heinrich Bhme gekauft.
40 • Beiname, hergeleitet vom Gewerbe: S. 4j <j.
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108
(I, i8o 183
einem Jahr dem Hoveknecht. Vide supra 1 sub Anno 1585
am Donnerstage in der Pfingstwochen.
Resolutio senatus : Kr solte seine Klage schrifTtlich ein-
geben, so wolte man unterthänigst nach Hofe berichten.
IM Anno 1586 hat Sivert* von der Wische dem Bürgermeister 5
Marx Möllern 8 , in der Flemischen Straße (wo itzo Herrn Raht
Schönbachen 1 Hauß) wonhafft 5 , große Gewald in seinem Hause
getahn, indem er etlichen Tonnen, worinnen gesalt/en Hering
gewesen, durch seinen Diener mit einer Äxten die Bänder ab-
hauen laßen, daß die Lake davon zur Haußthür hinausgelauffen. >*>
Auch hat er in die Wand Packlaken gestochen, den Wirth des
Hauses in seiner Kammer und andern Gemächern mit gewehrter
Hand feindlicher Weise gesuchet und, wie er denselben nicht
hat antreffen können, ist er ^endlich wieder davon gangen. */• W
Auch hat derselbe einen Bürger und Einwohner dieser »5
Stadt, Jürgen Tallig genant, in der Schumacherstraßen in der
Jonischen' 5 Hause gewaltsamer Weise ohne alle Ursach sehr ge-
fährlich biß auf den Tod verwundet.
1S:$ 7 Jungfer Magdalena Rantzowen vom ßotkamp, Pauls Tochter,
j. Anno fehlt a f>ag. 44. Wisch <t. Randglosse in ,1 zu Sivcrt : 20
hat gegens üalhnuL' über gewöhne!, ö. Mittler a. 6-7. Die in A
eingeklammerten Worte sind in a Randglosse. 17. sehr fehlt a.
iq. Ran/.owen a />ag. 4J.
1 S. 94 (§ tjtj 3- J*. Juni.
~ S. Sj Xole 6. Sivert 700/1 ntc auf der linken Seile der Schuhmacher- . J5
Strasse, nach h'remer a gegenüber dem jetzigen Stadlthea/er.
• H Marcus Möller (Möller), nach Brem:/- Katsmi/glicd ijSi — /jS6, zu
letzt als Bürgermeister. Er ist also noch im Jahre des hier er zahlten Über-
falls gestorben.
1 landhanzler Johann Christof}' Schönbach : Schossbuch 16S2 Hds. JO
f. ja''. Im Schossbuch j/>Sj Hds. f. 60 ist Schönhach bereits als verstorben
bezeichnet.
5 Flämische Strasse nr. J: Hausbesitzerliste IJ7S nr. rj6, Schoss
register IJ7(>—*J79 f. /o"\ 42^, 71*-. /jjj—/j 73 gehörte ihm ein
//aus in der Schuh macherstrasse : Erbebuch nr. 1S16, /oho. 35
"Frau des Jonas ll'cinschcnchc ■ : Hausbesitzern ste /J7J nr. /SS.
Schossregister 1376— rs7<) Hds. f /2<-, 44'', 7J'\
7 Coronaeus-Z'etersen S. II. 146 p. 7 44, U'Hhe/mi Iiis. />. 14 nr.jS,
Xoodf S. II. 14S I». 40. /'ouloppidau , Annales ecclesiae Danicac diplomatici
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I, i83-i8 5 J
1586—1587
hat ihre leibliche Mutter Beata Rantzowen aus einem güldenen
Löffel Gifft eingegeben. Da nun die Mutter in den letzten
Zügen lieget, gereuet der Tochter diese mörderische I aht und
spricht zu der Mutter: » Hertzenmutter, vergebet mir, waß ihr
5 wißet und auch nicht wißet , darauf die Mutter alsobald ge-
storben. Die Tochter aber ward von ihren eigenen Brüdern
Bertram und Breiden Rantzowen auf Botkamp gefangen gesetzt.
Sie aber brach durch ein heimlich Gemach, machte aus dem
Bctlaken Stricke und ließ sich von einem hohen Zimmer her-
»° unter, lief davon, begab sich in den Krieg und ward eine
gemeine etc.
Anno 1586 um Martini* hat einer, Namens Johan Brügman, 184
einen andern, Matthies Sibbern geheißen, Bürgern in Kiel, alhir
auf dem Markt bey den Hakelbuden 3 erstochen und vom Leben
'5 zum Tode gebracht.
Anno 1602 den 1. Aug. ist zwischen des Kntleibeten Witwe
und Tochter, beide Gretjc Sibbern genant, an einem, und Johan
Brügman, Handthätern und damahlig K. K. Rahts zu Hamburg
reitenden Diener, am andern Theil ein gewißer Vertrag gemacht
20 worden.
,\ 143 *Anno 1587 den 7. Febr. in der Nacht ist ein Hove- 185
knecht, Nahmens Jacob Wobiger, von Golnow 1 aus Pommern
bürtig, welcher zuvor bey Christian Rantzowen den Kltcnv\ wie
auch Henrich Rantzowen zum Lammershagen fi soll gedienet haben,
2; . / u. 7. Ranzowen a. 7. Bartram <». 7- heimlich Ccmach : Secret a.
11. gemeine etc.: gemeine Hure <i.
1II,5oS. Das Totlesjahr ijSÖ ist falsch. Das richtige Datum Januar
ijStp giet>t das A'ie/er Kirchenregister tjSt) Iltis, f. 42' ; Item der edlen
und vcMugentsamen fnuiwcn vor JJeiate Rantzouwen zeligen, Paul frauwen
30 thom Hotkampe, alhir gestorven im Jnnuarj und ihr nngeludt 267 puls, vor
iden puls der kercken 1 1 3, is 183 $ 8 3. ( 'her Paul R. von Polhkam/>,
der ein Haus in der Kehdenstrasse hesass, und üher Pauls Frau und Söhne
siehe Zeit sehr. II, iji ß\
1 Besitzer von A'ohövedc, dessen Frau gleichfalls vergiftet wurde : § 132.
3 5 * Nov. 11. 8 Ilökerhuden. 4 Gotliuno. kr. Xaugard. r ' dem Altern.
ö Gut im Kreise Plön, Kirchspiel Selenl, 14g 2 -iMS im Besitze der
Kcventltws : Schröder- Hiematzki II, 6S. In Kiel wohnte Heinrich in der
Schuh macherslrasse, auf der linken Seile nehen Sivert v. d. Wisch.
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110
1587
[1, 185-186
mit etlichen andern unten in der Holstenstraße alhir in Streit
gerahten, da dan dieser Hoveknecht einen gar breiten Stich
unter die Herzgrube bekommen, wodurch der Magen entzwei
gestochen worden, daß er bald darauf gestorben. Den Thäter
hat der Verwundete nicht gekant, aber woll gewust, daß Bartram 5
Rantzow, Beaten Sohn, zum Botkamp dabei gewesen und zu
dem Thäter gesagt, er solte zustechen oder er wolte auf ihn
stechen. Diesem Jacob Wobiger (weil er beim Trunk allemahl
ein unnützer Kerl soll gewesen seyn) ist schon vorhin einsmahls
von Henrich Blomen ein Auge ausgestochen worden. 10
I8ß Eodem den 30. Mart. 1 , als der Bürgermeister Ameling von
Lengerken, in der Holstenstraße Ä (itzo Lemken Hause) wonhafftig,
zunebst Claus Matzen 8 Rahtsverwandten bey der Pferdebörn am
Ziegelhove 1 , woselbst sie Arbeitsleute gehabt, hinaus gewesen,
ist einer vom Adel Andreas Rantzow, Oven eines Fürstl. Hol- *s
13. in -- Hause: der in der Holstcnstraßen in dem Hause gewohnet, so
itzo Lemke und Philipscn gehörig in a pag. 46 am Rande eingefügt.
/J. Randglosse in a zu Oven : Oven Hauß in der Schmidstraße, wo
itzo der Herr Pracsid. Ranzow wohnet.
1 Schwarze- Fehse, Xachrichten S. 40, falsch zum 20. März. ao
2 Holsleustrasse nr. 3: S. 32 Xofe 3, Kieler Schossregister 1393/96
/Als. p. 3. 1723 (noch nicht 1694) wohnte dort Burchard Joh. Lembke,
als XV ler schossfrei: Schossbuch 17 23 litis, p. 183.
8 Claus Matzen (Matz), nach Bremer Ratsmitglied 1386 — /614, Haus-
besitzer in der Schuhmacherstrasse bis 1603 : Hausbesitzer liste 1373 nr. 193 , 25
Schossregister I57^—'S79 Hds. f. 13' , 44 v t 7 jv ; 1393196 Ilds. p. 37,
Erbebuch nr. 2014 z, J. 1587, nr. 2029 z. j Y . 1603. Auch ausserhalb des
llolsteuthores besass er Häuser, die er 15S6 bziu. gleichfalls 1603 verkaufte :
Schossregister 1376 — 1579 /• 7J r > Erbebuch nr. 2003, 2029. Über
Huden und Höfe im Besitze Matzens siehe noch Stftossreg. 1576 — 1579 Hds. 30
/. i6 r , 43'', 48 r , 79 r ; /5<?5!9f> Ilds. p. 8, Erbebuch nr. 1980 — 81, 20 tS,
2023. Die Angabe Bremers über den Beginn seiner Katsmitgliedschaft stimmt
mit dem Erbebuch überein, das ihn noch nicht 1586 März 3 (nr. 2003 ),
wohl aber bereits 13 87 A T ov. 16 (nr. 2014) als Ratsvenoandten charakterisiert.
4 Der Ziegelhof lag auf der Unken Seite des Sophien/daltes, an der 35
Stelle des heutigen Bahnhofs, auf dem Homannschen Plane nr. 19 (Zigeley).
Schräg gegenüber befand sich der Ziegelteich (heute Thaulow- Museum, Strasse
■»am Ziegelteich*, etc.) und mit diesem verbunden weiter nach rechts der
Mühlenteich, auch Pferdebörn, Pferdetränke genannt, bis zur Langenreihe
und der heutigen Strasse tarn Pferdeborn«, sich ausdehnend. 40
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1, 186-187]
i 5 8 7
III
steinischen Rahts 1 zu Saltzow Erl)geseßen Sohn, iim 6 Uhr
Abends in vollem Rennen mit seinem Klepper auf sie als Un-
bewehrte zugelauffcn, nicht anders als wolte er den Bürgermeister
V 144 zu Boden *rennen. Indem aber dieser etwas ausgewichen, wird
5 ihm sein Mantel vom Leibe gcrißen und auf der Erden, da es
gantz kotigt gewesen, mit Füßen getreten. Der vom Adel last
es hirbei nicht bewenden, sondern wendet sich mit seinem Klepper
und stost in solchem Rückrennen dem Bürgermeister mit der Faust
ins Gesicht, daß ihm das Blut aus der Nasen gelauflfen, hält darauf
10 eine kurtze Büchse (Pistohle), deren er 2 im Sattel gehabt, mit auf-
gezogenen Hahnen auf den Bürgermeister zu, sagende : »Du alter
Bösewicht, hast mir woll eher einen Poßen gerißen, das will
ich dir itzo bezahlen«. Wie aber die Pistohlc nicht loßbrennen
will, ziehet er die andre aus der Holffter, woran auch der Hahn
»s aufgesetzet, und spricht : » Kans die vorige nicht, so solls doch
dise thun«, darbei er dan viele harte Scheit- und Dreuworte
herausgestoßen. Als nun der Bürgermeister geantwortet, er
wüste nicht, daß er ihm oder den Seinigen sein Leben lang
etwas vorsetzlich zuwieder getahn, dabey sehr gebeten, er möchte
ao ihm doch auf freier Heerstraßen keine Gewald thun, auch des
Edelmans Diener, welcher auch mit einem langen Rohr zu Pferde
bei ihm gehalten, ihm auch bitlich zugeredet, er möchte doch
an sich halten und zusehen, was er thäte, wendet er sich endlich
von dem Bürgermeister zu Glaus Matzen und spricht : » Was ?
2 5 siehstu Kerl noch säur darüm?«, gleichfals die Pistohle auf ihn
zu haltend. Wie aber Claus Matzen ihn auch sehr gebeten,
*A '45 er *möchte sich doch bedenken und die Hand also nicht an
ihn legen, er hette ihm ja niemahls etwas zu wiedern getahn,
hat er endlich auf des Dieners Ermahnen auch inne gehalten
30 und ist davon geritten.
Anno 1587, 17. Jul. sind 3 Junge vom Adel, Melchior 187
9. getauften : gedrenget a. 30. Schlnssglossc in a fing. 4S : V/V/r
inter Supplicas (!) Sim. Henr. suh hoc dato.
1 Des damaligen Kieler Amtmanns Ove Rantzau zu Sa/zau : S. 74
35 Note 1. Ihm gehörte das Haus Schmiedestrasse nr. 1. Zwischen /ÖQ4 und
/yaj wohnte dort Geheimrat Frie«l. Ranzau, /'/// Schossf>uch /"3j //ds. f>. 12J
ist bereits die Wihve als Eigentümerin verzeichnet.
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112
[I, IS7-I8S
Rantzow, Oven zu Saltzow Sohn, Bendix 1 von Quahlen und
Christoflfer von Buchwald, Lorentzen 2 von Wulfsfelde Sohn, mit
2 Knechten und 2 Jungen, so alle mit langen Röhren und Pi-
stolen woll gerüstet, in des Bürgermeister Ameling von Lengerken
Hauß gefallen. Einer, Bendix von Quahlen, Josias Sohn, hat 5
zuerst nach den Bürgermeister gefraget und, wie er zur Antwort
erhalten, er werc nicht zu Hause (zumahl er auch mit seiner
Haußfrauen 8 und etlichen seinem Gesinde in der Vorstadt ge-
wesen) hat er zu dem Jungen des Bürgermeister gesagt: »Du
must deine Beute erst davon haben« und gibt demselben mit 10
seinem ungeblüsten Gewehr 2 Schläge über den Kopf und
einen über die Achsel, will darauf das Gewehr ausziehen, der
Junge entwischet ihm aber aus dem Hause. Die Magd muß sich
in voller Angst in dem Hofe verbergen. Der ander Junge
bleibet in der Vorderstuben und verrigelt dieselbe inwendig. 15
Als diese vom Adel nun solcher Gestalt das Hauß alleine inne
gehabt, hat sich Bend/lr von Qua/i/r/i an die Fensterlucht nach
dem Hofe zu gemacht, worinnen viele fürstliche und andrer
vornehmen Rähte Wapen gestanden, und hat diselbe zusamt
einem großen Spiegel gantz ausgeschlagen, worzu der Christo^/' 20
von Buchwtf/// treulich *geholffen. Melchior Rantzow aber nebst V-
den andern Knechten haben disem Wesen zugesehen. Nach
diser Verrichtung haben sie den Bürgermeister Ameling in seiner
Schlaf kammer bey und in seinem Bette gesuchet. Als sie ihn
aber nicht gefunden, sind sie sämtlich lachende und mit großem 25
Frohlocken wieder davon gangen.
Anno 1587 im Augusto an einem Sontag 1 Abend hat des
/. Ranzow <i />.ig. 4S. Salzow a. Qualen n. 3 4. langen —
Pistolen : langen und kurzen Büchsen ,1. 13. entspringt a frag. 4Q.
iö. Sshlnssglossc in <t fing. jo. V/V/V Suppl. S. Hcnr. suh dato den 18. 3»
und 19. Jul. 1587. iy. Randglosse in a : Vide Suppl. vom 11. Aug.
15S7 Siin. H. et plura ibid.
1 Sohn des fosias : Nordalbingische Studien III, HJ.
2 i her Lorenz v. liuclnoald auf Wulfsfelde (im Kreise Segeherg,
Kirchspiel Pronstorf) siehe Zeitschr. II', 263 ; XXI ', 22S. In der von 35
Stemann aufgestellten liuelnoaldschen Stammtafel fehlt der hier genannte Sohn
Clin stoffer.
" H Tochter der Anna Teleman : S. J2 A'ofe j.
1 Ihi der Sekretär Simon Henrichs bereits am //. August im Auftrage
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■
I. i«8] 1587 1 13
itztgedachten Bendix von Quahlen Knecht, Lorentz Hildebrand
geheißen, mit etlichen andern Knechten und Jungen eines Bürgers
Hinrich Töken (welcher vor einem Jahr 1 großen Brandschaden
in der Flemischen Straße erlitten) itzige Behausung vor dem
5 Holstcnthor 2 gewaltsamer Weise angefallen und daselbst vorn
an der Thür und in der Stuben 17 Fenster zum Theil. beschädiget,
zum Theil gantz und gar ausgeschlagen. Fincr von ihnen
springet durch ein Fenster, eröfnet die verschloßene Haußthür,
ergreifft eine im Hause stehende Garbforcke 3 und zerschlägt,
to was vorhin an den Fenstern war übrig gebliben, auch in der
Oberlucht 1 des Hauses nach dem Hofe zu, nimt auch nach deßen
Volführung die Garbforcke gar mit sich hinweg. Seine andre
Gesellen haben indeßen sich vor der Hausthür auf dem Bey-
schlage niedergesezet, allerhand Lieder gesungen und freche
15 Reden geführet, etliche Kanne Bier daselbst holen laßen und
ausgesogen. Sie sind auch mit langen und kurtzen Büchsen
dermaßen gerüstet gewesen, daß, da sich einer oder mehr ihnen
*/• 147 nette wiedersetzen wollen, solches *ohne Gefahr und Schaden
nicht hette abgehen können. Auch hat dieser Anfanger Lorentz
20 Hildebrand Pferde und Wagen daselbst an der Hand gehabt,
darauf sie noch deßelben Abends wieder davon gefahren. Hinrich
Toke aber ist solcher Gewald, iiin Leibes und Lebens Gefahr
zu vermeiden, hinten aus dem Hause entwichen und in des
Nachbars Hoff gesprungen, dem auch sein wehrloß Gesinde
25 gefolget. Seine Haußfrau aber nebst ihren kleinen Kindern
hat aus Unvermögenheit zurücke bleiben müßen. Ob man nun
zwar bemühet gewesen, diese Thätcr greiften zu laßen, hat (loch
der Bendix von Quahlen und sein Anhang ein solches gehindert
und sich gefährlicher Dreuungcn verlauten laßen. Denn als
30 nach Verlauf etlicher Tage dieser Knecht Hildebrand mit seinem
Junkhern Bendix von Quahlen alhir wieder in die Stadt kommen
//. Oberluflt .-/. 1314- auf dem licyschlagc: auf der Hanck a M?>5'-
t/es Rais eine Supplik ausfertigte (siehe Glosse in Bremer aj, so kann unser
Überfall nur am 6. August geschehen sein.
35 1 1586: § 179. 2 Schossregister 1595196 Hds. p. 4.
8 Heugabel. 4 Oberstock«>crk, Boden.
S
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114
15^7
[I, 188-190
und man den Knecht in Verhafft nehmen wollen, hat sein Junker
mit etlichen andern vom Adel, welche er alhir auf sein Valet
(weil er in Dänneinark verreisen wollen) zu (laste geladen, sich
des Knechtes angenommen und sich verlauten laßen, dafern
man seinen Knecht gefänglich einsetzen würde, soltc man inne 5
werden, was, ehe den solches geschehe, vorhergehen und künfTtig
darauf erfolgen solte. Wie dan noch selben Abends diese Junkern
auf dem Markt herumgetantzet, gejuchzet und gesungen, auch
den Knecht Hildebrand in ihrem Bezirk zwischen sich inne *und */• '4 S
an der Hand gehabt, auch Bend/lv von Quahlen denselben zu lo
verschiedenen Mahlen auf der (laßen vor sich her gehen laßen.
Die Stadtdiener haben sich auch, weil Bend/A* von Quahlen mit
seinem Anhange alhir zugegen gewesen, aus ihren Wohnungen
in andere Häuser Gefahr und Überfalls halber begeben müßen.
In specie ist dem Hinrieh Töken gedrohet worden, daß, wofern 15
er ihm (dem Knechte) in der Stadt nicht wieder eine freye
Straße verschaffte, er vor seinen Fenstern sterben solte, und
wan er (diser Hildebrand) gleich wieder auf 9 Rädern liegen
solte etc.
IH9 Dieser Bendix von Quahlen ist auch den . . . l Augusti selbigen *°
Jahrs zu dem Bürgermeister Paul Töken 5 * ins Hauß 8 kommen,
hat ihm nicht allein 2 Fenster ausgeschlagen, sondern auch
den Bürgermeister selbst in seinem Bette gesucht, sagende: »Wo
ist der Bürgermeister? Ich bin auch einer mit von denen, so
Fenster ausschlagen! Was will man darüm thun:« etc.
100 *Anno 1587 den 12. Octob. hat ein altes Weib, Namens*/. fS2
Sunde Bohlen 4 oder Hansen, in Angeln zu Schubüy 5 bürtig, welche
14. Häuser 21. Ratnigfasn- in a png. 53 : in der Schunv7<7*/-r-
stral'c am Kirchhofe wohnend. 22. ihm daselbst
1 Aug. 13, 20, 27. 30
s Paul Tüke (Töeke, Töike, Toke), nach Bremer Ratsmitglietl ijdj —
zuletzt Bürgermeister.
8 Heute Schuhmacherstrasse tir. 6, von Tokc Jjl\? März 29 encarfien :
ErhehueU nr. iSc;j. Vgl. //e/'ungsregister fj^S—'J?^ //t/s - f> 2 ' r z - 7-
'5^5, Itaushcsitwrlistc ijjj nr. iqj, Schossregister 157^—1379 JMs. f. /jr, 35
44 v . 7J<--
* Vgl. § /jS. s Schuh' im Kirchspiel Schwan seu.
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I, 190-192]
1587— 1588
llf>
wegen ihrer getribenen Hexerey, Wicken 1 , Rahten* und Seegen*
sprechen in der Bütteley alhir gesezt, bekant, daß sie ihr eigenes
und erstes Kind, welches sie mit ChristofTcr I hifenheim gehabt,
binnen Schleswig umgebracht, indem sie demselben ein Küßcn
s auf den Mund gelcget und es also ersticket. Item sie hette
mit ihrem itzigen Mann 8 auch ein Kind, welches, da es zur
Welt kommen, die Franzosen gehabt. Diese Krankheit hette
sie selbst von einem Gräber, bey dem sie vorhin gelegen, be-
kommen. Daßelbe Kind hette sie todt hungern laßen. Item
to daß sie die Worte, wie man rahten und Seegen sprechen solte,
vor 40 oder 50 Jahren von ihren Kitern, auch andern Weibern,
153 so vor vielen *langen Jahren schon gestorben, gelernet hette.
Sic were itzo hundert und 2 Jahr alt und hette man bey ihren
jungen Jahren 4 nichts davon gewust, daß jemand Um solch Raden
15 und Segensprechen were gestrafft oder verbrand worden. Diese
Sunde Bohlen ist vorhin mit ihrem Manne Hans Schnieder
wegen begangener Unzucht und Dieberey zu Schleswich aus-
gestrichen. Itzo aber hat man dieses Weib wegen ihrer ver-
übten Hexerey und andern Unthaten zum Kiel lebendig be-
10 graben und gepfahlet.
An demselbigen Tage ist noch eine andere, mit Nahmen UM
Gretje Holsten, zur Nor bürtig, deren Man Hans Holste ein
Schnitcher gewesen, auf ewig verwisen worden
Anno 1588 in der Woche vor den Sontag Septuages//;/^ 5 192
2 s hat einer, Nahmens Johan' 5 Ranni, den Cantorem der hisigen
Stadtschulen, Marx Wricdten 7 , auf freyem Markt gewaldsamer
Weise überfallen, mit entblösten Gewehr durch den Mantel gc-
1 Wahrsagen. 1 Zur Heilung beschworen. Vgl. Jahrbücher f. d.
Landeskunde II, 209 ff. * Hans Schnieder.
30 * Her erste Hexenprozess in Sc hiesig- Holstein, hei dem es sich übrigens
nicht um »solch Ratten* hatutelte, datiert aus d. J. ISJO: § SS-
5 Febr. 4, die Woche vorher: Jan. 2S — Febr. j.
" Wohl ein Sohn des am Markt, heute nr. S, wohnenden Hans Rannj :
Hebungsregister /j6j—/j7ö Hds. f. t2> z. J. /jöj, Hansbesitzerliste /J7S
35 nr. 62, Schossregister iJH^>—i579 ^ tis - /• S 7 ', S$ r , 6 7 r -
7 Marcus Wriedl, nach Bremer ijSo—Sg Cantor, in der Hassstrasse:
Kieler Erbebuch nr. 20J4 z. J. /604.
8*
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116
[I, 192-195
hauen, hette auch demselben ein mehrcs zugedacht, wan nicht
bey Zeiten der Cantor in eines der nechsten Nachbaren am
Markt seinem Hause sich mit der Flucht salviret. Die Ursache
solches Überfalles ist gewesen, daß der Cantor disen Ranni
in seinen kindlichen Jahren, und da er bei demselben in die s
Schule gangen, wegen seines Muhtwillens und Fehler gestrichen
und gezüchtiget hatte. Dieser Ranni ist mit Gefäng*nis in */>■ *54
der Büttelei eine Zeit lang gestrafft und nach abgelegter Ur-
phede wieder loßgelaßen worden.
193 Anno 1588 im Anfange des Martij hat eine Frauens- »o
person, mit Nahmen Alhcid Hötkers, nicht allein in Unzucht
und Unehren ein Kind zur Welt gebracht, sondern auch dem-
selben den Halß zerbrochen, es umgebracht, in einen Sack
gestecket und ins Waßer versencket und ist darauf bald davon
gelauffen. 15
194 Ohngefchr üm Ostern 1 ist eine Frauensperson Abelke
Forsten, Hans Forsten des Maltzmüllcrs* Ehefrau, von einem,
Hans Töber geheißen, schmertzlich verwundet worden, davon
sie nach verfloßener einiger Zeit gestorben. Der fluchtige
Thäter Hans Töber ist durch gewöhnlich Fahrrecht friedeloß 2 o
gelegt und durch den Frohnen ausgeleutet worden.
195 Am Donnerstage nach Misericord/Vjrw Domini, war der
. . . 3 Aprilis, hat einer in der Flemischen Straße alhir wohnender
Bürger, mit Nahmen Marx Hagge 1 , vor seiner Thür mit einem
Rohr etzliche Schüße getahn. Als nun eine schwangere Frau, 25
so gegenüber in seel. Gabriel von der Wischen Keller 5 gewohnet,
sich hirüber entsetzet, gehet ihr Man Matthies Hagenau hin-
auf und geräht mit Marx Haggen diserwegen in Wortwechsel,
welcher dan kurtz darauf mit einer Büchsen dem Hagenau vor
1 April 7. 30
a Die Malzmühle lag in der Fleet hörn und wurde von dem aus dem
Mühlenteich in den Kleinen Kiel Jliessenden Mühlenbach getrieben. Die
Mühle befindet sich noch auf der 1S06 herausgegebenen Voigt sschen Karte
unter nr. ig.
* Bremer lässt freien Raum. Donnerstag war der 23. April. 35
4 Schossregister ijgj q6 JIds. p. ji : Marcus Jlaggen hueÜ.
s Auf der rechten Seite der Flämischen Strasse.
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I t 195196J I5 88 117
/js den Keller kommt. Dieser aber ergreifft *eine Axte zu seiner
Defension, darüber die schwangere Frau dergestalt erschrocken,
daß sie bald hernach ein todtes Kind zur Welt gebracht, auch
selber nach Verlauf 8 Tagen ihren Geist aufgegeben.
5 Sentcntia :
Auf Klage und Antwort ist auf eingeholten Raht der
Rechtsgelehrten 1 erkant : Daß Beklagter Marx Hagge dem Kläger
wegen seiner vor ließen Keller geübten Thätigkeit, auch darauf
erfolgten des Klägern Frauen Mißgcbuhrt und tödtlichen Ab-
'° gang mit 200 Gülden oder Thalern a nach seiner des Beklagten
guter Gelegenheit Abtrag zu thun schuldig und noch darüber
vom Gerichte mit 20 Gülden Straffe ex officio belegt seyn
solle. V. R. W.
Am Donnerstage 3 nach Quasimodogeniti hatte Claus Holste 1 196
•s (wo itzo Otto Kahlen Witwe wohnet) seiner Schwigermutter 6
Anna Tclemans der Fiteren, am Markt 6 vor der Haßstraßen
wohnend, seine Pferde und Wagen geliehen, Um etwas Korn
14. Randglosse in a Pag. jj : Xide Supplic. am Sonahcnd nach Quasi-
modogeniti 1588 Sim. llcnr. Ebenda Rundglosse zu Holste : hat in
■20 Otto Kahlen Hause gewohnt. 1617. vor — wohnend : in dein Eck-
hause an der Haßstraßen wohnende /*.
1 Juristenfakultiit zu Rostock. Zuvor hatte Hagge gegen das Urteil
des Kieler Gerichts an das Vierstädtegericht appelliert : siehe die nächste Note.
* Vgl. Rechnung des Syndicus Simon Heinrich 1600 Nov. 17 (Schles-
2 - ~i>iger Staatsarchiv A XIX pro?', nr. 439) /■ 2*'-jr .- L'nd weill auch vor
etzlichen verlloßenen Jahren das (leid, Weichs nun seliger Mareks Hagge
außgeben müßen wegen der peinlich wider ihn angestalter Sachen, das des
Zimmermann Matz Ilagenouwcn Ilaußfrauw umbs Leben kommen, beim K.
Rahte deponiert worden, solchs derselben verstorbenen Frauwcn nachge-
3 o laßenen Kindern und Crcditorn, welchen etwas davon zukommen kondle,
außzuteilen, und ich von demselben! (leide auch befriedigt werden solte
wegen deßen, das ich in dieser peinlichen Sachen 8 Zeugen abgehörett,
des Kahts alhie, auch volgends der andern deputierten Stedte Urteil be-
griffen, auch alles und jedes, was in dieser Sachen vorgelauffen, conci-
35 pijert, unib eine Rechtsbelehrung bei der Juristenfacultcct zu Rostogk dar-
über zu erholen. 8 April iS.
* Hausbesitzer auf der rechten Seite der Schuhmacher Strasse an der
Stelle des heuligen Gesellschaftshauses (nr. iS) : Kieler Erbebnch nr. 2014,
Schosssregister 1595 i 96 Hds. p. 37.
40 5 .V. 32 Note 3. rt Markt nr. 10, Ecke Hassstrasse.
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118
[I, 196
von der Schifbrükken in ihr Hauß zu führen. Wie nun der
Fuhrman mit einer Fuhr Korn biß oben in der Schumacher-
straße kommt und nach dem Markt umbeugen will, stehet
Dicdrich Pogwischc, Bartrams zum Hagen 1 und Dobcrstörf 5 Sohn,
in der Holstenstraße 8 vor des Haußvogts (icorg von Lüneburg 5
Thür (wo itzo die alte Apotheke ist) und rufft *dem Fuhrman 1 . */• 'S*
Wie aber derselbe es nicht gehöret oder ja nicht gemeinet,
daß es ihn anginge, fahrt er seines Weges. Der vom Adel
folgt ihm nach biß vor Ihr Fürstl. Gnaden Behausung 5 am
Markt und schlägt ihn daselbst mit Creutz und Knopf auf den 10
Arm und dringet so sehr zu ihm ein, daß er endlich Pferde
und Wagen im Stiche laßen und in Anna Telcmans Hauß
entweichen muß. Dicdrich Pogwisch verfolget ihn auch dahin
und gar biß in die Kammer ans Bette und schlägt nochmahls
tapfer auf ihn zu, will auch das Gewehr entblößen, es springet »5
aber Anna Telemans Tochter Elisabeth darzwischen und bittet
ihn sehr, des armen Menschen zu schonen. Er achtet es aber
nicht, sondern stost die Tochter mit der Faust vor die Brust.
Indeßcn entweicht der Fuhrman aus der Kammer und aus
dem Hause. Diedrich Pogwisch laufft von dar an den Ort, 20
wo der Fuhrman den Wagen hatte stehen laßen, faßet die
Pferde an und treibet sie auf dem Markt fast in einem Cirk
rund herum biß an einen daselbst liegenden Hauflcn Zimmer-
holtz vor Ihro Fürstl. Gnaden Behausung. Wie er sie nun
wegen der schweren Fuhr nicht weiter bringen kan, ziehet er 25
sein Gewehr aus und hauet die Strengen oder Stricke mchren-
thcils ab. Darüber kommt eine adeliche Jungfrau, so in der
NachbarscharTt wohnte, *zugelauflen und bringet ihn durch gute */. 757
Worte von dar mit sich in ihr Hauß. Indcßen werden die
2. in: an n. 4. Pogwisch a. J")ober*t<irf Krbgeseßeu 11. g-to. am 30
Markt und fehlt a. ig. und folgcnds ,? fing. jj. 22. auf dem
Markt fehlt a. 26. Stricke : Seile <i.
' Gut im Kirchspiel Propsteierhagen. • Dobersdorf, Kirchspiel
Schottkirchen. a Heute nr. J : S. jj Kote /.
* Claus Holste.
' Markt nr. 12, liehe Dänische Strasse. Zur Geschichte ttes Hauses 35
siehe Volbehr, Topographie S. 73 76; h'euier, Kieler Erbebuch S. XL l 'III.
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1, 196-197]
i 5 88
119
Pferde von jemand anders an ihren Ort gebracht. Diedrich
Pogwisch aber will sich bei diser Jungfer nicht lange aufhalten,
sondern lauftt von ihr wieder übers Marckt vor Anna Telcmans
Bude 1 , siebet ihren Sohn Carsten daselbst in seinem Mantel
5 stehen, trit auf ihn zu mit einem Dolchen in der Faust, sa-
gende: Dich, Teleman, soll bald diß bald jenes rühren! .
Diser aber gibt ihm freundliche Worte, iitn seiner loß zu werden.
Als solches nichts helffcn will, sondern Didr/V// Pogw/V// immer
näher zu ihm eindringet, entspringet er ihm in seiner Mutter
10 Krahmbuden, wirfift den Mantel ab und ergreiflft einen Knebel-
spieß. Der Edelman, solches sehend, spricht: > Harre, Harre 2 ,
bistu der Ahrt, so will ich dir bald anders kommen l laufft
also weg in des obgedachten Hausvogts 3 Haufe, da er sonst zu
herbergen pfleget, kommt mit 2 Pistohlen bald wieder zurück
15 auf die Krahmbude zu und, als er niemanden ersiehet (sinte-
mahl Karsten Teleman, ihn Unglück zu verhüten, sich aufs
Rahthauß begeben, da eben der Raht beysammen gewesen,
und die Jungens hatten sich hin und wieder im Hause ver-
stecket und die Haußthür verschloßen), schießet er mit einer
20 Pistohlen *durch die Fenster in die Stuben und gehet unter
*/■ *S$ vielem Fluchen und Dreucn wiederum seines Weges.
V- ite 4 *Anna von Ahlefcldten, Asmus von Ahlefeldten Ehefrau 197
zur Nor, ist 5 zu Tode gezaubert. Sie hat nimmer vom Bette
kommen können, wan sie aber aufgestanden, ist sie nicht anders
25 /. an — gebracht : vollends abgelösvt und an ihren Ort weggebracht a
A'.C- Jt>- 3. wieder: Ihm Fürstl. Onaden Behausung vorbei a.
3-4. vor - liude : bitt an die Krambude, so Anna Telenians seel. Hiuriclis
Witwe zugehörig <i. <?. zu ihm: auf ihn a. /3-I4- zu — pfleget:
logiren soll u. 14u.su. Pistohlen: kurt/en lUichsen a. 18. im
3° Hause auf dem Hoden a f»ag. 37. 22. Anna von Ahlcfeld n.
33. gezaubert, also daß sie nimmer hat a. s/. wen <r.
1 Schossregister 1576— 1 579 litis, f. nv.jS*', 6yv. Vgl. oben S. j/ 2S .
5 Warte, warte! 8 Georg von Lüneburg.
4 Corouaeus- Petersen S. IL 146 />. j nr.jo, Wilhelmi ILis.p. /j nr. 41,
35 Nooiit S. IL 14S p. 42. Somit S. IL 149 C p. 1/ falsch z. J. fjSo.
5 Wilhelmi: ist zur Xohr auf ihrem Gut. //// Besitz von Xoer «<ar
1588 nicht Asmus, sondern Otto von Quaalen. . Ismus IL besass damals
nur Grönwohld, Noer erhielt er erst nach 1397 : Jahrb. X, 146 ; Zeitschr.
XXV, 227.
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120
[I, 197-199
als unsinnig gewesen. Hat aber gleich wol alle Jahr Kinder
zur Welt gebracht, biß sie endlich durch Gottes Zulaßung von
den Hexen gantz überwältiget und umgebracht. Die Hexen
aber sind verbrand worden.
198 'Hans Blome 2 von Alsen ward von Paul Uken s , einem 5
Danischen Kdelman, in Dünnemark erschoßen. Dieser Uke ist
wieder von seinen Koch im Bette mit einem Beyl ermordet.
Dieser Mörder aber ist zu Rendsburg wieder gerädert worden.
aul von Ahlefcld von der Lehmkuhlen 5 saß im ö Wagen
und wolte seinen Jungen ohne sonderliche Ursache mit einer io
Büchsen schlagen und faßete den 7 kleinen Ende des Rohrs in
der Hand, damit er mit dem größern 8 den Diener desto schwerer
treffen möchte. Da er aber traf, ging das geladene Rohr loß
und erschoß sich der Junker also selbst. Dieses ist bey Flens-
burg 11 geschehen.
J. guzcuKct a. 4. a si Aliesst mit Quellenangabe: Eptt. f. 5.
J. Klohinc a fing. jS. S u. /j. a schliefst mit Quellenangabe :
Kp. f. 5. //. des Kuhn» fehlt a. 12. die Hand a. mit dem
größeren Ende a.
1 Coromuus- Petersen S. IL 146 p. j nr. 31 , Wilhelmi Hds.p. 16 nr. 42, 20
Xoodt S. IL 14S p. 42. Camerer S. 67 nr. 17.
- Die Cor.-IIdss. bieten die Varianten : Hlohme, Ulume, lMum, Bluhm.
s Ebenso Cor. -Bremer a und S. II. 146, Uckcn in S. II. 14g B /. t2
nr. 4/, 3S0 A p. 22; in den anderen Hdss. falsch : Vecken. Ein Paul
Ckcn zu Sündewitt -wird im landi-cgistcr v. J. 1388 aufgeführt: Zeitschr. 25
XXV, 224.
4 Coron.- Petersen S. H. 146 p. j-6 nr. 32, Wilhelmi Hds.p. 16 nr. 43,
Xoodt S. II. 14S p. 42. Ciaeden II, J4. Xaeh Angelus 1,37 h' 1 * s ' t( h Paul
ohngefihr mit einer Büchsen* bereits ijSo erschossen, Lambert Alardus
(Wcstphalen l, 193031) giebt für den Tod des mit den Anfangsbuchstaben 30
Bezeichneten Mai /jSi an: Anno eodem [1581] nobilis Ilolsalus 1'. de A.
ira commotus pucrum suum inverso tormento manuario percutere voluit, sed
ictu laxatum tonnentum crus doinini trajecit, ex cpio vulnere paulo post
nbüi in Majo.
: ' Sohn des Bertram : Jahrb. X, 113. Gut Lehmkuhlen im Kreise 35
Plön, Kirchspiel Lebrade : Schröder- Bier natzki II, S2.
" .V. //. 1 .-f.fi: auf einem.
7 Ebenso S. II. 146, /40 p. 24, J41) A />. // nr. 43.
* S. II. 146 : mit dem grtfßesten Ende ^id est : mit verkehrtem (lewehr?.
* S. II. 146 falsch : Rensburg. 40
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I, 200-202]
121
*Jacob Seestede vom großen Nordsee 2 ist zu Rendsburg 200
vor dem Weinkeller erstochen.
Anno 1588 am Mitwochen 3 nach Pfingsten ist einer, 201
Nahmens Barthold Witmak, auf dem Garten zu Hause hörende,
5 von Carsten Untied, seel. Claus 4 Untieds Sohn, fast muhtwilliger
Weise und ohne einige Ursach Abends zwischen 6 und 7 Uhr
V '^mit einer langen Büchsen, darinn *3 Kugel gewesen, in der
Fischerstraßen hieselbst erbärmlich erschoßen und vom Leben
zum Tode gebracht worden. Der Handthäter ist an dem
10 nechsten Freytage 5 durch gewönliches Fahrrecht friedeloß ge-
legt und ausgeleutet worden. Als er aber nachgehends außer-
halb Landes gestorben, hat sein Bruder Peter 6 Anno 1594 von
deßen nachgelaßenen Gütern dem Raht gezahlt 20 Thaler.
Eodem den . . . 7 Augusti haben 2 Zimmerknechte, so in 202
15 den Hakelbuden alhir am Markt mit einander geeßen und ge-
trunken, sich verunwilliget, gehen aufs Markt und wollen die
Sache abthun. Da dan der eine, Nahmens Hans Hintze, im
Gute Bohtkamp zu Hause hörende, den andern, Hans Berends
geheißen, mit einer Bindaxten in den Hals gehauen und der-
ao gestalt verwundet, daß er alsobald zur Erden gestürtzet und
auf der Stelle tod gebliben. Der Thäter ist alsofort durch den
/. Rendesburg a. 20. a ithliesst mit Qtulbtuuigtibc : Ep. f. 5.
1 Cor an. Petersen S. ff. 146 p. 6 nr.jj, Wilhelmi Ilds. p. 16 nr. 44,
Noodt S. ff. 148 p. 4J. Camcrcr S. 67 nr. 18.
25 4 Gut Gross- Xordsee im A'rcisc Rendsburg, Kirchspiel Rovcnau :
Schröder- Ricmatzki ff, 222. Ks war seit ij6j im Resitze von Jürgen
Sehestedt, mit dem das Gut noch im f.andregister v. J. 1608 aufgeführt
wird. Jacob Sehestedt erbte von seinem Vater flenneke das Gut Rerdoet
und besass es bis ijgj; bald darauf kam auch dieses an Jürgen Sehestedt.
30 Von Söhnen des Jürgen kennt v. Stemann nur A'ai, Detlef und Alexander:
Jahrb. I, 74, 8/.
8 Mai 2g.
4 Das Kieler Erbebuch nr. 2007 nennt Claus noch /j86 als Haus-
besitzer in der Schmiedestrasse, fn der nächsten Eintragung des Erbebuches
.15 nr. 200g z. J. /J87 März 2j wird er bereits als verstorben bezeichnet.
5 Mai jf.
Ä Peter Untidt smitU: Schossregister /jgj ffds. p. so.
7 Bremer las st freien Raum.
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122
1588—1589
[I, 202-206
Schwybogen 1 über den Kirchhof und so weiter davon gelauffen
und nachgehends friedeloß gelegt worden.
2011 Am Freytage 55 nach Michaelis ist eine Weibsperson, Antje
Wethövets genant, weil sie mit einem Knochenhauer Henrich
Sellen 3 , ihrer seel. Schwester Man, der sich mit Abelke Stangen, s
vom großen Schirensee 4 bürtig, in die andre Ehe begeben,
Blutschande und Unzucht begangen, auf beschehene Klage ge-
dachter Abelke Stangen und deren Freunde auf hiesigem Kieler
Markt an dem Pranger zur Staupe geschlagen und des Landes
verwisen worden. IO
204 *Anno 1588 Dingstags 5 nach Omnium sanetorum ist alhir»/- "V
zum Kiel einer, mit Nahmen Ernst Jäger, ein reisiger Knecht,
im Hartz binnen Hertzberg zu Hause hörende, von einem,
Nahmens Timme Schöbe, einem Kutscher, in Dännemark bürtig,
nachgehends des Herrn Christoffer Rantzowen zum Q)uarnebeck 6 15
Diener, elendig erstochen worden. Der flüchtige Handthäter
ist friedeloß geleget, jedoch Anno 1596 im Jul. auf gnedige
Interceßion Hertzog Johann Adolfs 7 etc. mit der verwirkten
ordentlichen StrafTe übersehen worden.
205 Anno 1589 Montags 8 nach Judica ist einer, mit Nahmen 20
Claus Gosche, vor dem Holstenthor von einem, Nahmens Paul
Kalle, erstochen, der entwichene Handthäter darauff des fol-
genden Mitwochens" nach der Predigt friedeloß gelegt worden.
20ß Eodcm im Martio ist ein Hoveknecht, mit Nahmen Gosche
1 //// Hause Markt ur. 20: S. j<f Kote /. s Okt. 4. a5
a Einen Merten Seile finden wir in der Liste der Knochenhauer im
Schossregister 157 h — I S79 Hds. f. iSr, 49^, 8o r . Siehe auch ebenda f. 77^.
4 Dorf Schiercnsee im A'reise Kiel, Kirchspiel Westensee.
5 AVr. j.
ft Gut Quarnbek im Kreise Kiel, Kirchspiel Flemhude: Schröder- 3 o
Ifiematzki II, jio. Der hier genannte Christoffer ist der 1396 verstorbene
Sohn des Rencdicl : Zeit sehr. II, 117 f. und Tafel j. In Kiel war Christoffer /.,
der zum Unterschiede von seinem gleichnamigen Sohne (Christoffer II.) der
Ältere genannt wird, in der Dänischen Strasse und später auch am Markt
und in der Holstenstrasse ansässig. Er ist oben S. 109 i3 mit Christian 35
Rantzau dem Altern gemeint. 7 1390 — 16/6. * März 17.
* März 19.
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I, 206-207]
123
Krummendyk, so bey Melcher 1 Rantzowcn, seel. Pauls Sohn,
gedienet, des Abends mit 2* Spielleuten, nahmentlich Matz von
Stendeln und Jacob Hansen, binnen Husum zu Hause hörende,
in der Stadt Kiel auf den Gaßen herum gangen. Als er nun
5 von ihnen begehret, daß sie noch weiter für ihm aufspilen
solten, sie aber geantwortet, die Saiten weren schon entzwey
etc., hat er auf sie ungestühmlich eingeschlagen. Er wird aber
in der Kettenstraßen 2 von Matz von Stendeln mit einem Poke
dergestalt am Halse verwundet, daß er nicht lange hernach an
10 solcher Wunde gestorben. Der Thäter ist alsofort flüchtig und
des folgenden Tages friedeloß gelegt worden.
*/• *6j *Anno 1^89 im Majo ist der hochgebohrnen Fürstin und 207
Frauen Frau Christina, gebohrnen Landgräfin zu Heßen etc.,
Herzogin zu Schleswig Holstein etc., folgende ge waldsame That
15 in dero Behausung 8 , am Markt gelegen, von einem vom Adel
an Ihro Fürstl. Gnaden Diener Matthies Däntzer und seiner
Frauen verübet worden, da doch daßelbe Haus eben die Burg-
freyheit hat, so das Fürstl. Schloß, darauf die Fürstl. Witwe
ihr Leibgedinge itziger* Zeit hat. Es ist nemlich Otto Rantzow
20 vom Bootkamp, Pauls Sohn, nebst einem Knecht und starcken
Jungen in dis Hauß gekommen, hat den Wirth auf dem Vor-
platz in großer Bekümmernis wegen seiner kranken Frauen,
die eben 3 gantze Tage in Kindesnöhten gewesen, angetroffen.
Der Wirth bietet ihm die Hand, in Meinung, der Edelman
25 käme zu allem Guten. Diser aber stoßet ihn mit der Wehre
in der Scheide auf die Brust zu etlich vielen Mahlen 5 , sagend:
ig. hat : hält ,i f>ag. jg.
1 Melchior, Sohn Pauls zu Bothkamp: Zeit sehr. II, IJJ- £*' erhielt
nach dem Tode des Vaters das Cut .Irlewatt, sein Bruder Otto (S. 76,)
-
30 Hemmelmark. s Kehdenstrasse. 8 .V. ti8 Note j.
* Bremer nimmt das Adjcktivum, "welches eines der Jahre ijSg — 1604
als gegemoärtig voraussetzt, unverändert in seine Darstellung hinüber, -wie
überhaupt der ganze § 20J einer der Beschwerden entlehnt ist, -{'eiche die
Statt t Kiel an den Herzog richtete. Vgl. S. 124 Xote 2.
35 s Der Zusammenhang ist in A ungewiss, da das Komma fehlt, da-
gegen steht es in a, wie oben angegeben, nach Mahlen. Der libeltus a/>/>el
latorius (siehe S. I2J Note 1) giebt bestimmter an: 3 mahl.
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124 1589 [l.*>7
l
Die Hure will ich haben!«, hat dabei erschröcklich gefluchet,
geschmähet und geschulten. Indem kommt die jüngste Tochter
des Hauses zu der Mutter und spricht: »Mutter, hir sind Hove-
leute, die wollen meinen Vatter schlagen!«. Ob nun zwar eben
verschiedene erbare Matronen nebst der Hebammen bey ihr 5
gewesen und ihr die Gefahr ihrer eigenen Person sowoll, als
der Frucht vorgcstellet, fals sie sich hinaus wägete, so hat man
sie doch zu ihrem Manne hinausleiten müßen, ob etwa durch
ihrer Person Gegenwart dem Unglück konte gewehret werden.
Die Hebamme, welche sie hinausgelcitct, spricht zu Otto Rantzau*: 10
*»Ich will euch bey eurer Seelen vermahnet und gebeten haben,*/ /lV
diese Frau anzusehen und keinen heydnischen Mord an ihr
zu beweisen«. Darauf derselbe erschrecklich gefluchet und ge-
schmähet, auch sobald ihrem Man den bloßen Dolchen ins Leib
jagen wollen. Die hochschwangere Frau laufft dazwischen, 15
und des Edelmans Diener ziehet ihn zurück und sagt: »Junker,
bedenket, was ihr vornehmet! Habe ich euch doch vorhin
gesagt, der gute Kerl wiße nichts darüm. Wan ihr wollet
also handeln, so mag euch der T. 1 dienen«. Unterdeßen ent-
weicht der Wirth auf embsiges Anhalten* seiner Frauen in sein 20
Wonhauß und läßt sich seine Frau von der Hebammen nach-
leiten. Als sie aber hinter sich sehen und innc werden, daß
Otto Ra/itzow folget, eilet sie ins Hauß und schlägt die Thür
zu, fallt aber alsobald vor Schrecken und Angst darnieder und
wird in solchem Zustande ihrer freulichen Bürden erlediget. =5
Das junge Knäblcin aber hat so viel davon bekommen, daß
nicht woll (damahls)* zu hoffen, es sein Leben lang zu guter
Gesundheit kommen werde. Als nun Otto Rantzau» solch er-
bärmlich Gcschrey nebst seinem Diener gehöret, hat er gefluchet
und gesagt: »Du loser Schelm 3 , du solt es mir nicht entbringen, 3°
l
/J. schwangere a pag. 60. 2122. nachlcitcn : hernach trecken a Pag. öl.
27. (damahls) fehlt a.
1 Teufel.
5 Zum ' besseren Verständnisse f ügt hier Bremer dem /jSg (1593 r) gefer-
tigten Bcriehte das orientierende -»damals* hinzu, setzt dieses aber in Klammern, 35
da er von einer Bearbeitung seiner Vorlage Abstand nimmt. Siehe S. 123 Note 4.
8 Matthies Däntzer.
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♦
1,207-210] I5 8 9 125
ich will dir mit meinen Händen das Leben nehmen ! < und ist
für dasmahl davon gangen. 1
n° *Anno 1589 den 3. Junj ist einer, mit Nahmen Claus 208
Selmer 2 , ein Drechsler, hieselbst von einem andern hiesigen
5 Bürger und Rademacher, Claus Werner geheißen, welchen der
Sellmer wegen schüldiger 4 3 hart gemahnet und ohngeacht
alles gütlichen Zuredens unleidlich gehönet und geschimpfet,
vor dem Holstenthor mit einer Axt in den Kopf tödtlich ver-
wundet worden, daß er alsobald niedergesunken und seinen
10 Geist aufgegeben 3 . Ks ist demnach der flüchtige Handthäter
durch gehegtes Fahrrecht friedeloß gelegt uud durch den Frohnen
ausgeleutet worden.
Ködern am Pfingstmontage 1 ist ein Hoveknecht, Nahmens 209
Siegmund Oesdorf (welcher ein vom Adel aus dem Lande zu
t5 Meißen soll gewesen seyn), von 2 andern, nahmentlich Kwold
•/• H' Kortchans, Hanses Sohn vom Kllerbcek, *und Jacob Hansen von
Sünderburg 5 , alhirüms Leben gebracht worden. Die Thäter sind
darauf entflohen und durch ordentliches Fahrrecht friedeloß
gelegt worden.
20 Eodem im Jorw7«///>markt haben Melchior Rantzow von 210
Bohtkamp und Gosch ß von Buchwald alhir etliche fremde Bürger
und Einwohner von Husum, welche mit drögen Fischen und
andern Wahren alhir zu Markte kommen, überfallen, geschlagen
und gejaget, dabey geruffen : > Ihr D. 7 Schelme, soltet ihr meiner
a 5 lachen, daß mir der Dolch aus der Scheide auf den Fuß ge-
17. Thatcr a, 20. Ranzow a Pag. 62. 23. aufs Marckt a.
24. Danschc Schelme <i.
1 Vgl. zum ganzen Berichte das Referat im JJbellus appellatorius Kiel
contra //eilwig von Ahlefeld /Als. f. 69-70, artt. 16 20, und im LH». af>/>.
30 Kiel contra Gebrüder Pentz /Als. f. 55-36, artt. ig 2/.
s Ein Peter Sellmer besitzt 1576—1578 eine Bude in der Faulst rosse :
Schossregister /Als. f jr', j6r, 65^.
3 Vgl. Kieler Kirchenregister 15 Sq /Als. f. 4jr s. v. hevinge der
klocken: Claus Selmer I dreger : 1 puls.
35 4 Mai rq. 5 Sonder bürg.
0 Sohn des Detlef und Bruder des S. Sqo genannten //ans v. b\ auf
Ovelgönne: Zeit sehr. IV, 275. ''Dänischen.
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12<>
i5 8 9
[i, 210-21 1
schoßen?« Die guten Leute haben die Flucht in eines Bürger
Keller am Markt nehmen und sich darin versperren müssen.
Darauf haben die vom Adel einen Knecht mit der langen
Büchsen vor den Keller gestellet, sagende: »Schieß nun todtl»
Und als der Knecht nicht hinein kommen können, ist befohlen, 5
durch die Thür zu schießen, auch Stroh zu holen, denn sie
wollten die . . .* Schelme daraus schmauchen, welches dan auch
soweit ins Werk gerichtet. Als aber diese 2 vom Adel selber
daselbst für Rauch und Schmauch nicht bleiben können, haben
sie es wieder weg thun laßen. Bald aber darauf hat einer von 10
ihnen eine Axt 'genommen und erstlich Jochim Köhlers 2 , eines
alten Bürgers, Hecke oder Gitterwerk abgeschlagen, hernach
die Kellerthür entzwei gehauen, daß er daselbst hineingekommen
und mit dem Knopf vom Dolche einem Huscmer Bürger, mit
Nahmen Jens Husemer, 6 biß 7 Löcher in den Kopf gestoßen. 15
Als sie nun endlich wieder weg gangen, haben sie ein Bund
*Witlink mit genommen und einem Jungen den Mantel. */• *7 2
211 Anno 1589 den 12. Aug., als die verordnete Gerichts-
vögte alhir die peinliche Kxamination mit dem gefangenen Weibe
Klisabeth Fruchtenichts vor die Hand nehmen wollen, welches ao
Weib Otto Rantzow', Pauls zum Botkamp Sohn, und dessen Bruder
Melchior Ratitzmv zu Krlewat 8 Krbgeseßen, hatten fest setzen
/. Diese armen Leute a. 4. gestellet: gesandt a. 6. auch — holen :
darauf einein Jungen befohlen, Keur und Stroh zu holen a. U . Rand-
glosse in a fing. 6j zu Köhlers: dieser hat am Markt gewohnt, wo itzo 25
der Heischschrange ist. iS. Randglosse in a : \ide Supplic. vom
13. Aug. 1589 an Herzog Philipscn, item an den Stadthalter Hinr. Rantzow
sub codem dato. 2/. und : zunebst a pag. 64. 22. Melcher R. zu
Arlcwat a. hatte sezen laßen a, dazu Randglosse . Wide Hieras Senatus
ao den Königl. Herrn Stadthalter Hinr. Rantzow vom 24. Octob. (!) 1590. 3Q
1 Bremer A setzt hier die Punkte ; a hat D., als Abkürzung für
Dänischen.
s Das Kieler Erbebuch nr. 1755, 1829 nennt ihn seit 1541 im Erbe
des Waters in der Kehdenstrasse ansässig, das Schossregister 1576 — 157g
I/ds. f. jr t jyv t 66*' in der Kittet Strasse. Ausserdem hat er den runden 35
Wimimuhlenturm und den kleinen Raum dabei gemietet (Schassreg. f. 50t',
Si?' z. J. I577—7 R ), sowie seit 1578 die dritte Ratsbude am Markt (a. a.
O. f. 72>J, von der oben die Rede ist.
8 Arle?oalt im Kreise Husum, Kirchspiel Olderup : Schröder, Topo-
graphie I,6i.
gle
I, 211]
T58 9 (1592)
127
laßen, weil sie denen sämtlichen Erben zum Bohtkamp eines
und anders solte entwendet, auch andre Praktiken unternommen
haben, und der Frohne hcreits im Werk gewesen, hat diser 1
vom Adel die 4 Träger, so vor der Frohnerey gestanden, mit
5 bloßem Schwerte angefallen und theils verwundet, die Frohnerey
gestürmet, mit langen Röhren durch die Fenster und Thür ge-
schoßen, mit großer Gefahr Leibes und Lebens der Personen,
so aldar vorhanden, auch mit schrecklichen Fluchen und sonsten
so viel Boßheit getriben, daß die Gerichtsvögte, Schreiber und
10 andre Gerichtsdiener, auch 4 unpartheysche ihnen zugeordnete
Bürger die Examination für dißmahl, andre Weiterung zu ver-
hüten, einstellen müßen. Die Ursache diser Gewaldthätigkeit
soll gewesen seyn, daß man ihm nicht gestatten wollen, daß
er vor seine Person als ein Kläger und mit übriger Trunken-
»5 heit beladen mit bei der Tortur seyn mögen, da ihnen
doch (den beiden Klägern) von dem Raht vergönnet und zu-
gelaßen, ihrer Diener einen neben den beden Bürgern, so für
die Schlößer gelobet, dabei zu gestatten, welches auch ins Werk
gerichtet. Unangesehen deßen hat doch diese Gewalt verübet
werden müßen.
*/• '73 *Mit Ausgang des Augusti selbigen Jahrs ist Otto Rantzow
an einem Sonabend 2 wieder in Kiel kommen mit Begehren,
das gefangene Weib nochmals peinlich zu fragen und daß er
selbst in eigener Person dabey seyn, auch selbst einen fremden Büttel
25 anhero bringen wolte, welchs aber mit (rümpf abgeschlagen,
jedoch consentiret worden, daß 2 unpartheysche verständige
Adelspersonen dabey seyn möchten etc.
(In dieser Sachen ist endlich vom Raht in Kiel den
13. Junj 1592 eine Urthel abgesprochen, wovon bede Theile
30 ans 4 Städtegericht, von dar weiter ans Landgericht appellirct,
•*/• 66 woselbst sententia reformat/Vw/r erfolget **dieses Inhalts :
J. theils fehlt a. 6. Röhren : Büchsen a. 8. und sonsten fehlt a.
16. den beiden Klägern in a Pag. 6j ohne Klammem. 27. etc.
fehlt a. iS-jr. Die in eckige Klammem eingeschlossenen Worte stehen
35 nur in a. 2Q. eine: ff. Jo. Auf 4 Stadtepericht folgt gestrichen :
apneliret und, weil diese Urtel auch daselbst conftrmiret.
1 Otto Rantzau. * Aug. 2, 9, 16, 2j, jo.
128
1589 (i59»)
II, 211
Daß die ex parte der Rantzowen interponirte Appel-
lation erloschen, aber des Fruchtenichts Appellation belangend
von dem Raht zum Kiel und den andern dreyen Holsteinischen
deputirten Städten übel gesprochen und woll appelliret und
demnach ihre Urtheln zu reformiren, dergestalt, daß mehr- 5
gemeltem Raht zum Kiel nicht gebühret, wie geschehen, mit
der peinlichen scharfen Frage unordentlich zu verfahren, und
sollen die Bürgen kraflt ihres Gelübdes schüldig seyn, der ge-
dachten Elisabeth Kohr 1 und Wandel zu thun für erlittene
Schmerzen und zugefügte Verletzung 2 ihres Leibes Gesundheit, 10
auch aufgelauflfcne Unkosten, und ihr und ihrem Eheman dero-
wegen 100 Thaler auf nechst künfftigen Umschlag und dan
folgends anzufangen jedes Jahrs, so lange die Frau am Leben
ist, 25 Thaler Alimentengelder, worauf dan den Bürgen sonder-
liche Caution in Sächsischer Frist zu bestellen hie**mit aufer- i S
leget wird, in den 8 Tagen nach Trium regum 3 zu bezahlen. **A 6 7
Und bleibt den Bürgen der Regreß und Zuspruch zu ihren
Principalen vorbehalten. V. R. W. Pronunciatum Hadersleben
den 25. Feb. 1598.]
Nachdem nun obige Sache mit der Fruchtenichtsche endlich ao
durch Urtheil und Recht ihre Kndschafft erreichet, ist nicht
lange hernach dieselbe von denen Rantzowen in puncto injuri-
arum atrocissimarum vor dem Raht in Kiel belanget und darauf
i-iq. Die in eckige Klammern eingeschlossenen Worte stehen nur in a.
19. Randglosse : Vide Protoc. judic. Sim. Henr. ibique doc»m«'«//i sub
lit. H. 2o. a fing. 67 beginnt : Diese Fruchtenichtsche ist nicht lange
hernach von denen Ranzowen etc.
1 Gebühr, Gerechtigkeit.
* Die an der Elisabeth Fruchtenichts vorgenommene scharfe Tortur
hatte eine Lähmung der rechten Kör per seile zur Folge. Siehe die an den
Kieler Rat erteilte Rechtsbelehrung der Rostocker Juristcnfakultät yJ9 /
Febr. 26, in der Beilage gedruckt aus den Spruchprotokollen ijgojgi nr. 121
im Rostocker l 'niversitütsarchiv. Der emuihnte Rostocker Bescheid giebt zu-
gleich Aufschluss über den Prozessgang bis Anfang IJ9 1 - &ie Anfrage
nach Rostock in Sachen der gefangenen Elisabeth Forchtcnichts (!) ist auch
von dem Syndicus Simon Heinrich in seiner Rechnung 1602 Sept. g (Sehles-
-oiger Staatsarchiv A XIX prov. nr. 459), f. S v gebucht.
8 Dreikönige (Jan. 6), Beginn der i msch/ags-uwehe.
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I, 21 1-2I2]
1589 (1604)
129
condcmniret worden, im Gerichte folgenden Wiederruf zu thun :
daß sie die eingeklagte Injurien wieder Frau Beata Rantzowen seel. 1
und Gösch von Ahlefeldten fälschlich gesaget und geredet, sie
wiße von ihm und den Ihrigen nichts den Ehr und Guts zu
5 reden, und üm Verzeihung zu bitten, auch über dem der Stadt
Gerichte uf vorhergehende Urphede 2 ewig zu verweisen und mit
weiterer Straffe, weil sie die langwirige Hafft 8 erlitten, nicht
zu belegen sey. V. R. W. Publicatum den 20. Mart. 1604.
Hertzog Philipps 4 Rescriptum wegen des Tumultuirens 212
10 in Kiel etc.*
Von Gotts Gnaden Philips Erbe zw Norwegen, Hertzogh
zw Schleßwigh, Holstein etc.
Unsern gnedigen Grus bevhor. Erbare, Weise, liebe ( ietrewe.
Waß ihr negst in unser Stadt Kiell begangenen Frevels unndt
's Muthwillens halber an unß schrifTtlich gelangen laßen unndt
darauff gesucht unndt gepetten, das haben wir von Zeigern,
ewern Diener, woll empfangen unndt vormerckett, wie wir dan
j. (lösche a. 6. Randglosse in a zu Urpheide: Die Urphede vide
bcym Nidcrgcricht im Convolut von Urpheden.
20 Cof>. 2. 11. Gottes. //H./2. /UC. 13. Gnies. Getreuwc. 14. Kiehcll.
ij. Muehttwillenns, auch S. 130 Z. J, 16 11, S. 131 Z. 1 mit Mue.
' .V. 108- zog Xote 7.
• Wie Urem er a notiert, ist dem gemäss die Ctphede geleistet worden.
s Das erste Mal war Elisabeth von August 13S9 bis März rjgi im
25 Gefängnis.
* 1387- -1390.
5 An Stelle von Bremers Abschrift p. 17s — HS folg* d er vo "
Landgerichtsnotar Johann Hintz beglaubigte und in Speyer /J9J AW. 2J
produzierte Text aus dem Schleswiger Staatsarchiv A I nr. 196 f. J/-J2
in (Cop. ij. Während diese Copie den o Vocal durchweg gebraucht, auch da,
wo sonst ö gesetzt "wird, ist im letzteren Falle oben stillschweigend der Um-
laut gedruckt. In den Editionsnoten sind einige Varianten aus der von dem
Landgerichtsnotar Rudolph Faust 1600 Mai 10 beglaubigten und im Schles-
wiger Staatsarchiv A I nr. 194 f. 14:8-149 aufbeicahrte/i Abschrift notiert
15 (i-°t' 2 )> Weitere Abschriften sind vorhanden im Schlcswiger Staatsarchiv
»
A I nr. 196 f. 6-7, als Beilage zur Vorstellung A'iets an //erzog Johann Adolph
rjgj Aug, 10, und im Kieler Stadtarchiv J' V/ Cotiv. / nr. jb, auf der
Rückseite mit Inhaltsangabe von Premers //and: 1589 Herl zog Philipps
Hefehl wegen des Tumultuirens. Einen Extrakt unseres Reskripts giebt
4 o Brinkmann, Aus dem deutschen Rechtsleben, S. 205-6.
9
130
[I, 212
gleichermaßen von der hochgebornen Fürstinnen, Frowen Chris-
tinen, geborner Landtgrefinnen zw Heßen, Herzoginnen zw
Schleßwigh, Holstein etc., unser gnedigen hcrtzlieben Fraw Mutter,
nicht ohne Beschwernuß berichten worden, was I. G. für Trotz
unndt Muthwillen in I. G. Hause 1 , auff dem Merckte belegen, 5
sonsten auch daselbst wiederf hären, welches alles wir gantz
ungerne gehöret unndt zu seiner Zeit alß der Landesfurst zw
eifern unvergeßen sein wollen. Dicweil euch dan wißentlich
unndt unvorborgen sein wierdt, daß weilandt der hoichgeborner
Fürst unndt Herr Adolff, Erbe zu Norwegen, Hertzogh zw m
Schleßwigh, Holstein etc., unser gnediger hertzlieber Her unndt
Vattcr, sowoll ernst als gnedichlich in Bevhelich 2 gegeben, allen
Rechten gemes, auch der Natur unndt Billigkeit nach, in solchen
unndt dergleichen Fellen Gewaldt mitt Gewaldt zu steuren,
können wir nicht wißen, auß waß Uhrsachen solcher Zunötigung 15
unndt Muthwillen zugesehen unndt die KegennottrofTt hiewieder
nicht geprauchett werden muege, da doch ir Godtlob die Gelegen-
heit woll habtt, daß ir auff solche Felle ohne einige Beschwernuß
noch Unkosten ein solchs zw verordenen, daß euch unndt den
Ewcren Friede gegönnett werde unndt für Ubermuth unndt 20
Cop. 2 : /. Frauwenn. 2 u. 10. zue. J. Marghtte. 10. unndt fehlt.
12. allen-. 14. dergleichen. steweren. 13, 18, S. 131 Z. 2,
10 u. 17. sollichcr, solliche. ig. sollichs zu vorordnen.
1 Der eiste üb erfüll geschah bereits im Mai: § 207, der zweite im
August : § 2/8. Auf eine im Mai erfolgte Beschwerde der Herzogin würde 25
nicht erst im August Abhilfe geschaffen icorden sein. Der zweite Überfall
ging dem Reskripte zeitlich voran und war gleichfalls Gegenstand der Be-
schwerde der Herzogin. Bremer hat das Reskript an unrechter Stelle ein-
geschoben, es gehört nach § 218.
2 § /6j. Gegen dieses erste Mandat Herzog Adolphs von /jSj Juni 26 3°
hatte der Kieler Rat von neuem suppliciert und ausgeführt, dass er aus Furcht
vor den grossen daraus entstehenden Gefahren Bedenken trage, Gewalt gegen
die Adligen anzuwenden, der Herzog werde bessere Mittel zum Schutze seiner
Unterthanen finden. Hin erneutes scharfes Schreiben Herzog Adolphs erklärte,
dass, wenn die Kieler dem Herzoglichen Befehle zur Anwendung von Gewalt 35
flicht nachkämen, der Herzog auf Kosten der Stadt Soldaten nach Kiel legen
wurde, die bei vorkommenden Tumulten einschreiten sollten. Siehe in der
Beilage den Lib. app. Kiel contra Heilwig von Ahlefeld Hds. f. 74-75 \ artt.jj-jj,
und den Lib. app. Kiel contra Gebrüder Peutz Hds. f. J6-J7, artt. 27-2S.
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I, 212-213]
Muth willen gesichert sein können. Wollen derowegen euch er-
mhanett, auch begheret haben, mitt solcher unleidlichen Üppig-
keit unndt Übermuth lenger nicht durch die Finger zu sehen
unndt zu gedulten, besondern vormittelst guetter, wofbedechtigen
5 Anordnung aufT die Wege trachten, das ihr unndt die Fwrigen .
in ewren Heusern unndt Straßen unbetrübt unndt unahngefallen
plieben mügett, damitt andere Muthwillige durch ewre Nach-
leßigkeit zu ebenmeßigen, straffwirdigen Handlungen Thuer
unndt Fenster nicht geöffnet werden. Im Fall euch aber auff
o solche nach allen Rechten zuleßige Gegenwehr einige Gewaldt
wieder aufTgetrungen unndt zugefugt werden wolte unndt wir
von euch darumb undertheniglich ersucht unndt implorirt wurden,
wollen wir euch dermaßen in unsere landtsfurstliche Protection,
Schutz unndt Schirm nhemen, auch die Mittell darauff inß Werck
5 zu richten wißen, daß den Muthwilligen unndt Frevelern ihr
Furnemmcn gebrochen, euch Friede vorschaffet unndt andern
zum Abschcw unndt Exempell solche unndt dergleichen in andern
Kunnigreichen, Chur- unndt Furstenthumben verbottene unndt
hoichverpoente Handlungh gewheret unndt abgeschaffet werden
20 muege. W r ornach ihr euch entlieh zu richten. Unndt wir seintt
euch sonsten zu Gnaden unndt allem Glitten woll geneigt etc.
Dutum uff unserm Schloß Gottorf, den 21. Augusti Anno etc. 89.
Philipps H. z. Holstein.
Den Erbarn, Weisen, unsern lieben Getrewen, Burger-
as meistern unndt Rathmannen unserer Stadt Kiell etc. 1
7& *Melchior Rantzow von Botkamp hat den Bürgermeister 213
Paul 'l oken in seinem eigenen Hause 2 mit langen Büchsen oder
Röhren gesuchet und dabey die erschröklichsten Flüche aus-
(>>/. 2. 3. zue. 7. blcibenn. S. strafwürdigen. 14. Schirmb. /.?. vor-
30 botttne. 2J. Kiyhcll.
oder Röhren fehlt a f>ag. öS. iS. erschröklichsten A.
1 Das Reskript wurde vor der ganzen Bürgerschaft öffentlich auf dem
Bathause vorgelesen. Im Anschluss daran beschlossen Rat und Bürgerschaft
einstimmig, in zukünftigen /''allen von adligen Ausschreitungen die Sturm-
t; ,i!'l<'<he ziehen zu lassen und entsprechend der Aufforderung des Herzogs (lc-
loalt anzuwenden : I.il>. app. Kiel contra Heihoigvon Ahlefeld Hds. f. Sj, art. (14.
-In der Schuhmacher Strasse: S. //./ A'ote j.
9*
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132 1589 L 1 » 213-217
gestoßen und gedreuet wegen des gefangenen 1 Weibes der
Fruchtenichts, daß der Bürgermeister sich, um Friedens willen
und Gefahr zu vermeiden, in seinem Keller hat verstecken müßen.
214 Derselbe vom Adel zunebst einem Pogwischen 2 von Dobers-
törf sind zu dem Bürgermeister von Lengerken ins Hauß 3 ge- 5
kommen, denen der Bürgermeister entgegen gehet, sie freund-
lich wilkommen zu heißen. Alsbald schlägt der eine vom Adel,
Melchior Rantzow, ohne alle Vorworte den Hahnen auf die
lange Büchsen, ihn also unvermuhtlich zu erschießen. Es hat
aber des Bürgermeisters Frau und seine *Diener dem Edelman >°
das Gewehr begriffen, darüber der Bürgermeister, sein Leben ^' 1,9
zu retten, in eine Kammer davon gesprungen.
215 Noch hat Melchior Rantzow auf eine andere Zeit den
Bürgermeister Paul Töken in seinem Hause gesuchet und, wie
er denselben nicht finden können, hat er gewaltsamer Weise 15
ohne alle Ursache im Hause etliche Fenster ausgeschlagen und
ist davon gangen.
216 Auch hat derselbe dem Bürgermeister von Lengerken
große Gewald in seinem Hause und an seiner Frauen verübet,
dieselbe ins Angesicht geschlagen, viele erschreckliche und 20
gräuliche Flüche hören laßen.
217 item zu einer andern Zeit 1 mit kurtzen und langen Röhren
zu ihr oben in ihre Kammer, da sie gestanden, über ihr Haubt
ins Fenster geschoßen, daß sie von sothanem schröcklichen
Schießen sich entsezet und zur Erden gefallen. Und ist noch 25
zu der Zeit 5 (nemlich ohngefehr Anno 1593) das Zeichen von
den Kugeln am selben Orte vorhanden gewesen.
2. Fruchtcnichuchcn a. 4. Pogwisch a. 3. in sein Hauß (alwo
itzo Lemke und Philipsc-n wohnen) a. 9. unvcrmuhtidi A. //. «las
Gewehr: die Küchscn a, 14. Token A. 22. Randglosse in a 30
pag. 6g : Xide Schreiben Scnatus an den Herrn Statthalter Henrich
Rantaw vom 2. Septemb. 1589. Röhren: Hiicliscn a. 24. Schröck-
liehen A. a hat an Stelle der eingeklammerten Worte nur 1593,
und snvar herubergeschrieben.
> Siehe § w
2 Wohl Dietrich, dessen letzte Ge?valtthat im § 196 erzählt 7oird.
8 llolstenslrasse m . j: S. 110 Note 2. 4 Vor Sept. 2.
5 Zur Zeit <ler die früheren Vorgänge referierenden ßeselaoerdeschrift,
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I, 2181
133
Anno 1589 im Augusto ist der hochgcbornen Fürstin und 218
Frauen, Frau Christina, gebohrncn Fandgräfin zu Hcßen etc.,
Herzogin zu Schleswig, Holstein etc., von Otto Rantzowen an
Ihro Fiirstl. Gnaden Wohnung folgender abermahligcr 1 Trotz
5 und Gewald wiederfahren. Nemlich es ist diser vom Adel
mit 2 Knechten und einem Jungen mit langen Köhren und
andern Wehren (eben wie die Wirthin des Hauses mit ihren
kleinen Kindern alleine, ihr Man 2 aber bey Ihro Fiirstl. (inaden
auf dem Schloß zur Taflfel gewesen) ins Haus gekommen und
j<> gesagt: »Du lose Hure, gib mir meinen Hecher heraus !« *l)ie
' Ao Yrau, ihn vorerst nicht kennende, spricht im Schrecken, sie wißc
von keinem Hecher, der ihm solte zugehören. Darauf hat er
sie mit Kreutz und Knopf gewaltsamer Weise geschlagen und
dabey gcruffen : Ich will den Hechcr zur Stunde haben, den
15 meine Schwester dir zu deinem Kinde zu Gevatterngeld gegeben !«
Da merket die Frau, daß es derjenige werc, der ihr vormahls
viel Hertzeleid getahn hatte, setzet sich vor Ohnmacht auf einen
Stuhl und spricht : Mir könt ihr mir mein Leben nehmen,
so ihr Recht dazu habet!« Kr hat sie aber mit Creutz und
co Knopf jämmerlich an die Hrust gestoßen und gesagt: Was
sagstu, lose Vettel? etc. Die Knechte haben hirauf die Frau
sehr gebeten, ihres Junkern Zorn und Grimm zu entgehen und
bedenken ihre kleine Kindern; es sey nun auf das eußerste
mit ihm kommen, sie könten nicht dawieder, so er etwa mehr
25 Höses thäte etc. Hirauf ist die Frau aufgestanden und hat
sich in die nechste Kammer versperret. Otto Kantzmc aber hat
die Fiirstl. Fenster ausgeschlagen und die Frau heraus haben
wollen, aber wegen des eisern Gitters nicht gekonnt, darüber
er noch mehr erzürnet, geruften, gefluchet und gescholten, sich
3« vermaledcyet und gesagt, er wolle alles, was aldar in seiner
Gegenwart vorhanden, an Kisten und andern Gerähte in Stücken
/. Anno J't-hlt a pag. 70. 6. Rohren : Buchsen a. Ii. zuge-
horen . /. 711 entweichen a.
die von Bremer in das Jahr isgj gesetzt und wortlieh ausgezogen wird.
35 Das in llds. a eitierte Sehreibe ti des Rats an den Statthalter //einrieh Rantzau
von .SV/V. 2 hat also f ür Hremer nieht als direkte Quelle gedient.
1 Vgl. den ersten ( 'berfall im § 207. 2 Matthies Diintzer.
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1539
[I, 2l8 220
zerhauen und /uschlagen. Darauf die Knechte diese Frau ge-
beten, sie möchte sich für größern Schaden hüten und die
Kasten selbst eröfnen und ihn seines Gefallens selbst suchen
laßen. Ob nun woll die Frau sich hart gewegert und auf
ihren Man geschryen, sie *aus dieser Noht zu retten, so hat s
doch alles nichts heißen wollen, sondern ist durch Fluchen,*/-
Stoßen und Schlagen endlich gezwungen, ihre Kasten aufzu-
sperren, daraus er dan genommen, was er gewolt, an Silber-
geschir, Schalen und Kannen, auch andrer von Silber gemachter
Arbeit, so andern vom Adel gehörig. Ihre Kleider aber hat 10
er hcrausgeworffen und zum Theil mit Füßen getreten. Indem
er nun sothane (iewald und Muhtwillen übet, kommt seiner
Brüder einer und spricht: Bruder, was machestur Habe
acht, daß du disen guten Leuten keine (iewald beweisest! etc. <
Endlich hat ihn sein Bruder und eine adeliche Frauensperson 15
mit großer Bitte von dannen weg gcholet, doch hat er alles
vorgenante Silber durch seinen Diener weg tragen laßen. 1
219 Es ist auch der alte abgelebte Mann, Herr Joachim Blüting,
Diener des Göttlichen Wortes alhir, nicht verschonet worden,
sondern es hat derselbe vom Adel, Otto Rantzow, auf eine Zeit 20
ihm seine beide Fensterluchte am Hause 2 gewaldsamer Weise
bev hellem Tage ausgeschlagen, aus einer Lucht 28, aus der
andern 5 Fenster, nur darüm, daß eine Jungfer vom Adel
seiner Töchter eine gebeten, ihr etzlichc Kleider zu leihen,
damit Fastelabend 8 zu gehen, deßen sie sich gewegert. Und *s
wie der Herr Blüting ihn üm Bezahlung der Fenster ansprechen
laßen, hat er ihm geantwortet, er wolte ihm geben, was
abscheulich ist hicher zu setzen.
220 *Noch hat zur selben Zeit des vorigen vom Adel sein */- /S -
Bruder Melchior Rantzow, zu Krlewat Krbgeseßen, dem alten 30
6. sie ist 11 f>ag. 72. Jv. tu — Krbgosel.'.en fehlt o /«»,»,'. 77.
1 Iiis auf eine silberne Schale wurde später alles zurückbegeben.
Vgl. das Referat im I.ihellus appellatorins Kiel contra Ilcihoig ?•. Ahlefeld
//ds. f. 70-71, artt. 21 26, und im Lil>. app. Ktel contra Gebrüder Pentz
Ilds. f. j6, artt. 22 23. 35
2 /;/ der I/assstrasse : S. ioj Xote ./. s Febr. 6— 11.
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I, 220 223]
135
Herrn Jochim Blüting, Capellan 1 zu S. Nicolai alhir, seine übrig
geblibene 3 Fenster folgends gewaldthiitig und ohne alle
Ursach ausgeschlagen, darbey er sich verfluchet und dem T. 2
ergeben, daß er es nicht unterlassen wolte.
5 Anno 1589 am Dingstage 3 nach Dionysij ist einer, Nahmens 221
Hans Loof, scel. Claus 1 eines hiesigen Bürgers Sohn, weil er
einen andern, Hans Selmer genant, zu Holtenah 5 bürtig, am
nechstabgewichenen Sontage 6 binnen der Stadt Kiel in der
Holstenstraße erstochen und also vom Leben zum Tode gebracht,
10 durch ein gewöhnliches Fahrrecht friedeloß gelegt und ausgeleutet
worden.
Eodcm im Octobr. sind Hans Fütje und Marquard 222
Borchers, beide von Mcinstorf", alhir in der Vorstadt in Jasper
Reimers Hause H mit einander uneins geworden, und hat der
15 Borchers den Lütjcn mit einem Meßer tödtlich verwundet, daß
er alsobald darauf gestorben. Der Thäter ist nach beschehener
Taht hinten zur Hoffthür aus über die Rosenwische 9 nach dem
Ziegelhovc und also weiter davon gelauffen und darauf dieser
Stadt Gebrauch nach friedeloß gelegt und durch den Frohnen
20 ausgeleutet worden.
Fodem Freytags 10 nach Simonis und Judae, war der 29. 223
Octob., ist einer, mit Nahmen Carsten Speck, sonsten Voß
geheißen, wegen seiner Mißhandlung und muhtwilligen bösen
V- lS J Thaten *üm 1 2 Uhr Mittags alhir mit dem Schwerdte gerichtet
25 und vom Leben zum Tode gebracht worden.
1 Archidiaconus : S. /oj Xote j. Sowohl dieser, wie der Diaconus,
werden als Capellan bezeichnet: Kick, Kleine Mitteilungen S. 52.
2 Teufel. •■' Ohl. 14.
4 Claus Loiflf (Locff) /'// der Dänischen Strasse : Hausbesitzerliste 1575
30 ///\ 89, Schossregister 1576—1579 /• 7 r > 39 v > 68*.
5 Holtenau.
"Okt. 13.
' Meinsdorf, Kirchspiel Plön.
* Schossregister 1595 96 Hds. />. 6. Meimers war A'riiger.
35 9 Die Kosenwiese dehnte sich hinter den Häusern der linken Vorstadt-
seile bis zum Ifafen aus.
10 Okt.jr, nicht, wie Bremer augiebt, Okt. 39. Letzterer ßel auf Mittwoch.
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186 1589 t 1 . 22 4
224 'Anno 1589.* Einer vom Adel, Nahmens Hanß Pcntz s von
Oldcsloh, Baltzers 1 Sohn, hat einem Bürger Peter 5 Untiedt in
seines Vettern 6 Hause ohne alle Schuld mit seiner Wehre das
Haubt verwundet und, wan nicht deßelben Vettern Hinrich
Untieds Frau ihm zum Schutz auf den Leib gefallen were, 5
hette er denselben gefährlicher beschädiget. Er hat nichts
desto weniger diser Frauen die Kleider auf dem Leibe zer-
hauen. Er hat sich hiran nicht ersettigen laßen, sondern, wie
diese Leute ins Hauß entwichen, hat er mit dem Degen et-
liche Stiche in der Thiircn getahn, item in die Maur an der 10
Hausthür dermaßen gestochen, daß es lange zu sehen gewesen.
6-t /. Kr - Rewesen fehlt a f>ag. 14g.
1 Vgl. zu den 224 2j in der Beilage das fast -wörtlich gleichlau-
tende Referat der Vorstellung Kiels an Herzog fohann Adolph /J<pj Aug. 10
Ilds. f. 124. Trotz der Übereinstimmung hat iudess Bremer diese Quelle 15
nicht direkt benutzt. I ber eine frühere x'on Hans Peutz im Kramladen des
Bürgermeisters Ameling von Lengerken verübte Gewaltthat, die Bremer
nicht erzählt, siehe a. a. 0. Ilds. f. /2J.
- Das in der vorigen Xote em'ähnle Referat giebt für unseren Fall
als genaueres Datum den Winter an, der dem Tode des Hans Peutz vor- 20
herging, das wäre Ende fjS<? oder Anfang ijgo.
s Die von Hans Peutz begangenen Ausschreitungen und den durch
seinen Tod (§ 2j6) veranlassten Prozess zwischen Kiel und des Hans Peutz
Brüdern Caspar und Xlarquard hat R. Brinkmann in den yahrb. J. d.
Lande sk. Schlesw. Holst. I.auenb. I, ijj ff. auf Grund der jetzt im Schles- 25
wiger Staatsarchiv befindlichen Reichskammergerichtsakten dargestellt ( auch
in Brinkmanns Buch -»Aus dem deutschen Recht sieben << S. 206 ff.). Einige
der einschlägigen Akten sind weiter in den Beilagen abgedruckt.
4 Banzer I'ense zur Olrieschlohe //// Landregister v. /jSS : Zeitschr.
XXV, 229. Im Landreg. v. rj6/ wird Balthasar I'entze noch im Besitze 30
des Gutes Mit schau (Kirchspiel Oldesloe) aufgeführt : Zeitschr. XXIV, 167;
Schröder- Biemalzki II, 22S.
5 Auf der rechten Seite der Sch/niedestrasse in dem von seinem Vater
Claus geerbten Hause ansässig : S. 121 Xote fr. Im Erbebuch erscheint Peter
/60/—/604 als Zeuge und Gläubiger: nr. 201g, 20, ji, jS. 35
tt Hinrich Untidt (Untid) /'/// Eckhause der Schmiede- und Bischer-
Strasse: Hausbesitzern ste /jjj nr. 127, Schossrcgistcr /S7^~~'S79
f. ior, 4/'', 70*' ; Erbebuch nr. 20//, Schossreg. /J9J Hls. p. 2j. Die
Venoundung fand nicht erst im Hause, sondern bereits beim l'berfall auf
der Strasse vor der II au st hüte statt. 40
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I, 225-2271
137
Noch hat dieser Hans Pentz auf eine andre Zeit eines 22."»
hiesigen Bürgers Barthold Franken Hausfrau mit Greutz und
Knopf ins Angesicht geschlagen, weil sie ihm auf sein Be-
gehren in ihrem Hause 1 kein Bette aufmachen und ihn behcr-
5 bergen wollen, deßen sie sich doch billig gewegert, weil er
seine Herberge nicht bey ihr gehabt und sie ihn auch fast
nicht gekennet.
*/. JS7 *Hinrich 2 von Thiencn hat einen Bürger, mit Nahmen Jasper 22fi
Schütte 3 , ohne alle Ursache in Claus Matzen Hause 1 an den Kopf
i° geschlagen, daß der Bürger eine Zeit lang nicht gewust, was
er thun oder laßen sollen, und solches nur aus disen Ursachen,
wie der Bürger berichtet, daß er nicht alsobald, als er nach
V- '«^ihm ge*schickct, zu ihm gekommen were.
Christoffer 5 von Buchwald, Lorenz Sohn, hat Friedrichen 227
15 Eminga in seiner Behausung 6 (wo itzo der Uommißar Knuht
wohnet) große Gewalt geübet. Dann als er, Friedrich F.minga,
den nechst folgenden Tag seine Hochzeit halten wollen und
in Klaus Matzen Wohnung bey seinen Gästen gewesen, ist der-
selbe vom Adel vor Friedrichen Thür gekommen, angeklopfet,
20 gerluchet und gescholten, und als man ihn nicht alsobald ein-
laßcn wollen, hat er 2 mahl in die Fenster der Auslucht ge-
schoßen. Indem laufft Friedrichen seine Braut mit einem Licht
auf den Boden, üm etwa zu sehen, was es vor einer seyn
möchte. Wie er nun ohnweit der Haußthür hinter den Brunnen
25 gestanden und gesehen, daß Leute auf den Boden, schießet
14, l.orent/ n /><i£. tjo. Kridrichcn <t. ij-/ö. wo wohnet /// <i
tjtti Ratnif rings/Ugt, mit der Differenz . Haulivo^t Knut. .'/. in -
Aiisliicht : in die Auslucht, in die Fenster it. A/. ohnweit der Haiil'»-
thür: nebenst der Thür über a. dem Hrunuen o.
30 1 Flämische Strasse nr. 3 ; Haushesitzcrlistc /J7S nr. /jj, Schoss-
register /J76—/J7<? Iltis, f. /o-', 42»-, j/>.
a .S\ 73 Note 4.
3 .V. 97 Xote 4.
4 In tier Schuhmachers/rasse : S. i/o Xote j. r ' S. 1/2,.
35 * Das Haus in der Dänischen Strasse (S. ioj Xote 3 j hat Hrninga
erst /jyj gekauft : Volhehr, Topographie S. 16 f. l'orher -söhnte er in der
Schuhmacherstrasse neben dem jetzigen Stadttheater. J'gi. Sehosshuch
Hds. p. 167 : Vrau CommiÜö/ Knudten Schoß.
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138
i59o
[I, 227-230
er dar hinauf, daß auch die Kugel kurtz über ihr Haubt hin-
geflogen etc.
228 Nicht lange hernach hat derselbe vom Adel einen stei-
nern Knopf auf Ihr Fürstl. Gnaden Hause, am Markt belegen,
der hohen Obrigkeit zur Verachtung herunter geschoßen. 5
229 Christoner Pogwisch 1 , Ihro Fürstl. Gnaden Küchenmeister,
nebst etlichen andern haben in einer Fastnacht einem Bürger,
mit Nahmen Arend Krantz, ohne alle Ursach große Gewald
an seinem Hause und Fenstern getahn, indem einer unter den-
selben mit dem Kncbelspieß ein Fenster eingeschlagen, daß es »o
des Wirths Gaste, so in der Stuben geseßen, auf *dem Haubtc *A *Sg
behangen hüben. Wie sie nun zur Thür hinaus wollen und
solche Gewald abschaffen, liegt ein ander in einem Keller ge-
genüber mit einer langen Büchsen, worinnen er viel Hagel ge-
schlagen, und schießet dem einen Bürger die Scheide von der 15
Wehre in der Faust entzwey und durch seine Niederkleider,
der Kindbetterin durch ihren Rock und Pcltz und über 20
Hagel in den Ständer des Hauses. Endlich hat sie eine ade-
liche Jungfrau beredet, wegzugehen.
2Ü0 Anno 1 590 zwischen Ostern 2 und Pfingsten 3 hat ein Hove- »»
knecht, Nahmens Timm Stahmer, aufm Strande 1 im Dänischen
Walde bürtig (der sich sonst mit geenderten Nahmen Jochim
Stahmer oder Holste nennen laßen), einen Kielischen Bürger,
Jürgen Kock* genant, auf dem Rußeer Felde zwischen dem Rußee
und Blockshagen, da sich die Wege nach dem Neuenhofe 6 und 25
Rendsburg scheiden, auf frever Heerstraßen feindseeliger Weise
zu Pferde mit geladenen Büchsen angefallen, ihm dieselbe mit
aufgesetzten Hahnen aufs Leib gehalten und loß gedrücket.
Als aber das Gewehr nicht loß gehen wollen, steiget er vom
Pferde unter hetütigen Dreu worten, daß er, der Kock, diese 30
/. die Kugel : das Loht n. 2. etc. : und das Wahrzeichen annoch
daselbst /ti sehen ist <t . 18. in einen Stender a 152. iS iq. eine
KdeljmiKfrau <i. 21. Dänischen . /.
' S. gi Xofe 2. - Apr. ig. 9 Juni 7.
4 Dorf Strande, Kirchspiel Dänischenhagen. 35
5 l 'her der Scltevenhritckc : Schossre^ister ijgj ! q6 llds. p. 6.
6 Deutsch- Nienhof , Kirchspiel Westensec.
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I, 230 231]
159°
139
Stunde von seinen Fäusten sterben solte. Jürgen Kock, auf
einem Wagen sitzende, hat mit aufgehabenen gefaltenen Händen
flehentlich gebeten, seines Lebens um (iottes willen zu schonen,
welches aber wenig würde geholften haben, wan nicht eine
5 Frau, Gretje *Stakcn, und 2 Mägde, Grctjc Brammers und Lcncke
( *° Sellen, so bey ihm auf dem Wagen geseßen, disem Timm
Stahmern mit vielfältigen Flehen etwas besänftiget betten.
Jedoch hat er von dem Kochen 1 zum Abtrage 20 Thaler und
Bürgen der Zahlung halber begehret, welche endlich zu 8 Thaler
10 behandelt worden. Und damit der Timm diser Zahlung gewiß
seyn möchte, hat Jürgen Kock mit seinem rechten Fuß ein Creutz
vor dem Pferde auf die Krden im Sande schreiben und einen
Eyd darauf schweren müßen. Die Ursache der Feindschafft
soll, *wie nachgehends der Gefangene Stahmer selber bekant,
15 gewesen seyn, weil er bey dem Kocken vor diesem als ein
Junge gedienet und der Kock ihn einsmahls schlagen wollen,
daß er für demselben ins Waßer lauffen müßen.
Anno 1590 im Majo hat folgendes sich zugetragen: Es 231
ist nemlich zwischen Bartram Pogwischen zum Hagen und
20 Doberstorf Erbgcseßcn, einem Alten vom Adel, an einer Seiten,
und Henrich Schrödcrn, Bürgern und Goldschmidt 2 im Kiel
lS. Anno fihlf a j>ng. 74. tttitutgb'ssc rf',-rnt,i : Vitlc Supplik, an
Herzog Philippen vom 3. J»uiij rv>t>. iq. Ramigfassr in n zu
PngwUclien : in der Fk'>n/.v<-//<-// Stnd'c. 21. und lloldschniidt in
2 5 ,1 s/>,it, r Arrn/'t rgrs-i/i rirlu u .
1 yü'X 1 '" Kock.
• A'ach seinem Goldschmiedegewerbe (Kieler Erheblich nr. joii) wird
er auch mit dem entsprechenden Beinamen bezeichnet : llinrich Schröder
edder Goltschmidt (Erbebuch ur. joojj. Sein auf der Unken Seite der
3° E/a mischen Str. belegenes //aus (nr. 19) halte er au seinen X achbar n Partram
Politisch ( nr. ij ) verkauft, doch r, <ar ge^en die Gültigkeit der Abmachung
seitens des Elias ll'older und der anderen besitzberechtigten l'encandlen
(Erbebuch nr. K)7J ) Einspruch erhoben worden (siehe weiter S. /./J Xote jj,
infolge dessen Schröder bis zum endgültigen Ausgang des dadurch entslau
35 denen Prozesses in seinem /lause verblieb. Die Angabe Prea/ers in //ds. a,
dass zu seiner Zeit dort Dr. Waldschmidt wohnte, ist ungenau. Xach den
Schossbüchern ( I7 3 5 Hds. p. 149) kann Prof. lluhierieus ll'aldschmidt nur in
nr. ij gewohnt haben. Siehe auch l'o/behr, Popographie S. 1(17 iftS. Die
irrtümliche Identifizierung des Schröderschen Hauses mit dem spateren Plomescheu
40 Ereihaus (nr. 21) hat bereits Bremer selbst in JIds. a richtig gestellt.
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I
HO I59 o [I. 231
in der Klonischen Straßen wohnend, an der andern Seiten, wegen
eines Hauses, soder Pogwisch von dein Nach bahren, discm Schröder,
gekaufTt gehabt, ein Rcchtsproceß entstanden, welcher per Appel-
lationem des Pogwisehen in dem vorigen 1 i58oten Jahre ans
4 Städtegericht erwachsen, woselbst, weil der Appellant nicht 5
erschienen, demselben Dilation biß zum nechsten Gerichtstage
gegeben worden. Ks hat aber der Appellant Hartram Pogwische
auch solchen Tcrminum nicht abgewartet, sondern im Majo an
einem Freytage* Vormittags iim 11 Uhr 6 seiner I,ansten oder*/-
Bauren mit ihren Waldäxten in das Hauß, warum der Streit 10
gewesen, geschicket, mit dem Befehl, des Hinrich Schröders
(ierähte alles aus dem Hause wegzuräumen. Als nun zur Zeit
ihrer Ankunfft Henrich Schröder eben vor der Thür gestanden
und von ihnen vernommen, daß sie solchergestalt hinein wolten,
hat er ihnen solches so viel möglich gewehret und sich eine n
Zeit lang mit ihnen gerungen, biß endlich Bartram Pogwisch,
welcher in seiner zunechst daran belegenen Behausung zugegen
war, selbst hervorgetreten und den Bauren zugeruffen, sie solten
den Schelm von der Thüren ziehen und ihn dabey niederschlagen,
und ob sie keine Axte hetten, die Thür damit zu öffnen. 20
Darauf dan einer die Axt zwischen Thür und Maur eingestecket,
dieselbe aufzubrechen. Ob nun zwar Hinrich Schröder ihn
davon abgezogen, sind doch die andern alle zugefallen und
haben die Thür mit (iewald aufgestoßen. Darauf sind sie
zuerst auf die Kasten gesprungen und haben das Hausgcräht, 2 s
/. in - Seiten: (weicht: dumahiß die Häuser oder Giebel in der Flein-
schen Straßen beseßen. wo it/o der Herr I>. Waldschmidt wohnet) n ,
au St il: des teils gestn\ h -tt •«, teils benutzten nrsj>riinglichen Wortlauts
welcher damahlß in der Klonischen Straßen, wo it/.o de< Herrn l.andrahts
lSluhmcn von XeiienhofiT etc. Hauß stehet, gewöhnet. 2. dem Nach- 30
baren in a s/,iter herül-ergeschriefren . J. Stadtcgerieht . /. er-
wachsen: gekommen n. 6. Dilation — Gerichtstage : dilatio ad proxi-
mam juridicam .» /<».<'■ 75- tv x. /S. Haurcn : Haußleutc(n) <i. 10. Wald-
axten 7. //. Henrich Schröters ,t, der S'aehname auch weiter
meistens mit t. 20. Axte . /. 2J- Hausgeraht . !. 35
1 /he ?•<>// Uralter benutzte und '('örtlich abgeschriebene Quelle rührt
also aus dem Jahre 1590 her ; bei der Ausführlichkeit der Darstellung kann
die Vorlage nur die ßeschicenleschri/t der Stadt vom j. Juni sein.
2 Mai sg.
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1, 2 3 lJ
1590
141
so an der Wand gestanden, abgenommen, darauf einen eisern
Ofen, der vor das Loch gestanden, wodurch man aus Bartram
Pogwischen Hause in dieses füglich kommen könte, weggcreumet,
daß der Durchgang daselbst frey seyn köntc. Hinrich Schröder
5 springet darauf in seine Hinterkammer, ergreiftt eine Helleparten,
wil auf sie zu und spricht, wofern sie von disen Gewalttätig-
keiten nicht abstehen wolten, miiste er seinen Haußfrieden so
viel möglich verthädigen, und wan er gleich das Leben darüber
*A '9 2 laßen solte. *Unterdeßen ist Bartram Pogwisch aus seiner Be-
to hausung durch obgemeltes Loch, welches er durch die Maur
hatte machen laßen (ohngeacht die Sache wegen des benach-
barten Hauses noch rechthängig), hindurch gekommen, welcher
die Bauren, so die Helleparten etwa gescheuet, abermahl an-
gemahnet mit disen Worten: Schlagt zu, schlagt zu, schlagt
is dem Schelm den Halß entzwey I item zu Hinrich Schrödern :
»Trolle dich und lege das Ding nieder oder ich will dir den
Halß zerbrechen!' Worauf Hinr. Schwdsr geantwortet: Ky,
Junker, thut mir keine Gewald und last mich auch keine Ge-
wald thun, sondern last euch am Rechten genügen! Der
20 Junker spricht: »Ich frage die Störtensüke 1 nach den Rechten,
du hast mich lange genug vexiret mit den Rechten!' und zu
den Bauren, welche nicht weiter daran wolten : > Gebet mir die
Axt, ich will sehen, wie ich mit ihm handele!« Hinrich Schröder,
solchen Ernst sehende, wird noch mehr erhitzt und stöst immer
25 mit der Helleparten von sich, sagende, es solte sich nur keiner
an ihn vergreiffen ; würde solches geschehen und jemand darüber
• nieder getroffen, möchte er seine Gefahr ausstehen, und wan er
selbst auch sein Leben dabei einbüßen solte etc. Indem kommen
etliche Frauen ins Hauß und bitten Hinrich Schrödern, er
v möchte doch den Haußleuten* ihr Beginnen nicht wehren, da-
iV. verthädigen . /. 12. rechthängig A. 1311.22. Banren : Hanl.'
lcutc(n) ti />ag. 77. 27. er: der <«. wen er (II. S.) a. 2S. etc. :
weren noch mehr den er in dieser Stadt verbanden, die solches seines
Verbofiens nicht wurden ungeeifert hingehen lallen et«-. 2Q. ctli. he
35 adeliche Kranen a /</,<•• 7S.
1 92 Xote 6.
* Den Bauern.
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142
[h 231
mit er sich für seine Person desto weniger zu befahren haben
möchte. l>arauf diser geantwortet, er wolte viel lieber mit
Khren sterben, als sich dergestalt sein Haußgeräht wegreißen
und auswertTen laßen. Hier nechst *komt des Hartram Pogwischen V- J 9J
Sohn Henrich 1 mit einer langen Büchsen in der Hand darüber 5
zu und spricht: > Harre, wiltu dich noch viel zur Wehre setzen,
ich wil dich Sch." schießen, dich soll die Störtensüke rühren !
hält ihm darauf die Büchse aufs Leib, welche aber seine eigene
Mutter und seines Bruders Christoffers Frau beyseite gestoßen.
Da nun Hinrich Schröder bey solchen ungleichen gefährlichen 10
Wehren fast den Todt vor Augen gesehen, auch die Adeliche
und viele andere Bürgerfrauen ihn gebeten, dem Unglück zu
entweichen, ist er endlich genötiget worden, sich von dannen
in ein ander Hauß zu verfügen und dem Barlram Pogwischen
seinen Willen zu laßen, welcher dan alle des Schrödern Gerähte 15
aus dem Hause unter den bloßen Himmel werften laßen. Es
hat auch dieser Edelman die Haußthür dergestalt feste verrigelt
und verschloßen, daß dem Hinrich Schrödern in etlichen 'Pagen
der Hin- und Ausgang daselbst gnug verboten gewesen. Bürger-
meister und Raht aber haben dis Hauß wieder öfnen 3 laßen *o
J. Haui.'geraht ./. / 6. Hier spricht: l>cs Hartrain Pogwischen
Solni Henrich, wclclu-r auch mitlcr Zeit darni kommen, mit einer langen
Hachsen in der Hand, spricht ,i. 7. Schelm n. S. halt . / .
/o. Schröder ./. jo. latten: heißen a pag. jg.
1 Später auf Döhnsdorf: Jahrb. IX, 451 ; Seestern-Pauly, Beiträge IJ, 25
(/>, roj. 2 Sehe hu.
:l Dieses Vor geh en des Rats erklärte Hartram Pogunsch für einen
(j'cronttaht, für den der Rat bestraft loerden sollte ! Siehe die Rechnung des
Syndieus Suiton Heinrich von 1603 SeN. 9 ( Schlesinger Staatsarchiv A AVA*
f>rtr,<. tir. 459), /■ ir- -i2> : Inn Sachen, so Bertram Powisch, itzt zur 3°
Schonhorst, damahls aber zum Ilagen und Dobberßdorff Frbseßenn, wider
einen F.. Kaht angefangen wegen des Hauses in der Fleemischen Straßen
alhie, so Heinrich Schröter ihme verkauft, in welchen Kauff aber Flias
Wolder und die andernn lilucdtfreunde nicht consentiern, noch solchenn
ihnen unwißend geschehnen Kauff einreumen wollen etc., hab ich auf seine 35
Bertram l'owischen wider einen F. Kaht u berge benc undlerschiedene Pro-
ducta, worinnen er sie an demselben Hause begangener gewaltsamen Figen-
theeiligkeit beschuldigt und sie dahero mit ernster Straffe zu beieggen in
stendig gesucht, des F. Rahts Notdurffte auf ihr Ansuchen auch gefertigt etc.
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I, 231233]
i59o
143
und Hinrich Schrödern sein Gcrähte wieder hinein zu setzen
erlaubet, biß er vermittelst ordentlichen Rechtspruches daraus
gesetzet und Bartram Pogwisch darein gewisen werden wolte. 1
*/■ 19S *Anno 1 590 am Montage- nach dem Fest Trinitatis hat eine 232
5 alte graue Adelsperson, Friedrich Broktorf 3 der Fitere, den Bürger-
meister Paul Töken durch einen Jungen in die Kirche St. Nicolai
zu sich bescheiden, Unterredung mit ihm zu pflegen. Als nun
der alte Bürgermeister hirin gewilliget und sich zu einer solchen
grauen Adelsperson nichts Böses versiehet, sondern zu ihm
« gehet, sein Anbringen höret- und darauf zur Antwort giebet, er
könne für seine Person allein hirüber keine schließliche Resolution
crtheilen, weil es dem Rahte erst müste vorgetragen werden,
er wolte, da es selben Abends fast späht fallen würde, zu dem
Ende morgendes Tages früh um 7 Uhr den Raht zusammen
15 fodern und es demselben berichten etc. Darauf hat diser vom
Adel ohne alle ihm gegebene Ursache und alle Schuld dem
Bürgermeister gewaltsamer Weise in seinen grauen Bahrt ge-
griffen und zum Theil ausgeraufft. Kr hette denselben woll
*/• 199 gar weggerißen, wofern der Bürgermeister nicht sofort ^seinen
20 Bahrt mit der Hand oben angefaßet und dadurch des Broktorffen
Vornehmen gehindert hette. Worauf dieser Edclman unter
vielem erschröklichen Fluchen, auch harten Scheit- und Dreu-
worten, davon gangen und auf einen Wagen, der albereit fertig
gestanden, eiligst weggefahren.
25 Anno 1590 den 9. Junj, als in des alten Matthies Kornaps 233
4. Rundglosst' in a : Xu/r Suppl. an Herzog Philipscn, am Mitwochen
nach dem Fest Trinitatis datirt Anno 1590. 22. erschröklichen . /.
1 Das Schossregister 1J9S '96 Hds. p.31 führt Hinrich Schröder als
Besitzer des Hauses auf. Siehe auch S. joj 2 (,.
30 2 Juni /J.
8 Amtmann zu Steinhorst 1564 — /J7 / > ni A'iel in der Flämischen
Strasse nr. rj ansässig. Als der Altere ~<vird er bezeichnet zum Unterschiede
von dem jüngeren Friedrich B. auf Bürau und Bossee. Da unser Friedrich
in obiger Darstellung -wie in den Akten ein alter, ergrauter Mann genannt
35 -wird (Libellus a/>/>eltatorius A'iel contra Heihoig von Ahtefeld lfds. f. 67 j,
so muss er vor fjjj geboren sein, das als ungefähres Geburtsjahr von Gay
Graf von Brockdorff in Zeit sehr. -W, JS° angegeben '.oird.
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144
i590
[I, 233
Behausung 1 (itzo das Depenauer Hauß) folgende gute Freunde
und Gäste geseßen, nemlich Mag. Simon Brandes, der
Kirchen zu Bordisholm Pastor, auch der Fürstlichen Schulen
daselbst Rcctor-, Herr Joachim Wolter, der Kielischen Gemeine
Diaconus*, dan auch des alten Cornaps 3 Söhne, Mag. 5
Nicolaus, der Kielischen Schulen Rector 4 , und Peter Sebastian' 1
und Joh. Mauritius, dieser Schulen Cantor' 5 , kommt ein Junger
vom Adel, Hanß Pentz 7 , Baltzers Sohn von Oldesloh, welcher
mit etlichen andern Adelspersonen in einem Hause gegenüber
/. I Depenauer Hanl') ist in <t /<i^ r . i?o Randglosse. J. zum Bordes- 10
hulin o. j. Sohne .1. 6. Pctcr Sebastian Kornap a pag. Si, da-
zu Rnndglosssc : unten in der Holstcnstr. wohnend.
1 Holstenstrasse tir. Ii: Kieler Ilebuugsregisler Ij6j — fJ7^ litis,
f. 6>- z. J. ijfij, Hausbesitzerliste IJJJ nr. t), Schossregister IJ7^ — f J79
litis, f. 2>\ Jj r , ^4 r . Das Haus war zu Kremers Zeit im Besitze der Erben 15
iles Detleff Brackdorff zu Rixdorf und Depenau und liiess deshalb das De-
penauer Haus.
• Coronaeus bei H'estphalen II, 604; (Noodt), Bordesholmisehe Merk-
Würdigkeiten, S. iS, 34. 8 ijS6^ijg4.
4 ijSS — ijqf). Magister Xieolaus wohnte schossfrei in der Hass- 20
Strasse: Schossregister IJ<?J Ilds. p. 20.
'•' Bremer Jas st die beiden Xamen als Doppelnamen des zweiten Sohnes
auf, der weiter in der Erzählung Sebastian (Bastian) genannt wird. So
kommt es, dass Bremer hier den Cantor Johann Mauritius zum dritten
Sohne des Matthias Kornap macht und infolge dessen wiederum bei Schwarze- 25
Echse S. 1S1 und bei Eick S. 112 Johann Mauritius Karnap, Bruder des
Reetors Xieolaus Karnap, als Cantor figuriert. In Wirklichkeit aber siml
Peter und Sebastian von einander zu trennen und -werden die drei Söhne
durch Xieolaus, Beter und Sebastian repräsentiert. Das Schossregister ijgjig6
litis, p. j zählt Peter Kornap in der Holstcnstrasse neben dem ehemaligen 3Q
Hause seines raters und Ilds. p. jj Bastian Kornap in Catarina Jonas huse
/'// der Schuhmacherstrasse auf (ijqo, zur Zeit unserer Erzählung, -wohnte
letzterer noch bei den Eltern ). Johann Mauritius aber als vierten Sohn des
Matthias Karnap anzusehen, ist schon dadurch unmöglich, dass die Angabe
der Dreizahl nicht von Bremer herrührt, sondern sieh bereits in seiner 35
Quelle vorfindet (vgl. Schleswiger Staatsarehiv A I nr. iqö f. 142).
Joh. Mauritius hat verwandtschaftlich mit den Karnaps nichts zu thttn, der
ihm beigelegte Familienname Karnap ist zu tilgen. Richtig führt Bremer
im Anhange zur Chronik unier den Cantoren unsertr Johannes Mauritius
ohne irgendwelchen Beinamen auf. 4 o
Ü ijSQ — IJQ2. " S. Ij6.
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Ii 233]
1589
145
im Gelage geseßen und gezechet, mit 2 Gläser Wein zu sie
hineingegangen und trinket dem jungen Gesellen Sebastian
Cornap eins zu. Indem er aber daselbst am Fenster eine Cither
hangen siehet, spricht er disen Cornappen darum an. Dieser
5 aber excusiret sich, er dörflfte sie nicht ausleihen, weil sie einem
Fremden zugehörete, sie were auch ohne das nicht woll bezogen
und also unbrauchbar. Der Edelman wird hirüber ungedultig,
fähret den Kornappen mit unzüchtigen harten Worten an, darüber
des Kornappen alte Mutter, eine ehrliebende gottesfürchtige
10 Frau zukommt und will den Kdelman besänftigen, gehet bey
der Stubenthür zu ihm und klopfet ihm auf die Achsel, sagende:
*/■ 200 »Ach, mein lieber Junkher, *gebet euch doch zufrieden und irret
diese guten Leute, so drinnen sind, in ihrer Geselschafft nicht!«
Dieser freundlichen Vermahnung ungeachtet, stoßet er sie nicht
t 5 allein von sich, sondern schlägt sie auch mit der Faust der-
maßen ins Gesicht, daß ihr das linke Auge von solchem Schlage
sehr aufgeschwollen, auch braun und blau geworden, welches
dan diser guten Frauen auch daher desto schmertzlicher, weil
sie daßelbe Auge, womit sie etliche Jahr vorhin nicht' hat
20 sehen können, im nechstabgelauffenen 1 Jahre durch einen Oculisten
hatte schneiden und curiren laßen und dadurch ihr verlohrnes
Gesicht etlichermaßen wieder erlanget; denn sie sich besorget 2 ,
daß sie durch diesen Schlag ihr Gesichte gentzlich wieder
verliehren möchte. Hanß Pentz aber hat es bey disem nicht
35 bleiben laßen, sondern laufft wieder hinüber nach seinem
vorigen Gelage, da er vorhin geseßen, und kommt bald mit
seiner Wehre wieder zurück, fodert den Sebastian heraus und
schlägt die Stubenfenster ein, Sebastian aber wird dasmahl
von seinen Kitern und andern guten Freunden zurück gehalten.
Ks sind auch bei diser Beschaffenheit etliche andre Adelspersonen
zugetreten, die den Hans Pentzen von der Thüren abgezogen,
Kornap a, nuch weiter stets mit K. 14. Ermahnung <r Pag. S2.
ij. sehr : übel a. 29. andern — Freunden : denen andern guten
Leuten a f>ag. Sj. zurück A. 31. zugelaufen a.
1 Wortlaut aus der am to. Juni ijqo nach der T/tat eingereichten
Bestlnserdeschrift der Stadt.
IO
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146
1589
[I. 233-234
auch einen und andern gebeten, an sich zu halten. Es hetten
sich also die Söhne woll zufrieden gegeben, in Hofnung, es
würde dabey gebliben seyn. Es kommt aber Hans Pentz des
folgenden Morgens üm 4 Uhr mit einem Hoveknecht vor des
Cornaps Thür und klopfet an. Auf Nachfrage der Magd, wer 5
da were, gibt er mit kleiner und verstelter Stimme zur Antwort,
es were ein guter Freund da, *sie solte nur aufmachen, wodurch *A 201
die Magd verführt ihn eingelaßen. Er gehet sofort mit bloßem
Gewehr auf des alten Kornaps Bette zu, schlägt die Decke
auf und spricht: > Bastian Kornap, bistu hirr« Der alte Vater »o
antwortet: Nein, mein Sohn ist alhir nicht vorhanden, sondern
ich habe mit meiner Haußfrauen, die ihr übel gnug zugerichtet,
meine Schlafstete alhir, wie ihr sehen könnet!« Darauf Hans
Pentz geantwortet: Hette ich deinen Sohn alhir bey dir an-
getroffen, solte er sein Leben gelaßen haben!« Er suchet 15
darauf nebst dem Knechte den Bastian allenthalben im Hause,
biß sie endlich oben vor seine Schlafkammer kommen und
hart anpochen, die Fenster einschlagen und Sebastian mit vielen
Scheit- und Drohworten heraus fodern, welcher vor erst viele
gute Worte gegeben, endlich aber geantwortet: »Wans dan ja 20
nicht anders seyn soll, so will ich dir bald kommen, verziehe
nur ein wenig ! «. Sebastian ergreifft hirauf eine lange Büchse,
stost sie durchs Fenster. Hanß Pentz aber und sein Knecht,
solches sehende, machen sich sofort von der Treppen wieder
herunter und gehen ihres Weges. 1 35
2:14 Otto Rantzow, Pauls zum Bohtkamp Sohn und Melchiors
zu Frlewat Erbgescßen Bruder, hat cinsmahls 4 Rahtspersonen
die Fenster gewaldsamer Weise ausgeschlagen, auch des einen
seine Frau, welche schweren Leibes gangen und den vorigen
2. Sohne .1. j. Diesem aber zugegen kommt a. 6. vcrstcitcr : ^ 0
gelinder a. 16. Sebastian a fing. S4. 19-20. welcher — gegeben fehlt a.
2j. Schtussgloxse in ti : Wide Supplic. an Hertzog Phil//«*« den 10. Jun.
1590. 26. Melchior A. 26-27. und Melchiors — Bruder in a
Pag. Sj später hinzugefügt.
1 Vgl. zum ganzen Berichte die Vorstellung Kiels an Herzog Johann 35
Adolph IS93 Aug. 10 Hds. f. //j und Lihellus appellatorius Kiel contra
Heilung von Ahlefeld Hds. f. 78, artt. 44 47.
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I, 234 236]
1589—1590
147
Morgen erst verlöset, in ihrem Kindbette nicht verschonet, sondern
es hat sein Führnehmen dennoch müßen vor sich gehen.
V- 202 *Nöch hat dieser vom Adel den I^andgerichtsnotarium 235
JohannemHintzen 1 auf freyerStraßen ohne alle Ursache angefallen
5 und geschlagen, daß er hat, andre große Gefährligkeit zu ver-
meiden, die Flucht in eines Bürgers Hauß nehmen müßen.
Anno 1 590 den 1 6. Jun., als IhrFürstl. Gnaden die Herzogin 2M
Christina samt dem jungen Hern, Herrn Herzog Philippen, und
jungen Freulein alhir zum Kiel auf dem Schloß zugegen gewesen,
TO haben 2 vom Adel, nemlich Hans Pentz 2 von Oldesloh und
Melchior Rantzow, Pauls Sohn zu Krlewat, mit Fenstereinschlagen
und Schießen 8 in dieser Stadt große Gewald geübet und weil
man eine gefährliche Conspiration* wieder die Bürger besorget,
hat man etwa üm 10 Uhr Abends die Sturmklocke ziehen
'5 laßen 5 und dadurch die Bürger aufs Markt gefodert, üm sich
zu vereinigen 6 , was mit solchen Thätern flirzunehmen. Als nun
Bürgermeister und Raht, auch sonst ein jeder, darauf sich aufs
6. Hauß gar nahe dabey a. 7. Randglosse itt a fag. SS : Vide
Suppl. an die verwitwete Herzogin Christina am Mitwochen post festum
50 Trinitatis 1590, item an Herzog Phüipsen sub codem dato. 10. a fügt
hinzu: Kaitzers Sohn. /J. gefahrliche A. ij. laßen: müßen n.
ib. Thatcrn A.
1 S. q8 32 , 12g 2S. Er wohnte in der Flämischen Strasse: Schoss-
register /jgj / q6 Hds. p. ji.
25 1 Nach den uns erhaltenen Akten beteiligte sich Hans Pentz an den
Vorgängen erst am Abend nach dem Läuten der Sturmglocke. Unter den
Genossen Melchior Rantzaus wird Wulff von Ahlefeld (S. 764), der Stief-
sohn der Heilwig v. A., genannt.
* Es wird wohl das Tragen geladener Röhren gemeldet, aber nicht,
30 dass damit bereits bei diesem ersten Tumulte ernstlich geschossen wurde.
Statt Schiessen ist genauer Stechen zu setzen. Über die beiden von Melchior
Rantzau am 16. funi begangenen Ausschreitungen siehe die Vorstellung Kiels
an Herzog Joh. Adolph Hds. f. /0410s und Lib. app. Kiel contra Heilwig
von Ahlefeld Hds. f. 81-82, artt. 37-61. Vgl. weiter Bremer § 270.
35 4 Melchior Rantzau hatte sich geäussert, er werde noch an demselben
Abend oder in der Nacht mit seinen Gefährten weiter » KurtzweiU treiben.
Sein tumultuarisches Auftreten war die Antwort auf die vom Rate vorge-
nommene » Verstrickung* des Hans Peutz (siehe weiter S. 14S Note 2).
5 Auf Beschluss des in Eile versammelten Rats.
40 ö Um sich einig zu werden.
10*
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148
159°
[I. 2 3 6
Markt begeben, ist auch ein alter grauer Bürger, Nahmens Peter
Keye 1 , (welcher mit den andern sobald nicht fortkommen können)
aus der Schumacherstraßen biß an die Kcke der Holstenstraße
nachgegangen. Kr wird aber daselbst von 3 vom Adel, [darunter
HansPentz,[^//]geachtvorhingegebe!wr]Handtreue !! ,mit[^j\vesen, 5
angerant mit disen Worten: »Du, alter Schelm, solt der erste
seyn ! « Wie nun der vorderste disem alten Bürger die bloße
Wehre geboten, zu ihm eingehauen und gestochen, hat diser
Alte ihm die Spitze seines Knebelspießes, welchen er in der
Faust hatte, wiederum zugehalten. Weil er aber als von dreyen 1«
übermannet war, weichet *er immer zurück nach dem Markt und */•
schützet sich mit seinem Spieße so viel möglich, biß vor Anna
Telemans Buden 3 , da ihn andre Mitbürger in Schutz nehmen.
Wie nun von der Holstenstraße her von denen Adelichen oder
deren Dienern eine Büchse auf unsre aufm Markt stehende 15
Bürger loßgeschoßen worden, haben die Bürger dahin mit etlichen
2. welcher : welcher zwischen dem Fischer und Flemschen Thor gewohnet
und a pag. Sq. 4. nachgegangen: gangen a. 4-j. darunter —
gewesen ffhlt a. in A von Bremer später am Rande eingefügt. Die
eingeklammerten Buchstaben wurden vom Buchbinder abgeschnitten. 20
S. zu — gestochen fehlt a. 10. Als er aber nur allein von disen 3 a.
u-iö. bis — die Bürger : Wie er nun also vor Anna Telemans Buden
keimt, schreyet er seine Mitbürger, daselbst stehende, um Hülfe an mit
diesen Worten : »Lieben Mitbürger, stehet itzo feste bey !« etc. Darauf
etliche der Bürger herzu springen und entsezen diesen ihren alten Mit- 2 -
bürger. Als aber einer, so etwas weit hinter den Adelichen hergangen,
auf unsre Bürger eine Büchse lot'gcschoiJen, haben unsre Bürger a
pag. $q-qo.
1 Das Schossregister IJ9S i 9^ JMs. />■ 3 2 nennt bereits seine Witwe;
die Wohnung lag bei der Mauer zwischen dem Fischer- und Flämischen Thor. 30
s Infolge der im § 2jj berichteten Gewaltthal des Hans Peutz vom
Q. Juni hatte ihn der Rat durch Abnahme der Hand und des Ehrenwortes
verpflichtet, bis der Bescheid über das Verfahren gegen ihn vom //erzöge
käme, die Stadt nicht zu verlassen und sich gegen deren Iii moohner friedlich
zu verhalten : Vorstellung Kiels an Herzog Joh. Adolph Hds. f 114 und 3 s
/Jb. app. Kiel contra Heilwig von Ahlefeld Hds. f. So St , artt. J4S^-
einer solchen » Faust 'nähme < war der Rat bereits in einem früheren Falle
(gegen Otto Rantzau, Bruder des Melchior) von //erzog Adolph /. aufgefor-
dert 'worden : siehe in der Beilage aus dem Schlesioiger Staatsarchiv A /
nr. 196 f. 12 ij das //erzogliche Schreiben von ijSj .\\r t \ //. 40
8 S. 119 Aote J.
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I
1.236] I5QO 149
Schüßen geantwortet, worüber 2 von den Adelichen, nemlich
der Fiirstl. Witwen unser gnedigen I.andesfürstin und Frauen
damahlige Hofjunkem, als Kineke Rantzow und Detlef Srhacke,
in der Frau Hcilwig* von Ahlefeldtcn Behausung 2 in der Hol-
5 stenstraßen, woselbst sie vorhin beysammen gewesen, entwichen
und, da etliche Bürger ihnen nachgeeilet, ist die Haußthiir schon
verschloßen gewesen, aber doch ein Schuß zu ihnen herausgetahn
worden, darüber die Bürger noch mehr erhitzet die Fenster des
Hauses eingeschlagen. 8 Der dritte von disen Kdelleuten, Nahmens
»" Hans Pentz, der in der Seiten gefährlich getroffen worden 1 , hat
seinen Lauf nach der Rosenstraße in eines Beckers 5 Hauß ge-
nommen, woselbst er einer Magd, die bey der Wiegen geseßen,
eine große Wunde in den Arm gehauen. Diesen hat Bürger-
meister und Raht in ihre (iewarsam nehmen und biß zu Ihr Fiirstl.
»5 /-J. nemlich — Schuckc fehlt <t. J. woselbst -- gewesen fehlt a.
6 g. und — eingeschlagen fehlt ,i. n. in — Hauß frhlt a.
12-13. woselbst — gehauen fehlt a.
1 Witwe des Moritz von Ahlefeld (S. 76 Xote 7, Zeitschr. XXV, 227).
Letzterer starb fjSS, wie das Kieler Kirchenregister dieses Jahres bezeugt .
30 Dein edlen und ernll'esien Moritz van Alfcldc nageludt worden 46 puls,
ider puls der kercken Ii 3, is 31 \.
* Auf der rechten Seile der Holstenstrasse, heute nr. 10.
* Auch sonst wurden Beschädigungen am und im Ifause durch Kugeln
und Steine angerichtet. Siehe in der Beilage das Xotariatsinstrument über
25 den Zustand des Hauses von 1390 Juli 6. Den entstandenen Schaden be-
rechnete die Stadt auf höchstens 10 Thaler, wahrend Hcilwig von . Ihlefeld
für Schimpf und Schaden nicht weniger als Aooo Thaler ausser den Ge-
richtskosten "'erlangte. I her den Prozess siehe 'weiter die Beilage, sowie die
Mitteilungen Brinkmanns in Jahrb. f. d. Landeskunde 1 , 16g ff . (in Brinkmanns
3» Buch ii Aus dem deutschen Rechtsleben S. 220 ff.)
4 Auch Ameke Rantzau und Schacke hatten Venoundungeu erhalten,
jedoch keine gefährliche.
5 Hieronymus Roß Iheronhnus Roß, Ruß) in der Rosenstrasse nr. 11 :
Hebungsregisler 13^3— 1376 Hds. f. 8' z. J. /56s, Hausbesitzerliste 1373
35 nr. 34, Schossregisler t57 ( >—'579 H*ls> f J r , S^ r , 6jr. Das Haus ist seit
'554 in seinem Besitz : Erbebuch nr. 1S27 Jeronhnus Hekker ), 1834 (Jeronimus
Rost anders genometh Hekker;, 1877. Im Schossregister /J95 ; V> SM"-
p. 12 -wird seine Wiftoe genannt.
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150
1590
[I. 236-237
Gnaden weitere Verfügung anhalten laßen. 1 Die Stadtthöre sind
hirauf eine Zeit lang 2 geschloßen und nebst den Gassen mit
nötiger Wache besetzet, auch einige vom Adel, so sich des
folgenden Tages wieder vor den Thoren angemeldet, abgewisen
worden. Der verwundete Hanß Pentz ist den io. Jul. 3 darauf s
gestorben. 1
*Anno 1590 den 21. Junj hat Otto Rantzow, Pauls Sohn *A 208
zum Botkamp, einen alten Bürger, Detlef Dreyem 5 , außerhalb
der Stadt am Kuhberge nicht weit vom Galgenteich, dar er
seine 2 Pferde in die Tränke jagen wollen, angetroffen, indem 10
diser vom Adel in einer Kutschen zu jagen kommen und disem
alten Man zugeruffen : »Hörestu Kerl, bistu nicht auch von den
Kielischen S. 6 einer?« Als aber dieser Alte sich stellet, als hörte
J-j. auch — worden später in a am Rande eingefügt mit dem Zusatz ;
Wide in dicta Suppl. an Herzog Philipsen. 7. Randglosse in a 15
pag. 85 : Vide Suppl. an Herzog Philipsen vom 2a.Jun. 1590. 9. dar:
alda a. 12. Horestu . /. 13. Kielischen Schelmen a pag. 86.
1 //// Gewahrsam unter Bewachung befand sich Hans Pentz nur
ganz kurze Zeit; nach seiner Freilassung blieb er indess nach wie vor ■»ver-
stricht*. Am 23. Juni infolge des Vertrages (§ 23 8) hörte auch dieser 20
Stadtarrest auf. * Bis zum 23. Juni.
8 Sogar die Todesstunde, Nachmittags 2 Uhr, ist überliefert.
4 Zu Bremers Bericht über die Vorgänge am Abend des 16. Juni
und über den späteren Tod des Peutz -siehe die von einander aMoeichenden
Darstellungen Kiels und der Gebrüder Pentz in den verschiedenen Prozess- a5
Schriften. Vergl. auch die kurze Nachricht bei Jonas ab Elvervelt, De
ffolsatia (Hamburg 1592), ßl. Q S v •' Anno Christi 1590 Johannes Pensius,
Balthasar! filius et liberalium artium Studiosus, turbis quibusdam in urbe
Chilonea excitalis vulneribus aliquot a civibus aeeeptis post aliquot dies
interiit ; daraus Angelus, Holsteinische Chronica /, 88; Lambert Alardus 30
bei IVestphalen I, IQS9 > Coronaeus- Petersen S. H. 146 p. 7 nr. 46 z. J. ijgo
(Wilhelmi Hds. p. 18 nr. 48, Noodt S. H. 148 p. 44) : Hanß Pentze,
Balthasars Sohn, hat zum Kiel einen Hauffen Muthwillen gegen die Bürger
verübet, darüber ein großer Tumult entstanden, sodaß die Bürger zur Wehre
gegriffen und Hans Pentzen mit vielen Wunden todt geschlagen. Die 35
Noodt- //dss. haben das Jahr /j88, jedoch verweist schon in S. H.380A
p. 24 die Randglosse auf das richtige Jahr bei Angelus.
5 Dethlofif (Detleff) Dreier, in der Vorstadt auf der rechten Seite
ansässig: Kieler Schossregister ijy6—/jjg Hds. f 14^, 46', 76', /jcjj/gö
Hds. p. 9. Er warder Vater des Cantors Johannes Dreyer (1599 — 1602). 4t >
rt Schelmen.
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1.237] 1590 1^1
ers nicht und vor sich weggangen, schreyet jener abermahl :
»Hörstu Kerl, komme her, ich will dir etwas sagen!« Wie nun
der Alte gleichwoll fortgangen, sagt der vom Adel: »Nun wollan,
wiltu zu mir nicht kommen, so muß ich zu dir kommen! ,
5 springet darauf vom Wagen, laufft dem alten Man nach mit
aufgehabenem Spieße. Der Alte bittet ihn, um Gottes willen
seiner zu schonen, er hette ihm ja kein Leid getahn, dergleichen
*/• ^°0dan des Kdelmans Gefehrten *auf dem Wagen auch zu ihm ge-
sprochen. Der Alte indeßen sehet sich um und will sich (um
io etwas sicherer zu seyn, als auf räumen Felde) in einer Lehm-
grube daselbst verbergen. Otto Rantzow dreuet ihm dennoch
mit dem Spieße, sagende: »Du bist doch der Kilisehen S. 1
einer? Bistu auch neben den andern Bürgern mit auf der
Wache 2 gewesen?' Der Alte antwortet, er were ja ein alter
i S Man, der durch Krankheit übel abgeschwächet und also zu
solchem Dinge wenig nutz, bittet ihn üm Gottes willen, er möge
ihm doch kein Leid thun, es were ihm ja nichtes damit ge-
dienet, wen er ihn gleich zum Krüppel machte oder gar iims
Leben brächte. Darauf Otto Rantzm' geantwortet: »Ey, du
20 must doch ein Wahrzeichen davon tragen, halte mir den Bahrt
her!« Wie aber der Alte sich deßen gewegert, faßet er ihn
beim Kragen seines Roks, ziehet ihn zu sich und greifft mit
der andern Hand ihm ein mahl oder 12 in den Bahrt, reißet
auch ein gut Theil herauß, hälts in die Höhe und zeiget es seinen
35 Gefährten und spricht: Sehet, hir hab ich weiß und schwartz 3 !
Und wan diser Edelman keine Händschen angehabt, hette er
dem alten Man den Bahrt gantz ausgeraufft. Kr spricht endlich
zu dem Alten: ^Gehe nun deiner Wege vor dißmahl ! < und
fahret darauf von dannen nach den Stadtholtze, woselbst er
30 einige Dienstmägde, welche die Kühe gemolken, angetroffen
S. auf dem Wagen ftklt a. Q. gesprochen, er mochte den armen
Kerl doch unangefochten laßen u. 24. Hohe ./. 26. Hänichen
rt pag. S7.
1 Schelme.
35 a Bei der- Versammlung der Bürger auf dem Markte am Abend des
16. Juni: S. 147 , 5 .
* Anspielung auf Idau utul traun.
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152
1590
[1, 237-238
und sie gefraget, ob welche unter ihnen, so denen Rahtspcrsonen
zustünden, mit denselben wolte er *haußhalten. Als sie ihm */■ 210
aber allerhand gute Worte gegeben, ist er weggefahren.
238 Anno 1 590 den 23. Junj ist wegen Hans Pentzen auf beyder-
seits geschehene Unterhandlung zwischen Melchior Rantzow 1 s
an einem und der Stadt Kiel am andern Theil mit Vorwißen
und Consens Ihr Fürstl. Gnaden Hertzog Philips und in Bey-
scin des Fürstl. Cammer-Secretarij Johann Kulemanns die Sache
gäntzlich abgetahn und der beliebte Vergleich 2 von 9 adelichen
Personen untersiegelt und unterschriben worden. In welcher 10
Abhandlung unter andern auch dieses enthalten: »sich an
Gleich und Recht begnügen zu laßen und außerhalb dcßelbigen
niemanden, er sei wer er wolle, zu beleidigen, so wenig mit
Worten als Werckcn, entweder durch sich noch auch durch
andere etc. etc.« Nichts desto weniger hat des Hans Pentzen *s
Vater Balzer Pentz, zu Oldesloh seßhaflft, ein solches gentzlich
in Vcrgeßenheit gcstellet, indem er in denen Begräbnisbriefen,
so wegen seines Sohnes hin und wieder in diesen Fürsten-
thümern ausgeschriben worden, Bürgermeister und Raht und
g. beliebte ft'hlt a Pag. Qi. Q. Kanttgiossf in a : Xide Suppl. an 20
Herzog Philipsen vom 16. Jul. 1590, item vom 29. Aug. ejusdem.
16. Baltzer n. 17. Randglosse in a : Vit/r litera* Senatus an den
Amtman Hans ßluhmcn vom 20. Aug. 1590.
1 Melchior Rantzau 7oar seit dem Tumulte in der Xacht des 16 17
Juni im Hause des Ch>c Rantzau (Schlossstrasse nr. 1). Dort musstc er 25
bleiben, da das Haus von bewaffneten Bürgern beioacht wurde. Die Ein-
Schliessung dauerte bis zum obigen Vertrage vom 23. Juni, durch den
Peutz und Rantzau ihre völlige Bewegungsfreiheit wieder erhielten.
a Siehe den Wortlaut dieser sogenannten » Veranlassung-! in der
Beilage aus dem Schleswiger Staatsarchiv A 1 nr. 194 f. 32— 34. Wie 30
Bremer richtig angiebt, wurde die Urkunde von neun Adeligen unter-
schrieben. An den Verhamtlungen beteiligte sich noch als zehnter : Christoffer
Rantzau zu Quarnbek , der jedoch nicht mit unterschrieb. Ebenso fehlt die
Unterschrift des Kieler Rats, der überhaupt den Vertrag, weit er ohne des
Rats Zustimmung vorzeitig niedergeschrieben war, nicht als 7'ollgültig au- 35
erkannte. Uber des Rats Stellung zum Vertrage siehe die am 27. Se/>t.
/jcjj in Speier produzierte Replik Kiels contra Heilwig v. Ahlefeld im
Schleswiger Staatsarchiv A I nr. 194 f. i/o in.
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T, 238-240]
'59°
die Bürger in Kiel für Mörder und S. 1 gescholten und mit
vielen andern unleidlichen Diffamationen angegriffen, welches
dan Bürgermeister und Raht abermahl nach Hofe klagen 2 müßen.
Ködern im Anfange des Augusti hat Otto Rantzow einen
5 Kielischcn Bürger, Nahmens Matthies Boye, binnen Kckernförde
angetroffen, denselben mit der bloßen Wehre verfolget und, da
nicht des Herrn Hans Blomen, Königl. Maytt. zu Dannemark
*p. 3/1 Rahts, Latjuey ihn angesprochen und gesagt, er möchte *doch
an sich halten, dieser Man führte seines Junkern (iut und were
10 kein Kieler, sondern wohnete in der Braunsen weig n , hette er
ihn woll zerhauen und erstochen. Otto Ran/sorc hat disem
Laqueyen geantwortet: Ich habe gemeinet, er were ein Kieler
gewesen. Wan ich gewiß wüste, daß es einer were, ihm soltc
diß und.jenes ankommen, er soltc von mir zu sagen wißen etc.
15 In dcmselbigen Monaht 1 an dem Freytage, da des Hans 240
Pentzen Leiche weggebracht worden, ist ein Kielischer Bürger
/. Schelme etc. a. 4. Randglosse in a fing, qj : Xide Suppl. an die
verwitwete Herzogin L'hristina den 22. Aug. 159c« in fine. 14. und
woltc ich dcrmaUcn mit ihm hauL'haltcn, er soltc davon zu sagen wiL'u-u
;u etc. a. /J. Randglosse in a : X idc Suppl. an Herzog Philipscn, qtiac
iinmediate sequitur post illam vom 29. Aug. 1590. 1590 im Aug. a.
1 Schelme. Vgl. die Vorstellung Kiels an Herzog Johann Adolph
/Iiis. f 97.
8 Supplik vom 29. August. Den darauf erfolgten Hescheld des
•»5 //erzogs /'hiiipp vom 2. Sept. siehe in der Beilage aus dem Sehlestviger
Staatsarchiv A I nr. iq6 f. /j.-ij>. ( m den seitens des Haitzer Peutz und
der atuieren Adligen hei Abholung der Leiche des //ans- Peutz befürchteten
Gewallt hütigkeiten vorzubeugen, wandte sich der k'ieler A'at nicht nur mit
der enoähnten Supplik an den //erzog, sondern bereits vorher am 20. . lug.
3«-> an den A'gt. A'at und . Imtmann //ans Hlome und am 22. Aug. an die
Herzogin- Witwe Christine. Die letzten Pelden schrieben infolge dessen an
Haitzer Peutz und Henning Pogwisch und ermahnten sie unter Vcnceisung
auf den Vertrag vom 2J. Juni zum Frieden.
8 /n Wirklichkeit wohnte Mathias Hoie, wenigstens j Jahre spüle r.
35 /'// A'iel in der A'uterstrasse : Schossregister /J9S 9^ Hds. p. ij.
* Die A/onatsaugabe ist falsch. Die /.eiche des //aus Peutz wurde
am Freitag, den ri. Sept., aus A'iel abgeholt, nachdem zinor die Anzahl
der von Haitzer Peutz mitzubringenden Person n durch Verabredung des
Rates mit Hans Hlome festgestellt -war. Für den Fall eines trotzdem ein-
4 U tretenden Aufruhrs hatte //erzog Philipp durch Schreiben vom 6. Sept. (in
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»590
[I, 240-241
Hanß Rosentrit 1 mit seiner Haußfraticn und ihrer Schwester
(so an den Herrn Petro Strainmelio des Jungfrauen-Klosters 2
zu Schleswig Pastoren 3 verchliget gewesen und ihre Schwester
alhir besuchet) vor der Stadt nicht weit vom Galgenteich auf
einem Garten gewesen. Wie nun diser Bürger nebst seinem 5
Jungen wieder nach Hause gehen will, seine Frau aber mit
ihrer Schwester und den Kindern noch zurück im Garten
bleiben, kommt ihm unversehens ein Hoveknecht zu Pferde
mit einer Büchsen im Sattel aus der Stadt daher gerant und
drückt daselbst vor dem Garten sein Gewehr auf diesen Bürger «o
loß, daß ihm der Rauch des Pulvers unters Gesicht gefahren,
und reitet nach dem Galgentheichsdamm zu. Wie er aber im
Rücksehen merket, daß er fehl geschoßen, indem der Bürger
noch da gestanden, ladet er die Büchse wieder und wendet
sich zurück. Der Bürger, solches merkende, eilet wieder in den >5
Garten und schlägt die Thür hinter sich zu. Der Hoveknecht
schießet zum andern Mahl nach ihn und zwar über den Zaun,
daß auch das Bley einem andern Bürger übern Kopf geflogen.
Darauf rennet der Knecht davon.
* , Anno 1590 den 12. Aug. komt Achatius Machau, ein 20
V-
/. Hans Rosenlritt (welcher unten bey der Mauren zwischen dem Schu-
macher und Holstenthor gewohnet) a. 4. vor -- Galgenteich: außer
dieser Stadt u />ag. gj. g. mit — Sattel : mit einer kurtzen
Büchsen a. q, gerant nach dem Galgcntcich a. 12. nach dem
Damm zu it. IJ-JÖ. Der Bürger — zu: Da nun Hanß Rosentrit so 25
baldc nicht wieder in den (»arten kommen kan oder sonst entweichen,
springet sein Junge über den Zaun und öfnet die Gartcnthiir; dahinein
eilet der Bürger und schlagt die Thür zu a f>ag. gj-g4- 16. Indem
komt der Hofeknecht wieder vor den Garten und n. ig. der Hofe-
kiieeht n. 20. Kaudglo.isr in n ptig. 94 : V/VrV Supplic. an die ver- 3°
witwetc Herzogin Christina sub dato 23. Augusti 1S90. Anno fehlt a.
der /lei/uge abgedruckt aus dem Sch/erwiger Staatsarchiv A I nr. 196
f. /6/7J den Kieler Rat nochmals aufgefordert, den früheren Herzoglichen
Mandaten entsprechend zu -.•erfahren d. h. Gewalt anzuwenden.
' Hanü Rosentridt bei der Mauer zwischen Schuhmacher- und 35
//olsteuthor: Schossregister 1576—1379 Uds.f. 4s r , 74 r ; 1595 ! 96 Hds.p.jS.
2 St. Johanniskloster.
3 tjSs—rS94 : Schröder, Gesch. d. Stadt Schlenoig S. 190. Er
war vorher Cantor in A'iel (1572—1580).
4 Die von Bremer wörtlich benutzte Quelle ist die an die Herzogin 4°
Christine gerichtetete ausführliche Supplik vom 22. Atig., in welcher sich der
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I, 2 4 i]
155
Pommerscher Kdelman, der bcy Otto Rantzowen, zum Botkamp
und Hemmelmark 1 Erbgeseßen, in Diensten gewesen, nach Kiel
reiten und fodert des Bürgermeisters Ameling von Lengcrken
Diener und Schwestersohn Jürgen Weßling 2 zu sich in Detlef
5 Holsten Hause vor dem Holstenthor, ihm anzeigende, der
Bürgermeister Ameling oder er, sein Diener mit gnugsamer
.Vollmacht, möchten alsobald gen Himmelmark zu seinem Junkern
kommen und das bewuste Zimmer in Augenschein nehmen und
*/• -^dcsfals weiter handeln, solten auchetlich *Vloßholtz und Büchsen-
io steine mitbringen. Der Bürgermeister, sich gantz nichts Böses
befahrende, läst seinen Diener Jürgen Weßling des iMorgens 3 gar
früh mit hinaus reiten. Sic kommen also etwa um 8 Uhr
früh auf Himmelmark. Jürgen kommt auf Begehren des Junkers
/. welcher bcy einem HolsteinUchen Kdelman Otto Kan/owcn <i.
15 2. Himmel mark a. j. reiten/«//// a. 4. Randglosse /'« a :
Uiser Jürgen Weßling hat nachgehend* hinter den Flcischschrangen
in des Beckers Haut* gewohnet.
Kieler Rat 'über Haitzer Penlzeus Schmähungen (§ JjS ) und Otto Rantzaus
Ausschreitungen in Eckernförde (§ 2jq) und auf Hemmelmark beklagte.
20 Der die Misshandlung Jürgen Wesslings betreffende Teil des Schreibens
wurde dann noch einmal .Anfang Sept. in einer Supplik an die gemeinschaftlich
regierenden Landesfürsten, //erzog Philipp utul König Christian /V., 'wieder-
holt. Der Verfasser beider Suppliken war der Kieler Syndicus Simon
Heinrich. Siehe dessen Rechnung von 160t April 2S (Schleswiger Staats-
25 archiv A X /X prov. nr. 4jy) J/ds.fj: Wie des Bürgermeisters Anielingen
Swestersohn, sein damahligcr Diener Georgen Weßclingh, nun für etzlichen
Jahren von Otto Rantzouwen, damahls zu Ilimmeltnarcke Krbseßen, auff
diesem seinein Hofe zu Himmelmarcke, wohin er ihn bescheiden hatte, be-
wuster maßen gantz ubel tracliert unnd die gantze Geschichte, wie alles
30 und jedes daselbst vorgelauffen, unserer gnedigen landsfurstlichen Obrig-
keitt in einer fast weitleufftigen Supplication underthenig geklagt und umb
ein landsfurstlich ernstlich Einsehen gebeten wart, hab ich wegen derselben
Supplication, so ich gestellet und ins Keine schreiben laßen, verdienen
2 Thaler. Dass Heinrich nur die Supplik an die Landesfürsten und nicht
35 auch die an die Herzogin erwähnt, ist bei der Unvollständigkeit der Rech
nung nicht verwunderlich.
1 Gut im Kreise Eckernförde, Kirchspiel Jiorby : Schröder, Topo-
graphie /, J7J.
1 Er machte sich später selbstständig, wurde Kieler L'ütger und war
40 16 rj — iöjs Ratsmitglied. 9 Aug. 13.
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1 5(i
[I, 241
vor sein Bette im<l wünschet demselben einen guten Morgen.
Ol» der Junker geantwortet, weiß 1 Jürgen niclit. Kr fähret aber
fort, sein ( lewerbe und warum er hergefodert anzubringen,
l'nd wie ersieh unter andern wegen des Floßholtzes entschüldiget,
daß er solches, weil er geritten, nicht mitbringen können und s
daß ers mit erster Gelegenheit senden wolte, hat Otto Rantzow
ihm geantwortet, er trage (lotts 5 Wunden nach seinem Floß-
holt/., er müste die Kieler erst beßer tractiren und sie lehren,
wie sie Kdelleute solten todtschlagen. s Als nun Jürgen Weßling
gesagt, er wolte nicht hoffen, daß der Junker etwas Böses mit 10
ihm im Sinne hette, da er aber dergleichen wieder ihn vor-
zunehmen Willens were, so were es doch von seinem Herrn
und ihm nicht verschuldet; er were auf guten (Hauben heraus-
kommen, were auch ja kein Kieler gebohren, auch daselbst nicht
wonhafft, sondern nur seines Herrn Diener, auch sich sonst 15
mit aller Höflichkeit entschuldigen wollen, hat Otto Kantzoiv
geantwortet, erfragte (iotts Sacr. 8 I.ydcn 4 darnach etc., addendo:
Ich muste dich also mit guten Worten herfodern, wolt ich
dich anders haben, du werest sonst woll nicht zu mir kommen! <
Item: Du hast vor kurtzer Zeit meine Frau zum Kiel auf 20
der (laßen im Wege halten laßen, als sie dich meinetwegen
(im 20 Thalcr zu leihen hat ersucht ! < Als nun Jürgen den
Junkern eines andern bedeuten und sich entschüldigen wollen,
nemlich er hette ihm die 20 Thaler gerne leihen wollen, wen
er sie *nur dasmahl bahr an der Hand gehabt hette, woran 25
es ihm aber befehlet, und were dennoch nichts desto weniger *A 217
das (leid bezahlet, indem des nechsten Tages nach der Frauen
Abreise vom Kiel der Man (nemlich des Otto )kanizowen ge-
wesener Wirth zu Lüneburg, Johan von der Hevde), welcher
liden 11 />tig. <?ö. ii. Wegen .1. 26-27, nichts — Tages: 30
nichts desto weniger (damit man des fall', seines Herrn und seinen guten
Willen zu vernehmen hette) alsobakl des nechst folgenden Tages </
/".C- 07- Abreise: Ahschiede a.
1 Die Supplik giebt genau den Ii er ich t wieder, den Jürgen J Hessling
nach seiner Rückkehr in Kiel beschwerdeführend abstattete. ^
51 § -V7-
3 Der Abkürzungspunkt fehlt in Hds. A wie in a. Das Wort ist
wohl in Sacraments aufzulösen. 4 Leiden.
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I, 241]
i 5 90
lf>7
die 20 Thaler haben solte, befriediget, wie deßen Quitung
ausweisen wurde, dabei versichernd, wie gern sein Herr der
Bürgermeister und er dem Junkern jeder Zeit dienen wolten etc.,
hat Otto Rantztne geantwortet: Ich frage Gotts 5 Wunden
5 nach eurem Dienen. Ich wil von Ameling mehr nichts haben
und, was ich ihm schuldig, will ich ihm auch nicht bezahlen!
und andre Dreuworte mehr etc. Seine Frau 1 , so bey ihm im
Bette, will ihn zufrieden sprechen, er möchte sich doch an
Jürgen nicht vergreiffen, er hette ihm ja nichts zuwieder getahn,
to er könte ja auch nichts dazu, daß Hans Pentz zum Kiel üms
Leben kommen etc. Sie bekomt aber zur Antwort: > Was
wiltu sagen? Sein Herr, der Ameling, hat erst die Bürger aufs
Rahthauß bescheiden und befohlen, daß man die Sturmklockc
ziehen solte, darnach aber ist er zum Thor hinausgezogen. 5
15 Ich wolte, daß ich ihn hir hette, er solte mir 1000 Thaler
geben!« Die Frau aber hält noch an, für Jürgen zu bitten,
worüber Otto Ka/tlzou> sich erzürnet und spricht, sie solte ihn
gewehren laßen. Kr springet darauf aus dem Bette und rafft
/. derentwegen befridiget </. ausgegebene (Quitung n. J. vci-
20 meldend und versichernd <t. j. l'ürgertneistcr Ameling von i.eii-
gerken a. 4. darauf geantwortet u. J it. 7. etc. fehlt n.
12. der fehlt a f>,ig. qS. lö. Die Frau aber bittet noch für Jürgen w.
1 Christina. Ihren Xanten entnehme ich der Schuldurkunde Otto
Rantzaus und seiner Frau von ( 'in seh lag ijg/ über 20000 Rehsthl. Haupt-
35 schuld umi 7 1 /* % jähr liehe Rente, die sie L 'mschlag /J92 an den Tonderuer
Amtmann Otto von Quaateu auf .Vor zu zahlen sieh verpflichten. Am
fälligen Termine lieh Otto Rantzau noch Sooo Rehsthl. hinzu und versetzte
für den Fall, dass er die ganze Summe .Vit/ästen /J92 an Otto von Ottaalen
nicht zahle, diesem das Cut ffemmelmark. Wie hei der l'enoahr/osttng des
30 Gutes vorauszusehen war, wurde die Schuld nicht gezahlt, und Ilemmelmark
kam in den Besitz des Gläubigers. Siehe hierüber, wie über die auf Hemme!
mark herrschemle Misswirtschaft die einschlägigen Trozessakten d. J ijqj
im Juristischen Fakultätsarehiv zu Rostock.
2 Es liegt kein Grund vor, diese Angahe Otto Rantzaus zu bezweifeln.
35 Darnach hat Ameling von Lengerken sich nicht erst im August September
(siehe §242), sondern schon früher einmal gleich nach dem Tu diu Ii des
16. Juni, wohl am Tage darauf, aus A'iel geflüchtet. Doch kann er damals
nur kurze Zeil fort gewesen sein. Ein Einschreiten seiner Ralskollegen oder
der Bürgerschaft erfolgte nicht. An den Verhandlungen, die der Compromiss
40 Urkunde vom 2j. Juni vorhergingen, war er -wieder beteiligt.
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158
159°
[I, 241
das Gesinde zusammen, last darauf Jürgen seine Wehre nehmen
und ihn in einen großen Spanischen Mantel stellen, mit einem
Fuß am Pfahl geschloßen, sagende: »Da soltu so lange stehen,
biß du um und um fallest, und ich wil dich noch Claus von
Hagen übergeben, der soll dich beßer tractiren ! < *Um eine 5
kleine Weile sendet der Junker dem Jürgen eine Kanne mit m P m
Waßer, üra zu trinken. Bald darauf reitet er vom Hofe nach
Kckernfürde und, wie er vor Jürgen über reitet, spricht er:
Kielers, Kielers, Kielers! Auf den Nachmittag bringet er
seinen Bruder Bartram 1 mit sich zurück. Diser redet Jürgen ,0
also an: > Wie ist das? Wie gefält euch das Harnisch? Ist
dis das rohte Feldzeichen, das ihr zum Kiel getragen? Das
heist: geht noch in der Heerschauung ! Krieg ich einmahl den
Weinzapfen zum Kiel und Amelings Sohn, die will ich also
auch tractiren etc. und viel andre Schimpf und Spottwörter t 5
mehr. Folgends muß der Junge einen gesaltzenen Hering und
eine Micke 25 holen und Jürgen vorlegen, und der Junker sagt :
Laß ihn gnauen 8 ! und geht darauf mit den andern ins Hauß.
Da haben die Mägde singen müssen. Ks kommen auch 3
Mägde heraus, denen der Junker und sein Bruder gleich nach- 30
folgen, sie müßen üm Jürgen her stehen und singen. Der
Junker reißet einer Magd den Schürtzeltuch vom Leibe, macht
ein Loch darein und legt ihn Jürgen über den Kopf und auf
den Spanischen Mantel, sagende : Diß ist das rohte Feldzeichen ! <
und schlägt Jürgen mit der Faust an den Halß, das ihm der 25
Hut vom Kopf fallt, wodurch Jürgen geursachet, zu sagen :
> Junker, Junker, ist das verschuldet, so erkenne es Gott!« Der
Junker antwortet: Was, hastu noch weise Worte?« und schlägt
ihn mit der andern Faust an den Halß, daß er fast umstürtzen
mögen, befiehlet auch den Mägden, üm ihn her zu tantzen 30
und, so offt sie herum weren, ihn an den Kopf zu schlagen,
welches dan auch ^geschehen müßen. Als sie aber ihres Herrn 2 /g
Bcdünken nach nicht hart genug zuschlagen, nimt der Junker
3. Dar a.
1 Besitzer des Gutes h'ohövciie: S. S/ Xote j, 7 u. S. 35
2 Brötchen. 8 knabbern.
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I, 241]
*590
159
selber eine Magd bei der Hand und tantzet also auch hemm,
schlägt ihn darauf mit vollen Kräfftcn an den Halß und sagt:
»So sollet ihr alle thun! Als aber die Mägde solches nicht
thun wollen oder können, schlägt er auf sie loß, faßet auch
s den Jürgen von hinten zu bei den Ohren und schüttelt also
mit ihm und spricht: vl)as heist: greiff ihn in die Wunden! 1
etc., welches er dan auch vorhin offters hatte gesagt. Und
haben die Mägde dennoch immer also forttanzen und auf ihn
schlagen müssen. Hernach nimt der Junker einen gesaltzen
to Hering in die Kaust, hält ihn Jürgen vor den Mund und spricht :
Dar, gnaue!« Jürgen bittet, seiner zu schonen, er könte ja
also keinen ganzen Hering mit aller Unsauberkeit eßen. Dar-
auf reibet der Junker solchen Hering ihm so lange in die Nase
und üms Maul, biß Jürgen endlich gezwungen worden, denselben
15 mit allem, was daran, so unrein aus der Faust zu eßen. Hirauf
wird noch ein ander Hering geholet, welchen Jürgen eben also
aus der Faust verzehren muß. Der Junker nimmt noch
den dritten, schlägt ihn damit auf den Mund und, als
der Hering ihm aus der Hand in den Koht entfällt, nimt er
20 ihn wieder auf und reibet ihn dem Jürgen üms Maul, so
daß er den Junkern flehentlich bitten muß, ihn also doch
nicht weiter zu plagen, er könne unmöglich mehr eßen, er
wolle lieber sterben, und wird ihm hirbei so übel, daß er salva
*/• 220 venia wiedergeben muß. Wie der Junker dieses sihet, ^spricht
25 er zu ihm, er solle etwas ausspeyen. Als solches geschehen
und Jürgen nun gemeinet, er würde der Quaal loß sevn, hat
doch solches nicht geholffen, sondern wird dennoch gezwungen,
*/. 222 d as übrige vollends zu verschlingen. *Dicsemnechst wird eine
große Schale mit Waßer geholet, eine Hand vol Saltz hinein-
30 geworffen und also Jürgen vor den Mund gehalten, welches er
ebenfals austrinken muß. Nach solcher Mahlzeit befiehlct der
Junker dem Jungen, die Daumschrauben zu hohlen, er woltc
ihn damit schrauben. Ob diese nun zwar hergebracht, wurden
7. oft a fing. 101.
35 1 Anspielung darauf, dass die Kieler Bürger, ~.i<ie deren Gegner be-
haupteten, dem zu Boden gestürzten Hans Peutz in die W unden griffen.
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i<;ö
1590
[i, 241
sie doch unter anden vielfältigen Beschimpfungen und Muht-
willen von dem Jungen, der sie aus Mitleiden in seine Hosen
verstecket hatte, nicht *abgefodert und also damit nichts be- */>. zzj
schaffet. Ks haben aber die Jungens mit Steinen auf den
Spanischen Mantel, worin Jürgen versperret war, zuwerffen müßen, 5
dabei der Junker gesagt: Siehe da, das sind Heylwich von
Ahlcfcld ihre Fenster! 1 Linter solchem Gcspiel tant/.en die
Mägde wieder um Jürgen herum. Endlich bcfiehlet der Junker
seinem Rutscher, einen Maur- oder Ziegelstein zu hohlen und
damit dem Jürgen, dem etwa die Thränen ins Gesicht gestiegen, 10
den Kopf zu reiben und die Augen zu trucknen, so auch ge-
schehen. Der Junker gehet darauf mit seinem Bruder und
dem anwesenden Gesinde weg und sendet seinen Knecht zurück
an Jürgen und läßt ihm sagen, er wüste, daß er sein Gefangner
werc. Ob nun wohl sein Bruder Bertram ihn gebeten, er 15
möchte ihn fdisen Jürgen Wesling) disem seinem Bruder über-
geben, so wolte er doch solches, weil er ihn vom Kiel hette
holen laßen, nicht thun, wofern nur Jürgen ihm, dem Junkern,
so viel des besten Sammitts als zu 2 gantzen Kleidern und
was sonst dazu nötig, auch darneben 2 paar Spanische seidene 20
Strümpfe geben wolte. Hirüber soltc Jürgen Wesling ihm Bürgen
stellen, so wolte er ihn loß laßen. Ob nun zwar Jürgen den
Junkern iim Gottes und der Christlichen Liebe willen bitten
laßen, er möchte doch sein Klend und Noht ansehen, der
Junker wüste ja selber seine, des Jürgen Wts/i/% r , Gelegenheit
und Umstände woll, daß er es nicht hette, wovon er es ihm
geben könte, sintemahl er deßen, was er von seinem Herrn
verdienet, selber noch zur Zeit nicht mächtig, weil er dem
^Junkern selbst und andern mehr ein ansehnliches auf Borg */• ■?-■/
hingetahn, welches er seinem Herrn erst einmahnen müstc; 3"
wolte aber der Junker ihm befoderlich seyn, daß er solches
ausstehende Geld einbekommen möchte, alsden wolte er ihm
sein gantzes Lohn verschreiben und versiegeln, nochmals um
/. vicfaltigen ./. /<>. dem gestiegen fthlt a fing. /oj. 14. sagen:
anzeigen n /«i^. /oy. losgehen a. 17. sintemahl : angesehen 35
•1 />.ig. /«».,-.
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I
über
Die (Tätigkeit ber *cfWfd)oft für flieler *tuMßcfd)id)lc
erftattet
in ber 3ahre&jerfammlung am 22. s JWärj 1900.
$>a3 in bem Ickten 3ahre$bcrid)te angefünbigte 17. £eft
uttferer SWitteilitngen ift m$roifd)en crfd)ienen unb an bic Wit-
glieber oertetlt ivorben : bas Kieler Skrbud) oon 14(55 lue lä4<>,
herausgegeben uon £)errn Dr. flippe. (Sine wichtige Cuellc bor
@trafred)t$pflege in imferer Stabt am @nbe be* Mittelalter* unb
am Beginn ber Meujeit ift bamit ber weiteren ^orfdjuug au«
gänglid) gemacht luorben. 2er Herausgeber ()at bereit« in feiner
auefüfjrlicfjen (Einleitung eine Wethe juriftifdjer fragen beljaubelt,
bie fid) an baS 28erf fnüpfen; eS ift barin aber aud) uiel fultur«
gefd)id)tlid)c3 Material enthalten, baS nun, 100 ein bequem les-
barer $)rutf uorliegt, hoffentlich auch Beachtung unb Verwertung
finben wirb.
$ür £>errn Dr. Stern hat fid) bei feiner Arbeit an ber
*8remer'fd)en C£t)vonif bic Wotmenbigfeit ergeben, vor bem 91b*
fdjfafj noch einmal hierher ^u fomnteu, was ihm jnr #eit nid)t
möglich ifc ©r hält and) einen oorberigen SBefud) be* Kopen*
hagener $eid)Sard)h)S für wüufchenSWcrt, beffen SBenufcung für
baS Urfunbenbnd) unb bie Ouelleufuube ohnehin uuerläfelid) fei.
SöeibeS möchte er oerbiubeu. 2>ie Weife nad) Kopenhagen möchte
er in biefem Sommer antreten, im Wnfdjlufs an feine Arbeiten
in Kiel. £er SBorftanb l)at fid) mit feinem s $lane eiuoerftanbeu
erflärt unb befcf)loffen, ihm, feinem Mittrage entjpredjcnb, bie
Weifefoften $u erfefcen.
3)amit nun unferc ®efellfchaft aud) in biefem Sahre ein
£)eft ber Mitteilungen erfcfjcinen laffen faun, h at «Oerr Stern
bem SBorftanbe baS Anerbieten gemad)t, etuftweilen baS zweite
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II
>
SRentebudj f)erau3$ugeben, baä er an feinem jeßigen $Bof)norte,
Berlin, fertig ftcllen fonn. $>er Sßorftanb ift gern barauf ein«
gegangen; benn biefe $lu£gabc tft in bem 1896 feftgeftellten
9lrbeit*p(au uorgejeljen. 3}aö ^ueite s J?entebudj, ba* bie 3a()re
1487— 1580 umfafjt, ift eine Jortfefcung be$ erften unb läuft
parallel mit bem (Srbebud) üon 141 1 — 1(104. 3)ie ©tabtbüdjer
muffen fämtlid) gebrncft werben, ba man au3 ifjnen ein 53ilb
üon ben $ert)äftniffen bes ($runbbefifce3 in ber 8tabt gewinnen
fann, unb wie üiefe fonftige guoerläffige unb merttwtle S^adt)*
richten in biejen 9lufocid)nungen ftctfen, Ijaben fd)on bie bteljer
Dcröffentlidjteu -leite gezeigt. §err Dr. <5tern ^at erflärt, baß
ber $rucf im näcfjften Sflouat beginnen wirb.
£ie 93ibliotf)eteangcfegenf)cit, bie un.8 im twrigen Safjre
befdjäftigte, ift $ur ßufriebenfyeit ertebigt. $cr 9Jtagiftrat l)at
feine ßuftimmung erteilt, bafc bie 23ibliotf)ef unferer ©efellfdjaft
nuter ben ^tjnen befannten SBebingungeu in bie $ermaftung
ber s }kot>tn ( valbibfiott)ef übergebe, unb bie Übergabe ift twü^ogen
warben.
s #rof. £. Rotenberg,
3. <5- Dorfitjenber.
Digitized by
III
I
Sedissefynter Bericht
über
Mc Tätigkeit ber (Bcfellfdiaft für fiteler StaMgefdjtdjte
erftattet
in ber 3^re3DerfatnmIung am 16. Slprtl 1901.
£a§ im norigen 3af)re§berid)te angefünbigte 18. <peft
intferer Mittlieilnngen hat $am 23ebanern beS S^orftanbes nidjt
fertig geftettt werben föttnen; beim ber $>rucf beS 2. vieler
SRentebudjeS, baS bie 3al)re 1487—1586 umfoftt, ift in ben
erften Anfängen ftetfen geblieben, weil ber Herausgeber, £> err
Dr. Stern, mit $ernfSgefd)äften su fe£)r befaftet mar. (£r t>nt
nun ben Slbfdjlufe für btefen Sommer oerfprodjen. Um ben
Mitgliebern einen ©rfafe p bieten, I)at Der SBorftanb bejdjloffeu,
bie erfte .Spälfte, 10 Sogen, ber SBremer'fdjen ßljronif, bie ge«
brueft oorliegen, ate gefonberte* £>eft mit einer oortäufigen,
orientirenben ^öorrebc erfdjeinen $u laffen, bie $?vx Dr. Stern
eingefdjirft (jat. Tn* ."peft mirb in furjefter Seit ftix Skrfenbung
gefangen, nnb bie feltfamen £inge, bie barin oon bem l'eben
nnb Xreiben in bem alten Mief crjätjlt ftnb, werben gewiß mit
Sfjeilnatjme gefefen merben.
ßn nnferer greube Ijaben mir einen neuen Mitarbeiter in
Gerrit s ^aftor 3otjanne3 SBiernafcfi gefnnben. 3>erfefbe mirb bie
SBait' nnb 2In£ftattung*red)nungen be3 Mieter Sd)(offeS aus bem
17. 3af)rtmnbert fterauägeben nnb bearbeiten, womit ein Material
Äiigänglid) gemadjt wirb, bas nid)t mir für bie ©efdjicfjte be3
Sd)(offe£, fonbern and) für ba$ gemerblidje Sieben, bie greife
nnb überhaupt bie wirtfjfdjaftüdjen SBerljä'Itniffe nnferer Btabt in
ber genannten (Spodie oon großem SßJertlje ift. £a$ Manufeript ift
naljeju abgejdjl offen, fo baß in 93ä(be ein weitere« £>eft nnferer
Mittfjeifungen wirb erteilten fönnen.
Sie erinnern fid), baß £>err ^ßaftor Man übernommen
IV
hatte, eine Okfdjidjte ber föefetlfdjaft Harmonie p fd)reiben, too*
für uns bicfelbc oor tt)rer Vluflöfuug 800 Warf ausgefegt hatte,
^iarf) bcni (Btubium ber Wften ift er jebod) ber Überzeugung
gefommeu, baß mit beut oorliegenben Material bie Aufgabe be>
friebigenb nid)t qelöft merben fönne ; loenn mehr/ al$ ein bürrer
Slu^ug aus ben ^rotofollen gegeben merben foüe, müßten
anbere dielten, befoubers bie älteren Safjrgänge ber geitungen
nuferer Stabt, in ausgiebiger Söeife herangezogen merben; bie(e
Arbeit überfteige jebod) bie ihm zur Verfügung ftef)enbe ßeit.
©r münfdjte beeljalb, baß er oon feiner ißcrpfficfjtuntt entbnnben
nnb bie Aufgabe ,£>errn . < p. ©darbt übertragen mürbe. Ter
$orftaub tonnte bas nid)t ablehnen, fjat jebod) .§errn ^aftor
9)hui beftimmt, baß er fid) nietjt ganz oon ber Sache zurüd«
flieht, f onbern £)errn ©darbt mit feinem fRat nnb feiner ,<pülfe
,uir Seite ftetjt. .'perr ©darbt ift fleißig bei ber Arbeit nnb
hofft, mit U)r im itoufe beä Sommer* fertig $u merben.
$on beu früheren £>eften uitferer Wittheilungen ift baä 5.,
ba* bie ^übeder Briefe bes Vieler Stabtard)ni$ oon 14*22—1534,
herausgegeben oon .'perrn Dr. 333cl^ct, enthält, ooflfläubig er«
jdjöpft. Tiefe Briefe finb juerft ohne bie umfangreiche ©in»
leituug als 5 e ftflabe für bie 13. ©eueraloerfammlnng be$ ."pan«
fifdjen CMc f et) i cf) t-sn e re i erschienen, nnb in biefer gorm befi^t
oon ihnen bie ©ejellfdjaft für 3ef)fevUug*^)offteinifcr)e ®efd)id)te
nod) einen großen SBorratl). Wit banfenSroerter 53erettmilligfeit
hat fie uns 100 ©remplare ohne ©ntgelt überlaffen. 2£ir
merben bie ^orrebe, 100311 ber ^erraffet* bereite bie (Genehmigung
ertl)ci(t \)c\t, nnb bie s ^ereiu*nad)rid)ten neu brnden laffen, nm
jo unfere Diethe für ben juuebmenben Xanfdjoerfehr mieber ooll«
ftänbig haben.
Sd)ließlid) ift bie erfreuliche Wittheilung 511 madjen, baß
bie iöibliothef bcS hiftorifdjeu WnfeumS ber Stabt Wien burch
Zahlung oon 30 Warf ftänbigcs" Witglieb unferer $efellfd)iift
geworben ift, um regelmäßig unfere s ßublifationen flu befommeu.
s ¥rof. £. Hofccnbcrö,
5. <r>. rorftt-enber.
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Überfielt
kr (fimialjmen itni Ausgaben kr <&efcllfd)nft
für Ätcler StaMgefdiidjte.
(£ 1 n n a f) in c :
189Ü
1900
Beiträge üon 9Jtftgrtebern . .
M. 450,-
iL
—
s -ßerfauf uon 9JtitUjetfungett . .
„ 23,-
1)3,45
Seitrag ber ©tabtfaffc . . .
„ 300,-
300,—
Beitrag ber ©efeflfdjaft freimütiger
Hrmeufreuube ....
„ 300,-
tt
300,—
Sinfen
„ 155,55
"
1 < <>,;>o
Binfeii uom etfernen 33eftanb .
„ 14,70
tt
15 10
M. 1243,25
M.
855,10
91 it £ g a b e :
Honorare für Beiträge . . .
Ä 390,—
M.
30,—
Erucffoften
„ 414,50
tf
^ö()ue
„ 14,40
9lu$eigeu
„ 17,90
tt
1 2,40
^enen)erfid)etungfiirbieS3ibIiotl)ef
„ 2,25
tf
2,25
ftatafogifirimg ber 93ib(iotf)ef .
„ 203,50
ii
150 —
„ 31,20
it
24-
Ä 1073,75
JMw
218,65
93e()a(t aus bem $orjaI)re . .
JVt 5571,10
Ii. 5740,60
„ 1243,25
tt
855,10
M. 6814,35
M.
6595,70
„ 1073,75
tt
218,65
93ef)a(t am 3af)re3fd)Iufi • •
JH. 5740,60
M. 6377,05
föiferiter Söeftanb an3 ben
Beiträgen ftänb ig er 9JJit«
gl ieber :
S3et)aft au£ bem 93orjaf)re . .
M, 420,—
.Mi.
420,-
. //
30,—
M. 420,—
Jü
450,—
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VI
vr (5e|ellfcbaft für Kieler Stabt$efd)td?te«
(Drbctttltei>c Mlitattcber V)00. (mit 3atn-esbeiträoeu\
?(blmauu, Dr., £., Sanfter.
Harens, 3- $ •# XMttctot.
2Jnberfen, 3-/ Kaufmann.
Bewürfe, p., Rentner.
Hibliotl?ef b. atar.»3tofc. u. Sdmle.
23lmuf, It., Hector.
Bofelmaun, ©elf. Reg.»Ratb.
Sranbt, R., 3 ll tti3iatr?.
£nitt3, £br., paftor.
Beert, Stenerinfpcctor.
Oalybaen*,! >r.,Koufiftorial präftb.
<£briftiani, Dircctor.
<£laiifen, IV, paftor.
Oriftianfeu, (Eifdjlermeifter.
Panumcyer, Hector.
Pcftiuou, reu, profeffor.
Petbjeffeu, Oberlehrer.
Poormauu, 2L P., Hector.
Poormann, Oberlehrer.
£bers, p., Reutucrin.
Gefärbt, Bucbbänbler.
€rtarbt, f., t fran.
£tjrbarbt, 5 anitätsratb.
t£nftna, Hector.
£smard>, von, IVivfl. (5el}.'Ratf),
€rcclIcH.v
Steuer, t>on, Dr., Oberlehrer.
£na,cl, Rofbwbbinbcr.
,Vcrd>eu, IV., Pircctor.
»fifdjer ^cn.iou, r>ou, profeffor.
,flcmmiua., (Neheim. HTebic. Rath.
,Voutcuay, bc, Or. probft, Hütten,
»freefe, W, ZU* Stabtrattj a. P.
griffe, Dr. med., ^afynarjt.
,V*u H / Ob e r b ü rger m ei ft er .
(Sänge, ab., (Draamjt.
(5loy, 2Ll Dr., überlebter.
Raarf, ?lrcbitcct.
Rauel, <ßeb. 3"ft<.iratt}, Prof.
Raufen, ,frcb. KommtfjionSr.
Raufen, 3 acop ' Kaufmann.
Raufen, tlT. R., Rofjumelier.
ßanfett, p.<£br., Canbesoerf. Ratb.
Raufen, (Efy., <5eb. Kird?cnratb,
Olbeuburg, (5r.
Rarbeuberg, Stabtreutmeiftcr.
Ikgemifd), Cotte, ^rä'nlein.
Reinrid), <£., hector.
Rölrt, GL Oefouomieratb.
l7olle, v fabriFant.
Rom, 3- *f-» Rector.
Romalbt, B^ £abrtfant.
Raacf, <D., 3 u f t '3 rai ^-
Rarries, Rccbtsantualt.
3aarfs, R. <£., Bauunternehmer.
3aspcrfen, Karl, ,fabrifant.
3öu5, K., tebrer.
3ntigjobditu, 2L <£., Kaufmann.
3enfen, 2i. v f., 3urf?brn<fer.
Kloppenbura, 2L hector.
Kübl, Hector.
Kahler, ,ferb., :rtabtratb.
Kirdjeurorft. ber er>. lutb. (Semeinbe.
Kleinfellcr, (ß.. profeffor.
Sanbesbirectoratb. proivrd?!. Rolft.
£amp, paftor, ploen.
£anae, O., 3«1 t *3 rat b-
£eopolb, 21., Kaufmann,
Septieu, Reinr., Kaufmann.
£iubia, Oberftabtfcfretä'r.
€obfe; 21^ Hialer.
Sorenjen, 2L P--, £er>rer.
£orey, Bnrgermcifter.
€unb, Rector.
£ebrcrbibliotbef ber Obcrrealfdmle.
£ebrerbibliotl?ef bes (Symnaftums.
ITTausbarbt, R., rdmeibermeiftcr.
matb.ieffen, £anbrarb a. P.
IHau, paftor.
Weiften, R., Dr., Rentner,
metelmaun, Kentuer.
IHeyer, 3°h*i Dtrector.
miubarb, Kaufmann,
möller, R. (£.. ,fabrifaut.
UTobr, Kouful.
lllatbäi, profeffor.
Illyran, tebrer.
maaiftrat ber ftabt Henbsbitrg.
UTeblert, £cbrcr.
Iie^rc, (£., ^abrifant.
VII
Zliepa, 21^ «Erjefrebactenr.
tfiefe, Ked?tsa nmalt.
Hormann, von, liafenfaffirer.
pappenrjeim, III., profefi'or.
Peters, Kcctor.
peters, (El?., Stabtratrj.
peterfen, p. Tl., Hector.
pippig, ^ Pircctor.
Pliimer, Pirector.
2\ad)far?l, Dr., Italic a., Saale.
Kamme, Stcnerinfpector a. P.
Hebbcr, tt. 5., Rentner.
2\enbtorjf, Dr., Redrtsamualt.
Renter, (Oberlehrer, Stralfnnb.
2\obenberg, profeffor.
2\obbe, Betriebs infpector a. P.
Rofenfranv Pirector.
Habel, <£. 21^ tfofapotbeFer.
Sartori, töeb. Kommersienratb.
Sebclin, Kornetten Kapitän a. P.
Seelig, IV., <ßeb. 2\egicr.*Ratrf.
Seil, Rector.
Spccf, Xr, (ßasinfpector a. P.
Snbr, £er;rer.
Startf, ron, profeffor.
Sdmbert, von, profeffor.
Sdjcppig, Profeffor.
Sdnnibt, 3-, ^ndjbrncferct.
ScbneeflotrJ, Konful.
Sdnil^e, TO., Kaufmann.
Sdnunad?er, (Earl, ^abrifant.
Sdntr, Kaufmann.
Sd?rr»arfi, Dr., profeffor.
Scbmeffel, 3 / Hentner.
Sdnrenfen, i)., HranergikirgclflL
f (b \v e rb t feger , 21 rd? ttect.
Sdnpmann, IV^ lianptlebrer.
Stange, Vf., profeffor.
Steffenrjaacn, Dr., <5eb. Regier.
Rath. "
Stern, 1)1., Dr., Berlin.
Stiefel, Redmnngsratb, Rcntm.
Stieoa, profeffor, Roftorf.
Stocfmann, Konfiftorialpräftbcnt,
IPiesbaoen.
Stolley, 2Lt Rector.
Stnbbe, £br., paftor.
Stange, <D., Dr., ^ergeborf.
(Ebomfen, (5., Kreisger. Pir. a. P.
11113er, (fi., Dr., pricatöo^ent.
rerein, (ßefellfdjaft.
Dolbeln-, CO., Dr., Renbsburg.
Dolbebr, ir^ ^nrbbinber, (Saarben.
Dolbebr, X Kenbant a. P.
Hagener, V>., Xjofpbotograptj.
Weisel, 2Lu Dr., 0berbibliotbefar.
IPcyl, R. profeffor.
StümMac 2ttitailicbcr.
2ftjlmann, Dr. IV., Rentner.
Schirren, c*5eb. Regier. Ratb.
(Eoecr/e, llnirerfitätsbnd>bänbler.
tPtdfmann. Vf., Stabtratlj a. P.
ZTiffen, Stabtrattj.
Cangcnbnd?, Dr., lEhefarjt, Berlin
(lllit einmaligem Beitrag).
Sange, Ii. Ingenieur, Berlin.
IPilbc, Sanbesrcntmcifter.
Reucntloii, <ßraf, Klofterpropft,
preeft.
£>ibliotbeFbes liiftorifdjen ÜTufeums
ber Staot Wien.